Ausgabe 
28.3.1897 Erstes Blatt
 
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«rar, 27. MLrz. Wegen der von eine» Correspondenz- burran mitgetheilten Nachricht über die Abfahrt eines Ba­taillons von Trieft nach Kreta confiScirre der Staats­anwalt sämmtliche Grazer Blätter, auch das Amtsblatt. Am Abend desselben Tages wurde die ConfiScation wieder aufgehoben.

Brüssel,27. März. Die internationale Friedens- ltga der Frauen richtete an fämmtliche Großmächte ein Rundschreiben, worin das Recht auf Selbstbestimmung für Kreta verlangt wird als einzige Basis dauernden Friedens.

Petersburg, 27. März. Ein hier ansässiger reicher Grieche hat für Militärzwecke 760000 Rubel nach Athen gesandt und für den Kriegsfall eine ebensolche Summe nochmals in Aussicht gestellt.

Athen, 27. März. Ein Gerücht besagt, der Sultan wünsche die Vermeidung eines Krieges und verlangt dazu die directe Verständigung mit Griechenland. Er habe hierfür die Vermittelnog Nelidows erbeten, welcher erwiderte, er müsse die Mächte befragen.

WB. London, 27. März.Daily News" meldet aus Konstantinopel: Wie verlautet, habe infolge Salisburys Weigerung, sich den Zwangsmaßregeln gegen Griechenland und der Blokade der griechischen Häfen auzuschließen, Deutschland die Absicht kundgegebeo, sich von der gemein­samen Action gegenüber der Türket zurückzuzteheu.

Locales und provinzielles

Gießen, den 27. März 1897.

Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog empfingen gestern Vormittag Seine Erlaucht den Grafen von Schlitz genannt von Görtz.

Bon der Universität. Nachdem Professor Htrz el in Jena und Professor Bruns in Kiel abgelehut haben, ist Professor Dieterich in Marburg als Nachfolger des nach Straßburg gehenden Professor Schwartz berufen und hat den Ruf angenommen.

Aufhebung von Bauämter«. Infolge des am 1. April d. I. in Kraft tretenden Gesetzes betr. die Kuuststraßen werden mit diesem Tage die Großh. Straßendauämter auf­gehoben. Mit dem gleichen Tage wird die Großh. Baubehörde für die Zellenstrafauftalt Butzbach auf­gehoben.

Detaillisten Conferenz. Morgen, Sonntag, findet die vierte Detailltsteu-Confereuz in Darmstadt im Hotel zumDarmstädter Hof" unter Betheiltgung der Ber- eine von Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Hanau, Homburg rc. statt, wozu auch der hiesige Detailliften-Beretn zwei Vertreter entsendet. Dieselbe hat folgende Tagekord- vung: 1. Die Erfahrungen mit dem neuen Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb in der Praxis. Referent: Herr Hugo Htrschfeld, Verein der Detaillisten von Frankfurt a. M. 2. Stellungnahme zu der Resolution der Budget Commission (Antrag LtogenS) wegen Einschränkung des PostverkehrS au Sonntagen. Referent: Herr Ludwig Buder, Verein Mainzer Kaufleute. 3. Kündigungsfristen und Concurrenzclausel im neuen Handelsgesetzbuch. Referent: Herr Philipp Viel- metter, Verein der Detaillisten von Frankfurt a. M. 4. Die Erfahrungen mit dem freiwilligen Ladenschluß. Referent: Herr Ferd. Schmidt, Verein der Darmstädter Detaillisten, i. Neuerliche Stellungnahme zu dem gesetzlichen Ladenschluß. Referent: Herr Ferd. Schmidt, Verein der Detailliften von Darmstadt. Correferent: Herr Hugo Hirsch selb, Frankfurt a. M. 6. Erhebungen zum Schutze des Klein­handels. Referent: Herr Carl Schmäh l, Mitglied der Handelskammer Mainz. 7. Ermäßigung der Fernsprech­gebühren. Referent: Herr Ludwig Buder-Mainz. 8. Der vom Central-Verband deutscher Kaufleute vorgeschlagene Ent­wurf zu einem Gesetze, die Erhebung einer Betriebssteuer der großcapttaltsttschen Detailgeschäfte betreffend. Referent: Herr Balser, Verein der Detaillisten von Gießen. 9. Wahl des Ortes der nächsten Conferenz. Punkt 6 und 8 hat der hiesige Verein zur Berathung gestellt und wurde der letztere Herrn Balser zum Referat übertragen. Die zahlreich ein- gelaufenen Anmeldungen lassen eine außerordentlich große Betheiligung an der diesmaligen Conferenz erhoffen, und dürfte der Besuch derselben in Anbetracht der Wichtigkeit der zur Verhandlung gelangenden Fragen für alle Detaillisten von Nah und Fern dringend zu empfehlen sein.

*£[. Stadttheater. Heinrich Laube sagt in einer früheren Besprechung des gestern hier aufgesührten Volksstückes'Der Pfarrer von Kirch feld", daß die oft gebrauchte Phrase von der Macht des Theaters keine bloße Phrase ist, sondern daß die Bühne eine unmittelbare Macht auSübt, wie sie selbst der Schrift kaum oder in nur wenigen Fällen erreichbar sein mag. DaS geschieht in markanter Weise in diesem ^Pfarrer von Kirchfeld", wo unwillkürlich das Verständntß für die darin behandelten Fragen über gemischte Confesfion, gemischte Ehe und einer aufdämmernden Nothwendtgkett der Prtesterehe durch die Handlung geweckt wird. Die darin auftretenden Hauptpersonen sind scharf characterifirt: Der Pfarrer Hell, der die Stimme seines Herzes nicht hören darf, weil er durch sein Gelübde gebunden ft, sodann die Gestalt deSWurzelskpp", welche sich als ein an Gott und der Welt verzweifelndes Menschenkind enthüllt, Kirche und Pfarrer ingrimmig hassend, denn sie haben sein ganzes Leben zerstört und ihn böse gemacht. Er sinnt auf nichts als darauf, wie er ihnen die» haßerfüllt eintränken kann- doch vollzieht sich eine Wendung in seinem Innern bei dem Tode seiner Mutter: er kommt zum Pfarrer, er bittet um ein richtig ehrlich Begräbniß für sie, denn bei allem Menschen- haß hat er doch die Mutter geliebt, und reuig-schmerzerfüllt wird er alsdann ein anderer Mensch. Die zum Benefice sür Herrn Kunert und unter dessen Regte in Scene ge- setzte Aufführung war eine wohlgeluugene. Die Titelrolle spielte Herr Fritz sch le r, der durch sein künstlerisches Wesen

die auf dieselbe gesetzten Erwartungen völlig erfüllte. Der Beneficiaut Herr Kunert, der außerdem daS Stück prachti iusceuirt hatte, war als Darsteller deSWurzelfepp" packen in der Erscheinung- seine Verkörperung deS verkommenen Gesellen, den der Pfarrer durch die Macht christlicher Nächsten­liebe wieder auf den Pfad der Pflicht zurückführt, bekundete viel Fleiß und Studium und bot, wenn auch nicht seine beste, so doch eine vortreffliche, seinem Individualismus an- gepaßte Leistung. Der Künstler wurde durch brausenden Beifall sowie durch einen Lorbeerkranz ausgezeichnet. Die kleine, aber so ansprechende Rolle deS Pfarrers von St. Jacob in der Etnöd führte Herr Director Helm meisterhaft aus. Als Haushälterin Brigitte war Frau Kruse am richtigen Platze. Frl. Egger als Anna Btrkmeter spielte mit Wärme und Verftäudniß. Unter den übrigen Mitwirkenden find die Herren Kruse, Peickner, Schröder, Schaller und Leuschner, sowie Frau Helm mit Anerkennung zu nennen. Der Dialect wurde so ziemlich beherrscht. DaS zahlreich erschienene Publikum folgte mit Ernst den ergreifenden Vor­gängen auf der Bühne und dankte für die Darbietung dieses Meisterwerke» Anzengruber» durch lebhaften Beifall.

* * Stadttheater. Um unseren lieben Kleinen noch einmal eine Freude zu bereiten, veranstaltet die Leitung des Stadt- theatecS am Sonntag Nachmittag nochmals eine Kinder- Vorstellung und zwar die letzte in dieser Saison. Zur Aufführung gelangtPrinz Nachtigall", ein Zauber­märchen in 6 Bildern von G. Zimmermann. Abends folgt der köstliche SchwankDer Raub der Sabinerinnen" zum Benefice für Herrn Director Helm. Hebt schon da» Stück an sich durch seinen drastischen Humor immer eine große Anziehungskraft aus, um wie viel mehr noch, wenn die Hauptrolle in solch' bewährten Händen wie die de» ge­schätzten Beneficianten liegt. Das wird ein köstlicher Abend werden, auf welchen wir ganz besonders aufmerksam machen wollen. Da die diesjährige Spielzeit nur noch wenige Tage umfaßt, erscheinen die Benefiz-Vorstellungen in rascher Folge- denn am Montag findet die Aufführung der mit einer Fülle reizender Gesangsnummern ausgestatteten großen PoffeDer Walzerköntg" zum Benefiz für die beliebte Soubrette unseres Stadttheaters, Frl. Ella Dellmar statt. Wir wünschen der strebsamen Künstlerin ein gut besetztes Haus.

* * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Etzean, Kreis Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach- Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dietzenbach, Krei» Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.

* Färben der Wurst ES ist angeregt worden, die Reichsregierung möge entweder das Färben von Wuxft ganz verbieten oder für gefärbte Wurstwaaren den Decla- rationszwang etnführen. ES wird dies damit begründet, > die Anwendung der sonstigen Strafbestimmungen des Gesetzes vom 14. Mai 1879 über Verfälschung von NahrungS- und Genußmitteln zu widersprechenden gerichtlichen Erkennt- ntffen in Bezug auf die Strafbarkeit des Färbens von Wurstwaaren geführt hat und damit eine Rechtsunsicherheit entstanden ist, die am besten durch eine der beiden vor­geschlagenen ReichSverorduungen beseitigt wird. Der preußische HandelSrnimster stellt zur Zeit entsprechende Erhebungen bet den Handelskammern an.

* * Kur Briefmarkensammler. Osfictelle Postkarten mit dem Nationaldeukmal und der aufgedruckten Fünspfennig-Marke hat die Reichsdruckeret in einigen Tausend Exemplaren nur für den amtlichen Verkehr herstellen lassen. Sie sind auch in den Handel gekommen und wurden am Montag von einigen Händlern zum Kauf angeboten. Die Karten, die mit der Marke einen wirklichen Werth von 10 Pfennigen haben, wurden mit einer Mark verkauft und fanden trotz de» hohen Preises vielfach Abnehmer.

* Schutz der Singvögel. Es sei hiermit erinnert an die Bestimmungen des Reichsgesetzes vom 22. Mai 1888, betr. das Zerstören und AuSheben von Nestern oder Brutstätten der Singvögel, das Zerstören und AuSnehmen von Eiern rc. DaS Publikum wird ersucht, mitzuwirken, daß die betr. Vorschriften allgemeine Beachtung finden.

* 3« Amerika verstorbene Hessen. Chicago, Jll., A u g u st Beck, auS Steinbach. Daselbst, Frau Gertrud Wein­reich geb. Bläser, 56 Jahre alt, aus Esselborn. Buffalo, N. N-, Wilhelm Rühl, 49 Jahre alt, aus Griesheim. Frau Elisabeth Kiehl geb. Bloch, 86 Jahre alt, aus Landenhausen, ©aratogo, N. U., Jacob Haas, 61 Jahre alt, aus Heffen-Darmstadt. Syracuse, N. Y., Frau Juliana Schänzle geb. Bender, 50 Jahre alt, aus Guntersblum. St. Louis, Mo., Adam Pani, 73 Jahre alt, aus Egels- bach. Millstadt, Jll., Frau Elisabeth Kesselring geb. Göbel, 82 Jahre alt, aus Reinheim.

Wetterbericht. Da» Minimum, welches gestern über Skandinavien lag, rückt langsam ostwärts weiter. Indessen ist nördlich von Schottland bereit» wieder eine neue Depression erschienen, lieber Central-Europa ist der Luftdruck noch etwa» gestiegen, indem sich das Minimum von Südwesten her noch weiter in den Kontinent ausgebreitet hat, doch hält bet der Unregelmäßigkeit der Druck Vertheilung baß unbeständige Wetter an. Die Temperaturen find meist etwa» gesunken. Am Wendelstein lagen sie am Morgen wieder unter dem Gefrierpunkt. Voraussichtliche Witterung: Fort­dauer des unbeständigen WitterungS-CharaeterS.

x Londorf, 24. März. Die Zentenarfeier Kaiser Wilhelms des Großen wurde hier durch einen Fackelzug, durch begeisterte Ansprachen und Lieder, sowie durch Borträge einer Mufikcapelle auf» Schönste begangen. Der neuernannte KreiS-Straßenmeister für den hiesigen Bezirk hat unter den ihm al» eventuellen Amtssitz bezeichneten Orten Londorf gewählt und die ehemalige Kliebe'sche Wirthschast gemiethet, wo er auch ein Institut zum Zeichnen für Hand-

werker zu errichten gedenkt, sodaß junge strebsame Leute der Rabenau nicht mehr meilenweit zur Zeichenstunde zu wandern brauchen.

= «eudorf a. d Ld»., 25. März. Emen beträchtlichen Mitgliederzuwach» brachte unserem Kriegerverein die patriotische Feier am Montag, indem sich zehn frühere Sol­daten, welche seither bereits Mitglieder de» Gesangverein» Eintracht" waren, nun auch zum Eintritt in den Krieger­verein anmeldeten.

R. Mnscheohei», 24. März. Auch hier wurde die Feier de» 100 jährigen Geburtstag» deS Kaiser» Wilhelm I. in dem geräumigen Saale de» Herrn Bürgermeister» Roth fest- lich begangen. Herr Pfarrer Fertsch hielt die Festrede, worin derselbe die Verdienste de» Kaiser» Wilhelm und seinen Getreuen BiSmarck, Moltke und Roon schilderte. Der Präfi- deut deS KriegervereinS, Herr Karl Roth, trug zwei sehr schöne, paffende Gedichte vor, Herr Karl Seipp folgte dem­selben mit einem schönen Gedicht, auch Herr Lehrer Rabenau schilderte daS Entstehen und Gedeihen des deutschen Reich» und Herr Lehrer Susn er hielt eine Rede auf die anwesenden Veteranen.

-o- Höchst a. d. Ridder, 25. März. Wie ein Mensch ge- radezu zur gefürchteten Bestie herabfinken kann, Dafür liefert etn hiesiger, erst in den zwanziger Jahren stehender Mann wiederholt Beweise. Denselben befällt im Zustande der Bezechtheit, was gerade kein seltene» Ereigniß mehr bet itym ist, oft eine förmliche Stechwuth. So kam er vorgestern gegen Abend mit Fuhrmann Dauterich von Heldenbergen gefahren. Schon unterwegs bedrohte er den Fuhrmann und äußerte, er werde am Abend noch Jemanden todtftechen, so daß Dauterich vorzog, vom Wagen abzusteigen. Am hiesigen Orte angelangt, begegnete baß Fuhrwerk dem Sohne be» Lanbwirth» Heinzmann. Derselbe hielt sich, neben bem Wagen hingehend, mit der einen Hand an demselben an. Plötzlich erhält er einen Stich in den Rücken der an dem Wagen befindlichen Hand, daß baß Blut hoch emporkpritzte. Die Wunbe war so tief, baß ber Betreffende sich sofort zum Arzt begeben mußte

-t- Orlenberg, 26. März. Sehr zur rechten Zeit hat unsere Obersörsterei die Versteigerung von St reu lau d vorgeoommen, wodurch einem großen Bedürfnisse abgebolfen wird. Die Stroh-, Heu- und Grurnmetvorräthe bei Klett- unb Großbauern sind empfinblich geschwunden, weil diese vorräthe wegen der schlechten Witterung mäßige waren, urt dementsprechend haben die Preise angezogen. Was die «er- gebung von Streulaub in unserer Gegend: Fauerbach, Liß- berg, Bellmuth, Selter», Wippenbach, Bergheim u. a. m. besonder» angenehm macht, ist, daß die Leute den Tagelohn des Aufmachen» selbst verdienen können, weil nicht aus­gearbeitete Haufen, sondern Flächen vergeben werden, auf denen der Steigerer sein Material zusammenrecht.

G. Gernsheim, 26. März. Ein schönes Andenken erhielten die Abiturienten der hiesigen Realschule bet ihrer Entlassung von Seiten ber Schule. ES wurde jedem Abgehenden daß von Professor Oncken verfaßte Prachtwerk über Kaiser Wilhelm I. überreicht, in welches baß Direktorium die entsprechenbe Wibmung eingetragen hat.

Aufruf!

Donnerstag ben 18. Marz, Abend» 5»/, Uhr, wurde unser freundliches Städtchen Camberg von großem Unglücke heim- gesucht. Ein schwere« Gewitter in Verbindung mit einer Windbose zog darüber hin und richtete tn wenigen Minuten schreckliche Ver­heerungen «n. Ein braver Bahnwärter wurde von einem über 200 Zentner schweren Güterwagen, welchen der Orkan aushob und mehrere Meter weit wegschleuderte, erdrückt. Die kranke Wittwe und leben unversorgte Kinder beweinen ihn. Ein kranker Knabe erlitt durch eine einstürzende Wand einen Beinbruch. Viele Personen entrannen nur, wie durch etn Wunder, der drohenden Lebensgefahr. In der unteren Stadt find fast alle Gebäude beschädigt. Häuser, Scheunen und Stallungen stürzten ein, ober eS wurden die Dächer und oberen Stockwerke weggerissen. Vorräthe wurden vernichtet und Tausende von Fenstern und Glasscheiben zertrümmert. Der Ge- ammtschaden ist ganz enorm. Für diesen Schaken kommen Brand- und andere Versicherungen nicht auf. Die meisten Betroffenen sind leider geringe Leute. Wenn nicht rasch geholfen wird, so droht Manchen der gänzliche Ruin.

Die Unterzeichneten richten deshalb an edle Menschenfreunde lie dringende Bitte, den so hart Betroffenen rasch zu Helsen. Jede, auch die kleinste Gabe wird willkommen geheißen. Von den 6am- berfletn und den Freunden Camberg» in der Nähe und in der Ferne !«offen wir aber besonders, daß sie durch Sammlungen in Freundes­kreisen den Bedrängten zu Hülfe eilen. Jeder der Unterzeichntten ist gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.

Alle Redactionen werden um Verbreitung diese» Aufruf» gebeten.

Camberg (Bez. Wiesbaden), den 21. März 1897.

Sartorius, Dietrich,

LandeSdirector in Wiesbaden, Director zu Wiesbaden.

E. Baute, Frankfurt a. M., Casper. Postverwalter, Cathrein, Bürgermeister, Brest, f ffarrer, Fliegei, Lebrer, Dr. Finck, pract. Arzt. Dr. Flügel. Frühmesser, A. Fritzsche, Gastwirth, Chr. Grimm. <»on- troleur, Peter Haber, Buchbinder, B. Hemmelmaen. Sattlermeister, Lawaczeck, Apoihek-r, Dr. Lieber, Reichs und Landtagsabgeordneter, Lottermann. Spenalermeiffer, Manns, Schreinermeister, Schaaf, Rector, Hubert Schütz. Metzgermeister, G. Send, Fabrikant, C Stockmann, Kauf mann, Stoehr. Amtsrichter, Wehrheim, Director der Taub­stummenanstalt, Franz Wenz, Kaufmann, Jo*- Wenz III., Lanbwirth, Wilhelm Wenz, Kaufmann, C. Weyrich, Maurermeister, Wolf, Decan, sämmtlich in Camberg.

Schiffs Nachrichten.

Srorddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loo» und I. M. Schulhof.

Bremen, 26. März. IPer ttanSatlantischen Telegraph.j Der Schnelldampfer Trave, Capilän C. Thalenhorst, vom Rorbd. Lloyd in Bremen, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in New»ork angekommen.

Bremen, 26. März. IPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser H. H. Meier, Capitän F. Mentz, vom Rordd Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittag» wohlbehalten in Newpork angekommen.