bet Eulturtechmktr bezw. Btefcnbaumtifter in Preußen gleich« stellen und den zur Zeit vorgesehenen Höchstbetrag de» Ge- Kalte» von 2400 Mk. entsprechend erhöhen, und bet Fest« stellung de» neuen Budget» pro 1897-1900 die Snzahlder Lallnrtechntkerstellen dem dringenden Bebürfniffe entsprechend anaemeffen vermehren.- - Tin Antrag der Abgeordneten Frhr. von Söth und Genossen lautet: Die Kammer wolle Grohh. Regierung ermächtigen, daß fie den hierum nach- suchenden Winzergenossenschafren innerhalb de» Groß- herzogthnm» im Bedürfnißsall einen nact den localen Ber« wögen»verhLltnifseu bemefienen unverzinslichen und nicht rückzahlbaren Ttaat»zuschuß zn den ersten TtnrichtungSkosteu
gßwLhre. ___________
«ug Oderhesieu, 22. October wird den ,9t. H. v." geschrieben : Die Regierungen von Preußen und Heffen und ebenso die Ständrkammern beider Länder stehen dem Projekt der Erbauung einer Eisenbahn durch daS Nidder- und Sermenthal günstig gegenüber. So versicherte uns kürzlich ein Reich»« und Landtagsabgeordneter aus Hessen ge- legentlich einer Berichterstattung über seine Tätigkeit tm Reichstag. Die an der genannten Bahn lebhaft berhetligteu Zuhörer nahmen diese Versicherung gern und mit Genug, thuung aus, begegneten derselben aber mit einem gewissen Mißtrauen, da man nach Allem, wa» bisher geschehen, nicht recht an den ernsten Willen bei den maßgebenden Stellen glaubt. TS ist da» fragliche Eiseubahvproject eine» der ältesten in Heffen und hätte wohl längst eine ernstere Berücksichtigung verdient, al» dasselbe bis jetzt gefunden, da doch der ganze südwestliche Vogelsberg mir einem guten Stück Detterau dabei interesfirt ist. Man hat von Birstein nach Wächtersbach eine Bahn hergestellt l Sicherem Vernehmen nach soll demnächst eine Bahn nach Hüttengesäß bis Wolfer- born (einer kleinen preußischen Enclave) gebaut werden, wodurch der Verkehr hinüber zu der überlasteten Bebraer Bahn geleitet und der Verkehr nach Frankfurt immer wieder auf Umwegen weiter geführt wird!! Warum berücksichtigt man nicht die dichte Bevölkerung des Ridder- und deS Seemen« thalS ebenso, wie die anderen Gegenden von Oberheffen und Starkenburg?? So fragt man sich hier mit Recht. Daß eine gewiffe Unzufriedenheit über die Verschleppung dieser Angelegenheit durch die iuteresfirte Bevölkerung hindurchgeht, darf darum nicht wundernehmen. Man ist sehr gespannt auf die demnächstigen Kammerverhandlnngen zu Darmstadt und Berlin. — Ob man über Bergen nach Frankfurt oder nach Vilbel baut, ist für die Interessenten im oberen Nidder« und Seementhal eine untergeordnete Frage, wenn nur endlich einmal gebaut wird.
• «erlitt, 23. October. Ein Spitzbube mit seltener List und Geistesgegenwart ist gestern Vormittag von der rächenden Nemesis ereilt worden. Als die Ehefrau des PferdebahncornrolleurS E. zu besagter Zeit aus der Markthalle 16 kommend, in die Reinickendorferstraße einbiegen
Feuilleton
Vifionen und Ahnungen.
In dem Seplemberheft der „Deutschen Revue" veröffent« licht Nataly von Eschstruth eine längere Erzählung und Abhandlung, die sie „Joseph Victor von Scheffel über Visionen und Vorahnungen" nennt und deren wesentlicher Inhalt in der Wiedergabe zweier merkwürdiger ©r lebniste besteht, die der Dichter ihr am traulichen Kamin in dämmeriger Stunde anvertraut haben soll.
Der zweite Fall begegnete einem Freunde Scheffels. „Sein Wort", schickte der Dichter voraus, „birgt mir für die unbedingte Wahrheit seiner Erzählung, denn Freund S. ist eine Persönlichkeit, die jeden Zweifel auflschließt. Eine Soldaten-Natur „par excellence", sehr realistisch, nüchtern und ehrlich denkend, gradauS bis zur Derbheit, leicht mißtrauisch jedem gemachten Wesen gegenüber, von echter Lands« knechtsfrömmigkeit, die nicht viel Worte macht und keinen Lullus zur Schau trägt und im rechten Augenblick doch ein Etoßgebetlein aus tiefstem Herzensgründe stammelt.
S. war Cavallerist und ward während des Feldzuges 1870/71 besonders viel commandirt, Jagd auf FranctireurS zu machen. Seine Umsicht, Kalblütigkeit und ein oft an Tollheit angrenzender Muth befähigten ihn ganz besonders zu diesem aufreibenden und gefährlichen Dienst. Aus dieser Zett erzählte er mir persönlich folgende» Ereigniß:
„Es war eine warme, mondhelle Nacht, als ich mit etlichen besonders zuverlässigen Leuten meiner Schwadron das Wagestück unternahm, die Stellung des Feindes auszukund« schäften. Da» Gelände war uns in großen Strichen bekannt; wir wußten, daß sich vor uns ein mäßig großer Wald, dahinter freie Wiesen und Ackerland und angrenzend an dieses ein Gehöft befand, wo wir den Hauptschlupfwinkel und die Munitionükammern der FranctireurS vermutheten. Der Wald erwies sich jedoch tiefer und beschwerlicher, als wir dachten, und obwohl wir die menschenmöglichsten Vorsichtsmaßregeln beobachteten, wurden wir doch öfter» durch Geräusche und Wahrnehmungen beunruhigt, al» ob wir vom Feinde umschlichen und beobachtet würden. Wir überlegten schon, ob efl unter diesen Verhältnissen rathsam sei, bei dem Hellen Mondlicht das schützende Waldesdunkel zu verlaffen, al» ein heraufsteigende- Wetter den Himmel überzog und alle» Licht in tiefe Finsterniß tauchte. Wir hatten den Waldsaum erreicht und hielten einen Augenblick rathlo» still, auf die grabeflstille, stockdunkle Erde hinausblickend. Der Wind fuhr rauschend durch die Baumkronen und jagte heulend über dafl flache Land, Regentropfen klatschten hernieder und Nachtvögel strichen mit heiserem Schrei über uns hinweg. Man
wollte, bemerkte fie ai dieser belebten Ecke, daß eine fremde Hand fich in ihrer rechten Manteltasche zu schaffen machte. Sie sah fich schnell um und stand einem gutgekleidetev Herrn gegenüber, der ihr Portemonuaie, das fich in der Taiwe befunden, noch in der Hand hielt. Mit dem Rufe: „Haltet deu Dieb!" entriß fie dem Gauner, der völlig faffungSloS schien, die Beute. Die Scene war nicht ohne Augenzeugen geblieben,- doch al» man den Spitzbuben anpacken wollte, riß er fich los und lief mit Windeseile durch die Dallborfer- straße von dannen. Der Taschendieb flüchtete sich in ein Haus der Neuen Hochstraße,- seine Bersolger aber waren ihm hart auf den Fersen. Man eilte bis ins vierte Stockwerk hinauf, doch der Spitzbube ichien spurlos verschwunden- er mußte in eine der unverschloffeuen Wohnungen geschlüpft sein. E» wurde nun bei den Bewohnern Nachfrage gehalten, und als fich schließlich die Thür de» Schneidermeisters W. öffnete, bot fich ein überraschendes Bild: inmitten der Werkstatt stand mit größter Seelenruhe der Spitzbube und — ließ sich von de« Meister einen Anzug anmeffen. Er machte ein höchst erstauntes Gesicht, als der Schutzmann, welcher fich der Menge angelchloffen, ihm seine Verhaftung und deu Grund derselben ankündigte. Er bestritt mit aller Entschiedenheit, daß er mit dem gesuchten Taschendiebe identisch sei. Der Schneidermeister W. erklärte, daß der ihm völlig unbekannte Herr in unauffälliger Weise tu die Stube getreten sei mit dem Bemerken, daß der Meister ihm empfohlen wäre, vnd er von ihm einen Anzug wünsche. Der Fremde habe fich gleichzeitig schon seiner Oberkleider entledigt, „da er Eile habe". Auf der Polizeiwache stellte mau fest, daß der ein- gefangene Vogel ein alter Zuchthäusler, der Kellner Mathias Sch. ist, welcher nach Verbüßung seiner letzten Strafe vor Kurzem nach Berlin zurückgekehrt war.
* In Nahrstedt in der Altmark hat jüngst die Tochter de» Schulzen g e h e i r a t h e t. Zur Feier hatten fich 300 Gäste eiogefunden, für die u. A. 160 mittlere und 40 große Kuchen gebacken, 50 Hühner, 1 Kuh, 4 Kalben und 5 Schweine ge- schlachtet worden waren.
• Altona, 21. October. Das Schwurgericht hatte heute eine schwierige Rechtsfrage zu entscheiden. Ein Leipziger Restaurateur war von seiner Frau geschieden worden und hatte die Absicht, die an dem von ihm begangenen Ehebruch mitschuldige Person zu Heiratheu. Da dies aber ein gesetzliche» Ehehiuderniß ist, so beschloß er, fich tu Helgoland trauen zu laffeu. Dort erklärte er dem zur Aufnahme der Personalien zuständigen Landrath »geht lfeu unter dem Eide, daß er niemals verhetrathet gewesen sei, und darauf erfolgte die Trauung. Al» später die Wahrheit an da» L-cht kam, wurde ein Metueidsverfahren gegen ihn eiogelettet. In der gestrigen Schwurgerichtsverhandlung handelte es fich nun tm Wesentlichen um die Frage, ob der LandrathSgehilfe in Helgoland eine zur Abnahme von Eiden zuständige Behörde ist. Nachdem der Bertheidiger darauf hingewiesen hatte, daß Eide nur vor einer Gerichtsbehörde abzoleisten seien, der Landrarh und sein Gehilfe eine solche aber nicht seien, und auch der Vorsitzende deS Schwurgerichts dieser Ueberzeugung
sah nicht mehr die Hand vor den Augen, und efl schien eine Unmöglichkeit, den Weg nach dem Gehöft zu finden.
Schon wollte ich mich mißmuthig entschließen, den Rückweg anzmreten, als plötzlich in ziemlicher Entfernung ein Licht aufblitzte. „Das Haus! — Hurrah! — Do t liegt dar Haus!" raunte mir ein Gefreiter zu, und ich nahm das Fernglas und forschte eifrig nach der Wahrheit. Richtig, das Licht schien durch das Glas, die Fensterscheibe, und ver dunkelte sich zeitweise, al» ob Schatten hin- und herglitten. D.e Stub- war sicherlich von Feinden hesetzt. Das dunkle Wetter begünst gte unsere Annährrung, der Sturm uud Regen übertönte die Hufschläge, wir hatten die beste Aussicht, uns unbemerkt heranpirschen zu können. So ritten wir lo», erst vorsichtig prüfend, dann, als sich der Boden als hochbegraste, sammetweiche Wiese zeigte, dreister werdend und schärfer ausgreifend. Endlich ward der Bod.n plötzlich härter und knirschte hle und da wie lose» Geröll Dennoch ritten wir scharf zu, denn da» Licht rückte näher und immer näher und mußte nach unserer Berechnung binnen spätestens zehn Minuten erreicht fein. Auffällig erschien es, daß weder Gartenland noch Aecker ober Zäune die Nähe des Gehöfte» anmeldeten, doch war e» wohl möglich, daß sich diese Anzeichen nach der entgegengesetzten Seite befanden, während die Front des Hauses nach der freien Haide hinausblickte. Das Licht stand unbeweglich und brannte inmitten des sausenden Sturmes ruhig und hell. Ich ritt als erster meinen Leuten voran, den Blick starr auf die Flamme gerichtet, deren heller Schein noch mehr gegen die Dunkelheit blendete.
Plötzlich schrak ich zusammen, und zwar so jäh, daß ich ganz unwillkürlich mein Pferd zurückriß und dadurch die mir nachfolgenden Reiter aufhielt. Mit weit aufgeriffenen Augen, die Haare in jähem Grausen gesträubt, starrte ich auf eine weiße Frauengeftalt, die plötzlich aus der Finsterniß austauchte und die Arme in angstvoller Abwehr nach mir ausstreckle — meine Mutter!
Wahrlich und wahrhaftig meine Mutter, die doch schon seit drei Jahren daheim auf deutschem Friedhof schlummerte. Ich sah sie genau — jeden Zug chre» lieben, trauten Ge- sicht», chre Augen, ihren Mund, chre Gestalt in dem weißen Todtenhemde, ganz so, wie ich sie zum letzten Male voll verzweifelnden Schmerzes angeschaut, ehe der Sarg für immer geschloffen ward. Und nun plötzlich stand sie vor mir in stockdunkler Nacht, im fernen Feindesland, auf einsamer Haide. „Mutter!" schrie ich auf — „Mutter!" Der Ge- freite faßte mich entsetzt am Arm: „Um Himmel-willen — Herr Rittmeister — !"
Da zerrann die wundersame Erscheinung vor meinen Augen. Noch einmal winkte sie mir mit allen Zeichen großer Angst zu. „Zurück! Zurück!" und dann umgähnte mich
in ber Rechtsbelehrung Ausdruck gegeben hatte, wirb die Frage ebenfalls von den Geschworenen verneint und der Angeklagte freigefprochen.
Krankfurt a. 24. Oktober. Der „Franks. Zt,." wird aus Straßburg i. S. gemeldet: In KatzferSberg brach in der Baumwollspinnerei von Lhavelier ein Schadenfeuer aus, welches da» Innere des fünfstöckigen Fabrikgebäude» vollständig einäscherte. Der Schaden dürfte sich auf 500 000 Mark bez'sfern.
♦ Kol», 22. October. Hier wurde schon wiederum eine Brandstiftung verübt und zwar diesmal in einem Hanse in Köln-Rippe», in dem eine Hochzeitsgesellschaft zu fröh- lichem Gelage zusammensaß. Nichtsnutzige Burschen hatten während besten die Treppen mit Petroleum getränkt und in Brand gestellt. Glücklicherweise wurde der Ausbruch des Feuers früh genug bemerkt, sodaß die Hochzeitsgäste fich retten und der Brand erstickt werden konnte.
• Neuwied, 17. Oclober. Se. Majestät der Kaiser und König haben die Gnade gehabt, der SchützeugeseUschaft zu Neuwied zur Erinnerung an die von dieser bei der Allerhöchsten Anwesenheit Sr. Majestät in Neuwied am 19. Juni d. I. bezogenen Ehrenwache die silberne König»- medaille zu verleihen.
• Würzburg, 25. October. Der Forstmeister Eisele wurde bet Marktbibart erschossen ausgefunden. — Bet der Heidingsfelder Bahnbrücke wurde der Schreiner Halbig vom Zuge üb er fahr en. Wahrscheinlich liegt Selbst« tödtuug vor.
• Pensions-Anstalt deutscher Journalisten und SchriftsteRer («. $.). Die Etnnadmen vom 1. Januar d. I. dis Ende September betrugen 58000 Mk. Dieselben vertheilen fich auf Prämien 41000 Mk., auf Zinsen 5000 Mk. und aus außerordentliche Einnahmen 12 000 Mk. Da» Gesammt- vermögen der Anstalt ist auf 312000 Mk. gestiegen und in erstklassigen Effecten und Hypotheken angelegt. Die Anstalt hatte in den letzten Monaten namhafte Zuwendungen und einen erfreulichen Zugang an unterstützenden Mitgliedern zn verzeichnen. Für die Wtntersaison sind in einer Reihe voo Städten, so in Hamburg, München, Darmstadt, Dresden, Eisenach, Veranstaltungen zum Besten diese» humanitärev Unternehmen» geplant, deffen Förderung durch Beitritt als ordentliche» oder unterstützende» Mitglied wir allen Berufs- genoffen dringend an» Herz legen möchten. Da» Buren» der Anstalt, München, Max Josephstraße 1/0, versendet aus «erlangen jederzeit kostenlos Statuten und Prospekte.
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Beliebte Theemlschungen böchiter Kreiie.
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abermals die schwarze Finsterniß. Keine» Worte» mächtig saß ich im Satttl. Ich fühlte, wie da» Pferd unter mir zitterte und aufschnaubend zurückdrängte. „Herr Ritt meister . . ." „Hacken — haben Sie nicht» gesehen?" rang es sich endlich keuchend von meinen Lippen. „Rein, Herr Rittmeister . . . was . . ? „Und Ihr Andern sahel auch nicht»?" „Nein, Herr Rittmeister!" flüsterte e» betroffen im Kreise. Ich richtete mich entschloffen auf.
„Halt! — Keinen Schritt weiter! — Es droht uns Gefahr! — Hackert halten Sie mein Pferd!" Ich sprang 'ur Erde „Lasten Sie mich ein paar Schritte vorgehen!" Unter meinen Sohlen knirschte loses Steinicht, e» bröckelte ab, und ich hörte, wie ein Stück fortrollte und bann polterte, als stürze tfl einen tiefen Abgrund hinab. Wa» war da»? Als ich unschlüssig stehe und zaudre, noch einen Schritt vorwärts zu thun, bricht der Mond mit Hellem Strahl bureb da« Gewölk, und ich blicke vor mir nieder in die gähnenden Tiefen eines Steinbruchs, während drüben, am jenseitigen Rande, eine Laterne aufgehängt ist. Eine Falle, die ui« die Franktireurs gestellt haben. Einen Augenblick rinnt e» wie kalte» Grauen durch meine Glieder, — noch zwei Schrille io eiter und wir lagen zerschmettert in der Tiefe. Ich sprang zurück auf mein Pferd.
„Kehrt! Wir sind an Steinbrüchen!" rufe ich leise, uw meine wackeren Reiter, die da» Entsetzliche gleich mir geschaut hatten, reißen die Pferde h.rum. Da knattert efl jenseits des Steinbruchfl. Kugeln pfeifen über uns hinweg, meinem Gefreiten schlägt die eine gegen den Karabiner, dennoch Hai er ihn schon an der Backe und gibt gleich unfl Feuer. Zweimal schießen wir in die Dunkelheit hinein, der Mond versteckt sich wieder, wir sehen keinen Feind mehr und jagen nun durch Sturm und Regen dem schützenden Walde wieder zu.
Erst später, als wir wieder wohlbehalten bei den Unsern angelangt sind, überkommt mich die Erinnerung an das so- eben Erlebte mit elementarer Gewalt. Im öffne meine Brusttasche, blicke auf dafl Bildchen meiner lieben selige» Mutter, preffe dafl Antlitz daraus und weine wie ein Kind. Eine Erklärung für diese räthselhafte gespenstige Erscheinung habe ich nie gefunden, nur die, daß ich schon während dec Lebzeiten der Mutter stetfl ihr Sorgenkind gewesen, über das sie ganz besonders treu und liebevoll schützend ihre Hände gebreitet!"
„Soweit mein Freund", schloß Scheffel, „ein Mau», der nie gelogen hat und dem ich diese» Erlebniß Wort für Wort glaube. Efl hat mich oft beschäftigt in Gedanken, uni ich habe mich der seligen Bestätigung erfreut, daß auch das Grab der Mutterliebe noch keine Schranke setzt; unter vielen Tausenden ist aber wohl nur Einer, dem sich solches i« Stunden der höchsten Roth und Gefahr offenbart!"
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