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30.7.1897 Erstes Blatt
 
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Ottensen, wo auch Klopstock ruht, bestattet! Auf Ersuchen von Magdeburg aus ist dort die bisher unbekannte Grab­stätte gesucht worden- man tst zwischen zwei Grabsteinen im Zweifel. In der Mitte beider soll deshalb das Denkmal stehen.

Eine unfinnige Wette mußte der Klotzmacher B. in Magdeburg mit dem Tode bezahlen. Er verpflichtete fich, innerhalb einer Stunde 40 Schnitt Bier auszutrinken. Nach dem 31. Glase fiel B. befianungslos vom Stuhl und mußte nach dem Neustädter Krankenhaus geschafft werden, wo ein Schlaganfall dem Leben des sonst nüchternen, fleißigen Mannes ein Ende setzte.

* Zu 8 Monaten und 3 Wochen Gesängniß wurde in Erfurt ein Arbeiter verurtheilt, weil er seinen Regenschirm In das Rad eines Radfahrers gesteckt, den Radfahrer zu Fall gebracht und dann noch geschlagen hatte.

* Katt, 26. Juli. Zu den bereits gemeldeten Erkran­kungen mehrerer hiestger Personen infolge Fleischvergif­tung gibt da» hiesige Bürgermeisteramt eine ausführliche Darstellung des Sachverhalts, der wir die folgenden An- gaben entnehmen: Am 20. ds. Vormittags erstattete Dr. med. Reipen von hier bei der hiesigen Polizeibehörde d>e Meldung, daß die 51 Jahre alte Wittwe Peter Josef Duckscheid und deren vier Kinder an Wurstvergiftung er­krankt seien. Am Nachmittag desselben TageS theiltr Dr. med. Schulte der Polizeibehörde mit, daß auch der hier wohnende Wirthschaftsverwalter Leh in der Nacht zum 19. d. unter Vergiftungserscheinungen nach dem Genuffe von Hackfleisch erkrankt sei. Die sofort angestellteu polizeilichen Ermittelungen ergaben Folgendes: Das vom Verwalter Leh genoffene Fletsch ist am Sonntag Nachmittag (18. d.) von dem Metzger Adolf Effer, Mühlheimerstraße 35 hier, gehackt geliefert und zwischen 7 und 8 Uhr desselben Abends hon Leh gegessen worden. Schon in der Nacht trat die Er­krankung unter BergiftungSsymptomen ein. Bei einer Nach- suhung im Hause des Metzger» wurde von dem fraglichen Fleische nichts mehr, wohl aber ein Packet sogenannten Präserve-SalzeS (Meat Preserve Crystal) von Kleesattel, da» dem Hackfleische von vielen Metzgern immer noch zu- grsetzi zu werden pflegt, vorgefunden. Der Metzger be- dlluptete, er habe dem von ihm selbst am Sonntag gehackten Fleische, das der Verwalter Leh kaufte, kein Präservemittel zuletzt, wohl aber habe er am Freitag durch seinen er­wachsenen Sohn eine Menge Hackfleisch im Gewicht von Kgr. mit dem Präservesalz präpariren lassen, das bereits am Sonntag Nachmittag verkauft gewesen sei. Ferner wurde festgestellt, daß die Wittwe Duckscheid außer der Wurst eben­falls von dem Fleische des Metzgers Esser genossen hatte, und daß sie und ihr 17jähriger Sohn, die am meisten von dem Hackfleische zu sich nahmen, schwer, dagegen drei andere Kinder der Wittwe, die nur wenig gegessen, leicht erkrankt nuten. An demselben Abend und am andern Morgen wurden noch weitere erkrankte Personen, die auch von Effer bezogenes Fleisch gegessen hatten, ermittelt; im Ganzen find 15 Männer, 12 Frauen und 9 Kinder an Fleischvergiftung erkrankt. In den der königl. Staatsanwaltschaft übergebenen Verhandlungen der Polizeibehörde ist die Thatsache feftgestellt, daß die erkrankten Personen Fleisch, da» sie von dem ge­nannten Metzger kauften, theil» mit, theils ohne Conser- birungömittel und theilS in roh m, theils in gekochtem Zu- fiande genossen hatten. Da» Gutachten der Sachverständigen Imitet dahin, daß in der Wurst sich keine schädlichen Be- fiandtheile befunden haben; somit sei anzunehmen, daß die Ursache der Erkrankungkn wahrscheinlich auf den Genuß deS Fleische» von dem Metzger Effer zurückzuführen sei. Außer dem in der Nacht zum 23. d. verstorbenen Dreher Kiel ist gestern Bormittag auch der Verwalter Leh an den Folgen dir Fleischvergiftung gestorben. Die Leichenöffnung ergab bet Kiel vorläufig, daß fein Tod wahrfcheinlich in Folge Vergiftung eingetreten ist; näheres über die Art der Ver­giftung wird wohl die noch ausstehende chemische Untersuchung b s MagenS und anderer innerer Organe ergeben. Die übrigen, theilweise schwer Erkrankten befinden sich nach AuS- jcfle der behandelnden Aerzte sämmtlich außer Gefahr.

Elbing, 29. Juli. In A»eywilken am Schieß- p'atze ArhS sand ein 12jähriger Kaabe einen Zünder. L tzterer explodirte. Der Knabe wurde entsetzlich verstümmelt ötih war sofort tobt. Sein ihn begleitender jüngerer Bruder tvurde schwer verletzt.

In der Absicht, Sperlinge zu schießen, feuerte ein 12jähriger Junge in Hafseuhaufm ein mit gehacktem Blei »kladenes Gewehr ab; er traf dabei leider das 7jährige

Söhnchen des dortigen Einwohners Schober. Der hübsche Knabe, dem die Brust zerschossen war, starb nach wenigen Stunden unter unsäglichen Schmerzen. Möge dieser aber- malige traurige Fall eine dringende Mahnung sein, jedwede» Schießgewehr sorgsam aufzubewahren und vor Kinderhänden zu hüten.

Siu etfteelidjeB Verbot. Wie au» Schwerin ge­meldet wird, hat die Regierung die Abhaltung der großen internationalen Taubenschießen (auf lebende, geblendete Tauben) im Oftseebad Heiligendamm für die Zukunft ver­boten. Dieses Verbot dürfte der energischen Initiative deS Regenten Johann Albrecht zu verdanken sein.

* Pari», 27. Juli. In den beiden letzten Wochen weilte die Exkaiserin Eugenie in Paris. Sie war im Hotel Continental abgestiegen, wenige Schritte von den Tuilerien entfernt. Während ihres Aufenthalte» hat fie das strengste Jncognito bewahrt und, Schneider ausgenommen, sehr wenig Besuche empfangen. Zum ersten Mal seit ihrer Entthronung hat die Kaiserin daS Boi» de Boulogne besucht und dabei die Straße befahren, die früher ihren Namen trug. Gestern ist fie nach England abgereist.

Sarah Bernhardt, die ewig rührige, hat fich ein neue« Kunststück auSgesonnen. Sie wird sich zur Abwechslung ein­mal in die Rolle deSHamlet" versuchen und zwar zuerst vor einem englischen Publikum, nämlich in London Be> kanntlich hat es schon früher einmal einen weiblichen Hamlet gegeben in der Person der Felicita» v. Vestvali, die vor längeren Jahren in Berlin gestorben ist. Die Vestvali er­freute fich wenigstens einer leidlichen Figur, aber die magere Sarah wird auch äußerlich ungewöhnlich starkauftragen" müssen, um ihren Hamlet vorgeschriebenerweisefett und kurz von Äthern" erscheinen zu lassen.

* DaS sogenannte Wetterleuchten, d. h. ein Blitz ohne Donner, wie man e» vielfach beobachten kann, hat bisher noch wenig genauere Untersuchungen erfahren, da man fich damit begnügt, eS als ein fernes Gewitter aufzufaffen, bet welchem nur das Licht der Entladungen, nicht aber der Schall der Explofionen unb bas Echo, welches bas Rollen des Donners erzeugt, zu uns bringt. Wilhelm MeinarbuS führt nun aber aus, baß bte Sache nicht so einfach liegt, baß vielmehr eine akustische Anomalie, eine besondere Beschaffen­heit der Luft, wie sie häufig bei den Nebelfignalen der Leucht- thürwe festgestellt ist, zu Grunde liegen muß, da die Hör­barkeit des Donners 15 Kilometer nicht übersteigt. ES folgt dies daraus, daß beim Herannahen eines Gewitters noch kein Donner gehört wird, selbst wenn der Himmel von den grellsten Blitzen erleuchtet wird, und daß, wenn nach dem Blitze 40 bis 50 Secunden verstreichen, ohne baß Donner hörbar wird, überhaupt keiner mehr zu erwarten ist. Es ist nun aus ben Untersuchungen Mohn« unb Anderer über die Hörbarkeit der Nebelfignale bekannt, daß, wenn da« BrechungS- vermögen der verschiedenen übereinander liegenden Luftschichten stark von einander abweicht, ein in der Höhe erregter Schall selbst bei kleinen Entfernungen nicht zur Erdoberfläche ge­langt, sondern total nach oben reflectirt wird. DaS tritt nun nach MeinarbuS sehr leicht bei den Blitzbetanatianen in ben Wolken ein, weil bie Dichtigkeit«- unb Wärme-Ver- schiebenheiten ber Luftschichten bei Gewittern sehr bebrütend finb und bie Hörweite der Gewitter finkt darum leicht bis auf zwölf oder acht Kilometer herab, während die Blitze immer noch stark, namentlich des Abend« oder Nacht«, herüber­leuchten. Man spricht bann nicht von fernen Nachtgewi tern, sonbern e« heißt:DaS Wetter kühlt sich ab." Jr we ter der Beobachter sich über der Erdoberfläche befindet, desto größer wirb bie Schallweite; sie kann auf da« Doppe te steigen, wenn ber Beobachter fich mit ber Schallquelle in gleicher Höhe befindet. Von diesemsubjeetiven Wetter- leuchten", welches wohl den häufigeren Fall darftellt, muß aber ein durch stille elrctri che Entladungen hervorgebrachte» Wetterleuchten unterschieden werden.

» Dir englischen Pferdewettrennen kosten jährlich Lstrl. 8 000 000. Die Preise im Betrage von Lstrl. 300 000 jährlich find nicht mit darin eingeschlossen. Wa« für Wetten auSgegeben wird, ist nicht zu berechnen.

* Kindermund. Mutter:Aber Karlchen, wie kannst Du zu der Tante sagen, sie sei eine dumme Gan«; sofort gehst Du hin und sagst, daß es Dir leid thut." Karlchen: Tante, es thut mir leid, baß Du eine bumme GanS bist."

* Immer praktisch. Frau A.:Sie haben keine Jbee, wie mein Mann beS Nachts schnarcht." Frau B.:So thut ber meine auch, aber ich habe ein gutes Mittel: sodalb er mit feinem Raspeln beginnt, binbe ich ihm eine Mund­

harmonika unter die Nase und e« wird bie sch önste Mufi barauS!"

Gemitthlich. Gefängnißdirector:Was werden Sie anfangen, wenn Sie diesen Abend entlassen werden, Huber?" Sträfling:Hm, geben Sie mir 'mal einen guten Ratb, wo hier irgendwo was lo«?"

Citeeatii* m«6 R-nst

Soeben gebt uns Band 29 der öl&titr

zu. Was uns aus deren Inhalt besonders lobenswerth genannt zu werden verdient, tst, daß sie die moderne Kunstrichtung, alle« mög­lichst unklar und unvollkommen zu bringen, nicht verfolgen und nur so weit ben neuen Curs mitmachen, als eS auch ein gesunder taten? verstand noch begreifen kann. Jede nicht becente Zeichnung ist strengstens ausgeschlossen und auch textlich ist der alte gute Humor gewahrt, man findet wirklichen unb nicht gesuchten Witz. Die tech­nische Ausführung ist bie gleich sorgfältige wie bisher, bie farbigen Seiten genügen ben höchsten Anforderungen in lithographischem Drucke unb bie schwarzen Zeichungen in Autotypie und Zinkographie stehen voll aus der Höbe her Zeit. Der TitelZeitschrift für Humor und Kunst" ist den Meggendorfer Blättern angepaßt und können wir unseren Lesern die Lectüre dieses schönsten deutschen farbigen Witzblattes nur empfehlen. Wer ein Abonnement beabsichtigt, übet; zeuge sich durch Verlangen einer Gratis-Probenummer bei der Ge­schäftsstelle der Meggendorfer Blätter, München, Schubettfiraße b, vorher von der Richtigkeit des oben G-fagten.

- Als achter Band des sechsten Jahrgangs der Veröffent­lichungen desVerein^ ber Bücherfreunde, Berlin" erschien soeben: ,Au» der Ma-pe eine» »eUt<ratn von Friedt. Freiherr v. Dinckläge-Campe. 24 Bogen. Preis geheftet 5 Mk., gebunden 6 Mk. Eine eigenartige Zusammenstellung von Humor und Ernst, von tiefem Empfinden unb von leichtem Gep.ander bilden Vie 25 Abschnitte diese« Buche». In einer Reihe von Feldzugsnovellen sch ldert ber Vei faffer offenbar Srlbsterlebles und Selbstdeot achtete». Nack 25 Jahren",Frauenfrage",Die SLarte in ber Degen­klinge",Auf fremdem Pferde" ufw. find Erzählungen, die - von frischem Soldatengeist unb echtem Soldatenhumor durchweht dem Leser mit packender Wirkung ©eenen aus dem Kriegsleben vor­führen. Einer besonderen Emvfehlung bedarf die Rooellen-Samm- lung nicht, ber Namev. Dincklage Campe" bürgt für ihren Werth. Den Lesern wirv st- sicher ein paar anregende Stunden buten. Weitere Auskunft über denVerein ber Bücherfreunbe" ertheilt jebe Buchhandlung, fowie bie Gcfchästsleitung, Schall & Grund, Herzogi. Bayerische Hofbuchbändler, Berlin W. 62,

Itaioerfttäte - Nachrichten.

Bonn, 28. Juli. Der außerordentliche Professor in der evangelisch-theologischen Facultät Otto Ritschl ist zum ordentlichen Professor ernannt.

soitkWteutz m r»rr

SamStag den 31. Juli 1897.

Vorabend 780 Uhr, Morgens 8» Uhr, Nachmittags 4 Uhr SabbathauSgang 9 Uhr.

Verkehr, Cant* utifc Volk-wirihschaft-

SS Bermuthshain, 27. Juli. Der heute hier abgehaltene Viehmarkt war in Schweinen gut befahren. Angetrieben waren etwa 300 Stück, meistens sogen. Einlegschwetne, welche fast alle ver­kauft wurden. Das Paar kostete 100-140 Mk. durchschnittlich, junge Sommerferkel, 68 Wochen alt, durchschnittlich 3845 Mk. Fette Schweine unb Zuchtschweine waren nicht vorhanden.

28. Juli. Frachtmarkt. Rother Wei»« X 14,58, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9 50, Gerste X 0.00, Hafer X 6 65.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 29. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag«: Wasser 16°, Luft 15°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

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Schöne Aussichten,

sagte die noch jugendliche Nachbarin. So jung und schon diese Erscheinungen: etgenihümliches Roth, Hautbiüthchen, welke, rissige unb rauhe Haut, was soll das erst später werden? Was muß ich thun. Sehr einfach. Verwenden Sie mehr Sorgfalt auf die Pflege ber Haut. Vermeiden Sie ernstlich den Gebrauch fcharfer Seifen. Waschen Sie sich mit nichts Anderem als Doerings Seife mit der Eule. Diese vortreffliche Damen- und Kinder-Seife, die in der Neuzeit durch Zusatz von edlen Ingredienzien wesentlich Derbeff:rt worden ist, sollte auf keinem Waschtisch fehlen, denn sie ist wirklich das, was zur Erhaltung der Schönheit, Frische und Reinbeit der Haut nothwendig und dienlich ist. Erhältlich überall per Stück 40 Psg. 2094

Bilanz

1.

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4.

5.

am 31. Deeember 1896:

Activa JL H Waarenvorrath . . . 3618.47 Kassevorrath .... 2591.84 Ausstände .... 2120.73 Mobilien nach Abschreib­ung von 10% . . . 144.30 Ausgeliehenes Capital . 146 75

8622.09

Passiva Jt H 1. Aufgmomm. Capital . 1000. i 2. Geschäftsguthaben der

Mitglieder .... 660. 3. Waarenschulden . . . 5150.01 4. Noch zu bezahlende Ver­waltungskosten . . . 288.81

5. Reservefond . . . 595.15

6. Specialreservefond . . 146.75

7. Betriebsrück-age . . . 393.68

8. Reingewinn . . . - 387.69

8622.09

Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1895 . 67

Während 1896 gingen zu . ab . ________________________

Daher Stand der Mitglieder Ende 1896 . . 67

Hausen, den 29. Juli 1897. 7171

Landwirthschaftlicher Conftrmverein,

Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht.

Der Director: Happel. Der Rendant: Freitag.

Bremer

Versicherungs-Gesellschaft.

Die durch das kürzlich erfolgte Ableben unseres langjährigen Ver­treters Herrn Ferdinand Hoffmann frei gewordene Agentur unserer Gesellschaft, haben wir

Herrn Richard Buchacker in Gießen, Neuen Baue 11,

für Gießen und Umgegend übertragen. Wir ersuchen, sich in allen unsere Gesellschaft betreffenden Angelegenheiten an denselben wenden, sowie Vn- sicher -ngen auf Spiegel und Spie^elglasscheiben, Doppel-, Roh- und ein­faches Glas, verzierte und bemalte Scheiben, in Geschäfts- und Privat­häusern, gütigst überweisen zu wollen.

Bremen, 27. Juli 1897. 7153

In Vollmacht der Direction:

C. A. Kramer, Geschäftsführer.

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