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Es starben an:
währt, die au8 Dank für schreiten der Arbeiten der auf 1000 Thaler jährlich deS Kurfürsten«Denkmals 150 Jahre später wurde
das schnelle und fehlerlose Fort- Kurfürst für die übrige Zeit dann erhöhte. Danach hat der Bildner etwa 11,000 Thaler erhalten. —
I artigerem Character, da sie in diesen Gemeinden allein 30 refp. I 8 Opfer forderten.
Scharlach hatte ein« nur geringe Verbreitung gewonnen und I kam in gehäufteren Erkrankungen nur in Gießen und Nonnenroth I vor, 2 Kinder sind daran verstorben.
In zahlreichen Gemeinden waren ferner die Bräunekrankheitcn, I DiphlheritiS «erd Croup aufgetreten, an den meisten Orten nur I in vereinzelten Fällen, in epidemischer Weise aber in Gießen, Grün- I berg, Alten-Buseck, Stangenrod und Londorf. Es sind aus dem I Kreise 472 Erkrankungen gemeldet worden, wovon 34 — 7% ge- I storben sind oder von 10000 Einwohnern 4,3; letztere Ziffer bleibt I unter derjenigen für das Großherzogthum im Jahre 1895 berechneten | mit 4,7 etwas zurück, wie denn überhaupt die Mortalität der I Diphtheritis seit dem Jahre 1895 gleichzeitig mit Einführung der Heilserum-Behandlung ergeblich gesunken ist (1894 starben noch 12,0 I von 10 000), was noch des Näheren aus der am Schluffe stehenden Tabelle ersrhm werden wolle.
Der Ke«chh«fle» hatte wie im Vorjahre nur geringe Verbreitung in einzelnen Orten und zeigte gutartigen Verlauf, da nur 6 Todesfälle als Folge dieser Krankheit gemeldet sind.
Erkrankttnsen an Unterleibstyphus sind 12 zu amtlicher Keuntniß gekommen, nämlich in Queckborn 1, Gießen 2, Hungen 1, | Ruttershausen 2 (in einer Familie) und in Lollar 6, daran gestorben 1; außerdem starben in der Klinik 2 typhuskranke Kreisfremde.
Von minder wichtigen ansteckenden Krankheiten seien genannt 9 Todesfälle an Rose, 3 an Syphilis und 4 an Kindbeltfieber; nicht fieberhaften Erkrankungen im Wochenbett erlagen 11 Frauen.
Unter den übrigen vorherrschenden Krankheiten als Todesursache, welche statistisch bearbeitet werden, nimmt wie immer die Tuberkulose die erste Stelle ein; sie hatte im Berichtsjahre im Ganzen 263 Sterbefälle — Vs aller Verstorbenen veranlaßt (1895: 256), davon treffen auf Luugeutuberkulose oder Lungen- schwindsncht 198, d. h. es sind V? aller Verstorbenen oder 25,4 von 10,000 Einwohnern dieser Krankheit erlegen, eine im Vergleiche mit früheren Jahren, z. B. 1880 mit 29,9°/«», immerhin noch mäßig« I Quote; bei den übrigen 65 Fällen war die Tuberkulose von anderen inneren Organen ausgegangen. Eine selten niedere Zahl von Todesfällen lieferten diesmal die acuten Erkrankungen der «1H. mungsor-ane (Lungenentzündung, -Catan he einschließlich Influenza), nämlich 178 oder 22,2 von 10,000 Lebenden gegenüber den Vorjahren, welche, zum Theil unter dem schädigenden Einflüsse der epidemischen Influenza stehend, die Zahlen 193, 297, 288, 297 aufweisen.
Die Sterbesälle an Gehirnschlagslutz mit 45, an Herzkrankheiten mit 64, aeuten Magen- und Darmeulzüud- uugen 36, Abzehrung der Kinder 14 und angeborener Lebens schwäche 41 bleiben mit den Zahlen der Vorjahre ziemlich auf I gleicher Höhr.
An bösartigen NeubUdungen, Krebsgeschwülsten, starben 89, I davon Kreisangehörige 62; bei 169 wurde Altersschwäche als | Todesursache genannt, unbekannt blieb sie bei 81, und an allen I übrigen, vorstehend nicht genannten Krankheiten sind 226 Personen I gestorben
Eines gewaltsamen Todes verstorben sind 64 (im Dor- I jähre 40), davon Kreisangehörige 43 oder 5,5 Voto der Lebende« und I -war 34 durch Verunglückung, 19 durch Selbstmord und 1 durch I Mord.
jährlich 3000 Thaler, damit er sorgenfrei sich nur dieser Arbeit widmen könne. Außerdem wurden ihm nach Vollendung des Denkmals noch 20,000 Thaler zugewiefen. Danach hat Rauch als Künstlerhonorar für das FrtedrichSdenkmal im Ganzen 56,000 Thaler erhalten. — Reinhold BegaS empfing für feine Schöpfung eine Million Mark. Wie seltsam I eS nun auch klingen mag, so kommt im Verhältniß BegaS I doch erst an letzter Stelle, sobald man als Maßstab die Ge- I sammtkosten der Werke nimmt. Da sehen wir Rauch an der Spitze, deffen 168,000 Mk. etwa ein Viertel der 720,000 Mk
I betragenden Gesammtkosten des Friedrich-Denkmals auS- wachten. Mit einem Siebentel folgt Schlüter, da das Kur-
I fürsten-Denkmal etwa eine Viertel-Million erfordert hat, und I ih» erst schließt BegaS sich an, dem ein Achtel deS auf acht Millionen veranschlagten Werkes zugefallen ist.
e ein rnfammenlegbare« KriegSfahrrad ist nach der I „Münch. Allgem. Ztg." angefertigt, versucht und brauchbar I befunden worden. ES ist ein 16>/z Kilogramm wiegendes Zweirad, das sich Zusammenlegen und mit einem Riemen, ähnlich wie der Tornister, auf dem Rücken befestigen laßt, nur 68 Lentimeter hohe Räder hat, in einer Minute zusammengelegt und in ebenso viel Zeit wieder fahrbar gestellt werden kann. Der Mann kann, ohne daS Fahrzeug zu verlassen, zwischen beiden Rädern stehend, seine Feuerwaffe gebrauchen. Mau glaubt, ohne Gefährdung der Sicherheit eine Einschränkung deS Gewichts anftreben zu können.
* Ei»e hundertjährige. In Landshut lebt noch eine Zeitgenossin Kaiser Wilhelms I., Fran RegierungS- und Kreis- baurathswittwe G areiS. Die Dame ist in demselben Jahre I wie Kaiser Wilhelm, am 1. August 1797, zu Culmbach ' geboren. Sie ist zur Zeit noch im Staude, ihre Zeitung ohne Brille zu lesen.
* ein Blitzzug in bei Worte! vollster Bedeutung. Eine Erfindung des EisenbahuingenieurS F. A. Behr wacht gegen wärtig in technischen Kreisen großes Aufsehen. Behr will einem Bahnzuge 90 bis 150 (englische) Meilen Geschwind««, keit in der Stunde geben. Diese Erfindung ist nicht bloß ein theoretisches Projekt, sondern thatsächlich erprobt. Zwei kurze Etsenbahnstreckeu, eine in Irland und eine in Frank- reich, find bereits nach dem Behr'ichen System erbaut und bewähren sich in jeder Hinficht. Jede dieser Strecken Ist zehn Meilen lang, die Fahrzeit ist vier bis fünf Minuten. Eine gleiche Bahnlinie erbaut jetzt auch Belgien, damit dieselbe ein sensationelles Zugstück bet der nächsten Brüffeler Ausstellung bilden soll. Die Neuerung auf dieser belgischen Bahn im Vergleich zu den beiden ersterwähnten in Frankreich und Irland wird fein, daß die Locomotive mit Elec« tricität getrieben wird. Behr hofft damit eine Schnelligkeit von 150 Meilen in der Stunde zu erreichen. Die Züge dieses Bahnsyftems werden von zwei Locomotive» gezopen. Diese Erfindung, welche nach dem Zeugniß der Sachverstän digen wirklich leistet, was fie verspricht, würde bet allgemeiner Anwendung eine Umwälzung unseres Eisenbahnverkehrs zur Folge haben. Unbedingt aber würde fie verlangen, daß Bahnlinien in möglichst gerabtr Richtung an» zulegen find, mit möglichster Vermeidung aller Eurven, da an diesen bei so großer Schnelligkeit auch die Gefahr einer Entgleisung um so größer wird.
* Künftlerhonorare. Ueber die Künstlerhonorare, die für die Berliner Denkmäler des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, Friedrichs II. und Wilhelms I. bezahlt worden, schreibt die „Tägliche Rundschau": Drei Namen, jeder mit einer bedeutsamen Zeit in der Entwicklung Berlins nm knüpft, treten uns da entgegen: Schlüter, Rauch und BegaS. Der erste und alsbald auch genehmigte Entwurf für daS Kurfürsten-Standbild stammt aus dem Jahre 1696. Schlüter erhielt von dem über den glücklichen Entwurf hocherfreuten Kurfürsten Friedrich, nachmaligem König Friedrich I., sofort ein „Gnadengeschenk" von 2000 Thaler». Außerdem wurde ihm, der ja damals den großen Umbau des SchloffeS zu leiten hatte, für die Oberleitung des DenkmalSbaueS für die ersten drei Jahre eine Zulage von je 800 Thalern ge-
GroßhcrzoglicheS Kreisgefundheitsamt Gießen. Dr. Haberkorn.
Friedrich II. ein Denkmal gesetzt.
12 Jahre währte die Bauzeit. In dieser Zeit erhielt Ranch
Tabelle Über die Todesfälle an epidemischen Krankheite« in den letzten 10 Jahren.
Marquardsen, Münchferber, Merz, Paasche, Placke, DreSler, Weber- Heidelberg. Außerdem stimmte« mit Nein nur noch Confervative und Reichspartei. Der confervative Abgeordnete Jakobskötter enthielt fich der Abstimmung.
Bei dem Etat des Auswärtigen Amts bringt
Abg. Bebel die in Barcelona gegen politische Gefangene aus- geüdten Torturen zur Sprache, besonders betonend, daß auch mehrere Deutsche dabei betheiligt seien.
StaatSseeretär v. Marschall: In Barcelona sind bekanntlich in den letzten Jahren zwei schwere Attentate vorgekommen; das letzte, ein Bombenattent, im Juni 1896, welches nach dortiger Annahme auf Anarchisten zurück,uführen ist, hat zahlreiche Verhaftungen zur Folge gehabt. Darunter befindet sich nur Einer, NamenS Häffel, deffen deutsche Nationalität zweifellos nachgewiesen ist. Ueber einen Anderen, NamenS Wald, schweben noch Erhebungen; es ist nicht unwahrscheinlich, daß in Folge zehnjähriger Abwesenheit seine deutsche Nationalität verloren gegangen ist. Der Heinrich Häffel hat ein bewegtes Vorleben, er ist schon in Deutschland wiederholt bestraft worden wegen Bettelns, Hausfriedensbruchs und 1889 ist er auS Magdeburg befertirt. Wie Generalconsul Linden berichtet, ist er auch in Spanien wiederholt bestraft, einmal wegen Kirchen-
günstigste mit 286 lobten; von ben Monaten brachte der Oeioder die wenigsten Todesfälle, 84, darunter 58 Erwachsene, der März die größte Zahl 180, darunter 100 Erwachsene, und zwar ist die erhöhte Sterblichkeit im FrühlingSmonate durch häufiger auftretende, tödtlich verlaufend« acute und chronische Erkrankungen der Lungen bedingt.
Nach Altersklasse« geordnet starben:
im 1. Lebensjahre: 252 — 18,0 •/„
„ 1.—15. , 229 — 16,4 „
. 15.-60. , 497 = 35,6 ,
Über 60 Jahre alt: 418 — 30.0 ,
Summe: 1396
Die Sterblichkeit der Säuglinge mit 262 ist gegenüber dem Vorjahre mit 247 nur wenig, diejenige dagegen der Kinder über 1 Jahr erheblich vermehrt: 229 gegenüber 173 in 1895, und beruht diese Erscheinung auf auSgebreitetem Auftreten von Kinderkrankheiten, in erster Linie der Masern und in geringerem Grabe ber Bräun«- krankheiten, während die Todesfälle der acuten Magen- und Darmkrankheiten, welche das Kindesalter ganz besonders zu gefährden pflegen, gegen das Vorjahr etwas herabgegangen find, von 37 auf 29.
Den Jnseclionskrankheite« im Ganzen erlagen 126. nach Abzug der Kreikfrernden: 109, ober von 10,000 Lebenden 14, trotz vorstehender Bemerkung eine sehr günstige Ziffer.
Von den Maser« war die Jugend einer ganzen Reihe von Gemeinden befallen, fie wurden beobachtet, nach der Folge ihres Auftretens geordnet, in: Dorf-Güll, Gießen, Lich, Nonnenroth, Heuchelheim, Klein-Linden, Wieseck, Climbach, Annerod, Steinbach, Stockhausen, Lollar, Albach, Garbenteich, Oppenrod, Hausen, Ober- Bessingen, Großen Buseck, Rödgen, Lindenstruth, Langd, Villingen, Rüddingshauien und Harbach, hatten im Ganzen 60 Todesfälle hn Gefolge, waren aber nur in Gießen und Klein Linden von bös-
Spirfflns,offe:5-^
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von Elten & Keussen, Fabrik und Handlung, Crefeld.
raubeS. Als er das letzte Mal aus dem Gefängnisse entlaßen wurde, wurde ihm aufgegeben, nicht mehr nach Barcelona zurückzukommen. Trotzdem hat er dies gethan, und als er nach dem letzten Attentat dort aesehen wurde, wurde er als gefährlicher Mensch verhaftet. Nach der dortigen Gesetzgebung besteht beim Belagerungszustände, der über Barcelona verhängt ist, unbeschränkte Gewalt, Jemanden auf unbestimmte Zeit in Gewahrsam zu halten. Daß Hüffel im Ge- fängniß mißhandelt sei, ist nicht erwiesen. In acht Briefen, die er an ben Generalconful auS bem Gefängniß gerichtet, spricht er kein Wort davon, daß er mißhandelt sei. Es ist auch nicht zutreffend, daß unser Generalconsul fich seiner nicht angenommen habe. Letzterer hat sich mit ihm und dann mit dem commandirenden General in Verbindung gesetzt und auch erzielt, daß Hüffel, wenn das KrieaS- gericht gesprochen und nichts besonderes gegen ihn oorliege, entlassen werde. Mehr konnte nicht geschehen. Dahin kommt in Betracht, baß Hüffel Deserteur ist. Ich will nicht sagen, daß ein solcher ohne Weiteres schutzlos sein soll. Aber wer sich seinen Pflichten gegenüber dem eigenen Lande entzieht, Der kann auch kaum denselben Schutz beanspruchen, wie «in Anderer, der diese Pflichten erfüllt hat. (Beifall rechts). Wenn concrete Rechtsverletzungen vorliegen, dann werden wir ja einfchreiten, aber sonst besteht für uns der Grundsatz, wenn eS fich um einen Deserteur handelt, unS auf daS Nothwenbigste zu beschränken.
Abg. Liebknecht ist bavon nicht befriebigt. Englanb nahm das Interesse der Engländer im Auslande ganz anders wahr.
Abg. Bebel geht auf die Kreta-Frage ein und verlangt Auskunft darüber.
Staatssecretär v. Marfchall: Der Reichskanzler werde darüber I Auskunft geben, sobald die Zeit dazu gekommen sei. Dann werde auch der Zeitpunkt da fein, Kritik an der diesseitigen Politik zu üben.
Abg. Bebel: Daß fich der Reichstag so von dem StaatSseeretär abspeisen lasse, entspreche nicht seiner Würde.
StaatSseeretär v. Marschall: Bei schwebenden Fragen ist es nirgends Gebrauch, Auskunft zu verlangen, ohne sich zu vergewissern, I ob ber Stanb der Dinge die Ertheilung der Auskunft zuläßt.
Beim Colonialetat erklärt auf eine Anfrage Bebels der Director I der Colonialabtheilung v. Richt Hof en: Die Angelegenheit Peters I komme am 24. April vor der Disciplinarkammer zur Verhandlung. I
Beim Etat des Reichsamts des Innern befürwortet
Abg. Schultz-Lupitz eine Resolution betr. Errichtung einer I landwirthschaftlich-technischen Reichsanstalt für Bacteriologie und I Phytopathologie.
Staattzfecretär v. Bötticher hält es nicht für zweckmäßig, so | berechtigt auch die Ziele der Resolution seien, deshalb eine Reichs- I •nftalt zu errichten. Das Reichsgesundheitsamt sei ja schon auf I diesem Gebiete thätig; er werde bis zum nächsten Jahre zu ermitteln I fudjen, welcher Weg sich empfehle, ob vielleicht dem Gesundheitsamt I weitere entsprechendere Mittel zur Verfügung zu stellen seien.
Nach weiterer kurzer Debatte wird der Antrag Schultz- I Lupitz zurückgezogen.
Abg. Schmtdt-Frankfurt (Soc.) plaidirt für Umwandlung I des Reichsverstcherungsamtes in ein selbstständiges Reichsamt und | für eine Fabrikinspection von Reichswegen und Anstellung von I Reichsbeamten für bie Gewerbeaufsicht.
Staatssecretär v. Bötticher: Dann müßte erst die Gewerbe- I ordnung geändert werden, da diese die Gewerbeaufsicht den Einzel- I floaten unterstellt. Beschwerden über die Jnspecloren gehörten vor I das Abgeordnetenhaus, eoent. sollten also die Socialdemokraten dafür I sorgen, Vertreter in das Abgeordnetenhaus zu schicken. (Heiterkeit.) I
Abg. Wurm: Das würden wir wohl, wenn Sie nur das I Dreiklaffenwahlrecht in Preußen abschaffen wollten.
Auf eine Anfrage des Abg. Hahn erklärt
Staatssecretär d. Bötticher: von hier aus sei in England I angeregt worden, den S 26 der Washingtoner Beschlüsse über das I Seestraßenrecht noch vor dem 1. Juli, wo die Beschlüsse in Kraft I treten, wieder aufzuheben. Die englische Regierung scheine aber zu I meinen, bis zum 1. Juli werde das jedenfalls nicht möglich fein. I
Beim Capitel Canalamt bringt
Abg. Hahn abermals die Unterbrechungen im Fährbetriebe | im verflossenen Winter zur Sprache.
Staatssecretär v. Bötticher: DaS Reich hat s. Z. allen An- I forberungen ber preußischen Regierung Genüge geleistet, sogar eine I feste Brücke mehr gebaut und die Fähren sehr viel bester und sicherer I auSgestattet. Soweit wie es die Interessen verlangen, können wir I in der Erfüllung Ihrer Wünsche nicht gehen. So lange der Canal I noch nicht die Betriebskosten deckt, wird der Reichstag schwerlich zu I neuen Bewilligungen bereit sein. Die Canalverwaltung wird jeden- I fall« Alles thun, um billige Wünsche zu erfüllen.
Abg. Graf Holstein (conf.) meint, daß hier eine schwere I Schädigung der Adjacenten vorliege. Habe das Reich ein fo großes I Werk aebaut, so müsse es auch die armen Leute schadlos halten.
Der Etat wurde bis einschließlich des Ordinariums des Militär- I etats erledigt.
Weiterberathung morgen 1 Uhr. Schluß 6 Uhr.
Gesnndheitsstand und Sterblichkeit im Kreise Gießen im Jahre 1896.
Wie wir vom Jahre 1895 die SterblichkeitSverhältnisse im I Streife Gießen gegenüber früheren Jahren als günstige bezeichnen | konnten, so gilt dasselbe im Allgemeinen auch für das Jahr 1896. I
Die Gesamrntfurnme der Verstorbenen betrug 1896, eine Zahl, I welche unter Berücksichtigung der Beoölkerungszunahme in den I letzten 20 Jahren von 65,600 auf 77,800, angenommen für die I Mitte des Jahres 1896, und im Vergleiche mit der für denselben I Zeitraum berechneten Mittelzahl der Todesfälle von 1550 eine sehr niedere ist; im Vorjahre waren noch etwas weniger, nämlich 1351 Todesfälle gezählt worden. Die Sterblichkeitsziffer d. b. das Berbältniß der Verstorbenen zu der Bevölkerungszahl ist 17.94 auf I 1000 Lebende, dieselbe rebucirt sich auf 16,10 °/06, wenn man bie I in den Kliniken zu Gießen verstorbenen 143 Personen, welche dem Streife nicht angehörten, in Abzug bringt. Die in gleicher Weife gefundenen Sterbeziffern für bie vorausgegangenen 5 Jahre von 1891-1895 sind: 21,02-19,69-22.03-17.89-15.97 o/oo. Trennt man, einem erklärlichen Jnteresfe folgend, die Todesfälle in der Kreisstadt von denen der Landgemeinden ab, fo ergibt sich:
Für «ließe« die Sterbeziffer 18,17 °00 bei 303 Einheimischen Verstorbenen.
Für tze« La«dkrei» die Sterbeziffer 17,8 <>/06 bei 950 Todesfällen.
Von den 4 DuattaU« lieferte entsprechend allgemeiner Erfahrung auch im Berichtsjahr« das zweite Vierteljahr die größte Zahl ber eterbfMe, nämlich 894, daS vierte war da« gesundheitlich '
Die Kuhmilch als Nahrungsmittel hat sich gerade in den letzten Jahren wieder den ihr gebührenden ersten Rang unter den Nährmitteln erobert; sie wird von den medi- cinischen Autoritäten ebenso als Genußmittel für Gesunde, wie für ReconvaleScenten, Bleichfüchtige und Scrophulofe als Heilmittel empfohlen^ Der fortdauernde Genuß frischer Milch wirkt jedoch leicht ermüdend, ganz abgesehen o n der damit verbundenen Gefahr der Ansteckung durch die in ihr erhaltenen Krankheitskeime; viele Personen haben sogar einen unüberwindlichen Widerwillen gegen dieses natürlichste aller Nährmittel. Um so dankenSwerther ist el, I daß die Höchster Farbwerke in Höchst am Main — Fabrikanten deS rühmlichst bekannten Migränin — in der Nutrose ein Präparat hergestellt haben, daS de. Etweißgehalt frischer Kuhmilch in Form eines PulverS enthält, welches vermöge feiner leichten Löslichkeit in Bouillon, Milch, Koffee und Cacao genossen oder mit GrieS, Reis und anderen mehlhalitgen Nahrungsmitteln verkocht rotiben kann unb so die erwünschte Abwechselung ermöglicht. — Nutrose ist in Probeschachteln (A 100 Gr.) zum Preise von Mk. 2.— durch bie Apotheken, sowie alle Droguen- unb Coionialwaarenhanblungen zu beziehen. 2006
Wir machen unsere Leser auf bie im Annoncenteil unsere« heutigen Blattes enthaltene Bekanntmachung der Technischen Hochschule zu Darmstadt aufmerksam. Dieselbe gewährt eine vollstänbige wissenschaftliche unb künstlerische Ausbilbung für ben technischen Be- ruf. In befonberen Abteilungen werben Architecten, Bau Ingenieure, Cultur-Jngenieure, Elektro-Jngenieure, Chemiker, Eleclro Chemiker unb Apotheker ausgebilbet; besgleichen in ber allgemeinen Abteilung Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften, sowie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- und Gewerbetreibenden ist die Hochschule jur Erlangung der erforderlichen Kenntnisse behilflich. Das akademische Studium an brr Technischen Hochschule berechtigt zur Zulassung zur Staatsprüfung für Hochbau, Jngenieurwesen unb Maschinentechnik in sämmtlichen deutschen Staaten, welche solche Staatsprüfungen abbalten. Für die Reichsprüfung der Apotheker ist der Besuch der Technischen Hochschule demjenigen einer Universität gleichgestellt; auch ist der pharmaceuttschen PrüsungScomwiffion zu Darmstadt durch BundeSrathSbeschluß bie Berechtigung zur Er- tbeilung für das ganze Reich gtltiger Approbationen gegeben worden. Die Prüfung für Nahrungsmittel-Chemiker kann jährlich zweimal vor einer von Großh. Ministerium de« Innern unb der Justiz für die Hochschule ernannten PrüfungScommission abgelegt werb n. Di« Vorbereitung zum höheren Staatsdienst des Großherzogthum« Heffen im Kameral- unb Forstfach kann thellweife auf ber Technischen Hochschule erlangt werden; für die Vorbereitung zum Gymnasial- unb Real Lehramt, soweit dieselbe Mathematik unb 9Zaturroiffenf(4aiten betrifft, gilt die Technische Hochschule zu Darmstadt al« ber Universität gleichstehend. Tas neue elektrotechnisch vhyficalische Institut, sowie das neue Hauptgebäude find im Jahre 1895, da« neue chemische unb elektrochemische Institut im Jahre 1896 eröffnet worben. All« diese Gebäude find elektrisch beleuchtet durch eine eigene elektrisch« Centrale ber Hochschule.
Masern
Scharlach
Diphtheritis unb Croup
Keuchhusten
Typhus
1887
1
5
119
17
5
1888
10
13
61
13
3
1889
8
21
86
2
11
1890
12
4
86
13
6
1891
28
1
100
13
3
1892
2
15
146
3
9
1893
15
16
279
19
5
1894
—
19
187
10
3
1895
7
14
38
8
3
1896
50
2
53
6
3
Krotz Serbin; arbeite: Paulo:
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