Ausgabe 
31.10.1897 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

FestgelSste. Am Sonntag, als am Reformatiou-feste, wird Morgen- nach 7 Uhr vom Thnrme der Johanneßktrche aus der Choral:(5fn* feste Burg" geblasen werden.

Postalisches Hebet die im Reich-Postamt im Beisein der Oberpoft-Directoren mit Vertretern deS HaudelSstandeS uvd der Landwirthschafr gepflogenen Berathaugeu liegt jetzt eine Nachricht vor, wonach die Erhöhung der Gewichtsgrenze des einfachen Briefes von 15 auf 20 Gramm einstimmig dringende- Bedürfnih anerkannt wurde. In der Frage der Ermäßigung der Gebühren für Postanweisungen geringeren Inhalt- machte sich eine getheilte Auffassung geltend. Tiner Anregung, den Höchstbetrag der Postanweis­ungen von 400 auf 600 Mk. zu erhöhen, konnte mit der Erklärung begegnet werden, daß am 1. Januar 1899 vor- auSfichtlich diese Neuerung in- Leben treten werde. Die Er­örterung der Frage, ob nicht eine Gebühren-Ermäßiguog für Postanweisungen im Nahverkehr Platz greisen könnte, hatte ebenfalls kein bestimmte- Ergebniß. Betreffs der Verlegung de- Schalterdienstes an Sonntagen von den Nachmittags- stunden auf die Mittag-zeit gingen die Meinungen der ver- fchiedeueu localen verhältniffe wegen auseinander. Die Ein­richtung von Briefkästen in großen Geschäftshäusern auf deren Soften wurde angenommen. Zur schnelleren Abfertt- gang de- Publikum- werden Postanweisung-'Formulare mit augehäogtem Quittungs-Formular fortab zur Verwendung kommen. Auch ist tu Erwägung gezogen, den Giroverkehr für den Postanweisungsverkehr zu bereu Auszahlung dienstbar zu machen. Die Ausdehnung deS Fernsprechverkehrs auf da- flache Land fand allgemeine Zustimmung. Jeder kleinere Ort erhält eine öffentliche Ferusprechftelle. Eine Erletchte- rnng deS Bahnpostverkehrs derart, daß Drucksachen und Waarenproben nicht mit Schnellzügen befördert werden sollen, wurde gut geheißen.

Ltadtthearer. Am Sonntag wird da» Kleist'sche Ritterschauspiel .Da» Käthcheu von Heilbronn" ge­geben. Fräulein Marlott spielt die Titelrolle, Herr Fritzsch l er den .Grafen Wetter von Strahl". Am Montag geht da» vieractige historische LustspielDer König-- lieutenant" von Carl Gutzkow in Scene. Die Bor- stellungen beginnen vorläufig, wie bi»her, um 8 Uhr.

Kaufmännischer Verein. Der Vortrag, welchen gestern Abend im Hause de» Kaufmänuischeu Verein» Herr Shadicu» Schloßmacher über die volköwirthschaftliche und sociale Bedeutung de» Capitalertrage» hielt, fand an den ziemlich zahlreich Erschienenen dankbare Zuhörer. Herr Schloßmacher griff in seinen Ausführungen bi» auf die Uranfänge des Capital» zurück und zeichnete daffelbe bis zu der modernen Entwicklung, ging auf die von einer Reihe Vertreter der Wiffenschaft, Marx, Engel» u. A. verfochtenen Theorien über und wie» besonder» auf diejenigen hin, welche nicht nur in der heutigen, sondern in der Gesellschaft»ordnuug de» Znkunft-staate» al» unhaltbar zu bezeichnen seien. Zum Schluß kennzeichnete er die Beziehungen deS Capital» zur socialen Frage, der Ueberzeugung Ausdruck gebend, daß Die Lösung der socialen Frage nicht auf wirthschaftlichem, sondern auf ethischem Gebiete zu suchen sei.

T. Handwerker Organisation betr. DieSüdwestdeutsche Gewerbezeitung" enthält in ihrer Nr. 2 vom 15. October d. I. einen Artikel, dessen Inhalt maßlose Angriffe gegen die Großh. Centralstelle für die Gewerbe involvirt, und zwar scheinbar au» dem einen Grunde, weil genannte Behörde die Vorstände der OrtSgewerbevereiue auf die Besttmmungeu de» § 108a der Gewerbeordnung hingewteseu und darauf auf­merksam gemacht hat, daß hiernach die Handwerker nur dann zur Handwerkerkammer wahlberechtigt find, wenn fie einer Innung oder einer gewerblichen Bereinigung oder einem Gewerbeverein angehöreu, deren Mitglieder zur Hälfte dem Handwerkerstande angehören. Wenn das oberste Organ de» LaudeSgewerbevereinS die Vorstände der Ort-gewerbevereine auf diese Bestimmung hinweist, so liegt darin doch nur ein ganz natürlicher Beweggrund. Denn wenn nicht geschehen wäre, so hätte doch leicht Klage darüber geführt werden können, daß die Jntereffen derjenigen Handwerker nicht ge­nügend gewahrt werden, welche schon seit vielen Jahren in richtiger Erkenntuiß der erfolgreichen Thätigkeit deS Landes­gewerbeverein» und seiner Ort-gewerbevereine als Mitglieder die Bestrebungen dieser Körperschaften unterstützt haben, ins­besondere für die vornehmste Aufgabe die gewerbliche Ausbildung der Jugend eingetreten find. In der beffereu Ausbildung der Lehrlinge liegt zweifelsohne die Zukunft deS Handwerks, nicht im JnnungSzwang und Befähigungs­nachweis. Es darf daher auch gar nicht Wunder nehmen, wenn die Ort-gewerbevereine als die berufensten Corporatiouen angesehen werden können, die bei der Neugestaltung deS Hand­werks mitreden sollen. Bon den Ort-gewerbevereinen ist schon seit langer Zeit einzig und allein eine wirkliche praktische Förderung deS Handwerks ouSgegangen und zwar mit Wirkung auf alle Zweige des Handwerks. Die OrtS- gewerbevereine im Großtzerzogthum Hesien haben Leistungen anfznwetsen, die allerdings nicht auf dem Gebiete der Sonder- intereffen einzelner HandwerkSzweige gefuoden werden können, sondern lediglich in Förderung der Jntereffen des Gesummt- Handwerks. Muß doch der Schlofler, Schreiner rc. von dem Schlächter, Bäcker rc. leben und sonach einer dem anderen dienen. Es liegt demnach klar, daß die gegenseitigen Jntereffen nicht getrennt, sondern vereint geregelt werden müffeu, um damit gleichmäßig dem Handwerk zu helfen. Nichr da» Gesetz allein kann helfen, sondern der Zusammenschluß aller Gewerbe wird bei richtiger vertheilung der Kräfte für einen Jeden so weit wie möglich vortheilhaft wirken. ES sollte daher kein Handwerker verabsäumen, unverzüglich einem der OrtSgewerbe- vereine als Mitglied beizutreten, um theilnehmeu zu köuueu an den Vortheilen, die diese Corporationen schon bisher ge­boten haben. Die Ausbildung der Jugend die Haupt- aufgabe der Zukunft kann durch eine Innung allein nicht so intenfiv gehandhabt werden, wie dies durch die OrtS- gewerbevereiue und den LaudeSgewerbeverein schon bisher geschehen ist. Die Bereinigung sämmtlicher Handwerker würde

aber in Bezug aus § 103 a der Gewerbeordnung noch den weiteren Bortheil haben, daß bei der Wahl der Mitglieder der Haudwerkerkammer eine sachgemäße Berücksichtigung aller Gewerbe ohne Schwierigkeit ermöglicht werden würde, ein Bortheil, der nicht erst bann eingesehen werden möchte, wenn e» vielleicht zu spät ist. Man hüte fich vor Allem, den volltönenden Worten: .ZwangSinnung und Befähigungs­nachweis" Gehör zu schenken, denn es find nichts weiter als Köder für die bevorstehenden Wahlen zur Handwerkerkammer, die den besonderen Jntereffen der Vertreter dieser Richtung dienen sollen. AlS ein erfreuliche» Zeichen im OrtSgewerbe- verein Gießen tritt die Tatsache in Erscheinung, daß tu jüngster Zeit mehr denn 80 Handwerker als Mitglieder bei­getreten sein sollen und daß noch mehr Beitrittserklärungen zu erwarten find.

hessischer Stätztetag. Ju Ergänzung unserer gestrigen Notiz theilen wir nachstehend nochmals die Berathungögegen- stände deS in Darmstadt am 4. November stattfiadenden 6 Hess. Städtetag-, sowie die Namen der Referenten mit:Bestimmungen Über die Besetzung der Subaltern- und Unterbeamlenstellen in der Verwaltung der Gemeindeverbände mit Militäranwärtern", Referent: Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner-Maiuz, (Korreferent Herr Bürgermeister Reff in Bingen/Ausschlag und Erhebung der Gemeindesteuern", Referent Herr Oberbürgermeister Gnauth - Gießen, Cor- refereut: H:rr Oberbürgermeister Küchler-WormS/Ver­pflichtung der Städte zur Unterhaltung der Staatsstraßen innerhalb der Stadtbezirke". Referent: Herr Beigeordneter Baurath Kuhn«Mainz, (Korreferent: Herr Beigeordneter Wolff-Gießen.

* Karloffelloger. Aus Landwirthen in Hessen, nament­lich auch Oberhessen hat fich dieser Tage in Frankfurt eine Bereinigung von Kartoffelproducenten gebildet zur Regelung de» Kartoffelabsatzes zu angemeffenen Preisen. Bis jetzt find 13 Kartoffelproducenten betgetretev. In den Kellereien des Frankfurter Bolk-gartens soll während des Winters ein Lager von mehreren 100 Centneru Kartoffeln unterhalten werden.

t Zur Belehrung. Hin und wieder machen Leute die Elfahrung, daß ihre schriftlichen Eiuspruchserhebuugen gegen amtsgerichtliche Strafbefehle kostenfällig zurückgewiesen werden, weil die Recht-mittelformalitäten nicht hinreichend gewahrt worden find, sodaß die bett. Beranzeigten dann meistens infolge Fristablauf» nicht mehr daS Betsäumte uach- holen, vermeintlich unbegründete Bestrafung nicht mehr von fich abwenden können. Es sei daher für Laien darauf hin- gewiesen, daß die Erklärungich erhebe Einspruch" rc. auch vou dem Beschwerdeführer unterschrieben werden und vor Ablauf der mit der Zustellung deS Strafbefehl» begin­nenden einwöchigen Frist bei Gericht eingegangen sein muß. Wird diesen Erfordernissen nicht genügt, dann gilt der be- abfichtigte Einspruch als nicht eingelegt und erlangt der Strafbefehl die Wirkung eine» rechtskräftigen UrtheilS.

Getreidelagerhäufer. Bon einem Mitglied der zweiten Kammer ist ein Antrag eingelaufen, nach dem Borgang anderer deutschen Bundesstaaten Kotn-Lagerhäuset auf Staatskosten zu erbauen und diese gegen billige Pacht den genossenschaftlichen Organisationen der Landwirthe zur Ver- fügung zu stellen. Der betreffende Antrag hat folgenden Wortlaut: Die Regierung zu ermächtigen, zum Zwecke der Erbauung von Korn- und Lagerhäusern auf Staatskosten in den dafür geeigneten Landesbezirken einen Betrag bi» zu 500000 Mk. aufzuwenden. Die hierzu erforderlichen Mittel find auf dem Wege des StaatScreditS zu beschaffen und der Betrag in das Budget für daS Jahr 1897/1900 einzustellen.

Arbelter-Fahrkartea. Den Inhabern der Arbeiter- Fahrkarten kann nunmehr in den Fällen, wenn sie bet der Fahrt noch dem Arbeitsorte am Montag Früh, ober am Tage nach einem Feiertage zu spät auf ber Arbeitsstelle ein- treffen würden, ober wenn Nachtschichten eingeführt siad, ge­stattet werben, schon am Sonntage, bezw. an dem be­treffenden Feiertage zu fahren und zwar ohne Nachlösuug vou irgendwelchen Fahrkarten. "-***-

* Unfallversicherung für Studireude ber Chemie und Physik. Man schreibt derFrkf. Ztg." aus Heidelberg: Eine sehr zweckmäßige Neuerung ist an der hiesigen Uni- v erst tat zu Beginn dieses Semesters getroffen worden. Bon Seiten der zustäudigen akademischen Behörden ist nämlich mit einem BerficherungSverein ein HnfallversicherungSvertrag für Angehörige der Universität mit folgenden Bestimmungen abgeschloffen worden: Die Studirendeu der Chemie und Phyfik werden gegen Unfälle, die ihnen während des Unter- richte», bei Vornahme von Hebungen ober bei Exkursionen in Begleitung be» Lehrers zustoßen, versichert, unb zwar er- halten fie als Entschäbigung bet blelbenber Arbeitsunfähigkeit eine jährliche Rente von 2000 Mk., bei blelbenber theil- weiser ArbeitSunsähigkeit eine entsprechend, nach dem Grabe ber Arbeitsunfähigkeit zu bemeffenbe jährliche Rente ober ein­malige AbfinbungSsumme. Für alle Stubireuben ber Chemie unb Phyfik ist diese Versicherung von Seiten ber vorgesetzten akademischen Behörbe obligatorisch gemacht worben, unb müssen bie Prämien, welche burchschnittlich für btt Theil- vehrner an practischen Uebungen 3 Mk., unb für Stubirenbe, die nur an btn chemischen und physikalischen Experimental Vorträgen theilnehmen, 10 Pfg. betragen, zu Beginn be» Semester» beim Belegen ber Vorlesungen auf der Quästur bezahlt werden. Diese ganze Elurtchtuug ist jedenfalls mit Freuden zu begrüßen.

» Wetterbericht, vom atlantischen Ocean scheint nun­mehr eine Depression gegen den (Kontinent allmählig Vor­dringen zu wollen unb ist namentlich über Jrlanb baß Baro­meter gesunken. Ueber bem größten Thetle Europaß bauen aber bie Herrschaft beß hohen Druckt- unb bamit ba» theil» heitere, theil» nebelige Wetter noch an. Voraussicht- licht Witterung: Zunächst noch meist heiteres ober nebe­lige» Wetter, unter Tag» etwa» wärmer.

-th- Alttistadt, 29. October. Innerhalb fünf tagen st bereits etc zweiter Unglücksfall in ber Nähe unsere» OrttS durch Unvorfichtigketk bei Fuhrwerken vorgekommen. Bluttriefend kehrte gestern Abend ber in seinem langjährigen treuen Postdienste ergraute hiesige Lanbbriefträger Peppler von seiner auswärtigen Tour zurück. Er hatte von Liobheim au» bie Fahrgelegenheit be» Metzger» unb viehhäublerS Willy Golbschmidt vou hier benützt. Unterweg» tarn ein mit zwei Pftrben bespannter Leiterwagen ohne Laterne in raschem Tempo entgegen. Trotzdem Golbschmidt genügtnb aarzu­weichen suchte, rannten bie beiben Wagen mit solcher Wucht toiber elnanber, baß bie Insassen be» leichten Wägelchens mit ber Laterne, welche Peppler in ber Hanb hielt, von ihre« Sitz herabgeschleubert würben, während ber unbekannte Lenker beS anberen Fuhrwerk», ohne sich um bie Verunglückten zu kümmern, davonjagte. Golbschmibt ist ohne Schaden durch- gekommen, Peppler dagegen war so ungünstig gefallen, baß er am Kops und an der einen Hand stark blutete unb außer­dem eine Verletzung der rechten Schulter erlitten bat; ferner mir bie Uniform be« Briefboten zerrissen, die Laterne zer- trümmert und ein Theil beß Zuggeschirr» beschädigt Nach- bem Peppler in ber am Eingang unsere» Orte» gelegenen Wirtschaft von Rahn notdürftig abgewaschen worden war, mußte er fich sofort zum Arzte begeben.

Darmstadt, 29. October. Vor ber Abreise beß russischen Kaiserpaareß kamen zahlreiche Orb en unb werthvolle Ge­schenke zur vertheilung. Bet ber Polizeiverwalmng erhielten folgende Herren Auszeichnungen: Regierungßrath Weber ben Stamslauß-Orben 2. Kl., sämmtliche fünf Revier- co mmtffäre bie große golbene Medaille beß StanißlauS- Ordens, die Wachtmeister Knörzer unb Appel bie Leine golbene Mebaille, bie Schutzleute Scharmant,, Geter, Peter, Gleiß, Fine, Damme l, Ort wein, Sammt- leben, Schellhaaß, Hür tzinger, Müller, Heleine bie silberne Mebaille beß Stanlßlauß Ordens.

Darmstadt, 29. October. Bel den heute Abend beendeten Wahlen zum Gewerbcgericht, daß in Kürze hier In Function treten soll, ging bei ben Arbeitgebern ber von ben Vorstäuben ber verschiedenen gewerblichen unb Handel» vereine usw. gemeinsam aufgestellte Wahlvorschlag, btt Ver­treter verschtebeuster ErwerdSzwetge enthält, durch, bei den Arbeitnehmern die von den Gewerkichasteo (Toclaldemokrateu) aufgestellte Liste. 14pCt. ber Arbeitgeber und 16pCt. der Arbeitnehmer machten von dem zustehenden Wahlrecht Gebrauch.

Mainz, 29. October. In ber heutigen Sitzung ber Stabtverorbneten kam bie Eingemeindung von Kastel zu Mainz zum ersten Mal ausführlich zur Sprache. Der Oberbürgermeister bezeichnete bie (Slngtmelnbung gewisser­maßen als eine Lebensfrage für Mainz, baß im Concurreuz- kampf mit bem fich ber Fürstengunst erfreuenden Wiesbaden, dem durch seine finanziellen Mittel unb Welthanbel stet- zu- nehmenben Frankfurt unb bem burch eine weitsichtige Re­gierung geförderten aufblühenben Mannheim steh,'. Zwischen den Gemeindevertretungen von Kastel und Mainz sei man biß über die Octroifrage über die Bedingungen bereit» einig, und auch dieser streitige Punkt sehe einer Erledigung entgegen. Da fich nun inzwischen fremde Firmen für baß burch die Erweiterung be» Festungßgürtelß sreiwerbenbe Gelänbe interesfirten, so sei nöthig, sofort bie nöthigen Vorarbeiten b. h. Aufstellung von Plänen unb Voranschlägen zu machen, auß welchen zu ersehen, waß daß frei werdende Festungs­gelände werth unb zu welchem Preis baßfelbe verkäuflich ge­macht werden könne. Der für biefe Vorarbeiten geforderte (Kredit von 10000 Mk. wirb einstimmig bewilligt. Ferner machte ber Oberbürgermeister bie Mitteilung, baß er sich mit ber hiesigen Eisenbahndirection wegen ber in ber letzten Zelt ungeheuer häufenden Verkehrsstörungen in- Be­nehmen gesetzt habe unb ihm alß Ursache bie sprunghafte Ver­mehrung de» Güterverkehrs sowie bie mangelhafte Beschaffen­heit ber Bahnhöfe bezeichnet worben sei. Abhülfe sei zu er­warten, indem die neuen Bahnhofßanlageo bereits im Plane genehmigt und die Vermehrung de» Maschinen- unb Wagen- materialS sowie deS Personals beschlossene Sache sei.

lieber den Druck und Verlag der Bibel in England.

In der Queen Victoria Street, London, nahe dem Anwesen derTimes", ftebt ein massiv gebautes, imposantes Haus, in de» die «British and Foreign Bible Society" rhr Dornicil ausgeschlag» bat. Hier befindet sich dre fernste Sammlung von britischen Bibeln in der Welt, berühmte und seltsame Exemplare, in allen Formaten, von der größten bis zur kleinsten; sie alle haben biet aus Stellage,, vom Erdboden bis zur Decke reichend, einen sicheren, wohlgehüteten Ruheplatz gesunden.

Exemplare des 16. Jahrhunderts, einige unversehrt erhalten, andere durch römisch-katholische Censoren der dunklen Jahrhunderte verstümmelt, die ganze Seiten oder Theile mit mattrother Farbe be­schmierten; Bibeln mit eigenhändigen Unterschriften von Könige« und Königinnen, die längst zu Staub geworden sind; die sogenannte The Wicked Bible-, im Jahre 1631 hergestellt, in der stehl: .The, Sait Commit Adultery, das heißt: .Du sollst Ehebruch begehen , welcher Jrrlhum dem unglücklichen Verleger eine Strase von 1000 Mk. nach damaligem Gelde einbrackte; die sogenannteThe Breecke» Bible-, im Jahre 1600 verausgabt, in der von Adam und Eva ge­sagt wird:Bered ßg leaves together and mayde themselves breechee», das heißt:Sie näheten Feigenblätter zusammen und machten fit Hosen-; sie Alle stehen friedlich nebeneinander als Zeugniß be» menschlichen schaffenden Geistes und seiner Irrungen.

Hier befindet fick das .Geneva-Testament' vom Jahre 1557 das erste in Serien gedruckte Exemplar; fernerTindale Pentateuch vom Jahre 1530; bie Coverdale- und Mathew-Bibeln vom Jahr« 1535 und 1537 respective. .....

Der Gründer der christlichen Religion hinterließ keine schrift­lichen Aufzeichnungen, keinem Apostel wurde die Aufgabe auferlegt, solche vorzunehmen und Keiner, soweit bekannt, that aus eigene» Antriebe. St- Matthäus und Johannes schrieben viele Jahre nack dem Tode des Meisters über dessen Leben und Thaten, aber t* existirt keine geschichtliche Persönlichkeit, die jemals diese Original- Aufzeichnungen gesehen hat und keiner der alten Geschichtsschreiber, im Besitz deren Werke wir sind, hat jemals irgend welche Erwähnung gelhan oder darauf Bezug genommen. Kein geschriebenes Manuscrwt innerhalb dreier Jahrhunderte nach dem Tode Christi ist jemals ooi einem modernen Augc erblickt worden. ES würde zu weit tübrea, hier näher auf dieses Gebiet einzugehen, welches für eine theologische Abhandlung paffend ist.

Die Sibel n bie*

LLZ

beide hdben gn«W n7 cngmal rtbr oiet n?cniüe: Zwn |U Aont), Zt vier Quelle' iunq keS vierte eunitf und Ävi gmdenoätern rc.

Aus diesen 1 tericbiebenbetten i burtb sind bie roi tonen erfolgt un lauen in Zulunst tzs mochte Proceß der tzersi > - Snlereflontcß . neid) der groß; rrforb, wo der; M .Üngewöhnli ' n iyüdiern un fie ungltid) den bevorstehenden,1 ja »aim durch de vollauf jur

Die Oxford hirtibt ieü meh Bibeln 36t erstl 'i.ihümlich durch reip. drucken mülT ifligen Sebäulickk ein großes Frontg schließendem Nüct Raum mit schönen 6e|<, Sorrectur- i um kommen, daß einziger Art und I enthalten einen ,r in einer Lebenszei in irgend einer er wart; biet sind se hole aller wilden solche abiulauschei unseren Augen u nchiige Tragweite ballen.

An einem bt Broschüre in Peslu «her Ufanufcripte, iS JaJre - man -'mmm Hal. ® WJtyt Laren, von Rufend Aötheilungen Primen unb Mic ßoo einfache Zeichen nur den tzeiuchn ein llüde noibig Hal, fa etide gebraucht.

Die Liuckerei ivm allen anderen l6,n Teebüchsen, n ""erden durch hausi tweti. wodurch ber icMfre des Metall Wrexen Dhee<8onsum '«ier düchsen vorh Ihn früheres, -'"rhaus, wo Mill 'n den Äuchbinber T4',tn 'N,tou n «esiellung it. llilern hiervor gjttrj» fabrijitt gebrückt, B L^^Men bi i,n?W und ei * dn sich ! n\^nntfltfegt 1 '"'^"°lbehlml i.jnöia Paper», bi , j-a? .)nbia t '"ker ßerstelli verftellu

WA, ,runfl und babu: . 3m0abrei84 ! ff brachte I «h

3'crl, .x Papier

«-OhonM blTle » waaJT; an den w Papier unb

in bebrS iu dein Lr i

" ' der