Ausgabe 
2.9.1898 Zweites Blatt
 
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und viel gekauft wurden. Diese fliegenden Blätter gingen unter allerlei Titeln aus, z. B.: Brief, Relation, Mar, Nachricht, Beschreibung, Bericht, Aviso, Post, Postillon, Courter, Fama, Depesche, Felleisen. Im Jahre 1505 finden wir zum ersten Male den TitelZeitung- für ein solches Blatt. Der Inhalt dieses Blattes war ein sehr verschiedener, politische Nachrichten, UnglückSfälle, Wundererzählungen waren besonders beliebt. Um ihre Waare schmackhaft zu machen und daß SensationSbedürfniß zu befriedigen, gaben die Verleger, welche meist auch die Berfaffer und Drucker waren, oft den Blättern allerlei Aufsehen erregende Titel, z. B.:Neue und wahrhafte Zeitung",Wunderbare, erschröckliche und erbärm­liche Zeitung" usw. Die ersten periodischen Nachrichten beginnen mit dem 16. Jahrhundert, waren JahreSPubli- cattonen, die sogenanntenPostreuter", JahreSüberfichteu der wichtigsten Borkommniffe. Die erste Wocheuzeituug ist ein Straßburger Blatt, von dem sich der Jahrgang 1609 auf der Heidelberger Universitätsbibliothek befindet. Das Beispiel fand Nachfolge. Bald nach Beginn des dreißigjährigen Kriege» existirte bereit» etwa ein Dutzend deutscher Wochen­blätter in verschiedenen Städten. Die Unternehmer waren meist Buchdrucker. Deutschland ist da» erste Land, welche» in regelmäßigen Fristen erscheinende, gedruckte Zeitungen auf- zuweiseu hat. England kann nichts vor 1622 namhaft machen, das erste franzöfische Wochenblatt begann 1631 zu erscheinen. Da» erste deutsche Tageblatt erschien 1660, eS war die Leipziger Zeitung", in England erschien da» erste Tageblatt 1702 (Daily Courant"), in Frankreich 1744 (Journal de Parts").

* Eine fatale Geschichte ist, wie man aus Christiania, 26. August, schreibt, dem Führer eines englischen Walfisch­fängers pasfirt, der auf seiner diesjährigen Ausfahrt in das nördliche Eismeer das Glück hatte, bis zu den entlegensten und unwirthlichen Gebieten der Grönländischen Küste vor­zudringen. Um diese arktische Heldenthat derVictoria" so heißt das in Frage stehende Fahrzeug aller Welt genügend bekannt zu machen, vielleicht auch um über die Golfstrom­gesetze an der amerikanischen Küste Observationen auf eigene Hand anzustellen, vertraute der biedere Capitän eine Anzahl Flaschen-Posten den trügerischen Wellen des Meeres an. Er theilte in den ausgeworfenen Briefen unter Anderem mit, daß er nach Ueberwindung großer Treibeisgeschiebe die Genug- thuung gehabt habe, mit seiner Mannschaft an einer höchst gefährlichen Brandungsstelle zu landen und auf einer längeren Jagdtour zahlreiches Polarwild, darunter sogar zwei der höchst seltenen Moschusochsen (Ovibos moschatus) zu erlegen. Der Erfolg dieser schwimmenden Botschaft war jedoch wesentlich anderer Art, als der englische Grönlandfahrer ihn sich wohl hatte träumen lassen. Eine der Flaschen landete nämlich nach kaum zwanzigtägiger Reise in dem norwegischen Städtchen Tromsö. Der dortige dänische Consul stellte durch Collation der geographischen Fangstelle sogleich fest, daß der englische Capitän seiner Jagdpassion auf verbotenem Terrain ge­stöhnt hatte. Auf telegraphischem Wege wurde das dänische Generalconsulat in Christiania verständigt, das seinerseits wieder die maßgebenden Behörden in Kopenhagen von dem sonderbarenUriasbriefe" des Engländers in Kenntniß setzte. Da es sich offenbar um eine recht reichliche Ausbeute handelt, die dieVictoria" von ihrem Polarausfluge heimbringt, so dürfte der unvorsichtige Capitän gewaltige Augen machen, wenn er beim Anlaufen des nächsten englischen Hafens von einem Vertreter der Seepolizei Ihrer Majestät auf die Nach­theile hingewiesen wird, die das Jagen nach seltenen Moschus- ochsen unter Umständen nach sich ziehen kann. Außer der üblichen Confiscation seiner Fangausbeute wird sich der Schiffsführer auch zur Erlegung einer hübschen runden Ver­tragsstrafebewogen" fühlen, ganz abgesehen von den privaten Liebenswürdigkeiten, die die englische Rhederei für ihren allzu schreiblustigen Capitän in petto halten dürfte.

Parkes steht ein eiserner Wegweiser, der mir folgende Ent­fernungen angab: Balan 1,2 Kilometer, Sedan 2,9, Bahnhof von BazeilleS 1,1, Gtvonne 4,2, Bouillon 15 Kilometer. Ich marschierte die Straße abwärts, den Park zu meiner Linken lastend, als auch recht» Bazeillrs mit ein- und zwei­stöckigen Häusern begann.

Wo ist denn die Kirche?" fragte ich eine Frau.Grade aus, dann die erste Straße recht»!" war die Antwort. Ich thue nach ihren Worten und treffe zur linken Hand ein Haus, besten Vordergebäude noch ziemlich neu ist, besten Hinter­gebäude aber noch in Trümmern liegt, wahrscheinlich eine Ruine aus den Tagen de» Kampfes. Die Straße ist zu Ende, links liegt ein Bauernhof, recht» breitet sich ein kleiner Platz, in besten Mitte fich ein Monument in Form eines Obelisken erhebt. Ich trete naher und stehe vor einem Kriegerdenkmal, da» von der franzöfischen Marine errichtet wurde.

Bekanntlich befand fich 1870 die franzöfische Flotte in einem so traurigen Zustande, daß fie nicht einmal eine Landung an der deutschen Küste versuchte. Als man nach den ersten Stegen der Deutschen und nach der Einschließung von Metz neue Soldaten brauchte, verleibte man die fran­zösische Marineinfanterie dem Landheere ein. Die Hälfte de» 12. Corp», das der alte Lebrun befehligte, bestand aus Marioejoldaten, und die Bayern und Theile des 4. preußi­schen Corps haben e» au sich erfahren, wie tapfer fich diese Infanterie in der Billa Beurmann und ihrem Parke gehalten. Ueber 50 Marineoffiziere find gefallen, so sagt uns eine In­schrift de» Denkmal», und 23 Batterien de» Lebrun'scheu CorpS haben im Feuer gestanden. Schrecklich! Allein eine K.rche sehe ich nicht. Auf meine Frage deutet eine alte Frau auf ein zweistöckiges Hau», besten Kreuz ich wohl bemerkt hatte. Wer vermuthet aber darin ein GotteShau»!

Da» ist unsere Kapelle," beginnt die Frau.Sie hat zwar keinen Glockenthurm- aber die Mefle wird darin ge­halten. Unsere Kirche ist während de» Krieges zerschosteu worden!"

Da» amerikanische Uuterwafserboot. Bald nach Beginn des letzten Kriege» erwarb die Regierung der Bereinigten Staaten ein von dem Irländer I. P. Holland erfundene» Uuterwasterboot, da» nach seinem ErfinderHolland" heißt. E» soll die Fähigkeit besitzen, fich nach Belieben unter der Wasteroberfläche bewegen und solcher Art unsichtbar mittel» Torpedos ein feindliche» Kriegsschiff tu die Lust sprengen zu können. Während de» kurzen spanisch-amerikanischen Kriege» fand diese» Mordgeräth iodeffeu keine Gelegenheit, seine Brauchbarkeit zu beweisen, während eine andere, nicht minder unheimlicheNeuheit" der Amerikaner, die Dynamit- kanone, mit den sech» Schüffeu, die au» derselben ab­gegeben wurden, ihren Befähigung»nachwei» lieferte. Ber- muthlich hatte auch wesentlich wehr die anfänglich in der amerikanischen KriegSlettung herrschende Ungewißheit über den Ausfall de» Kriege» al» die Ueberzeugung von dem Nutzen des Uaterwasterboote» zum Erwerb diese» Fahrzeuge» Anlaß gegeben, denn vor einer Reihe von Jahren bot der Erfinder sein Fahrzeng der englischen Regierung vergeblich an. Immerhin hat derHolland" das Jnrereffe der militärischen Kreise erregt, und da» Fahrzeug stellt jedeusall» eine Ber- besterung der früheren Uaterwasterboote dar, mit deren Her­stellung fich erfinderische Köpfe bekanntlich schon seit langer Zeit befasten. Da» erste brauchbare Uuterwasterboot für Kriegszwecke wurde 1864 während des amerikanischen Bürger­kriege» gebaut, war aber nicht sehr hervorragender Art, denn bet seinen Probefahrten sank e» nicht weniger denn fünfmal, waS 30 Leuten da» Leben kostete. Es konnte aber jede» Mal wieder aufgrfischt werden. Schließlich gelang e» zwar diesem Unterwaflerboot, die vor Carleston liegende Nord- staatevcorvrtteHousatonie" in die Unterwelt zu befördern, aber die» war feine erste und letzte Heldenthat. ES kam nie wieder an die Oberfläche. Da» nun im Besitze der Amerikaner befindliche UnterwaflerbootHolland" ist 16 Meter lang, 3 Meter breit nnb hat 75 Tonnen Wasserverdrängung. Solange eS fich auf der Wafferfläche bewegt, dient ein Gas- motor al» Triebkraft. Wird e» aber unter die Wafferfläche gesenkt, wa» durch Oeffuen gewisser Ventile geschieht, worauf Wasser in besondere Behälter strömt, dann wird die Schraube durch eine mit Accumulatoren versehene elektrische Maschine getrieben. Die erforderliche Luft wird in Tuben mitgeführt. Natürlich ist eine Vorrichtung vorhanden, um die Außenwelt zu beobachten. Sie besteht in einer mit Spiegeln versehenen Röhre, die fernrohrartig auSgezogen werden kann und bi» zur Oberfläche reicht. Die Geschwindigkeit an der Ober­fläche ist 16 Knoten in der Stunde, unter Wasser halb so groß. Soll da» Unterwaflerboot in kriegerische Thätigkeit treten, dann sucht es fich, auf dem Wasser schwimmend, dem feindlichen Schiffe so dicht wie möglich zu nähern. Wird es entdeckt, dann soll eS eine Sprenggranate abfeuern, danach untertauchen und seinen Torpedo gegen das feindliche Schiff senden. Mißglückt auch dies, dann kann e» al» drittes Mittel vom Achtersteven aus eine Dhnamitgranate abfeuern. Der Ausfall an Gewicht, der durch das Abfeuern eine» Torpedo» entsteht, wird sogleich dnrch eine entsprechende Wassermeuge ersetzt. Der letzte Krieg hat klar gezeigt, wie wenig die Torpedoboote au»rtchten- werden fie entdeckt, so können fie durch die Schnellfeuergeschütze unschädlich gemacht werden. ES ist b^et einleuchtend, daß ein Unterwaflerboot ungleich besser wirken kann, wenn eS wirklich die Eigenschaften hat, die demHolland" nachgesagt werden.

* Ein gefrorenes Diner. In Amerika sind auch Gelehrte Spässen nicht abhold, was folgende Geschichte beweist. Mehrere Professoren aus Philadelphia, darunter der be­rühmte Electrotechniker M. Elihn Thomson, hatten einige Freunde in Lyun (Massachusetts) zu einem Diner in einem bekannten Restaurant geladen. Man setzte sich zu Tisch. Die Suppe wurde heiß aufgetragen. Eine Sekunde später rief einer der Gäste:Die Suppe gefriert ja!" Kaum waren

Da hatte ich'S. Ich befand mich also auf dem Kirch­platze, der während der Schlacht der Ort so furchtbarer Kämpfe zwischen Franzosen und Bayern war. Wer erinnert fich dabei nicht der begeisternden Schildernngen Tanera»! Fast HauS für HauS mußte in erbittertem Kampfe genommen werden. Sinnend betrachtete ich lange Kirche und Denkmal, an dessen Fuße mehrere Kränze lagen, die oft einen beträcht­lichen Durchmesser hatten. Langsam ging ich durch eine zweite Straße nach der Chaussee zurück. Ueberall kleine Häuser, die einen ärmlichen Eindruck machen! Der Ort mit seinen 2500 Einwohnern, wie Bädecker e» angiebt, hat durch den Krieg sehr gelitten.

Ueber Balan kehrte ich denselben Weg nach Sedan zurück und hatte noch Zeit genug, in einem Restaurant in der Nähe de» Bahnhofe» meinen Durst durch einige Schoppen Bier zu löschen. Rechtzeitig war ich am Bahnhofe, nahm mein Gepäck in Empfang und wartete und wartere. Endlich nach halb­stündiger Berspätnng kommt der Zug an, und doch war e» Samstag! Man steigt au». An einem Fenster zweiter Klaffe e» war ein Personenzug sehe ich zwei Militär». Da» wird interesiant," denke ich, und bin auch schon drin, nachdem mir von einem der Herren die Thür bereitwilligst geöffnet wurde. ES waren zwei Lieutenant» der Artillerie. Sie hatten zusammen einen Ausflug nach Möziöres unter­nommen und manövrirten e» war Ende August in der Nähe von Montwödy. Im Coupö hielt ich trotz der fran­zösischen Lieben»würdigkett meine Lage doch etwa» bedenklich, zumal ich bemerkte, daß einer der Herren etwa» angetrunken war. Ich setzte mich de»halb ruhig an da» andere Fenster und besah von hier au» da» schöne Thal: Recht» und link» bewaldete Höhenzüge, eine wiesenreiche Ebene mit weidenden Rinderherden, kleine nette Dörfer, im Westen die unter» gehende Sonne. Ein friedliche» Bild!

Schon langst hatte der Zug da» Maasthal verlaffen und war über Dovzy und Carignan de» Chier» hinaufgefahren, als sich der etwa» angetrunkene Herr zum Aussteigen an- schickte und hoch auf einem Fel»vorsprung eine weit in» Thal

diese Worte ausgesprochen, als sich die Suppe in einen Eis­block verwandelte. Der Wirth war starr vor Entsetzen. Nun kam die erste Speise, ein Fisch. Kaum hatten die Kellner servirt, al» ein Gast rief:Man scherzt mit uns, der Fisch ist ja aus Holz! Es gelang nicht, den Fisch zu zerschneiden, man hatte das Gefühl, als würde man mit dm Meffem auf ein Stück Eichenholz schlagen. Der,Wirth versicherte ver­gebens, daß der Fisch gut gekocht sei. Er wurde abgetragen. Nun kamen die Entrees. Der Braten gefror sofort, al» er auf den Tisch kam, das Brod war hart wie Stahl, der Wein verwandelte sich in den Flaschen zu Eis, auch das Wasser gefror. Man wechselte die Flaschen, ©ine Minute später und es entstand ein kleiner Lärm; die Korke flogen aus dm Flaschen und der Wein stieg in Form eines rosenrothen ge­frorenen Cylinders heraus. Die Kellner riefen den Direktor des Hotels, dieser dm Besitzer, Alle leisteten einen Eid, daß die Herde in der Küche vor Hitze rothglühend seien, wiesen auf das Thermometer im Zimmer, welches 18 Grad zeigte und behaupteten endlich, da müsse etwas Uebernatürliches im Spiele fein. Die Tafel wurde aufgehoben und auf später verschoben. Einen Monat lang sprach ganz Lyun von dem merkwürdigen Diner. Endlich wurde dar Räthsel durch eine Jndiscretion gelöst. Thomson hatte aus seinem Laboratorium ein kleines Gefäß mit nach der Methode M. Dewars in London behandelter und flüssig gewordener Luft mitgebracht. Diese so comprimirte Lust erzeugte, in gasförmigen Zustand verwandelt, eine Temperatur von 200 Grad unter Rull. Thomson ließ, während Niemand auf ihn achtete, etwas com­primirte Lust auf die Speisen und Getränke strömen, wodurch dieselben sofort gefroren. Während des zweiten Diners wurde viel über den Spaß gelacht. Der Wirth präfentirte aber eine Rechnung für zwei Diners.

Die AnfichtSpostkarten-Mode hat fich bisher in England nicht einzubürgeru vermocht, obschon e» an Anstreng­ungen deutscher Fabrikanten, das Publikum mit englischen An- fichten made in Germany, für den neuen Spor: zu ge- winueu, nicht gefehlt hat. Die Fremden, vorwiegend die au» Deutschland, find noch immer fast die einzige Kundschaft für Ansichtskarten in den wenigen Läden und öffentlichen Localen (vorwiegend deutschen Hotel» und Bierhallen), wo fie zu haben find. Da» soll nun ander» werden. Englische Firmen haben Anfichtskarten im Lande selber anfertigen laffen und auf den Markt gebracht. Ja, mehr al» da», unter dem Namen de»Pictorial Post Card Syndicate Limited* hat fich eine Compagnie gebildet, die auf allen Paffenden Plätzen, vornehmlich Eisenbahnstationen, Anfichtskarten-Anto- maten anzubringen beginnt. Sie ähneln den englischen Brief­kasten, nur daß fie in noch hellerem Roth lackirt und stärker ausgebaucht find- achtungslo» kann Niemand an ihnen vor­übergehen. Gegen Einwurf eine» Penny erhält man eine Ansichtskarte mit aufgeklebter Halfpenvymarke, dem Inland- porto- die Karte selbst kommt also auf etwa vier Pfennig zu stehen. ES bleibt nur abzuwarten, ob da» englische Publikum der Versuchung, die ihm jetzt von so vielen Seite» entgegentritt, weichen wird oder nicht. Die Automaten hängea vorläufig noch recht vereinsamt da. Eine Prosperität wie ihren älteren Geschwistern, den Automaten für Bonbon», Cigaretten, Streichhölzer rc., die fich in England nach anfäng­lichen Kämpfen so eingebürgert Haden, daß die große Automtic Compagny, die da» Geschäft so ziemlich monopolifirt, heute auf ein Actiencapital von rund 250000 Pfd. Sterling eine Dividende von 20 pCt. vertheilt, ist ihnen kaum bestimmt, denn man kann Anfichtskarten weder effeu noch rauchen. Da hat wohl derPluto"-Automat, von dem man jüngst in Leicester Square gegenüber der Alhambra ein Musterexewplar aufgestellt hat, größere Au»fichten auf Erfolg. DieserPluto" kommt dem Zukunfts-Automaten, den einmal dieFliegenden Blätter" erfanden, schon sehr nahe. Er ist an dem Kande­laber einer mächtigen GaSlaterne angebracht und liefert za

blickende Feste fich zeigte.Wa» ist denn da»?" fragte ich den anderen Offizier.Montm4dy." Da steigt auch schon die Bahnlinie und durchbricht in einem Tunnel den Felsen, auf dessen anderer Seite Bahnhof und Stadt Montm4bh liegen. Die Festung hat noch ihre Wälle, aber keine Be­satzung mehr.

Der eine Offizier steigt au», der andere ist, da ich wieder frage, bald wir gegenüber. Die Unterhaltung kommt in Gang.Sie wollen wohl in» Großherzogthum?"Nein, über Diedenhofen nach Metz.- Panfe.ES ist wohl ziemlich schwer, in Preußen zu reisen?"Durchaus nicht, kein Mensch thut Ihnen etwas."

Wir reden über die» und das und find nach einer halben Stunde in Longnyon, wo ich aussteigen muß. Der Bahnhof steht voll Truppen. Mein Reisegefährte verabschiedet fich, mir noch gute Reise wünschend. Ich habe bald meinen Zug erreicht, der mich der Grenze zuführen soll.

Ich bin in Französisch-Lothringen und fitze ganz alledl im Coupö. Die Dämmerung wird bald zur Nacht. Jo ruhigerem Tempo bewegt fich der Zug in der schweigende« Nacht vorwärts. Recht» und link» nichts als Wälder. Ab und zu zeigt fich eine Waldwiese, über der gespenstische Nebel lagern, oder das au» dem Schornstein flammende Feuer eine» Hüttenwerke».

In Audun-le-Rowan ist die letzte franzöfische Stativ» erreicht. Durch» Fenster blickend bemerke ich auf dem Perro» den deutschen Briefträger. Ich löse eine neue Karte bi» Metz, erkundige mich, wo die Zollrevision stattfindet, nnb steige in den auf französischem Boden haltenden deutsche» Zug, der auf dem rechten Geleise fährt, während die Fran­zosen link» fahren.

E» ist ein eigenartige» Gefühl, wenn «an fich der Heimath nähert, da» der Freude, wenn man den heimath- lichen Boden betritt, der so theuer erkauft wurde.