Frankfurt o. M., 27. Oetober. öle der Darmstädter Correspoudent der „Frkf. Ztg." au- Hoskreisen erfährt, sei der Fall Darmstadt Karlsruhe erledigt. Da- Gefühl der Kränkung, da- der Großherzog von Baden durch die kurze telegraphische Form der Ablehnung seine- Besuch» empfuuden hat, ist durch die friedliche Au-sprache der Herrscher beseitigt. Jede Verstimmung auf beiden Seiten sei gehoben.
Münster i. W.. 27. October. Heute Vormittag fand in Anwesenheit de- Prinzen Friedrich Leopold hier« selbst die Enthüllung de- Denkmal- Kaiser Wilhelms I. statt.
Lübeck. 27. October. Der seit fast fieben Monaten andauernde Strike der hiesigen Möbeltischler ist jetzt mit der Niederlage der Sinkenden beendet worden.
Prag, 27. October. „Narodoh Lisch" bringt folgende kaum glaubliche Sensationsnachricht au- Belgrad: Exkönig Milan sei ohne Vermittelung de-König-Alexander beim Metropoliten Michael erschienen, um eine definitive Entscheidung von der Exkönigin Natalie zu erlangen, weil er sich behufs Erhaltung der Dynastie wieder verheirathen wolle. König Alexander sei krank und würde sich ioS AuSlaad begeben, wo er eine medicintsche Capacität an der Hand habe. Er würde den KönigStitel beibehalten, während Milan unter dem Titel König-Vater in Belgrad regiere. Die Angelegen« hett fei zwischen Milan und dem Metropoliten noch in der Schwebe.
Rom, 27. October. Der Papst wird im nächsten Confistorinm eine Ansprache halten, worin er gegen die anti« clericalen Rundschreiben RudtntS protestirt. Ferner werden die Katholiken Italiens aufgefordert werben, sich durch diese Rundschreiben nicht beirren zu laffen.
Brüssel, 27. October. Ein junger Postbeamter, welcher 19 Einschreibebriefe unterschlagen hatte, wurde gestern hier verhaftet.
Pari-, 27. October. Die Vertreter der Regierung und der Socialtsten sprachen sich gestern in der allgemeinen Be» rathung günstig über den Entwurf auS, welcher die Arbeit« gebet verpflichtet, Beiträge zu liefern für die Bildung einer internationalen Kasse zu Gunsten verunglückter Arbeiter.
Madrid, 27. October. Jo RegierungSkretsen wird die Situation zwischen Spanien und Amerika al» etne höchst ernste bezeichnet. Da- Gerücht, daß die Regierung die Vermittelung der Vereinigten Staaten in der Cubafrage angenommen habe, wird al- erfunden bezeichnet.
Loudon, 27. October. Die strikenden Mechaniker erhielten gestern 1400 Pfund al- Beitrag zur Strikekafie. Die Gesellschaft der Dampfwagen-Arbetter lieh ihnen 8000 Pfund ohne Zinsen.
Kauea, 27. October. In Kandia herrscht voller Aufruhr, die Muhamedauer und Christen liefern sich täglich blutige Kämpfe. Die dortigen Streitkräfte der internationalen Flotte stellen sich al- vollständig ungenügend heraus.
Kauea, 27. October. Die gestern zusammengetreteue Natioual.Verfammlung wird eine Denkschrift an die Mächte richten, in welcher erklärt wird, daß die Belassung türkischer Garnisonen auf Kreta die Autonomie illusorisch mache und den Ausbruch neuer Unruhen zur Folge haben würde.
Berlin, 28. October. Profefior Reinhold hielt gestern Abend an der hiesigen Universität vor sehr zahlreichem Auditorium seine Antrittsvorlesung über Geschichte, Kritik und Aussichtslosigkeit de-Sozialismus Der Redner, welcher mit Beifallstrampeln und Zischen empfangen wurde, legte den Unterschied zwischen dem politischen und wiffenschaftlichen Sozialismus bar. Mit dem politischen werde der Staat fertig werden, nicht so mit dem eigentlichen Sozialismus als collectivistische oder communistische ProducttonSwetse. Dieses sei eines der größten Probleme der Menschheit, daS sich von Generation zu Generation wälze. Lauter Beifall erscholl, als der Profefior au-führte, daß die Verfechter des Sozialismus nicht zur Rohheit und Gewalt feien, sondern da» Recht einer Idee und daß der in den großen Persönlichkeiten concentrirte Geist nicht mit Soldaten, sondern wieder mit Geist bekämpft werden müfien.
Berlin, 28. October. Die „Natioualztg." hat Grund zu der Annahme, daß die Entscheidung über die Reform des Mtlitärstraf «Verfahren» nun, da Fürst Hohen« lohe von der Absicht, einen seine Versprechung ausfüllenden Entwurf dem Reichstage vorzulegeu festhält, auch die Entscheidung Über das Verbleiben deS Fürsten an der Spitze der Reichs» und preußischen Regierung nahe bevorsteht. Anscheinend habe auch die neueste Erklärung de» bayerischen Krieg-ministerS zur Zuspitzung der Situation beigetrageu. Fürst Hohenlohe habe nach seinem Eintreffen in Berlin seiner Auffafiung diesen Ausdruck gegeben.
Berlin, 28. October. Frhr. v. Marschall ist gestern nach seiner Besitzung In Baden ab gereift.
Berlin, 28. October. Der türkische Botschafter, Ghulib Bey, hat sich gestern nach Konstantinopel begeben. Wie daS „©eil. Tgbl." vernimmt, wird er auf seinen hiesigen Posten nicht wieder zurückkehren.
Elberfeld, 28. October. Die Strafkammer verurtheilte den Herausgeber de» Elberfelder socialdemokratischen Organ» „Freie Presse", Grimpe, wegen Beleidigung de» Bürger» meister» von Remscheid zu drei Monaten und wegen Beleidigung eine» StaatSauwalt» zu zwei Monaten Gesängutß. Beide Urthetle wurden zu einer Gesammtstrafe von vier Monaten zusammengezogev. Außerdem wurde auf Publication de» Urtheil» io sieben Zeitungen und aus die üblichen Neben- strafen erkannt.
Brussel, 28. October. Die Regierung untersagte da» Weiter-Erscheinen de» jungtürkischeu Blatte» „Mechveret" wegen Beleidigung deS Sultans.
Locales uwb provinzielles
Bietzen, 28. October 1897.
•• Unser Keammarkt stand gestern unter dem Zeichen der Zwiebeln/ ca. 7—800 Crr. dieses gewürzigeu Knollengewächse», meistens Früchte au» der Wetterau, waren auf Oswald» Garten angefahren, wo sich schon am Vormittag ein lebhafter Handel entwickelte. Die Waare war gegen da» Vorjahr erheblich theurer. Die Verkäufer verlangten hohe Preise und die erschienenen Käufer mußten tüchtig feilschen. Für beste Waare wurden 6 Mk. der Ceotner bezahlt, geringere Waare kostete Mk. 4.50 bi» 5.50. Bei Abnahme kleinerer Quantitäten mußte noch ein Aufschlag bezahlt werden.
•• Oberhesfische Bahnen. Zu der Blätter-Meldung, daß auf der Strecke Gießen-Fulda cn zweites Geleis gelegt werden soll, bemerkt der „Lauterbacher Anzeiger": Wie erzählt wird, ist vorerst nur die Strecke Alsfeld—Gießen für ein zweites Geleis in Vorschlag gebracht worden, e» dürfte jedoch noch eine geraume Zeit vergehen, bis dasselbe wirklich gebaut wird. Von dem Weiterbau der Linie Salzschlirf— Schlitz nach HerSfeld hört man fast gar nicht- mehr. Dagegen hat die projectirte Concurrenzlinie Alsfeld—HerSfeld sehr viel Anhänger gesunden. Wäre die Bahn von Schlitz nach Lauterbach und nicht nach Salzschlirf erbaut worden, so wäre ganz sicher da- Projekt einer Bahnlinie von Alsfeld nach HerSfeld nicht aufgeraucht, sondern die Linie würde von Schlitz au- nach HerSfeld oder Hünfeld weiter geführt werden, und hätte dieselbe dann einen sehr starken Durchgangsverkehr von Thüringen auS erhalten. Sollte die Linie Alsfeld—HerSfeld wirklich gebaut werden, so würde die Linie Salzschlirf—Schlitz bei Nieder«Aula in diese Linie eiomünden. Der Durchgangsverkehr von Thüringen aus dürfte jedoch größtentheil- über Alsfeld laufen.
**-e- Da» gegenwärtige Baujahr 1897 hat uns außer mehreren größeren Neubauten, deren Besprechung wir einem späteren Artikel Vorbehalten, auch zwei Restaurationen kirchlicher Gebäude aufzuwetsen, die eine nähere Erwähnung verdienen. Wir meinen die in diesen Blättern schon berührten Restaurationen an der Stadtkirche und an der Kirche der katholischen Gemeinde. Die Erbauung beider Kirchen fällt in die erste Hälfte unseres Jahrhunderts, eine Zeit, in welcher man den Schwulst des BarokftilS aufgegeben, dafür aber in den entgegengesetzten Fehler der allzugroßen Nüchternheit gefallen ist. Fenster» und Thürbekleidungen waren oft ohne alles Profil und die Wände nur äußerst selten von einem die Eintönigkeit der Wände unterbrechenden Pfeiler, einer Ltsana oder einer Quergurte ausgestattet. An der Stadtkirche hat man eS für angezeigt gefunden, die Eingänge mit einem antiken Portikus auSzustatten, deren Hausteine im Laufe der Zeit mehrfach Schaden genommen hatten und einer AuSbefferung bedurften. Jeder Kunstfreund wird eS der Bauleitung zu Dank wiffen, daß dieselbe den schönen Pal- mettenfrie», welcher fich eben um das Gebäude herumzieht, erhalten hat, war er doch bisher da» Einzige, welches die früher so öden Wände belebte. Die neu eingesetzten Fenster» bekletdungen mit kräftiger Profilirung und einige Gchrift- tafeln in feiner Stilifirung machen eben einen ganz anderen Eindruck. Wem eS noch zweifelhaft sein sollte, welchem Zwecke dieser Bau dient, kann sich durch daS Über dem südlichen Giebel sich erhebende, zwar von leichtem Material hergestellte, aber massiv sich präsentireude Kreuz, deffen Enden in Kleeblattform gehalten find, otienttren. Der östliche Eingang, ebenfalls mit einem antiken Portikus auSge- stattet, kommt nun durch die Erweiterung der Straße infolge der Fluchtoeränderung des Carlö'schen Hauses, beffer zur Geltung. Der infolge vieler Bauveränderungen an den Mauern nothwendig gewordene Verputz gtebt dem früher so düfteru Ansehen deS Baues ein freundliches Gewand. Bezüglich der inneren Erneuerung der Kirche, welche noch nicht vollendet ist, wollen wir nur noch die practilche Veränderung erwähnen, daß man die frühere Holzstiege zu den Emporen, welche bei FeuerSgefahr ein größeres Unglück hätte üeran« lasten können, durch eine feuersichere Steintreppe ersetzt hat. Während man hier den Verputz sorgfältig herstellte, ist man bei der Restauration der katholischen Kirche in entgegengesetzter Weise oorgegangen. H er hat auf den vielfach glatt bearbeiteten Mauerflächen der Verputz nur sehr schwer gehalten und bet jedem Wltterungswechsel im Herbst und Winter fielen größere Theile dc» Verputzes ab, welches selbstverständlich dem Ganzen nicht zur Zierde gereichte. Auch wäre eß für daS schöne Baumaterial, daS fich beim Entfernen de» VetputzeS zeigte, Schade gewesen, wenn man dasselbe wieder unter der alles deckenden Tünche hätte begraben wollen. Praclischer erschien in diesem Falle eine AuSfugung mit Zementmörtel und Auswechselung einiger schadhasten Stellen mit neuem Material. In den unteren Theilen deS Baues, etwa bis an die Fensterbänke, hat auch da» AuSfugen mit dunklem Stoff auf die schönen, rothen Sandsteine, deren LängSfugen mit den Stoßfugen regelrechte Vierecke bildeten, ein gefälliges Ansehen ergeben. Nicht so angenehm gestaltete fich die AuSfugung in den höheren Mauerpartien, wo man mit geringerem Material baute und wo die breiten, grauen Mörtelfugen den schönen, rothen Sandstein vielfach übertönen. In Bezug auf ein gefälligere» Ansehen wäre eß vielleicht beffer gewesen, wenn man den Mörtel mit einer wetterfesten, rothen Farbe versetzt hätte, welche die dunklen Fugen weniger auffällig hätte erscheinen laffen. Wir haben in der Frankfurterstraße zwei Bauten, welche auch au» un« bearbeiteten Bruchsteinen hergestellt find und deren Aeußere» nicht unangenehm auffällt. Wir meinen da» Verwaltung»« gtbaube der Oberhesfischen Bahn und baß große Eckhau» an der Wieseckorücke. An den Mauerflächen beider Gebäude find die Steinfugen wenig sichtbar und wie eß unß scheint, auch auf die von un» bemerkte Art behandelt. Eine schöne Farbe hilft bekanntlich viel Über die Mängel de» Material» und der Form hinweg. Allerdings wird auch hier der Einfluß der Witterung dte Gegensätze zwischen der rothen und grauen Farbe bald weniger auffällig erscheinen laffen und der Rauch
1 der dort oft verkehrenden Locomotiven nach der modernen Malermanier grau in grau malen.
• • 3a den Eiseubahnstockaogen. Man schreibt dem „Mainzer Anzeiger": Dte starken Verkehr-verhältniffe auf den Strecken der königl. preußischen und großh. hessischen Eisenbahnverwaltung werden Beranlafiung zu einer ganzen Reihe von Prozessen geben, die zum Theil bereit» ein- geleitet worden sind. Die Bahnverwaltung weigerte fich nämlich, die Forderungen der geschädigten Raufleute zu erfüllen. Besonders hohe Forderungen find von den Mainzer Hopsen« Handlungen gegen die Bahnverwaltung eingeklagt worden, denn gerade mitten in bie Hopfenernte fielen die Verkehr», störungen. Ungeheure Mengen Hopfen, die nach Mainz unter» wegS waren, die aber nicht rechtzeitig an ihre Adresse gelangten, find vollständig zu Grunde gegangen und dadurch zur Bierfabrikation untauglich geworden. Der durch die Um» stände verursachte Schaden einer Hopfenhandlung allein soll 8000 Mk. betragen. Auch eine Reihe anderer geschädigter Firmen hat in der gleichen Weise Klage erhoben, so Gemüsehandlungen, deren Sendungen gleichsall» durch den langen Transport verdorben find.
• • Lasset die Dächer prüfen. Die Dächer zu prüfen, ,st jetzt von großer Bedeutung. Nur eine kleine Oeffnung ober Spalte läßt Regen unb Schnee in reichlichem Maße eindringen unb befördert die Nässe unb Fäulniß in den Räumen. Eine rechtzeitige AuSbefferung erspart einen größeren Schaden, da die Fäulniß immer weiter frißt. Auch bie Gefimse sind einer Untersuchung zu unterziehen, da fich kleine Riffe durch den Frost vergrößern und später ganze Stücke herabfallcn.
* * Die Frage, ob Wein ein Heilmittel im Sinne de» Krankenkassengesetze» ist und demzufolge die Kranken« kaffe bei ärztlicher Anordnung dafür aufzukommen hat, tft jetzt in bejahendem Sinne entschieden worben. Da» preußische Provinzial Mebicinalcollegium hat fich in einem Gutachten dahin ausgesprochen, baß Wein in verschiebenen Krankheitsfällen, sowie bei Genesenben ein wichtiges Stärkungsmittel bilde und mithin deffen Lieferung für den Patienten gleichfalls unter die Pflichten der Krankenkaffe zu rechnen fei.
• * * Wetterbericht. Der Kern de» barometrischen Maximums hat feine Lage beibehalten und sogar noch etwa» an Intensität gewonnen. Im Uebrigen ist die Luftbruckverthe* lung ganz die gleiche geblieben unb hat bemjufolge auch der WitlerungScharacter keine Aevderung erlitten. In bin Morgenstunden herrscht vielfach Nebel/ unter TagS ist aber der Himmel meist wolkenlos. — Voraussichtliche Witte« rung: Fortdauer der bestehenden Witterung.
t. Grnnberg, 27. October. In unserer Stadt ist man gegenwärtig mit den Vorbereitungen zu der nächsten SomStag und Sonntag stattfindendeu Einweihungsfeier der neuerbauten Turnhalle beschäftigt. Für bie Vorfeier am Samstag sowohl wie für bie Hauptfeier tft ein äußerst reichhaltiges, bea Fefttheiluehmern viel Unterhaltung bletetv des Programm vorgesehen, zu deffen Bereicherung die Capell-. deS Hanauer Ulanen Regiments engagirt ist. Zur Theilnahme an dem Feste haben fich bereit» eine größere Anzahl von Nachbarvereinen angemelbet unb können wir besonders auf ein recht zahlreiches Erscheinen ber Mitglieber derjenigen von Gießen, AlSfelb, Lollar rc. rechnen. — Um den auswärtigen Gästen, welche hierzu Lust tragen, auch die Theilnahme am Balle zu ermöglichen, ist eine stattliche Anzahl von Freiquanieren bereitgestellt. Hält die gegenwärtige Pracht volle Witterung an, so dürfte, ben umfassenden Vorbereitungen nach zu schließen, baS Fest einen glänzenden Verlaus nehmen. Auf nach Grünberg zur Turnhallen-Einweihung! sei deshalb die Losung für die Turner unb Turnfreunbe be» Gaue« Hessen.
♦ Berlin, 27. October. Zwei Mütter stauben vorgestern hier vor Gericht, von benen bie eine wegen Miß hanblung ihres KinbeS zu drei Monaten Gefängniß ber- urtheilt wurde, die andere zu fünf Monaten Gefüngniß, weil fie betrogen hatte, um Nahrungsmittel für ihr bungernbe« Kind zu schaffen. Welche Gegensätze unb welche Tragik be« Lebens! Fürwahr: bie Dramen, welche fich in ber Wirklichkeit abspielen, machen einen viel größeren Etnbruck, als da« abgeblaßte Spiel deS Theater«.
* Der Liebesroman eines Berliner Profefior». Ein junge» Mädchen aus der Provinz Polen, deffen Baier Barbier ist, fand auf einem Gute in Schlesien eine untergeordnete Dienststelle. Dort verkehrte auch während seiner Ferienzeit ein schon bejahrter Verwandter der betr. Herrschaft, ein mit GlückSgütern reich gesegneter Professor au« Berlin, der zu dem Mädchen eine solche Zuneigung erfaßte, daß er beschloß, eS zu seiner Frau zu machen. Natürlich hat die kleine Posenerin den HeirathSavtrag mit Freuden angenommen. Der glückliche Bräutigam wollte die zukünftige Frau Professor aber schon jetzt aller irdischen Sorgen entheben, weß halb er ihr dieser Tage ein Capital von 60000 Mk. ver schrieben hat. Die hierauf bezügliche ©tifiunglurfunbe wurdk in Gegenwart be« Schwiegervater» unterzeichnet.
• AuS dem bchtüleden berichtet bie „Deutsche Lehrer- Zeitung": In einer Anstalt finbet ber aufsichtführende Lehrer alle Zöglinge in ben brei Schlasfälen schlafend, obgleich bie Glocke schon bie Zeit be» AusstehenS verkünbei hatte. Da schrieb ber Lehrer an die Thüren je folgenbd Wort: „Ein schlafenber Fuch» fängt fein Huhn", „Morgen stunde hat Golb im Munbe" unb „Wach auf, mein Herz, unb finge". AIS er nach einiger Zeit zum ersten Schlaf' faale zurückkehrt, finbet er unter seiner Schrift folgende! BerSlein: „Wer lange schläft, ber schläft fich warm, — Wer früh oufsteht, ber ißt fich arm."
• Hinan, 27. October. Für die Manöver« Flur» schäben müssen im Kreise Hanau laut „Hanauer Anz." 480,000 bi» 490,000 Mk. vergütet werden.
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