'“"“•■Vertrieb 68,61 tod di» •’Brhesgen: bäcker, !t- Giessen.
Wfttt
ltscher Handlvvgs. uQiirt 1881 beigetreten, euvermitteluug -
Jahresbeitrag
lväumscheKravkeul AÜerSversorgungr- unb
"SS- und nlagen sbaden
v. m. b. Ha
Sä«V» Von «M‘- jÄ^WitW_U_£Uti,
Leistungen!
m Eintritt in des tutenmzüge und Flug. >. Sied». flN?
iren, lerien.
Ilette-Artikel,
ann ।
s I
ec in 5
smödä«, \ i aller M } ungev. 8901 %
wem
iheilen.....
Äte
Watt 9636
'■ KlllsDkl' rg l6
iS-sn ;r,;5-*r
Nr. 254 Erstes Blatt KreUaz de» 29 Oktober
IHM
Der #W|e«er Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener A«mitieuvtätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt.
Gießener Anzeig er
Kmerat-Wnzeiger.
Bierteljähriger Avonncmenlspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckern:
-chutstraße Ar.7.
Fernsprecher Blc
Aints- und ! nzeigeblntt für den Avers Grefzen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr.
------------------------- -
Hratisöeikage: Gießener Iamikienökätter.
Alle Annoncen-Bureaux de- In» und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgeh«.
2lmtiid?er Theii.
Bekanntmachung, betreffend: Geiändeenteignung für den neuen Friedhof zu Gießen.
Seitens der Stadt Gießen ift in Gemäßheit des Art. 22 des Gesetzes vom 26. Juli 1884 Antrag auf Einleitung deS Euteignu^gSoerfahrenS bezüglich der nachstehend bezeichneten Grundstücke in der Gemarkung Gießen gestellt worden: Flur XU. 92r. 119, 120i/10, 1202/10, 120»/„. 12O*/10, 12O6/io 1208/to 132, 133, 134 und 185, 136, 137 uuö 138, 139, 140 und 141, 142, 143, 144, 145 b s 154 155, 156, 157, 158, 159, 160, 161, 162 bis 165 166, 169, 170, 171, 172, 172a, 182y10, 183$/10, 189, 203, 207, 208 und 209 210, 211, 212, 213, 216, 101 biS 103, 105, lOGi/io 107, 107a, I088/10.
ES wird die- mit dem Anfügen zur öffentlichen Kennt, ntß gebracht, daß obiger Aotrag nebst den betreffenden Gelände- erwerbsplänen u. f. w. in der Zeit vom 8. bis 17. November l I. (einschließlich) aus dem Amtszimmer der Bürger- meisteret Gießen zu Jederwa ns Etnficht offcnlicgt.
Zugleich wird zur Verhandlung über den Plan und die zu leistenden Entschädigungen Tagfahrt vor der Local Com- Mission auf
Montag den SS. November l. I., Vormittags 9 Uhr, auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei Gießen anberaumt. Die Eigenrhümer, Pächter, Mterher und sonstige an den abzutretenden Grundstücken persönlich Berechtigte, sowie alle übrigen au der beantragten Enteignung Betheiltgren werden aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meldung deS Ausschlusses und Annahme der Einwilligung in die beanspruchte Ablrrtuvg oder Beschränkung,
2. E-klärung auf die angebotene, auS den aufgelegten Derzeichntffen ersichtliche Entschädigungssumme bet Meidung der Unterstellung der Annahme deS Angebote»,
3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meldung deS AuSschluffeS mit solchen,
4. Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten bet Meldung deS AuSschluffeS mit solchen,
5. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche sür die benachbarten Grundstücke oder im öffentlichen ^ntrnffe zur S ch-ruug gegen Gefahren und Nachtheilr nottrwendtg find,
6. etwaige noch unbekannte Rechte und Ansprüche an die zu enteignenden Grundstücke in dem obenerwähnten Termin vorzubringrn.
Wenn dritte Personen als dinglich berechtigte oder wegen sonstiger Rechtsverhältnisse bei der Enteignung betheiligt find, so muß sie der Eigenthümer sofort nach Zustellung der Bekanntmachung unS bezeichnen, andernfalls bleibt er sür diese Ansprüche verantwortlich.
Die Eigenthümer der adzutretcnden Grundstücke müffrn von der Zustellung dieser Bi-kannlmcchung au zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen, bezw. der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirthschaftung die Genehmigung der Antragstellerin einholen, widrigenfalls eine Ent- fchädigung demnächst nur insoweit verlangt werden kann, als durch di- Veränderung auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geschieht, der Werth des Gelände» erhöht worden ist
Räumt der Eigenthümer einem Anderen von dem Zeitpunkte der Zustellung an ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundstücke oder ein persönliches Recht an deffen Benutzung ohne Genehmigung der Aritragstellerin ein, so steht jenem Anderen eine besondere Entschädigung nicht zu.
In dem Termin, Montag den 22. November l. I., wird zugleich über die Höhe der Entschädigung und die mit ßhr zusammenhängenden Fragen verhandelt werden.
Fall» öie Betheiligten bis -um 10. November I. I. sich Liber d.e drei Sachverständigen nicht geeinigt haben und diese der Commission nicht bezeichnen, werden dieselben von der Localcomm.sston ernannt werden.
Die Eigenthümer der zu enteignenden Grundstück-: werden endlich ausgeforderr, bi» zum 10. November l. I ein nicht detheiligteS Ortsvorstandsmitglied der Stadt Gießen oder einer benachbarten Gemeinde zu bezeichnen, welches nach Art. 30 Z'ffer 4 de» Gesetzes vom 26. Juli 1884 der Com- Mission anzugehören hat. Dieses Mitglied haben die Eigen- tihümer gemeinschaftlich durch Wahl zu bestimmen, bet Stimmen- l
gleichheit entscheidet doS LooS. Kommen dte Eigenthümer dieser Aufforderung bis zu dem bestimmten Termine nicht nach, so wird das CommisfiovSmitglied durch den Vorfitzendeu der Commission ernannt werden.
Gießen, den 26. October 1897.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
v. Gagern.
Fürst Bismarck und die Enthüllungen der „Nuova Antologia".
Als vor einiger Zeit in dem in der Ueberschrtft genannten italienischen Blatte die bekannten „Enthüllungen" erschienen, da sah man fragend zu dem deutschen Staatsmann, welcher am besten Auskunft geben konnte, ob dte Robilant'ichen Erklärungen auf Wahrheit beruhen. Bekanntlich hatte obige Zeitschrift einen Brief deS früheren Ministers des Aeußern, Grafen Robilant veröffentlicht, den dieser im Jahre 1886 an den damaligen Botschafter in Berlin, de Launoy, gerichtet hatte betreffs seiner Bereitwilligkeit zur Erneuerung de» Dreibundes. Wie bereit« gemeldet worden ist, hatte der Minister dem Fürsten BiSmarck den Vorwurf gemacht, keine Schritte gethan zu haben, um eine practische Annäherung an Italien anzubahnen, weßhalb Robilant der unfruchtbaren Allenz müde sei, umsomehr al» er der Ueberzeugung sein zu dürsen glaube, daß die Allianz Italien niemals Etwas etvbrtngen werde. Robilant verlangte dann in dem Briefe, daß Fürst Bismarck dtc Initiative zur Einleitung von Verhandlungen ergreife, denn bet dem ersten Abschluß der Allianz habe Italien den Fehler begangen, allzu eifrig dte Initiative ergriffen zu haben. Graf Robilant sei ferner der festen Ueberzeugung, daß Italiens Heil nicht im Festhalten am Dreibund liege, sondern im Einvernehmen mit England, weßhalb er als Vorbedingung für dte Erneuerung des Dreibunds eine vorherige Abmachung mit England verlangte, die er dann auch durchführte.
Fürst Bismarck nimmt jetzt zu diesen sogenannten Enthüllungen das Wort und legt vor allen Dingen daS Ber- hältntß dar, in welchem er zu dem Königreich Italien gestanden hat und auch heute noch steht. Der Dreibund ist geschloffen worden zu einer Zett, als Deutschland bereits den Gipfel feiner Macht erreicht hatte, aber auch Befürchtungen haben mußte, daß diese Fülle von Macht Ntid und Etferiucht erregen werde, dte Veranlassung zu hinterlistigen Angriffen werden könnten. DaS Deutsche Reich gab also und nahm zugleich, als es die Trippelallianz abschloß- es wollte schützen und geschützt werden. Keiner der den Dreibund schließenden Staaten wollte damals in den beiden anderen Staaten den Eindruck erwecken, als ob man großes Gewicht auf dte Erneuerung des BündniffrS lege, und danach handelte auch Fürst Bismarck, welcher besonders Italien gegenüber bei der Entrirung von politischen Geschäften eine größere Reserve beobachten zu müffen glaubte. Weßhalb der Fürst dieser Ansicht war, ist wohl unschwer zu errathen, da eS damals — wie auch jetzt noch — Kreise in Italien gab, welche ein H nneigen nach Frankreich als nothwendig erachteten. Es ist ja ein off-neS Geheimniß, daß Italien 1mJadrel870 nur durch Rücksichten auf seine innere Politik abgedalten wurde, mit Frankreich zu pactiren. Wenn also Fürst BiSmarck später dem Königreiche Italien gegenüber sich recht zurückhaltend zeigte, so war dies erklärlich- persönliche Abneigung gegen den Grafen Robilant ist jedenfalls nicht daS Leitmotiv BiSmarckS gewesen.
Schon mehrfach ist die Frage aufgeworfen worden, ob denn die Zugehörigkeit Italiens zum Dreibunde für Oesterreich-Ungarn und Deutschland von so großem Werthe fei; insbesondere fanden diesbezügliche Erörterungen statt, als sich in dem letzten erythräiichen Kriege zeigte, wie mangelhaft organifirt die italienische Armee war. Fürst Bismarck sieht den Werth dieser Zugehörtgkeit darin, daß dadurch Italien dem Etvflufle Frankreichs entzogen und daß indirrct die HeereSmacht der beiden anderen Staaten im Kriegsfälle insofern gestärkt werde, als Oesterreich Ungarn sich nicht um die Sicherung der eigenen italienischen Grenze zu kümmern brauche. Jedenfalls um ntcht die öffentliche Meinung in Italien durch ollzu erhebliche Ausgaben für HeereSzwecke gegen den Dreibund einzunehmen, hat Fürst Bismarck, wie e» in der Zuschrift an dte „Leipz. N. N." heißt, in welcher diese Anschauungen des Altreichskanzlers zum Ausdruck kommen, niema'S einen Druck auf Italien auSzuüben versucht. Die Finanzen deS Landes find bekanntlich nicht allzu glänzend und legen der Regierung die größte Sparsamkeit auf, weshalb sie ihre Ausgaben für HeereSzwecke mehr einlchränken muß, als es vielleicht im Jntereffe der Schlagfertigkeit de» DreibundeS liegt. Wie schon gesagt, Fürst BiSmarck hielt dte Erhaltung Italiens innerhalb der Tripelallianz für so
wichtig, daß er dem Königreiche möglichst weit entgegen kam und, wie wir bereits wiffen, auch wieder dte ersten Schritte zur Erneuerung deS Bundes thar.
Bezüglich deS BündniflrS, welches Italien mit England abgeschloffen hat, steht Fürst BiSmarck auf dem Standpunkte, daß e» jedem Staate unbenommen sei, seine Sovdertntereffen durch Verträge sicher zu stellen. Denn es ist ja selbstverständlich, daß die Tripelallianz nicht nach allen Richtungen hin Deckung gewährt- und eben so, wie er selbst jenen Neutralitätsvertrag mit Rußland abschloß, deffen Bekanntwerden vor einiger Zeit so viel Staub aufwirbelte, gestand er dieselben Rechte auch den beiden Bundesgenossen zu. Ueberbh» erkannte der Fürst, daß für Italien ein Bündniß mit England eine zwingende Nothwendigkeit sei, um bei einem Kampfe um die Herrschaft im Mittelmeer nicht allzu sehr gefährdet zu werden.
AuS allem oben Gesagten geht aber hervor, daß die Enthüllungen der „Nuova Antologia" gar nicht da» Aufsehen verdienen, welches sie vielfach erregt haben, daß insbesondere die deutsche Regierung den Sachverhalt, welcher dort enthüllt werden sollte, schon längst kannte und danach ihre Maßregeln getroffen hatte. (xx)
Steifte
Wolff» telegraphische« Correfpondmz-Bureau.
Darmstadt, 27. October. Kaiserin Alexandra empfing heute den preußischen Gesandten v d. Goltz. — Prinzessin Victoria von Schleswig-Holstein ist Abends hier elngetxoffen. — Kaiser Nikolaus besuchte mit dem Großherzog Abends das OifizierScafino feine» Dragoner-Regiments unb verweilte daselbst gegen eine Stunde. Daraus besuchten die Fürstlichkeiten daß Theater.
Pari«, 27. October. Die HeereScommisfion der Kammer hat heute die Vorlage einer Zerlegung beß 6. Armeecorps in zwei Corps einstimmig angenommen. Zum Berichterstatter der Commission wurde MeziereS ernannt.
London, 27. October. Wie ein Telegramm aus Glasgow meldet, haben die Maschinenbauer sich entschloffen, ihre Forderung betreffend die wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden zurückzuztehen. Eine Besprechung mit den Arbeitgebern wird wahrscheinlich binnen einer Woche stattfinden.
Depesche« bei Bureau »Herold.*
Berlin, 27. October. Die „Deutsche TageSztg." schreibt: AuS BundeSrathekreisen wird versichert, daß die feste Absicht besteht, den Reichstag erst Anfang December einzuberufru.
Berlin, 27. October. In einer Unterredung, die e n Mitarbeiter der „Post" mit dem gegenwärtig in Berlin weilenden Fürsten MestscherSki, dem Herausgeber des „GtaShdanin", der bekanntlich eine einflußreiche politische Rolle in Rußland spielt, hatte, erklärte der Fürst, daß er sich demnächst nach Paris begeben werde, um dort mit mehreren politischen Persönlichkeiten zu conferiren. Sein Berliner Aufenthalt habe keinen politischen Zweck. Im weiteren Verlaufe der Unterredung erklärte der Fürst, er fei vollkommen von der Existenz einer russisch-französischen Allianz auf dem Papier überzeugt, wie er dies ja auch unlängst gegenüber einem Vertreter deS Pariser „Radical" bemerkt habe. In zahlreichen politischen Kreisen Rußland- herrsche die gleiche Ansicht. Natürlich schließe daS ein russisch-französisches FreundschaftSverhältniß nicht au». Al» die einzige Politik der Zukunft bezeichnete der Fürst: Rußland und Frankreich im Verein mit Deutschland. England halte er für den Feind von ganz Europa, gegen da» Rußland, Deut'ch'.and und Frankreich fest zusammenstehen müßten. Am Schluffe des Gesprächs bemerkte der Fürst noch, daß Herr Nelidow nur kurze Zeit auf dem Posten in Rom sein werde, da er für den Pariser Botschafterposten auSsehen fei.
Berlin, 27. October. Gestern Abend fand im Neuen Palai» anläßlich der Anwefenheit deS Großfürsten Michael von Rußland eine größere Abendtafel statt. Heute Morgen empfing der Kaiser die Vorträge de» Chefs des CivilcabinetS v. LucanuS und deS StaatSsecretärS deS ReichSmarineamtS Contreadmiral Tirpitz.
Berlin, 27. Oktober. Wie die „Deutsche TageSztg." gegenüber anders lautenden Meldungen erfährt, ist an unterrichteten Stellen nichts davon bekannt, daß die diesjährigen Wintermanöver den Umfang früherer ähnlicher Uebungen nicht überschreiten werden.
Berlin, 27. October. Am 12. November werden hier drei österreichische ReichSrathS Abgeordnete, darunter der Abgeordnete Wolff, in einer öffentlichenVersamrnlnng über die Lage der Deutschen in Oesterreich sprechen.


