Ausgabe 
26.11.1897 Erstes Blatt
 
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gefordert, gesammelt und verwerthet werde», welche jedwede Benutzung zu anderen Zwecken unbedingt ausschließt.

Berlin. 24. November. Die Generalsynod e der P.'euh'scheu evangelischen Landeskirche beschloß heute eine» Protest gegen die CantsiuS-Enchelika. Die Er­klärung soll von allen Kanzeln der evangelischen Kirche in Preußen verlesen werden.

Berlin, 24. November. Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, der Bruder der Kaiserin, ist au einer Darm-Affeetion plötzlich erkrankt. Die Kaiserin fuhr heute Mittag in Begleitung der Frau Prtozessto Friedrich Leopold beimHotel Bristol", wo der Herzog Wohnung ge­nommen hat, vor und ließ ihren Leibarzt an daS Bett des Erkrankten rufen.

Kiel, 24. November. Im Wappeusaale de» königlichen Schlöffe- fand gestern beim Prinzen Heinrich Abendtafel statt, an welcher auch der Kaiser theilnahm. Einladungen waren ergangen au daS Gefolge, beo StaatSseeretär de» ReichSmartueamtS, den commaudtrendeu Admiral v. Knorr, den Oberpräfidenten v. Köller, die ortßanweseodeu Admirale, sowie zahlreiche Oifiziere der Armee und Marine.

Wien, 24. November. Ja Kreisen der parlamentarischen Majorität erklärt man bestimmt, bis zum 1. December da» Ausgleichs-Provisorium erledigt zu haben. Seitens der Minorität find 25 MinorirätSvoren angemeldet worden.

Wien, 24. November. Die heutige Abgeordnetenhaus- fitzung, in welcher die zweite Lesung des Ausgleich»- Provisorium« stattfand und welcher Graf Bad ent bei­wohnte, ist bi» Nachmittag» ziemlich ruhig verlaufen. ES haben sich bereit» 86 Gegner der Borlage zum Wort ge­meldet. Die Jungtschechen haben sich um daS Präsidium geschaart, um dasselbe beffer bet den gegen dte Obstructtou vorzunehmenden ZwangSmaßregelu unterstützen zu können. Dte Majorität hat, wie verlautet, beschloffen, durch endlose Tag- und Nachtfitzungen die Opposition mürbe zu machen.

Wien, 24. November. Im weiteren Verlauf der heurigen Abgeordnetenhausfitzung kam eS zu fürchterlichen, noch nie dagewesenen Seenen, weil der Präsident Abrahamowtcz den Abg. Schönerer nicht sprechen lassen wollte, trotzdem dem­selben daS Wort früher ertheilt worden war. Dte deutsch- nationale» Abgeordneten stürmten die Präfidenteutribüne, ent- riffeu dem P ästdenteu dte Glocke und schließlich artete der Tumult in eine Prügelei au». Die Abgeordneten Wolff und Dr. Pfersche wurden von den polnischen und tschechischen Ab­geordneten Schuklte und Potocki am Halse gewürgt und mit dem Fuße gestoßen. Der Abgeordnete Dr. Pfersche wurde von dem polnischen Abgeordneten Potocki derart gewürgt, daß er einer Ohnmacht nahe war. In seiner Aufregung und um sich zu vertheidigen, nahm er au» der Westentasche ein Federmesser, schwang eS drohend um seinen Kopf und drohte, den ntederzustechen, der ihn anrühre. Der Abgeordnete Wolff, welcher fürchterlich zugerichtet, mit vollständig zer­rissenen Kleidern schließlich von den ihm zu Hilfe eilen­den Abgeordneten befreit wurde, rief tu da» Hau»: ^Dem­nächst kommen wir mit Revolvern!" Der Präsident Abrahamowicz. welcher während der Rauferei den Saal verloffen hatte, erschien wieder und wurde von den Abgeord­neten der Linken mit dem Rufe begrüßt: Hinaus mit ihm! Derselbe schloß dte Sitzung mit der Aufforderung an dte Abgeordneten, ihm Diejenigen namhaft zu machen, welche sich an den Gewaltthätigkeiten betheiltgt haben. Abend» soll ein Mtnisterrath abgehalten werden, um Maßregeln gegen die an der Schlägerei betheiligten Abgeordneten zu ergreifen. Wie verlautet, plant man die Abtretung de» Hause» an den Staatsanwalt und dte Verhaftung mehrerer Abgeord­neten. Im Abgeordnetenhause verlautete, daß trotz der Vor­fälle morgen früh wieder eine Sitzung stattfinden soll. Wie weiter berichtet wird, ist während des TummultS eine Ab- thetlung SicherheitSbeawten In daS Abgeordnetenhaus eilige- rückt, ohne jedoch in Actton zu treten. Morgen soll da» Haus wiederum mit einer Polizei-Abtheilung besetzt werden.

Budapest, 24 November. Ein hiesige» Blatt kündigt neuerdings den baldigen Rücktritt Bad ent» an.

Rom, 24. November. Der officiöseChiSciotte" verlangt, daß General Barattert wegen Veröffentlichung seine» Buche» über den afrikanischen Feldzug in DtSetpltnar-Uurer- suchun n gezogen werde.

Pari», 24. November. Der neue Pauama-Proceß wird endgültig am 17. December verhandelt werden.

Marseille, 24. November. Nachrichten au» Madagaskar zufolge haben weitere Kämpfe mit den SakalourS stattgefunden. 2000 wurden gefangen genommen.

Madrid, 24. November. Die hiesigen Parteigänger Wehler», katalanische Fabrikanten, deren Interessen durch die Zoll-Autonomie für Cuba geschädigt werden, ferner Couser- dattve, Carltsten und Republikaner bereiten für Wehler einen größeren Empfang vor.

Loudon, 24. November. Die Morgeublätter melden, daß mehrere Offiziere am nächsten Mittwoch nach der ost- afrikanischen Küste abgehen.

Loudon, 24. November.Standard" meldet au» Kon­stantinopel: Die Polizei verhaftete sech» armenische Anarchisten.

Koustautiuopel, 24. November. In der gestrigen Sitzung über bic Friedensverhandlungen wurde dte Redactiou des Artikel» 11, betreffend den Handel und die Schifffahrt, diScutirt. Die Mitglieder der Commission konnten zu einem Einverständniß nicht kommen.

Berlin,25. November. Da» Befinden de» Herzog» Ernst Günther zu Schle»wtg-Holst ein hat sich ge­bessert. E» ist Au»ficht vorhanden, daß der Herzog bald wieder hergestellt ist.

Berlin, 25. November. Dte Regierung hat nunmehr einen Gesetzentwurf znm Schutze der Bauhand- werker fertiggestellt und dürste auch tu nächster Zett ver­öffentlicht werden.

kiel, 25. November. Die Besatzung für den Panzer Deutschland" reist am SamStag nach WiltelmShaven ab. Der KreuzerGeie r" wird neuen Bestimmunger zufolge nicht nach d-w Mittelmeer, sondern au Stelle desGeston" nach China abgeheu.

Graz. 25. November. Der von den Hochschülern zur JnaugurationSfeier des Rectors veranstaltete Festeomwer» wurde aufgelöst, weil sich der Studenten wegen polizei­licher Draugsalirung eine hochgradige Erregung bemächtigt hatte. Unter Andere« war auch die Festrede verboten worden.

Wien, 25. November. Da» Präsidium deS Ab­geordnetenhauses nahm gestern Abend die Aussagen der Abgeordneten der Rechten über die in der gestrigen Sitzung vorgefall neu Gewaltthätigkeiteu auf; selbst die Stenographen wurden vernommen. Der Justizminister laS die Protokolle hierüber durch. Die Gerüchte von einer Verhaftung mehrerer Abgeordneten haben sich bisher nicht bestätigt. Dagegen wird berichtet, daß die Rechte heute die Auslieferung der Ab­geordneten Schönerer, Wolff und Pfersche an da» Straf­gericht beantragen wird. Der Club der deutschen Fort- fchrittSpartei bedauert in einer Erk ärung die Mißhandlung von Abgeordneten der Opposition durch solche der Rechten.

Loudon, 25. November. Eine Petersburger Drahtung behauptet, Rußland werde keinen Einwand gegen eine dauernde Besetzung von Kiao-Tschau erheben. Auch werde eS sich keiner Macht in der Forderung, eine Erklärung von Deutschland zu verlangen, anschlteßen.

Brüssel, 25. November. Infolge einer Unterredung de» König» veranstalteten die belgischen Kriegervereine, welche 30000 Mitglieder zählen, einen Congreß zur Propaganda für die HeereSreform. General Brialmont und der ExkriegSmintster General Brasfine werden als Hauvtret'ner auftreten.

CocaU» Mttö provinziell«»

Gießen, den 25. November 1897.

** Verleihung von Fahnen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben zum 25. d. M. der Großherzog- lichen Garde-UateroffizierS-Compagnie ein neue» Fahnentuch und eine neue Fahneuipitze sowie, wie bereit» gestern ge meldet, den beiden Bataillonen des 5. Großherzoglichen Infanterie-Regiment» Nr. 168 Fahnen zu verleihen geruht. Die Fahnen wurden gestern Vormittag 10 Uhr 30 Mtn. von Seiner Königlichen Hoheit Deputationen der Garde- UuteroffizierS-Cowpaguie und de» Regiment» im Weißen Saale de» Großherzoglichen Rrsideozschloffe» zu Darmstadt mittelst nachstehendem Allerhöchsten Erlaß bezw. Tagesbefehl übergeben :

Um Meiner Garde-UnterofstzierS-Compagnie einen er­neuten Ausdruck Meiner Zufriedenheit zu geben, welche sich dieselbe durch treue Anhänglichkeit an Mich und Mein Hau» erworben hat, verleihe Ich der Compagnie ein neues Fahnen­tuch, nachdem da» seitherige durch den Gebrauch unhaltbar geworden ist, und eine neue Fahneuspitze.

Darmstadt, den 25. November 1897. Ernst Ludwig.

Tage«-Befehl.

An Mein 5. Infanterie-Regiment Nr. 168.

Ich übtrgebe Meinem 5. Infanterie-Regiment heute Fahnen, dieselben, welche duS ehedem bestandene 5. Hessische Infanterie-Regiment Prinz Em>l in den Feldzügen 1814 und 1815, insbesondere in tem Gefecht bei Straßburg ruhmreich geführt hat. Möge das junge Regiment al» Erbe der Fahnen deS Regiments Prinz Emil sich dieser alten Feldzeichen stets würdig zeigen zur Ehre unseres hessischen NawenS, zum Ruhme unsere» deutschen Vaterlandes und zur Zufriedenheit unsere» Allerhöchsten Kriegsherrn, Seiner Majestät deS Kaisers.

Darmstadt, den 25. November 1897. Ern st Ludwig.

** Ordensverleihungen und Auszeichnungen. Znm heutigen Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurden wieder eine große Anzahl Orden»- und sonstige Aus­zeichnungen verliehen. Wir theileu an» der Liste vorläufig die folgenden mit: ES erhielten: Zahnarzt G. W. Koch, Kreisveterinärarzt Dr. Win ckler das Ritterkreuz 2. klaffe de» Verdienstordens Philipps de» Großmüthigen; 6ie Oberlehrer Fuhr und Hahn da» silberne Kreuz desselben Orden» mit der Krone; LaudgerichtSrath Dr. Möbiu» und Amt»gericht»rath Gebhardt das Ritterkreuz 1. Klaffe desselben Orden»- GerichtSichreiber Neid Hardt da» Ritter­kreuz 2. Klaffe deffelbeu Orden»; Cruzleidtener Fr. Korell da'- Allg. Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue D enste"; RegierungSrath PH. Burger daS Ritterkreuz 1. Klaffe deffelbeu OrdenS; Hochbauaufseher Peter Sahlfeld da» silberne Kreuz diese» Orden»; Lokomotivführer Joh». Seth, Locomotivführer Hch. Kolb, HilfSdammwärter Jacob Kreiling da» allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste. Professor Dr. Behaghel erhielt den Eharacter als Geh. Hosrath; Professor Dr. Kattenbusch den Eharacter al» Geh. Sircheurath; Oderbibliothekar Dr. Haupt den Charakter al» Professor.

Die Feier bei SebnrtStagel Seiner Königlichen Hoheit bei Sroßherzogl und Ihrer Königlichen Hoheit bei Groß­herzogin fand heute in der üblichen Weile statt. Militärisch wurde die Feier begangen durch einen Zapfenstreich am gestrigen Abend und Weckruf am heutigen Morgen. Hierauf wurde vom Mofikcorp» des Kaiser Wilhelm Regiment» vom Thurm der Stadtkirche eiu Choral geblasen. Nach dem Militärgotteldienst fand um IV/i Uhr auf dem Hofe der neuen Kaserne die Parade statt. Sn derselben nahmen nur die älteren Mannschaften de» Regiment» Theil, während die Rekruten al» Zuschauer aufgestellt waren. Herr Ooerst v. Madai hielt an daS Regiment eine die Bedeutung de» Tage» auSdrückeude Ansprache und brachte am Schluffe derselben auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin ein dreifaches Hurrah au». Hierauf fand Besichtigung de» Regiment» unter Gefolge der

R -serve-Off'ziere und der dazu geladenen BertreterderUaiversi'ät, deS KreiSamkS und der S'adt Gießen, nab nach brr Be­sichtigung Parademarsch statt. Auch in der Schule wv'de» Feierlichke ten, bestehend in Gesang und Ansprachen, gedalirn. Dte Krieger- re. Vereine begehen die Feier bei G'bur v g» unsere» LandeSderrn om heutigen Ab-nb Für die Minn schäften bei Regiment» stad F stlichkeiten in verschiebenra größeren Localitäten der S'adt vorgesehen.

*p. Schulfeier. Zu Ehren der Geburt»taa»feier Allerhöchst Ihrer köaigl. Hoheiten bei Großherzog» Ernst Lubw g und der Großherzogin v'ktoria Melitta hatte auch die Volksschule festtägliches Gewanb angelegt. Wir berichien hierüber kurz Folgende»: Die Feier begann mit bem Vor­trage bei 100. P,alm»,Jauchzet bem Herrn alle Welt", durch bte Chorschule. Hieran knüpfte sich eine An p oche an die Jugend, welche derselben die vcdeutng der Tage- klar machen und sie zum Dank und zar Anhänglichkeit an da» angestammte Fürstenhaus auffordern sollte, einen Dank, de» e» wie früher so auch heute \xn höchsten Maße verdiene. In einem kurzen Resums wurde zum Schluffe noch manche» ernste, beherzigenswerthe Wort an die Jugend dahin gehend gerichtet, dereinst diese Gefühle in Thaten uwzusetzen und m t Gut und Blut für Fürst und Vaterland einzutreten. Von Schülern wurden noch zwei sog.Heffenlieder" vor­getragen und von einem Lehrer ein Siück Hess scher Geschichte, Die Bez'ehungeu Karl» bei Großen unb seine» Hause» zum Heffenlaube", zur Verlesung gebracht. Die Feier schloß mit bem Choral:Nun danket Alle Gott."

Milttardteuftnachrichten. Koch, Sec. Lt. von der Reserve de» Jnf. Regt» Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zum Prem.-Lieutenant befördert.

* * Oefsenlliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johann Baptist Ohan» zu Mainz in Anerkennung der von dem­selben mit Muth und Entschloffenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung de» Schuhmacher» Hein­rich Kornmeffrr daselbst vom Tode deS Ertrinken» He Rettungsmedaille zu verleihen geruht.

* Parlamentarische!. Der Abgeordnete Weith hat beantragt: 1. bte Kosten der Kurmusik zu Bad-Nau­heim in Cap. 2. Titel 3 Nr. 6 bei Hauptoorauschlai,» für 1897/1900 von 28,500 auf 38,500 Maik zu erhöhen, dagegen die Bevefizconcerte wegfallen zu lassen. 2. unter Titel 10 desselben Capitel» die Kosten der Parkanlagen von 30 500 auf 40,500 Mark zu erhöhen.

*H. Stadttheater Seit einer Reihe von Jahren hatte» wir dal Vergnügen, alljährlich einmal die Muse Fritz Reu­ter» in den vortrefflichen Recitatiouen de» Herrn Hoffchau- spieler» Junkermann bestens kennen zu lernen. Weniger oft jedoch finden hier dramatische Darstellungen au» den Werken de» Dichters statt, obwohl dadurch der Hörer durch bte lebendig sich abspielende Handlung weit wehr profitirt, da solche anschaulicher und eindringlicher wirkt, all die Recitat'on. Deshalb war es mit Freuden zu begrüßen, daß für gestern Abend da» LebensbildOnkel Bräsig" augekündigt war und zur Aufführung gelangte. Da» Stück ist nach bem Reuter'ichen RomanUi mine Stromtib" bearbeitet und stellt Onkel Bräsig" in seinen Beziehungen unb bei allen Ereig­nissen zu bem Hause von Rambow, sowie zur Rüßler- unb Habermann'scheu Familie in ben vordrrgrunb. Fritz Reuter gab schon in seinen Schriften olle handelnben Personen in plastischer Schilberung unb trefflicher Characteristik wieber, der dramatischen Bearbeitung konnte e» detzhalb nicht schwer fallen, lauter lebenswahre, echte Menschen, wie sie im Lande Mecklenburg Vorkommen, zu schaffen. Schwieriger gestaltet sich indessen die Darstellung, besonder» wenn die Hauptrolle nicht wirksame Verkörperung findet. Doch darunter hatte die gestrige hiesige Aufführung nicht zu leiben. Die Gestalt bei alten pensionieren Inspektor» Bräsig fanb in bem hiefür gewonnenen Gaste, Herrn kgl. württembergischen Hofichau- spieler Emil Richard, eine ganz vorzügliche Vertretung. Dem geschätzten Künstler ist eS in hohem Maße geglückt, da» Hauptiutereffe durch sein behaglich humorvolle» Spiel, feine vorzügliche Maike, feine unvergleichliche Komik unb glänzende» Mienenspiel, baß iha all zweitenBüller" erscheinen ließ, zu gewinnen. Dal Publikum befand sich bet den mit präch­tigem Humor vorgebrachten EinfällenOnkel Bräsig»" un­unterbrochen in fröhlicher Stimmung unb überschüttete ben vorzüglichen Darsteller mit lebhaften BeifallSbezeugunqen unb mehrfachen Hervorrufen. An dem Erfolg, den der Gast un­streitig errungen, nahmen alle übrigen Mitwirkenben Theil durch ihr gute» Spiel. Besonder» zu erwähnen sind: Herr Albrecht, der den Fritz Triddelfitz in derb possenhafter Weise gab unb damit starke komische Wirkungen erzielte, Herr Doser al» dunkler Ehrenmann PomuchelSkopp, Herr Lieb­scher in der guten Wiedergabe de» alten, ehrlichen Mosel. Da» Idiom de»Mecklenburger Platt" war größtentheil» gut verständlich, hätte jedoch stellenweise, nicht zu« Nachtheil für da» hiesige Publikum, eine Milderung durch hochdeutsche Aussprache erfahren dürfen. Die Vorstellung war gut besucht.

Stadttheater. Die nächste Vorstellung im hiesigen Stadttheater stabet am kommenden Sonntag, den 28. b Mtl. statt. Nachmittag» 4 Uhr ist eine Aufführung für Kinder, und zwar gelangt alflbann Göruer» beliebte» Märchenspiel Apfelbaum, Erdmänachen und Flöte" zur Dar­stellung. Abend» geht Ferdinand Raimund» herrliche ZauderpoffeDer Verschwender" mit der Kreutzer',cheu Musik in Scene. Die Aufführung de» längst mit Spannung erwarteten neuen Schauspiele»Der Gymnasialdiree- tot" von Eugen Zabel und Alfred Bock findet voraul- fichtlich Anfang» nächster Woche statt.

Die Gießener Omnibulgesellfchaft hat gestern bei der Firma Ro weiser u. Co. tu Fliedderg einen neuen 24sitzigeu Sommerwagen in Auftrag gegeben, welcher mit Beginn de» Sowmerfahrplane» in Dienst gestellt werden soll.

Auszeichnung. Apotheker A. F. H. Paleo« in Mühlheim a. d. Ruhr, ein geborener Gießener, von dem wir s. Zt. meldeten, daß derselbe für die von ihm erfundene