Ausgabe 
29.5.1897 Erstes Blatt
 
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heit der Quittung in der Hauptverhandlung deshalb nicht zugegeben, weil er bis zum letzten Augenblick jene Beziehung zur Polizei bestritten habe. Der Präsident betont nunmehr ausdrücklich, daß Lützow fortwährend in Widersprüche ge- rathet. Der Bertheibiger Sello fragt nun Lützow, ob er nicht Journalisten gegenüber versichert habe, daß der Kaiser selbst die falsche Redaction des CzarentoasteS veranlaßt habe. Lützow erwidert, er wiffe das nicht. Wenn aber Dr. Limann das unter seinem Eide behauptet, werde es wohl so sein. Oberstaatsanwalt Drescher bezeichnet die Aeußerung LützowS über den Kaiser als eine außerordentliche MajeftätSbeleidi' gung. Lützow entgegnet, nicht diese Aeußerung gethan zu haben. Er sei ein Patriot vom Scheitel bis zur Sohle. Die Weiterverhandlung wird um 5 Uhr auf Freitag früh 9 Uhr vertagt.

die Gesichter zerkratzten. Ein Strafbefehl wird die Gemüther wieder beruhigen.

* Auf der dritten internationale« HnndeanSftelnug bei Vereins zur Züchtung reiner Huaderasien für Deutschland za Frankfurt a. M. erhielten auf kurzhaarige deut'che Vorstehhunde folgende Gießener Aussteller Auszeichnungen: Offene Klaffe für Brauntiger-Rüden: Herr Adolf Bieler, Herr E o nra d bl am e n kochst lobende Erwähnung. Reservepreis in der Neulings klaffe die beiden Herren auf die gleichen Hunde je eine höchst lobende Erwähnung. Jugendklasse fürHündinneu, braun: Herr Fritz Schreiner lobende Erwähnung.

** Den Radfahrverkehr betr. Mit Allerhöchster Ermäch­tigung Seiner Röntgt. Hoheit des Großherzogs hat dal Ministerium des Innern einen Gesetzentwurf, betreffend dal Radfahren auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen nebst Begründung, den Ständen des GroßherzogthumS, zu­nächst der Zweiten Kammer, zur verfaffuogSwäßigen Be- rathuog und Beschlußfaffung unter dem Ersuchen übersandt, die Angelegenheit all eine dringliche behandeln zu wollen. Der Gesetzentwurf lautet: Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit wie folgt: Art. 1. Die polizeiliche Regelung deS Verkehr! der Radfahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen erfolgt im Wege der Verordnung. Art. 2. Unser Mini­sterium deS Innern ist mit dem Vollzug dieses Gesetzes be­auftragt. In der Begründung heißt es wie folgt: Der Radfahrverkehr hat, wie bekannt, tn den letzten Jahren eine außerordentliche Ausdehnung gewonnen. Das Fahrrad dient längst nicht mehr nur sportlichen Zwecken, sondern hat all leichtes und bequemes Verkehrsmittel für das sociale Leben eine große Bedeutung gewonnen. Mit der Verbrei­tung des Fahrrads hat sich, wie auch die zur Zeit vor­liegenden Anträge mehrerer Kreisämter beweisen, das Be- dürfniß nach einer weiteren Ausgestaltung der seit 1889 für die einzelnen Kreise erlaffenen Polizeiverordnungen immer deutlicher gezeigt, und namentlich hat der Erlaß einheitlicher Vorschriften über das Radfahren auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen für dal ganze Großherzogthum sich als dringend nothwendig herauSgeftellt. Wenn hiernach auch die Gesetzgebung die Regelung deS Radfahrverkehr! ins Auge fassen muß, so ist doch die Erfahrung hinsichtlich deS Rad- sahrverkehrS noch nicht genügend, und die Entwickelung del RadfahrwesenS noch nicht so weit abgeschlossen, daß eS räthlich wäre, die in dieser Hinsicht zu tressendeu Bestimmungen schon jetzt durch Gesetz festzulegen. ES erscheint vielmehr als angezeigt, die Regelung de! Radfahren! auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen einer landeSherrl chen Verord­nung zu überlassen und die Ermächtigung hierzu in einem Gesetz auszusprechen.

* * Am 17. d. MtS. tagte zu Darmstadt der Lande!« auSschuß der laudwirthschaftlichen Vereine deö Großherzogthnm! Hesse» in einer Gesammtsitzung unter dem Vorsitze öeß Herrn Geh. Reg.-Rath HaaS-Offenbach. Nach Begrüßung der erschienenen Vertreter Großh. Regierung und der Mitglieder wurde sofort tn die Verhandlung der sehr umfangreichen Tagesordnung eingetreten. Der LandeSauSichuß nahm zu­nächst Stellung zu einem von Herrn K. Roemer-Alzey eingebrachten Antrag auf Aenderung der Lehrpläne der landwirthschaftlichen Winterschulen und stimmte den dort ausgesprochenen Wünschen auf weitgehen­dere Berücksichtigung der landwirthschaftlichen Specialfächer unter entsprechender Kürzung des Elementarunterricht! und Herstellung gleicher Aufnahmebedingungen für alle Winter­schulen einstimmig zu. Da! Budget des LandeSaulschuss-S pro 1896/97 wurde auf das erste Halbjahr 1897/98 ver­längert. Zur Vermehrung der feiten» der Deutschen Land- wirthschaftSgesellschast für die diesjährige landwirthschaftliche Wanderausstellung in Hamburg ausgesetzten Presse wurde beschlossen, eine PreiSstiftung von 2075 Mk. nach dem vorliegenden CommiffionSantrag bei Großh. Regierung zu beantragen. Eine im Vorjahr entworfene Ordnung über die Beschickung größerer landwirtschaftlicher Ausstellungen wurde unter Berücksichtigung der Wünsche der drei Provinssal- vereine endgiltig beschlossen und durch AuSfÜhrungSbestim- mungeu den dtesbezüglichenCommissionSvorschlägen entsprewend ergänzt. Die Zahl der Commissionen deS LandeSauschussel wurde durch den Beschluß der Bildung einer Commission für Obst- und Weinbau vermehrt. Einem Antrag mehrerer Mitglieder auf Aenderung der Satzungen des Lande»- ausichuffeS wurde dahin entsprochen, daß der LandeSauSschuß u. A. durch Zuwahl von je zwei weiteren Vertretern der landwirthschaftlichen Provinzialvereine und Heranziehung deren Secretäre auf 27 Mitglieder verstärkt werden soll. Stott de» NamenSLandesausschuß der landwirthschaftlichen Vereine de» GroßherzogthumS Hessen" soll er für die Zukunft den NamenHessischer LandwirthschaftSrath" führen und das Recht erhalten, nach Bedarf Sachverständige olS außerordentliche Mitglieder zu berufen. Dem Commiss on»- antrage auf Bewilligung von 1400 Mk. Staatsmitteln zur Unterstützung der Beschickung der Gartenbau-AuSstellung (Obst­abtheilung) in Hamburg wird einstimmig zugestimmt, des« gleichen einem Antrag, der den landwirthschaftlichen Provinzial­vereinen für Starkenburg und Rheinhessen die Errichtung von Herdbüchern nach dem Muster deS oberheffischen Verein» empfiehlt. Die von der viehzuchtcommiffion ent­worfene allgemeine Rindviehschauordnung, die al! Gtundlage für den Erlaß bezw. die Revision der Provinzial­schauordnungen dienen soll, ebenso der Antrag der Commission für Steuern, Zölle, Credii-, Handels« und Verkehrswesen auf möglichst strenge Durchführung der Maßregeln zur Em- führung de» Verkaufs von Trauben nach Gewicht oder gesetzlichem Maaß wird einstimmig angenommen. Bon einer^ Verhandlung de! feiten! Großh. Regierung zur Aeuße­rung vorgelegten Antrags Köhler über die Erwerbung der Wasserrechte durch den Staat wird wir Rücksicht auf dessen überwiegend socialpolitische und finanziell- Be­deutung abgesehen. Einstimmige Annahme findet ein Com-

Allgemeinen den Gießener Festen hold zu sein pflegt, keinen Strich durch die Rechnung und hält während der Festtage seine Schleusen geschlossen.

♦♦P.A.F. Sportfest. Die Nennungen für die nächsten Sonntag anläßlich de» Sportfestes an der Hardt stattfinden­den internationalen Rennen sind über alle! Erwarten glänzend ausgefallen, eia Erfolg, auf den die Rennleitung mit Recht stolz sein kann. ES sind im Ganzen 193 Nennungen eingelaufen, welche sich auf die einzelnen Rennen wie folgt vertheilen: Rennbahn - EröffuuugSfahren 6, Erstfahren 21, Fahren um den Damen«Wanderpreis 31, Gauverbands- Fahren 26, Hauptfahren für Berufsfahrer 23, Fahren um den Ehrenpreis des Deutschen Radfahrer-BuudeS 31, Mehr­sitzerfahren für Berufsfahrer 22, Mehrfitzerfahren für Amateure 33. Somit wäre eine große Betheiligung aus­wärtiger Rennfahrer verbürgt und es erübrigt noch, dem Wunsche Raum zu geben, daß die Gießener Bevölkerung den fremden Radlern einen recht herzlichen Empfang bereitet und diesem durch eine allgemeine Beflaggung der Häuser auch äußerlich Ausdruck verleiht. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß das Mitbringen von Hunden zu den Rennen am Sonntag auf das Allerstrengste verboten ist, da dadurch sehr leicht Unglücksfälle herbeigeführt werden können. Die Rennleitung wird in einem derartigen Falle unvachficht- lich den Besitzer des Hunde- für alle entstehenden Schäden verantwortlich machen.

P. A. Sport- und Volksfest Gießen. Wie nun definitiv festgestellt ist, wird der Feftzng am Sonntag Nachmittag folgenden Weg nehmen: Ab SteinS Garten, Berg-, Ludwig-, Bleichstraße, Südanlage, Ostanlage, Wallthorstraße, Selters- weg, Weftanlage, Bahnhofstraße, Neustadt, Festplatz, der Preiscorso der Radfahrervereine findet vom Wallthor bis zum Seltersthor statt. Bei dem liebenswürdigen Entgegen­kommen, welches die Gießener Bevölkerung der Festleitung bis jetzt gezeigt hat, ist letztere überzeugt, daß die Bewohner­schaft auch ihrerseits mit zur Verherrlichung des Festes durch Beflaggen der Häuser beitragen wird, namentlich wird gebeten, die Straßen, durch welche sich der Festzug bewegen wird, in ein festliches Gewand zu hüllen, um den auswärti­gen Gästen zu zeigen, daß Gteßen die hervorragende Be­deutung des Radfahrsportes voll und ganz erkannt hat. Für die Rennen find bis jetzt über 190 Nennungen erfolgt, ein erfreuliches Zeichen dafür, daß die Gießener Rennbahn für den Sport eine große Bedeutung sich erringen wird. Diele bet Gäste haben sich schon für Samstag angemeldet und e» steht daher für die Festtage ein gesteigerter Verkehr zu erwarten, der auch in materieller Beziehung für Gießen nicht zu unterschätzen ist.

* *Pr, Concertverein. Unter den Lücken, welche im letzten Jahr in der Reihe unserer zeitgenössischen Musiker durch den unerbittlichen Tod entstandrn sind, ist wohl keine schmerzlicher empfunden worden als diejenige, welche das am 3. April dieses Jahres erfolgte Hinscheiden des unvergleichlichen hoch­begabten Tonsetzers Johannes BrahmS verursachte. Wohl nie ist der Tod eines Künstlers aufrichtiger und all­gemeiner betrauert worden als in diesem Falle und selten find dem Genius eines dahingeschiedenen TonheroS so zahl­reiche und herzliche Erinnerungsfeiern gewidmet worden wie BrahmS, dessen Werke überall, wo gute Musik gepflegt wird, in den letzten Wochen die Concertprogramme füllten. Auch der hiesige Concertverein hatte fein sechste», dies­jähriges Concert zu einer würdigen Brahmsfeier gestaltet, die in allen Theilen einen günstigen Verlauf nahm. Gesänge für Frauenchor mit Hörnern und Harfe, Lieder für Sopran mit Clavierbegleitung und deS Meister! bekanntestes und berühmtestes Werk,ein deutsches Requiem" für Soli, Chor und Orchester, bildeten daS wundervolle Programm, das die Mitwirkenden zur vollsten Zufriedenheit des zahlreich erschienenen Publikums zur Ausführung brachten. Von den Solisten war Fräulein Emma Hiller hier noch unbekannt, aber ihr gestriges Debüt war ein äußerst günstiges und konnte bei uns nur den Wunsch rege werden lassen, die Künstlerin einmal in einem akustisch besseren Saal zu hören. Herr Adolf Müller auS Frankfurt führte die Baßparthie im Requiem in' seiner gewohnten vornehmen und doch tief zu Herzen gehenden Weise durch und hat wieder neue, wohl verdiente Lorbeeren geerntet. Das Orchester befand sich unter der bewährten Leitung deS Herrn Musikdirector Traut mann in den besten Händen, ebenso der akademische Gesangverein, der die Chöre deS Requiem- namentlich in Bezug auf einheitliche TtxiauSsprache sowie auf Präcision der Einsätze tadellos zu Gehör brachte und tn den Chören zarten Charakters auch im Vortrag vollständig auf der Höhe der Situation war,- wir erinnern nur an die beiden ummern wie lieblich find deine Wohnungen" undich will dich trösten", von denen namentlich der letztere Chor mit dem von Fräulein Hiller prachtvoll gesungenen Sopransolo ge­radezu ergreifend wirkte. Weniger gut gelangen die Forte- Stellen, in denen sich die Männerstimmen wiederholt als etwas schwach erwiesen. Hoffentlich ersetzt hier bald ein kräftiger Zuwachs an gutem Stimmmaterial das noch Fehlende. So war auch der Verlauf dieses letzten ConcerteS ein äußerst glücklicher, und der Concertverein kann mit Stolz auf die vergangene Saigon zurückblicken.

* * Verkehrknotiz. Wie au» dem Aozeigentheil ersichtlich, treten in der Abfertigung der Züge 13c und 28 (Stockheim- Gelnhausen und Gedern-Stockheim) am 1. Juni einige Ver­änderungen ein, durch welche günstigere Zugamchlüsse nach Gelnhausen erreicht werden sollen.

* Diebstahl. In einer hiesigen Wirthschast wurde gestern Abend einem Gast da» Portemonnaie mit ca. 60 Mk. Inhalt entwendet. Der Dieb wurde von dem patrouillirenden Schutzmann in der Bahnhofstraße in der Person eine» HaufirerS von Hannover verhaftet und fand sich das gestohlene Portemonnaie nebst Inhalt in feinem Besitze vor.

* Schlägerei. Im OSwaldSgarten gerieten gestern Abend wegen eine! Burschen zwei Frauenzimmer in Streit, wobei sie sich gegenseitig die Haare rauften und

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Gießen, den 28. Mai.

* Empfang. Seine König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 26. Mai u. A. den Major Freiherrn v. Ehnatten, Commandeur de» LaudwehrbezirkS Fried­berg, den Freiherrlich Riedesel'schen Katnrnerdirector Lauteren von Lauterbach, den Provinzial Rabbiner Dr. Hirschfeld von Gießen.

** Justiz-Personalien. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 26. Mai den Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Over- Hessen Otto Jung zum OberlandeSgerichtSrath bei dem OberlandeSgericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I AmtSgerichtSrath Georg Dieffenbach zum Landgerichtsrath bet dem Landgericht der Provinz Starken­burg und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II August Schmeckenbecher zum Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen, den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg Ludwig Lang zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I, den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Rudolf Wünzer zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg und den GerichtSaffessor Dr. Ernst Jungk au» Mainz zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen, sämmtllch mit Wirkung vom 1. Juni 1897, zu ernennen.

* * Ernannt wurde der Vorstand des Erbschaftssteuer­amts Finanzrath Georg Muhl zu Darmstadt zum Mltgliede der Verwaltungscommission der Landescreditkasse im Nebenamte.

* e Der Zufammeutritt der Zweiten Kammer ist auf Donnerstag den 3. Juni festgesetzt.

* *P. A. Sport- und Volksfest Gießen. Zu den beliebtesten Ausflugspunkten, an welchen die nähere Umgebung von Gießen so reich ist, gehört ohne Zweifel Textors Hardt; nach Tausenden zählen alljährlich die Besucher, welche von Nah und Fern hier zusammeuströrnen, um da» herrliche Panorama zu genießen, da» sich dem trunkenen Auge des Beschauer» von der Terrasse au! darbietet. Weit schweift der Blick in da» lachende, in den üppiggrünen Farben des Malenschmucks prangende Lahnthal und aus dieser smaragdnen Herrlichkeit lugen die Häuser LahnathenS, von Baumgruppen halb versteckt, neugierig in die herrliche GotteSwelt hinein. In neuester Zeit hat die Hardt einen neuen Magneten erhalten, der namentlich die radelnde Welt anzieht,- an diesem herrlichen Fleckchen Erde hat nämlich der Sport eine Heimath gefunden durch die Errichtung eines Sportplatzes, der den Vergleich mit den besten Sportplätzen unseres engeren und weiteren Vaterlandes auszuhalten vermag. Namentlich ist nach voran­gegangenem sorgfältigem Studium ähnlicher Institute eine Rennbahn geschaffen worden, deren Vorzüglichkeit außer Frage steht und die hoffentlich in Zukunft belebend auf den edlen Radfahrsport einwirken wird. Am nächsten Sonntag schon wird die neue Rennbahn eingeweiht werden, die vor­bereitenden Arbeiten zu der Feier neigen sich ihrem Ende zu und wir können schon jetzt mit Stolz behaupten, daß nicht allein der Sport dieses Fest feiern wird, sondern daß alle Schichten der Gießener Bevölkerung an dem Ereigniß theil- nehmen werden, daß baß Fest in der That sich zu einem wahren Volksfest gestalten wird. Lahnathen wird auch am nächsten Sonntag zeigen, daß es Feste zu feiern versteht und daß der Radfahrsport seine feste Stütze in der Bevölkerung selbst findet. Bon den festlichen Veranstaltungen, die in reichem Maße vorgesehen find und bei denen unsere Regiment»- capelle concerttren wird, werden die internationalen Rennen da» Hauptereigniß bilden. Noch sind die Nennungen, von denen schon 165 eingelaufen find, nicht abgeschlossen, indessen finden wir unter den di» jetzt angemeldeten au»- roärttfltn Gästen Namen von gutem Klang, wie Verhetzen- Frankfurt, Henri Jeannin-Strahburg, Michael Herty Klein- Dteinhelm. Willy Koch-Dortmund, ThaddäuS Rohl-MÜnchen, Georg Lust-Wien, O. KrebS-London, Conrad Lautermanu- Darmstadt, Ernst Bethge-Frankfurt, Ludwig Opel und Heinrich Opel-Rüssel!helm, Zimmermann-Wiesbaden, DöngeS-Bocken- heim, Franz Rettig-Höchst, H. W. Jurjans-Utrecht u. A., ein Zeichen, daß die junge Rennbahn in den weitesten Sport­kreisen schon jetzt die höchste Beachtung findet. Ein bemerkevß- werther Vorzug der Bahn ist in ihrer günstigen Lage be­gründet. Hart am Fuße des Hügel» gelegen, dessen Spitze die Terrasse krönt, ist sie von letzterer vollständig zu über» schauen, und so ist denn auch möglich geworden, durch Einbeziehung der Terrasse in den Festplatz die Nennen einer großen Anzahl Zuschauer zugänglich zu machen. Die Fest- leituug ist mit Erfolg bemüht gewesen, den Besuch beß Festes so viel all möglich zu erleichtern. Auswärtige Besucher werden, fall» sie in genügender Stärke von einer Eisenbahn­station die Fahrt nach Gießen unternehmen, zu den niedrigen Taxen der GesellschaftSsahrten befördert; zwischen Feflplatz und Stadt ist während der Dauer de» Feste» ein ständiger Omnibulverkehr eingerichtet. Auch für ärztliche Hilfeleistung ist auf dem Festplatze gesorgt, indem beständig zwei Aerzte anweiend find. Hoffentlich macht unß der Regengott, der im