Ausgabe im Zeughause bekannt geworden: Der Erb groß- Herzog.von Baden wurde zum commenbtrenben General deS 8. Armeecorps ernannt nnb der General der Infanterie v. Blomberg zum commandirenden General des 5. Armee« corps.
Berlin, 27. Januar. Im Anschluß an die gestrige Mittheilung über den Wiederzusammentritt der deutsch-russischen Zollconferenz erfährt die „Post" noch, daß diese jetzt ihre Arbeiten soweit beendet hat, »daß cfl zum osficiellen Abschluß deS Abkommens nur noch einiger Formalitäten bedarf. Die Veröffentlichung deS Abkommens dürste schon in naher Zukunft zu erwarten sein.
Stettin, 27. Januar. Bei dem gestrigen Zapfenstreich kam es zu argen Ausschreitungen deS Pöbels. Etwa 20 größere Geschäftsläden wurden demolirt uud zahlreiche Waaren gestohlen. Die Straßen waren infolge der Ansammlung der Schutzmannschaft bet der Parole-AuSgabe ohne Schutzleute. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen.
Wien, 27. Januar. Anläßlich des Geburtstages des deutschen Kaisers hielt die deutsche Colonie gestern im Saale des kaufmännischen Vereins eine Feftfeier ab, zu welcher auch der deutsche Botschafter Graf Eulenburg erschienen war. Letzterer brachte einen Toast auf den deutschen und österreichischen Kaiser sowie auf daS deutschösterreichische Bündniß aus.
Rom, 27. Januar. Die SanitätS « Conferenz wurde, wie bekannt, auf den 10. Februar nach Venedig einberufen. Ein bestimmtes Programm liegt noch nicht vor, doch wird die Conferenz vorauSfichtlich über die Mittel beschließen, welche die Ausbreitung der Pestseuche außerhalb Htndostan durch vom Mtttelmer möglichst entfernte Quaran- täne-Stationen verhindern sollen.
Paris, 27. Januar. Graf C h a n d o r d y, der von einem Redacteur des „Gaulois" interviewt wurde, erklärte die Reise deS Grafen Murawjew nach Paris für ein glückliches Ereigniß, dasselbe liefere den Beweis dafür, daß Rußland den Zeitpunkt für gekommen erachte, wo eS Frankreich den Beweis zu erbringen habe, daß die Allianz zwischen beiden Ländern nicht einer der vertragschließenden Parteien allein Vortheile bringen solle. Der „Figaro" führt aus, eS sei ein Vorgang ohne Präcedenzfall in den Annalen der Diplomatie, daß ein russischer Minister des Auswärtigen auf Befehl seines Kaisers nach Parts komme, um sich mit dem Staatsoberhaupt und den Ministern Frankreichs zu verständigen.
Paris, 27. Januar. Pelletan wird in der Kammer die Frage des Zucker-VorrathS zur Sprache bringen und den Antrag stellen, daß für den derzeitigen Vorrath Prämien nicht gewährt werden.
Paris, 27. Januar. Das Cabinet Meline hat gestern den Sieg davon getragen, indem die Kammer den Sieg- fried'schen Gesetzentwurf mit 305 gegen 217 Stimmen ab lehnte.
Paris, 27. Januar. Die gestern Abend in der deutschen Botschaft auö Anlaß des Geburtstages Kaiser Wilhelms abgehaltene Feier verlief äußerst glänzend. Zahlreiche Mitglieder der deutschen Colonie wohnten derselben bei.
Bordeaux, 27. Januar. Etwa 500 Studenten verursachten gestern Abend vor dem Stadttheater große Unruhen. Dieselben hatten anläßlich der Eröffnung der Universität nicht genug Karten zum Besuch der Festvorstellung erhalten. Zwei Abtheilungen berittener Gendarmen und Polizisten hatten große Mühe, die Excedenten auseinanderzubringen. Sechs Polizisten wurden verwundet, zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Als nach 1 Uhr Nachts die Vorstellung zu Ende ging, nahmen Polizisten und Gendarmen mit blanker Waffe vor dem Theater Aufstellung, um die Gäste zu schützen.
Bologna, 27. Januar. Anläßlich des Besuches des UnterrichtSministerS in der Universität kam es zu stürmischen Demonstrationen. Die radicalen Studenten wollten den Minister nicht einlassen, die conservativen dagegen erzwangen den Eintritt. Die Universität wurde militärisch besetzt.
Petersburg, 27. Januar. Heute Vormittag fand aus Anlaß des Geburtstages Kaiser Wilhelms in der deutschen Petrikirche Gottesdienst statt und um 2 Uhr Nachmittags beim Zarenpaar Galatafel, wozu auch der deutsche Botschafter Fürst Radolin Einladung erhalten hat. In der deutschen Botschaft fand bereits gestern Abend eine Festlichkeit unter Theilnahme von etwa 300 Mitgliedern der deutschen Colonie statt. Um Mitternacht brachte Fürst Radolin ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Kaiser Wilhelm auS.
Berlin, 28. Januar. Die gestrige Fest-Vorstellung im Opernhause bildete den würdigen Abschluß von Kaisers Geburtstag. Die Vorstellung verlief unter Anwesenheit deS Kaiserpaares und der Fürstlichkeiten glänzend. Die Parlamente hatten besondere Feierlichkeiten veranstaltet. Im Reichstage brachte den einzigen Toast auf den Kaiser Präsident Freiherr von Buol aus. DaS Fest verlief in der heitersten Stimmung. Im Hotel Reichshof war ein großes parlamentarisches Diner deö Landtages. Präsident Köller toastete auf den Kaiser. Beim Festmahle im Rathhause hielt Oberbürgermeister Zelle den Trtnkspruch auf den Kaiser, Stadtverordneten-Vorsteher Dr. LangerhanS auf die Kaiserin. Außerdem fanden anläßlich Kaisers Geburtstag eine Reihe Festlichkeiten statt, die sämmtlich einen guten Verlauf nahmen.
Oldenburg, 28. Januar. Auf der durch Sturm beschädigten Roennelbrücke entgleiste ein von Brak kommender Güterzug. Der Locomotivführer wurde getödtet.
Hamburg, 28. Januar. Der „Hamb. Corresp." verzeichnet die in parlamentarischen Kreisen umlaufende Version, daß auch gegen den früheren KriegSminifter Bronsart v. Schellendorf etwas im Werke sei- deffen Fernbleiben vom Capitel des Schwarzen Adlerordens sei schon sehr bemerkt worden.
i, Hamburg, 28. Januar. Die entscheidende Ab- 'stimmung, ob der Strike fortgesetzt werden soll, erfolgt wahrscheinlich am Samstag.
Brüssel, 28. Januar. Die Theilnahme des CongostaateS an dem Feldzuge gegen die Derwische bestätigt sich. Mit der Anlegung einer directen Straße vom Stanlehfall zum Nil ist bereits begonnen worden.
CocaUs tmfc provhtsUUes,
Gießen, den 28. Januar 1897.
* ♦ Einberufung bei Landtages. Das vorgestern aus- gegebene Regierungsblatt enthält cm Edikt Sr. Köuigl. des Großherzogs, dem zu Folge die Srändekammern auf Dienstag, den 9. Februar, eivberufen werden.
• * Thierschutz. Die Kaiserin Friedrich übernahm daS Protectorat Überden Deutschen Thierschutzverein.
♦ * BolkSbad. Für das VolkSbad ist nunmehr definitiv das Schellend er g'sche Grundstück angekauft worden. Die Eingänge werden vom SelterSweg sowohl, als von der Bahnhofstraße (zwischen Villa Koch und Kübel',chen Besitzung) aus angelegt werden.
* * Die Eisbahn deS EiSvereinS ist von heute Nachmittag an wieder eröffnet.
* Zufolge starker Schneefälle in Nord- und Mitteldeutschland ist die Bahnverbindung mit Berlin unterbrochen, die Berliner Post auSgeblteben.
* * Dem Unfug deS SchneeballeuwerfeuS auf öffentlichen Straßen und Plätzen kann nicht genug gesteuert werden, wenn es auch Leute giebt, die solches als harmloses Vergnügen betrachten. Wie gefährlich eS ist, beweist der vorgestern vorgekommeue Fall, wo einem Knaben mit einem Schneeball, in welchem sich absichtlich oder unabsichtlich ein Stein befand, eine nicht unbedeutende Verletzung am Kopfe beigebracht wurde, sodaß ärztliche Hülfe in Anspruch genommen werden mußte. Naffe Schneebälle können, wenn auch keine harten Gegenstände in denselben sich befinden, ebenso gefährlich für daS Gesicht werden.
* • AuS dem Gebiete deS Vogelsberger HoheuclubS, Zweigvereins Schotten, wird derDarmft. Ztg. geschrieben: In unser« Gebiet herrscht seit einigen Tagen starker Schneefall. Heftiges damit verbundenes Schneetreiben hat das Gelände zu einer vorzüglichen Schneeschuhbahn umgewandelt. Das Schneeschuhlaufen, dieser jüngste uud sehr schöne Sport, wird hier, wenn nicht alle Zeichen trügen, im Lause der Jahre sehr an Verbreitung gewinnen, da die Bedingungen für eine tadellose Bahn in wünschenSwerther Weise erfüllt sind. Sanft geneigte, kilometerlange Berglehnen ermöglichen, insbesondere auch dem Mindergeübten, eine lustige Thalfahrt- aber auch der geübte SportSmann findet reichlich Gelegenheit, seine Kühnheit und seinen Wagemuth in schwierigerem Terrain zu bethätigen. Im engsten Anschluß an den Vogelsberger Höhenclub wird sich, genügende Betheiligung (und Fortdauer der Schneeperiode) vorausgesetzt, demnächst ein Schneeclub bilden, der es nicht versäumen wird, auswärtige Sportsfreunde und Wintertouristen auf die mannigfachen Riize des sportgerechten Schneeschuhlaufens in unseren heimathlichen Bergen aufmerksam zu machen. Empfehlens- werthe Standquartire u. s. w. werden durch den Vorsitzenden deS Zweigvereins Schotten, Rechner C. Glock II. daselbst uachgewiesen.
♦ ♦ Küßt keine Hunde! AuS Deggendorf an der Donau berichten die „Münchener Neuesten Nachrichten" über den folgenden Fall, der hier zur Warnung für Hundefreunde mitgetheilt sei. Die Frau deS Kaufmanns Schmidt bekam durch Liebkosungen eines Hündchens Parasiten. Sie begab fich deshalb nach München, um sich einer Operation zu unterziehen. Die erst 28 Jahre alte Frau ist während der Operation verschieden. — Wie man und mittheilt, befindet fich in der hiesigen psychiatrischen Klinik ein junger Mann, der an einer au« gleicher Ursache entstandenen Krankheit leidet.
* * Erstattung der Versicherungsbeiträge. Nach einer neuerdings erfolgten Entscheidung des ReichSverficherungS- amteS in Berlin müssen die nach § 30 deS Gesetzes vom 22. Juni 1889 gestellten Anträge von Ehefrauen auf Erstattung der für sie geleisteten Versicherungsbeiträge innerhalb 3 Monaten nach der standesamtlichen Trauung bei dem Vor stände der Versicherungsanstalt eingegangen sein, deren Marken zuletzt vor der Derheirathung zur Verwendung gekommen sind. ES genügt nicht, wenn die Anträge innerhalb der Frist bei der Polizei- ober einer sonstigen Behörde gestellr sind. Wir machen unsere Leser darauf ausdrücklich aufmerksam, damit in vorkommenden Fällen die Frist nicht auS Unkenntniß etwa versäumt und damit der Erstattungsanspruch verloren wird.
** Großeu-Liudeu, 28. Januar. Recht unangenehm Überrascht wurden heute früh die Anwohner des am unteren Dorfende gelegenen Steiuwegs durch eine Ueberschw em- mu n g, welche durch das Uebertreten des Mühlgrabens entstanden, sodaß da« Waffer ca. 2 Fuß hoch auf der Straße stand und in Kellern und Ställen Schaden anrichtete.
R. Reichelsheim L W., 27. Januar. Auf Wunsch des hiesigen Gewerbevereins hielt Herr Rentamtmcknn S. in Bingenheim im Gasthaus „Zur Post" dahier einen etwa fünfviertelstündigen Vortrag über „Die Schicksale de« Handwerks". Der Redner gab zunächst ein kulturgeschichtliches Bild über die Entw'ckelung des Handwerks in der Wetterau, wobei er intereffante Streiflichter auf die hervorragendsten Kunstdenkmäler der Nachbarschaft: Klosterkirche zu Ilbenstadt, Stadlkirche in Friedberg, Kirche in Geiß-Nidda, Klosterkirche in Arnsburg u. a. m-, fallen ließ. Die in Reichelsheim gefertigten, in Kupfer und Messing getriebenen trefflichen Arbeiten, über die Ihre Zeitung vor längerer Zeit berichtete, wurden herumgezeigt. Die Schicksale Reichelsheims, seine Entstehung und Entwickelung fanden große- Jntereffe.
Der zweite Theil des Vortrags behandelte die Frage: Wodurch kann das Handwerk gegen Großkapital und Großindustrie ankämpfen und wie vermag es die Stellung, Tüchtigkeit und Kunstfertigkeit wieder zu erringen, die es tm Mittel- alter besaß? Redner will keine ZwangSinnnngen, wohl aber genossenschaftlichen freiwilligen Zusammenschluß- durch Zwang wird der kleine Handwerker, der verschiedene Gewerbe gleichzeitig betreiben muß, der Großindustrie mit gebundenen Händen überliefert. WaS Zünfte, Innungen, Gilden, Gewerk- und Bruderschaften im Mittelalter groß machte, geht unS zum Theile ab, nämlich: Treffliche Vorbildung, festes Zusammenhalten, tüchtige Leistungen- statt deffen treten auf HandwerkSneid, Dünkel, Großmannssucht, Genußsucht. Buchführung fehlt fast überall. Schaffung von Rohstoffgen osstu- schasten,Verkaufs-und MagazinSgenoffenschaften find unerläßlich, wie auch billiges Betriebskapital, Einführung der Klein- «Murren, bessere Vertretung im Reichstag und in den Land, tagen. Vielfach können fich die Handwerker die landwirth- schaftlichen Genossenschaften zum Muster nehmen, die in den letzten 25 Jahren Großes leisteten. Unsere Regierung hat guten Willen, dem Handwerk zu helfen und wird gute Gesetze machen, sobald daS Material dazu vorhanden ist. Die Heber- gangSzeit, in der wir uns befinden, lastet schwer auf vielen Handwerkern, darum muß aber auch unnöthiger Flitter, Tand und zweckloses GeldauSgeben vermieden werden.
Langsdorf, 27. Januar. Der Sohn des Lehrer Leidich Hierselbst ist nicht, wie in Nr. 23 dS. Bl. mitgetheilt wurde, gestorben, sondern befindet sich auf dem Wege der Besserung.
-s- Nidda, 24. Januar. Der unverheirathete Handarbeiter Luft, welcher behaupteter Maßen von seinem Hausgenossen Döpfer öfters und auch am letzten Sonntag deS Monats October v. Js. wegen eines Leiden« verspottet worden ist, erwartete im Groll darüber am genannten Sonntage gegen Mitternacht auf der Straßen thatendurstig die Rückkehr seine« angeblichen Verfolgers au« dem WirthShau« und schlug dann mit einem nachgeführten säbelartigen Instrumente wiederholt nach Döpfer, welcher hierdurch blutende Wunden an dem HalS und der einen Hand davontrug, in ärztliche Behandlung treten mußte und mehrere Tage arbeitsunfähig geworden ist. In der dieserhalb vorgestern stattgefundenen Schöffen- gerichtsverhandlung, wobei auch da« erhobene denkwürdige Hauwerkzeug einer Betrachtung unterzogen wurde, entschuldigte der noch unbestrafte Angeklagte feine Handlung als in aufgeregtem Zustande begangen, und erkannte da« Gericht, unter Annahme mildernder Umstände, auf eine Gefängnih- strafe von drei Wochen und gleichzeitig auf Einziehung der Waffe.
X. Darmstadt, 27. Januar. Zur Feier von Kaiser« Geburtstag fand um Va12 Uhr auf dem Paradeplatze vor dem Residenzschlosse eine glänzende Parade statt, com> mandirt von dem Commandeur der 49. Infanterie-Brigade, Generalmajor v. Bismarck, wobei S. K. H. der Großherzog da« Hoch anf S. M. den Kaiser au-brachte und sodann auf dem Exercierplatz Salut geschossen wurde. Auch die Spitzen der Civilbehörden waren erschienen. Trotz befl windigen und kalten Wetters war eine große Menschenmenge auf den Beinen. Abends vorher war Zapfenstreich, heute früh Re- beiße. Bormittags wurden Festgottesdienste in der Stabt» kirche unb in der katholischen Kirche, sowie in der Synagoge abgehalten. Beim Bürger- unb Beamten-Mahl im Saalbau brachte Staatsminister Dr. Finger Excellenz den Kaisertoast, Oberbürgermeister Morneweg den Großherzogstoast auö; die Offiziere hielten die üblichen Festtafeln, die Mannschaften wurden festlich bewirthet. Samwtliche Schulen hielten Festacte ab. Im LudwigS-GeorgS Gymnasium wurden die Alt- niederländischen Volkslieder von Kremser vom Schülerchor vorgetragen, daS Neue Gymnasium hatte in seiner gestrige« Vorfeier daS Treller'sche Melodram „Fürs Vaterland", mit Compositionen des f Musikdirektors Mangold, zur Aufführung gebracht. Die öffentlichen Bureaux sind geschlossen. Da« Hoftheater führt als Festvorstellung, zugleich zur Erinnerung an Mozarts Geburtstag (geboren 27. Januar 1756 zu Salzburg) „Don Juan" bei festlich beleuchtetem Hause mit Weber in der Titelrolle auf. — EttvaS Neues ist jedenfall« im Programme deS festlichen TagS ein Eisbahn-Frstconcert auf der Bahn Hinterm Großen Woog.
WormS. 27. Januar^ Die Ttadtverordneten-Versamm- lung nahm einstimmig den Antrag Klein gegen die Verwendung von Militäranwärtern im Communal- bteuft an. Der Oberbürgermeister wird gleichzeitig ersucht, auf dem demnächst zusammentretenben hessischen Stäbtetag dahin zu wirken, daß dieser ebenfalls ia protestlerischem Sinne bei der hessischen Regierung vorstellig werde.
A Mainz, 27. Januar. Wie schon telegraphisch mit- getheilr, tobte in der verflossenen Nacht in der unfern der Station „Neuthor" gelegenen Mafchinenwerkstätte der Lud- wigSbahn hier ein großes Schadenfeuer. Dasselbe war in der Lackiererabtheiluug ausgebrochen und oerbeitete sich, an den großen Vorräihen von Spiritus, Oel re. rc. reiche Nahrung findend, rasch über das ganze Anwesen unb zwar fachte ein gleichzeitig wüthender heftiger Sturm die Flammen derart an, daß in ganz kurzem Zeitraum die Feuermaffen den Haupttheil der Werkstätte vollständig umzingelten. Trotz des raschen Umsichgreifens des Brande« gelang e« einem mit zahlreicher Familie im zweiten Stockwerk des Gebäude- wohuenden Werkmeister mit den Seinen unverletzt da« Freie zu erreichen, wogegen der da« erste Stockwerk bewohnende Ingenieur Jrnlauf, welcher durch ein heftige« Asthrnaleide« an raschem Handeln behindert war, keinen Ausweg aus den brennenden Räumen mehr fand unb im Qualm erstickte. Der Frau de« Ingenieur« war e« geglückt, nur mit dem Noth- bürftigften gekleidet, noch in das Freie zu kommen und so ihr Leben zu retten. Erft gegen Morgen gelang e«, de« Feuers, welche« einen bedeutenden Materialschaden verursachte, vollständig Herr zu werden.


