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fast vollständig die gleiche wie gestern. In Folge besten hat die Witterung ihren unbeständigen Character beibehalten, zumal fortgesetzt zahlreiche kleine Theilmiuima ihren Einfluß geltend machen. Die Temperaturen find im Allgemeinen etwas gestiegen. Im Westen der britischen Inseln kündigt sich wieder bereit- eine neue Depresfion an. — Voraussichtliche Witterung: Im Allgemeinen noch meist wolkiges Wetter mit theilweisen Niederschlägen und wenig veränderter Temperatur.
n. Friedberg, 21. September. Die Generalversammlung de- MathildenstiftS Friedberg-Butzbach fand gestern im RathhauSsaal hier unter dem Vorsitz des Präsidenten, de- Herrn Geh. RegierungsratheS Dr. Braden statt. Die 1895er Rechnung bewies, daß auch diese- Jahr sehr günstig für die Kaste verlaufen war, denn der Gesammt-Eionahme- Ueberschuß betrug 183,442 Mk. 15 Pfg., wovon auf Friedberg 141,889 Mk. 38 Pfg., auf Butzbach 41,552 Mk. 77 Pfg. entfallen.
n. Bon der mittleren Nidda, 21. September. Das Ein- ernten der Kartoffeln hat begonnen, obgleich in manchen Gemeinden erst der kleinste Thetl des Grummets unter Dach gebracht ist, ja ein großer Theil noch nicht einmal gemäht werden konnte. Da-, wa- jetzt noch in den Wiesen fitzt, muß wohl als verloren betrachtet werden. Die Kartoffelernte fällt allem Anscheine nach nicht gut aus. ES finden sich sehr viele faule Knollen vor, ja, mau hat beobachtet, daß unter den gesund eingebrachteu nach einigen Tagen wieder viele faule find, sodaß also ein großer Procentsatz als krank betrachtet werden muß. ES ist daher nöthig, beim Auslesen auf dem Acker größte Vorsicht anzuwenden, weil die Kartoffelfäule, die durch einen Pilz erzeugt wird, ansteckt. Kommen viele dieser Fäuluißerreger mit in den Keller, daun treten große Verluste ein. — DaS AuSsäeu de- Roggens hat begonnen. Auch hier fürchten die Landwirthe stellenweise große Verluste, weil hier und da die kleinen hellbraunen Ackerschnecken maffenwetse auftreten. Diese suchen bekanntlich mit großer Vorliebe gerade die junge Saat heim. Am jungen Klee sollen fie scbon Schaden verursacht haben. — Das Malter Schütteläpfel wird eben mit 16 Mk. bezahlt- für feine Sorten Tafeläpfel zahlt man bi- zu 27 Mk.
4- Hungen, 22. September. In unserem Postbezirke find für die Ueb er schwemmten durch die von der Poft auSgesührte Collecte an Spenden 60 Mk. 20 Pfg. eingegangen. — Jn Ober-Widder-heim wurde heule ein dem Typhus erlegener 34jähriger Mann beerdigt, deffeu Frau schon vor acht Tagen dieser tückischen Krankheit zum Opfer gefallen war. — Nächsten Sonntag findet in Dauern- heim da« übliche Kirchweihfest, Tag- darauf Rtndvieh- und Schweiuemarkt statt.
Lauterbach, 22. September. Der Bund der Landwirt he hielt am Sonntag Nachmittag im Keutzer'scheo Saale dahier eine Versammlung ab. Herr Lucke von Patershausen bet Offenbach sprach über den Bund der Landwirthe und die kommenden Wahlen — es wurde besonders betont, daß der Bund der Landwirthe keine politische Partei sei, daß dieselbe jedoch von dem zu wählenden ReichStagSabgeordneten verlangt, daß derselbe die Jntereffen unseres Bauernstandes bei der Gesetzgebung vertrete. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl des Wahlkreis-Vorstandes für die nächsten drei Jahre wurde als WahlvereinSvorfitzender Herr Schade-Altenburg und als dessen Stellvertreter Herr BackhauS-RudloS, als Bezirks-
Vorsitzender für Lauterbach Herr H. Dörr II -Rixfeld und als deffeu Stellvertreter H. F. Rodemer-AngerSbach gewählt.
△ Mainz. 23. September. Zu dem Beamlenbefolduags gesetz hat der CenrrumSabgeordnete Dr. Schmitt in der Zweiten hessischen Kammer den dringlichen Antrag ein* gebracht, die Regierung zu ersuchen, noch vor der Berathung deS beregteo Gesetzes eine genaue Zusammenstellung aller derjenigen Gebühren, Sporteln u. dgl. der Kammer vorzulegen, welche einzelne Beamten oder Beamtencategorien neben ihrem festen Gehalt jährlich beziehen. — Die hiesige Handels- kammer hat fich auf verschiedensritige Anregung hin mit dec Eisenbahndtrection Mainz in Verbindung gesetzt, um zu bewirken, daß an einem Wochentag jeden Monat- von den Landorten der Umgebung von Mainz Fahrkarten hierher zu dem einfachen Fahrpreise ausgegebku werden. ES wird hierdurch bezweckt, für den Ausfall, welchen die städtischen Geschäfte nach Etnsührung der Sonntagsruhe durch Ausbleiben eines großen TheilS der Landkundschaft erfahren haben, einen entsprechenden Ersatz an einem bestimmten Wochentage zu geben. Als geeigneten Tag schlägt die Handelskammer den ersten Mittwoch eines j-den MonatS vor. — Die hiesigen Stadtverordneten beschlossen heut: Abend die Einführung deS obligatorischen Kochunterrichts in den oberen Mädchenklassen der Mainzer Volksschulen. Nach dem gefaßten Beschluß findet der Kochunterricht Nachmittags nach Schluß der Schule statt. — Zu der vielbesprochenen Simon Blad'schen Erbschaft hat sich eine Fräulein Stephanie Stöber aus Berlin als uneheliches Kind gemeldet und beansprucht ein Erbtheil Der Magistrat in Berlin hat 7500 Mk. bewilligt und die Stadt Mainz hat fich gemäß heutigem Stadtverordnetenbeschluß mit einer Abfindungssumme von 3750 Mk. angeschloffen.
Au8 dem Nheiugau, 21. September. In Folge der sehr schlechten Scptemberwitterung werden die Herbst- auSsichten von Tag zu Tag trostloser. Der nicht zahlreiche Behang erleidet durch den Sauerwurm in manchen Lagen einen so erheblichen Abgang, daß die Quantität eine geringe werden wird. Auch die Qualität wird, fuCS der October nicht besseres Wetter bringt, gering werden. Wir haben in allen Dingen ein Jahr gehabt, von dem man sagen kann, es hat anfänglich viel gezeigt, hinterher aber wenig gehalten. „Großer Rhein — kleiner Wein" und „Viel Geschein, wenig Wein" sind zwei Rheingauer Sprichwörter, die in diesem Jahre wieder einmal zutreffen.
Vemnischtes
• Kreuznach, 20. September. Ein seltener Verst eigerung-gegenftand wird in der „HunSrücker Zrg." vom Gerichtsvollzieher zu Simmern zur zwangsweisen Versteigerung ausgeschrieben: eine RechtsanwaltSrobe mit Barett.
• Bochum, 21. September. Die morgen zu Ende gehenden Manöver der 14. Division haben leider zahlreiche Unglücksfälle aufzuwetsen. Ein Soldat des 39.Jnfant.- RegtS. blieb tobt, ein Husarenosfizier und mehrere Cavalle- risten wurden schwer verwundet. Auch eine Anzahl Civtlisten find theils zu Tode gekommen, theilS erheblich verwundet. So wurde bet Filtrop ein 30 jähriger Mann während des Gefechtes von zwei Geschützen überfahren und starb im Beisein des Militärarztes. Bet Altenbochum wurden mehrere Zuschauer zu Boden geritten. Bet dem gestrigen DivtsionS- manöver wurde ein älterer Mann überfahren, während ein
Kind durch einen Kanonenschuß verbrannt wurde. Beide blieben tobt.
* Mechelu, 20. September. Beim Einschlagen eine» HakenS auf dem Speicher seines Hauses io der Rue St. Catherine stieß der Bäcker Brock auf ein unter der Wand« decke verborgenes verschlossenes Behältniß, das sür 23,000 Fr. ipanische Goldstücke mit dem Bilde Philipps II. unb anbern Münzen aus dem 16. Jahrhundert enthielt. Bei wetteren Nachforschungen tn dem Hause ergab fich, daß ein Zimmer gänzlich mit überklebtem Corduan tapezirt war. Die Lebertapete hat angeblich einen Werth von 5000 Fr.
* Innsbruck, 22. September. Bet Trafoi liegt der Schnee 30 Centtmeter hoch. Zwischen FerdinandShöhe und FranzeuShöhe auf der Stilfser Joch-Straße ist wegen der Höhe de- Schnee» der Verkehr fett vorgestern unmöglich geworden. Die Straße wurde zwar wieder freigemacht, doch besteht große Lawinengefahr.
* 3m Examen. Professor: „Herr Candidat, wa- sagen Sie zu dem Treubruch Wallenstein»?" — Candidat: „Ich habe keine Worte dafür, Herr Prosissor!"
Schist-nachrichten.
Der Postdampser „Southwark" der „Red Star Line" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 20. September wohlbehalten in New Aork angekommen.
rrnivcrsitäts. Nachrichten.
Würzburg, 20. September. Im hygienischen Institut btr Universität wird gegenwärtig ein bacterwlogischer Eurs abgehalten, an dem das Staatsministerium eine Anzahl praktischer Aerzte auf Staatskosten theilnehmen läßt.
— Wie verlautet, werden die Vorlesungen über die Kunst deS Unterrichtens und Erziehens (Pädagogik) an den Universitäten Berlin und Halle, wofür dort Geh. Regierungsrath Professor Dr. Münch, bisher inCoblenz, hie: Professor Dr. Frietz, Director der Franke'schen Stiftungen, bestimmt ist, erst im Sommerhalbjahr 1898 beginnen.
«ottesbieust tu der Syuagog
Samstag den 25 September 1897.
Vorabend 6 Uhr, Morgens 8" Uhr, Nachmittags 4 Uhr,
SabbathauSgang 7 Uhr-
Vermehr,
Gießen, 23. September. Auf dem gestrigen Ochsenmarkt waren etwa 200 Stück Fahroieh, durchschnittlich sehr schöne Waare, aufgefahren. Der Handel stockte jedoch Mangels genügender Käufer. Trotz des besonders flauen Geschäfts gaben die Verkäufer dieThiere nicht billig ab. Es wurden gehandelt: Ochsen, Fahroieh 1. Qual, mit 800 bis 880 Mk., 2. Qual, mit 800 bis 850 Mk. pro Paar. Junges Fahrvieh wurde nicht verkauft, Fettvieh war nicht ausgetrieben. Der Markt war bedeutend überständig. — Auf dem Schweinemarkt bestand der Auftrieb au« etwa 500 bis 600 Thieren. DaS Geschäft machte sich so leidlich und wurden auck die Preise der früheren Märkte erzielt. Fettvieh war ebenfalls nicht v rhanden. Spanferkel wurden lebhaft gehandelt und wurde dafür pro S.ück 6 bis 8 Mk. bezahlt. t m
LiMburg, 22. September. Fruchtmarkt. Rother Wei»en 17,00, weißer Weizen * 00.00, Korn JL 10.95, Gerste 9 80, Hafer JC 6.55. ______________________
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Bekanntmachung,
betreffend: Die Bildung der Schöffengerichte und der Schwurgerichte.
Die Urlifte für die Schöffen und Geschworenen liegt eine Woche lang und zwar von Freitag den 24. September bis Freitag den 1. October lfd. Jahres auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb jener Offenlegungsfrist ist gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürgermeisters Einsprache zu erheben.
Gießen, den 21. September 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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