Samstag den 30. Januar
EEes Blatt
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kwts Gissten
Alle Annoncen^Bureaur des In- und Auslandes nehme»
chratisöeikage: Hießener Aamikienökätter
ener Anzeiger" entgegen.
Anzeigen für den
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den Cultusminister mittheilt, und drei Künstlerinnen ein- zur Ergänzung deS Torsos gestellte Aufgabe in vollem der auS der kaiserlichen Scha-
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
Erlasse deS Kaisers an haben die von 29 Künstlern gelieferten Loncurrenzarbetten einer tanzenden Mänade die Umfange nicht gelöst, weßhalb
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Nuhrort »abnkfiraßt 46.
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lulle auSgesetzte Preis von 3000 Mk. nicht zuertheilt werden konnte. Der Kaiser hat aber beschloffen, den Bildhauern HanS v. Glümen, Prof. Ernst Herter und August Kraus, sämmtlich zu Berlin, je 1000 Mk. auSzahlen zu lasten und - bestimmt, daß die drei genannten Künstler zu einer engeren Concurrenz für dieselbe Aufgabe veranlaßt werden.
Berlin, 27. Januar. Die Pestcommtsston, welche in den letzten Tagen im Gesundheitsamte tagte, hat gestern ihre Berathungen beendet. ES wird nunmehr ein Entwurf von Dorschristen ausgearbeitet, die der Einschleppung der Pest aus verseuchten Gegenden Vorbeugen sollen.
Berlin, 27. Januar. Wie verlautet, ist die Marineverwaltung wegen Mangels an kleinen KrtegSfahrzeugen noch gar nicht in der Lage ein Ersatzschiff für den tier» loten gegangenen „JltiS" nach Oftafien zu entsenden.
Die Gießener AamilienStälter »erden dem Anzeiger »schentlich dreimal beigelegt.
Der BereiuigungS-Commiffär: Dr. Gött elmann, Großherzoglicher KreiSamtmann.
3 Bände topographische BesitzstaudSverzeichntffe,
2 Bände Gütergeschoffe,
1 Heft Zusammenstellung derselben,
97 Blatt BonitirungSkarten,
daS Protocollbuch, zur Einsicht der Betheiligten offen.
Lagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen 1
Der
Hteßener Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme deS MontagS.
Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugniffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmllich nach Muster 18 zur Wehr - Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 27 von 1894 — ausgestellt sein müssen.
Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen.
Großh. Prüfung- - Commission für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt.
Der Vorsitzende: Dr. Kayser.
Vierteljähriger Aöonnemenisprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redactton, Expedition und 3)ruderet:
Schutstraße Mr.7. Fernsprecher 51.
Dach s." düchel 46.
gegen findet statt:
DienStag, den 16. Februar 1897,
Vormittags 10*/> bis 11 Va Uhr, im Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei RüddtngS- hausen, wozu ich die Betheiligten unter dem Anfügen etnlade, daß die Ntchterscheinenden mit Einwendungen auS« geschloffen find. Einwendungen find schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Actengröße (mindestens </t Bogen) einzureichen.
Friedberg, den 28. Januar 1897.
ttunge.| - Auswahl
Deutsche- Reich.
Darmstadt, 28. Januar. Zur Feier des Allerhöchsten GeburtSfesteS Seiner Majestät deS Kaisers fand in Anwesenheit Sr. Kgl. Hoheit deS G r o ß h e r z o g s und Sr. Grh. Hoheit des Prinzen Wilhelm gestern Nachmittag 6 Uhr im Neuen Palais Galatafel zu 33 Gedecken statt. Die Tafelmusik wurde von der Capelle des 1. Großherzogl. Jnfanterie-(Leib> garde-)RegtmeniS Nr. 115 ausgeführt.
Berlin, 27. Januar. Wie der „Reichsanz." in einem
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Bekanntmachung,
He Rachsuchung der Berechtigung zum einjährig - freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwMgen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen. Äen, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften Ait dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoll- bändige Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden.
rtikel.
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Deutsche» Reich-rag,
168. Pleuarsttzuug. Donnerstag den 28. Jauuar 1897.
Am Bundesrathstische: Staatssecretär v. Stephan.;
Auf der Tagesordnung steht der Etat der Post- und Tele- graphen-Verwaltung.
Die Commisston beantragt einige Aenderungen beim Extra- ordinartum, sowie eine Resolution betr. Beschränkung der Packet- Annahme und Bestellung an Sonn- und Festlagen auf Eilsendungen. Außerdem beantragt sie, verschiedene Petitionen betr. Erhöhung des Portogewichts einfacher Briefe den Regierungen zur Erwägung, sowie betr. Ermäßigung der Fernsprechgebühren den Regierungen als Material zu überweisen.
Bet dem Gehaltstttel „Staatssecretär" stellt
Abg. Müller-Sagan (ftf. Vp.) mit Genugthuung fest, daß der Staattzsecretär die Ueberschrettung des 15 Gramm-Gewichts einfacher Briefe wenigstens um 1 < Gramm zugelassen habe. Hoffentlich werde derselbe sich auch noch mit dem 20 Gramm-Gewicht einverstanden erklären und auch endlich einmal mit der Reform des Post- zeitungstartfs vorgehen. Den Telephonverkehr anlangend. so renttre sich das in den Fernsprechltnien angelegte Capital mit 14pCt., was augenscheinlich das Verlangen nach Ermäßigung der Fernsprechgebühren rechtfertige. Mit Subvenltontrung von Postdampfern und Anlegung von Kabeln fei der Staatöseccelär rasch bet der Hand, von Reformen im Innern dagegen sei bet ihm nicht die Rede. (Beifall links.)
Abg. Hug (Ctr.) bemängelt, daß die großen Städte mit Fern- fprech Einrichtungen reichlich ausgestattet würden, während die kleineren Ortschaften wer weiß wie lange darauf warten müßten. Auch die Gebühren seien zu hoch.
Slaatssecretär v. Stephan: Die Stellung der verbündeten Regierungen gegenüber der Frage der Ermäßigung der Fernsprechgebühren ist unverändert dieselbe. Sie vergessen ja ganz, daß eine solche Ermäßigung schon dreimal ftaltgefunden hat, zum ersten Male 1881. Was wollen Sie denn also eigentlich? Sie sagen freilich, der Verkehr würde zunehmen. Jawohl, er würde gewiß noch mehr zunehmen, wenn die Gebühren ganz fortfallen, wonach Sie auch wohl eigentlich streben. (Unruhe.) Sie bedenken aber nicht, wie mit dem Verkehr auch die Ausgaben wachsen. Im Auslande, Amerika, Frankreich, England sind die Gebühren erheblich höher und keine parlamentarische Versammlung kommt auf den Gedanken, solche Forderungen zu stellen. Wie kommt man hier dazu, immer und immer roiebtr darauf zurückzukommen? Wir haben die niedrigsten Gebühren der Welt, in Berlin kostet jedes Gespräch durchschnittlich 38/io Pfg., in der berühmeen Schweiz dagegen 15 Pfg. Herr Singer ruft mir zu, ich hätte nur keinen Muth. Ja, Herr Singer, und wenn Sie Muth hätten wie der Löwe von Juda, Sie würden auch nichts erreichen. (Heiterkeit.)
Abg. Gamp (Rp) hält es für unverantwortlich, bei der jetzigen Finanzlage 10 Millionen zu opfern durch Herabsetzung der Telephongebühren und Heraufsetzung des Gewichts einfacher Briefe auf 20 Gramm. Wir müßten im Gelbe schwimmen, wenn wir so vorgehen wollten. Mit Interesse habe er gehört, wie der Abg. Müller- Sagan dem Slaatssecretär oorgeschlagrn habe, den Zetlungstartf so zu erhöhen, daß der Ausfall von 4 Millionen bet der Gewichtserhöhung für einfache Briefe wieder eingebracht werde. Wie dächten denn Müllers Fractionsgenossen über diesen Vorschlag. Redner wünscht sodann, daß das Strafporto für Behändigung von Post- packeten außer der Dienstzeit au^..Medictnalfendungen keine Anwendung finde.
Slaatssecretär v. Stephan: Machen wir diese eine Ausnahme, dann würden sich sofort für Verlangen nach wetteren Ausnahmen Tausende von Gründen finden. Auch eine Controle für diese eine Ausnahme wäre ganz unmöglich.
A'g. Singer (Soc.): Herr v. Stephan weist principiell Alles ab, a limine, was die Einnahme schmälern könnte Er betrachtet seine Verwaltung nicht als Verkehrs-, sondern als fisca- ltsches Institut. Dabei hat er ja selber zugegeben, daß, wenn er die von uns geforderten Verkehrserleichterungen gewährt, der Verkehr steigen würde. Wie solle. wir M an den von ihm berechneten Ausfall glauben? Eine Hera. tefr .inq b; Fernsprechgebühren in den kleineren Orten würde gerad: ■ • . ’ n kleineren Leuten, auch Arbeitern, zu gute kommen. L L^PlL^brung der Bestimmungen über die Sonntagsruhe für die 1 cuten sei völlig ungenügend. Der Sommerurlaub s i theilweise noch gar nicht durchgeführt, theil- weise werde er illusorisch gemacht, indem man die um 7 Tage Urlaub einkommenden Unterbeamten nöthtge, sich durch bestimmte Colleien vertreten zu lassen. Den Postbeamten werde das Versamm- lungs ^echt auf Grund eines alten Erlasses aus preußischer Zeit g< schmälert. Ein Circularerlaß des Kaiser! Oberpostdirectors in Karlsruhe nöthtge zu dem Wunsche, die höchsten Postbeamten möchtm doch erst einmal einen Cursus über den Umgang mit Menschen durchmachen, um zu lernen, anständig mit ihren Beamten umzugehen. Redner erwähnt dabet auch den Fall deS Herrn v. Auer- wald, der eine Fernsprechbeamte, eine Dame, „Sie dummes Schwein" titultrt hatte, bet Gelegenheit des dieserhatb angestrengten Straf- vrocesseS habe sich nun ergeben, daß jener Herr, sowie alle anderen Herren vom Untonclub stets als „etwas Hohes" (Heiterkeit) vor
Bekanntmachung,
betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung RüddingShanse«.
In der Zett vom 2. bis einschließlich 15. Februar l. IS., zwar an jedem Tage, auch den Sonntagen, von 8 bis 12 Uhr BormittagS und 2—6 Uhr Nachmittags, liegen auf km Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei RüddiogShausen die Arbeiten des 2. Abschnittes rubr. Feldbereinigung, nämlich.
Mferstraße 97. j Steele
Hachesä-ße 19. I et. Johann • Bchihofstch- 48. | strafeburg j
Langflme 114.
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Kuhrstrefl 35. W
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Marktplatz 31. H
Gießener Anzeiger
Henerat-Wnzeiger.
1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs- Commission nur dann einzureichen, roemt der sich Meldende im Großherzogthum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2) Die Berechtigung zum einjährig-fteiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Der Nachweis der Berechtigung zum ein- jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres m erbringen- (Wenn z B. mit Rücksicht auf das Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- geschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schluffe des Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugniß bis 1. April nachfolgen werde.
3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actensormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben.
4) Dem Gesuche find folgende Papiere betzufügen:
Geburtszeugniß;
Einwilligungs - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen actioen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrig- keitlich zu bescheinigen;
ein Unbescholtenhertszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Progymnasten, R-m schulen, Realvrogymnasien, höheren Bürgerschr n und sonAaen mllttärberechtigten Anstalten) durc; den D're tor der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist;
d) das Schulzeugniß.
Sodann wird noch besonders bemerkt:
Zu pos. d: daß in dem Einwilligungs-Attest bte Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sem
anderen Fernsprechtheilnehmern bevorzugt worden feien. Eine solche Bevorzugung Einzelner entspreche nicht der Stellung und bett Aufgaben der Telephonverwaltung.
StaatSsecretär vr. Fischer: Die vom Vorredner bemängelte Beschäftigung noch schulpflichtiger Knaben in Frankfurt a. M. während IVi bts 2 Abendstunden mit Kleber von Nummern auf Packele, sei abgestellt worden. Zur Abkürzung Ver Sonntagsarbeit seien während der letzten 2 Jahrzehnte wiederholt Anordnungen ergangen. Wenn Singer von dem finanziellen Gewissen deS SlaatssecretärS spreche, so übersehe derselbe ganz, daß gegenwärtiger Etat nicht weniger al« 5000 neuen Beamtenstellen enthalte. Bei welcher anderen Verwaltung liege Aehnltches vor? Die Sonntagsruhe der Unterbeamten gehe thätsächltch noch weit über das Maß dessen hinaus, was vor einigen Jahren mit dem Reichstage vereinbart wurde. Die Leistung der Landbriefträacr, die bei Uebernahme des AmtS durch v. Stephan durchschnittlich 30 Kilometer betrug, sei jetzt auf durchschnittlich 21 Kilometer pro Tag zurückgegangen. Der Sommerurlaub sei seit 3 Jahren in steigendem Maße durchgeführt, in Berlin hätten im letzten Jahre 89 pCt. der Beamten Urlaub erhalten und er hoffe, im nächsten Jahre würden wir darin noch weiter kommen. Davon, daß die Verwaltung den Beamten Zaum und Zügel anlege, besonders den Assistenten, sei keine Rede. Freilich betrachte die Verwaltung ihre Beamten nicht als zu ihr in einem modernen Arbeiterverbältniß stehend. (Beifall rechts.) Die von Singer erwähnten Ausdrücke in dem Circularrrlaß des Karlsruher Oberpostdirectors wolle er sich nicht aneignen, aber doch bemerken, daß einem wohl einmal die Galle überlaufen könne. Und dazu habe für jenen hohen Beamte« allerdings Anlaß Vorgelegen, denn es sei ihm in einem anonymen Brief Servilität und Lockspitzelei vorgeworfen worden. Hebet den von Auerwald bemerkt Redner, dieser Herr sei ein ungewöhnlich nervöser Herr, auf den die Beamten aus diesem Grunde allerdings Rücksicht genommen hätten. Aber irgendwelche Bevorzugung finde absolut nicht statt.
Abg. Lingens (Ctr.) drückt seine Genugthuung darüber auS, daß das Bedürfniß der Sonntagsruhe für die Beamten, für welche« er früher als der E'ste, so andauernd eingetrreten fei, jetzt auch von den verbündeten Regierungen durchaus anerkannt werde. Dank dem Staatssecretär, dessen Verdienste auch überall im Auslande anerkannt würden, stehe Deutschland jetzt auf diesem Gebiete mit an der Spitze. Redner bemerkt u. A. noch, daß Gewährsmänner, die er im Vorjahre der Postoerwaltung nur auf bestimmte Zusicherungen hin genannt habe, dennoch hinterher biSclpltnirt worden feien. Ihn selbst müsse so etwas natürlich vorsichtiger machen.
Abg. Werner (Ant.): Sommerurlaube würden noch immer zu spärlich ertheilt Weiter führt Redner Beschwerde über Fälle von erlittener Behandlung der Unterbeamten durch PostamtSoorsteber und Postvertrauensärzte, um sodann Gehaltsaufbesserungen für die Unterbeamten, Reformen beim Briefporto und den Fernsprechgebühren, sowie Abschaffung des Grattficationswesens zu fördern.
Unterstaatssecr. v. Fifcher protestirt dagegen, daß Beamte, die sich hier nicht vertheidigen können, hier barbarischer, drakonifcher Härte auf Grund einseitiger Darstellungen beschuldigt würden
Abg. Hammacher (nl.) beklagt die ablehnende Antwort des Staatssecretärs auf die Forderungen Müllers. Das war der alte Roland nicht, den wir früher kannten, der den Postoerein begründet, der das 10 Psg.-Porto eingeführt bat. Damals fetzte er das einheitliche Briefporto auf 10 Pfg. fest, heute lehnt er die Herabsetzung der Fernsprechgebühren u. 21. ab, weil er meint, der finanzielle Ausfall würde zu groß werden. Wer sagt ihm, daß ein Ausfall entstehen muß? Daß sogar das Gegentheil eintreten kann, zeigen die Erfahrungen beim Briefporto und im Eisenbahnverkehr.
Staatssecr. v. Stephan: Er stehe hier nicht als General- vostmeister bezw. Staa'ssecretär, fordern als Vertreter der verbündeten Regierungen. Bei dem Verlangen nach Herabfetzung der Fernsprechgebühren vergesse man immer wieder die entstehenden Mehrausgaben. Ein finanzieller Ausfall würde zweifellos sein. Er müsse hier das Gesammtwohl vertreten.
Weiterberathung morgen 1 Uhr. Schluß 5*/* Uhr.


