Ausgabe 
30.1.1897 Erstes Blatt
 
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Berlin, 27. Januar. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Theodor Barth wird, wie dieVztg." hört, in seinem bisherigen Wahlkreise Hirschberg Schönau sich nicht mehr zur Wahl stellen, sondern gedenkt bei den nächsten Wahlen in Rostock zu candidiren. ZM gM

Berlin, 27. Januar. Wie derVztg." aus Karls­ruhe gemeldet wird, wurde in dem Unheil gegen Lieutenant v. Brüsewitz auch auf Entfernung aus dem Heere erkannt. Der Kaiser habe das erste Urtheil umgestoßen, weil nicht Entfernung aus dem Heere ausgesprochen war. v. Brüsewitz wurde in Begleitung zweier Offiziere in daS Gefängntß zu Freiburg verbracht.

Berlin, 27. Januar. Der deutschen Reichsregierung ist gestern die o f f i c i e l l e Einladung der österreichisch­ungarischen Regierung zur Theilnahme an der internationalen Pestconferenz in Venedig am 10. Februar zugegangen.

Berlin, 27. Januar. Im Anschluß an die gestrige Mit­theilung über den Wiederzusammentrttt der deutsch-russi­schen Zollconferenz erfährt diePost" noch, daß diese ihre Arbeiten jetzt soweit beendet hat, daß eS zum osfiziellen Abschluß des Abkommens nix noch einiger Formalitäten be­darf. Die Drröffentlichung des Abkommens dürfte schon in naher Zukunst zu erwarten sein.

Ausland.

Paris, 27. Januar. DerNord" weiß mitzutheilen, daß Faure im Juli nach Petersburg reisen wird, ein Kriegsschiff wird ihn ffackURußland bringen, ein Panzer­geschwader ihn begleiten. In seinem Gefolge werden ver­schiedene Generale sein. .

London, 27. Januar. DerDaily Telegraph" erfährt auS Petersburg, der Leibarzt deS Zaren habe versichert, daß der Zar wohl sei und eines ärztlichen Beistandes nicht bedürfe. Allerdings mache sich jeder beträchtliche Witterungs­wechsel itn Organismus des Zaren fühlbar infolge der in Japan erhaltenen Wunden. Die Unpäßlichkeit nehme ge­wöhnlich den Charocter von Neuralgie an,- nur ausnahms­weise hätte sich einmal ein OhnmachtSanfall eingestellt. Momentan sei der Zar frei von allen Leiden.

Molffs telegraphisches SorrespondenL-BArrrm.

Berlin, 28. Januar. Der Kaiser empfing Mittags den Staatsminister v. Köller in Audienz.

Berlin, 28. Januar. Der Budget-AuSschuß deS Abgeordnetenhauses lehnte die Erhöhung der Gehälter der Curatoren der Universitäten Greifswald, Halle a. d. S., Göttingen und Marburg von 9000 auf 9500 Mk. ab; des­gleichen die Erhöhung deS Gehaltes des Commandanten des Zeughauses in Berlin von 7800 auf 8300 Mk.

Berlin, 28. Januar. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die Benutzung deS Kaiser Wilhelm-Canals an Stelle der Umfahrt um Cap Skagen bringt eine Er- sparntß an Versicherungsprämien. Nachdem bereits der Ver­ein der Hamburger Affecurateure die bezüglichen Verfiche- rungSsätze herabgesetzt hat, würden hoffentlich auch die übrigen deutschen und ausländischen Versicherungs-Gesellschaften folgen.

Berlin, 28. Januar. Die Nachricht einer hiesigen dorre« spondenz, eS solle dem Ausschuß deS Deutschen Handelstages ein Antrag auf Vergrößerung des StammcapitalS der Reichsbank zugehen, wird von derNordd. Agem. Ztg." nach Erkundigung an zuständiger Stelle für vollständig unbegründet bezeichnet.

Wien, 28. Januar. Bei dem Feste des Vereins Niederwald" anläßlich des Geburtstages des Deutschen Kaisers hatte der Botschafter Graf zu Eulen­burg einen Trinkspruch ausgebracht, worin er sagte:Stark sind wir, doch stärker find wir geworden durch baß BÜndniß mit dem Laude, auf dessen Boden wir stehen, mit dem edlen Herrscher, welcher der Gebieter über daS herrliche Land der habsburgischen Monarchie ist. Er war es, der das BÜndniß eingegangen, daS in jedes guten Deutschen Herz mit goldenen Lettern eingetragen ist. Ich möchte einen prägnanteren Aus­druck für das Empfinden gebrauchen, indem ich behaupte, daß jeder gute Deutsche sich selbst persönlich dem Kaiser Franz Joseph verbunden und verpflichtet fühlt." Dieser Trinkspiuch wurde mit stürmischen Hochrufen begrüßt.

Haag, 28. Januar. Die Erste Kammer nahm mit 23 gegen 16 Stimmen daS neue Zuckersteuergesetz an, baß ein Nieberlogensystem einführt und den Fabrikanten von Rübenzucker AuSsuhrvergÜtung bewilligt. Die Ausfuhr- Vergütung für 1897/98 soll 2J/a Millionen Gulden betragen und innerhalb acht Jahren auf 1,700,000 Gulden herab- «ehen.

Bombay, 28. Januar. Nach amtlichem Ausweis beträgt die Zahl der Erkrankungen an der Pest 4396, die Zahl der Todesfälle 3275. In Karachi erkrankten bis jetzt 694 Per- fönen an der Pest, von denen 644 starben; in Poona erkrankten 65 Personen, von denen 60 starben. Auch auS Surat, Baroda, Ahnadabad, Kathiawar und Cutch werden einige Pestfälle gemeldet.

Depeschen des BureauHerold."

Berlin, 28. Januar. Der Kaiser hörte heute Vor­mittag den Vortrag des KrtegSministerS v. Goßler an und arbeitete darauf längere Zeit mit dem Chef des Militär- CabinetS v. Hahnke.

Berlin, 28. Januar. Graf Murawjew wird am SamStaq hier eintreffen; eS ist noch unbestimmt, ob Morgens oder Abends. Beim Botschafter v. d. Osten-Sacken wird Abends Festtafel stattfinden, der ein großer Empfang folgt.

FriedrichSruh, 28. Januar. Bet dem Fürsten Bis­marck fand gestern Abend anläßlich deS Geburtstages des Kaisers ein Festessen statt, zu welchem die fürstlichen Forstbeamten, sowie der Bahnhofs« und Postvorsteher von

FriedrichSruh geladen waren. Im Ganzen nahmen 30 Per­sonen an der Feier Theil.

Hamburg, 28. Januar. Die Strikesührer äußerten sich dahin, dag sie bis zum Sonntag auf eine Antwort der Arbeitgeber warten würden. Sollte eine Antwort bis zu dem genannten Tage nicht eintreffen, würden die Strikenden am Montag die Arbeit wieder aufnehmen.

Straßburg, 28. Januar. H:ute Nachmittag 3 Uhr wurde die 24. Session deS LandeSansschusses von Elsaß- Lothringen durch den Kaiserltchen Statthalter Fürsten von Hohenlohe-Langenburg eröffnet. Der Fürst wies in seiner Eröffnungsrede auf die andauernd günstige Finanzlage deS Landes hin, welche die Ausführung zahlreicher gemein­nütziger Unternehmungen gestatte. Die Förderung der Land- wirthschaft habe sich die Regierung im abgelaufenen Etats- jähre nach Möglichkeit angelegen fein lassen. Der Statthalter zählte zum Schluß die verschiedenen Vorlagen auf, welche dem LandeSaußschuß in dieser Session zugehen werden. Das vorjährige Bureau, bestehend auS den Herren v. Schlum­berger, Präsident, Jaunez, Diceprasident, Julius Klein, zweiter Vicepräsident, wurde wiedergewählt. Sodann wurden die Abtheilungen und Commissionen constituirt.

Rom, 28. Januar.Osiervatore Romano" veröffentlicht einen Aufsehen erregenden Artikel, in welchem der christlich- sociale Abe Gayrand die Republik anerkennt und den Herzog von Orleans wegen seiner Ansprüche auf den Thron tadelt.

Brussel, 28. Januar. Anläßlich der Rekrutirung ver­anstalteten die S octa list en in der Provinz Hevnegau eine Reihe von Kundgebungen. Die Rekruten sangen Lieder mit gegen das Heer gerichtetem Inhalt und riefen: Nieder mit den Privilegien der Bourgeoisie. Die befürchteten Un­ruhen blieben jedoch ans.

Brüssel, 28. Januar. Wie aus Ostende gemeldet wird, wüthet auf der Nordsee ein heftiger Sturm, der große Berherungen an der belgischen Küste anrichtet.

London, 28. Januar. Nach einer Meldung derTimes" aus Rom verlautet in dortigen maßgebenden Krelsen, die italienische Regierung habe beschlossen, die Coloni.e Eritrea mit Ausnahme von Massaua preiszugeben.

Berlin, 29. Januar. Daß Staatsministerium trat gestern Nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz des Fürsten Hohenlohe im Reichstagsgebäude wieder zu einer Sitzung zu­sammen. DerStaatsbürgerzeitung" wird hierzu gemeldet, daß dieser Sitzung deßwegen eine größere Bedeutung bei- zumeffen sei, weil die Einladungen zu derselben erst kurz vor­her ergangen seien, der Anlaß dazu also ein plötzlicher ge­wesen sein muß.

Berlin, 29. Januar. DemBerl. Tagebl." zufolge scheint es nunmehr endgiltiK entschieden zu sein, daß Graf Murawjew diesmal Wien nicht besuchen wird. Wie dasselbe Blatt hört, hat Graf Murawjew überhaupt keine Rundreise beabsichtigt, um sich in den politischen Centren vor« zustellen. Schon vor Antritt seiner Kopenhagener Reise sei in Petersburg entschieden worden, daß Murawjew sich nur nach Paris und Berlin begebe. Für den letzteren Besuch soll der Umstand maßgebend gewesen sein, daß Murawjew als Deutschenfeind bezeichnet wurde und daß er darum den Ent­schluß gefaßt, durch sein Erscheinen in Berlin unmittelbar nach seinem Besuche in Paris diese Behauptung zu entkräften.

Paris, 29. Januar. Murawjew trug bei dem Diner im Ely ee bereits das Großkreuz der Ehrenlegion. Zu der dem Diner folgenden Soiree waren 1200 Einladungen er­gangen. Die Soire verlief auf das Glänzendste.

Paris, 29. Januar. Das Setnetrtbunal wies baß be­kannte Begehren des Herzogs von Anjou betreffs Führung des Lilienwappens ab, weil der Herzog schon aus genealogi­schen Gründen nicht berechtigt sei, ein solches Verlangen zu stellen, da seine Stammtafel morganatische Ehen aufweise.

WB. Karlsruhe, 29. Januar. Reichstags-Ersatz­wahl Donaueschingen. DerBad. Landeöztg." zufolge erhielt Merz (natl.) 8666, Schüler (Centr.) 8063, Krohn (Soc.) 1105 Stimmen. Somit Stichwahl zwischen Merz und Schüler.

CocaU» und

Gießen, den 29. Januar 1897.

Militardienflnachrichten. v. Kröcher, Oberst ä la suite des 1. Großh. Drag.-Regtß. Nr. 23 und Commandeur der 8. Cav.-Brigade zum Gen.-Major, Ehrhardt II., Sec.-Lieutn. vom 4. Großh. Hess. Inf. Regt. Nr. 118, zum Prem.-Lieutn. befördert. Sehrt, Sec.-Lieutn. vom 3. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 117, in das württemb. Jnf.-Regt. Nr. 120 commandirt. Troeger, Prem.-Lieutn. vom 3. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 117, zum Hauptmann und Com- pagniechef befördert. Gold mann, Hauptmann im Jaf.- Regt. Kaiser Wilhelm (Nr. 116), zum überzähligen Major befördert. De ter, Hauptmann in demselben Regt, zum überzähligen Major befördert. v. Boynenburgk, Hauptmann vom Großh. Jnf.-Regt. Nr. 117, zum über­zähligen Major befördert. Brack, Prem. Lieutn. vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm 116), zum Hauptmann und Compagniechef, See.-Lieutn. von demselben

Regt., zum Prem.-Liemkl.^^- Frhr. v. Dalwig, Prem.- Lieutn. von demselben Regt., unter Entbindung von dem Commando als Assistent bei der Gewehr - Prüfung-- Commmission, zum Hauptmann und Compagniechef befördert. Bartsch, Prem.-Lieutn. a. D., bisher in der Schutztruppe für Kamerun, als Pr. Lt. mit seinem Patent bei dem Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (Nr. 116) angestellt, v. Meier, Hauptm. und Cowp.-Cbef vom Gren.-Regt. Nr. 5, in daß Großh. Jnf.-Regt. Nr. 117, versetzt. Gabriel, Prem. Lt. von der Infanterie 1. Aufgebots des Landwehrbezirkß Gießen zum Haupimann befördert. Winter, Assistenzarzt 2. Kl. der Res., vom Laudwehrbezirk

Worms, zum Assistenzarzt 1. Kl., die Unterärzte der Reserve. Bach vom Landwehrbezirk Gießen, Dr. Raecke vom Land- wehrbezirk I Darmstadt, Stroh vom Landwehrbezirk Gießen, Dr. Weyprecht vom Laudwehrbezirk Erbach, Sartorius vom Landwehrbezirk I Darmstadt, Dr. Schinke, Unterarzt der Landwehr 1. Aufgebots vom Laudwehrbezirk Worms zu Assistenzärzten 2. Kl. befördert. Dr. Pullmann, Stabsarzt der Landwehr 2. Aufgebots, vom Laudwehrbezirk I Darmstadt, der Abschied bewilligt.

* e Die Storungen, welche die heftigen Schneefälle der letzten Tage im Verkehr verursachten, find noch nicht bt hoben. Nach vorliegenden Nachrichten auß anderen Gegenden muß dort die gefallene Schneemasse eine weit größere sei,, als in hiesiger Gegend. Nicht nur die Wegverbinbungrn sind stellenweise abgeschnitten, sondern es hat auf ver> schiedeneu Bahnstrecken untergeordneter Bedeutung der Betrieb überhaupt eingestellt werden müssen, wogegen er auf den Hauptlinien nur unter großen Anstrengungen aufrecht erhalten werden kann. Besonders ungünstig lauten dir Berichte ans Thüringen, Sachsen und Schlesien, auß Thetlen der Provinz Brandenburg, Sachsen und Hannover, sowie von den See- küftevgebieten.

* Gießener Adreßbuch. Der alphabetische Theil (Ein- wohnerverzeichniß) zum 1897er Adreßbuch ist druck- fertig und kann von Jedermann auf Großh. Polizeiamt (Melde-Bureau) am Freitag und Samstag dieser Woche in den üblichen Dienststunden eingesehen werden. Damit ist Gelegenheit geboten, etwaige Fehler berichtigen zu können.

* *English spoken undOn parle fran^ais, diese den Ausländer heimisch anmuthende Einladung zum Be­treten unserer Kaufläden ist, derB. B. Z." zufolge, jetzt strafbar, falls weder der Inhaber des Geschäfts, noch eine der darin thätigen Personen auch wirklich der fremden Sprache mächtig ist. soll in letzter Zeit häufig vorgekommen sein, daß die erwähnten Aufschriften auf Schaufenstern und Laden- thüren ganz unberechtigter Weise, lediglich zum Zweck der Reclame, angebracht wurden. Ein solches Vorgehen verstößt gegen § 1 des Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb und stellt sich dadurch, daß eine für Fremde leichtere Kaus- mögltchkeit vorgespiegelt wird, alsunrichtige Angabe über geschäftliche Verhältnisse" dar.

* * Der altgewohnten, lieben Schiefertafel, ohne die man sich die kleinen A B-C-Schützen gar nicht denken konnte, wird daß Grablted gesungen den Vorstehern der Berliner Schulen ist von der Behörde anheimgegeben worden, statt Griffel und Schiefertafel für den ersten Schreibunterricht Bleistift und Papier einzusühren. Diese Neuerung wird allerdings von Pädagogen und Aerzten immer dringender empfohlen, weil die Schrift auf der Tafel oft undeutlich ist und baß Schreiben mit dem Griffel die Leichtigkeit der Schrift beeinträchtigt.

* * Hinsichtlich der Zuschriften an Postämter von Privat­personen ist ein Bescheid beachtrnßwerth, welchen vor Kurzem ein Berliner Kaufmann S. auf eine Beschwerde von der obersten Postbehörde erhalten hat. Es wird nämlich vom Publikum allgemein angenommen, daß alle brieflichen An­fragen, Beschwerden, Anzeigen u. s. w., soweit sie an irgend ein Postamt ober an eine übergeordnete Postbehörde gerichtet sind, von der Post unf rankirt befördert werden und also ohne Freimarken, in den ersten besten Briefkasten geworfen werden können. Daß ist jedoch, wie in der obenerwähnten Beschwerde erklärt wird, nicht der Fall. Abgesehen davon, daß Zuschriften an die Poftbehörden bezw. Postämter wie bei jeder Behörde in dem Bureau kostenfrei abgegeben werden können, ist mir noch zulä'sig, Briefe an Post­ämter an dem Schalter desjenigen Amtes abzuliefern, oder in einem zu dem Auste gehörenden Briefkasten zu werfen, an welches daß Schreiben gerichtet ist. In jedem anderen Falle dagegen, d. h. also, wenn eine Zuschrift an ein Postamt erst von einem anderen Amte auß befördert werden muß. ist ein solches Schreiben, gleichviel, ob in einen Brief­kasten geworfen oder am Schalter abgegeben worden ist. wie jede andere private Postsendung zu behandeln, daher auch genügend zu franEiren und wird, wenn dies nicht ge­schehen ist, mit Strafporto belegt, welches bann von bem Absender eingezogen wird. Eine Ausnahme hiervon machen lediglich solche Zuschriften an Postämter, in denen diese ersucht werden, aus der Wohnung beß Absender- Pakete zur Beförbcrung abholen zu lassen. Solche Briefe ober Karten, bie auch jedem Briefträger ober Packetboten mitgegeben werben können, brauchen überhaupt nicht frankirt zu werben. Doch sinb bei der Abholung beß betreffenden Packete- hierfür 10 Pfennig zu zahlen.

* Sonntags Fahrkarten. Der von verschiedenen Han­delskammern und anderen Jntereflcnten in Petitionen aus­gesprochene Wunsch, es möchten Sonntagsfahrkarten von und nach allen Stationen außgegebeu werden, scheint seiner Erfüllung entgegenzugehen. In den in der letzten Zeit abgehaltrnen Beratungen der BrzirkSeisenbahnräthe ist dieser Gegenstand mehrfach zur Sprache gebracht worden, u. A. in dem des Bezirks Frankfurt.

* * Strategisch wichtige Bahnen in Oberheffeu. In einem Artikel der BerlinerPost" wird auf die Vortheile hinge- wiesen, welche der Bau einer zweiten Eisenbahn Verbindung zwischen Bebra und Frankfurt' auch im strategischen Interesse haben würde, da die jetzige einzige Linie über die Kopfstation Elm zu überlastet sei. Diese zweite Linie könne jetzt, nach dem die preußisch-hessische Eisenbahnconvention früher bestan­dene Schwierigkeiten beseitigt, durch Fortführung der projec- tirten Linie SalzschlirfSchlitz nach HerSfeld, sowie die Ausführung der projectirten Linie Lauterbach- Grebenhain, welche Linien selbstredend dann für Voll- bahnbetrie'o erbaut werden müssen, leicht erreicht werden. Der Verfasser empfiehlt, die Linie Lauterbach-Grebenhain nicht an die projectirte Linie StockheimFrankfurt anzu- i schließen, sondern zw:ckmäßiger durch baß Sementhal nach Büdingen fortzusühren, weil die bereits im Betrieb befind­liche Linie GcdernStockhüm sich zum Dollbetrieb nicht gut