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2.9.1898 Erstes Blatt
 
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Sestorbea ist wider Erwarten In der Klinik da» Mädchen, welche« am Dienstag beim Fensterputzen ans die Straße gefallen ist.

** Wetterbericht. Das gestrige DepreifionSceatrnm ist bis Jütland vorgerückt und beeinflußt von hier den Ton« tintnt bis gegen Süddemfchland. Der schmale Rücken des barometrischen Maximums über den nördlichen Alpen besteht fast noch unverändert fort. Snf der Rückseite der Depression Im Westen der britischen Inseln hat der Luftdruck wieder sehr erheblich Angenommen. Die Wetterlage ist für den Süden unseres Gebietes im Allgemeinen günstig, während der Norden noch von niederem Druck beeinflußt wird. voraussichtliche Witterung: Im Norden meist trüb, tm Süden wechselnde Bewölkang und warm.

Darmstadt, 31. August. Unser berühmter Mitbürger Herr Professor Dr. Ludwig Büchner begeht am 9. Sep­tember dss. Js. den Tag, an welche« er vor 50 Jahren in Gießen zu« Doctor promovirte.

Aus der Seit für M< Seit,

Vor 28 Jahren, am 2. September 1870, ereignete sich die (Kapitulation von Sedan. An diesem Tage erlebte die Welt das in der ganzen Weltgeschichte einzig dastehende Beispiel, daß außer den 25000 Mann, die während der Schlacht gefangen genommen wurden, ein Heer von nahezu 83000 Mann, darunter 1 Marschall (Mac Mahon), 40 Generäle, 230 Stabsoffiziere, 2600 Offiziere und Militärbeamte fich dem Sieger ergab, die Waffen und alles Kriegsmaterial ab« lieferte und nebst dem Kaiser Napoleon nach Deutschland in Kriegsgefangenschaft wanderte.

vermischte-.

Neber die Gefahren bei Radfahrens für das Herz veröffentlicht Dr. Oskar Ko hust am m« Königstein I. T. in derFrkf. Ztg." den nachfolgenden Intereffanten Artikel: ßu den specistschen Gefahren, mit denen die Ansprüche des modernen EulturlebenS den Kreislaufsorganen kaum weniger als dem Nervensystem drohen, Ist In der letzten Zelt In immer wachsendem Maaße das Fahrrad getreten, das durch die mit ihm gegebenen öconomischen Vortheile, durch die Erleichterung des Verkehrs, die Verminderung der Entfernung von Stadt und Land, zwischen Wohnhaus und Wald zu den nützlichsten und umwälzenden Errungenschaften der Technik zweifellos gehört. Seine sanitäre Bedeutung läßt fich dahin zu» sammenfaffen, daß das Radfahren eine die Gesammtmuscalatur und gewiffe Thelle derselben in besonderem Maaße be­anspruchende Form der Gymnastik Ist, die zu« Unterschied von anderen Formen gerne und ohne Langeweile ausgeübt wird, weil der große locomotorische Effect mit anscheinend geringer Anstrengung zu erkaufen ist. Merkwürdig ist es in der That und auch in entwicklungstheoretischer Hinsicht in- tereffant, wie bald und wie innig sich der Neuling auf seinem Fahrzeug zu Hause sühlt,»le der Fisch im Wasser", ob- gltid) ihm doch heute noch kaum eine specielle Veranlagung zu dieser Function angeboren sein kann, was vielleicht kühne Theoretiker in hundert Jahren behaupten werden, die dem wunderbaren AapassungsmechauismuS der menschlichen Gleichgewichtsorgane nicht genug zutrauen. Der geringe Grad der Anstrengung«- u. Ermüduugsempfiuduag, daS Gefühl von Leichtigkeit wie beimVogel in der Luft", das auch Zola In feinem »Pari«" zu jenem begeisterten Hymnus luipirirt hat, kann zwar den verstimmten und Nervösen über trflbe und gehemmte Gedankenreihen mit wunderbarem Heil­erfolg hinweghelfen, physiologisch liegt aber gerade darin eine unter Umständen verhängnlßvolle Täuschung, wie die fich mehrenden Fällen von acuter 'Herzschwäche nach Rad­fahren mit oder ohne bleibende Schädigung eindringlich lehren. Im Gefolge der einzelnen Ueberanstrengung oder durch Summirung zahlreicher Insulte kann fich eine Herzerweiterung herausbilden, die alle Eigenschaft eine« Herzfehler- besitzt und nur durch Vermehrung der Muskelmasse des HerzenS auf kürzere oder längere Zeit ausgeglichen werden kann. Die Ursache des geringen Ermüdungsgefühles ist vielleicht darin zu suchen, daß der durch die Schwungkraft der Räder erhaltene schnelle, aber angenehm auf die Nerven wirkcnde RyrhmuS der Bewegungsempfindungeu da« Ermüdungsgefühl gewissermaßen übeitäubt; das Wesen der thatfächlich leicht zu Staude kommenden Ueberanstrengung aber ist neuerdings genügend durch eine Arbeit deS jungen Phhfiologen L. ßuntz aufgeklärt worden. Ein Maaß der Arbeitsleistung deS Körpers ist, ebenso wie bei der Dampfmaschine, die in der Zeiteinheit zum Zweck der Oxydation des Kohlenstoffes auf­genommene Sauerstoffmenge, die durch geeignete Apparate In der Ruhe und In der Bewegung gemessen werden kann. Wenn Zuntz z. B. hinsichtlich deS Anstreugungsgefühls das etwa sich entsprechende Tempo von 15 Kilometer pro Stunde beim Radfahrer mit dem von 6 Kilometer beim gut trainlrten Fußgänger verglich, so fand er für ersteren einen Mehrver- brauch von circa 20 pEt. an Sauerstoff, woraus auf ein ebenso großes Mehr von Kohlenstoffoerbrennung, das heißt beim Menschen von Fettzersetzung geschloffen werden tonn. Das Radfahren erfordert also im Allgemeinen um 20 pEt. mehr Körperkraft als da« Gehen, ein Aufwand, der In letzter Linie vorn Herzen bestritten wird, indem sie das oxydatious- bedürftige Blue In größeren Massen durch die Lungen und wieder In die arbettenden Muskeln zu treiben hat. Das Herz aber zum Unterschied von fast allen anderen Muskeln hat keine Zeit, müde zu sein, sondern muß unaufhörlich die Arbeitskammern der Lebensmaschine speisen. Bei Vergleichs­versuchen am feststehenden Rad zeigte fich weiter, daß bei gutem Zustand desselben die Innere Reibung gering, dem- entsprechend eine relativ kleine Arbeitsgröße zur Bewegung auf der Stelle erforderlich ist, und daß fich die Hauptwirer- stände auf die Reibung am Boden und auf den Luftwider­stand verthellen. Der Zweck dieser Betrachtung ist natürlich nicht, gegen da- Radfahren Propaganda zu machen, das auch

vom sanitären Standpunkt viele glänzende Lichtseiten hat, sondern die Radfahrer und deren Eltern darauf bei Zeiten aufmerksam zu machen, daß bei einem Irgendwie fragwürdigen Zustand des Herzens oder der Organe, die schon an fich demselben die Arbeit erschweren, die Zulässigkeit des Sports nicht ernstlich genug geprüft werden kann, ferner daß eine fortgesetzte Ueberanstrengung von Athmung und Herz auch beim Gesunden nicht ungestraft bleiben wird, damit der Typus desRadsahrerherzens", soweit es wenigsten« von den Lesern dieser Zeilen abhäagt, recht vereinzelt bleibe und nicht wie das »Bierherz" und andere vermeidbare Kunst- producte des gesundheitlichen Raubbaues sich in den Spitälern und automatischen Museen mehr und mehr einbürgert.

Die Ptaninfignien bet Königin der Niederlande, die bei den Krönungsfeierlichkeiten in Gebrauch ge­nommen werden, kann dieDeutsche W.-Ztg. L d. Niederl." in folgender Weise beschreiben: Das Szepter mit palmettes ä lantique verziert, ist bis zu dem sich daran befindenden kleinen Reichsapfel, über dem ein kleines Kreuz angebracht ist, eine niederländische Elle lang. Da« Kapitell, aus dem fich der Reichsapfel befindet, ist das de» Korinthischen Ordens. Der Reichsapfel ist in antikem Stil verfertigt und von bunt­farbigen Diamanten umgeben; diese beiden Insignien wurden 1840 für König Wilhelm II. von Juwelier Meier im Haag angefertigt. Die Verfassung ist in Groß Quartformat mit Goldschnitt gebunden hergestellt. An beiden Seiten prunkt das vergoldete niederländische Wappen, welche Vergoldung aus Sammt besonders kunstvoll ist. Untenan hängen zwei schöne vergoldete Quasten. Die Verfassung wurde durch Herrn CarbentuS eingebunden. Das Reichsschwert ist eben­falls vollständig von antiker Form. Der Griff ist mit rothem Sammt umwickelt und inkrustirt. Die Standarte, mit dem Reichswappen geschmückt, wurde gemalt von Herrn van Hove. In den Köpfen der Löwen liegt ein Ausdruck und eine Kraft, welche den Stolz dieser Thiere vollständig zum Ausdruck bringen. Der Untergrund, auf dem das Wappm gemalt ist, ist weiße Moiröfeide, umgeben mit goldenen Franzen und Nassaucr Blau; an beiden Seiten hängen goldene Quasten aus demselben Stoff. Die Flagge hängt an einem ver­goldeten Speer, dessen Griff mit blauem Sammt über­zogen ist. Die Krone besteht aus einem goldenen Kopf­reifen , in welchen vier große ovalförmige Rubinen, vier länglich viereckig gesetzte Saphire und acht mehr kleinere, in runder Form gefaßte Smaragden eingesetzt sind. Auf diesem Band befinden sich acht goldene Blätter; zwischen jedem derselben erglänzt auf einem goldenen zierlichen Bogen eine Perle, von der aus, wieder nach innen gebogen, je ein goldenes Bandeau sich erhebt. Jedes Bandeau trägt eine Reihe von acht Perlen in verschiedener Größe, welche ab- nimmt, je nachdem sie weiter vom Kopfreifen entfernt sind und sich der goldenen Erdkugel mit dem Kreuz nähern, die den höchsten Mittelpunkt der Krone bildet und unter welcher die acht Bandeaus zusammenlaufen. Eine mit weißem Atlas gefütterte Sammtmütze, von deren rother Farbe Gold und Perlen sich zierlich abheben, befindet sich im Innern des Kopfreifens. Die Krone ist von den Herren A. Bonebalker en Zoon in Amsterdam angefertigt worden. Alle die Kron- infignten sind zur feierlichen Krönung König Wilhelms II. hergestellt worden. Nunmehr werden sie also zum dritten Mal Dienste thun müssen.

* Sammler-Wahufinn. Ein Kölner Localblatt enthält folgendes Inserat:Achtung. An einer Sammlung von Billeten der Kölner Pferdebahn fehlen zwei Stück und zwar ein Kinderbillet s. 5 Pfg. Nr. D 09511 Papier weiß. Ferner ein grünes Billet i 15 Pfg. Nr. 22 07309. Jedes Billet wird mit 50 Mark baar eingelöst." (Folgt Adresse.)

* Forensisches. AuS den Reden eines Dertheiblgers. Der Herr Staatsanwalt kämpft gegen eine Chimäre ich nehme den Kampf auf."--Meine Herren! Das Schifflein

des Angeklagten befand stch auf einer schiefen Ebene, stürzte in den Abgrund und da faß der Angeklagte aus dem Trock'nen."-- . . . Nehmen Sie an, meine Herren,

daß die Angeklagte da« verbrechen nur begehen wollte, daß fie aber diesen Vorsatz berente. Denken Sie an das schöne SprÜchwort:Da werden Weiber zu Hyänen", denken Sie daran und fragen Sie fich, ob nicht auch umgekehrt eine Hyäne wieder ein Weib werden kann? ..."--Dtt

Herr Staatsanwalt tanzen gleich einer Libelle auf dem schwankenden Rohr der Jugendsünden meines Clienten." In einer Gerichtsverhandlung beantragt der StaaiSanwalt Strafe für den Angeklagten, der einen Rock, eine Weste und eine Hose gestohlen haben soll. Die Verhandlung geht hin und her e« find vielerlei Beweise da, nur für den Dieb- stahl der Hose kein Überzeugender. Der Staatsanwalt erhebt fich:Herr Präsident, ich lasse die Hose fallen."

(Aus derJugend".)

Universität- - Nachrichten-

Auch brr Senat der Unloetfüät Leipzig bet beschlossen, ble Schweizer Universität Freiburg nicht mehr als Hochschule an- zuerkennen, b. h. bte dort verbrachte Lludtenzeil nicht anzurechnen unb den dort erworbenen Doctorgrad nicht mehr anzuerkennen. Seit Langem hüben die fcanbalöien Zustände bieftr Universität bezüglich der Lesolbungsoerhältoiss« ber Professoren rc. ein leibtge« öffentliche« Capitel._____

verkehr, Land- «nd volkswtrthschaft.

$s Gedern, 30. August. Der erste diesjährige Di eh markt war mit Rindvieh ziemlich, mit Schweinen, namentlich Ferkeln und Läutern. gut belobten. Einjährige Rinder wurden verkauft mit <0 bis 90 Mr., zweijährige kosteten 140 dis 170 Mk., dreiiährtge Rinder 220 bis 250 Mk. pro Stück. ES wurden viel verkauft. Gewöhn­liche Kühe fanden weniger Sblatz, da« Stück kostete 130 MS 170 Mk., während frischmelkende mit 230 dis 270 Mk bezahlt wurden und rasch Abnehmer fanden. Der Handel in Schweinen war ziemlich lebhaft. Frühjahrsferkel, sogenannte Etnlegeschweine, kosteten daS Paar 70 MS 90 Mk., bessere Sorte 90 bis 120 Mk., eS wurde fast Alle« verkauft. Junge Sommerferkel, 5 MS 7 Wochen alt, kosteten das Paar 20 bis 30 Mk., ältere, 7 bis 9 Wochen alte, 30 MS40Mk. Don den wenigen vorhandenen Zuchtschweinen kostete da« Stück

60 MS 75 Mk. Fette Schweine worbe da« Pfund Schlachtgewicht mit 58 bis 62 Pig. bezahlt. Der nächste Martt hier findet am 13. September statt.

*te**tt, 31. August. Frachtmarkt. Rother Wetze» 14,19, weißer Weizen * 00.00, Korn, X 9 60, frerfie X 00.00, Hafer, alter, X 8.75, neuer x 7,00.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 1. September, zwischen 1t u. t» Uhr Mittags: Wasser 13e, Lust 18.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Aachricl)ten.

Depeschen bei Bureau »Herold*.

Berlin, 1. September. Wie dasBerliner Tageblatt" erfährt, hat ber Kais er ans Anlaß de« Geburtstages und ber Feier der Thronbesteigung der Königin Wilhelmine dieser das 16. Husareu-Regiment, welche« In WaudSbeck bei Hamburg gamisonlrt, verliehen. Der Kaiser machte hiervon der Königin unb deren Mutter, sowie de« Regiment Mlt- thellung.

Berlin, 1. September. Nach Wiener Privatmeldnngen steht es nunmehr fest, daß Kaiser Wilhelm an de« zwischen dem 29. November unb 2. Decemder stattfiadendeu Jubiläumsskst nicht theilnimmt, da bi« zu diesem Termin die Nilreise noch nicht .beendet sein wird. Kaiser Wilhelm und seine Gemahlin haben fich dagegen für den 14. Decemder in Wien angeweidet, da e« fich daS deutsche Kaiserpaar nicht nehmen lassen will, dem befreundeten Monarchen persönlich zu gratuliren. Außer dem russischen Sroßsürstenpaar Wladimir erscheinen zum Judiläumöseste in Wien das sächsische Königs- paar und die Könige von Rumänien und Serbien.

Rom, 1. September. DerItalic" zufolge kamen die Eablnette von Rom, Wien und Berlin betreffs einer gleich­lautenden Antwort an Rußland Überein;, worin sie erklären, die Initiative des Zaren annehmen zu wollen.

Paris, 1. September. Esterhazy, deffen zwangsweise Penfionirung nunmehr vom Präsidenten Faure unterzeichnet Ist, will die Wohnung ber Frau Pahs verlassen und In irgend einem Orte, wo er Ausfragern unzugänglich ist, die Ereig- niffe abwarten. Nach einer Meldung desSoir" wurde die As faire Henry im Mlnisterrathe erörtert. Eavaignac habe mit seiner Demission gedroht, wenn vriffon und mehrere andere Minister die Forderung auf Revision des Prozesses Drehsns und auf Entlassung gewisser Generale verweigern sollten.Libertö" erklärt, tm Ministerrath sei nunmehr Einstimmigkeit darüber erzielt worden, daß eine Revifiou des DreysuS Prozesses unvermeidlich sei. Nach derPatrie" habe Henry auf eigene Faust gehandelt, so daß seine Fälschung für die Revision de« Dreyfus-Prozesse« irgend welche Sonsequenzen nicht haben könne.

Paris, 1. September. Generalstabsches Boisdessr e hat wegen der Fälschung«-Angelegenheit feine Verabschie­dung erbeten. Eavaignac nahm daS Gesuch aus Drängen Boisdeffres an und hat dabei seine Loyalität ausdrücklich anerkannt.

Pari», 1. September. Oberst Henry hat sich gestern im Gesängniß mit einem Rafirrneffer die Kehle durch­schnitten. Er war sofort tobt.

Paris, 1. September. Ueber den Selbstmord des Obersten Henry werden folgende Einzelheiten bekannt. Nachdem Eavaignac den Befehl zur Verhaftung Henry« ge­geben hatte, blieb Henry wie versteinert stehen mit zu- sammengekaiffenen Lippen, nur einige gebrochene Worte lal- lend, die etwa lauteten: Weshalb verhaftet man mich, ich habe nicht« gethan. Auf dem Transport zum Mont Va.erien sprach Henry mit dem ihn begleitenden Olfizier kein Wort. H;my hatte dabei nicht das Bewußtsein von Zeit und Ort. Er sagte, es ist 7 Uhr, meine Frau wartet auf mich, wo führt man mich hin, ich habe nichts gethan. Nachdem Henry auf dem Mont Valerien angekommen, wurde er in die für solche Fälle und für solche Offiziere vorgesehene Wohnung geführt. Daselbst hatte er immer noch nicht das Bewußtsein seiner Lage. Er sagte, wa« heißt daS Alles, da« ist ja lächerlich. Bi« um 3 Uhr blieb Henry allein. Um 3*/, Uhr kam ein Offizier Dom Kriegsminister Eavaignac, welcher bi« 4 Uhr bei Henry verweilte. Wa« diese Beiden zusammengesprochen haben, weiß man nicht. Der Offizier setzte dem Obersten den Ernst der Lage auseinander und forderte ihn auf, Erklärungen über die ihm vorgeworsenen Fälschungen abgugeben. Der Offizier sagte beim verlassen Hem yl zu dem wachthabenden Osficier: Lassen Sie den Oberst eine Zeit lang allein, er hat zu arbeiten. Um 5 Uhr betrat der wacht- habende Offizier daS Zimmer des Obersten, da er bleiern eine Mittheilung zu machen hatte. Beim Betteten der Woh­nung bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick dar. Der Oberst lag m tien in einer Blutlache auf dem Boden. Er hatte fich mit einem Rafirrneffer die Gurgel durchschnitten. Der Arzt und die höheren Offiziere der Festung wurden herbeigerufeu. Der Tod war kaum eine Viertelstunde vorher eingetreten. Die Leiche war noch warm. Mehrere vorgefundene Briese an Eavaignac, den Generalstabsches, seine Frau unb mehrere Freunde wurden sofort beschlagnahmt.

London, 1. September.Daily Mail" meldet, daß der Kaiser von China ernstlich erkrankt sei.

London. 1. September.Moruiug Post" meldet aus Brüssel, die belgische Regierung habe nicht von Ehina die Abttttunq eines Landstriches gefordert.

Aalte Speisen bei heißem Wetter.

Eine kühle und angenehme Speise, stets willkommen Jung unb Alt, ist eine Blanc-Mange mit Brown und Polfon'S MondamM (35 Gr. 10 Minuten mit V, Liter Milcb, Zucker, Vanille, wenig Salz gekocht). Derselben kann gekochte« Obst, Fruchtsast rc. beige­geben werbm. Statt der Milcb läßt fich mit Rhabarber, Stachel­beeren ober anberem frischem Obst eine erfrifchmde und nahrhaste Speise bereiten. Moobamin ist in Pack. L 60, 30 unb 15 Pfg. überall erhättl. Für bie gute Qualität bürgt am besten Brown u. Polson S 40 jähriger Welttuf. EngroS bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M.