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27/11/1897 Erstes Blatt
 
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erhoben worden. Der Termin zur Hauptverhandlung foH bereit- im December stattfinden.

Wien, 26. November. Im Abgeordvetenhauie sollte bereit» heute die neue Schutztruppe in Action treten. Der Präsident hatte die Partei-Obmäuner osfictell davon oer. ständige, daß die neue Geschäftsordnung schon io Geltung sei. Infolge deffeu beriethen die Obmänner der oppositionellen Club» über die weitere Haltung der L-nken und legten zwei Vorschläge vor, einer dahingehend, dem Parlament gegenüber Abstinenz zu üben und zu dessen Sitzungen nicht zu erscheineu- ber zwette, an den Berathungen weiter theilzvnehmen und jede Vergewaltigung mit Widerstand zu beantworten. Eine Einigung konnte nicht beantwortet werden. Abend» berietben die Club» selbst. Die deutsche DvlkSpartet beschloß einstimmig die Abstinenz, die Soeialdemokraten dagegen verbleiben im Parlament unter Fortsetzung de» äußersten Widerstande», die Christlich Socialen und die deutsche Fortschrittspartei haben auch nicht» Bestimmte» beschlosten. Die letzte Entscheidung aller Club» soll heute vormittag erfolgen.

Cocalts tmb provinzielles

Gießen, den 26. November 1897.

OrdeuS Lerleihnuge». Im Anschluß an die gestrige Liste der anläßlich de» Geburtstage» Seiner König!. Hoheit de» Groß Herzog» Ausgezeichneten veröffentlichen wir nach, stehend da» Berzrichuiß der noch auf die Provinz Ober- heffeu kommenden Ordens-Berlethungen und Charakter- rrthetlungen. E» wurden verliehen: da» Ritterkreuz 1. Klaffe de» Verdienstorden» Philipp» des Großmüth'gen: dem Ober- Pfarrer Friedrich Rullmann zu Lauterbach, dem Pfarrer und Dekan Wahl zu Hausen, dem Bauiuspector de» Hochbauamt» Friedberg, Baurath Friedrich Groß, dem Renlamtmanu de» Rentamt» Friedberg, Domänenrath Georg Roßmanu, dem Obersorstmetster des Forstamt» Nidda, Karl Schnittspahn zu Salzhausen. DaS Ritter« kreuz 2. Klaffe diese» Ordens: dem Bürgermeister Johanne» Wöruer zu Bad-Nauheim. Da» Silberne Kreuz diese» Orden»: dem Rechner Christian Schäfer II. zu Grünberg, dem Bürgermerster Eduard Blum zu Etchelsdorf, dem Stationsvorsteher in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- Gemeinschaft Philipp Kreß zu Hungen, dem Bahnmeisterin der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Konrad Bischoff zu Lauterbach, dem Materialrechner und Controlleur bet der Saline Bad Nauheim Peter Al etter, dem unbe- rittenen Wachtmeister Karl Kern und dem Fußgendarmen Johanne» Seibel im Distrtct Oberheffen. Da« All« gemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste-: Dem Gemeinde-Einnehmer Dern zu Lang- GönS, dem Forstwart Heinrich Simon zu Nieder-RoSbach, dem Forstwart Johannes Alb ach zu Hattenrod, dem Forst­wart Heinrich Elfe zu Sich, dem Forstwart Georg Haber zu MarkhauS, dem Feldgefchworenen und Mitglied de» Wieieu- vorstande» Johannes Keipp zu Wallenrod, dem OrtsgertchtS- maun Konrad Wetz zu Holzheim, dem OrtSgerichtSmann Konrad Nern II. zu Kirch-Görr», dem OrtSgerichtSmann Adam Walther zu Münzenberg, dem OrtSgerichtSmann Carl Jockel zu Hungen, dem OctSgerichtsvorsteher David Repp zu Betzenrod. Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit": dem Waldarbeiter Georg Eisenach zu Ruppertsburg, dem Waldarbeiter Georg Schad HL zu Ruppertsburg, dem Hilfsbahn- Wärter in der Hessisch - Preußischen Eisenbahn - Gemein­schaft Johannes Dammel I. zu Nauheim, dem Hilfs- bahuwäcter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn - Ge- meinschaft Philipp Müller zu Nauheim, dem Holzhauer Andrea» Bollpert zu EhrtugShausen, dem Zimmermann bet der Saline Bad-Nauheim Johannes Will IH, dem provisorischen Steiger bei der Grube Ludwig-Hoffnung Georg Wilhelm Maul, dem Bergmann bet der Grube LudwigS- hoffnung Marttn Setpel, dem Bergmann bet der Grube Ludwig-Hoffnung Christian Eichler III., dem Bergmann bet der Grube LudwtgShoffnung Georg Philipp Seipel, dem Berg« mann bet der Grube Ludwig-Hoffnung Joh. Maul l. Da» Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste: Dem Weichen­steller in der Hesfisch-Preußischen Etsenbahn-Gemetnschaft Wilhelm Link zu Hungen, dem Weichensteller in der Hessisch- Preußischen Eisenbahn Gemeinschaft Konrad Schmidt II. zu Großenlüder, dem Weichensteller in der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Kaspar Höutg zu Mücke, dem Weichensteller in der Hesfisch-Preußischen Etsenbabn-Gemein- schäft Heinrich Simon III. zu Alsfeld, dem Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Georg ttroemer zu Nidda, dem Bahnwärter in der Hessisch- Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Heinrich Schmidt auf Posten 15 der Strecke GießenGelnhausen, dem Bahnwärter in der Hesfisch-Preußischen Etsenbahn-Gemetnschaft Anton Wilhelm Jäger auf Posten 22 der Strecke GießenGeln­hausen, drm Bahnwärter in der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn- Gemeinschaft Johannes Fr ank zu Ehringshausen, dem Bahn­wärter in der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Lorenz Hohl zu Ehringshausen, dem Bahnwärter in der Hessisch Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Heinrich Früh­ling auf Posten 46 der Strecke GießenGelnhausen, dem SteuercomnnffariatSgehtlfen bet dem Steuercomwtffartat N'dde Louis Schüler, dem Portier bet der Badeanstalt zu Bad Nauhetm Karl Schmidt. Dem Kreisärzte de» KreisgesundheitSamt» Friedberg, Medtcinalrath Dr.' Martin Lorenz, wurde der Charakter al» Geheimer Medictnalrath, dem KieiSarzte des KreisgesundheitSamt» Schotten, Dr. Karl Drescher, und Dr. Ludwig Schäfer in Affenheim der Charakter al»Medicinalrath", dem Rechner Wilhelm Wolf- schmtdt I. zu Schotten der Charakter al»Rendant" ver- liehen. E» erdielteu ferner: den Charakter al»Forst- meister" der Oberförster der Oberförsterei Hoch-Weisel Karl Weigand zu Butzbach- den Charakter al»Rendant" der Districtseinnehmer der Dtstrictsetunehmerei Grünberg, Jo­hanne» Müller,- den Charakter al»Förster" der Forst-

wart der Forstwartei Elbenrod Peter Merkel, dem Forst­wart der Forftwartei Hainbach, Christian Nahrgang.

* fli8 der Sitzung des kezirkS-Slfeudahuraths Frank- firt e. M. ist Nachüeheude» alS für diesseitige Beikchr». verhältniffe von Jutereffe hervorzuheben: 1. Antrag Maceo-Siegen befürwortet die Einführung eine» Schnellzugverkehrs in der Richtung Frankfurt GießenBetzdorfHagen, zugleich vermehrte Aus­bildung dieser, uns auf kürzester Linie mit dem Norden verbindenden Strecke. In etugeheuder Ausführung wie» Antragsteller darauf hin, wie eine derartige Theiluug de» Verkehr» die Hauptstrecken zu entlasten und die Gefahren für Gesundheit und Leden der Paffagtere, welche die der- zeitige Ueberlastung der Hauptstrecken mit sich bringe, zu vermindern geeignet sei. Koch-Gießen trat für Neneiu- legnng von Schnellzügen auf der Main-Weser- Bahn mit Wirkung vom Sommerfahrplan 1898 ein, indem er dem Bedauern Ausdruck gab, daß der vor Jahresfrist der Versammlung vorgelegte, von den vereinten Dtncttonen mit so großer Umsicht ausgearbeitete Sommerfahrplau-Ent wurf pro 1897, insoweit er von der Direction Frankfurt a. M. io wohlwollendster Weise mit der längst als Bedürfntß anerkannten Neueinlegung von Schuellzügenauf jener Strecke, sowie in Relation GießenHagen, bedacht worden, der höchsten Genehmigung entbehrt hade. Wäre jener Entwurf auch Vorbehaltlich dieser Zustimmung vorgelegt worden, so sei damal» doch jede Befürchtung ausgeschloffen gewesen, daß sie versagt bleiben könne tn Anbetracht des Umstande», daß die Bedürfnißfrage in früheren Sitzungen regierungsseitlich längst zugestanden war und die Ausführung beim Eintritt tu eine befriedigendere finanzielle Lage der Staatsbahn- Verwaltung tn sichere Aussicht genommen werden solle. Trotz der stetig sich mehrenden Betriebsergebniffe, zumal im Ver­lauf der gegenwärtigen Periode, scheine man auS dem Br harrungSzuftand nicht heran» kommen zu können, um endlich dem Verkehr die berechtigtsten Ansprüche zu bewilligen. Der Antrag war in erster Faffung mit Anschluß an die Gotthardzüge (wie in jenem Entwurf enthalten) gestellt, doch erfuhr er St teuS der Direction Caffel, welche den Abgang ab dort auf 6 Uhr vormittag» befürwortete, Wider­spruch, und wurde derselbe darum vom Antragsteller in dieser allgemeinen Faffung modificirt. Die für beide vorstehenden Anträge von den Antragstellern begründete Dringlichkeit wurde mit großer Majorität ausgesprochen und die Anträge selbst fast einstimmig von der Versammlung angenommen. Die vereinigten Dtrectioneu gaben durch ihren Referenten die Versicherung ab, daß nach wie vor man die durch die Anträge behandelte Zugvermehrung in wohlwollendster Weise erstrebe.

* Stadttheater Die fett längerer Zeit angeküudigte Aufführung de» SchauspielsDer Gymnafial-Director" findet nunmehr, nach Beseitigung einiger Hiuderniffe in der Rollenbesetzung, bestimmt nächsten Montag Abend statt. Diesem dramatischen Werke dürfte um deswillen dahier be­sondere» Interesse entgegengebracht werden, al» der eine Mtt- verfaffer ein angesehener Bürger Gießen» ist.

Oberhessischer GefchichtSvereiu. In der am Mittwoch abgehaltenen Versammlung des Oberhefftschen GeschichtSverein» berichtete Herr Professor Dr. Höhlbaum zunächst über die Thätigkeit de» Vorstände» innerhalb de» Iktztverfloffenen Jahre» und theilte mit, daß die Neuwahl desselben am 80. December stattfinden werde. Was die Aufgaben des BercinS betrifft, so wird derselbe allgemein geschichtliche, wie provinziale und städtische Forschungen auch fernerhin anzubahnen suchen. Der Vorstand wünsche hinfichtlich seiner Thätigkeit, daß die Mit­glieder daran Kritik übten, denn e« sei noch manche Lücke vorhanden. Der Vorstand habe sich eine Geschäftsordnung geschaffen und EinzelauSschüff: eingesetzt. Die aus Verwaltung und Vergrößerung der Mittel gerichtete Thättgkett de» Finanz- ausschnffeS sei von Erfolg gewesen, mehrere Herren au» der Einwohnerschaft Gießen» seien dem Verein mit ansehnlichen Beiträgen al»Patron" beigetreten, auch der Provtnztal- auSschuß, tote die Stadt Gießen hätten durch ansehnliche Beiträge bekundet, daß sie die Zwecke de» Verein» zu fördern gewillt sind. Den Dank hierfür bitte er durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck zu bringen. In der vor einiger Zeit zusammengetretenen historischen Comwiffton für Hessen und Waldeck sei auch der Oberhefftsche GeschichtSverein ver- treten. Die Bearbeitung des Materials für den neuen Band derMittheilungen" werde ebenso Aufgabe des RedactionS- ausschuffeS sein, wie namentlich »m Hinblick auf die in zehn Jahren stattfindende 300jährige Jubelfeier der Univerfität seine Betheiligung an Einzelarbeiten zur Geschichte der Uni­verfität- Ql» weitere Aufgabe betrachte der RedactionSauS- schuß die Jnveutartsirung oberheffischer Städtearchive. Der MuseumsauSschuß könne bereit» Günstiges berichten, da» Museum de» Verein» mache einen guten Eindruck. Die Ver­dienste, welche sich um die Neuordnung de» Museum» Herr Dr. Fuhse in Nürnberg erworben, wurden ebenfalls durch Erheben von den Sitzen anerkannt. Es seien, so berichtete Herr Prof. Dr. Höhlbaum weiter, verschiedene Schritte ge- than, das Museum zu bereichern- für diejenigen Gegenstände, welche in Be^ug auf die Gesch'chte der Universität von Ja- tereffe, werde ein besonderer Raum hergestellt. Dem in einem Eingesandt (imGießener Anzeiger") geäußerten Wunsche, daß da« Museum Sonntag« auch tn den Stunden zugänglich fein möge, über welche der Kaufmann frei ver- fügen könne, solle bereits vom nächsten Sonntag ab ent­sprochen werden und da« Museum außer von 11 bis 1 Uhr weitere zwei Nachmirragsstunden geöffnet bleiben. Ein neue» Gebiet, darjentge der sprachgeschichtlichen Forschung mit Be- zng aus Hessen, soll erschlossen werden durch eine Section für hessische Volkskunde, lieber die Aufgaben derselben theilte Herr Geh. Hofrath Prof. Dr. Behaghel Nähere» mit. ES solle zunächst Oberheffen tn» Auge gefaßt, da« Material durch Vertrauensmänner und auszugebeade Fragebogen be- schafft werden- man gibt sich dabet der Hoffnung hin, daß I dem Vorgänge Friedbergs, woselbst sich bereit- eine Section

gebildet hat, noch andere Otte Oberheffen» folgen werden. Die zur Darstellung der BolkSthümlichkeiten einznleitenden Forschungen würden sich erstrecken out Wohnung, OrtS und Flurdezeichnung, Namen, Nrhrung, Kleidung, geistige Arbeit, ßteber und Gedichte, Sagen, Sprüchwörter, Sitten, Ge­bräuche nfw., aus sprachliche Dinge werde besonder» W-rth gelegt werden, da man durch sie besonder» wichtige Aufschlüffe über Manche» zu erhalten hofft, worüber e» an verläßl chen Quellen fehlt. Der Verein hat auch im l'tzten Jahre einen erfreulichen Zuwach» an Mitgliedern erfahren; dem Museum wurde eine größere Anzahl Gegenstände überw'.tsen, wofür den Gebern der gebührende Dank abgestattet wurde- Herr Prof. Dr. Höhlbaum sprach die Bitte um weitere Zu­wendungen für da» Muieurn au». Herr Prioatdocent Dr. Dieterich hielt hierauf einen Vortrag überGer­manische Wanderungen in Mitteldeutschland, besonders in Hessen". Der ausführliche, unter Zugrundelegung prähistorischer und agrarhistorticher Forschungen behandelte Vortrag lieferte mancherliei Anhaltspunkte zur Feststellung derjenigen Grenzen, bi» zu denen die Germanen ihre Wanderungen ausdehnten und sich schließlich ansiedelten. An den auch in Bezug auf Sprachforschung interessanten Vortrag schloß fich eine Be­sprechung.

* «ul bei Univerfitätl-KttnUen. Die Nr. 276 d. Bl. brachte eine Ueberficht über die Heilanstalten im Groß- herzogthnm Hessen pro 1896. Den Mittheilungen der Großh. Centraiftelle für die Lanbesstatistik entnehmen wir noch fpeciell für die hiesigen Universitäts-Kliniken die

folgenden Angaben:

Betten oder Plätze 152

Zahl der verpflegten vetpflegungs-

Chirurgische

Klinik

1635

tage 45772

Medicinische

H

155

1651

85300

Augen-

84

847

20287

Frauen-

«

44

667

8468

Psychiatrische

n

70

154

11799

Hiernach

wurden

im Durchschnitt au Kranken täglich

verpflegt:

In der chirurgischen Klinik 125,4

medicinischen 96,5

, Augen- , 65,6

Frauen- , 23,2

, psychiatrischen 82,8

In der sEutbindungsaustalt, welche 36 Betten besitzt, wurden in 1896 275 Personen verpflegt.

*e Kuustvereia. Die Gemäldeausstellung im Thurmhau» am Brand, welche in den letzten 14 Tagen durch die Ausstellung der Modelle für da» Kriegerdenkmal theil- weise unterbrochen war, ist nunmehr seit vergangenen Sonn­tag wieder vollständig. Gleichzeitig wollen wir e» nicht unterlassen, unsere Kunstfreunde darauf oufmerftam zu machen, daß ein Theil von den nahezu hundert ausgestellten Gemälden schon kommende Woche unsere Ausstellung wieder verlassen müssen, um eine Anzahl neuer Gemälde zur Au»stellnng

bringen zu können.

Eis Verein. Auf da» heutige Inserat de» Eis- BrreinS wollen wir unsere Leser besonder» aufmerksam machen- hiernach können die Mitgliedskarten bi» einschließlich Sonn- tag noch bei Herrn Friseur Gerhardt, Ltndenplatz, in Empfang genommen werden. Nichteinlösung derselben gilt nach § 9, 10 der Statuten al» AustrittSerklärung und muß der Betreffende gegebenen Falle» nochmal» Eintrittsgeld be­zahlen. Auch Neuanmeldungen werden daselbst entgegen­genommen.

Der Artillerie-Verein Gießen feiert morgen SamStag im Gießener Festsaal fein zweites Stiftungsfest, das, nach dem reichhaltigen Programm zu urtheilen, in besonders festlicher Weise staltfinden wird. DerBauersche Geang- verein" wird die Feier durch einige 8;ebetDorträge verschönern helfen, außerdem findet Aufführung zweier Theaterstücke und lebender Bilder, sowie Concert statt. Zahlreiche S albungen an kameradschaftliche Vereine find ergangen, desgleichen find alle Artillerie-Waffengenoffen von hier und Umgegend dazu

freundlichst eingeladen.

Wetterbericht. Der Kern des barometrischen Maxi­mums verlegt fich nunmehr vollständig nach dem Nordwesten de» Erdtheil», während im Osten und Süden flache Gebiete niederen Drucke» auftreten. Voraussichtlich wird fich der hohe Druck noch weiter nach Norden aulbreiten. Die Witte­rung ist meistenortS trüb und find im südlichen Deutschland allenthalben leichte Niederschläge gefallen. Voraussicht- liche Witterung: Trübe», kühles Wetter mit stellenweisen

Niederschlägen.

---- Lich, 25. November. Die durch die hiesige Prä- parauden-Anftalt heute im Heiland'jchen Saale dahier veran­staltete Geburtstag»-Feier zu Ehren unseres hessischen Fürstenpaares nahm einen erhebendsten Verlauf. Der Saal war dicht besetzt, alle Kreise der Bevölkerung, nament­lich aber der Beamtevstand waren äußerst zahlreich vertreten. Die von dem Vorsteher der Anstalt gehaltene Festrede endete mit einem begeistert angenommenen Hoch auf unser Fürsten­paar. Die von den Präparanden vorgetragenen Musikstücke, Geigen, Clavier, Harmonium und Xylophon, unter Mit­wirkung des Herrn Pfarrer Weber und der Herren Lehrer Zimmer und Alt zeugten von einer ejacten Einübung und sorgfältigen Auswahl der einzelnen Nummern und sanden deß- halb auch den größten Beifall. Ganz besonder» riefen auch die mit großer technischen Fertigkeit vorgetragenen Ly ophvn soll» durch einen Schüler der Anstalt allgemeine Bewunde­rung hervor. Richt minder trugen zu der bi» zum Schluffe dauernden animitten Stimmung auch die Declamationen von patriotischen Gedichten bei. Die für die Abgebrannten in Michelbach bei Schotten veranstaltete Sammlung ergab einen recht ansehnlichen Betrag. Man schied mit dem allseitigen Wunsche einer Wiederholung dieser Feier am 25. Ns- vember 1898.