Ausgabe 
26.9.1897 Erstes Blatt
 
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können auch längere Radfahrteu leicht zu Verbiegungen und Verkrümmungen führen. Endlich ist auch die starke Inan­spruchnahme der unteren Gliedmaßen beim Radfahren für jugendliche Personen schon deshalb schädlich, weil die Blut­überfüllung in den Gelenken in diesem Alter nur zu oft Knie- sowie Hüftgeleokentzüudungeu zur Folge hat. Alle diese gesundheitlichen Nachtheile find um so gefährlicher, je jünger die Kinder find, fie dürften aber bei Knaben und Mädchen über 16 Jahre kaum noch zu befürchten sein. Im Allgemeinen ist dem medtctntschen Gutachten zufolge daS Radfahren erst nach völliger körperlicher und geistiger Reife zu empfehlen.

Utter die Getreide - Ernte der ganzen Erde im Jahre 1897 liegen jetzt schon statistische Zusammenstellungen vor, nach welchen sich der Getreidebau Europas in diesem Jahre auf 466,953,000 Hectoliter beläuft, gegen 557,594,000 Hekto­liter im Vorjahre. Nach einem Bel icht vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, wurden in Amerika 253,750,000 Hectoliter gegen 191,429,000 im Jahre 1896, producirt- Asien lieferte 86,130,000 gegen 100,050.000 Hectoliter, Afrika wie im Vorjahre 13,340 000 Hectoliter, während Australien 8,246,730 gegen 870.388,600 im Jahre 1896 lieferte. Im Ganzen ist ein Minderergebuiß von 45,700.000 Hektolitern gegen 1896 zu constatireu.

* Theorie und Praxis. Eine äußerst drollige Ant­wort gab, wie ans Cuxhaven geschrieben wird, jüngst ein dortiger Volksschüler in der Rechenstunde. Der Junge war bei der Erläuterung der Gehetmniffe der Bruchrechnung von einer empörenden Unaufmerksamkeit. Der Lehrer beschloß deßhalb, ihm gehörig auf den Zahn zu fühlen und hieß ihn, aufzustehen. Dann redete er ihn folgendermaßen an:Denke Dir, Du habest ein Stück Fleisch vor Dir. Was erhältst Du, wenn Du eS durchschnetdest?"Zwei Hälften." Und wenn Du diese wieder theilft?"Bier Viertel." Und wenn Du diese..."Acht Achtel."Und wenn..." ,,SechSzehn Sechszehntel" sagte der neue Jacques Jnaudi, denn diese richtigen Antworten konnte er nur einer höheren Erleuchtung verdanken; aufgepaßt hatte er nicht, darauf konnte der Lehrer schwören.Und wenn Du diese wieder rheilft?" fragte er deßhalb beharrlich weiter. Dann gibt eS Hackfleisch", sagte der Junge.

Erstaunliche Neuigkeit. Ein amerikanischer Tourist kommt durch ein kleines irische- Dorf, und da seine Uhr schon nor einigen Stunden stehen geblieben ist, fragt er ein acht­jährige- Bürschchen, das mit einigen Büchern unter dem Arm eben aus der Schule zu kommen scheint, wie spät e- jetzt ungefähr hier am Orte sein möge.Wird wohl so um zwölf herum sein, Herr!" antwortete der Kleine, höflich sein Mützchen ziehend.Erft zwölf? Ich glaubte, es sei schon mehr," rief der Herr verwundert.Hier wird eS nie mehr," meint da ober der Kleine altklug.Unsere Uhr fängt bet zwölf immer wieder von vorne an"

Schiff-nachrichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl LooS und I. M. Schulhos.

Bremen, 24. Septbr. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Doppelschrauben - Postdampfer Bremen, Capitän W. Retmkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr Morgens wohlbehalten In Newyork angekommen.

Airiverfitäts - Nachrichten.

Breslau. Eine Desinfektoren-Schule foll auf Anord­nung des CultusministerS hier eingerichtet werden. Mit der Durch­führung des Planes ist Geh. Med.-Rath Prof. Dr Flügge betraut, der dem Hygienischen Institut der hiesigen Universität vorstehl. An dieses Institut soll die neue Schule angegltederl werden. Das Institut hat der Frage der Desinfektion während der letzten Zett ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt und umfangreiche Versuche mit den neuesten DeStnfectionsapparaten angestellt.

»«»r«g <**» de« »ta«6cMUBtartfftftani de, etabt «Hefcea.

«usgebote.

September: 18. Fritz Martin Schäfer, Schneider zu Herborn, mit Louise Krauß daselbst. 20. Heinrich Linkmann, Hilssbremser dahier, mit Katharine Grönert zu Queckborn. 21. Friedrich Christian Wenzel, Metzger dahier, mit Margarethe Schrimpf hterselbft. 22. Karl August Wilhelm Heinrich Steding, Asfistent am Gas- und Wafferwerk dahier, mit Ernestine Minna Martha Fleisch zu Wolfenbüttel. 23. Johann Bohl, Schneider dahier, mit Margarethe Bierau hierfelbst.

September: 18. Dr. Ludwig Dalguen, praktischer Arzt zu Heldenbergen, mit Pauline Justine Katharine Arnold dahier. 18. Hermann Ernst Becher, Schneider dahier, mit Elise Margareth Jahres hterselbft. 18. Peter Schmidt, Schlosser dahier, mit Margareth Müller zu Rieder-Ofleiden 18. Konrad Schomber, Rangtrer dahier mit Johanna Margarethe Elisabeths Becker hterselbft*

toratu.

September: 11. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Gelfebach ein Sohn. 13. Dem Hauptmann und Compagntechef Karl Pampe eine Tochter, Gertrud Klara Elisabeth. 13. Dem Spengler Heinrich Ltch ein Sohn. 14. Dem Fuhrmann Heinrich Launspach ein Sohn, Fritz. 14. Dem Sergeant Heinrich Döll ein Sohn, Heinrich Johannes Peter KaSpar. 16. Dem Handelsmann Friedrich Benner eine Tochter. 17. Dem Lacktrer Karl Volz eine Tochter, Katharine Margarethe. 17. Dem Taglöbner Karl Schäfer eine Tochter 18. Dem Pfarrer Dr. Friedrich Grein ein Sohn. 18. Dem Zuschneider Friedrich Wilhelm Söhnel ein Sohn. 18. Dem Werkmeister Friedrich Weber ein Sohn, Heinrich Hermann Wilhelm. 19. Dem Schreiner Johann Karl Neurath eine Tochter, Anna Margarethe Elisabeth Lucie. 21. Dem Glaser Heinrich Baum eine Tochter, Anna Clara Christine Martha. 21. Dem Kaufmann Karl Textor eine Tochter, Karola Johanna Agnes

»est^rdcue.

September: 17. Karl Friedrich Wilhelm Jacobi, 23 Jahre alt, Gerichtsaccesstst dahier. 20. Karl Johannes Born, 2 Jahre alt, Sobn des Viehhändlers Karl Johannes Born dahier, 20. Henriette Schäfer, 18 Jahre alt, Tochter des Laternenwärters Johannes Schäfer dahier. 21. Emanuel Löb, 59 Jahre alt, Handelsmann dahier. 21. Georg Krämer, 53 Jahre alt, Knecht zu Leihgestern, Kreis Gießen.

Anszng ans den Nirchenbüchern

Der Stadt Gietzeu.

-vaugelifche Gemeinde.

eteente.

Matthäusgemeinde.

Den 18. September. Hermann Ernst Becher, Schneider zu Gießen, und Elite Margarethe Jahres, Tochter deS verstorbenen Fuhrmanns Christoph Jahres zu Rödgen.

Lukasgemeinde.

Den 18. September. Konrad Schomber, Rangirer, und Johanna Margarethe Elisabeth Becker, Tochter der Rangiermeisters Balthasar Becker.

Denselben. Peter Schmidt, Schlosser, und Margarethe Müller, Tochter des Landwirths Konrad Müder aus Nieder-Ofleiden.

Denselben. Dr. Ludwig Dalquen, Arzt zu Heldenbergen, und Pauline Arnold, Tochter des verstorbenen Steuercontroleurs Wilhelm Arnold, von Gießen.

Matthäusgemeinde.

Den 19. September. Dem Schneider Jakob Büttner eine Tochter, Auguste, geboren den 16. August.

Denselben. Dem Schneidermeister Johannes Kern ein Sohn, Georg Rudolf, geboren den 9. August.

Denselben. Dem Gerichtsschreiber-Aspirant Heinrich Ruppe! ein Sohn, Otto Ludwig, geboren Den 15. August.

Denselben. Dem Taglöhner Philipp Schmidt eine Tochter, Anna Helene, geboren den 28. August.

Denselben. Ein unehelicher Sohn, WUhelm, geboren den 3. September.

Markusgcmeinde.

Den 19. September. Dem Blerbrauereibcsitz-r Eugen Asprion eine Tochter, Sophie Marie, geboren den 19. August.

Denselben Dem Fuhrmann Theodor Simon ein Sohn, Wilhelm Theodor, geboren den 22. August.

Denselben Dem Kaufmann Carl Eduard Koch ein Sohn, Arthur Ludwig Wilhelm August, geboren den 5. August.

Den 24. September. Dem Wirth Anton Koch ein Sohn, Willy, geboren den 11. Juli.

Lukasgemeinde.

Den 19. September. Dem Gärtner Johannes Schneider eine Tochter, Marie Elisabeth, geboren den 15. August.

Johannesgemeindc.

Den 19. September. Dem Bahnarbeiter Heinrich Nicolai ein Sohn, Willy Johann Carl, geboren den 16. August.

Verrdigt«.

Lukasgemeinde.

Den 22. September. Henriette Schäfer, Tochter des Laternen- wärters Johannes Schäfer, 18 Jahre alt, starb den 20. September.

Verkehr, CanO* Wird Vottswirchschnf^

Bieten, 25. September. Marktbericht. Aui dem heutig.» Wochenmarkt kostete: Butter vr. Pfd. X 1,001,15, Hühnerei r pr. St. 0 2 St. 1315 Enteneier 1 St. I00 X Gäns"

eier pr. St. 00-00 X Käse pr. 6t. 5-8 X Käfematte pr. St. 3 X Erbfen pr. Liter 18 Linsen pr. Liter 27 X Tauben pr. Pan X 0,50 bitz 0,70, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. StLst X 0,00-0,90, Enten pr. Stück X 1,601,70, Gänse pr. Pfu. s X 0,000,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 X Kuh- und Rindflei' ch pr. Pfd. 60-66 X Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 X Schwein, fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 X Kalbfleisch pr. Pfd. 5660 -L Hammelfleisch pr. Pfd. 5066 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 di« 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 0--00 Zwiebeln pr. Centrur X 5,000,00, Milch pr. Liter 16 X

Schöne Aussichten,

sagte die noch jugendliche Nachbarin. So jung und schon diese Erscheinungen: eigenthümliches Roth, Hautblüthchen, welke, rissige und rauhe Haut, was soll das erst später werden? Was muß ich thun. Sehr einfach. Verwenden Sie mehr Sorgfalt aus die Pflege der Haut. Vermeiden Sie ernstlich den Gebrauch scharfer Seifen. Waschen Sie sich mit nichts Anderem als Doerings Seile mit der Eule. Diese vortreffliche Damen und Ktnder-Seise, die in der Neuzeit durch Zusatz von edlen Ingredienzien wesentlrch verbessert roorben ist, sollte auf keinem Waschtisch fehlen, denn ste ist wirklich das, was zur Erhaltung der Schönheit, Frische unv Reinbett der Haut nothwendig und dienlich ist. Erhältlich überall per Stück 40 Psg. 2094

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Meyers Konversations - Lexikon

(auch in Umtausch gegen älter« Werke) sowie alle andern Bücher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Garteuftratze 2.

««gebot bet Arbeitnehmer r 1 Buchbinder, 1 Krankenpflegerin, 1 Ma­schinist (gepr. Heizer). 2 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Schreiner, 1 Einkassirer, 2 Ausläufer bezw- Colporteure, 1 Magazinarbeiter, 1 Magazinier, 1 Reisender, 1 Bureaugehülfe, 1 Schreibgehülfe, 2 Lauffrauen, 1 AuShülfSköchin, 3 Taglöhner, 1 Putzfrau, 3 Dienstmädchen.

HaWate der Arbeitgeber r 2 Krankenpfleger, 2 Bauschlosser, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schneider für Hosen und Westen, 1 Rock- und 1 Untformarbeiter, 2 Schneider, 5 Schuhmacher, 5 Schreiner, 1 Fahrbursche, 3 Pferdeknechte, 1 Lauf­frau, 4 Taglöhner, 3 Bäcker-, 2 Buchbinder», 3 Schlaffer-, 2 Schneider, 4 Schuh­macher-, 3 Schreiner-, 1 Setzer-, 2 Drechsler-, 1 Gärtner-, 2 Schmied-, 1 Glaser-, 1 Kupferschmied-, 1 Barbier-, 1 Wagner-Lehrling, 12 Dienstmädchen für Küche und Hau-arbeit.

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Gießen, den 24. Sept. 1897. Das Stadtbauamt:

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Ein der Gemeinde Wiefeck ge­höriger, sehr schwerer, fetter

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soll Donnerstag den 30. Sep­tember l. I., Vormittag« 10 Uhr, auf dem Bügermeisterei-Bureau dort- selbst an den Meistbietenden verstei-

Verdingung von Erd­arbeiten.

Die zur Verbesserung des alten Rödger Weges, zunächst der Liebigshöhe, auszuführenden Erd­arbeiten, bestehend in Lösen und Transportiren von rd. 713 cbm Boden, sollen

Montag den 4. Oktober d. I., Bormittags 11 Va Uhr, öffentlich verdungen werden. Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen auf unserer Amtsstube Nr. 7 während der Dienststunden zur Ein­sicht offen. Angebote auf vorgeschrie­benem Formular sind bis zum ge­nannten Termin einzureichen.

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