Ausgabe 
27.4.1897 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

18»»

Dienstag dm 27. April

Nr. 97

Erstes Blatt

Gießener Anzeig er

Kenerat-Mnzeiger

Arnts- ttitb 2<n$eig«blatt für bett "Kreis fiiejjen

chratisöeikage: chießener Kamilienökätter

Amtlich»» Tyeil

Gießen, de« 24. April 1897.

v. Gagern.

an

Frederico Gudtut, wurde verhaftet.

Nach der

.erR**

Meldung derAgence HavaS".

d! »r.

OSman Pascha ist gestern Abend hier eingetroffen und von der Bevölkerung begeistert empfangen worden. Er reiste sofort nach der Grenze weiter.

Die Gießener

M«mitie»5tätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal deigelcgt.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

Konstantinopel, 25. Edhem PaschaS hat die Larissa besetzt.

Saloniki, 25. April.

Peter Callabona, Pascal Beneruba und Friedrich Gudtvi, wurden wieder fr etge las s en.

No«, 25. April. Ein Freund AcciaritoS, mit dem sich dieser am Morgen der That besprach, der sechzehnjährige

Molffv telegraphische» LorrefpoabrnrEnrr«.

No«, 25. April. Drei wegen Verdachts der Mitschuld dem Attentat gegen König Humbert verhaftete Personen,

Der

Siebener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS.

Alle Annoncen-Bureaup des In- und Ausland«- nehme« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

April. Nach einem Telegramm türkische Cavallerie heute Mittag

Opinione" führt alles zu der Annahme hin, daß eS sich um einen gemeinsamen Anschlag handle. Die Anklagekawmer hat heute mit der Vernehmung der Zeugen begonnen. Der Prozeß wird vor Ende Mat stattfinden.

Athen, 25. April. Meldung derAgence HavaS". Der Telegraphenbeamte in Larissa, welcher gestern um 3 Uhr Nachmittags von Cavallerie aufgewirbelte Staubmasien wahruahm, erbat die Erlaubniß, da« Telegrapheubureau in die Luft sprengen zu laffen, erhielt jedoch den Befehl abzu- reisen. Um 3% Uhr antwortete das Bureau nicht mehr auf telegraphische Anfragen. Die Verwundeten find unter dem Schutze des Rothen Kreuzes tu Lariffa zurück­geblieben. In der Umgebung von Matt haben heftige Kämpfe ftattgefunden. Aus Reveni wird gemeldet, daß Edhem Pascha, als er von seiner Abberufung hörte, einen großen Vorstoß machte und die Linien der Griechen, welche ihre sehr schwachen Stellungen vertheidigten, durchbrach. Die Abendblätter rathen, die schlechten Nachrichten mit Ge­duld und kalten Blutes aufzunehmen- man soll daran denken, daß das Heer fich tapfer geschlagen und mit unerhörten Opfern den heimathlichen Boden vertheidigt hat.

Depeschen des Bureau »Herold/

Berlin, 25. April. Anläßlich der Abfahrt der Ex« pedttioa vom rothen Kreuz nach Griechenland

Betr.: Wie oben.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gieße« au dieGrosth. Bürgermeistereien, Polizeibehörden und Gendarmerie des Kreises.

Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie, Uebertretungen der erwähnten Art zur Anzeige zu bringen. Soweit Ihnen Feldschützen und Polizei- diener unterstellt find, wollen Sie dieselben entsprechend bedeuten.

Berlin, 26. April. Wie aus Elbing gemeldet wird, gedenkt Kaiser Wilhelm am 21. Mat zum Jagdaufeothalt beim Grafen zu Dohna in Prökelwttz etnzutreffen und daselbst acht bis zehn Tage zu verweilen.

Mannheim, 26. April. Eine große Feuersbrunst äscherte die hiesige Bettfedernfabrik von Heß und Kaufmann ein. Der Schaden beträgt ca. 400 000 Mark. Die Enl- stehungSursache ist unbekannt.

Charleroi, 26. April. Die Gerichtsbehörde schloß gestern eine internationale Spielbank in Thuto. Acht Spieler wurden verhaftet, worunter nur ein Belgier. 90 000 Franken Einsätze wurden beschlagnahmt.

Paris, 26. April. Bet der hiefigen türkischen Gesandt« schäft lief ein Telegramm ein, in welchem die Einnahme Larissa» durch die Türken bestätigt wird. Die Griechen zogen sich in größter Unordnung zurück und hinterließen zahl­reiche Geschütze und viele Munition.

Athen,26. April. Der Kronprinz hatte telegraphisch Instruction verlangt. Der König und die Regierung er­widerten : Ist eine Berthetdigung LartffaS möglich, so thut Eure Pflicht, wenn nicht, was der Zwang Euch auferlegr. Bei Pharsaln werden 30000 Manu conceotrirr. Die Eisen­bahnlinie Lariffa-Volortst zerstört.

Gouverneur gerichtet zu haben. Ec hörte erst vier Jahre nach dem Vorfälle, daß von Bronsart nicht einverstanden gewesen sein soll. Bezüglich der Aeußeruugen gegenüber Dr. B au - manu auf dem Diner inHotel Bristol" wird die Oeffent- lichkeit auSgeschloffen. Sodann beginnt die Beweisaufnahme. Hierbei wird zunächst ein Brief de» Bischof» Fucker an den deutschen Consul in Sansibar verlesen, in welchem dieser berichtet, er habe den Lieutenant v. Bülow über die Wahrheit der Gerüchte befragt, wonach PeterS einen Mau« wegen Ehebruchs hängen ließ. v. Bülow habe angedeutet, daß er wohl glaube, die Sache hätte fich so abgespielt. Ferner wird der Brief deS Missionars Smythis an Dr. PeterS verlesen, in dem er direcr um Aufklärung der Gerüchte bittet. PeterS bezeichnet in dem ebenfalls verlesenen Antwortschreiben die Gerüchte für auf einem Mißverstauduiß beruhend und durch Vermischung der beide« HinrtchtungSfälle entstanden. Der Zeuge, Reserve - Lieutenant Freiherr von Pochmann, sagt auS, er wiffe sich der einzelnen Vorgänge nicht mehr genau zu entsinnen, er habe dem Vorfall nicht große Bedeutung betgelegt. Der Zeuge habe bei dem Todes- urtheil wider Mabruk und Gajodjo mitgewirkt, offictelle richterliche Qualification habe er nicht beseffen. Zeuge Secretär Jancke behauptet ebenfalls, daß die Hinrichtung MabrukS wegen BertrauenSbruchS und Gefährdung der Sicherheit der Station stattgefunden habe. Ob der Zeuge dabet um feine Meinung befragt sei, wiffe er nicht mehr.

Bekanntmachung,

betreffend: den Forst- und Jagdschutz.

Da die bestehenden forst- und jagdpoltzeilichen Straf­bestimmungen vielfach nicht beachtet werden, machen wir darauf aufmerksam, daß an die Poltzeiorgane Weisung ergangen ist, alle Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen, i«S- Sesoudere weisen wir darauf hin, daß eS verboten ist,

Echonnngen, die mit einer Einfriedigung versehen find, oder deren Betreten durch WaruuugSzetchen untersagt ist, zu betreten,

Hnnde in fremdem Jagdgebiet außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritte von diesen entfernt frei herumlaufen zu laffen,

Anstalten für die Wlldfütternng, Fallen oder andere Werkzeuge zum Fangen von Raubzeug rechtswidrig zu beschädigen.

Gießen, den 24. April 1897.

Großhsrzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

mittel unb sein, Mi iftn dn Fdhbüda

3M lach.

Fein®1 gpanisch011 <ieieb

fand gestern Abend eine Verabschiedung der Thetlnehmer feiten» des Centrale,mttss am FrtedrichSbahohofe statt. Die der Expedition angehöreuden Schwestern wurden Abends 7 Uhr von der Kaiserin empfangen, welche ihnen Dank und Anerkennung für ihren Opfermuth aussprach und der Hoff­nung Ausdruck gab, dieselbe gesund in Berlin wieder begrüße« zu können.

verliu, 25. April. In der Verhandlung deS Dis- ciplinarverfahrevS gegen Dr. PeterS wurde gestern ta später Abendstunde das Urtheil gesprochen. Daffelbe lautet auf Dienstentlassung und Tragung der Kosten. In der Be­gründung wird auSgeführt, der Gerichtshof habe in der Ber- urtheilung des Mabruk zum Tode und in der Vollstreckung des Urtheil- ein Dienstvergehen erblickt, da die Todesstrafe in diesem Falle unberechtigt und mit den Grundsätzen einer civilisatorischen Rechtspflege nicht vereinbar sei. Ferner hat der Gerichtshof als vollständig uachgewieseu erachtet, daß der Angeschuldtgte seiner vorgesetzten Behörde unwahre Be­richte erstattet hat. Der Gerichtshof ist hierbei der Ansicht, daß PeterS die unwahren Angaben wissentlich gemacht har. Zu einer Belassung eines TheileS der Pension hat der Ge­richtshof keine Veranlassung gefunden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, welcher ebenfalls die Dienstentlassung deS Aogeschuldtgten beantragte, hatte in seinem Plaidoher hervor­gehoben, daß dkr vtelerwähnte Brief PeterS an den Bischof Tucker niemals extstirt habe.

Budapest, 26. April. Der Minister des Innern hat an alle Landespolizeibehörden einen Erlaß gerichtet, wonach für den 1. Mai alle Umzüge, Straßendemonstrationen und Versammlungen zu verbieten find.

Offegg, 25. April. In dem Gisela-Schacht hterselbst erfolgte ein starker Wasseretnbruch.

Part», 25. April. Der Besuch des Präsidenten Faure in Petersburg ist definitiv auf den Monat Juni festgesetzt.

Athen, 25. April. In Thessalien hat gestern eine ungemein heftige und mörderische Schlacht stattgefunden. 30,000 Türken griffen die griechischen Truppen an, welche schließlich den Rückzug antreten mußten. Die Niederlage der Griechen ist geradezu vernichtend. Turuavo und selbst Larissa find aufgegeben. Die Türken haben in dieser Schlacht auch große Verluste an Todten zu verzeichnen.

Athen, 25. April. Der Rückzug der griechische« Truppen von Larissa vollzieht fich in vollster Ruhe. DaS Aufgeben der dortigen Pofittonen erfolgte au» strategi­schen Rücksichten, da die Griechen, welche von 80,000 Türken angegriffen wurden, sonst einer Katastrophe entgegengehea mußten. Alle verfügbaren Mannschaften gehen in größter Eile zu der Armee dorthin ab, wo die neue VertheidigungS- linie der Griechen derartig befestigt werden soll, daß die Türken, welche im Rücken von dem im vollen Aufstande be­findlichen Macedonien und EpiruS bedroht find, fich nicht lauge halten können. Die Festung Pontepigado wurde von de« Griechen besetzt.

Cocolei rsrrd provinzielles

Gießen, den 26. April 1897.

Empfang. SeineKönigl.Hoheit der Großherzig empfingen am 24. April u. A. den Pfarrer Wagner von Ettingshausen, den KreiSbauinsprctor Endres von Schotten,

Deutsche» Reich.

Berlin, 24. April. Heute Vormittag um 10 Uhr be­gann die DtScipltuarkammer für die Schutzgebiete die Ver­handlung. gegen den ReichScommiffar Dr. PeterS. Nach Feststellung der Personalien und Verlesung der Anklageschrift erklärt der Staatsanwalt, die RetchSregterung habe ein In­teresse daran, daß die Sache in voller Oeffentlichkeit ver­handelt werde. Der Gerichtshof beschließt, die Oeffentlichkeit nur in einem Punkte auszuschließen. Die Anklage besagt, Dr. PeterS habe 1891 einen Negerjungen und 1892 ein Negermädchen willkürlich aufhäugen laffen, ferner 1891 mit dem Negerhäuptling Malamta ungerechtfertigt kriegerische Verwickelungen begonnen und 1892 an die vorgesetzte Be­hörde unrichtige Berichte erstattet. Dr. Peters gtebt zu, daß seinen Instructionen gemäß ihm kriegerische Unternehmungen von größerem Umfange untersagt waren. Nach seiner An­sicht stand ihm daS Recht über Leben und Tod der auf der Station befindlichen Schwarzen zu, soweit fie nicht der Schutztruppe angehörten. Die bei ihm im Stationshause wohnende« beiden Weiber seien ihm gewtffermaße« als Etgen- thum geschenkt, auf deren Wunsch die Dienerin angenommen wurde. Bezüglich des Vorfalls mit dem später gehängten Mabruk erklärt PeterS, er befürchtete täglich einen Ueberfall der Warongos. Die Situation war nicht ungefährlich. Eine- NachtS kam et« frecher Einbruchsdiebstahl im Stationshause vor. Peters ließ sofort die Station alarmiren und drohte Todesstrafe an, falls der Dieb fich nicht freiwillig melde. Auf Mabruk hatte er keinen Verdacht, erst als er ihn bet einem Cigarrettendiebstahl ertappte, gestand derselbe auch den Einbruch. Die Todesstrafe mußte PeterS vollziehen laffen, um die Autorität aufrecht zu erhalten. Den Chef der Schutz« truppe, Lieutenant Bronsart von Schellendorff, habe er bet der Abfassung des TodeSurthetlS nicht zugezogen, weil er die Sache für einen Act der Civilverwaltung hielt. Der ge- schlechtliche Verkehr MabrukS mit den Weibern sei dabet ganz untergeordnet. Auf die Beschuldigung, drei Negermädchen unmenschlich auSpeitschen und ein Negermädche« aufhängen zu laffen und kriegerische Verwickelungen mit dem Häuptling Malamia begonnen zu haben, sagt Peters, die Mädchen waren zu Malamia geflohen, welcher die Herausgabe ver- iv tigerte und fie erst auslieferte, nachdem das Dorf mit Kartätschen beschoffeu worden sei. Die Mädchen wurden zu 25 Hieben verurtheilt. Unter den Durchgepeitschten befand fich auch seine Concubtne. Die Dienerin Gajodjo wurde zur Ketten- strafe verurtheilt, weil fie der Conspiratiou verdächtig war und wurde nach ihrem Entweichen zum Tode verurtheilt und ge­säugt. PeterS bestreitet ferner, falsche Berichte an den

iraa Werke rden in hliiliriiij Eleganz anderen Marke irtroffen.

r treten td Hamel, anlag« 29.

jsche Wwiw rect ieHi*1

fieber I* pfeM

N v

DiT

ArrsUnrd.

Sofia, 24. April. DieAgevce Balcanique" erklärt alle Gerüchte über eine Mobtltsir ung der bulgarischen Armee für vollkommen unbegründet.

Lolo, 24. April. In Macedonien ist der Aufstand auSgebrochen. Alle Dörfer von Korfu bis Berria sind auf­ständisch. Die Insurgenten find in Chalktdtki gelandet.

Koustaattnopel, 24. April. Der Sultan hat bedeutende Summen aus seiner Schatulle hergegeben zum Ankauf von Kriegsmaterialien.

Phtlippopel, 24. April. Die Entsendung von OSman Pascha hat in türkischenOffizierSkretseu böses Blut gemacht. Man glaubt allgemein, daß dies aus Eifersucht gegen Edhem Pascha geschieht.

ki-Ei.tr &d! - >um Äeschen, weil r g-M nnh auch rt i/, M.-Lchachtel )lkN nb primltrt.

1698

Vierteljähriger Avounementspreirr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogew

2 Mark 50 Pfg. i

Redaction, Expedition und Druckerei. |

-chutür-ße Ar.7.

Fernsprecher 51.

and los**.

le

^sthinei lS| KleeQi Getreide ä-Äx to» * fj

ben, rockaeud,

pen unb W*, it, gebart troAro^ in wfliism Stab« mit -ohern Älanz, it Zahm dMhn,