1808
Freitag den 1. April
Zweites Blatt»
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Gießener Anzeiger
Heneral-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblntt füv den Tiveis Äreszem
3310 k
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
Erfolg begleitet sind, kommt dem gesawmten Europa aus X Ermüdung ein ob des langen Kampfes und Angesicht- bet 1 u ° VwrInlYlFlnt DiClEI.
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bekanntlich is heut ja de Deuwel los, ’ tnerr kriehe e ferchterlich NoS — vl
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Naoahm« von Anzeigen zu der Nachmittags für den ßilgcnden Lag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.
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«eboetton, Expedition und Druckerei:
Fchntstratze Nr. 7.
pordal, — wo mit'm Keerbche bromentrt — fei Fraa, nadierlich aagesihrt! — Grad wär en Narr guckt errsche aa — unn freegt se: Ei, waß dhuste da? — Doch säi sächt - Host mich's doch geheiße - weil de um halb zwelf mißt vrrreiße — sollt äich häi her dei Esse bringe — drum ließ äich liehe alle Dinge — unn steh unn bin derr ausgerisse — du sollst bei Esse net vermisse! — Dem Raasende warsch sonneklar, — daß err die dritte AbrillSnos war. — De Bott', der deß halt ausgericht, — hat awer weider noch die Flicht, — gleich hizeeile zu de Fraa — vom zwaate Raasende unn da — ze melde, er fern net zem Speise, — de Herr Gemahl, err mißt verreise; — sei Fraa sollt en net frieh erwarde, — err hält e Dour unn »war e Harde; — se sollt ehr Mih mit Koche sparn, — unn dürft ze ehrer Mudder fahrn — nach Butschbach, weil's schee Wedder wer, — bräucht aach kaa Awendesie mehr! - Deß Fraache war noch kinnerlos — unn dacht: Mei Mann iS doch e OoS, — daß err uff Weerdag merr erlaubt, — nach haam ze fahrn doch iwerhaapt, — unn deß Loschie, das schloß se zu — unn fuhr nach Butschbach dann im Ru. — Als Middags dann de Herr kam haam, — da warsch'm erscht als wäi en Draam, — doch als hernach de Herr vom Haus — em richt de Sachverhalt schee aus, — da word's em awer sonneklar, — daß err die verrd Abrillsnor war! —
Am Middag war'n se Widder all — versammelt, doch gab'S kaan Krawall; — es word sogar fast noch bis Nacht — deß dolle Zeug noch recht belacht — unn Jeder dacht bei sich ganz still: — Mich schickt err net mehr in Abrill! —
Vom Stift nor haw äich noch vernomme, — am selwe Dag wersch vorgekomme — daß err noch so e maler drei hibsch uff de Leim gekrawwelt sei!
So is entöl sriher en Spaß bassirt, bahl wer äich driwwer fer Lache krebirt, — da word e Gesellschaft geschickt in Abrill, — wersch war, dadriwwer do schwei äich still. — Es war uff'm Birro in unsere Stadt, — das viele Kommi unn Buchhalder hott. — da schickt aaner fort de Stift mit'm Brief, — in de zweite Stock unn de Stift, der lief — unn trotzdem kam er net bohl zerick, — bläib aus e Stunn unn en Aageblick. — Kaa Wunner, der word erum- geschickt — unn mit allemeegliche Sache geschmickt — unn wo er hikam in de ganze Fawrik, — da word'm noch uff- geberdt e Stick. — Doch endlich rabbelts an de Dhier — unn in Schwaaß gebaad stann de Stift desir belobe mit ftroroe babierene Päck — unn 're Wagebeichsel; zum greeßte Schreck — aach noch mit'm Brecheise, em lange, — beß ganz Persenal sah's mit Angst unn Bange. — Net lang Hotts gebauert, baß sah'n äich Euch, — vor Lache hiehle se sich ba bie Bäuch — unn bem Stift, bem worbs etz sonneklar, - baß err bie erscht AbrillSvoS war!" - De Buchhalber warsch, ber bas ausgeheckt — unn gleich aach bie Annern hott aagesteckt, — bann kaum war bie Frihstickszeib erum, — ba kam en Arweiter erei, ganz bumm — unn saht, be Herr Buchhalber soll komme nach Haus, — es wer ewe gewese sei Dtenstmäbche braus. — De Buchhalter, zu dem de Storch bahl kam, - ber lääft zu seiner Fraa nach baam, — boch ba mußt Niemanb nix zum Glick — brom ging err schnell uffS Condor zerick. — De Buchhalder awer halt gleich Verdacht, - uff däi, däi sich den Spaß gemacht; — nor däi zwaa Raasenbe konnte'- sei! —Doch bene brock äich jetz aach aanr ei — so bacht err unn kaum warn en- schwunne — bie erschte brei der Arweitsstunne, —■ ba roorb ba ahn Raasenbe emol - geruse enaufl unnersch Haapt-
Allr Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgegee.
geringen Aussichten, welche derselbe bietet.
Bis jetzt ist eS Spanien trotz der Anspannung aller seiner Shäfle nicht gelungen, deS cubavischen Ausstande-Herr zu werden. Hunderttausende seiner Söhne sind bereit- nach dort gesandt, von denen nur ein Theil wieder die Httmath sehen wird. Hunderte Millionen hat dieser Kamps schon verschlungen und Spanien ist jetzt an der äußersten Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Die Regierung will freilich von den neuen Sorte- abermals einen größeren Cremt fordern, aber man darf wohl mit Recht fragen, woher diese Summen genommen werden sollen. Die finanzielle Calamität ist schon jetzt eine sehr große und kaum noch einer Steigerung
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
aufrichtigem Herzen.
Mit großer Spannung hatte man bekanntlich dem Be» richte der amerikanischen UntersuchuugS-Commisfion über die ,Maine"-Katastrophe entgebengesehen und der Botschaft M Präsiden en Mc. Kinley an den Cevgreß der Bereinigten Staaten. Beide find nun der Oeffentlichkeit übergeben wordeu, und weon man an diese- Ereigniß Befürchtungen geknüpft hatte, daß dadurch die Situation fich noch twhr zuspitzen würde, so hat man fich la einem Jrrthum befunden. Denn sowohl der Commisfion-bericht, wie auch die Botschaft be- Präsidenten find in durchaus versöhnlichem Tone gehalten. Der Bericht der UutersuchuugS CommÜfion sucht cie Ursache der Zerstörung deS Dampfer- .Maine* auszuklären und stellt fest, daß dieselbe in der Explosion einer Mine unter See lag; aber ausdrücklich wird erklärt, daß keine Beweise gefunden werden konnten, um eine Verantwortlichkeit daraus herzuleiten. Daraus geht zur Evidenz hervor, daß man Spanien nicht verantwortlich machen will oder kann, wir denn auch der.Bertcht in keiner Weise Spanien oder die Spanier erwähnt.
Da- Commnuiquä der UntersuchungScommisfion ist dem Eougresse mittelst einer Botschaft Mac KtnlehS zugegangkn, die fich nur an die Thatsachen hält und der Ueberzeugung Ausdruck gibt, daß ein Ausgleich nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit liegt.
Jedenfalls find Bericht und Botschaft nicht geeignet, die Lage unmittelbar zu verschärfen, und man muß anerkennen, daß sich die Bereinigten Staaten im Allgemeinen ziemlich maßvoll gehalten haben. Denn die Eibitternng der Amerikaner über die Lage ans Cuba ist eine große und in mancher Hinsicht auch gerechte; eS stand zu befürchten, daß die Volks- stimmung über die abwägende Besonnenheit der Regierung schließlich die Oberhand gewinnen würde. Die Jingodlätter thaten ihr Möglichstes, um die Erregung immer wieder an» zufachen und verschmähten sogar Lügendepescheu nicht, in denen dem amerikanischen Publikum Kenntniß gegeben wurde von angeblichen neuen Grausamkeiten und Schandthaten der Spanier auf Cuba.
Hoffentlich tritt jetzt, nachdem die Maine-Angelegenheit der entscheidenden Stelle überwiesen worden ist, eine Beruhigung ein, damit der Ausschuß für auswärtige Angelegen» heitrn unbeeinflußt durch die öffentliche Meinung die Sache untersuchen kann.
Wa- nun die Spanier anlangt, so herrschte unter ihnen über die Einmischung der Nordamerikanischen Union in ihre Angelegenheiten natürlich Helle Entrüstung, und die spanische Presse suchte dem Stolze ihrer Land-leute in jeder Beziehung Rechnung zu tragen. Aber es stellt fich doch eine
Feuilleton.
AdriUsdosse.
Don Carl Geißler.
nv.- 96.- 136.- ■
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38ein6<prds vierteljährlich
2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn.
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.
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Giessen, Klrekeaplatz 10.
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1898.
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11 W! 1898.
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Bekanntmachung.
Dre Firma Wilhelm üurbuch dahier beabfichtigt mf dem Grundstück Flur XXXVI, Nr. 31 der Gemarkung Hießen ein Lagerhaus zur Lagerung von Materialien einzurichten. ,, ,
Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, oom Erschrineu dieses an gerechnet, auf uuserm Bureau zur Sinficht der Interessenten offen.
Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bet Meidung de- Ausschlusses bei uns anzubringen.
Gießen, den 29. März 1898.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.
launische OoS. — In aller Herrgottsfrih Morjens gehts aa. - e Biebche, baß muß ba schont glaawe braa; - bas lääft unn lääft fich bahl stumb bie Baa - unrl sucht be Herr Docter von Lewwerbhraa. — E Mabche, baß kaum aeschluppt aus'm Bett — unn gern noch e Stickche geschlafe bett, — ba» rennt berr ja grab, als gell bersch e -Wett, fer en Kreuzer ze hohle - Mickesett! - E Anneres läast in bie Abebek — o weh! — unn will fer jroee Heller Buckelblee. — Do guckt ahns nach'm Kerchthorm stur m bie Heeh, — unn ums Verrecke is bo nix ze seh, — da wischt aans am Backe, weil breckig err wer, — unn bort eilt aans grab binnerm Briefbräger her, — ber ewwe bei em gewese wer — unn bett gefunne bie Wohnung leer. 3" em kloane Schulbub rieft's aus'm Haus: — du, Klaaner, btr henkt ja des Lemmche errau« — unn be Bub springt in aller Gil nach Haus - unn zieht sei - ganze Hose au»'. - So kann heub geuhzt roerrn e Jedermann, — weck merr an Alles net denke kann, - unn is merr gnnblich geuhzt, no dann, - HaaßtS: Ei, du Abrillsnos, waß guckste dann! —
Wer heut net gleich an Abrill hott gedacht, der tritt zanz gewiß cbbes weis gemacht, - unn werd aach vielleicht in die Hitz gebracht — unn hinnenach bann schee auSgelacht.
H-ut lääst sich e Manche« ganz sicher e Bla«. - dann vom erschte Abrill, bem
Der spanisch-amerikanische Conflrct.
Im Vordergrund de- JvteresftS st-ht fortgesetzt daS -'spannte VerhSltniß welches sich zwischen Gpani.n und den Söereioigten Staaten herausgedildet hat. Schon seit mehreren Wochen schwanken d'e Chancen für den Ausbruch eines SriegeS oder die Fortdauer drS Friedens, und mir gespannter «ufmerkiamkrit verfolgt ganz Europa den Verlauf der Affaire. Denn nicht nur jene beiden Länder find bei einem offenen Cauflicr betheiligr, auch die übrigen europäischen Lander v-ürdea stark in Mitleidenschaft ^zogen, da der Handel mit Amerika eine Unterbrechung erführen würde, die auf die Industrie der elt n Welt in empfindlichste? Weise einwirkt. Drhhalb find die Bemüdurgru btgrrifltd), welche von ein- ■!lnen Regierungen gemacht werden, um einen Krieg zu «rrmeiden, und die Hoff n^g, daß diese Anstrengungen von
Nr. 77
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag«.
Die Gießener Anmtlienvtätter werden dem Anzeiger «üchentlich viermal beigelegt.
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Aus diesem Grunde hauptsächlich müssen die Spanier gute Miene zum bösen Spiele machen und schließlich den Amerikanern die von diesen geforderten Concesfiooen bieten. Wäre Spanien finanziell gut gestellt und militärisch genügend vorbereitet, so stände ein Krieg ficherlich bevor, so aber werden wir Recht behalten mit unserer Anficht, daß eS dazu nicht kommen wird. (.xx.)
Ans den Verhandlungen der Zweite«
Kammer der hesfische« GtLude.
G. Darmstadt, 30. März 1898.
Die Berathungen deS Nachtrags-Etat- werden beule mit „Außerordentliche Ausgaben", Cop. 144, Civil- gebäude, fortgesetzt. ES werden ohne Debatte z-nehmigt für ein Dienst- und Wohngebäude des SieuercommiffärS und DistrictS-Einnehmers zu Alsfeld 71000 Mk. und begleichen zu Nidda 33 000 Mk. und zu Ober-Jngelheim 40 000 Mk.
ES werden ferner bewilligt: Für Cap. 145, Baufond der Maiu-Neckar-Bahn, 219000 Mk.; Cap. 146. Banfond der StaatS-Eisenbahnen, 600000 Mk.; Cap. 147, Gelände Erwerbnngen für spätere Erweiterungen der Eifenbahnen, 150000 Mk ; Cap. 149, Domanialbauwesen, 23 062Mk.; Cap. 150 Fluß- und Dammbau, Tit. 1, Regulirung des Erfeldec AltrheinS, 188 000 Mk., T't. 2, Regulirung deS Rheim« bis zur Main-Mündung, 102 000 Mk., T't. 3, Ausbau de- UferS längs der Fürstrnberger und Jungenfelder Aue, 48000 Mk.; Cap. 151, Ergänzung deS Staats- Domnuial - Vermögens , 656000 Mk.; Cap. 152, AuSleihungen aus derHauptstaatSkasfe, 20 000Mk. und Cap. 154, Ausgaben, wclche nicht zur laufenden Ber- waltuvg gehören, 15 200 Mk. — Die ^Außermdentliche Etnnchmc", Cap. 131 , Erlös auS veräußerten Staatsdomänen, 50 200 Mk., Cap. 132, Rück
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Gießen, den 29. März 1898.
Ietr.: Die Ablieferung der Bacanzüberschüsse erledigter Schulstellen an den Pcovirizialschulfonds.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzh. Bürgermeistereien deS Kreises.
Unter Hinweis auf unsere AuSschreiden vom 24. Ja» nnat 1878, Amtsblatt Nr. 1, und 30. October 1893, Amt«- - blatt Nr. 9, empfehlen wir Ihnen, bis zum 15. April d. Ist bie von Ihnen mit den Schulvorständen gemeinschaftlich rifzustellenden Berechnungen der aa den Provinzialschulfonds abzuliefernden Vacanzüberschüffe aus dem Jahre 1897/98 in i d oppelter Ausfertigung an uns einzureichen oder zu be rrchten, daß im genannten Jahre in Ihrer Gemeinde Sckul- vocanzen nicht etngetreten waren.
v. Gagrrn.


