bringe. Ich übermittele freudig und bewegt Eurer Majestät diesen Wunsch und bitte Sie, lhn Ihren Truppen kund zu geben. Die militärischen Tugenden derselben waren uns be- tonnt. Wir haben soeben bei dem unvergeßlichen Schau« spiele ihre natürlichen Anlagen, ihre Ausbildung und mächtige Organisation bewundert. Das franzöfische Heer, da» Euere Majestät in ChalonS sah, zollt dem russischen Heer aus der Ferne Beifall und drückt ihm an diesem feierlichen Tage die Gefühle gegenseitigen Vertrauen» und seiner Waffenbrüderschaft aus. Ich erhebe mein Gla» zu Ehren Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin und der kaiserlichen Familie und trinke im Namen deS französischen Heere» auf das russische Heer." Der Zar erwiderte: „Herr Präfideot! Ich erhebe mein GlaS zu Ehren unserer Kameraden, der tapferen französischen Armee, die ich mich glücklich schätze, in Chalous haben bewundern zu können, und deren würdige Vertreter hier zu sehen, ich mich beglückwünsche." Beide Toaste wurden stehend angehört,' die Musik intonirte die russische Hymne, bezw. die Marseillaise.
Peterhof. 25. August. HavaS- Meldung. Bei dem Galadioer zu Ehren der französischen Marineoffiziere brachte der Zar folgenden Trinkspruch au»: „ES ist mir unendlich angenehm, auf da» Gedeihen der schönen französischen Flotte zu trinken. Umgeben von ihren hochgeschätzten Vertretern erinnere ich mich gerne daran, daß der glänzende Anblick de» französischen Geschwader» eine Reihe unvergeßlicher Eindrücke eröffnete, die während unsere» Aufenthalt» in Frankreich aufeinander folgten." Präsident Faure erwiderte: „Ich freue mich, noch einmal Vertreter der russischen und Vertreter der französischen Marine brüderlich vereint zu sehen. Wollen Euer Majestät mir gestatten, sie in Gedanken mit gleicher Zuneigung zusammenzuschließen. Ich erhebe mein GlaS zu Ehren der russischen Marine."
Petersburg, 25. August. In einer Besprechung der Toaste auf dem Peterhofer Galadiner schreibt die „PeterS« burgSkija Wjedomosti": „Man darf ohne Ueberhebung sagen, daß in diesen Tagen die Pulse deS Volkslebens von Frankreich und Rußland zusammenschlagen und überall, in Schloß und Hütte, ohne Unterschied jene Politik gesegnet wird, deren Resultat der für die freie Entwickelung der DolkSkrafte noch« wendige Friede ist. Die unzähligen Segnungen deS Friedens ergießen sich aber nicht nur über Frankreich und Rußland. Der deutsche Kaiser hat sich feierlich diesem Streben nach allgemeinem Frieden angeschloffen, und, wie eS scheint, wird Niemand da» zu stören wagen, wa- daS.'gletche Ziel der Politik dreier Großmächte bildet. Wir werden ruhig in die Zukunft schauen- da» Gespenst deS Kriege» wird uv» nicht schrecken. Wir werden alle unsere Kräfte dem friedlichen Dienste de» Vaterlandes und der Festigung seiner Wohlfahrt »um Ruhme der Fortsetzung der Politik des Zareu-Frieden- st'sters weihen. Klar, ohne dunkle Gewitterwolken steigt die Morgenröthe auf. Man athmet frei auf und unwillkürlich bringen die Lippen die Worte de» Gebet» hervor: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden."
Depeschen de» Bureau .Herolds
Berlin, 25. August. Der Kaiser wird sich bei der Leichenfeier für den Herzog von Ujest und bei deffen Beisetzung durch den Oberpräfidenten Fürsten Hatzfeld vertreten lassen, welcher einen Kranz auf dem Sarge niederzulegen beauftragt ist.
Berlin, 25. August. Wie die „Post" au» Belgrad meldet, begibt sich Fürst NicolauS von Montenegro im October diese» Jahres nach Konstantinopel. Diese Reise entbehrt jeden politischen Beigeschmacks.
Berlin, 25. August. Wie den „Berl. Neuest. Nachr." auS Königsberg telegraphirt wird, beschlossen die dortigen Stadtverordneten, eine Petition an den Reichskanzler, betreffend die Oeffnung der Landesgrenze für Schlachtvieh, zu richten.
Magdeburg, 25. August. Das Kaiserpaar traf heute Mittag gegen 12 Uhr von WilhelmShöhe hier ein. Auf dem Bahnhofe fand großer Empfang statt, zu welchem die Spitzen bet Militär« und Tivilbehörden erschienen waren. Die Ehren- Compagnie hatte das Jnfanterie-Regiment Nr. 26 gestellt. Nachdem der Kaiser die Front abgeschritten, erfolgte unter dem Geläute aller Glocken die Fahrt nach dem DenkmalS- platz, wo die Enthüllung de» Kaiser-Wilhelm-Denkmal» programmmäßig stattsand.
Magdeburg. 25. August. Bei Entgegennahme de» EhrentrunkeS im Rathhause sprach der Kaiser seinen und der Kaiserin Dank auS für den herrlichen Empfang, den die Bürgerschaft bereitet hat. Der Weiteren ging der Kaiser auf die Geschichte der Stadt Magdeburg ein und .schließlich trank der Monarch auf die Entwickelung und Wohlfahrt Magdeburg» und seiner Bürgerschaft. Hierauf brachte der Oberbürgermeister Schneider ein dreifaches Hoch auf das Kaiserpaar aus. Bom Rathhause auß begaben sich der Kaiser und die Kaiserin nach dem Dienstgebäude deS General- commandoS, woselbst ein Festmahl stattfand. Nach Beendigung desselben betrat baß Kaiserpaar den Balkon, von einer auf dem Platze zahlreich versammelten Menschenmenge jubelnd begrüßt.
Wien, 25. August. Die Regierung beschloß, die Ein- führung der neuen Börsensteuer am 31. August amtlich zu pnbliciren und am 1. November in Wirksamkeit treten zu lassen.
Prag, 25. August. Auf Veranlassung de» Stadtrath» wurden sämmtliche bisherigen doppelsprachigen War- nungßtaf eln in den städtischen Anlagen durch tschechische ersetzt.
Pari», 25. August. AuS Petersburg wird gemeldet, Präsident Faure habe gestern dem Vorsitzenden der dortigen Stadtverwaltung die Insignien de» Großkreuze» der Ehrenlegion überreicht.
Pari», 25. August. Der „GauloiS" meldet au» Peter»> bürg, der russische Botschafter in Pari», Baron Mohren
heim, werde nach Pari» zurückkehren, um sein Abberufung-- schreiben zu überreichen. Derselbe werde durch den Gesandten in Brüssel ersetzt werden.
Pari-, 25. August. Au» Petersburg wird gemeldet, daß der Zar beschlossen Hst, mit den unzähligen kostbaren Geschenken, die ihm von Frankreich zugegangen find, eine öffentliche Ausstellung zu organifiren.
Petersburg, 25. August. In Anwesenheit deS Zaren, des Präsidenten Faure, der Großfürsten, der hohen Würdenträger und deS diplomatischen Corps fand gestern die Grundsteinlegung der Troitzkh-Brücke statt. Später nahm Faure verschiedene Sehenswürdigkeiten in Augenschein und dinirte in der französischen Botschaft.
Kouftautiuopel, 25. August. In Galata wurde ein Armenier verhaftet, welcher der Mitschuld an dem Attentat auf der hohen Pforte verdächtig ist. Ein zweiter Armenier wurde verhaftet, als er vor der Ottomsn-Bank stand, ein dritter Armenier tödtete sich, als er verhaftet werden sollte.
Berlin. 26. August. Der Kaiser hat eine Anzahl werthvoller Erzeugntffe der Königlichen Porcellanmanufactur als Geschenk für den vom Sultan geplanten Bazar im Uldtz Kioßk gestiftet. Die Sendung ist bereits unterwegs.
Pari», 26. August. Die Behörden der größeren Provinzialstädte, Handelsbörsen, Bank- und anderen Institute Frankreichs wechselten gestern mit den entsprechenden Anstalten und Behörden in Rußland Freundschaftstelegramme.
Paris, 26. August. Ministerpräsident Meline erklärte den bei ihm erscheinenden Deputationen des Generalraths und des Gemeinderaths, die Br o dtheuernng sei seiner Ansicht nach nur vorübergehend und lediglich auf eine Getreide« speculation zurückzusühren. Wenn die Theuerung andauernd wäre, würde er auf eine Herabminderung des Getreidezolles eingehen.
CoceUs mtfc prwtnjklk».
Gießen, den 26. August.
•** Zustizperfonalieu. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: den LandgerichtSrath bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Karl Riedel zum OberlandeSgerichtSrath bei dem OberlandeSgericht, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Hirschhorn Max Schilling- TrygophoruS zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg zu ernennen.
* • Kirchliche Dienstuachrichteu. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, dem Pfarrer Peter Grünewald zu Offenbach a. M. die evangelische Pfarr« stelle zu Mainz, Decanat Mainz, zu Übertragen.
• * Familiendrama. Als heute Morgen die Nachbarschaft des Ecke Nordanlage und Ederstraße wohnenden Kaufmanns W. Noll dessen Geschäft aufsuchen wollte, fand man alle Thüren verschlossen. Als auf wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, holte man einen Schlosser herbei, um die Wohnung zu öffnen. Hier bot sich den Eintretenden ein schrecklicher Anblick. In dem Bette fand man die Ehefrau Nolls mit klaffenden Kopfwunden, anscheinend tobt, in ben anderen Betten die dret Kinder, ein Mädchen im Alter von 10 Jahren und zwei Knaben im Alter von 8 und 4 Jahren, ebenfalls mit schweren Kopfwunden, Noll aber selbst erhängt an der Thüre. Nachdem die Polizei verständigt, auch in der Person des Herrn Dr. Haupt ein Arzt gerufen, stellte es sich heraus, daß der Mann und der älteste Junge tobt waren, währenb bet der Frau und den beiden anderen Kindern noch schwache Lebenszeichen sich bemerkbar machten. Die Leichen wurden in die Todtenhalle des Friedhofs, die Frau nebst den Kindern in die Klinik gebracht. Es ist indeß wenig Hoffnung vorhanden, sic am Leben zu erhalten, da die anscheinend mit einem schweren und scharfen Gegenstand geführten Schläge lödtliche Verletzungen herbeigeführt. Noll scheint die That am frühen Morgen in einem Anfall von Geistesstörung verübt zu haben. Man fand in seiner Tasche einen Brief, worin er einige Angaben über die Beweggründe zur That gemacht. Das Gericht erschien sofort nach Bekanntwerden der That. Das HauS, welche» Noll erst vor zwei Jahren gekauft und für sein Geschäft neu eingerichtet hatte, war den ganzen Vormittag vom Publikum umlagert.
• * Befitzwechfel. DaS Hensel'sche HauS in der Wall- thorstraße ging für den Betrag von Mk. 65,000 an die Herren SerwaS Darmstadt und Jung Gießen Über.
• • Einweihung. Nächsten Sonntag ben 29. ds. M., Vormittag» 81/, Uhr, findet die Einweihung deS neu erbauten israelitischen Gemeindehauses an der Lony straße statt.
* * Sisenbahnnnfall. Bei der Einfahrt eine» von Cassel kommenden Güterzuges in die Station Lollar stieß der- selbe vorgestern Abend 91/, Uhr auf eine Anzahl zu einem andern Zuge zusammengestellte Wagen. Von diesen Wagen wurden zwei zertrümmert, vom Güterzug selbst die Maschine und 13 Güterwagen beschädigt. Eine Störung deS Betriebes trat nicht ein, da die Geleise sofort frei gemacht werden konnten.
• * Ins Manöver anSgerncki ist heute das Infanterie- Regiment „Kaiser Wilhelm". Die Truppen beziehen zunächst Quartier in der Umgebung (Garbenteich, Hausen, Großen- linden, Leihgestern, Lich, Steinbach, Watzenborn u. s. w.) Morgen Vormittag treffen als Einquartierung hier ein: Stab und 2. BataillonJnfanterie-RegimentS Nr. 168, Stab de» Feldartillerie-RegimenlS Nr. 25 und Stab der ersten Ab- thetlung desselben Regiments, sowie eine Train-Abtheilung.
• • Der Verband hessischer Jauuugea hält am Sonntag ben 19. September, Nachmittags 3 Uhr, im „Frankfurter Hof" in Mainz seine Generalversammlung.
* • Obethrsfische GewerbeaoSstellnng. Auf der letzten Hauptversammlung deS LandeSgewerbevereinS in Alzey wurde bekanntlich Butzbach al» nächster Versammlungsort gewählt. Da sich eine schon früher in Butzbach einberufene,
sehr zahlreich besuchte Versammlung für die Abhaltung einer Gewerbeausstellung daselbst ausgesprochen hatte, so wurde tn der letzten Hauptversammlung des Butzbacher Gewerbevereins beschloffen, sofort mit den Vorarbeiten zu beginnen. Einige Herren deS Vorstands werden sich nach Alsfeld und Büdingen begeben, woselbst schon solche Ausstellungen stattfanden, um Erkundigungen Über den ganzen Verlauf und die gesammelten Erfahrungen einzuziehen. Alsdann soll eine größere ver- sammlung einberufen werden, um die ComiiöS für die einzelnen Arbeiten zu bilden, damit sofort mit den letzteren an- gefangen werden kann.
’• AlterthumSsunde. Unter Leitung der Herren Ober- förster Andre und GymnasiallehrerDr. Röschen zu Laubach werden die Ausgrabungen am RuppertSburger Pflanz« garten weiter fortgesetzt. Umgeben von einem doppelten Steinkranz wurden zwei verschiedene Gräber, 1. ein Seitengrab, 2. ein Hauptgrab, entdeckt. Im ersteren fand man außer verschiedenen menschlichen Knochentheilen zwei eiserne Ringe, die Hälfte eines Eisensporns, einen kleinen Bronce- ring, sowie einen sogen. Wenden- ober Sachsenpfeonig, etwa auS 950 nach Christi Geburt. Das werthvollste wurde im Hauptgrabe gefunden, ein großer, spiralförmig kunstvoll ge- arbeitetet Schmuckgegenstand auS blauer Bronce, sowie ein massiver, mit künstlichem Grünspan überzogener, auS gleichem Metall gearbeiteter HalSring. Die letzteren Gegenstände stammen etwa auß 500 vor Christi Geburt, find also ca. 2400 Jahre alt. Sobald die Ausgrabungen vollendet find, werden sämmtliche Funde dem Großherzoglichen Museum tn Darmstadt überliefert.
* * Wetterbericht. Die Luftdruck vertheilung ist unregelmäßig und ein eigentliches Gebiet hohen Druckes ist nicht vorhanden. Die Depression über den britischen Inseln hat ihren Bereich weiter nach dem Continent ausgedehnt und liegen noch flache Theilminima über Ober-Italien, Polen urb Süd-Rußland. Am Morgen war die Bewölkung allenthalben gering. Die Wetterlage bleibt andauernd unsicher. — Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung Neigung zu Gewittern und strichweisen Niederschlägen.
n. Friedberg, 25. August. Unsere gesummte Einwohnerschaft rüstet sich eben, um Sr. Königs. Hoheit dem Groß- Herzog und Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin, die nächsten Freitag zu mehrtägigem Aufenthalt hier eintreffen, einen würdigen Empfang zu bereiten. Neben dem Bahnhofsgebäude ist durch die Eisenbahnverwaltung ein Fürstenpavillon errichtet.
—n— Gettenau, 24. August. Nachdem die Felder um die Mitte deS lausenden Monats abgeerntet und völlig geräumt waren, erschien Herr Hofrath Kof ler aus Darmstadt, um seine Untersuchungen und Ausgrabungen, die er im Frühjahre wegen Bestellung der betr. Grundstücke hatte unterbrechen müssen, wieder aufzunehmen. Mit bekannter Sicher- heit und Meisterschaft leitete Herr K. seine Arbeiten weiter und ergänzte, trotz vorhandener Schwierigkeiten, seine Forschungen mit jedem Tage mehr. — In verschiedenen Gemarkungen der Umgegend hat man bereits mit der Grummeternte begonnen, die jedoch ziemlich bescheiden außsällt. — Die Fruchtpreise, insbesondere der Preis des Weizens, ist auch in der letzten Woche wieder in die Höhe gegangen; eß find Abschlüsse zu 20 Mk., sogar zu 21 Mk per Doppel« centner gemacht worden. Weniger gefragt sind die übrigen Körnerfrüchte. — Der Pacht für Grundstücke tst in der Wetterau immer noch sehr hoch und scheint sogar noch weiter zu steigen, wie eine Verpachtung von fi-calischen Grundstückrn in einer Nachbargemarkung bewiesen hat. Grundstücke in be» vorzugter Lage erzielten über 50 Mk. per Morgen und em solcher Pacht will herauSgearbeitet sein. Weniger gute Lagen erzielten niedrigere Preise, doch immer soviel, daß der Pacht al» ein recht guter bezeichnet werden kann.
n. Bon der Nidda, 25. August. Der Weizenprei» ist abermals gestiegen, und zeigen fich die Verkäufer infolge dessen noch zurückhaltender. Auf dem für unsere Gegend bezüglich der Preisbildung maßgebenden Getreidemarkt zu Franksurt wurden am Montag für den Doppelcentner Wetter- auer Weizen 21 Mk. 25 Psg. bezahlt. Auch Gerste ist im Preis bis zu 17 Mk. gestiegen. Obwohl unser Brot vor- zugsweise auß Roggenmehl gebacken wird, haben fich unsere Bäcker doch den Aufschlag zu Nutzen gemacht und den Preis beß vierpfündigen Brotlaibes um drei biß fünf Pfennig er« höht. Die Kartoffeln sind abgeschlagen, die Preise für Rindvieh haben seit oen letzten durchweichenden Regen wieder eiwaß angezogen. — Die Heu- und Strohlieferungen in die von der Militärbehörde errichteten Magazine gehen bet den guten dort gezahlt werdenden Preisen rasch von statten. Daß Magazin in Stammheim, daß gleich den anderen am 20. d. M. eröffnet wurde, hat die vorgeschriebenen Mengen schon aufgestapelt und nimmt keine Lieferungen mehr an.
Nidda, 23. August. Die seit Einführung der vierten Wagenklasse so billige Eisenbahnfahrt macht jetzt manchen Erwerbszweig unserer weiteren Umgebung rentabel. So sehen wir seit einigen Tagen Frauen mit Eimern voll Brombeeren, die meist guten Absatz finden. Die Verkäuferinnen benutzen meist die Eisenbahn von Raincod auß.
Fürth t. 0, 24. August. Einige tn einem Steinbruche in Zotzenbach beschäftigte italienische Arbeiter warfen gestern auf der Kirchweihe in Scharbach ohne jede Ursache gefüllte Fläschchen Wein über einen Tisch, an dem achtbare ältere Leute saßen. Alß man sie in aller Ordnung zur Ruhe verwies, geberdeten sie fich wie ratend. Der anwesende Bürgermeister Falter wollte Frieden stiften, wobei er vier Dolchstiche erhielt, wovon einer sehr bedenklich sein soll. Bon den zu Hilfe gekommenen Bürgern und jungen Ceutea erhielt ein junger Mann Namens Schork einen gefährlichen Stich in die Lunge. Zwei weitere Leute erhielten gleichfalls Dolchstiche. (Darmst. Ztg.)
Bon bet hessischen Bergstraße, 23. August. Ein Gang durch die Weinberge läßt uns den außerordentlichen Fleiß bewundern, den der Bergsträßer Winzer seinen Reb-


