Ausgabe 
25.6.1897 Erstes Blatt
 
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gesprochen. Zahlreiche Glückwunschtelegramme aus allen Ttzeileo deS Lande» treffen anläßlich der Botschaft der Königin ein.

London, 23. Juni. Gestern Abend wurden in England über 2000 Areudenfeuer abgebrannt. Dieselben wareu besooder» in der Umgegend von London sehr zahlreich.

Dublin, 23. Juni. Der gestrige Jobeltag wurde hier durch heftige Protest-Versammlungen characterifirt. John Daly sprach tu einer Volksversammlung. In derselben wurde sodann eine Adreffe angenommen, in welcher in An­betracht der Unterdrückung Irland» der Königin und Lord Sali-bury mitgetheilt wird, daß der Jubeltag der Söuigtu tu Irland al» nationaler Trauertag betrachtet werde.

Athen, 23.Juui. Da» Räuberunwesen in Mittel- Griechenland nimmt beträchtliche Dtmenfiooen au. Ent­flohene Sträflinge und irreguläre Soldaten haben große Bauden gebildet, welche die Ortschaften überfallen und rauben und plündern. Die Regierung kann de» Unwesens nicht Herr werden. Die Bauern haben eigene Schutzwachen orgaoifirt.'

Kauea, 23. Juni. Die Insurgenten von Kiffamo haben die Feindseligkeiten wieder ausgenommen und beab« sichtigen einen Angriff auf die türkischen Festungen. Der Eommandant des Kriegsschiffe»Blitz" hat die Herausgabe der kürzlich von den Insurgenten entführten türkischen Mädchen gefordert.

Wiesbaden, 24. Juni. Bi» 12 Uhr Nachts lag da» Wahlergebuiß au» 97 Orten vor. Hiernach erhielten Wintermeyer 13587, von Fugger 8767 Stimmen. Die Wahl Wintermeyer» ist gesichert.

London, 24. Juui. Die Jubiläum»feierlichkeiteu wurden gestern beendet mit einer Huldigung, welche 10000 Schulkinder der greisen Monarchin darbrachten. Die Königin dankte herzlich und ließ unter die Kinder Erinnerungs­medaillen, Kuchen und andere Süßigkeiten vertheileu. Abends reiste die Königin mit der Kaiserin Friedrich nach Wind­sor ab.

Athen, 24. Juui. Da« deutsche KriegsschiffKaiserin Augusta" hat gestern Phaleron verlaffen.

WB. Brussel, 24. Juni.Reforme" meldet aus Quellen, die das Blatt sür glaubwürdig hält, daß sämmt- ltche Mitglieder der Expedition DHanis, einschließlich Barow DhaniS, ntedergemetzelt seien.

Cocale* und j)rovirrzieller.

Gießen, den 24. Juni 1897.

Die Kaiser-Manöver betr. verlautet Folgendes: Das Infanterie-Regiment Nr. 118 trifft am 9. August in Mainz ein und verbleibt daselbst bi» zum 24. August, womit das Brigade-Exercieren seinen Abschluß gesunden hat. Die 25. (Großh. Hess.) Division, bestehend auS der 49. un»» 50. Infanterie - Brigade, den Regimentern Nr. 115, 116 (168 zugetheilt), 117 und 118 gemeinsam mit dem Dragoner- Regiment Nr. 24, dem Feld - Artillerie-Regiment Nr. 25, einer Pionier-Compagnie und einem Train-Detachement hat vom 24. August ab Manöver bei Södel und Melbach in Oberheffeu, am 4. September Kaiserparade und dann bis 10. bezw. 11. September Kriegsmärsche- die 13. Cavallerie- Division, bestehend au» den Husaren - Regimentern Nr. 10 uud 11, den Ulanen Nr. 6 und den Dragonern Nr. 5 hat vom 3. bi» 6. August Regiment»-, vom 7. bis 10. August Brigade- uud vom 11. bis 18. August DtvifionS-Exercieren auf der Senne, vom 19. August bis 3. September UebungS- Märsche, am 4. Kaiserparade und vom 5. bis 10. und 11. September Manöver und KriegSmärsche.

Concert de» Süddeutschen Manner-Sextett. Dien-tag, 29. Juui inSteins Garten". DaS rühmlichst bekannte Sextett befindet sich augenblicklich auf einer Tournöe im Elsaß, wo eS allerorts mit größtem Erfolg concertirt. Fol­genden Bericht lesen wir in derWeißenburger Zeitung". DaS gestern Abend im SaaleZum weißen Bären- statt­gehabte Concert desSüddeutschen Männer-SextettS" er» füllte in hohem Maße die hochgespannten Erwartungen, welche die zahlreiche Zuhörerschaft tu Erinnerung deS vor­jährigen Auftreten» der Künstler hier hegte. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Schon damals bewunderten wir bet diesen Künstlern einen seltenen Umfang und eine Fülle der Stimmen, die bet vorzüglichster Schulung da» Sextett auf eine so hohe Stufe der Gesangökunft stellt. Das au» den herrlichsten Perlen de» Deutschen Liederschätze» gewählte Programm bot gestern auf» Neue reiche Gelegen- heit, btt seine Präcifion und Sicherheit de» Einsätze», die Weichheit und Biegsamkeit der Stimmen in allen Modula­tionen vom kräftigstenforte* bi» zum zartesten »pianissimo* zu zeigen uud zu entfalten. Da» Jntereffe des Publikum» von vornherein gefeffelt, steigerte sich von Nummer zu Nummer. Mit wahrer Andacht lauschte die Menge den herr­lichen Vorträgen, um am Schluffe die Künstler mit nicht enden wollenden Betfall»salven zu überschütten. Jene ließen sich immer wieder zu neuen Einlagen herbei, und al» mit dem humorvollenitalienischer Salat" da» Programm er­schöpft war, bewegte sich kein Fuß zum Gehen. Mit immer wieder erneuten Betfallrufen wurden die Künstler noch zu einer Dreingabe gezwungen, welche in dem herrlichenDer- laffen bin t" bestand und sich den Borträgen des Abend- würdig anrethte. Wie wir vorau»gesagt, gewährte dieser Concertabend einen seltenen Kunstgenuß, und wir find er­freut, melden zu könuen, daß sich dieser Genuß Anfang» Juli wiederholen soll, indem die Künstler für hier noch einen Abend bestimmten.

* Ehrung. Der Gastwirth»verein von Gießen uud Umgegend hat den Restaurateur JaSkowsky, welcher in den nächsten Tagen seinen Wohnfitz nach Hamburg verlegt, tu Berücksichtigung seiner vielfachen Verdienste um den ver- eto, zum Ehrenmitglied ernannt.

* Sprengungen. Bei den Au»schachwogSarbeiteu zu« Erweiterungsbau des Hauptpostgebäudes ist man auf mächtige Quarzfelsen gestoßen. Nachdem in der ver- stoffenen Woche schou erhebliche Bohrungen vorgenommeu, wird mit denselben heute Nachmittag gegen 4 Uhr fortge- fahren werden.

* Eine Versammlung der SerichtSvHl-ieher des Groß- herzogthumS Hessen hat am Sonntag in Frankfurt a. M. stattgefuudeu. Die Beamten erstreben die Aushebung der bisherigen Besolduog und Festsetzuog eine» Gehalte».

** Versammlung. DerVerband der Rechner in den Landgemetodeu de» GroßherzogthumS" hält uächstev Sonntag imStorcheu" zu Frankfurt eine Hauptversammlung ab, auf welcher Berichterstattung über die seitherigen Schritte in Betreff der Fürsorgefrage erfolgen wird, nachdem nun in den einzelnen Krei»verbäuden die einschlägigen Fragen ein­gehend veutilirt worden find. Auch wird Berichterstattung über Privatverficherung von BerbaudSwegeu erfolgen.

** Fahrräder al» Freigepäck. Zur Vereinfachung de» GepäckabferttgungS- und Wtegrverfahren» bei der Aufgabe von Fahrrädern sind lt.Offeub. Ztg." folgende Normal- gewichte festgesetzt: für einsitzige Zweiräder 20 Kilogramm Gewicht, für zweisitzige Zweiräder werden 30, für dreisitzige 50 Kilogramm in Anrechnung gebracht. Da auf jede ein- fache und Rückfahrkarte erster bi» dritter Klosse rc. 25 Kilo­gramm Freigepäck gewährt werden, so ist Jeder leicht im Staude, da» Uebergewtcht zu berechnen.

Feierabeudstuude. In Mainzer Blättern finden z. Z. Erörterungen über die Feierabendstunde statt. Die Meinungen gehen^natürlich für und gegen. Dabei geht dem Mainz. Anz." folgende Zuschrift eines Freundes der Feier- abendstuude zu:Ob eS nicht besser wäre für das mora­lische und Physische Befinden Bieler, diefeucht-fröhlichen Stunden inspäter Nachtstunde" abzukürzen, da» ist eine andere, nein! da» ist keine Frage. Laffen Sie fich mit- theilen von unseren Spitalärzten, um welche Zett die ge­stochenen, gehauenen, halb tobten feucht-fröhlichen Menschen ins Spital gebracht werden. Fragen Sie die hiesigen Aerzte alle, wie viele Frauen und Kinder darben und erkranken, weil der Verdienst der Männer zu klein ist nachdem er durch die Ausgaben für die feuchte Fröhlichkeit verkleinert wurde. Gefängnisse und Zuchthäuser, Spitäler und Irren­anstalten verdanken einen großen Theil der Insassen den Folgen des Trinkens. Wenn von gegnerischer Seite gewisse unabweisbare" Nachtstörungen angeführt werden, z. B. das Trompeten der Soldaten in der Frühe, da» Pfeifen der Locomotiven u. s. w., so apprlltrt man deshalb nicht an die Polizei, weil sie unabweisbar nöthig, d. h. gesetzlich erlaubt find. Außerdem ist der Vergleich nichtssagend, weil jene Störungen nur kurze Momente dauern und zwar um eine Zeit, um welche die arbeitsamen Menschen ihre besten Stunden geruht und geschlafen haben. Aber die angetrunkenen und betrunkenen sog. Feucht-Fröhlichen kennen keine Zettgrenzeu für ihr scandalöseS Lärmen und Toben. Dies verstößt gegen die Gesetze über die Nachtruhe und ist deshalb abweisbar.

* Wetterbericht. Hoher Druck bedeckt den größten Theil Europas und hat der Kern des Maximums seine Lage mit wenig veränderter Jnrenfität über unserem Gebiete bei­behalten. Die Witterung ist in Central-Europa vorwiegend heiter. Niederer Druck liegt im hohen Norden. Bon Westen her scheint zwar eine größere Depresfiou heranzuziehen, doch dürfte dieselbe die WitterungS Verhältnisse auf unserem Ge­biete zunächst noch nicht beeinflussen. Voraussichtliche Witterung: Zunächst meist heiteres und warme» Wetter.

-?- Aus dem Ohmthal, 23. Juni. Die Heuernte ist in vollem Gange. Seit dem FutternothstandSjahre hat e» nicht einen solchen Heusegen gegeben, wie gegenwärtig. Endlich sieht man wieder einmal auS den Wiesen de» Ohmthale», die durch ihr vorzügliche» Heu weit bekannt find, Wagen voll Heu heimfahren, wie «ans früher, vor dem NothstandS- jahr gewohnt war. Mehr al» das Doppelte der vorjährigen Ergebnisse liefert die diesjährige Heuernte. Dazu läßt da» wieder eingetretene schöne Wetter auch die Qualität de» Heues eine vorzügliche werden. Selbst Leisten, an Berge»- abhängen gelegen, die man seit einigen Jahren gar nicht zu mähen vermocht, liefern reichlich und gutes Heu. Die Preise für da» Heugra» bei den gegenwärtig stattfindenden GraS- Versteigerungen auf Domantal- und Gemeindewiesen sind ent­sprechend dem Futterreichthum weit billiger al» sonst, ohne indessen gerade ungewöhnlich billig zu sein. Wer da weiß, wie der Landwirth bei den billigen Getreidepreiseu auf die Viehzucht angewiesen ist, der kann auch ermessen die Be­deutung einer solch vortrefflichen Heuernte, wie die jetzige, für den landwirthschaftltchen Betrieb.

Bom Main, 22. Juni. Herr Privatier Ellenberger au» Darmstadt, der in Klingenberg Sommerwohnung besitzt, fuhr gestern mit seiner 14j8hrigen Tochter mir Belociped von Obernburg au» in der Richtung nach Aschaffenburg. Zwischen Wörth und Obernburg fuhr beim Fischer'schen Steinbruch ein mit Steinen beladener Wagen quer über die Staatsstraße. Während es Herrn Ellenberger gelang, dem Wagen auSzuwetchen, wurde die Tochter von einem Hinter­rade niedergeworfen und überfahren. Der Tod de» un­glücklichen Mädchens trat sofort ein. Die Leiche wurde zu­nächst nach dem GasthofeZur Sonne" in Obernburg ver­bracht und heute nach Darmstadt übergesührt. Drmst. Ztg.

* Kassel, 22. Juni. In der Wohnung eine» hiefigen L eutenaurS vergiftete fich die Tochter eines Unter­beamten, indem fie Salzsäure trank. DaS Mädchen wurde noch lebend nach dem LandeSkrankenhauS gebracht, wo e» unter den furchtbarsten Schmerzen verschied.

Geestemünde, 24. Juni. In dem Nachbarorte Mayer- hof erschoß der Bauernsohn Otten au» Eifersucht seinen Bruder, welcher gestern heirathen wollte, und dann fich selbst.

Wiederholte» TodeSurtheU. AuS Duisburg wird berichtet: Nachdem da» Reichsgericht das frühere Unheil des Schwurgericht» im Mordproceß Schula, wonach sämmt- liche Angeklagte wegen Morde» bezw. Anstiftung dazu zu« Tode verurtheilt worden waren, aufgehoben hatte, wurde die Sache zum zweiten Male vor dem Schwurgericht ver­handelt. Da» Unheil, welche» Nachts zwei Uhr verkündet wurde, lautete wiederum auf Todesstrafe gegen die Ehefra» Schula und die von ihr gedungenen beiden Mordgesellen Sauter und Schwitz.

* Hebet die Beisetzung der Leiche bei Prälaten Pfarrer» Sebastian Kneipp wird au» WöriShofen gemeldet: Ganz WörtShofen trauerte. Fast von jede« HauS wehten um­florte Fahnen. Die Leichenhalle, in der Kneipp aufgebahrt lag, glich einem exotischen Pflanzenhain. Die Zahl der Kränze, welche eingegangen waren, belief fich auf Über 200. Zahlreiche Verehrer und dankbare Gehellte waren zur Be­erdigung herbeigeellt. Der BeerdigungSact begann 9*/4 Uhr Bormittags unter Theilnahme von 60 Geistlichen, darunter die Vertreter des GeneralvicariatS zu Augsburg. Die geist­lichen Handlungen wurden von den Decanen Hold und MathfieS vorgenommen. Als Vertreter de» Erzherzog» Josef «ar dessen Leibarzt RegimentSarzt Dr. v. Cotelli anwesend. Kränze wurden mit kurzen Ansprachen im Namen de» Central- Kneipp-BereinS, der Gemeinde, deS Kinder-Asyl», der WöriS- hofer Vereine, dann der Kneipp - Vereine zu Schwäbisch- Gmünd, Stuttgart, Karlsruhe, Mainz, Wiesbaden, Mann­heim, Cassel, Berlin, Wien und Basel, derer Dänemark» und einer Anzahl bayerischer Naturheilvereine niedergelegt. Um lOVi Uhr war die Feier beendet, und es begann der Gottesdienst.

Aberglaube. Daß im Zeitalter der Electricität und de» Dampfe» noch der krasseste Aberglaube wuchert, beweist eine Gerichtsverhandlung, die sich dieser Tage vor der Straf­kammer in Stuttgart abspielte. Es handelt fich um einen verkabeln Hexenprozeß, der kaum glaubliche Dinge an daS Tageslicht förderte. Stuttgart« Blätter berichten darüber: Der Befitzer der Wirthschaft zumWaldhorn" In WimSheim, OA. Leonberg, Matthias Gentner, hat eine Tochter, ein 13 Jahre alte» hysterisches Mädchen. Da die Krankheit des Mädchens den Wimsheimer Bürgern höchst seltsam vorkam, hielten sie da» Mädchen für verhext und da eS in den Anfällen meistens den Namen derStrumpf- Kathrine", Katharina Herrmann heißt da» Mädchen, in den Mund nahm, war dieses junge unbescholtene Mädchen bi» Hexe. AIS Rädelsführerin der Hexen wurde eine ältere Frau Namens Anna Maria Decker bezeichnet. In welche« Maße der Hrxenglauben in diesem Dorfe verbreitet ist, beweist der Umstand, daß der Pfarrer von Wimsheim, der sich mit Andern die größte Mühe gab, den Aberglauben auSzurotten, vor Gericht erklärte, wenn er gegen diesen Aberglauben ge­predigt hätte, so wären ihm drei Viertel der Gemeinde nicht mehr itr die Kirche gegangen. Nach der Schilderung de» Rechtsanwalt» Dr. Lautenschlager, der al» Nebenkläger auf­trat, ist in WimSheim, wie in andern Orten der Umgegend noch allgemein der Glaube verbreitet, daß daselbst eine ganze Reihe von weiblichen Hexen, ja auch ein Hexenmeister, dessen Eigenschaft erblich sein soll, leben. Sie verhexen Menschen, Vieh, Schweine und Kühe, und zwar werden den zu ver­hexenden Früchte oder sonstige Nahrungsmittel eingegeben. Ist nun einmal eine Person oder ein Thier verhext, so be­kommen fie alle möglichen bösen Anfälle, welche fich s» steigern, daß sie zuletzt den Tod zur Folge haben. E» wurde festgestellt, daß unter den Wimsheimer Bürgern einige waren, die den beiden vermeintlichen Hexen Todes­fälle letzter Zeit Krankheiten aller Art von Thiereu und Menschen zuschrieben. Hiergegen werden Hausmittel an­gewendet, darunter z. T. nicht wiederzugebende Sprüche an­der Bibel. Doch das Hauptmittel ist der Hexenbauner, der mit vielem Kostenaufwand herbeigeschafft wird und der fich nut mit blanken Goldfüchsen bezahlen läßt, deren dir Wimsheimer genug zu besitzen scheinen, denn 8 bis 10 Häuser u. s. w. hat er jedenfalls eine bekannte Persönlichkeit von Eppingenfest" gemacht. Der Name ist nicht zu erfahren^ da die Leute glauben, wenn dieser genannt werde, so haben die angewandten Hilf-mittel keinen Werth. Wie die Anklage au-führt, wurden die beidenHexen", al» fie am 26. März an dem Waldhornwirth und seiner Tochter vorübergingen, von diesen bedroht und gröblich beschimpft. Auch von den übrigen Dorfbewohnern mußten fie fich in der Oeffemlichkeit allerlei beleidigende Bemerkungen gefallen lassen, wie z. B. die muß man verbrennen" rc. Die Herrmann erhob wegen dieser Beleidigungen gegen zwei Weiber, die fich dabei am meisten hervorthaten, Klage und diese wurden vom Schöffen­gericht Ceonbwg zu Geldstrafen von 50 und 60 Mk. ver­urtheilt. Die Strafkammer verwarf die Berufung und ver- urtheilte die Beklagten zu den Kosten erster und zweiter Instanz.

Ein Radfahrer Stammbuch befindet fich, wie da» N. W. T." mittheilt, in der Prater-Restauration ZwiÄ beim LusthauS in Wien, welches unter sehr mäßigen Geiste»- blüthen auch einige weniger heitere Sprüchlein enthält, z. v.

Mein Spart ist bin, Mein Tritt ist schwer, Ich unterliege jetzt immer: August Lehr.

Madeln ohne Wadeln Sollten nicht radeln.

Meine Ruh' ist hin, Mein Herz ist schwer, Da» Rad, da« trägt mich nimmermehr Pneumatic bin, Der Schlauch ganz leer, Hol' mich der Teufel, Ich fahr' nicht mehr.

Luft in den Radeln, Kraft in den Wadeln, Schneid bei den Madeln.

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