zahluugen auf Ausleihungen der Hauptstaat»- I kaffe, 250000 Ml, Cap. 133, Rückersatz für vor- sorgliche Geläudeerwerbuugeu der Eisenbahnen, 190 242 Mk., Cap. 184, auS Au leh e u zur Bestreitnvg von außerordentlichen Au-gaben pro 1897/1900, 4 063 500 Mk., Cap. 135, au» Ueberschüsseu der Hauptstaats» kasse, 4 000 000 Mk., werden ebenfalls genehmigt.
Damit ist der gesammte Staat»hau»haU»-Etat pro 1897/1900 erledigt.
Ein Gesuch der Kreisstraßenmeister de» Groß- herzogthum» um Ergänzung bei Kuuststraßeugesetzel vom 12. August 1896 bezüglich ihrer Anstellung wird auf Antrag bei Ausschusses abgelehnt. — Eine Eingabe der Bürgermeisterei Mainz wünscht eine Abänderung del Art. 88 der Städteordouug, wonach der Bürgermeister bet der Prüfung der Brrwaltunglrechnung nicht zugegen sein soll. Der Ausschuß beantragt Berücksichtigung der Eingabe und Abänderung del analogen Arttkell 76 der Laodgemrtudeordouug. Die Kammer beschließt in diesem Sinne.
Zu dem Antrag del Abg. Köhler auf Aufhebung bei sog. Beamten« Erlassei hat ber Ausschuß beantragt, die Regierung möge diesem Antrag stattgebev. — Staatlmiuister Finger erklärt, die Regierung habe nicht die Absicht, die erlassene Verordnung zurückzuziehen. El sei sicher, daß der Antisemitismus tu Hessen immer noch bestehe, wenn er auch nicht mehr so wild sei und sich nicht mehr so breit mache wie früher. Die Regierung müsse doch daS Recht für sich in Anspruch nehmen, welchen Standpunkt sie in dieser Frage ihren Beamten gegenüber etuuehmen wolle. — Abg. Ulrich ist gegen jede Maßregeluvg eines Beamten wegen seiner politischen Gesinnung und spricht der Regierung daS Recht ab, sich in derartige Dinge einzumischeu. — Für den AuSschußantrag sprechen noch die Abg. Euler, Köhler.Langsdorf. — Der Antrag wird hierauf gegen acht Stimmen augenommeu.
Eine Vorlage der Großh. Regierung auf Ergänzung des WildschadeugefetzeS wird dahin abgeändert, daß bet Alt. 10 bezüglich der Schadeoersatzfrage die Entscheidung del KretSauSschl,ffel über den Kostenpunkt herbetgesührt werden kann. Durch die binnen zwei Monaten beantragte Entscheidung soll die Beitreibung der Kosten aufgeschoben werden können.
Abg. Köhler-Langldorf hat den Antrag gestellt, eine Revision der Verordnung der Gerichtlkosten und Gebühren eintreten zu lassen. Er begründet seinen Antrag dahin, daß bet Gütertheiluugen von Eltern unter ihre leiblichen Erben, bei Vermögens - Veräußerungen zwischen Ehegatten und bet Hypothekbestellungen, die seither erhobenen Gertchisgebühreu und Stempel u. s. w. oft unerschwinglich für die ärmeren Klassen seien. Der Staat möge die Reichen hier wehr heranziehen und die Armen von diesen Abgaben ganz befreien. — Ministerialdirektor Dittm ar geht von dem Grundsatz aul, daß die gerichtliche Thätigkeit nicht unentgeltlich geleistet werden könne. Der Abg. Köhler werde vielleicht demnächst noch den Antrag auf Aufhebung der Proceßkosten stellen. Die Regierung werde bei der bevorstehenden Revision del GertchtSkoften- gesetzel diese ganze Frage in wohlwollende Erwägung ziehen. — Für die Aufhebung der Gerichtlkosten sprechen noch die Abgg. Glaser, David und Bähr, während die Abgg. Jöckel und Schmeel dagegen find. Der Aulschuß hat beantragt, die Regierung zu ersuchen, die Beseitigung der in Rede stehenden Stempel-Entrichtungen in wohlwollende Erwägung zu ziehen. — Abg. Zins er beantragt, die Regierung zu ersuchen, bei der Revision del Gerichtskostengesetzei die Auf- Hebung resp. Ermäßigung der Stempelgebühreu für die ärmeren Klassen der Bevölkerung tu wohlwollende Erwägung zu ziehen. — Abg. Joutz ist für Aufhebung aller Stempelgebühren, da sie unsittlich und ein Wuchergeld der Regierung seien. — Mintstertalrarh Dittmar erklärt, die Regierung verfahre bet dieser Frage nach ganz bestimmten Grundsätzen und werde sich Nicht» abtrotzeu lassen. Sie lege auch gegen die Unterstellung Verwahrung ein, daß die Kammer an dem Wohlwollen der Regierung zweifeln wolle und wenn ferner der Ton gegen die Regierung in der Kammer so weiter bestehe, so stelle dieselbe ihr Fernbleiben aus den S tzuvgen in Aussicht. Ja namentlicher Abstimmung wird hierauf der AuSschußantrag resp. der Antrag Ziuser gegen 5 Stimmen angenommen.—Ein Antrag der Abzg. Bähr, Köhler und Genossen auf Aufhebung der Stempelgebühreu wird mit 21 gegen 12 Stimmen abgelehot.
Schluß V,2 Uhr. Donnerstag früh 9 Uhr Fortsetzung der Berathung.
Deutsches Leich.
Berlin, 30. März. Der Kaiser hat von Homburg v. d. H. au» ein Telegramm an die Hamburg-Amerika- Linie gerichtet, in welchem er seiner Freude Auldruck gibt, daß die Verwaltung dieser Linie von der Wichtigkeit der Annahme del Flottengesetzei durchdrungen sei. Der Kaiser spricht den Wunsch au», daß die Gesellschaft unter dem Schutz der Kriegsflotte einen weiteren tätigen Aufschwung nehmen möge. Ferner beantwortete der Kaiser ein an ihn aoläßl-ch der Annahme der Flotteovorlage an ihn gertchtetel Telegramm bei Bremer Senat! mit herzlichen DankeSworten. 2Bit tat deutsche Heer uns den Frieden im Lande gesichert habe, so werde die deutsche Flotte uni den Frieden zur Tee und eine gedeihliche Entwicklung der Schifffahrt sichern, an welcher Bremen so großen Snthetl habe.
Berlin, 30. März. Der frühere Adjutant des Kaisers, Commandeur del Katser Alexander-Garde Grenadier-Regiment» Oberst v. Moltke, begibt sich, wle die „Nordd. Mgew. Zlg." osfictöl meldet, heute Abend nach Petersburg, um brm Zaren im Auftrage del Kaiser! zwei Jagdgewehre zu überbringen.
Berlin 30. Marz. Auch die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet die Nachricht, daß in der ReichSdank Book-
notev angehalteu worden seien, weil sie die gleichen Nummern tragen wie die bereit! iu der Angelegenheit Grünenthal in Beschlag genommenen oder Seiten! der Reichl- bank aulgegebeueu Noten all unzutreffend. Ein Grund zur Beunruhigung für dal Publikum liege nicht vor.
Berlin, 30. März. Dem „Local-Anzeiger" wird au! Kiaotschau telegraphirt, daß der Seesoldat Paul Schulz au! Schürweisel gestern infolge der Entladung del Gewehr! eine! Kameraden, der sich tu seiner Nähe befand, getödtet worden ist.
Ausland.
Wien, 30. März. Der Abgeordnete Schönerer, welcher nach mehrtägiger Abwesenheit heute wieder im Ab- georduetevhause erschien, provocirte dadurch, daß er die deutsche Volk!- und deutsche Fortschrittspartei beschuldigte, seiner Zeit mit dem Ministerpräfideute» Gautsch die Vereinbarung getroffen zu haben, keine Mtotsteranklage unterstützen zu wollen, große Scandalsceueu zwischen den Schöneriaoero einerseits und den Lhrtstltchsocialen andererseits, sowie den Fortschrittlern andererseits fanden heftige Auseinandersetzungen statt.
London, 30. März. Nach einer TimrSmeldung au» Honkong fand gestern Abend zu Ehren de» Prinzen Heinrich ein von der Bürgerschaft gegebene! Ballfest statt. General Black brachte einen Trinkspruch auf die Königin von Eoglaud aul und auf den deutschen Kaiser, der Oberrichter toastete auf den Prinzen Heinrich, der mit einem Hoch auf die Colonie dankte.
London, 30. März. An der Börse war heute da! Gerücht verbreitet von der Ermordung de! Präsidenten Krüger. Einer anderen Nachricht zufolge soll Krüger an einem Herzschlag gestorben sein. Eine BrstStigung der Meldung liegt bi! jetzt noch nicht vor.
Washington, 30. März. In vielen Städten wurde auf öffentlichen Vtätzkn da! Bild Mac Kinley! verbrannt.
Locales and provinzielles.
D. Darmstadt, 30. März. Bei den seit Juli 1897 bi! März 1898 an der Großh. Technischen Hochschule zu Darmstadt abgebalteneu Diplom-Hauptprüfungen wurden folgenden Candtdateu Diplome ertheilr und zwar: dal Diplom all Architect dem Herrn Wilhelm Göbel aus Darmstadt,- da! Diplom als Bauingenieur dem Herrn Friedrich Köppen au! Kuhlhausen; da! Diplom als Maschtnen-Jngeuieur den Herren Wilhelm Bahling und Heinrich Rupprecht aul Frankfurt a. M., Otto Diefenbach au! Eudorf, Otto Niedenthal aus Offenbach, Jultu! Schäfer aul Darmstadt und Georg Steinhäuser aul Homburg v. d. H., das Diplom all Electro- Ingenieur den Herren August Bloch und Karl v. Woyzbun aul Warschau, Otto Lattani auS Engelberg, John, Fröschel, Emil Sahst und Arthur Zandt aul Hamburg, Rudolf Goldschmidt aul Neubukow, Arthur Gottschalk au» Köln a. Rh., Daniel Hohm au! Gelnhausen, Gustav Jost au» Alzey, Jost Kern und Wilhelm Reich au! Frankfurt a. M., Curt Kühnert au! Wittenberge, Gerschon Repkin aul Tschervigoff und Max Salberg aul Lorbach,- da! Diplom al! Chemiker den Herren Alexander von Fatschaloff aul Wiesbaden und Leonhard Walter au! Lengfeld i. O. — Dem Herrn Regierunglbau- metster Fritz Lorey zu Darmstadt wurde die venia legendi für da! Fach der Jngenieurwiffenschafteo, dem Herrn Museum!- Juspcctor vr. Friedrich Back zu Darmstadt die venia legendi für die Geschichte der decorativen und vervielfältigenden Künste und de! Kunstgewerbe! au der Großh. Technischen Hochschule zu Darmstadt ertheilt.
Vermischtes.
♦ Marburg, 30. März. Am Ostersonntag, den 10. April werden die Aufführungen bei Volkssühnensptel» „Konrad von Marburg" vou Han! Hagen ihren Anfang nehmen, welche! vou Einwohnern Marburgs unter Leitung und Mitwirkung des SchauspielregisieurS Victor Hertel und einer jugendlichen Künstlerin von vielversprechender Begabung zur Darstellung gebracht wird. — Bei dem großen ortlgrschicht licheu Interesse, welche! die Handlung bei Stückes gerade für Marburg bietet, ist die Aufmerksamkeit des dortigen Publikums schon [fett Beginn der ersten Vorbereitungen auf die bevorstehende Veranstaltung hingelenkt, und die Vorzüge der D'chtuvg an sich, welcher eine starke dramatisch: Wirkung nachgerühmt wird, dürfen nicht verfehlen, auch in weiteren Kreisen Beachtung zu erwecken. DaS Stück ist au mehreren Bühnen bereits zur Aufführung angenommen.
• Dal große Lool und — ein Jahr Gefäaguiß. Den Hauptgewinn der „Rothen Kreuz Lotlerte" im Werthe von 50000 Mk. gewann der Cigarrenfabrikant Joseph Reisch in Zabrze. Dieser hatte jedoch da! GlückSloo! vorher an den Malergehtlfen Miegel weiter verkauft. Zwei Tage nach der Z ehung, al! R. bereits wußte, daß dcr Hauptgewinn auf die von M. erworbeve Nummer gefallen fei, erschien M. zufällig bei R. um sich Cigarren zu kaufen. H erbet erzählte R. dem glücklichen Gewinner, die Ziehung sei wiederholt verlegt, und es wüßten daher die alten Loose eingefandr werden. Ec ersuchte deshalb den Miegel um Herausgabe bei ihm seiner Zeit verkauften Loofel. Dieser ging auch hierauf ein, erhielt von R. al» „Deckung" ein Loo! der Metzer Dombaulotterie uub außerdem eine Quittung Über zurückgezahlte 3.35 Mk. R. verkaufte nun dal Loo! an die Firma Steinitz in LaurahÜtte für den Baarbetrag von 40500 Mk. Wenige Tage später erfudr der Betrogene zufällig, daß da» Loo» mit dem Hanpttrlffer gezogen sei, und forderte deshalb von R. die Aulzahlung diese! Gewinnes. Dieser suchte ihn zu beschwichtigen und zahlte ihm schließlich 7000 Mk. aul. Da sich j-doch jetzt auch der Vormund bei M. tn'S Mittel legte, zahlte er weitere 33000 W. an Miegel. Dal eigenartige „Geschäft" kam aber bald daraus der Behörde zu Ohren, welche gegen den findigen R. die Anklage erhob. Die Strafkammer zu Gletwltz verurtheilte nun R. wegen diese! rasst-
nirteu Betrüge! zu einem Jahr Gesäugniß und 500 Mk. Geldstrafe bei sofortiger Verhaftung.
• vilmarck Ligarreu. Ein kürzlich nach Havanna gekommener Verehrer de» Alt-Reichlkanzler! hat festgestellt, daß vou den 128 im Verzeichmß der Havanna-Cigarren auf. geführten Fabriken ständig nicht weniger all 48 verschiedene BilmarckSsorten hergestellt werden. Diel legte den Gedanken nahe, dem Fürsten zum 1. April eine Sammlung der seinen Namen tragenden Havanna-Cigarren zu überreichen. El haben bet' liebenswürdigem Entgegenkommen vieler Betheiligter in nur zwei Wochen vou 37 verschiedenen Fabriken und bezw. Marken besonder! gefertigte und weist sehr elegant aulgestattete Kistchen zu je 10 Stück beschafft werden können. Die Zahl der sämwtlich aus den erlesensten Tabaken gefertigten Btlmarck Cigarren, welche jährlich vou Havanna au! nach Deutschland, England, Spanten, aber auch noch vielen anderen Ländern gehen, wird von sachverständiger Seite aus 3 bi! 4 Millionen geschätzt. Für die vorerwähnten 37 Kistchen ist aul cubanischen Hölzern ein mit den Wappen Spanten! und Havanna» gezierter Schrank gefertigt worden, deffen Haupttheile Mahagonie- und Ledernholz bilden, während die Füße aul Etsenholz sind und der Lebeolbaum (carbol de la vida) die Schloßverzierung geliefert hat. Die Ansang März nach Friedritlrnb abgegangene Sendung wird hoffentlich wohlbehalten dort etntrcffen und dem Fürsten an seine« Geburtstage den Beweis liefern, in welch aulgebtbnte« Maße da! Havanna-Fabrikat dazu dient, den Namen B I- marck in allen Theileu der Welt mit dem feinsten Dufte ber vuelta abajo zu umgeben.
* Eia erfreuliche! Vorgehen gegen Hetzjagd, Taubenschießen u. s. w. in England. Im englischen Parlament ist durch Mr. Salt nachstehender Gesetzentwurf eingebracht worden: „Wer an einer Jagd, Hetzjagd oder einem Schießeir irgend eine! Thiere!, da» gefangen gehalten und zum Zwecke der Jagd, Hetzjagd oder des Schießens freigelassen worden, thellnimmt oder denselben beiwohnt; oder wer einen Platz zum Zwecke einer solchen Jagd, Hetzjagd oder eines solchen Schießens hält, benützt oder an dessen Einrichtung theilnimmt, oder erlaubt, daß ein Platz zu diesem Zweck benützt werde, wird, wenn schuldig erklärt, mit einer Geldbuße bi» zn 20 Lstrl. (400 Mark) für jeden Tag, an welchem die Gesetz- Übertretung stattfindet, bestraft.? Wann wird man endlich im „gemüthvollen" Deutschland gegen Hetzjagden, Tauben- schießen und ähnliche „noble Passionen", welche zur Ler- rohung des Volkes nicht wenig beitragen, in gleicher Weise vorgehen?
* Producirt Deutschland genügend Schlachtvieh! Zu. dieser für alle Kreise sohoch wichtigen Frage nimmt eine von der Berliner Fleischer-Jnnung in diesen Tagen an dea Reichskanzler und an den Bundesrath abgesandte Petition von neuem Stellung, die Forderungen der größten aller deutschen Fleischer»Innungen gipfeln nach der Deutschen Fleischer-Zeitung, welche diese Eingabe in ihrer letzten Nummer veröffentlicht, in folgenden Punkten:
1. daß die Grenzen für die Einfuhr von Schlachtthieren aller Art aus dem Aullande unter Innehaltung aller nothwendigen Vorsichtsmaßregeln geöffnet werden,
2. die Einführung von frischem Fleisch au» dem Auslande nur unter der Bedingung gestattet wird, daß die zur Untersuchung nothwendigen inneren Organe im natürlichen Zusammenhang mit dem Fleisch eingebracht werden müssen;
3. die Einfuhr von Speck und Schinken, sowie confer* virten sogenanntem Pökelfleisch, sowie von Rauchfleisch aller Art nur dann gestattet ist, wenn die Untersuchung durch deutsche Fleisch- resp. Trichinenbeschauer ergeben hat, daß die betreffenden Waaren sich bei der Untersuchung als trichinenfrri und nicht mit Gesundheit schädlichen Mitteln behandelt erwiesen haben;
4. die Einfuhr von Schweineschmalz nur in absolut reinem, unverfälschtem Zustande zu gestatten;
5. die Einfuhr von Wurst und wurstähnlichen Prodncteni gänzlich zu verbieten.
Cifcratur «nd Arrnst.
— Berschentte Bücher. Geheimrath Heinrich Glimm und Dr. Retnholb Stet« ver öffentlichen folgenden Bericht über die Bn- schenkung Arnim'scher Schristen. Zu Anfang dtese» Jahre» machte» die Unterzeichneten bekannt, daß in FamUi nbesitz ein gröberer Voerath von Schriften Achim v. ArniwS und Bettina v. Arnim» vorhanden s-r, welche alS Geschenk gegen Zurückerstattung d-S Porto» Denen zugesandl werden würden, die sie zu eigenem Ge.rauch sortierte». Die einzelnen Bände wurden zugleich angesüh-t. El stad übtr 2006 Meldungen eingeluufen unb eS konnten an 900 Packet« der Reitze nach abgrsandt werden. Die zuletzt kommenden Cttne muhten ui berücksichtigt bleiben, doch ist allen Denen, weiche den Betrag brf Porto» bereit» betgelegt hatten, diese» zurücknstattet worden. — Zwei Sorten von Briefen Uesen ein: solch -, die um Zusendung baten, unt solche, die für die emp'angenen Bücher dankten. Beiderart Briefe |t ies.n, war erfreulich. Fast immer wurde die Bitte persönlich motivier, gering war die Zahl Derer, welche blindlings »ugriffen, weil über Haupt „Büchcr verschenkt" wurden. Uod nach dem Empfang wurde mit dem Dank oit in herzlichen Worten die Freuds aulgesprochm, welch« di- L.ciüie der Bücher schon bereitet Halle. AuS der Schweiz, au» Oesterrei«, au» Holland kamen solche Danksagungen. Tie Pfarrer der Ostmark baten im Interrsse ihr-r Bevölkerung um Bücher. Vorstönde von gemeinnützigen Lesegesellschaften wandten sich unter Darlegung der Verhältnisse eur unt. Ernzeln- Frauen sandten ihre Wünsche und dankten in zuweilen rührender Werse. — Die zu ver- theilenden Bestände waren, wa» die Anzahl der einzelnen Bände anlangt, sehr ungleich, in vielen Exemplaren glücklicher Weise aber Ht drei Bände de« Wanderhorn» da, der dritte leider in geringer,r Fülle. DaS Wunderhorn konnte deßhalb auch fast immer versandt werden, wo man e« verlangte B ttira» „Briefwechsel Goethe» m, einem Kinde" war nur im »ritten Band, dem Tagebuch vorhandtm, sowie in der k»zliichen Uekersetzung. Wllhelm Hertz druckte da» Bock zuerst neu; diese Ausgabe erlebte eine zweite Auflage. Allmilig sävtl man wieder an zu begreifen, welch ein Kanst»erk hoher Art wir tfl diesem Werk besitzen. Von Achim v. Arnims Werken fehlte der zweit« Tbeil der .Kronenwächter". Ebenso die Gedichte, welche Übertrag kaum in» Publikum gelangten. — Wir danken den öffentliehro Blättern, welche von unserer Unternehmung Notiz nahmen, und bitten sie zugleich, ihren Lesern freundlichst mitzutheilen. daß säml»t> liche Bücher nun vergeben find. Berlin, im März 1898. Herman» Grimm. Reinhold Steig.


