auch später geschehen. Bor einigen Tagen verheirathete fich nun die dem BohlSdacher Veteranen seinerzeit geborene Tochter. Au» btfkm Anlasse fand fich der damals Gerettete, jetzt ein hoher O'fizter, uuvermuthet in dem bescheidenen He«m bei Bohlsbacher Bauern ein, nahm an ber Hochzeit thetl und e-freute die jungen Eheleute bei seiner Abreise durch ein Geschenk oon — baaren 25,000 Mk.
* Abharten heißt: Den Organismus gegen äußere Ein» Wirkungen, Ä strengungeu und Entbehrungen stärken. Richt aber die Abhärtung allein ist zur Erhaltung ter Gesundheit nothwendig, dazu gehört vielmehr eine regelmäßige Körperpflege und vor allem die Pflege der Haut von frühester Jugend auf. da die E>Haltung einer normalen Haut die Gesundheit verbürgt. Seitdem man einen so großen Werth auf die Pflege der Haut zu legen begonnen hat, und seitdem der Bewrt» erbracht worden ist, daß dal natürliche Schutz- sett der Haut mit Lanolin identisch ist, hat fich das aus Lanolin hergeüellte Lanolin-Toilette-Eream-Lano- lin in der Kinderstube ständig eingebürgert. Aber nicht allein für Kinder wird die Anwendung des Lanolin! empfohlen, sondern auch für Erwachsene, da dieselbe für kleine Hautunreinheiten die einzig rationelle ist? Beim Ankauf des Ereams achte man darauf, daß sämmtliche Packungen die Schutzmarke ^Pfetliing^ tragen, die allein die Echtheit garan- tirt. DaS ^Lanolin Toilette-Cream Lanolin" findet fich in jeder Apotheke und Drogerie zu billigem Preis!
• LohengrivS Schwan — n» Motorboot. Die Anwohner des dunklen Wassers der Themse werden täglich in Ber- wunderung gesetzt durch dal Erscheinen eines stattlichen Schwans, der schnell durch die Wellen gleitet und ein Boot nach fich zieht. Der Schwan ist auS Stahl gefertigt und enthä t einen elecirischen Motor, stark genug, um mit einem BergnügungSboote einen Tag lang umherzufahren. Der Schwan kann an jedes Boot angebracht werden, elektrische Drähte, die vom Boote aus den Schwan leiten, verleihen ihm die gewünschte Schnelligkeit. Ein Steuer ist überflüssig - denn ein Kind vermag mit den Zügeln, die dem Motor- Schwan angelegt sind, denselben leicht nach jeder Richlung zu leiten. Der neue Motor-Schwan sieht sehr hübsch au» und dürfte wohl nächsten Sommer auch auf der Oberspree erscheinen.
* Empfindungen eines Bicyclevettfahrers. Der eng- lische Radfahrer Michael au» Wale», der den Ruf genießt, der schnellste Fahrer der Welt zu sein, giebt eine interessante Schilderung seiner Empfindungen während einer rasenden Fahrt. Bet den ersten vier oder fünf englischen Meilen, die er noch in ziemlich gemäßigtem Tempo zurücklegt, hört und sieht er fast alle«, wa» um ihn her vorgeht - bald aber achtet er nur noch auf die Stimme des Trainers, um eventl. dessen Rathschläge zu befolgen. Hat er jedoch eine Strecke von zehn engl. Meilen hinter fich, dann über- kommt ihn da» Gefühl, al» fei er von allem tsolirt. Er sieht einen Hellen, grauen Streifen fich endlos zu seinen Füßen htnziehen, und der Tumult und die Zurufe der Menge ersterben allmählich zu einem leisen Rauschen. Dagegen erhebt sich in der Luft, die er mit immer größerer Geschwindigkeit durchschneidet, ein eigenthümlich dumpfes Brausen, das wie ferne» Branden der Meereswogen an sein Ohr tönt. Nach wetteren fünf bi» sechs Meilen scheint fich der hellste, sonnigste Tag in immer dichter werdende Dämmerung zu verwandeln,
und nach zwanzig Meilen ist das einzige Geräusch, wa» fich thm noch vernehmbar wacht, ein leises Summen und Surren, da» von der dahinsausenden Maschine herrührt. Rach etwa 25 enql. Meilen verliert fich das Gehör vollkommen, ebenso die K ast zu denken und zu fühlen. Dem buchstäblich durch die Luft fliegenden Fahrer ist zuletzt zu Murh, als sei er absolut bewegungslos, al» sei jede» Leben von ihm gewichen. Am Z'el angelangt, bedarf er einiger Zeit, um überhaupt wieder ein germaßen zu fich selbst zu kommen.
jtau-wirthschaftUchr Sinkt uni KathschlSgr.
Was macht b<« Landwirth im Monat Deren»brr.
Von Dr. Ä gr tc 0 l e.
Gestattet daS Wetter noch die -tzetdardeit, so kann man noch Stoppeln stürzen, HefpRügtn und Mlft unlerortngcn. Ist der Loden bagegen so weit gehören, daß er dem Pflug nicht mehr zugänglich ist. so beschäftige man die Spannkräfte mit der Ausfudr vorräthigen TüngerS. Da der Boden in den nächsten beiden Monaten meist nicht zu bearbeiten geht, so lade man den Mist nicht in kleineren Haufen, sondern in großen Diemen auf dem Felde ab und bedecke ibn, wenn irgend möglich, mit Erde, um größeren Verlusten an Pfl-nzennährstoffen, vor Allem an dem wichtigsten und theuersten Nährstoff, dem Stickstoff, vorzubeugen. In kleinen unbedeckten Haufen find die Verluste sehr bedeutend. Besser ist es dann, den Mist gl'ich nach dem Ausfahren zu breiten. Bei starkem Frost können auch zurückgebliebene Saaten, auch Kleefelder überdüngt werden. Man fährt fernerhin bet guten Wegen und günstigem Wetter Mergel, Teichschl«mm, Erde, Compost, Holz, Wtldftreu u. s. w. Die Bewässerung der Wiese« darf jetzt nur mit größter Vorsicht porgenommen werden, auch nur die Stellen, die im Herbst zu wenig bekommen haben, oder auf denen schädliche Pflanzen zerstört werden sollen. Bet starkem Frost muß die Wiese trocken sein. Tritt der Frost während deS Wässerns so schnell auf, daß man nicht mehr entwässern kann, so riesele man fort und versuche da» Wasser unter dem Eise im Fließen zu erhalten, well dann die Kälte nicht so sehr schadet. Immerhin ist dieses nur als ein Nothbehelf anzusehen. Wer in den Herbstmonaten feine Wiesen nicht hat düngen können, der versäume es jetzt ja nicht. Wasser allem genügt zur Düngung der Wiesenpflanzen bei weitem nicht. Auch die Zusuhr von Stallmist ober da» Ueberfahren mit Jauche ist nicht vollständig ausreichend, die Wiesen dauernd ertragfähig zu erhalten. Es ist nicht zu leugnen, daß mit letzterem bedeutende Mehrerliäge erzielt werden, aber oon welcher Beschaffenheit! Auf die unrichtige Düngung mit S-allmist und Jauche ist daS vielfach üppige Wuchern schlechter Blattpflanzen, wie Bärenklaue, Kälberkropf, Schierling u. s. w. zurückzuführen. Giebt man neben genannter Düngung noch Thomasmehl und Kainit, so treten an Stelle dieser schlechten Futterpflanzen Klee- und Wickenarten. Es hängt das mit dem unoerhältnißmäßig großen Gehalt der Jauche an Stickstoff und ihrem Mangel an Phosphorsäure zusammen. Will man aber ein Futter von guter Beschaffenheit haben, so gebt man neben der Jauche, Thomasmehl, und Kainit, eoentutö auch Kalk. Herbst und Winter sind ganz besonders zur Düngung der Wiesen geeignet. Bei Frostwetter läßt sich im Weinberge nichts weiter machen. Bei warmen oder feuchtem Wetter kann man, wenn solches nicht bereits im November geschah, die Gräben auSputzen und die vom Regenwaffer zusammen- grschwemmte Erde auf Haufen bringen. In den Gtaa««g«« müssen bei strenger Kälte Thüren und Fenster gut geschlossen werden, damit keine Zugluft entstehen kann. Sind keine Dunfischornsteine vorhanden, so lüfte man die Ställe in der Mittagszeit. Fohlen und Kälber werden bti schönen Tagen ein paar Stunden Mittags ins Freie gelassen. Besondere Sorgfalt wende man dem Getränk ber Thier« zu. Ist keine Selbsttränke vorhanben, fo muß daS Wasser einige Zeit im Stalle stehen bleiben, um die ©tatttemperatur an- nebmen zu können. Zu kalte Tränke ist äußerst gefährlich. Auch das Geflügel muß jetzt besonde« gepflegt werden. Für dasselbe ist in jetziger Jahreszeit des Morgen» am besten ein warmeS Weich- utter, das aus Kleie, gekochten und zerdrückten Kartoffeln, Mager- nilch rc. bestehen kann. Fleischfuttermehl (10—15 Gr.) Küchenab- äUe oder Abfälle aus der Molkerei, Oelkuchenmehl u. dergl. können dem Weichfutter je nach Bedarf zugesetzt werden. Bei großer Kälte, wenn das Geflügel längere Zeit am Auslaufen verhindert ist, gebe
man auch Mittag» noch einmal Warmfutter. Im Stalle müssen die Thiere stets Wasser finden, da die Pfützen auf dem Hofe meist gefroren find. Die Vie««» fchütze man weiter sorgfältig vor Kälte, Mäusen, Meisen, Spechten und der Sonne. An warmen, schnee- freien jCagen gestatte man ihnen einen Ausflug. Eonst«lasse man sie ganz in Ruhe.
3n der Werft*irtMftaft wird die Fällung mit oller Kraft betrieben, besonders in den Lauholzschlägen, damit die Abfuhr noch auf den Winterwegen geschehen kann. Die sonst unzugänglichen Erlenbrüche werden bet gefrorenem Boden und gelinder Witterung abgetrieben. Eichen-, Hainbuchen-, Acazten- und Schwarzerlen-Pflück- farnen werden gefammelL Auch Kiefern- und Fichtenzapfen werden gepflückt. Die Kiefernfpinner, Eier ber Nonne und des Schwamm- spinnerS werden ausgesucht und vernichtet, nicht minder die Raupen- nester de» GvldasterS. Bei anhaltender Kälte müffen Vorkehrungen gegen Holzdiebstahl getroffen werden, ganz besonder» gilt d s auch für die Weihnachtszeit, da hier leicht größere Mengen von Christ» bäumchm entwendet werden. Die Jagd auf Hirsche, Spießer, Gelt- und Schmalthiere von Roth- und Damwild findet statt. Sauen find noch bis Ende des Monats gut. Teribjagdcn auf Rehe, Hafen, Füchse dauern fort. Bei starkem Frost ist an offenen Stellen der Enteneinfall häufig recht ergiebig. Tritt starker Schnee auf, so muß das Wild, Hühner upb Fasanen gefüttert werben, befondertz wenn die Kruste gefroren ist. Zur Fütterung von Roth., Tarn, und Rehwird eignet sich am besten gute» Wiesen- ober Kleeheu, Hafer, Bohnenstroh, für Sauen Kartoffeln und Buchweizen, für Fafanen und Hühner (betreibe.
Citeratu* unt Kauft
- Der antiq«arische Katalog ftr. «, welchen soeben die I. Ricker sche Buchhandlung beraulgegcben, enthält 549 Werke über Musik. Wir beschränken uns darauf, hier den Inhalt de« Katalogs rnitzutbeilen: Practische Musik. 1. Für volle« Orchester, einzelne und mehrere Instrumente, sowie Klavier mit Jnstrurnental- muftf. 2. Für Klavier (ober Orgel) allein, zwei- unb vierhändig. 3. Für zwei Klaviere. 5. Für Klavier und Gesang. — Geschichte u?b Theorie der Musik. - Nachtraa. - Weiter theilen wir mit, daß in Vorbereitung sind: Kataloge Philosophie unb PLbagagik (enthaltend die Bibliothek de» verstorbenen Gehettnrath Professor Dr. Jürgen Bona-Meyer, Bonn), und Katalog Geschichte (ent» hallend die Bibliothek de» Professor vr. Karl Menzel, Bonn).
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