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24.6.1897 Erstes Blatt
 
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6 Grad zurück, mM iit AuSfichten ans tkt i die Heuernte ist durch -t Tagen beeinttächiigt und sonnig. Die Hock- schön uni versprechen sejen mit Sehnsucht w£*»!, ftMgra in Iit*1*1 ®l

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um den Würzburger Durst unsteroltche Verdienste erworben durch dte Erfindung deSSchorle-Morle". Sein Lieblings» getränk war nämlich alter Wein mit Mineralwaffer von Niederfelters gemischt, da« er sich nach Würzburg nachsenden lieh, und sein stehender Trivkspruch, wenn er mit dem per» lenden, prickelnden Trank anstieß,toujoura lamour. Dte Würzburger adoptirten diese mit dem alten Frankenweine so treffliche Mischung mitsammt dem Trtnkspruche des Marschalls. Dastou* wurde der Kürze halber weggelaffen und so ent­stand sür daS Getränk der NameSchurlamur", was fich alSbald in daS gemüthlichereSchorle-Morte" verwandelte. So eine alte Würzburger Ueberlieferuug.

* Die Etaudrede bei Dorfschulzen. Als das Schlett- stadter Jägerbataillon kürzlich im Dorse R. auf einer Schießübung war, kam eine Abtheilang desselben zur Ein» quartieruog ins Dorf und wurde vomHerrn Maire" em­pfangen. Letzterer richtete an den Hauptmann folgende Worte:S tsch ken Art, a- mer io Blüttel macht, 'S komme drifig Mann, un do fieh ich schon e Stücker vierzig ohne daS, was noch d'rum und d'ran hängt (er meinte die Ober- jägtt). Ihr müeffe Euer Sache e ander Mol bester mache!" Dte umstehenden Mannschaften hatten Mühe, bei dieser ver­blüffenden Begrüßungsrede des gestrengen Dorffchulzen ernst zu bleiben. Hauptmann B., ein leutseliger Offizier, er­widerte freundlich lächelnd:Sie haben Recht, Herr Maire, wenn wir wiederum kommen, machen wir'« bester!" Na", sagte der Herr Maire, indem er demreumüthigen" Offizier dte Hand hinstreckte,schlafe Sie jetzt numme güet, Herr Hauptmann!"

Hufrnf für ein Cm! Wershaus-ykuKinal.

Am 8. Mürz 1897 ist in feiner Vaterstadt Barmen der Dichter deS sanaesfrohen Rheinlandrs, Emil Rittershaus, gestorben.

Ueberall, wo deutsches Wort und Lied aus deutschem Munde tönt, hat dte Trauerkunde dte Herzen bewegt, daß Deutschland wiederum einen Dichter von wahrhaft volksthümlicher Bedeutung verloren hat, in dessen Persönlichkeit die Grundzüge deutschen WesenS stch rein und kernhaft autzprägen.

Aus der Grenze Rheinlands und Westfalens geboren, hat er

in treuer Liebe zur Heimalh des Rheines Herrlichkeit wie Westfalens markige Kraft gepriesen, daß dort die Herzen allzeit mitklingen werden mit feinen Liedern Aber wie wenige hat er auch den trau­lichen Retz und das stille Glück des deutschen HauleS besungen und über den Rahmen von Haus und Hetmath hinaus die flammenden und erhebenden Worte seiner Dichtung in den Dienst der idealen Mächte deutschen Volkslebens gestellt, ein Mahner und Herold der Nation in ihren trüben wie in ihren alorreichen Tagen.

Wie den Dichter hat auch den Menschen die wärmste und be­geistertste Thetlnadme für die großen Aufgaben der Menschlichkeit und Gesittung ausgezeichnet. Während eines arbeitsreichen Lebens ist er unausgesetzt bemüht gewesen, durch Thal und Wort in bahn­brechender Weise olle nationalen Bestrebungen zur Hebung der Volks­bildung und VolkSwohlfahrt zu fördern, mit denen sein Name als der eines wahren Volksfreundes immerdar verbunden bleiben wird.

So im Dickten und Wirken ein echtdeutscher Mann von höchstem sittlichen Idealismus und von reichstem Gemütb, dem auch der heitere Scherz froher Stunde ein willkommener Gast war, lebt er unauslöschlich in den Herzen aller der Tausende, die seines Geistes einen Hauch aus feinen Werken oder aus seinem Leben verspürt haben, als einer der besten Söhne unseres deutschen Vaterlandes.

Seinem Andenken in seiner Vaterstadt Barmen ein dauern­des, würdiges Erinnerungszeichen zu widmen, halten die Unterzeichneten sür eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes, und darum wenden sie sich an alle deutschen Männer und Frauen, welche den Dichter und Menschen Emil RittershauS liebgewonnen haben, mit der Bitte, ein Scherfletn zur baldigen Erfüllung dieser Ehren­pflicht bereitwilligen HcrzenS zu spenden. Beiträge, über welche in derGartenlaube" und derBarmer Zeitung" guittirt wird, ist Herr Bankdirector Escher in Barmen als Schatzmeister des be­stehenden Barmer Localcomitös für ein Rittershaus Denkmal ent­gegen zu nehmm ermächtigt. Auch die geringste Gabe wird will­kommen sein. (Folgen die Unterschristen.)

Uirfverfitäts - Nachrichten.

Die Universität Marburg hat dieses Semester die bisher höchste Zahl Studirender auszuweisen, die sie je gehabt; diejenigen mitgerechnet, die besondere Erlaubniß zum Hören von Vorlesungen erhalten haben, sind es 1090. Zur Zeit wird in Marburg mit den Vorarbeiten zum Bau eines großen neuen Univerfitäts-Bibltotbek- gebäudeö begonnen. Der derzeitige Rector der Universität, Prosessor Kayser, wird an der großen Reise des Petersburger inter­nationalen Geologen-EongresieS nach dem Kaukasus und der Krim thetlnehmen.

Profesior Dr. Franz Meder von der Bergakademie in Clausthal im Harz ist zum ordentlichen Professor der Mmbematck

an der Universität Königsberg i. Pr. ernannt worden und wird mit Beginn des Wintersemesters sein neues Amt übernehmen.

Berlin, 21. Juni. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung deS AmtSgerichtSraihS Reinhold tn Wiesbaden zum außerordentlichen Proiessor an der Universität in Berlin.

Wöchentliche Ueberstcht der rodeSsölle in Gießen

25. Woche. Vom 13. Juni biS 19. Juni 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 22,60, nach Abzug der Ortsfremden 6,78°/«.

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im Df _

1. Lebensjahr: 2.-15. Zehrt

Krebö

1 (1)

1 (1)

Lungenschwindsucht

1

1

Gehirnschlagfluß

1

1

Herzleiden

2 (2)

2 (2)

Nierenentzündung

2 (1)

2 (1)

Gehirnentzündung

1 (1)

1 (1)

Verunglückung durch Sturz resp. Ver­brennung

2 (2)

2 (2)

Summa: 10 (7)

9 (6)

1 (1)

Aom. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffatbat Krankheit auf von auSwärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

vererb», Canö. tuet vsU-rvirtbichaft

W. «iatze«, 23. Juni. Auf dem gestrigen Kuhmarkt herrschte schon bei Beginn des Marktes große Kauflust, so daß sich daS Ge- schäst gleich flott entwickelte. Bei dem nicht zureichenden Auftrieb gingen die Preise gegen den letzten Markt in die Höhe. Der Markt war schon gegen 11 Uhr geräumt. Der Austrieb bestand aus etwa 550 Stück Rindvieh, darunter etwa 150 Rinder und Kälber. ES wurden gehandelt Kühe, frischmelkend und tragend, erste Qualität 350400 Mk., zweite Qualität 275325 Mk., geringere Waare, die wenig am Markt, wurde nach Werth bezahlt. Schlachtvieh war wenig vorhanden; fette Rinder kosteten 5258 Mk., schwere Kälber 5860 Mk, leichtere Waare 5256 Mk. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 23. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags:

Master 13", Luft 22".

I Rübsamen'sche Badeanstalt.

muht

.Aiiüiitthiinf.

6058

Schudt.

Passiva

681230.58

Die Zuschlagsfrist be­

geben.

6053

trägt 14 Tage.

ff

Carl Nowack

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Seltersweg 85. Seltersweg 85

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Wellenbad, Sitz­bad, Rumpf bad, Kinder­bad und mit entsprechender Vorrichtung als Dampfbad.

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Ohly, Controleur.

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Activa

1. Ausgelieh. Capitalien und zwar: a. Obligationen und

Schuldscheine . . b, Werthpapiere . . c. auf Guthaben bei Banken . . . .

Coaks-Lieferung.

Für die Großh. chirurgische und ophthalmologische Universttäts-Klinik sollen für das Rechnungsjahr 1898/99 600 Centner Hütten Coaks auf dem öffentlichen Submiffionr- wege zur Lieferung vergeben werden.

Die Bedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 22. Juli d. I., Vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzu»

53ade zu ^Cauee!«

in Dittmann's Wellenbadschaukel D. R.-P. 51766.

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Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

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Angebot btt Arbeitnehmer r 1 Werkführer für Bäckerei, 1 Kranken- wärterin, 1 Schuhmacher, 1 Schreiner, 1 HerrfchaftSkutscher, 1 Lcmfmädchen, 1 Lauffrau, 2 Hausburschen, 1 Kellner, 1 Kutscher, 2 Fuhrknechte.

Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Installateur, 1 Glaser, 2 Maurer, 1 Uhr­macher, 3 Schmiede, 1 Schneider, 2 Schreiner, 1 HauSbursche, 2 Droschkenkutscher, 2 Knechte, 1 Lauffrau, 1 Waschfrau, 1 Kellner, 11 Dienstmädchen für Haus- und Küchenarbeit, 1 Kindermädchen, 1 Köchin, 2 Zimmermädchen.

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der Anglo - Continentale-Werke.

Bester organischer Dung sür Halm- und Hack­früchte, sür Gemüse- und Blumenzucht empfiehlt

Bilanz

in IrfiengeM^ofl Spur und varlchchvkreiu m Großen-Ml» vom 31. December 1896.

3. Kaffenvorrath . .

4. Ausstände . . . - 38977.68

Kauft für Suppen nur Kietz' Kraft-Würze

Concursv erfahren.

Das Coucursverfahren über das Vermögen des Zimmermeisters August Helfeubeiu von Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schluß­termins hierdurch aufgehoben.

Gießen, den 21. Juni 1897. Das Großh. Amtsgericht.

Posten mcgenmai ä 3, 4 und 5. Mark, reeller Werth 715 Mk.

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3. Rücklagefond . .

4. Reseroefond

5. Reingewinn

Gießen, den 22. Juni 1897. Großh. Verwaltung» - Direction der chirurg. und ophthalm. Univ.-Klinik. _______Bose. Vossius._______

Die auf den 24. l. Mts. in hiesiger Gemeinde anberaumte Heu­gras-Versteigerung fällt aus.

Mendorf a Lda., 21. Juni 1897. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda.

Rein. 6065

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Mineralwasser

Frritsg, den 25. Juni t. I.,

Nachmittags 2 Uhr, im Gasthause zum dahier ver­

steigere ich öffentlich gegen Baarzahlung voraussichtlich bestimmt: eine große Partie Cigarren, 1 Re­gulator und 1 Spiegel. 6076 »«gel, Gerichtsvollzieher. f^mpfehhmgen^^

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MW