Öfen, 31. Januar. Der Kaiser empfing heute Vormittag den ungarischen Ministerpräsidenten Baron v. Bansfh.
Wien,31. Januar. Eine Kundmachung de-Rector» der Universität verbietet den Studireuden die Abhaltung von Versammlungen in den Höfen, auf den Gängen und Treppen und tu den Vorhallen der Universität, ferner da» Abfinqen von Liedern und da» Halten von Reden daselbst. Die Bestimmungen über den Bummel bleiben hiervon unberührt. Der Rector warnte zwei Studenten, die bet thm er'chieoen waren, vor etwaigen Beschlüffen bezüglich der Vorlesungen.
Wien, 81. Januar. Der Rector der hiesigen Uni- verfität verbot den Versammlungen da» Absingen von Liefern und da» Redehalteu innerhalb des Univerfitäts- gebäu^e».
Wien, 30. Januar. Die „Neue Fr. Presse" erfährt, daß trotz de» BeschluffeS des Leitmeritzer Akademikertage» die Prager Hochschule nicht schließen wird.
Prag, 31. Januar. Die heutigen Vorlesungen au beiden deutschen Hochschulen waren gering besucht. Der Rector der deutschen technischen Hochschule ermahnte die Schüler neuerdings, die Vorlesungen in ihrem eigenen Jutereffe pflichtgemäß zu besuchen, indem er au die Besooueuhett apellirte und die Hoffnung aussprach, daß sie die Vorlesungen, die unter allen Umständen wieder ausgenommen würden, nicht hindern werden.
Budapest, 1. Februar. Infolge deS stattgehabteu furchtbaren Sturmwetter» wurden zwei Personen getödtet, drei lebensgefährlich und acht schwer verletzt. Zahlreiche Häuser find verwüstet.
Padua, 31. Januar. Ein Großfeuer zerstörte die hiesige Eavalleriekaserue. Nur mit Mühe gelang e», die RegimeutSfahne zu retten.
Konstautiuopel, 31. Januar. Laut amtlicher Mtttheilung haben die Russen bet der Verfolgung von Kurden türkisches Gebiet besetzt.
Konstantinopel, 31. Januar. DaS Schiff „Saratow" der freiwilligen russischen Flotte hat gestern mit zwölf Kanonen und Schnellfeuergeschützen 1600 Soldaten und 600 Auswanderern den Bosporus passirt, um sich nach Wladiwostock zu begeben. — Die von dem Londoner „Standard" gebrachte Meldung, der KriegSmtutster habe den Befehl erhalten, 80 Regimenter in Rumelten in Bereitschaft zu setzen, entbehrt der Begründung.
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Gießen, den 1. Februar 1898.
• • Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 22. Januar dem Präsidenten der Handelskammer zu Maiuz, Geh. Commercteu- rath Stephan Karl Michel zu Mainz die goldene Verdienstmedaille für Wtffeuschaft, Kunst, Industrie und Landwirth- schäft, dem Vicepräfideuten genannter Kammer, Commercten- rath Karl Weis mann, und dem Secretär der Kammer, Direktor Gustav Dietmar, das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstorden» Philipps des Großmüthtgen zu verleihen.
• • GerichtSperfonalien. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern wurden zu RegierungS Assessoren ernannt die GertchtS-Accesisteu Hermann v. Bechtold au» Darmstadt, Wilhelm Bohn au» Alzey, Gustav Güngerich au» Bensheim, Ludwig Matthta» au» Bingen, Hugo Scriba aus Gießen, Gustav Spam er au» Bingen, und zu GerichtS-Affessoren die GerichtS-Accefisten Theodor Beilst ein au» Grünberg, Friedrich Bickelhaupt au» BeuS- heim, Gustav Erckmann aus Alzey, Paul Hechler au» Darmstadt, Dr. Theodor Jäger au» BenShetm, Heinrich Mann aus Alzey, Christoph Maser au» Darmstadt, Friedr. Schmeel aus Darmstadt und Theodor Schumacher aus Darmstadt.
* * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 3. Februar 1898, Nachmittags r/,4 Uhr pünktlich, nötigenfalls mit Fortsetzung am Tage darauf: 1. Baugesuch des Georg Btchler für ein Tretbhau» an der Hardt. 2. Gesuch de» Konrad Rübsamen um pachtweise Ueberlaffuug von Kie»lager- Plätzen. 3. Desgl. de» H. Benner II. um Verlängerung der Pachtzeit für die Wiese an der Lahn. 4. Gesuch de» Ferd. Schott wegen Belaffung einer Trittstufe vor seinem Hause, Bahnhofstraße. 6. Anschaffung von AuSrüstungSgegenständeu für die Feuerwehr. 6. Anbringung einer Wegweisertafel im Bürgermeistereigebäude. 7. Die Vermehrung der Plakat- tafeln. 8. Gründung einer „HundeShagen-Stiftuug". 9. Ge- such des Gießener Lefehalle-VeretnS um unentgeltliche Ueber- laffung des einen der beiden Thorhäufer am Seltersweg. 10. Ausführung erhöhter Bürgersteige- hier: in der Berg- und Gartenstraße. 11. Verlängerung de» Bürgersteigs der Marburgerstraße bis zum Wtefecker Weg. 12. Umbau der Wolkengaffe- hier: Plan und Voranschlag. 13. Verbindung»- st raße zwischen Westanlage und Hawmstraße- hier: Voranschlag. 14. VerbtndungSstraße zwischen Neuenweg und Plock- straße. 15. Anlage neuer Straßen im Rahmen de» südöstlichen Stadterweiterung»plane». 16. Au»bau der Liebig- straße, Theilstrecke Ebelstraße und Straße Q. bi» Q. 1. 17. Ausbau der Moltkestraße. 18. Herstellung von Aulagen auf dem vorderen Theil de- Trieb. 19. Der Voranschlag Großh. Polizeiamts Gießen für 1898/99. 20. Unterhaltung der städtischen Wiesen- hier: Bewässerung derselben mit LeitungSwaffer. 21. Die „Konrad Koch-Stiftung" zu Gunsten bedürftiger Schulkinder zu Gießen. 22. Wahl eines Bei- geordneten. 23. Gesuch des JustuS Heck um Erlaubniß zum WtrthschaftSbetrieb im Hause Neustadt 1. 24. DeSgl. deS ' Wilhelm Poppelsdorf im Hause Hammstraße 7. 25. DeSgl. de» Ferd. Schott im Hause Ecke der Bahnhofstraße und Wolkengaffe. 26. DeSgl. deS Louis Becker im Haufe Frank- furterstraße 82. 27. DeSgl. de» Georg Müßtng im Hause Dammstraße 39.
* * H. Stadttheater. Der gestrige Abend machte un» mit dem neuesten Schwank der Herren Blumenthal und Kadelburg bekannt, der unter dem vielsagenden Titel „Hans Huckebein" seine Rundreise über die Bühnen angetreten und wohl überall, wenn auch nicht günstige Beurtheilung, so doch klingenden Erfolg einbringt. Die Herren Autoren haben sich nicht die Mühe gegeben einmal nach einem neuen Recept zu mischen, sondern tischen nur die seither immer gebrauchten Bestandthelle des Berliner Theaterhumors als neues Ragout fln auf. Wenn man auch erwarten könnte, daß von den Centren der Kunst aus wirklich fortschreitend nach Besserem und Künstlerischem gestrebt werde, so täuscht man sich, denn der Inhalt dieses Schwankes erhebt sich nicht auf ein höheres Niveau des Geistreichen, des Witzes, sondern ist im Gegen- theil noch etwas herabgesunken. Sieht man jedoch über solche Mängel hinweg, so findet man immerhin noch Etwas, das man ihm zu seinen Gunsten nicht abstreiten kann: daß er actuell und kurzweilig ist, und damit ist dem Gros der Theaterbesucher allerorts gedient. Das große Publikum nimmt die alten Ehestands- und Schwiegermutterwitze, nebst einigen Zweideutigkeiten und Sottisen gerne in Kauf, sofern die „Novität" etwas außergewöhnlich Packendes noch mit sich bringt und dadurch die Bedingung erfüllt, amüsant zu sein und nicht zu langweilen. Bei diesem neuesten Schwanke steht eine moderne Erfindung wirksam im Mittelpunkt der Handlung: Der Kinematograph oder die „Lebenden Photographien". Der Inhalt ist kurz folgender: Martin Hallerstädt, ein junger Ehemann, hat da» Pech, bei jeder kleinen Ehestandslüge sofort jämmerlich hereinzufallen und wird daher von seinen Freunden der Unglücksrabe „Hans Huckebein" genannt. Anläßlich eines kurzen Aufenthalts in Ostende lernt er eine junge Dame kennen, mit der er ein kleines Rendezvous hat, bei welchem er von dem Besitzer eines Kinematographen heimlich photo- graphirt wurde. Herr Hallerstädt hat davon natürlich keine Ahnung, und als kurze Zeit darauf seine Schwiegereltern bei ihm in Berlin zu Besuch erscheinen, so will er seiner Schwiegermutter und Frau einmal das Neueste was geboten wird, die „Lebenden Photographien" zeigen. Aber o Schrecken! da finden alle als Nr 6 des Programms dargestellt „eine Strandscene in Ostende", Motiv: ein Liebespaar auf einer einsamen Bank am Strande. Der indiscrete Apparat verräth der jungen Frau und lieben Schwiegermama, daß dieser zärtliche Liebhaber Herr Martin Hallerstädt ist. Die Folge davon ist, daß die junge Frau sich scheiden lassen will. Des Schwiegervaters gute Lehren ändern an dem „Pech" Haller- städts gar nichts, im Gegentheil, sie bereiten ihm neue Verlegenheiten. Doch des Unglücks Maß war für „Hans Huckebein" noch nicht voll. Nachdem er die Beseitigung des Bildes veranlaßt, erscheint bei ihm Tobias Krack, der Mann, welcher inzwischen die „junge Dame von der einsamen Bank" geheirathet, und sucht den Nebenbuhler zu erforschen, den er auf dem Bild bei seiner Frau gesehen, um ihn sodann „in Behandlung" zu nehmen. Dieser Tobias Krack, von Beruf Athlet, ist ein „Jemürh von'n Menschen" hat aber die unangenehme Eigenschaft, daß seine Finger leicht „kriwelich" werden und dann allen Leuten, die ihm in den Weg laufen, die Rippen brechen. Dadurch kommt Herr Hallerstädt in neue Roth und Angst, so daß seine zahllosen Verlegenheiten gar nicht aufzuzählen sind. Am Ende löst sich aber Allein Wohlgefallen auf, denn die bewußte junge Dame, von ihrem Mann mit athletischem Nachdruck zur Rede gestellt, verkündet, daß sie zu dieser Zeit angestellt war für den Kinematographen Gruppe zu stehen und ihre „Liebhaber", (darunter Hallerstädt und dessen Freund, den Russen Boris Mensky) zu einer Zeit bestellte, zu welcher der Apparat aufgestellt war und die sich dann abspielenden Vorgänge prompt aufnehmen konnte. — Dies ist der Leit-Witz der Handlung, die noch durch die nebenherlaufende obligate Backfisch-Liebelei und Verlobung ergänzt, sowie durch eine Fülle drastischer Scherze und hübscher Witze vervollständigt wird. — Die Darstellung war eine vorzügliche, die Regie mustergültig. Herr Böhm gab Martin Hallerstädt, den Unglücksraben, mit gutem Gelingen durch flottes Spiel und dem Galgenhumor eines Pechvogels. Bei einer Wiederholung möge er jedoch den vielen trefflichen Pointen seiner Rolle zu Recht verhelfen, gestern kamen diese nicht zur Geltung. Herr Liebscher war mit Erfolg der Schwiegervater aus der Provinz, der noch immer ein Schwerenöther und gern Seitensprünge macht. Einen eifersüchtigen Athleten in furioso gab Herr Fritz- schler, noch dazu in trefflicher Maske. Herr Janson als Russe Boris Mensky hatte seinen guten Tag, wie sein flottes Spiel bewies; das Sprachidiom jedoch, welches man von ihm zu hören bekam, war nicht das Deutsch mit jenem eigenartigen Accent und Vocalausdruck wie es ein Russe radebrechen wird, sondern ein Gemisch von ungorisch - daitsch und hochdeutsch. Frl. Viotti gab recht ansprechend die Gattin Hallerstädt«, Frau Dir. Kruse wie immer eine überzeugende Schwiegermutter, Frl. von Winterstetn den gelehrten Backfisch Martha, sowie Frl. Berner das Hausmädchen Emma recht adrett, frisch und lebhaft. Das sehr gut besetzte Haus amü- sirte sich ausgezeichnet und kam sozusagen aus dem Lachen nicht heraus Selbstverständlich fehlte dementsprechend es auch nicht an lebhaftesten Beifallskundgebungen. Die Direction wird wohl in Berücksichtigung der hohen Kosten, welche die Erwerbung dieser Novität erheischte, mehrere Wiederholungen folgen lassen, die wir hiermit als bestes Recept gegen Langeweile und Hypochondrie empfehlen. — Auch auf das Benefiz für Frl. Würdig morgen (Mittwoch) Abend sei nochmals aufmerksam gemacht.
• • Theateruachetcht. Wie wir erfahren ist Frl. Mar- loff erkrankt, und durch einen nicht unbedeutenden Stimmbandkatarrh am Auftreten verhindert.
• • Oberhefsifche Gewerbevereine. Die am Sonntag im Lass Ebel stattgehadte Versammlung der Vertreter ober- hessischer Gewerbeveretue hatte sich einer zahlreichen Betheiligung au» allen Gauen Oberhessen» zu erfreuen, indem 46 Handwerker uud 19 den verschiedenen Gewerbe- Vereinen al» Nichthandwerker angehörende Mitglieder der
Gießener Einladung zu einer Besprechung gefolgt waren. Herr Comwercienrath Heyligenstaedt, al» Vorsitzender de» Gewerbeverein» Gießen, hieß die Anwesenden willkommen, zugleich seine Freude und Dank au-drückend über den zahlreichen Besuch, um hierauf in längerer Au-sübrnng darzu- legen, wie durch da» Gesetz vom 29. Juni 1897 den Ge- Werbevereinen künftig eine erhöhte Bedeutung b.izumeffen sei, uud die durch diese» Gesetz bedingte Satzungsänderung der Ort-gewerbevereine den engeren Ausschuß in Darmstadt schon wiederholt beschäftigt, und über welche Aufgaben die heutige Versammlung sich schlüssig zu machen habe, vor Eintritt in die Verhandlungen wird auf Antrag de» Herrn Lommercten- rath Heyligenstaedt für die heutige Versammlung Herr Hyrontmus-Friedberg zum Vorsitzenden gewählt, worauf Herr Stadtverordneter Petri die Anwesenden im Namen der Stadt Gießen willkommen hieß und gleichfalls seine Freude über den zahlreichen Besuch aussprach. Nachdem Herr Hyronimn» den Vorsitz übernommen, verbreitete sich derselbe zunächst über da» seitherige Verhältniß und die Vertretung der Gewerbevereine bet der Regierung, worin derselbe mit Herrn Comwercienrath Heyligenstaedt dieselbe Ansicht vertritt, nämlich daß die derzeitige Vertretung durch den engeren Ausschuß nicht ausreichend im Stande ist, ein vermittelndes Glied mit der Regierung darzustellen, de« weiteren Ausschuß eS dagegen nicht möglich sei, die Interessen der Gewerbeveretue entsprechend zu vertreten, weshalb von der Lentralftelle in Darmstadt eine direkte Vertretung im Ministerium angeregt worden ist. Ueber die von der Regierung an die Gewerbeveretue gerichtete Anfrage, tu wie weit dieselben einer durch andere Vertretung bedingten Satzungsänderung zustimmrn, einigt sich die Versammlung dahin, daß der engere Ausschuß allgemein al» unzureichend bezeichnet und eine andere Regelung der Vertretung al» dringend noth- wendig anerkannt wird. Eine längere Debatte rief der Auf- nahmeparagraph hervor, welcher die Bestimmung enthält, daß bei überwiegender Anzahl der Nicht Handwerker der Verein sein Wahlrecht einbüßt und demselben daher daS Recht zu- stehen soll, sich zur Aufnahme meldende Ntcht-Handwerker zeitweilig abweisen zu können. In der sich darüber ent- spinnenden DlScusfion wurde darauf htngewtesen, wie gerade den Gewerbevereioeu von den demselben als Nicht-Handwerker angehörenden Mitgliedern das größte Jntereffe entgegengebracht würde und in einer Abweisung sowohl, al» einer ihnen zugemutheten Zurücktretung eine Verletzung derselben nicht zu umgehen wäre. Nach Vorschlägen verschteteaer Art stimmten alle Anwesenden, Handwerker wie Ntcht-Handwerker, einem BermittelungSvorschlage zu, Bestimmungen in da» Statut aufzunehmen, welche da» Wahlrecht der Verein» nicht in Frage stellen. Der Vorsitzende macht sodann die Mittheilung , daß die diesjährige Generalversammlung der Gewerbevereine Hessen» in Butzbach stattfindet und daß der dortige Verein mit derselben eine GewerbeauSftellung verbinden wird. Weiter gab derselbe dem auch von anderer Seite geäußerten Wunsche Ausdruck, öfter derartige Zusammenkünfte der Vertreter zu veranstalten, da der aufklärende Charakter derselben nicht zu verkennen wäre. Herr Cow- merzienrath Heyligenstaedt stattete sodann Herrn HyronimuS den Dank der Versammlung für die Führung de» Vorsitze» an», und bittet die Anwesenden, al» Ausdruck des Darke» sich von ihren Sitzen zu erheben. Derselbe schließt mit dem Wunsche auf baldige» Wiedersehen der Vertreter. Bevor die Versammlung auseinandergeht, bringt der Vorsitzende de» OrtSverein» Büdingen einen Au»zug der „Kleinen Presse" zur Kenntmß der Anwesenden, worin die „Südwestdeutsche Gewerbezeitung", da» Organ des Lande»- verbandcS hessischer Innungen und Gewerbetreibender, sich in äußerst gehässigen Anzapfungen gegen die Gewerbevereine wendet. Auf solche Gehässigkeiten glaube er keine bessere Antwort geben zu können, al» die Anwesenden zu bitten, ihr GlaS zu erheben und mir ihm in ein Hoch auf den Großherzog und die Regierung einzustimmen.
♦♦ Kaufmännischer Verein. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf den Vortrag de» Herrn Jen» Lützen anö Berlin aufmerksam. Derselbe steht durch seine früheren interessanten Vorträge hier über „Nordpol", „Ein Tag auf dem Mond" re. noch im besten Gedächtniß und dürfte auch der neue Vortrag, verbunden mit Demonstrationen, da» größte Jntereffe erwecken. Der Vorverkauf der Karten findet bei Herrn E. Challier statt.
Buderus sche Eisenwerke Wetzlar. Nachdem die Georgs- Hütte zu Burgsolms und die Sophienhütte zu Wetzlar durch die vorgenommenen bedeutenden Um- und Neubauten auf eine Roheisenerzeugung gebracht worden sind, wie sie früher nicht vorhanden war, hat sich die Verwaltung entschließen müssen, die ihr gehörende Margarethenhütle bei Gießen, die die theuersten Selbstkosten aufzuweisen hat, vorübergehend außer Betrieb zu setzen. Die Margarethenhütte soll am 1. März dieses Jahres niedergeblasen, aber so gehalten werden, daß die Wiederaufnahme des Betriebes jederzeit erfolgen kann. Es wird sich voraussichtlich ermöglichen lassen, einen Theil der Arbeiter auf den andern Hütten unterzubringen.
•• Vortrag. Der vom Haus- und Grundbesitzer- Verein für Freitag, den 4. d. M. vorgesehene Vortrag des Herrn Dr. Oppenheimer über Miethrecht ist mit Rücksicht auf den am gleichen Abend im Kaufmännischen und Ortsgewerbe- Verein stattfindenden Vortrag von Jens Lützen auf nächste Woche verschoben worden, und soll nunmehr am Mittwoch, 9. Februar Abends im Saale des Hotel „Einhorn" abgehalten werden.
Gelandet. Heute Morgen ist die Leiche des seit 10. December v. I. vermißten Schneidermeisters Martin Weiner von hier an der Militär-Schwimmanstalt in der Lahn geländet worden.
R. 8. Der Stseubahnuufall bei Ostheim. (Nachdruck verboten.) Zwischen Nauheim und Butzbach sollte f. Z- eine Auswechslung von Schienen vorgenommen werden. Bei der starken Frequenz auf dieser Strecke ließ e» sich nicht


