uugewShNlich große- Ti lei sich hatte, Ul aber quer leg, also nicht zum Vorschein gebracht werden konnte.
-V vsttzeirn, 22. December. In der »uffeusteinfabrik des Herrn S. dahier ereignete sich gestern Nachmittag eia tiefbedanerlicher UaglltflfaH. Zwei Arbeiter hatten fich in der Maschinenhalle, die in den Berg hineiagebant ist, uiedecgesetzt, nm etwa- an-zarnheu und zn efien, all urplötzlich die Wand hereinstürzte und die beiden Arbeiter begrub. Hilfe war sogleich zur Hand nnd mit Aufbietung aller Kräfte schaffte man die Verschütteten wieder an- Lage-licht. Der eine war leider schon vom Tode ereilt worden, den anderen hofft mau trotz seiner Verletzungen zu retten.
Darmstadt, 22. December. Ihre RänlgL Hoheit die Großherzogin hielten am Montag Abend im Palai- am Luiseuplatz für zwölf arme Familien der Stadt eine Weih« uacht-bescheerung ab. Ihre Königl. Hoheit hatten den Wunsch ausgesprochen, solchen Familien bescheeren zu wollen, deren ärmliche häusliche Berhältuiffe eine Weihnachtsfeier nicht er mögliche und welche mit einer großen Kinderzahl gesegnet seien. Die AuSkuuftstelle für Armenweseu der Großh. Bürger« «eisterei hatte, diesem Wunsche entsprechend, Ihrer Königl. Hoheit solche Familien namhaft gemacht und Ihre König!. Hoheit spendeten denselben nnter einem großen strahlenden Baum einen reichlich besetzten WeihoachtSttsch, auf welchem hauptsächlich warme praktische Sachen für Alt und Jung auS« gebreitet waren. Ihre König!. Hoheit vertheilte dann selbst noch Gutscheine, auf einige Ceutuer Sohlen und Kartoffeln für den häuslichen Winterbedarf lautend, und wird damit manchem ängstlich in den kalten Winter blickenden Mutter« Herzen die Sorge abgeuowmeu haben. Mit großen Körben, in denen die Gaben gepackt, verließen die Beschenkten denn auch mit dankenden Worten die hohe Spenderin all der schönen Sachen, und e- war ein reizendes Bild, als alle die Kleinen fich jubelnd und dankend an die Großherzogin heran« drängten, um für das „schöne Weihnachtsgeschenk" ihren Dank zu sagen. Ihre Königl. Hoheit haben außerdem noch 66 anderen Familien der Stadt und des Landes Weihvacht-- spenden zukommen laffen. (D. Z.)
Darmstadt, 22. December. Ein Weihnachtsmärchen, „Frau Holle" von Anna Weudel-Marburg in Wir-« baden, wozu ein aus Darmstadt gebürtiger Cornpontst, Hrch. Spangenberg, eine stimmungsvolle und sehr ansprechende Mufik geschrieben hat, fand mit einer echt poetischen Durchführung und unterstützt durch die Effeete einer brillanten Maschinerie gestern im Hoftheater, wo viele Hunderte von Kindern versammelt waren, die freundlichste Aufnahme. — Dieser Tage hat fich durch Ueberfahrenwerden einer über SOjährigen Frau, die bald nachher starb, der erste ernste Unglücksfall bei der electrifcheu Bahn ereignrl. Die Frau büßte ihre eigene Unvorsichtigkeit mit dem Leben.
A Mainz. 22. December. Im Namen einer Anzahl Gtadlvcrordnerer der demokratischen und EentrumSfraction reichte der Stadtverordnete Meyer in heutiger Stadtver« ordnetenfitzung eine Interpellation ein, in welcher das Vorgehen der nationalltberalen Partei hier, durch Zusendung von Circularen, Mitgliederkarten rc. an die Beamten der städtischen Verwaltung deren Beitritt zur Partei zu erlangen, gerügt und bei der Bürgermeisterei angefragt wurde, ob diese die Beamten verständigt habe, daß sie, ohne fich zu schädigen, derartige Aufforderungen zurückweisen könnten. Oberbürgermeister Dr. Gaßn er beantwortete die Interpellation dahin, daß eine derartige Verständigung der Beamten nicht stattgesunden habe und auch nicht stattfinden werde, da die politische und religiöse Gefinnung der städtischen Beamten absolut keinen Eirfluß auf deren Functionen habe. Sie sollten mit Fleiß und Treue ihre Schuldigkeit thun, dann werde ihnen ohne Rücksicht auf Politik und Religion die
ff1—"——
„Ja, meinen Sie denn wirklich, daß Lora fich au uns gewönnen wird?"
„Aber da übernehme ich die volle Garantie, das ist so fichrr wie . . ."
„Und was soll der Papagei denn kosten?"
„Ach, da werde ich kein Unmensch sein. Sehen Die, daS Thier ist in den besten Jahren, herrlich im Gefieder, zutraulich und lieb gegen Kinder, eS unterhälr durch sein Grplauder eine ganze Familie. Werth ist es mindestens hundert Mark- unter normalen Verhältniffen würde ich eS für sechzig Mark verkaufen, aber da ich jetzt auch einen WeihnachtSauSverkauf aufgethan habe, schlage ich eS für vierzig los."
Ich zögerte noch immer. Meinem Mann würde ein Papagei schon recht sein, aber konnte ich die vierzig Mark nicht beffer anlegen? Der Händler werkte, daß ich mich nur schwer entschließen konnte.
„Ader ich bitte, denken Sie doch, welches Vergnügen wird eS Ihren Kinderchen- machen, wenn der Papagei Ihnen die schönen Märchen erzählt . . ."
Der letzte Grund war ausschlaggebend, — wenn daS ein solche» wunderbares Thier war, dann waren ja vierzig Mark ein Spottpreis. Ich bezahlte dieselben und ordnete an, daß mir der Papagei am heiligen Abend Nachmittag- zugeschickt werden sollte.
• •
•
Lora kam glücklich bei unS an, in dem blanken Käfig, bcfien Boden mit weißem Sand bestreut war, nahm fich daS Thier ganz stattlich auS.
„Wo woll'n Se'n denn nu hinsetzen?" fragte der Bote.
„Nun, der bleibt in seinem Käfig fitzen," antwortete ich, „ich kann ihn doch nicht im Zimmer umherkrauchen laffen."
„Also behalten Sie den Käfig?"
„Natürlich, der ist ja ganz hübsch."
^Denn iS' jut," meinte der Bore, und ein Lächeln der Befriedigung glitt über fein Gesicht, „da war et janz an- gemessen, bet ick wir die Rechnung jleich ivjestochen habe," — dabei zog er ein zusammengefaltete- Papier auS der Brusttasche.
«Bede**u»g der städtischen Berwaltmtg nicht versagt werden.
• Mannheim, 21. December. Die Rehabilitation eine- unschuldig Verurtheilteu vollzog heute die hiesige Strafkammer. Vor einigen Wochen war der junge nnb bisher unbescholtene Cigarrenmacher Jakob Anselmevt auS Reilingen auf Grund eine- erdrückenden JndizienbeweifeS wegeu schweren Diebstahls zu 3 Monaten Gefäugniß verur« theilt worden. Er sollte am 9. Oerober Abend- in die Wohnung de- Cigarrenmacher- und KaffenrechuerS Michael Klein eiagestiege* fein und den Versuch gemacht haben, die Commode, in der Klein fein Geld aufbewahrte, zu erbrechen. Die Beweisaufnahme hatte ergeben, daß Anfelment kurz vor dem Diebstahl in der Nähe de- ThatorteS gesehen worden ist, daß er, al- die Polizei nach der That ihn in seiner Wohnung vernehmen wollte, flüchtig ging, daß seine Stiefel' in die im Kleiu'scheu Garten Vorgefundenen Fnßspureu bis auf die Eindrücke der Nägel (einige fehlten nämlich) paßten, und daß er ein Geständuiß abgelegt hatte, daS er allerdings später widerrief, indem er behauptete, er habe nur deshalb fich als Dieb bekannt, um nicht die Schmach zu erleben, gefesselt durch den Ort nach dem Klein'scheu Hause geführt zu werden, wie ei ihm von dem GeuSdarmen an* gedroht worden sei. Nach der Berurtheilung Anselment- lief ein Brief des Reilinger Pfarre» bet der GeuSdarmeriestation Hockenheim ein, worin mitgetheilt wurde, die wirklichen Schuldigen in der DiebstahlSaffaire hätten sich gemeldet, und Anselment sei unschuldig. Der Wickelmacher Karl Dagen- bad) hatte den Einbruch verübt, und sein College Emiliau Hauser ihn dabei begünstigt. Hauser bekam GewiffenSbiffe über die Berurtheilung Anselment» und gestand. Zum Glück hatte dieser seine Strafe noch nicht angetreten, sodaß ihm kein weiterer Nachtheil erwachsen ist. Dageubach wurde heute zu zwei Monaten Gefäugniß verurtheilt, Hauser freigesprochen. Bemerkeu-werth ist übrigen» noch, wie fich die frappante Uebereinstimmung der Sttefelsohleu AnselmeotS mit den Fußspuren aufklärte. Der Polizeidiener von Reilingen, der die ersten Erhebungen in der Sache vorgenommen, hatte bei der Vergleichung der Stiefel mit den Fußspuren jene so kräftig in die Fußftapfen eingedrückt, daß die völlige Uebereinstimmung der Sohlen mit den Fußftapfen bi» auf die fehlenden Nägel hergestellt wurde. Die Gendarmerie, die erst später die Ermittlung übernahm und von der Manipulation de» Poltzeidiener» nicht- wußte, betrachtete natürlich die unverkennbare Uebereinstimmuog von Sohle und Abdruck als Judicium ersten Ranges. Wieder eine Erfahrung, die geeignet ist, die Gerichte vorfichtig zu stimmen!
* Sine Schlacht vor 20,000 Jahren. Ein amerikanischer (!) Astrologe macht Mittheilung von einer Schlacht, die vor 200 Jahrhunderten geschlagen wurde, natürlich in Amerika. Der glückliche Entdecker dieser Thatsache, Profeffor Walter», machte Ausgrabungen am Arkansa-fluffe, al» er die Spuren jener furchtbaren Schlacht fand, die in den vorgeschichtlichen Zetten zwischen den feindlichen Jndianerstämmeu der Choctaw und der MoyaS au-gefochten wurde. Bei seinen Forsch« ungen coustatirte der Gelehrte, daß auf dem Kampfplatze nicht weniger als 75,000 Menschengerippe lagen, die von zwei au» verschiedenen geologischen Perioden herrührenden Schichten Erde und Sand bedeckt waren. Hab diese- Factum brachte ihn in die Lage, nach 17 jährigem Studium festzu« stellen, daß die in Frage stehende Schlacht vor mindestens 20,000 Jahren stattgefuuden haben muß. Prof. Walter- ist der Ansicht, daß die Maya» au- Mittel« und Südamerika gekommen seien, nm den Norden zu erobern und fich dort
niederzulageN, und daß die eingeborene* Lhottaw-Judluuer verzweifelten Widerstand geleistet Haden, viele von de* ge« fnnbenen Gerippen hatten tu den Knoche* noch die Pfeile, von welchen sie getroffen worden waren, und die *och gnt erhalten find.
Cttaatnr uwb Hwtift.
- Doa CilMnu «t<w0niU> von Bertha CUwul Sehr ju empfehlen find für de» jugendliche Mädchenatter die El zähl»«ge« von Bertha Element. Eine Neuigkeit für den Weihnachtstisch 1887 ist der .Silberne Kreuzbund". Fünf Backfischlein haben sich da einem Luftkurort de» Oberharzes kennen gelernt und find einander in herzlicher Liebe zugethan. Drei davon find Pensionärin«« »an Fräulein Helene Reuter, einer alten, feingebildeten Dame. So innig und meist auch verträglich der Verkehr der jungen Mädchen Untereinander ist, wirkt eS doch sehr ergötzlich, wie die Eharaclere derselben fich gegenseitig abschlrifrn. Doch in einem sind die jungen Mägdlein eins: .Sie wünsch« alle der Roth und dem Elend de- LebenS mit vereinten Kräften zu steuern!" Sie stiften zu diesam Zweck einen Bund und opfern gern den größten Theil ihre- Laichen- gelde» für Werke der Wohlthätigkeit. Ö8 flüstert und kost in dem Buche wie BläUerrauschm. Der herrliche Einband, die allerliebst«» Bilder, alles vereinigt sich, um Freude im jugendlichen Herzm z* erregen. Preis des Buches 3 Mk.
- Lebrn-wsi-heit an» Dichter»«»*. Für stille 6tu*be* gefammelt von Prof. Dr. Friedr. Kirchner. Stuttgart, Verlag von Levy L Müller. 432 Seit« Octav. Preis geheftet 4 Mk, in Prachtbimd 5 Mk. E» ist keine gewöhnliche Anthologie, wie eG deren fchon in Hülle und Fülle gibt, was un- der bekannte philosophische Schriftsteller und Aesthetiker in diesem seinem neuesten Werke bietet, sondern eine Zusammenstellung von Gedichten, dnrch die er uns mit der Denkweise unserer ersten groß« Dichter Iber die ethischen Principien bekannt machen will. Gerade in der jetzig« Zeit, wo durch den erbitterten Kampf ums Dasein die das Leb« verschönernd« und würdig gestaltend« Ideale im Volke auf ein Minimum reducirt find, ist ein solche» Buch am Platze, um den schlummernden Sinn für daS ewig Wahre und Schöne wieder zu wecken und den Weg zu weisen, auf dem man zu einem rein«, ungetrübten Lebensgenuß gelangen kann. Bei der Auswahl der hier in Betracht kommenden Gedichte ist der Herausgeber mit feinem Gefühl und großem Verständntß verfahren und hat so eine Samm» lung geschaffen, die nicht nur die Quintessenz der Lebensweisheit, sondern auch die schönsten Perl« der neuer« Poesie — betinter eine große Anzahl von noch nicht gedruckt« Original« zeitgenössischer Dichter — enthält, ohne dabei jedoch unsere Dichterhero» ganz auSzuschließen. _____________
— Da* Principal «nd seine ««gestellten - Procurist«, Handlungsgehilfen, Handluogsreisende, Handlungslehrlinge und kaufmännische Agent« — in ihren gegenseitigen «echten *«£ Pflichten. Auf Grund de» HandelSgesitzbuches vom 10. Mai 1887 und der sonstigen neuen Gesetzgebung dargestellt von Hermann Pilz, Syndicus. 8. 1898. Preis gebundm 2 Mk. Verlag von Veit & Co. in Leipzig. Durch die am 1. Januar 1898 in Kraft tretenden Bestimmungen biß neu« Handelsgesetzbuches werd« die gegenseitigen Rechte und Pflicht« deS PrincipalS und der von ihm angestellten Gehilfen und Lehrlinge geregelt. Uibtr daS Lehrver- HSItniß werd« zum erst« Male gesetzliche Bestimmung« getrost«; im Uebrigm werden die Kündigungsfrist für Gehilfm, daS Con- curr«zverbot usw. geregelt. Ein besonderer Vorzug de» vorlieg«- dm Werkes, das fich auch mit den Procurist«, Handlungsreismd«» und kaufmännisch« Agent« in besonder« Abschnitt« beschäftigt, ist seine klare, faßliche und übcrstchtliche Darstellung. Durch Beispiele aus der Praxis mit anschließenden Entscheidung« der Gerichte ist der Derfafler seine Ausführungen zu begründen und leichter verständlich zu mach« bestrebt.
tttiioerfttäfs - Nachrichte«.
— Berlin. Eine vollständig neue Einrichtung im deutsch« UnioerfitätS-Unterricht ist jetzt in Berlin auf Anregung von Mitgliedern der philosophisch« Facultät inS Leb« getreten, die Bestellung eine» Lectors für die deutsche Sprache. Die Einrichtung hat den Zweck, in Berlin studirende Ausländer in da» Studium der deutschen Sprache einzusühr«. An dem „Uebnngs- cursu»", wie der Unterricht amtlich genannt wird, können männliche und weibliche Sludirende theilnehmen. Mit dem neuen Amt« betraut ist der al» feinsinniger Stilist und Herausgeber der .Politik" von Treitschke bekannte Dr. Max CorniceliuS. Der Unterricht hat bereits begonnen und findet so lebhaft« Zuspruch, daß wohl mit der Zeit Parallel-Surse eingerichtet werd« müffen.
„Ein Papageien-Säfig.....Mark 30 dankend er
halten," — la» ich da. „Ach so?" fragte ich gedehnt, der Käfig ist extra?"
„Aber feste," antwortete der Mensch, „wir können doch nicht bet'n Einkauf von vierzig Mark dreißig Mark Rabatt jeden, — bet wäre ja der hundSordinärste unlautere Wettbewerb, den et jeben könnte . . ."
Seufzend zahlte ich die dreißig Mark.
Dann sah ich mir die Lora nochmal» genau an. Die faß unbeweglich auf der Stange und beobachtete jede meiner Bewegungen. Al» ich mich ihr näherte, warf fie mir einen feindseligen Blick zu und al» ich die Hand auf den Käfig legte und freundlich fragte: „Nun Lorchen, gefällt'» Dir hier gut?" — sträubte sie da» Gefieder, riß die Kopffedern hoch, sperrte den Schnabel auf, schüttelte fich und stürzte auf mich zu wie ein fauchender Kater.
Ich stolperte entsetzt zurück, — gurrnüthig und zutraulich veranlagt schien mir da» Thierchen gerade nicht zu sein, ich holte mir eine Serviette, deckte fie vorfichtig über ba»;8auer und trug ihn so unter den Weihnachtstisch, wo ich ihn auf einen schon bereitgestellten Tisch setzte. Da» ließ fich Lora ruhig gefallen ....
e ♦ *
Die Kerzen de» Christbaume» brannten, der Kinder „Ahhh" und „Ohhh" de» Staunen- war schon in laute» Jubiliren übergegangen, mein Manu schaute sehr vergnügt darein und fuhr fich plötzlich mit dem Taschentuch über dalinke Auge. „Herrjeh," dachte ich da bet mir, „wird denn Ernstchen heute sentimental? Der ist doch sonst nicht so . . . Und ich erst, ich bin doch gefeit gegen diese Rührseligkeiten", — dabei liefen mir aber schon die Hellen Thränen über die Wangen, und ich mußte auch nach dem Taschentuch greifen.
„Nun, Ernstchen," gluckste ich endlich und nahm mich tüchtig zusammen, „jetzt kommt die Ueberraschung, die ich für Dich in petto habe," damit zog ich die Serviette von dem Käfig. Lora blinzelte in da» Kerzenlicht und saß dann unbeweglich da.
„Oho," staunte mein Mann, „ei* Graupapagei, da» ist
ja ein prächtige- Thier, Du hast Dich außerordentlich angestrengt."
„Habe ich auch, Ernstchen," triumphlrte ich, „den* fie ist ein Sprachgenie, die herzige kleine Lora. Sie ist der sprachbegabteste Vogel, der je «ach Europa gebracht worden ist. Schoa auf dem Dampfer hat er Alle» gelernt, wo- ihm der Capiläu Vorgesprächen hat, jetzt ist er so weit, daß er fich mit Jedermann unterhalten und selbst den Kindern Märchen erzählen kann."
„Woher weißt Du denn da-Alle»?" fragte mei* Mann.
„Der Händler hat mir'- erzählt und der spricht kein Papageilatein."
„Nun, dann können wir ja die Probe machen, »le heißt doch gleich da- Brest?"
„Aber Ernstchen," proteftirte ich, „von einem so kluge* Thierchen darfst Du nie so despectirlich sprechen. E» heißt Lora."
„Ein schöner Name," lobte mein Wann. Dann hat er dem Käfig näher. Lora rührte sich nicht. Ich kam heran, die Kinder folgten. Lora rührte fich nicht. Mein Mann sprach mit ihr, ich verschwendete die süßesten Koseworte, big Kinder boten Zucker . . . Lora rührte fich nicht. Da- beuerte so eine halbe Stunde, unsere Geduld war nahezu erschöpft. Da riskiere mein Mann den letzten Versuch. „Wa- bln ich denn, mein Lärchen?" fragte er zärtlich.
Lorcheu steckte da- eine Bein unter die Flügeldecke, schob die schwarze Zunge von recht- nach link», öffnete den Schnabel und klar und deutlich tönte e» un- entgegen: „’n Ouatschkopp!"
„Hurrah!" rief der Junge und stürmte in die Küche, „Anna, zum Papa hat er Ouatschkopp gesagt . ."
„Hurrah!" lief die Kleine hinterdrein, „Papa ist et« Ouatschkopp hat er gesagt--"
Ein weitere» Wort war an diesem Abend nu» der „kleinen süßen Lora" nicht mehl heran-znbringen.
„DaS scheint mir ein gemütbvolleS Vieh zn sein," höhnte mein Wann, „ich bin ganz entzückt von Deiner Weihnacht»- Überraschung ....!"


