Ausgabe 
2.7.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

sicherungSkammer fein Recht habe, diese Beiträge abzuziehev, wie dies in einem Fall zu Rainrod geschehen ist. Die andere Ansicht, vertreten hauptsächlich von dem Vorsitzenden des Oberheff. Verbände», Herrn Feller, wünschte wohl auch eine volle Entschädigung an verunglückte Feuerwehrleute, aber daS Interesse an der LandverfichernngSfammer scheine beinahe vor­herrschender zu sein al» dasjenige für die Wehrmannschaften. Schließlich wurde ein Antrag dahingehend angenommen: die Großh. Regierung zu ersuchen, bei Verunglückung von Feuer­wehrleuten möglichst dafür zu sorgen, daß denselben unver­kürzt die Unterstützungen gewährt werden sollen (unbeschadet der Prioatverfichernngen). Sodann referirte Herr Ferd. Damm-Friedberg über verschiedene Neuerungen auf dem Ge­biet de» Feuerlöschwesen». Zu BerbandSvertretern für die Provinz Oberhessen wurden die seitherigen Mitglieder Feller- Lollar, Betzberger-Ntdda, Damm-Friedberg und Gatl-Gteßen per Acclamatiou wiedergewählt. Die Wahl de» Feftorte» für den 18. Oberhesfischen BerbandStag im Jahre 1901, so­wie die Rechnungsablage der Verbandskasse wurde der vor­gerückten Zeit halber zurückgestellt. Ein Antrag Friedberg, die Delegtrten-Bersammlungen abwechselnd in Gießen und Friedberg abzuhalten, wurde angenommen. Au» dem Be­richt de» Verbandsvorstand» geht hervor, daß zur Zeit in Oberhessen 48 freiwillige Wehren bestehen.

Vieh Ausstellung. Auch an dieser Stelle sei darauf hingewtesen, daß der officielle Katalog der am 16. und 17. Juli hier stattfindenden Ausstellung der Herdbuchgesell­schaften für die Zucht des Vogelsberger Vieh- mit einem Jnseratenanhang versehen werden soll, dessen Anzeigen einer nachhaltigen Wirkung sicher sein dürften. Nähere» ist au» der betr. Anzeige dieser Nummer zu ersehen.

** Tifchler-Kravkeukaffe. Die gestern imBier-rund" abgehaltene ordentliche Mitgliederversammlung der OrtSverwaltung Gießen derCentral-Kranken- und Sterbe- kaffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter" war trotz der wichtigen Tagesordnung sehr schwach besucht. Nach dem vom Casfirer Löb erstatteten Bericht betrugen die Ein­nahmen im 3. Quartal 1897 1187.25 Mk., im 4. Quartal 1328,69 Mk. Kaffenbestand 247,57 Mk. Mitgliederstand 144. In den Vorstand wurden neu resp. wiedergewählt die Herren Orbig als Bevollmächtigter, Löb alS Kassirer, Baum al» Schrift­führer, Hensel, Mäonche und Paff al» Revisoren. Zum Ver­trauensarzt Herr Dr. Haupt. Im Interesse der gemein­nützigen Bestrebungen obiger Kaffe wäre eine rege Be- theiligung an den Verhandlungen Seiten- der Mitglieder sehr -erwünscht.

Tod im Eisenbahnwagen. Gestern Nachmittag der- 'starb auf der Reise zwischen Kaffel und Gießen, im Zug 776, der römisch-katholische Priester Ludwig Defler aus Lelow, Gouv. Radom in Rußland. Die Leiche wurde nach dem hiesigen Leichenhaus verbracht. Der Verstorbene, etwa in den 60er Jahren, befand sich auf einer Rundreise und beabsichtigte vermuthlich, Bad-Nauheim zu besuchen.

X Darmstadt, 30. Juni. Nach der neulichen Waffer- calamität in einem Theile der Altstadt waren heftige Angriffe auf die Stadtverwaltung, insbesondere das Tiefbauamt, in der Stadtverordneten-Sitzung erfolgt. Heute stimmten die Vertreter der Stadt im Princip einem auf co. 130,000 Mk. veranschlagten Projecte der Ausführung eine» Entlastungscanals direct au» der Altstadt nach den Rieselwiesen zu. Al» Spectalist zur genaneren Prüfung soll ein Herr Goldowski au» Berlin zugezogen werden. Da» Project der Umwandlung de» Hofgut» Gehaborn in

ein Rieselfeld (zur Vergrößerung der Entwässerungsanlage) hat die Billigung eines bewährten Sachverständigen gefunden,' die nöthige Fläche wird ca. 370,000 Mk. kosten.

Darmstadt, 29. Juni. Au der Staatsstraße BtschofS- heimKostheim wird z. Z. ein ganzes Dorf errichtet. Hier läßt die Maschinen-Actien-Gesellschaft Nürnberg, Filiale Gustav»burg, durch die hiesige Baufirma H. Same» eine große Anzahl Häuser für Meister und Arbeiter im alt- deutschen Stile errichten. Um die ganze Anlage stilgerecht durchzuführen, erhalten die neu angelegten Straßenzüge schön geschwungene Formen,' e» sind Plätze für Schule und Kirche vorgesehen, und macht die ganze Anlage einen großartigen Eindruck. Jede Familie bewohnt ein Hau» mit schönem Vor- und Hintergarten. Die Häuser selbst find bis zum Sockel in Stampfbeton, über dem Sockel in Backstein, am

Dachstock in Fachwerk gebaut.

Au» dem Wahlkreise Bensheim-Erbach, 29. Juni. In Wald'Amorbach im Kreise Erbach hatten von 59 Wählern bet der Stichwahl nicht weniger als 28 sozialistisch ge­stimmt. Sofort nach Bekanntgabe diese» Wahlresultats in einer nur 285 Seelen zählenden Gemeinde legte Lehrer Würtenberger da» Amt eine» Dirigenten de» dortigen Ge­sangverein» unter der Begründung nieder, daß e» ihm An­gesichts eine» solchen Wahlergebnisses, das nur mit Hilfe von VereivSmitgliedern hätte erreicht werden können, fernerhin unmöglich sei, im Verein dasDeutsche Lied" zu üben.

Aus der Zeit für die Seit.

Vor 184 Jahren, am 2. Juli 1714, erblickte zu Weiden- wang in der Oberpfalz Christoph Ritter von Gluck, der Begründer der klassischen Musik, das Licht der Welt. Aus dem italienischen Virtuosenthum langsam sich empor­hebend, trat er im Jahre 1762 zu Wien mit seinem Orpheus auf, welcher zuerst den reinen Seelenton anschlug, der in den späteren Werken des Meisters zu der vollen erschütternden und rührenden Macht der künstlerischen Wahrheit sich steigerte. Es folgtenAlceste",Armida", Iphigenie in Aulis" in steigender Linie. Gluck starb am 15. November 1787 zu Wien.

NkVchliche Anzeigen dev Stndt Gieren.

Evangelische eetin11.

Sonntag den 3. Juli. 4. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 78/< Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Marcus­gemeinde.

> Bbrmittags 9</« Uhr: Pfarrer Schlosser.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein.

In der Johanneskirche.

Vormittags 78/< Uhr: Psarrassistent Dr. Heußel.

Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Lucas- gemeinde. Dieselben werden ersucht, vollzählig zu erscheinen.

Vormittags 9Ve Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.

Die Pfarrgesckäfte in der Lucasgemeinde besorgt vom 15. Mai ab bis auf Weiteres Pfarrassistent Dr. Heußel. Sprechstunden Dienstags, Donnerstags und Samstags von 12 bis 1 Uhr in der Sacristei der Johanneskirche, sonst in seiner Wohnung Weserstraße 3.

Im Eonfirmandensaa», Neustadt 61:

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.

»«thrlische »emetube.

Samstag den 2. Juli.

Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 3. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von «'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Communion.

, um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe;

um 9i/z Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.

Sabbathfeier am 2. Juli 1898.

Freitag Abend 8 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nach­mittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9« Uhr.

Wochengottesdienst Morgens 6vo Uhr, Abends 8 Uhr.

Temperatur der Lahn und Lust

nach Reaumur gemessen am 1. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags.

Wasser 15°, Luft 15°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Neueste Nachrichten.

Depeschen de» BureauHerold".

Berlin, 1. Jnli. Der gestrige Vortrag de» Fürsten Hohenlohe beim Kaiser in Kiel betraf, demBerliner Tageblatt" zufolge, den Ausfall der Reichstagswahlen und die für die nächste Tagung de» Reichstage» vorzubereitenden Fragen, soweit dieselben im StaatSminifterium bereit» zu einer principiellen Besprechung gelangt find.

Berlin, 1. Juli. Au» Madrid wird derBossischen Zeitung" telegraphirt: Die Regierung drahtete an die drei Marschälle in Manila, San Juan und Havanna und ersuchte sie um ihre Meinung bezüglich de» Frieden». Die beiden ersten haben noch nicht geantwortet. Blanco ist durchau» gegen den Frieden. Er sagt, unter den jetzigen Umständen könnte ein Frieden»-Angebor Spanien» für das Land nur entehrend sein.

Hanau, 1. Juli. Die im Ausstand befindlichen Zimmer- gesellen haben in einer gestern Abend abgehalteneu Ver­sammlung den Strike für beendet erklärt. Die ursprüng­lichen Forderungen wurden fallen gelassen und da» Angebot der Meister, eine Lohnaufbesserung von 2 Pfg. pro Stunde,, angenommen.

Pari», 1. Juli. Da» neue Cabinet hat sich gestern der Deputirtenkammer vorgestellt und durch feinen. Präsidenten Brisson ein Programm entwickelt. Es har eineifc entschiedenen Erfolg erzielt, denn e» wurde eine Tages­ordnung, welche die Erklärung der Regierung billigt, mit 316 gegen 230 Stimmen, also mit einer Majorität von 86 Stimmen angenommen. Besonderen Beifall erzielte die auf die DrehfuS-Angelegeuheit bezügliche Erklärung de» Kriessminister Savaignac, das gesammte Cabinet sei enb schloffen, den großen nationalen Interessen Achtanz zu ver* schaffen. Die Interpellation Castelin über dieselbe Angelegen­heit wurde auf nächsten Donnerstag verschoben. Der Zusatz, zum Vertrauensvotum, Brisson solle eine Politik tniben, welche die BerfassungS-Revifion und progressive Einkommen­steuer ausschließt wurde von der Regierung abgelehnt und von der Kammer mit 314 gegen 251 Stimmen verworfen.

New-York, 1. Juli. Die amerikanische Regierung hat in Kingston gegen die Berproviantirung spanischer Schifft' Protest erhoben.

Washington, 1. Juli. Der amerikanische Consul in Port Said hat 20,000 Tonnen Kohlen augekauft, um sie den Admirälen Sampson und Schley zur Verfügung zu stellen.

Bekanntmachung,

betreffend: Die Ausführung kleinerer Arbeiten und Reparaturen für Rechnung der Stadt Gießen.

Im Auftrage Großh. Bürgermeisterei Gießen bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß nach Beschluß der Stadtverordneten-Ver- sammlung vom 5. Mai d. I. die Vergebung der kleineren Arbeiten und laufenden Reparaturen für Rechnung der Stadt künftig in der Weise er­folgen soll, daß die hier ansässigen, seit mindestens 3 Jahren ihr Gewerbe selbständig treibenden Handwerksmeister thunlichst gleichmäßig und in regel­mäßigem Turnus dabei berücksichtigt werden, sofern sie auf derartige Arbeiten für die Stadt reflectiren.

Nachdem die hierfür erforderlichen umfangreichen Vorarbeiten zunächst für die Weißbiuderarbeiteu

fertiggestellt sind, laden wir die in Gießen ansässigen Weißbindermeifter, welche seit mindestens 3 Jahren ihr Gewerbe selbständig und als Meister hier betreiben, zur Betheiligung ein. Wir bemerken, daß die der Aus­führung der Arbeiten zu Grunde liegenden allgemeinen und besonderen Bedingungen, sowie das Preisverzeichniß der einzelnen Arbeiten bis zum 0 Juli d. I. einschließlich zur Einsicht der Genannten während der Dtenststunden auf Zimmer Nr. 6 bei uns offen liegen.

Die Reflectanten müssen spätestens bis znm 10. Juli d. I. eine entsprechende schriftliche Erklärung bei uns einreichen, wozu Vordruck unentgeltlich abgegeben wird.

Gießen, den 30. Juni 1898.

Das Stadtbauamt: Schmandt. 6632

Bekanntmachung.

Dienstboten des Sparkassebezirks Nidda, welche ununterbrochen 5 Jahre lang bei einer und derselben Herrschaft gedient und ihren Sinn für Sparsamkeit durch Einlagen in die Sparkasse bethätigt haben, erhalten Prämien aus der Sparkasse. Auch diejenigen Dienstboten, welche aus triftigen Gründen keine Einlage in die Sparkasse machen konnten, können Berücksichtigung finden.

Gesuche um Prämiirung müssen durch bürgermeisterlich beglaubigte Zeugnisse der Dienstherrschaften begründet und bis zum 15. Juli l. I. bei dem Unterzeichneten eingereicht werden.

Nidda, den 28. Juni 1898. 6611

Der Director der Spar- und Leihkasse Nidda.

Erk.

Versteigerung.

Montag den 4. und Diens­tag den 5. Juli, jedesmal um 2 Uhr Nachmittags anfangend, ver­steigere ich im Auftrage der Firma G. PH. Fillmanu hier im Saale des Lony'schen Bierkellers, Schanzenstraße 18 (Eingang zum Saal von der Terrasse):

Große Partien Glas, Porzellan und Luxus- waareu, Nickel- und ver­nickelte Gegenstände, Bierseidel, Servierbretter, JardiniSren, Vasen, Wasser-, Bier- und Champagnergläser u. v. A.

Günstige Gelegenheit für Wirthe und Wiederverkäufer. 6635 ___________ Schneider.

(ihiipfeliluihu'ii

Stadt. Schlachthaus.

Freibank. 6493

Heute und morgen:

Wellfleisch 45 Pfg.

Zchmmefleisch 40 M toteren frisch gepflückte, großfrüchtig-, werden frei ins Haus geliefert. Bestellungen per Postkarte erbeten. Preis per Pfd. 40 Pfg. Von 10 Pfd. ab 35 Pfg. von 20 Pfd. ab 30 Pfg. I Hardthof 18.

Täglich frische Sendung

A. L. Mohrsche

ff. Margarine

ä Pfund 65 Pfg.

Pa. Tilsiter Käse

ä Pfund 70 u. 80 Pfg.

Specialität:

Frisch gehr. Kaffees

sehr rein schmeckend

L Pfund 95 Pfg. bis 1.60 Mk. empfiehlt 5939

Conrad Pflug

Liadenplatz, Ecke Lindengaffe.

Prima neue

Matjes-Häringe Malta-Kartoffeln

Egyptifche Zwiebeln

frisch einfletroffen bei 4700

A. & G. Wallenfels,

Markt 21.____Telephon 46.

Prima Flaschenbier i der Actienbrauerei Gießen, per */i Flasch 18 Pfg., V2 Flasche 10 Pfg., empfiehlt

Johs. Marker, Kaplansgasse 10.

Zwiebelkuchen

Dienstags, Donnerstags und Sams­tags von Morgens Vi9 Uhr ab. 6600

B Tchomber, Wallthorstr. 51.

Alte Kartoffeln beute auf dem Brandplatzc zu haben. 6612 Jakob Schmidt, Tiefenweg.

Reparaturen und Ueberziehen von Regenschirmen gut und billq.

6640] H. Sack, Neuenweg 58.

Wer liebt nicht?

eine zarte, weiße Haut und einen rosigen, iugendfrische« Teint t Gebrauchen Sie daher nur: Radebeuler Miemnilch-Heise

von Bergmann & Eo., Radebeul-- Dresden, vorzüglich gegen Souuner- sprosse«, sowie wohlthätig und ver­schönernd auf die Haut wirkend. & Stück 50 Pfg. in der Hirsch-Apotheke, Engel- unb Universitäts-Apotheke und bei P. 3* Möb», Seifenfabrik.1613

Hkmn- Cmaltkn

in

großer Auswahl empfiehlt zu billigsten Preisen

M. Hof- Wenzel

WuMraße 33.

Erstlingswäsche

sowie 5215

Kinderwäfche in größter Auswahl, sehr Preiswerth. sN6t.5J0s.Mark, Wchk-Allsfrtlungsskschäft.