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Nr. 201 Erstes BiM Samstag den 28. August
1897
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Friedens - Versicherungen und Friedens- Bürgschaften.
Im Osten Europa- und im Westen unsere- ErdtheilS, in der deutschen Provinz Sachsen find am Mittwoch Worte in die Oeffentlichkeit hinein gesprochen worden, welche wohl werrh find, neben einandergesttllt und einer Betrachtung unterzogen zu werden. Früher lauschte man tu aller Welt gespannt auf die Ansprachen, in denen die Herrscher und Staatsoberhäupter der großen Reiche gelegentlich de- Neu- jahr-empfang- der fremden Vertreter ihrer Ansicht über die jeweilige politische Weltlage Ausdruck gaben, ihre friedlichen Absichten betonten oder etwaiger Besorgniß Worte verliehen, daß der Weltfriede gestört werden könnte. Heutzutage finden derartige Kundgebungen häufiger statt, insbesondere seitdem die gegenseitigen Besuche der Herrscher mehr in Mode gekommen find und damit häufigerer Gelegenheit zur Aussprache gegeben ist. AuS dem Umstande, daß derartige Versicherungen fich jetzt öfter wiederholen, darf aber keinesfalls der Schluß gezogen werden, daß sie an Werth verloren haben. Ganz Europa ist fich bewußt, daß ein etwa zwischen zwei Nationen ausbrechender Krieg von unberechenbaren Folgen sein und unseren Erdtheil in ein einziges Krteg-lager verwandeln wird. Selbstverständlich denken wir dabei nur an einen zwischen zwei Großmächten ausbrechenden kriegerischen Eonflict. Die heute in Geltung befindliche Bündniß- Politik bedingt eS, daß künftig ein Krieg nicht auf zwei Völker beschränkt bleibt, da die Bundesverträge bekanntlich Bestimmungen enthalten, daß in gewissen Fällen der eine Staat dem andern HeereSfolge leisten muß. Diese Besorgniß vor dem „nächsten großen Kriege" wird kaum je unterdrückt werden können und sie hat in Zeiten, wo der politische Horizont dunkel erscheint, schwere Schäden in wirthschaft- licher Beziehung zur Folge. Aus diesem Grunde wohl nimmt Kaiser Wilhelm jede Gelegenheit wahr, um beruhigend ■auf die Völker etnzuwtrken, in der Ueberzeuguug, daß seine Worte in dieser Hinsicht als maßgebend angesehen werden müssen, da Deutschland in dem mächtigen Staatenbunde, welcher seit über 20 Jahren unter dem Namen Dreibund eine europäische FriedenSmacht bildet, eine dominirende Stellung etnntmmr und mit Rücksicht auf seine gewaltige Heeres- macht seinem Willen Geltung verschaffen kann. Auf seinen Reisen, bet officiellen Empfängen hat der deutsche Kaiser verschiedentlich Veranlassung genommen, in unzweideutigster Weise zum Ausdruck zu bringen, daß unter seinem Regtmente die friedliche Arbeit deS Bürgers den kräftigsten Schatz haben soll, daß es sein Bestreben ist, dem Handel und Wandel durch Einhaltung striktester Friedenspolitik die Wege zu ebnen.
In der alten FestungSftadt Magdeburg war eS am Mittwoch, wo der Kaiser der Welt verkündete, daß unter dem Kaiseraar und dem Schilde der Hohenzollern der Friede ruhe. AuS tausend Wunden hat die Stadt früher geblutet, die ihr der Krieg geschlagen, und noch heute bildet sie eine Veste, bestimmt, einem äußeren Feinde, der in unser Land etndringt, ein Halt! zu gebieten und mit allen Mitteln, welche die neueste Militärtechnik an die Hand gibt, einen Wall zu bilden, hinter dem die Bürger Schutz für Leben und Eigenthum finden können. Aber auch in dieser alten Beste pulfirt ein kräftiges Verkehrsleben, blüht mächtig der Handel, und auch ihm ist der Friede ein Bedürfniß, eine Existenzfrage und kann nicht durch noch so viele Feuer- fchlünde ersetzt werden. Deshalb hat man der Versicherung des Kaisers, durch seine Friedenspolitik die Blüthe und die Entwickelung der Stadt zu fördern, so jubelnden Beifall ge- zollt, und auch Über diese Stadt hinaus, in ganz Deutsch- land darf die Friedensversicherung des Kaisers mit demselben Gefühl der Sicherheit und der Beruhigung ausgenommen werden.
Auch jenseits unserer Ostgrenze, im ZarenpalaiS zu Petervof wurden fast zu derselben Zeit wie in Magdeburg Worte gesprochen, denen das gesammte Europa mit großer Spannung entgegengesehen hatte. Die Elite der russischen Truppen war dem Präsidenten Faure vorgeführt worden, der Zar hatte gezeigt, was seine Armee zu leisten im Stande sei, eine Armee, auf deren unbedingte Hülfe die Franzosen so gerne zählen möchten, nicht um den Weltfrieden aufrecht zu erhalten, sondern um Revanche zu üben an dem deutschen Nachbar, der vor mehr als einem Vierteljahrhundert der französischen Nation tiefe Wunden geschlagen hatte. Und Präsident Faure erging sich denn auch in seinem Trinkspruche auf dem der Parade folgenden Diner in den eifrigsten Lobeserhebungen über das, wa- er gesehen, er brachte die ihm von der französischen Armee aufgetragenrn Versicherungen drr Freundschaft und gab den Gefühlen der Waffenbrüderschaft zwischen beiden Armeen Ausdruck. In Frankreich hatte man
allgemein erwartet, daß Zar Nicolaus tu KraSnoje-Sselo von der engeren Zusammengehörigkeit seiner Armee mit der fran- zöfischen sprechen werde, umsomehr als er im Lager von Chalonö einen wärmeren Ton angeschlagen hatte, als er von dem tiefen Gefühl der Waffenbrüderschaft zwischen beiden Nationen redete. Aber nicht mit einem einzigen Worte hat der Zar den Erwartungen der Franzosen entsprochen, in auffallend kurzem Toaste trank er auf daS Wohl der Kameraden von der französifchen Armee und ließ sich weder durch die Länge des Toastes FaureS noch durch die darin enthaltenen Provokationen verleiten, über das fich anscheinend gesteckte Ziel freundlicher Höflichkeit hinauSzugehen.
Auch diese im Osten Europas gehaltenen Trinksprüche haben ihre hohe Bedeutung. Die Franzosen werden in den Worten des Zaren viel vermissen, wir aber und alle friedliebenden Nationen können dem russischem Selbstbeherrfcher nur Dank dafür wissen, daß er für eine aggressive Revanchepolitik nicht zu haben ist, daß er uns damit eine Friedensbürgschaft gegeben hat, welche nicht hoch genug gerechnet werden kann. Hier der deutsche Kaiser, dort der Zar, beide einig in ihren FriedenSbestrebungen! Wahrlich wir glauben, daß wir der nächsten Zukunft ruhig entgegeusehen können im Ausblick auf eine ungestörte Entwickelung unseres Handel- und unserer Industrie. (xx)
Deutsche» Leich.
— Nach dem officiellen Festprogramm für dte Manöverfestlichkeitev in Homburg trifft daS deutsche Kaiserpaar am Freitag den 3. September Vormittag- dort ein. Nachmittags findet der Empfang des italienischen Königspaares statt. SamStag Vormittag ist Parade, Abends 7 Uhr Paradedtner im Kurhause. Nach demselben hallen die Majestäten Cercle. Hierauf findet im Kurgarten großes Gartenfest mit Illumination, Maffenchören, Parade, der Homburger Turnerseuerwehr rc. statt. Am Sonntag Vormittag wird FeldgotteSdienft im Kurgarten abgehalten, darauf ist Lunch im Schloß FriedrichShof. Abends wird ein Hofconcert im Schlöffe veranstaltet, während im Kurgarten festliche Beleuchtung und im Kurhaus Theater-Festvorstellung stattfindet. Montag Vormittag: Manöver. Abends: Civil- Dtner im Kurhaus, hierauf im Kurgarten großes Gartenfest mit Ballet in Coftümen aus der Zeit Ludwigs XIV. Dienstag (7. September), Vormittags: Manöver. Abends Festvorstellung in Wiesbaden. Mittwoch am 8. September Vormittags: Manöver. Nachmittags: Galavorstellung im Kurhaustheater. Donnerstag den 9. September Vormittags: Manöver. Nachmittags: Blumencorso mit Blumenschlacht in der Kaiser Friedrich • Promenade. Abends: Festball. Am Freitag (10. September) erfolgt die Abreise der Fürstlichkeiten. Das deutsche Kaiserpaar, Kaiserin Friedrich, sowie der König und die Königin von Italien werden im königlichen Schlöffe Wohnung nehmen. Außerdem werden in Hotels resp. in Prioatvillen Absteigequartier nehmen der König von Sachsen, der König von Württemberg, Großfürst Nicolajewitsch, der Großherzog von Hessen, Prinz Albrecht von Preußen, Herzog von Cambridge, Prinz Ludwig von Bayern, Prinz Leopold von Bayern, Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, Herzog Karl Theodor in Bayern, der Fürst von Hohenzollern, Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar, Fürst von Waldeck und der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe.
— Die Bewegung, die fich in der jüngsten Zeit, namentlich aber in den letzten acht Tagen, an den Getreidemärkten vollzogen hat, beginnt die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf fich zu ziehen. Man ist in Fachkreisen sehr geneigt, die neueste AufwärtSbewegung für eine von den amerikanischen Zeitmärkten ausgehende Preistreiberei zu halten, weil eben gar keine neuen Thatsachen in die Erscheinung getreten find, die geeignet wären, einen solchen großen abermaligen Aufschlag zu rechtfertigen. Ob diese Ansicht richtig ist, kann natürlich erst die Zukunft lehren, eS spricht aber Manches dafür, u. A. die bösen Erfahrungen, die man schon so oft mit den wilden Steigerungen für Landeserzeugnisse aller Art an den tonangebenden nordamertkanischen Märkten — sogar auch mit Kaffee in Brasilien — gemacht hat. Es ist eine bekannte Gewohnheit unserer geschäftsgewandten Vettern jenseits deS OceanS, eine Bewegung, die nicht von selbst kommen will, mit allerlei Kniffen und Ränken ins Leben zu rufen und zu schüren, um bei dieser Gelegenheit möglichst viel Maare zu hohen Preisen absetzen zu können, und diese Anstrengungen werden verdoppelt, wenn, wie in diesem Jahre, eine reiche Ernte vorhanden ist- da lohnt e» sich ja auch am Besten. Freilich muß Westeuropa damit rechnen, sich einen stärkeren Zuschuß an Brotgetreide zu sichern, als in den vorigen Jahren, doch bleibt auch die
Frage offen, ob hierzu nicht schon die vorhergehende ganz ansehnliche Steigerung ausgereicht haben würde. Inzwischen vermehren fich infolge der belangreichen Ankäufe auf den überseeischen Stapelplätzen die nach dem Feftlande schwimmen- den Getreidemengen schon beträchtlich. Deutschland kann nach menschlicher Voraussicht in Bezug auf seine Versorgung mit Getreide der Zukunft mit um so größerer Ruhe entgegen sehen, als die deutsche Ernte nach den letzten amtlichen Berichten immer noch über den Durchschnitt hiuausgeht und zudem die Kartoffelernte, waS hierbei sehr ins Gewicht fallt, amtlichen und privaten Berichten zufolge gute, vielfach sogar sehr gute Ergebnisse zu liefern verspricht. Die „Nut.-lib. Corresp." äußert fich über den Gegenstand u. A. wie folgt: Ausgehend von den amerikanischen Märkten hat fich am Weltmarkt für Getreide in den letzten Wochen eine bemerkens- werthe Preisbewegung abgespielt. Auf dem Papier wurden wieder einmal Mengen gekauft und verkauft, die kaum in zehn Jahren auf der ganzen Welt wachsen. Insbesondere scheint diesmal auch der englische Markt nach einigem Widerstreben in den Wirbel deS speculativen Geschäfts hinein- gerathen zu sein. Von Amerika ging die Preistreiberei aus. Man erfand und verbreitete uncontroltrbare Nachrichten über den dürftigen Ausfall der nordamerikanischen Ernte und namentlich Frankreich steigerte nun die Nachfrage, als ob eS aus der eigenen Ernte kaum die Hälfte des bis- herigen Quantums zu erwarten habe. Sogar auf englisches Getreide wurde die Hand gelegt, sodaß England seine Reserve nicht aufrecht erhalten konnte, sondern in die Reihe der Kauflustigen eintreten mußte. DaS war denn der rechte Augenblick für die Speculanten am amerikanischen Markt- nun gewann drüben die Preisbewegung jenen „Beigeschmack ex- altirter Speculation, der sich in den Übertriebenen Sprüngen am Samstag und Montag am schärfsten zum Ausdruck brachte und der dort (am Markt in Newhork und Chicago) inter- esfirten europäischen Speculation viel Geld gekostet haben dürste." Da eS Sachverständige der früheren Berliner Productenbörse find, die uns in so anschaulicher Weise über die Entwicklung des Geschäfts der jüngsten Wochen unterrichten, wird die Schilderung volle Glaubwürdigkeit beanspruchen können. Doch erfahren wir noch ein Weiteres aus derselben Quelle, daß nämlich unser mitteleuropäisches Getreide diesjähriger Ernte nicht den mindesten Amheil an der hier geschilderten Art von „Preisbildung" genommen hat. Vorläufig ist fremde- Getreide drauf los gekauft worden. Welcher Vorrath an- der heimischen Ernte etwa verfügbar wird, um den Innern Bedarf zu decken — darum hat fich die am jenseitigen Markt „interesfirte europäische Speculation" nicht weiter gekümmert, und zunächst werden nun gewaltige Mengen drüben verladen, um den europäischen Märkten zugeführt zu werden. Die AuSfuhrthätigkeit der atlantischen Häfen ist enorm. Inzwischen war der mitteleuropäische Landwirth durch Feldarbeiten noch in Anspruch genommen, er kann erst jetzt seinen Weizen zu Markte bringen, und selbstverständlich wird er nun die Ablieferung zu beschleunigen suchen, damit die fremde Zufuhr nicht vorweg den Vortheil deS aufnahmewilligen Markte- genießt. Erst bei dieser Begegnung der fremden, vom SpeculationSeifer herangeführten mit der einheimischen Waare sehen die Sachverständigen deS Berliner Markte» den Augenblick gekommen, von dem ab Vorrath und Bedarf den Preis bilden, nicht mehr speculativeS Angebot und ebensolche Nachfrage.
Neueste
Wolff» telegraphische- Eorrespondmz-Bureau.
Berlin, 26. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die lande-polizeiliche Verordnung für den Regierungsbezirk Gumbinnen, betreffend Maßregeln zur Verhütung der Verbreitung der Geflügelcholera, ferner da- Gesetz über den Erlaß polizeilicher Strafverfügungen gegen lieber» tretungen der ström- und schifffahrtspolizeilichen Vorschriften auf der Elbe und dem Rhein. — Die „Gesetzsammlung" veröffentlicht die Landgemeindeordnung für die Provinz Hessen-Nassau.
Potsdam, 26. August. Heute Abend 7 Uhr empfing der Kaiser auf dem hiesigen Bahnhofe den König von Siam. Auf dem Bahnsteige hatte eine Compagnie des Garde-Jäger-Bataillons mit Fahne und Musik al- Ehrenwache Aufstellung genommen. Die Musik spielte die fiamefische Hymne, während der Kaiser mit dem Könige die Front abschritt. Hierauf begaben fich die Monarchen zu Wagen in daS Stadtschloß. Aus dem Hose de» Schlosses stund al» Ehrenwache die Leibcompagnie des 1. Garde Regiments z. F im Oraniensaale war die Schlohgarde-Compagnie ausgestellt. Um 8 Uhr findet ein Souper statt.


