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30.11.1897 Erstes Blatt
 
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Umtlkbcr TheN.

Gießen, den 24. November 1897.

Die

Orotzh. KreiS-SchltlcommWon Gießen

an die Schulvorstände de- Kreises.

Nachstehende- Mintstertal-AuSschreiben theiien wir unter bem Auftrage mit, die Schalverwalier und Schulgehülfen auf dessen Inhalt noch besonders aufmerksam zu wachen.

b. Gageru.

Darmstadt, deu 15 November 1897. Betr.: Die Verwendung veihriratheter SchulamtLaspiranten. Das Großh. Ministerium des Innern Abtheilung für Schulangelegenheiten ein die Grotzherzoglichen Kreisschnleommisftonen.

ES ist in den letzten Jahren öfter vorgekommen, daß Schulamtsafptrauteu zur Eheschließung schritten, ohne daß eine genügende materielle Grundlage für Gründung eines Hausstandes vorhanden gewesen wäre. Als besonders miß« ständig muß es bezeichnet werden, daß manche sich vor Ab­legung der Drfinitorialprüsung verheirathet haben, einzelne schon im Alter von 21 bis 22 Jahrea. Abgesthea davon, daß solche verfrühte Eheschließungen nicht selten rasch zu einer finanziellen Nothloge führen, wtederftretten fie auch tu mehret'N Beziehungen dem Jnterrsse des Dienstes, da einer« seit- die Vorbereitung für die zweite Prüfung und die gerade in den ersten Dienstjahren so nolhwendtge Weiterbildung unter den Sorgen für die Erhaltung der Familie zu leiden Vaden, anderseits die Verwendung und Versetzung ver- heiratheter Schulverwalter wegen der Rückficht aus die Um- zugSkosten und WohnungSverhältuisse schwieriger ist, als die der uuoerhriratheten. Den häufig rtnlausendeu Gesuchen oerheiratheter Schulverwalter um Zurücknahme oder Ab­änderung von VersttzungSökereten kann der Regel nach nur unter Verletzung wichtiger dienstlicher Interessen oder unter unbilliger Benachtheiligung unverheiraiherer Aspiranten ent- sprocheu werden. Wir empfehlen Ihnen deshalb, die Schul- grhülsen und Schulverwalter Ihres Kreises darauf aufmerksam zu machen, daß bet Verwendungen in erster Linie das Interesse des Dienstes maßgebend fein muß, daß auf dir verhetratheten Aspiranten eine besondere Rücksicht n chr genommen werden krun, und daß fie es lediglich sich selbst zuzuschreiben hoben, wenn fie unter Umständen eine ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechende Verwendung für kürzere oder längere Zett nicht finden können. Zugleich wollen Sie yeeignete An­ordnung treffen, daß die Schuiverwaltrr (Schulgehülfen) Ihre» Kreises für den Fall ihrer Verheirothung spätestens 8 Tage nach Abichlteßung der Ehe auf dem ordnungsmäßigen Dienstwege Anzeige an Sie gelangen lassen. Wir wollen dann in jedem einzelnen Falle Ihrem Bericht entgegensetzen.

v. Knorr.

de Beauclair.

Die Marine-Borlage.

Die Regierung hat sich nun doch bewogen gefühlt, noch -vor der Eröffnung des Reichstag- den Inhalt des Gesetz« entwursS zu veröffentlichen, welcher die Neuforderungen für unsere Flotte enthält. Wir nehmen an, daß die Marine- Verwaltung nicht früher in der Lage war, ihren Plan zu veröffentlichen, sonst müßten wir unser Bedauern darüber auS- sprechen, daß die« nicht schon früher geschehen ist. So viele vage Gerüchte und Combinatlonen hätten nicht entstehen können und so vielen Preßtreibereieu wäre der Boden entzogen worden. Gehen wir kurz auf den Inhalt deS Gesetzentwurfs ein, so treten wir, daß die Regierung neu fordert sieben Linien- schiffe, zwei große und sieben kleine Kreuzer- dagegen wird die jetzige Zahl der Küsteopanzerschiffe für genügend erachtet. Der uormirte Flotteubestand soll bis zum Schluß de-Rrchnungs« jahreS 1907 erreicht werden. Die gesetzgebenden Factoreu sollen darüber Beschluß fassen, wie groß die Marine sein soll und tu welcher Zeit sie beschafft werden kann, damit die er­forderlichen Mittel alljährlich verfassungsmäßig veranschlagt und tu den Etat eingestellt werden können. Der Regierung kommt bei der Vorlage sehr, zu statten, daß ihrer lieber« zeuguug nach des Flottengesetz durchgeführt werden kann, ohne daß neue Steuern oder besondere Anleihen erforderlich find. ES wird vielmehr bestimmt angenommen, daß die Deckung "bet uöthigstea Mittel in jedem Jahre auf dem bisherigen budgetmäßigen Wege vollzogen werden kann. Daß zum Zwecke

Deutsche» Reich.

Berlin, 27. November. Nach einer ziemlich gut ver­brachten Nacht schreitet, wie diePost" meldet, bei dem Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein die Besserung langsam aber stetig vorwärts. Auch heute verweilte die Kaiserin längere Zeit am Krankenlager ihre- Bruders.

Kiel, 27. November. Wie gemeldet wird, soll der Kreuzer erster KlaffeKönig Wilhelm" in Wilhelmshaven und der Kreuzer vierter KlaffeSchwalbe" in Kiel in Dienst gestellt werden, um mit zur Formation der zweiten Kreuzerdivtsion für China zu dienen. Die für beide Schiffe nöthige Besatzung wird das Panzerschiff erster KlaffeWörth" stellen, welches zu diesem Zweck außer Dienst gestellt werden wird.

Frankfurt a. M., 27. November. DerFranks. Ztg." wird auS Amsterdam telegraphier: Die Krönung der Königin wird am 6. Deeember nächstenJahreS fiattfindeu.

Kreuznach. 27. November. Prinz Heinrich von Preußen stiftete einen Ehrenpreis für den Pfingsten 1898 statlfindenden GesangSwetistreit.

Pion, 27. November. Amtliches Wa hlrefultat. Bei der am 23. ds. im 9. SchleSwig«Holsteiv'schen Wahl« kreise (Plön-Oldenburg) stattgehabten ReickStagSersatzwahl wurde v. Tungeln, Hosrtchter in Schmöl (wild-conseroativ)

der Durchführung des Flottenplaues eine erhebuche Ver­mehrung deS Personals vothwendig sein wird, ist selbstver­ständlich - aber die Regierung glaubt zuversichtlich, daß die Erhöhung der Zahl von Offizieren und Mannschaften keine besonderen Schwierigkeiten machen wird, ebenso dürste fich die Ausbildung des neuen Personals vollziehen lassen.

Nun wissen wir wenigstens, woran wir find, denn daS Dunkel, welches bisher über den Marineplänen der Regierung lag, ist jetzt gelüftet. Wir wollen die Vorlage ganz objectiv beurtheilen, ohne uns auf einen Partetstandpunkt zu stellen. Wir find nicht Diejenigen, welche unter leinen Umständen der Regierung ein einziges Schiff bewilligen wollen, schließen un« aber auch nicht der Ansicht eines Berliner Blattes an, welche- über die Bescheidenheit der Regierung jammert und nicht begreifen kann, wie fich die letztere solche Mäßigung hat auferlegeu können. ES bleibt immer zu bedenken, daß der Reichstag bei der Bewilligung der Marineavforderungeu der ausschlaggebende Factor ist und daß die Stimmung unter der Mehrheit der Parlamentsmitglieder der Vorlage gegen­über nicht ohne Wettere- als eine günstige bezeichnet werden kann. Deßhalb hat die Regierung unserer Ansicht nach sehr wohl daran gethan, sich auf das Allernothwendigste zu be­schränken und fich nicht der Gefahr auSzusetzen, fich vom Reichstage nachweifen zu lassen, daß fie über baS Bedürsniß hinauSgegangen sei. Damit würde Alles verdorben gewesen und nicht wieder gut zu machen sein. Große Hoffnungen, daß ein im nächsten Jahre neu zu wählender Reichstag anderer Meinung sein wird als der jetzige, soll fich die Re­gierung nur nicht machen, wir glauben vielmehr, daß bet einer Auslösung der Volksvertretung die Opposition noch ge­winnen wird.

Niemand wird sich der Einsicht verschließen körnen, daß Deutschland zum Schutze seines Handels, im Jusercffe unserer Industrie und nicht zum Geringsten zum Schutze seiner Unter« thanen in überseeischen Ländern einer genügend starken Flotte bedarf. Wir brauchen sie zur Vertheidigung unserer Küsten und unserer Hafenplätze und fie hat einen Werth bei der Ab­schätzung unseres Ansehens im Au-laude. Gerade die Er­eignisse der letzten Wochen und Monate haben deutlich ge­zeigt, welche Folgen die Vernachlässigung unserer maritimen Streitkräfte zur See nach fich ziehen kann. W.r müssen auch mit unseren Colonien rechnen - man mag über den Werth derselben denken, wie man will, Jedermann muß aber zuge­stehen, daß unsere Landsleute in den Colonien eines starken Schutzes nicht entbehren können und daß es unser Ansehen bet den Eingeborenen aufS Spiel setzen hieße, wenn wir uns in dieser Hinficht allzu großer Vernachlässigungen schuldig machen würden. Daß unsere Flotte einer Ergänzung dringend bedarf, wenn fie auf der Höhe der Zett bidben will, ist außer Frage, da ja mit den Jahren die Gelegenheiten, bei denen sie ihrer Pflicht nachkommen soll, erheblich gestiegen find. Schon allein unser Handel sucht sich immer neue Absatzgebiete und erschließt sich stets neue Quellen, die dem großen deutschen Baterlande direct oder indirect Nutzen bringen.

Hoffen wir, daß der Reichstag bei der Berathung der Marinevorlage nicht allein vom Standpunkte der Parteien aus feine Entscheidung trlffr, sondern vor allen Dingen da- Allgemeinwohl, die nationalen Interessen dabei im Auge hat.

(xx)

- mit 8177 von 16210 abgegebenen Stimmen gewählt. Hoick, ! Pastor a. D. in Hamburg (sreis. Bereinigung) erhielt 1400, I Hofbesitzer Schmidt in Havighorst (freis. Volkspartei) 1785, Redacteur Damaschke-Berlin (national-social) 2148 und Wein- heber-Plön (Soc.) 2695 Stimmen.

Ausland.

Wien. 27. November. Bei dem heute Mittag statt- gehabten Zusammenstoß zwischen Studenten und Polizisten wurden mehrere Studenten und Polizisten, darunter ein Student schwer, verwundet. Der Abgeordnete Wolff wurde auf Befehl des JustizmtnisterS wegen Ein­dringens in das Abgeordnetenhaus dem Landgericht ehu geliefert. Der heutige schnelle Schluß der Abgeordneten- haussitzung erfolgte wegen Eingreifens Dr. Luegers. Der­selbe begab sich, tote verlautet, nachdem er vorher mit den Obmänner« aller Obstructionssparteien conferirt hatte, zum Grafen Badeui und erklärte diesem, daß er bet der Fort­dauer der jetzigen Zustände, als Bürgermeister von Wien keine Garantie mehr für die Aufrechterhaltung der Ordnung Übernehmen könne, und fich gezwungen sehe, dem Kaiser über die unhaltbaren Zustände Bericht zu erstatten. Auf diese Eröffnung hin soll Badeui fich bereit erklärt haben, die Sitzung zu fiftireu und einen Modus zu suchen, damit wieder Beruhigung etntreten könne.

Wien, 27. November. Ein Artikel derReichswehr" stellt fest, daß sich bei den gestrigen Vorfällen im Ab­geordnet en h ans e nicht mehr um einen Kampf gegen die Sprachenverordnung Seiten- der liberalen Opposition han­delte, sondern, daß die internationale Sozialdemokratie, welche lauernd abseits stand, solange eS fich nur um die Sprachen- Verordnungen, nur um Klagen der Deutschen, um nationale Gesetze, um deutsche und czechische Bourgeoisie handelte, jetzt ihre Zett gekommen sehe und sich anschicke, ihr ZerstörungS- werk gegen Staat und Reich zu vollenden. ES handele fich nunmehr um ein Letztes, um die Thal, die mit zwingender Nothwendigkeit den Zwang zum Schutze der Ordnung her- ausfordere, um den Kampf gegen die Ordnung selbst richten zu können. Der Artikel fragt, ob jetzt die kämpfenden Deut­schen auch weiter ihre Ham und ihre nationalen Interessen, die fie vertreten, für die Ideale der österreichischen Sozial­demokratie zu Markte tragen wollen. Für den Staat gelte die Beantwortung der Frage, ob die staatliche Ordnung vor dem Tumulte einer Parlamentßmtnorität zu capttulire« habe. In dem Streite einer biß zum Wahnsinn getriebenen Leidenschaft müsse die Sache beß Gesetze- und der Ordnung unverrückt bleiben, und wenn die Sozialdemokratie eineß Tage- die Führerrolle der Opposition an fich reiße, so stellt fie fich vor eine Barriäre, welche keine gefammte Opposition zu überspringen vermöge. Das sei die StaatSautorität der kaiserlichen Regierung. Diese Autorität werde nicht weiche« und könne nicht weichen, weil fie nicht dürfe und weil fie die Kraft habe, niemals zu müssen, wenn die Pflicht und daß Staatßintereffe Widerstand gebieten. Wenn je ein Tag, so habe der gestrige die Nothwendigkeit der kaiserlichen Regie­rung dauernd erwiesen.

Loudon, 27. November. Daß Bureau Dalziel meldet auß Shanghai: Der deutsche Gesandte, Baron Hayking. präsentirte in Pecking die Forderung der deutschen Regierung. Dieselbe schließt ein: Die Entdeckung und Hinrichtung der Mörder der deutschen Missionare, Bestrafung aller daran be- theiligten Beamten, Wiederaufbau der zerstörten MisfiouS- gebäube und Entschädigung von 600000 TealS an die ver­wandte« der Ermordeten. Außerdem verlangt die deutsche Regierung eine erhebliche Entschädigungssumme für die Flotteu-Expeditiou und die Erhaltung der in der Kliao-Tschau- Bucht gelandeten Besatzung. Die chinesische Regierung er­widerte, Kliao Tschau müsse geräumt werden, ehe sie über die deutsche Forderung bißcutlren könne. Baron Hayking lehnte diese Bedingung ab. Infolgedessen ist eine Stockung In den Verhandlungen eingetreten. Tschaukanjau, der com- mandirende chinesische General von Kiao-Tschau, welcher fich unter den Schutz deS deutschen Befehlshabers gestellt hat, soll von dem chinesischen Krieg-Ministerium zum Tode ver- urthetlt worden sein.

Athen, 27. November. Au Stelle Mauro CordatoS find zwei Bevollmächtigte zu den Fried ens ver Han dluoge« io Coustautiuopel auSerseheu. Edhem Pascha ist auS Larissa iu Bolo eingetroffen, wo er voo den Truppen begeistert empfangen wurde.

Wolff- telegraphische- Correspondmr-B-rea».

Wien, 28. November. Der Kaiser hat die vo« Miuifterpräfideuteu GrafenBadeui unterbreitete Demission