Au-laird.
Budapest, 29. Juni. Zu Ehren bei StaatSseeretärl v. PobbtelSki gab der Handelsminister gestern ein Esten, au welchem auch der Ministerpräsident Baron Banffy theiluahm.
Budapest, 29. Juni. Hier ging gestern Abend ein furchtbarer Wolkenbruch mit Hagel nieder und richtete großen Schaben au.
Oedeuburg, 29. Juni. Ein furchtbare! Unwetter richtete im Oevenburger und Eifenstadter Comitat ungeheuren Schaden au. In viele« Gemeinden ist die ganze Ernte durch Hagelschlag vernichtet. Auch viele Personen wurden verletzt.
CocaU» tmb ^provinzielles.
△ Bom Lande, 29. Juni. Massenhaft treten jetzt zum zweiten Male die Raupen der Stachelbeer-Blattwespen an Stachel- und Johannisbeersträuchern auf und fressen die Blätter bis auf Rippen vollständig ab, sodaß die Aeste und Zweige kahl dastehen. Dem Ungeziefer ist durch Tödten eifrig entgegen zu arbeiten, sonst fallen die Beeren vor der Reife ab. Auch die Apfelbäume werden tu diesem Jahre von Raupen, die in ihren Gespinsten in Menge an den Zweigen hängen, schwer heimgesucht.
Darmstadt, 28. Juni. PrtuzessinElisabeth von Hessen zu Pferde bildet den Gegenstand einer neuen, im Berlage des PapierhauS Elbert erschienenen Post- ansichtlkarte. Die Karte ist recht gelungen und dürfte viele Liebhaber finden.
Aul Rheinhessen, 26. Juni. Die auffallende Thatsache, daß Heuer die allgemeine Traubeublüthe sehr spät auftritt, gibt Anlaß zu der Besorgniß, daß die Trauben, die quantitativ zu den schönsten Hoffnungen berechtigen, nicht auS- retfen. Günstige! Frühjahrswetter haben wir nicht gehabt; d-r Mangel an Licht und Wärme war auf die normale Entwickelung der Gescheine von Nachtheil. Ein sorgfältiger Beobachter del Beginns der Rebenblüthe theilt mit, daß von 70 BeobachtangSjahren (seit dem Jahre 1829) nur in vier Jahren die Rebenblüthe später eintrat all diesmal. Aller- d ugs hängt der Ertrag der Weinberge nicht lediglich von der Blüthe ab. Der abnorm gelinde Winter 1897/98 hat uni in ungewöhnlicher Weise Parafiten thierischer und pflanzlicher Art gebracht.
— Zwei Burschen aus Osthofe«, die an der Bahnstrecke Osthofen—Obernheim Signalstangen demolirten, Barrtsreu Umrissen usw. wurden vom dortigen Schöffengericht zu je 6 Monaten Gesängniß verurthetlt. Darmst. Ztg.
* Wetzlar, 28. Juni. Dem „Volk" zufolge wird die Wahl im Wahlkreis Wetzlar von den Christlich-Sozialen angefochten. Begründet wird der Protest: „weil zwei Land- räthe und viele Bürgermeister den Abg. Krämer aufgestellt haben, wal nach den Festsetzungen der WahlprüfuugScommisfion die Ungültigkeit zur Folge hat."
* AuS Eckernförde, 28. Juni, wird gemeldet: Bei der heutigen Wettfahrt des Kaiserlichen NachtclubS, an welcher 60 bis 70 Fahrzeuge thetlnahmen, traf der Kaiser auf dem „Meteor" um 12 Uhr 46 Minuten, und die Kaiserin auf der „Iduna" um 1 Uhr 25 Mtu. in Eckernförde ein. ES herrscht trübes, stürmisches Wetter. Im hiefigeu Hafen liegen anläßlich der Wettfahrt viele Dampf-Aachten. Die Stadt hat geflaggt. Die Majestäten gedenken morgen nach Kiel zurückzukehren.
* Heidelberg, 27. Juni. Am 26. und 27. Juli wird hier der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geifüget Getränke tagen und wird am 26. Abends eine große öffentliche Versammlung in der Vereinsturnhalle stattfinden. Als Redner sind dazu vorgemerkt die Herren Oberbürgermeister Struckmann-Hildesheim, Pfarrer und Ghmnaftollehrer Quenzer-Heidelberg, Oberconfiftorialrath Dr. v. Braun-Stuttgart, Gefängnißgeistlicher Pfarrer Große- Hamm ohne Bezeichnung eines Themas. Herr Profeffor Dr. Kräpelin Heidelberg wird sprechen über: „Die physischen Wirkungen de» Alcohol", Herr Professor Dr. Kamp Frankfurt a. M. über: „WaS kann die Fortbildungsschule in der Mäßigkeitsfrage leisten?" Herr TechuikumSlehrer und Schriftsteller Franziskus Hähnel-Bremen über „Sport und Alcohol". All Hauptthema der eigentlichen Generalversammlung ist ausgestellt: „Die Trinkst.teu der besitzenden und gebildeten Stände," und wird all erster Referent dazu sprechen: Herr Professor Dr. Theobald Ziegler au» Straßburg, als zweiter Referent Herr Otto v. Leixner au» Großlichterfelde. An der DiScuffiou nehmen voraussichtlich Thetl Elsenbahudirrctor de Teda-Guben, Bankdirector A. EmminghauS-Gotha, Oberconfiftorialrath Dr. v. Braun-Stuttgart, F. Hähuel au» Bremen, Pfarrer Große au» Hamm, Eommerctenrath Jul. Dorster-Kölu n. f. w. Zum zweiten Hauptgegenstand der Tagesordnung: „Tchankstätten-Polizei," wird referiren Ober« verwaltungSgerichtsrath Dr. von Strauß und Torney-Berlin. Ein gemeinsame» Mahl und Ausflüge werden den Theil- nchmeru auch Unterhaltung bieten und ist ja Heidelberg ohnehin ein gern besuchter Ort, der mannigfachen Genuß darbietet.
• Konstantinopel, 26. Juni. Gefährliche Butter- st rttzel. Wie der türkische „Jüem" meldet, hat die hiefige Zollbehörde einige Kisten mit Butterstritzeln confiSctrt, weil sie mit Bomben, Dhuamitpatronen rc. gefüllt waren.
* An» Nizza schreibt man vom 28. Juni: Die Besitzer der Spielsäle machten ein schiefe» Gesicht, denn die fashionable Welt zog sich alltäglich nach der Promenade, wo seit einiger Zeit eine wunderschöne SultanStochter auf und mederging. Die Unterhaltung de» Publikum» drehte sich nur noch um sie, ihre Toiletten, ihre Brillanten und diese Grandezza. Und wer war diese Beauts?— Ltllian Sanderson, bte berühmte Sängerin, welche im Grand-Hotel incognito ad flieg.
* Der Mann der „kritischen Tage", Rudolf Falb, hat — wie wir Alle ihm leider bestätigen müssen — mit seinen Prophezeiungen für die erste Hälfte de» Jahre» Recht behalten. Auch für die letzten Tage de» Juni hatte er eine ungünstige Prognose gestellt. Nun liegt sein „Kalender der kritischen Tage" mit den Wetterprognosen für da» zweite Halbjahr 1898 vor. Wir schlagen ihn auf, fahren aber entsetzt zurück, nachdem wir kaum die ersten Zeilen der allgemeinen Characteristik de» Juli gelesen haben. Falb eröffnet uns die schlimmsten Aussichten für Juli und August. Wa» kann man auch von zwei Monaten erwarten, in denen e» drei kritische Tage erster Ordnung geben wird? Man höre und schaudere schon von vornherein: Der Juli kennzeichnet sich nach Falb durch zahlreiche Gewitter und durch reichlichen Regen, während die Zwischenzeiten schönen Wetter» nur sehr kurz fein werden. Natürlich muß infolge der zahlreichen Niederschläge der Monat im Ganzen kühl und die Temperatur meist unter dem Mittel bleiben. Für den 3. Juli — einen kritischen Tag erster Ordnung, der noch dazu durch eine Moudfiustermß und die Erdnähe de» Monde» verstärkt wird — kündigt Falb Wolkenbrüche, Hochwasser und Ueberschwemw- ungen an, und den Touristen tu den Alpen eröffnet er zwischen dem 13. und 16. Juli die angenehme Aussicht auf Schneefälle. Nicht günstiger lautet Falb» Prognose für den August: Im ersten Drittel zahlreiche Gewitter mit starken Nieder- schlagen, im zweiten Drittel ausgedehnte Landregen mit Rückgang der Temperatur und da» dritte Drittel Anfang» kalt, später aber auffällig warm. Am 2. und 31. August find die beiden stärksten kritischen Tage de» Jahre», vor denen man sich also am meisten hüten muß. Mau muß da» Beste hoffen und auf da» Schlimmste gefaßt sein.
* Erfolg der deutschen Industrie in Italien. Auf der soeben beendeten Postwerthzeicheu-AuSstellung in Turin wurde der bekannten Leipziger Verlagsfirma C. F. Lücke für ihre Brtefmarken-Album» in italienischer Sprache die bronzene Medaille als höchste und einzige Auszeichnung in der Abtheilung für Sammelbücher verliehen, wodurch auf» Nene die glänzende Ueberlegenheit unserer heimisen Industrie gerade in diesem Artikel dem Ausland gegenüber documeutirt wird. Die erwähnte Auszeichnung ist bereit» die zwanzigste, welche obigem Berlagshaufe zu Theil wird, und dieser Umstand spricht wohl genügend für die Vorzüglichkeit der unter dem Namen „Schaubek-AlbumS" auch in deutscher Sprache lieferbaren Sammelbücher, weshalb kein Jntereffent versäumen sollte, sich den ausführlichen Prospect der Firma C. F. Lücke über Briefmarken- und Postkarten- Albums, der gratis versandt wird, zu verschaffen.
* Die Haaseusteiu u. Bögler Actien-Sesellschaft verschickt soeben ihren Geschäftsbericht von 1897. Darnach ist der Umsatz gegen da» Vorjahr erheblich gestiegen und mit ihm der Gewinn, der die Höhe voa 151,049 Mk. 6 Pfg. erreicht hat. Nach Absetzung von 37,816 Mk. 86 Pfg. für Tantismen an Directiou und Beamte, 11,100 Mk. 40 Pfg. für den AuffichtSrath, find von dem Reingewinn in Höhe von 102,131 Mk. 40 Pfg., 50,000 Mk. auf da» Geschäft»- Conto abgeschrteben, 5000 Mk. dem Pensions- und Hilf». fonds-Conto für Beamte überwiesen, 45,000 Mk. — 71/, pCt. Dividende werden aft die Actionäre vertheilt und 2131 Mk. 80 Pfg. auf neue Rechnung vorgetragen.
* Nausens Schiff, die „gram", zieht von Neuem dem Nordpol entgegen; genau 5 Jahre, nachdem Nansen mit seinen zwölf Mannen auf ihr aus dem hetmathlichen Hafen hinau»steuerte, um seine kühne Polarfahrt anzutreten. Heber drei Jahre hatte daS Schiff den furchtbaren Eispressungen widerstanden, wie sie Nansen in dem dreibändigen Werk „In Nacht und EIS" (Verlag von F. A. BrockhauS, Leipzig) schildert. Während Nansen bald darauf in Begleitung seine» treuen Gefährten Johanseu die tollkühne Schlittenresse antrat und D/z Jahr lang al» ein arktischer Robinson ein so harte» Leben führen mußte als der ärmste Eskimo, steuerte der unerschrockene Sverdrvp die „Fram" unverdrossen durch da» EtS. Mit inniger Verehrung hingen die Framleute an Lapitän Sverdrup, dem Freunde Nansen». E» ist daher glückverheißend, daß Sverdrup und die „Fram" wiederum vereint find, um im harten Kampfe mit den Mächten der Polarregion der Wissenschaft neue Resultate zu erringen und, wie Sverdrup beim Adschiedsfeste in seiner bescheidenen, knappen Weise sagte: „Etwa» Farbe auf die noch reinen Theile der Polarkarte zu legen." Er will diesmal Grönland im Norden zu umfahren versuchen, um zu (eben, ob e» eine Insel ist. Vielleicht will er aber doch den Nordpol zu erreichen suchen? Gewiß begleiten nicht nur die besten Wünsche Nansen» und Norwegen» den kühnen Mann, sondern auch die Leser der drei spannenden Bände von „In Nacht und Ei»" wünschen von Herzen, daß auch diesmal bte „Fram" sich selbst unb bte, die sie dem Unbekannten entgegenträgt, wohlbehalten zurückbringt auS „Nacht und EtS".
* Einen gräßlichen Tod fand der Locomotivführer des Saloozuge», welcher die Kön-gin Victoria von Schloß Balmoral in Schottland nach Windsor brachte. Der Salon- zng fuhr mit einer Schnelligkeit von 40 engl. Meilen und war bei Aberdeen angelangt, al» der Zugführer Unordnungen an der Zugleine bemerkte. Im Bewußtsein seiner Pflicht kletterte er über den Tender, um die Leine in Ordnung zu bringen, al» der Zug bei einer Kurve unter einer Brücke dahinsauste. Der Vorderbalken traf den Unglücklichen, der mit grauenvoll zerschmettertem Schädel lautlos rücklings auf den Tender stürzte. Der Heizer sah mit Entsetzen, wa» ge- schehen war. „Einen Augenblick," so schildert er seine Em- pfindung, „war ich von Schrecken gelähmt und nahe daran, ohnmächtig zu werden, dann aber trieb mich der einzige Ge- danke: Die Pflicht und die Königin vorwärt», und mit einem Satze war ich an der Maschine. Mehrmals ließ ich bte Dampfpfeise gehen, um die Ausmerksomkeit.ber Collegen aus der vorderen Maschine zu erregen und machte ihnen Zeichen. Ich mag wohl kreideweiß unb schrecklich auSgesehen haben, denn im Nu, während ich den Zug langsamer gehen ließ, kam Hilfe. Der Führer der ersten Maschine kam längs der
selben herangeklettert. ES war ein Unternehmen, da» ihm jeden Augenblick das Leben kosten konnte, aber auch ihn beseelte der Gedanke an die Königin. Ich sah Mr. Macdonald in der Luft hängen, sich an Maschineutheile klammernd — bis er endlich bei mir stand. Ich sage Euch, mein Lebtag vergesse ich diese furchtbaren Augenblicke nicht. Erft in Windsor erfuhr bte Königin von dem traurigen Vorfälle, und sie will für die Familie des verunglückten Beamten sorgen.
* Uganda-Eisenbahn. Wie man auS London schreibt, werden die arbeiten zur Vollendung der Eisenbahnlinie von Uganda mit großem Eifer fortgesetzt, wobei die Engländer indische Arbeiter in großer Zahl verwenden, die sie tu Bombay engagiren, da die Indier das für Europäer so gefährliche Klima durchaus n'cht fürchten. Am 2. April 1898 wurde die erste Strecke für den allgemeinen Dienst in Betrieb gesetzt, welche 100 Meilen weit von Mombasa nach Not führt. Drei Züge zur Hin- und Rückfahrt verkehren auf dieser Linie. Ein weiterer Strang von 40 Meilen Länge jenseits von Not ist bereit» ausgeführt, und bann stehen noch 510 Meilen in Arbeit, bamit bte Berbinbung mit ber Stadt Victoria am Victoriasee hergestellt werde.
• Perlenstfcherei i« Deutsch-Ostafrika. Die deutsche Reichk- regterung hat einem deutschen Syndikate die Concession verliehen, an der Küste von Deutsch-Ostafrika nach Perlen und Perlmutter zu sichen. An Kapital sind etwa 80000Mk. gezeichnet. Diese dürften zum größten Theil für Expeditionen verbraucht werden, die zur Untersuchung der Küsten und zur Auffindung geeigneter Stellen, wo die Perlmuschel zu finden ist, dienen werden. Da» Syndicat hat da» ausschließliche Recht, die Küste nördlich von Dar-eS-Salaam und südlich von der Mikindanibai bis zur Rovumawünduog ouSzunützen. Auf der Insel Mafia, wo angeblich die besten Perlen gefunden werden, soll den Eingeborenen daS Recht bleiben, in bisheriger primitiver Weise weiter zu fischen. Da» Synd'cat unternahm in den letzten Monaten eine Expedition in Deutsch- Oftafrika, der auch ein Taucher von Durban beigegeben worden war. DaS Einsetzen deS Monsun» brachte jedoch die Expedition zu einem vorzeitigen Schluß, und e» soll daher eine zweite gegen Ende diese» Jahre» ausgerüstet werden.
* Neue deutsche Kolonie in Paraguay. Wie man au» Asuncion erfährt, ist daselbst eine deutsche Gründung im Entstehen begriffen, welche von größter Bedeutung für d e dortige deutsche Coloutr sein kann und die wirthschaftliche Entwickelung Paraguay» zu unterstützen berufen ist. Einige einflußreiche Herren haben die Errichtung eines deutschen Centrum» in Anregung gebracht, da» sich die Förderung der Colonisation Paraguays durch die germanische Raffe angelegen fein lassen will. Die Bereinigung wird u. A. eine ständige AuSkunftSstelle unterhalten unb im Lande günstige Vorbedingungen für eine erfolgreiche Einwanderung zu schaffen suchen. Die Regierung hat sich bereit erklärt, dem Unternehmen jede in ihrer Macht liegende Unterstützung zu gewähren. Eine weitere Meldung sagt, daß die Gründung einer neuen deutschen Colonie in Paraguay geplant ist. Und hier soll e» sich um bte Ansiebelung deutscher Colonisten in Billa bei Rosario auf fianbereien handeln, bte im Besitz eine» beutschen Kapitalisten finb.
* Keine Telephondamen mehr. Da» wirb bie Folge einer Erftnbung sein, bie in Amerika jüngst auf bem Gebiete bes Fernsprechwesen» gemacht worben ist. Der neue Fernsprechapparat sieht ungefähr ebenso wie ber gegenwärtige au», hat aber vorn eine Scheibe, in deren rechtem Halbkreis sich zehn Knöpfe, bie Ziffern von 0 bi» 9 darstellend, befinden. Wer nun mit einem Abonnenten sprechen will, ber beispielsweise bie Nummer 82 hat, drücke erst auf die 8, dann auf die 2. Ist der betreffende Abonnent besetzt, hört man beim Drücken keinen Laut, andernfalls ist ein schwache» Läuten hörbar. In diesem Falle lautet efi auch im Apparat des Abonnenten, unb bamit ist bie Berbinbung hergestellt. Die Apparate der Centrale sind derart eingerichtet, daß die Einstellung der betteffenben Nummer automatisch in demselben Augenblick erfolgt, wo Jemand auf die Knöpfe seine» Apparate» drückt. Die automatischen Apparate der Centrale sollen mit großer Sicherheit arbeiten, und e» ist klar, daß diese Erfindung viele Vorzüge hat. Der Anrufende braucht ke'ne Nummer anzugeben und nicht auf Antwort der Telephon- damen zu warten. Jerthümer durch Angabe falscher Nummern find ausgeschlossen. Ebenso kommt keine Abbrechung de» Gespräch» vor. Endlich soll das automatische Fernsprechsystem trotz der kostspieligen ersten Einrichtung für die Dauer Vortheile bieten, da ja die Bedienung auf der Centralstelle Überflüssig wird. In einer Menge kleiner amerikanischer Städte ist die Erfindung bereits in Gebrauch und soll sich bewährt haben. Vorläufig scheint die Erfindung trotzdem auch noch gewisse Nachtheile zu haben. Soweit sich nämlich bisher ersehen läßt, darf eine Centrale nicht mehr al» tausend Abonnenten Haden, wend die automatische Bedienung zuver- lä'fig arbeiten soll. Ist die» der Fall, dann bleibt die Frage, ob zwischen den verschiedenen Centralstellen eine Verbindung geschaffen werden kann, sonst wäre die Erfindung nur für kleine Städte zu verwenden. Die Gesellschaft, von der die Erfindung au»genutzt wird, hofft aber, daß eine weitere Ausdehnung de» System» nur eine Frage der Zeit sei. Ja Europa wird Kopenhagen zuerst Versuche mit dem neuen Apparat machen.
* Der Reichskanzler als Radfahrer. Einen neuen Freund hat da» Radfahren, wie verbürgt mitgetheilt wird, in keinem Geringeren al« dem hochbetagten Reichskanzler Fürsten Hohenlohe gewonnen. Al» „Sportscollegen" im engeren Sinn können ihn die kilometernden Radler darum freilich noch nicht für sich in Anspruch nehmen, denn Fürst Hohen- lohe beschränke feine Fahrten auf die schattigen Wege de» verschwiegenen Parkes seine» ReichSkanzlerPalaste» an dec WlihelmÜraße in B'rlin.
* Ukber den Umgang mit Vipern. Die „Vosfische Rta." veröffentlicht folgende Zuschrift: „Beim Herannahen der ..großen Ferien" dürfte e» angebracht fein, einige wohl- gemeinte Worte über die einzige Giftschlange Deutschlands


