Ausgabe 
2.8.1898 Zweites Blatt
 
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Traume als Todesursache. Eine Vereinigung englischer Aerzte hat fich mit der interessanten Frage beschLstigt, ob Träume der unmittelbare Anlaß zum Tode sein töncen. Im Allgemetueo wurde die Frage bejaht, wenngleich mau utcht de, kennt, daß in Wirklichkeit solche Fälle sebr selten eialreteu werden. ES sei zu unterscheiden, ob der Tod kurz nach einem besonder- schweren Traume erfolgt, war bei manchen Krank­heiten sehr wohl geschehen könne, oder ob infolge bei TraumeS sich eine Wahnidee entwickelte, die zu einer wirklichen Er­krankung und dadurch zum Tode führt. Für beide Möglich­keiten ist je ein Fall mit den näheren Umständen bekannt geworden. Eine kranke Frau verfiel nach einem schweren Traume io hochgradigste Erregung und verstarb noch n derselben Nacht am Herzschlag. Ja dem zweiten Falle träumte ebenfalls einer weiblichen Person, daß fie ermordet worden sei. Da fie fich das W-sen der Traumwelt nie klar gemacht hatte und jedem Traume eine besondere Bedeutung beilegte, war fie infolge geträumten Mordes von steter Furcht erfüllt, die nach Monaten in BerfolguugSwahnsinu auSartete und endl ch den Tod zur Folge hatte. Daß Träume den Lebensgaug abergläubischer Meuschen in hohem Grade be- einfluffro können, ohne grade den Tod zu veranlafseo, dafür har man sehr viele Beispiele.

Wissenschaft, Literatur und Hnnft.

Katechismus der Baustosslehre von Walther Lange. Mit 162 flbbilbunßtn. In Oligmallemenbanb 3 Mk. 50 Pig. Ver­lag von I. I. Weber in Leipzig. Der Verfasser hat mit diesem Bändchen ein kurzgesaßtrS Lehrbuch für den so wichtigen und dennoch bisweilen unterschätzten Unterricht tn der Baustofflehre an Bau­gewerkschulen geschaffen. Dr. Bernhard Karsten hat elnleltungSwetse die Chemie bearbeitet, so weit sie zum Verständniß der Baustofflehre erforderlich ist, an diese reihen sich die von W. Lange herrührenden drei Theile über die ConstructionS, die AuSdau- und die Mörtel­stoffe. Zahlreiche Abbildungen erläutern den Text. Tabellen über Eigengewicht und Druckfestigkeit, sowie über zulässige Be astungen der Bausteine, über zulässige Spannung für Maschtnen-Constructionen erhöhen die Brauchbarkeit befl durchaus allgemein verständlich ge­schriebenen Buches, da» nicht nur dem erst Lernenden, sondern auch dem Practiker recht gute Dienste leisten wirb.

»DaS neue Pestalozji-Fröbel-HauS in Berlin" heißt ein sehr reicher mit zadiretchen mmuctiven Illustration geschmückter Aussatz, den Gustav Klitscher in Nr. 23 der verbreiteten Halb- mo^alsschrtst .Vom Fels zum Meer" (Stuttgart, Verlag der Union, Preis des Heftes 75 Pfg.) soeben veröffentlicht. Aus dem wie immer überaus reichen illustrativen wie textlichen Inhalt (Heft 22 bis 23) verdienen die mit erläuterndem Bilderschmuck versehenen Artikel über MeisterFranz Skarbtna", den ausgezeichneten Berliner Maler, von I. Norden;Eine Reise ins SäterSthal im südlichen Norwegen" von Wilhelm Dreesen;Das schweizerische LanbeS- museum in Zürich" von I. C. Heer;Elefantenfang in Indien" von Dr. H. Bolau ganz besonders hervorgehoben zu werden. Neben Rudolpb Stratz' figuren- und bandlungSvollem RomanDie letzte Wahl" findet sich eine moderne Problemnovelle auS der Theaterwelt:

-Unterwegs" von der feinsinnigen Bianca Bobertag: ferner enthält Der reichhaltigeSammler" Bilder und Artikel aus allerlei Gebieten und Gegenden ?c., so daß jegliches Jnteresie Genüge findet.

Heuse, Zur LSsung des Hamlet-ProblemS. Elber« selb, Baedeker'fche Buchhandlung. Preis 75 Pfg. Dr. Heuse gibt unS bie Charactere im Hamlet Drama in lichtvoller, klarer Form, ohne tn den Fehler der meisten Kritiker zu verfallen, vor­gefaßten Ideen zu Liebe den Dichter metstrrn ober nach eigenem Gefallen die einzelnen Figuren ummodeln zu wollen. Er hält fich lediglich an den Text und zeigt auf Grund desselben, daß die auf- tretmben Personen keine Theatermenschen, sondern Bilder wirklicher Mmschen find, die einzige Suffasiung, welche dem größten Werke deS großen Briten würdig erscheint. Originell und noch nicht da- gewesen ist die Erklärung des StoßeS durch die Tapete, durch welche Erklärung der Verfasser die Characterisirung HamletS, wie er fie ! gibt, in glücklicher We,se rechtfertigt. Das Schrifichen kann jedem Freunde deS räthfelvollen DramaS, bm neben der eigenen Auf­fassung bie Lösung intereffhrt, die ein Anderer gewonnen hat, ausS Beste empfohlen roerben.

Unterhaltungen in Bad Nauheim

vom 2. August bis 7. August.

DimStag den 2. August, Nachmittags von 4'/» bis 7 und von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Concert der Capelle des Jnf.-Regi- menis Nr. 171 aus Bitsch. Bei gutem Wetter um 10 Uhr Feuer­werk am Fuß der Terrasse. Bei schlechtem Wetter sinder daS Feuerwerk am folgenden Abend nach Schluß des Theaters statt. Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle von 6 bis 8 Uhr am Teichhause. Mittwoch den 3 August, Nachmittags von 41/« bis 7 und von 8 bis 91/, Uhr auf bet Terrasse: Concert der Capelle des Thürtng. Ulanen-RegimentS Nr. 6 auS Hanau. Bei gutem Wetter spielt die Kurcapelle von 6 bis 8 Uhr am Teichhause. Nachmittags 4 Uhr am großen Teiche Vorsührung von Rettungsapparaten für Schiffbrüchige durch den Erfinder HanS Hrckler aus Frankfurt a. M. AbendS 8 Uhr: Theatervorstellung. Heinrich Heine. Vorher: Die Schulreiterin. Donnerstag den 4. August, Nachmittags von 41/« bis 7 und von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Concert der Capelle des 2. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 au« Gießen. Abends von 8 bis 10 Uhr im Saale: Tanz. Freitag den b.^August, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kmcapelle. Die Fledermaus. SamStag den 6. August. Nachmittags von 5 diS 7 Uhr: Concert der Karcapelle auf der Terrasse unter Mitwirkung deS 12jährigen Cornet-ä-piston Virtuosen Hugo Spengler auS Dortmund. Von 8, diS 10 Uhr spielt die Capclle Tänze und kann auf dem nordwestlichen Theile der Terraffe getanzt werden. Nachmittags 4 Uhr: Theatervorstellung für Kinder unb Erwachsene. Peter in der Fremde. Vorläufige Anzeige: Sonntag den 7. August, Nachmittags von 4 bis 7 und von 8 bi8 93/< Uhr auf der Terrasse: Concert der Capelle deS Thüring Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau. Montag den 8. August: Einmaliges Gastspiel deS Fräulein Marie Gündel vom Sladttheater in Frankfurt a. M. Niobe.

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von Elten &. Keussen, Crefeld.

Das schönste Gesicht verliert, sobald sich Unreinheiten der Haut, wie Pusteln,. Miteffer, Schrunden, Sommersprosim u. s. w. ein stellen. Diese zu bekärnpsm, bedarf ev einer ver­nünftigen Gesundheitspflege der Haut und nicht der Anwendung scharfer, ätzender, die Haut in dm meisten Fällen zerstörender Mittel. Ein Verfuch mit der Patmt-Myrrholin-Seise, welche zur Haut« unb Schön­heitspflege unerläßlich und unübertroff n ist, wird am besten ihren Werth als tägliche Toilette-Gefund- heitS Seife beweifen. Uederall, auch in den Apo- thekm, erhältlich. 860

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flirustag den 2. August 1898,

Nachmittags 2 Uhr,

imAdler" zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung;

1 Wagen, 1 Handkarren, 4 Hobel­bänke, 1 Nähmaschine, 6 Sophas, 2 Betten, eine Garnitur feiner Polstermöbel (mattblau), 1 Sckmuck- schränkchen, 1 Vertrcow, 2 Kleiber« schränke, 2 Commoden unb sonstige Mobilien, eine Partie Schuhwaaren, ferner 1 Winterüberzieher, 1 Wappen­teller, eine Partie Bücher div. Inhalts und versch. Bilder.

Versteigerung voraussichtlich bestimmt, namentlich betr. der Hobelbänke und betr. Absatz 2.

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