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♦ Der Lauoltufabrik Martinikenfelde ist für ihre unter der bekannten Marke „Pfeilrtng" eingeführteu Producte „Lanolin" und „Lanolin-Toilette Cream Lanolin" gelegentlich der Berliner Gewerbe-Ausstellung vom Herrn Minister für Handel und Gewerbe die Staatsmedaille „für gewerbliche Leistungen" in Bronce verliehen worden. #
* Heitere Episoden von der D«filircour, die am Mittwoch voriger Wocke im Ritterfaale des Schlosses zu Berlin stattfand, werden dem „B. Tgl." in Folgendem erzählt: Eine Dame vergaß in der Aufregung beim Borübergehen vor dem Throne die vorgeschriebenen beiden Couroerbeugungen vor dem Kaiferpaar zu machen und ging, in Gedanken ver« lieft, ohne fich umzusehen, vorüber. Dadurch veranlaßte fie den Kaiser, zur Kaiserin die scherzhafte Bemerkung zu machen: „Was die wohl denken mag, wozu fie hier ist." — Ein alter geheimer Postrath, der wohl zum ersten Mal dort war und in etwas zu langsamem Tempo bei dem Throne vorbei- drfilirte, mißverstand die aufmunternde Bewegung des Hof- marschalls und fühlte fich bewogen, an den Kaiser eine — Anrede zu halten, in der er tiefgerührt seinen Dank auö- fprach für die Gnade, an der Defiltrcour theilnehmen zu dürfen. Da der Herr auch die weiteren Winke deS Hof- marfchallS nicht verstand, so wurde er von Letzterem am Arme leise weiter fortgezogen.
* Keine „Ideale" mehr! Nach einer jüngst ergangenen Entscheidung deS Kaiserlichen Patentamts ist die Eintragung dies Wortes „Ideal" für Maaren verschiedener Art unzulässig, da dieses Wort in der Sprache des täglichen Lebens, wenn auch nicht in der Schriftsprache, zur Bezeichnung der Beschaffenheit einer Waare angewendet zu werden pflegt. LuS dem gleichen Grund hat auch die Eintragung von Wortzeichen, wie „Excellent", „Pompös", „Splendid", künftig zu unterbleiben.
* Ein Rafirer ohne Rafirmefser. AuS Metz berichtet die „Metzer Zeitung": Im Wartesaale erster Klaffe deS hiesigen Hauptbahnhofes spielte fich dieser Tage folgende lustige Scene ab: Mit Aufenthalt von knapp 35 Minuten bis zur Weiterfahrt in anderer Richtung war ein ersichtlich wohlhabender Messender eingetroffen, dem sein mehrere Tage alter Bart- aiiflug lästig war, weßhalb er dringend nach einem Barbier verlangte. Die Kosten spielten keine Rolle und so wurde ihm In beflügelter Eile auS der Stadt ein solcher geholt. Figaro ta.ot, mit allen schaumschlagenden Apparaten wohl versehen, an und seifte den Reisenden nach allen Regeln der Kunst ein. Doch, o weh! — cs ergab sich das Schreckliche, daß Figaro eine Kleinigkeit vergesien hatte — taS Rasir- w esser — und draußen pfiff die Locomottve zur Abfahrt! Kleine Zeder beschreibt die alberne Miene deS waffenlos be- findenen Bartkünstlers, die Wuth und Verzweiflung des Eingeseiften und die unbändige Heiterkeit deS durch den Lärm hlmzugelockten Publikums. Auch Waffer war nicht zur Hand und der „beinahe rafirte" Reisende durfte fich glücklich
schätzen, so wie er war, in der letzten Secunde noch sein Coups zu erreichen. Schneller aber wie er war Figaro verduftet. Er hatte sogar auf baß ihm gebührende „Trinkgeld" freiwillig verzichtet.
* Der lustige Musikant am Nil ist zu bekannt und deshalb veraltet. Er ist jetzt durch den lustigen Radfahrer ersetzt worden, der kürzlich mit zwei anderen Strampelgenoffen einen Ausflug von Kairo nilaufwärts machte. Sie waren im besten Rennen, als plötzlich der eine, welcher einige Meter voraus war, unter SchrrckenSrufen absprang. Seine Begleiter sahen, daß er auf ein Hinderniß gestoßen war und sprangen gleichfalls ab, denn das im Wege liegende Hinderntß war nichts anderes, als ein Krokodil, welches in der Sonne auSgestreckt feine Siesta hielt. Aufgeweckt, sperrte das Vieh feine obere Kinnlade drohend auf, und eines der von seinem Retter verlasienen Treträder rollte ihm gerade in den Rachen, der sich Über dem Instrumente sogleich schloß. In demselben Augenblick ertönte aber auch eine Explosion: die spitzen Zähne hatten den Pneumatikreifen verletzt und dieser war gesprungen. Darob erschreckt riß das „TeufelSvieh" auS und barg sich im Strome. Die Radfahrer aber gingen in ein WirthShaus und stärkten ihren Magen. Hm!
♦ Eine Heirath zwischen Hunderjährigeu. Eine der seltsamsten Ehen wurde, tote amerikanische Blätter melden, in Rockhouse im Staate Kentucky gefeiert. Ein gewiffer William Sexton, gewöhnlich Onkel Billy genannt und 103 Jabre alt, hat seine Jugendfreundin MrS. William Craft, 101 Jahre alt, zum Altar geführt. Die Braut war in fchwarze Seide gekleidet und trug in den Händen ein großes Bouquet von Stechpalmen und Misteln. Mehr als tausend Verwandte und Gäste nahmen an der Ceremonie Theil. Mr. Sexton hatte seine erste Frau vor ungefähr drei Monaten und Frau Craft ihren Gatten einige Tage später verloren. Wie man sagt, fand die Verehelichung auf Anstiften der beiden Familien der Hundertjährigen statt. Nach der Ceremonie machte daß Ehepaar eine Spazierfahrt in einem Wagen, der vor 83 Jahren gebaut war, und zog hierauf in das Haus des Mr. Sexton, welches vor neunzig Jahren gebaut worden war.
Literatur rrnd Arrnft
— Repertorium zum Deutsche« Bürgerliche« Gesetzbuch nebst Einführungrgefetz. Bearbetttt von Dr. Karl Metsel, Landgerichtsrath in Darmstadt. Mit ausführlichem Sachregister. Preis geb. Mk. 2. — Verlast von Emtl Roth in Gießen, tfin originelles, eigenartig gestaltetes Wnkchen, das den gewaltigen Stoff des B. G. B. in ein Büchlein in Taichensormat zusammengepreßt hat und sich bald zu einem der beliebtesten Hilfsmtltel in der deutschen Jurtsten- welt einführen dürste. Ein Beurtheiler desselben läßt sich in Nr. 14 der „Neuen Hess. Volksblätter" 1897 dahin vernehmen: „Herr Landgerichtsrath Dr. Karl Meise! hat es verstanden, in gedrängter Form den gesammten Gesetzesinhalt in der Reihenfolge der einzelnen Bestimmungen in knappen markigen Sätzen zusammenzufassen. Hierdurch wird dem Juristen ein außerordentlich bequemes Hilfsmittel geboten, den bedeutenden Gedächlniß- stoff frei vo.i allen Zuthaten in sich aufzunehmen und zu ver-
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arbeiten. Dadurch, daß die Stickworte in jedem Paragraphen gesperrt gedruckt sind, wird dies noch wesentlich erleichtert. Aber auch für den Laien ist das recht handliche Werkchen von höchstem Werthe. Es gestattet demselben, durch die klare und bestimmte Ausdrucksweise über das, was vom Jahre 1900 an Rechtens ist, sei es in Fragen der Sckuldverhältnisfe, des Sachenrechts, des Familienrechts oder Erbrechts sich selbst zu unterrichten. Dazu kommt noch der deutliche Druck, die hübsche Ausstattung, sowie der mit flexiblem Einband auf 2 Mk. sich stellende gewiß äußerst billige Preis. Es sind dies alles Vorzüge, welche un6 veranlassen, das Werk bestens zur Anschaffung zu empfehlen.
— Ehr. Fr. Griebs Englisch Deutsches u«v Deutsch» Englisches Wörterbuch. Von dieser in 10. Auflage mit besonderer Rücksicht aufAusipracke und Entomologie erschienenen, von Dr. Arnold Schröer, a. o. Professor der engl. Philologie an der Universität Freiburg, neuabearbetteten und vermchrtenAuflage ist die 18.Lieferung erschienen. Dielelbe reiht sick würdig ibren Vorgängerinnen an und läßt wie diese erwarten, laß das aus 42 Lieferungen (ä 50 Psi.) berechnete Werk getreu dem Programm, sehr weitgehenden Ansprüd n an Vollständigkeit gerecht zu werden, in schöner Weise vollcnbet wird Den zahlreichen, lobenden Besprechungen in den bedeutendsten Zei uugm und pädagogischen Zeitschriften schließen wir uns voll und ganz an.
Kird?(id^ Anzeigen der Stadt Gietzcn.
Evangelische Semeinde.
Donnerstag den 28. Januar, Abends 8 Uhr: Bibelstuude im Confirmandensaal (Neustadt 61). Eo. Marc Cap. 6, BerS 7 und folgende. Pfarrer Dr. Grein.
Gsttrsdienst in der Synagoge.
Samstag den 30. Januar.
Vorabend 5 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr, SabbaihauSgang 6 Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft
Freitag Abend 4<6 Uhr, SamStag Vormittag 8" Uhr, Predigt, Nachmittag 3 Ubr, Sabbathausgang 6 Uhr.
Nachmittag 2« Uhr^SchrifterklLrung in der Synagoge.
Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr.
Braut-Seide v. 95 Fig. sowie schwarze, weiße und sarbtge Henneberg Seide von 60 Pfg. bis Mk. 18 65 per Met. — glatt gestreift, carrat gemustert, Damaste rc. (ca. 24 ) versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins rc.), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. — Lager: ca. 2 Millionen Meter. 15 Seiden-Fabriken 6, Henneberg (k u. k. Hoti.), Zürich,
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Zagdverpachtung.
Samstag bett 6 Februar l. I., Nachmittags 2 Uhr, wird bie? der hiesigen Gemeinde zuftehende Jagd, bestehend in 152 Hectar Wald unb 337 Hectar Feld, im Bürgermeisterei-Bureau aüf die Dauer von 6 Jahren öffentlich verpachtet.
Odenhausen, den 26. Januar 1897. Großh. Bürgermeisterei Odenhausen.
Lang. 1001
Versteigerungen
Holzverkäufe
iv der König!. Oberförstern Krofdorf
1. Freitag den 5. Februar 1897, Vormittags 10 Uhr, im Freukd'schen Gasthause zu Krofdorf. Schutzb. WaldHaus, Distr. L2 (Bäuerstädt) Buche: 534 rm Scheite und Knüppel, 576 rm Keifer - Nadelholz: 1 rm Knüppel, 233 rm 9? ver 2. und 3. Kl., außerdem in den Distrikten 28 und 29 lNußhecke und Eichwäldcheu) längs der Dienstwiefen, Buche: 41 rm Scheite und Knüppel, 132 rm Keiler.
2. Dienstag den 9. Februar 1897, Vormittags 10 Uhr, im Weis brod'sch n Gasthause zu Salzböden. Schutzb. Salzböden, Distr. 62b (Hohen- schied), Buche: 3 rm Reiser, Nadelholz: tt rm Scheite und Knüppel, 41 rm Stockbolr; Diftricte 76a, 78a, b, 79a, b, (Hardt), Eiche: 54 rm Scheue und Knüppel, 34 rm Stockholz, 687 rm Reiser; buche: 170 rm Scheite und Knüppel, 6 rm Stockholz, 717 rm Reiser.
Der Königliche Oberförster. 1002 Busold.
Holzversteigerung im Licher Stadtwald. Donnerstag den 4. Februar und Freitag den 5. Februar, Vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, District Großhauserberg versteigert werden: 450 rm Buchen-, 38 rm Eichen, 2 rm Nadel-, 23 rm Weichholz- Scheiter,
271 rm Buchen-, 706 rm Eichen-, 6 rm Nadel, 12 rm Weichholz- Knüppel,
266,4 rm Buchen-, 66 rm Eichen-, 28 rm Nadel-, 18 rm Weichholz- Stöcke,
7375 Stück Buchen-, 3842 Stück Eichen-, 800 Stück Nadel-, 350 Stück Weichholz-Wellen.
Die Zusammenkunft ist an beiden Tagen am Heuweg, wo auch der Anfang gemacht wird.
Lich, den 26. Januar 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei. ___________Heller._______1003
Ein der Gemeinde Wteseck gehöriger fetter
Faselochse
soll Dienstag den 2. Februar 1897, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Bürgermeisterei-Büreau an den Meistbietenden versteigert werden.
Wies eck, am 26. Januar 1897. Großh. Bürgermeisterei Wieseck.
Sommerlad. 1018
Empfehlungen.
Ät. MlMhMS.
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Heute und morgen:
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Hemüse-Konserven
Erbsen, Schneidebohnen, W ach sbrechbohnen.
Kompot-Früchte
Ananas, Apricosen, Birnen, Erdbeeren, Hirschen, Melange, Mirabellen, Reineclauden
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München, 7. September 1867.
(L. 8.) Dr. K g. Wittstein.
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