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1 l-^vvar 1894, Tage ier «er.
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Ihnen zu dieser schweren Heimsuchung mein herzliches Beileid auS. Ich werde dem Verewigten und seinen großen Der- dieusten um da» kirchliche Leben, wie in der ReichShaupt» stadt, so in der Rheinprovinz, stet» ein dankbares Gedenken bewahren. Möge Gott der Herr, der den Entschlaseuen so vielen zum Segen gesetzt hat, seinen Hinterbliebenen reichen Trost spenden."
Localer and Provinzieller.
•iefien, den 21. April.
♦♦ Der Anhalt deS Gesetzes, betr. die Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften, ist anscheinend tu den betheiligten Kreisen noch immer nicht genügend bekannt. Verschiedene Behörden sehen stch deshalb neuerdings veranlaßt, die Hauptbestim« mungen dieses Gesetzes zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. Darnach erhalten die Familien der aus Reserve, Landwehr ober Seewehr zu FriedenSübungen einberufenen Mannschaften auf Verlangen öffentliche Unterstützung. Die Frage der Bedürftigkeit kommt dabei nicht in Betracht. DaS Gleiche gilt bezüglich der Familien der au» der Ersatzreserve für Me zweite oder dritte Uebuug einberufenen Mannschaften. Die Höhe der Unterstützung richtet stch nach dem für den Aufenthaltsort des Einberufenen festgesetzten ortsüblichen Tageioha für erwachsene männliche Arbeiter. Anträge auf Unterstützung sind von den Einberufenen selbst ober von deren Ehefrauen usw. in den Städten bei den Magistraten, auf dem platten Lande bei den Guts- und Gemeindevorständen de» Aufenthaltsorte» anzumelden. Kinder über 15 Jahre, sowie Verwandte in aufstetgender Liuie und Geschwister de» Einberufenen find nur dann berechtigt, Anspruch auf Unterstützung zu erheben, wenn sie von dem Einberufenen schon vor dessen Dienstetntritt unterhalten wurden oder wenn ein UuterftützungSbedürsniß nach erfolgtem Diensteiutrilt entsteht. Entfernte Verwandte, geschiedene Ehefrauen haben überhaupt keinen Anspruch auf Unterstützung.
Srünberg, 19. April. Der „Darmst. Ztg." wird von hier geschrieben: Schon lange ist eS der Wunsch der Bevölkerung hiesiger Stadt und Umgegend, daß in dem Bezirk ein Krankenhaus errichtet werde. In einer der letzten Hauptversammlungen de» Sparkaffevereins Grünberg kam die Frage bereits zur Besprechung, und die Versammlung stand der Au- geleg'Nheit sehr sympathisch gegenüber, doch wurde ein endgültiger Beschluß noch nicht gefaßt. Dem Vernehmen nach beabsichtigt nunmehr Herr Dr. Wagner zu Londorf, der vor längerer Zett eine Reihe von Jahren hier die ärztliche Praxis ausgeübt hat, sich wiederum hier uiederzulaffen und ein Privatkrankenhaus in unsrer Stadt zu errichten. Mit einem hiesigen Grundbesitzer soll genannter Herr bereit» wegen Erwerbung eines Bauplatzes au der Londorfer Straße in Unterhandlung stehen. In der Stadt bringt man dem Project rege» Jntereffe entgegen.
§ Au» dem Kreise Alsfeld, 21. Anril. Während im vorigen Frühjahre der Hafer schon Ende März grün im Felde stand, ist er gegenwärtig noch nicht ges8et. Um volle vier Wochen ist demnach die diesjährige Frühjahrsbestellung hinter der vorjährigen zurück. Das regnerische Wetter der Ostertage hat diese dem Landwtrth unliebsame Verzögerung abermals verstärkt. Dessenungeachtet darf aber diese Verspätung keinesfalls als ein ungünstiges Moment für den landwtrthschaftlichen Betrieb, angesehen werden. Die Erscheinung lehrt, daß solche Jahrgänge mit verspäteter Aus- Hellung oft weit bessere Ergebnisse lieferten, als solche mit früher. So trat im vorigen Frühjahre kaltes und trockene- Wetter nach der Frühjahrssaat ein, welches diese zu wochen- lnugem Stillstände zwang. Bereits im März blühten damals die Ktrfchbäume, gegenwärtig stecken die Blüthen noch in den Kelchen und doch gab es im vorigen Jahre nicht viel Obst, woraus ersichtlich, daß auch eine zu frühe Obftblüthe für nufere Gegend nicht von Nutzen ist. Wohl aber ist es oft ein recht spätes Blühen, wie es gegenwärtig der Fall ist. Erft im Mat haben wir diesmal die volle Pracht der Obst- baumblüthe zu erwarten. Wäre der Verlauf der seitherigen Witterung der Ausstellung günstiger gewesen, dann hätte vorweg daS Maß der Niederschläge geringer sein müssen. Bei einer solchen Reduction hätte aber schwerlich der GraS« und Kleebestand diesen vortrefflichen Ansatz wie zur Zeit nehmen können, ebenso die Wintersaat. Futter und Stroh sind aber gerade die Factoren, die seit dem NothstaodSjahre und hauptsächlich auch im letzten Winter viel zu vicl mangeln. Ein gutes Futter- und Strohergebniß thut deshalb dem Land- wirth am allernöthigften und die Aussichten hierzu gehören zu den besten. Wer den landwtrthschaftlichen Zweigen seine Aufmerksamkeit widmet, der kann von dem Hauptfactor, von dem deren Gedeihen in erster Linie abhängt, dem Himmel, d. h. hier dem Wetter, füglich nicht absehen. Ein geradezu Auffallendes Eintreffen der Falb'schen Voraussagungen bezüglich der Wetterlage läßt sich tu diesem Jahre feststellen, so u. a. der Lharacter des Wetters auf Ostern und so der Eintritt besseren und wärmeren Wetter» vom heutigen ab. Man mag im Laien- ober Gelehrtenkretse immer welcher Ansicht sein, der beste Beweis für die Wahrheit einer Theorie bleibt doch stets ihre Bestätigung durch die Wirklichkeit. Diese Hot die Fald'sche in dem Verlauf der Wetterlage bi» heute, für dieses Jahr angenommen, glänzend gefunden.
△ Mainz. 21. April. Die Behufs Errichtung eines städtischen ElectricitätSwerkes in hiesiger Stadt von der Stadtverorbneten-Versammlung gewählte Special- tommisfion hat sich in ihrer gestrigen Sitzung definitiv für die Anlage eines solchen Werkes entschlossen, und zwar soll d'aSselbe auf der Grundlage der Bedingungen errichtet werden, bie Hofrath Dr. Rittler in Darmstadt vor Jahresfrist i« Auftrag der Stadt entworfen hat. Es werden jetzt seitens bar städtischen Verwaltung eine Reihe leistungsfähiger Firmen pur engeren Submission eingeladen und wird sich alsdann rmf Grund der eingehenden Offerten die Stadtverordneten
Versammlung noch darüber zu entscheiden haben, ob ein centrales ElectricitätSwerk hier errichtet werden soll. — Die Eisendahnblrectmn Mainz hat auf den Bahnhöfen deS diesseitigen Direct'ouSbezirkS den Verkauf der von Maximilian Harten herausgegebenen Zeitschrift „Zukunft" untersagt. In einem Theil der hiesigen Presse wird die Maßregel scharf verurtheilt. Die frühere Bahuverwaltung hatte sich nie um derartige Dinge gekümmert. — Der hiesige Ruderverein veranstaltet am 2.Mai uächsthin große Festlichkeiten. Anlaß dazu ist die Vollendung eines neuen, großartigen, mit RestaurationS- und Tanzräumen verbundenen Boot- und Gesell- schaftshauseS. DaS neue HauS ist unmittelbar am Fuß der Terrasse der „Neuen Anlage" gelegen.
Mainz, 21. April. Ein Opfer jugendlichen Leichtsinns wurde am ersten Ostertag der 20jährige Schlosser Mathias Matt mann. Er hatte trotz deS stürmischen Wetters mit seinen Eollegen Brand von Mainz und Kirstein von Bingen mittelst eines kleinen Segelbootes, eines sogen. „Seelenverkäufers", eine Parthie bis nach Weisenau unternommen und die kleine Gesellschaft wollte, nachdem sie sich dort etwas, restaurirt hatte, gegen 3 Uhr auf demselben Wege wieder nach Mainz zurückkehren. Kaum indessen bis zur Mitte des Stromes gelangt, wurde das Fahrzeug durch den orkanartigen Sturm derart ins Schwanken gebracht, daß man versuchen mußte, das Segel einzuziehen. Da dies Mattmaun nicht gelang, verließ der vorher am Steuer befindliche Brand seinen Posten, um Mattmann zu helfen. Hierdurch war der Nachen den hochgehenden Wellen ganz preisgegeben, er drehte sich einige Male im Kreise und schlug gegenüber dem Weisenauer Badehausplatze um, seine drei Insassen ins Wasser schleudernd. Brand und Kirstein konnten sich noch an dem umgestürzten Fahrzeuge anklammern, während Mattmann vergeblich versuchte, dasselbe zu erreichen. Der Vorfall war sowohl vom Lande auS, als von dem von GlnShrlm kommenden Localdampfboote bemerkt worden, und Schiffer Michael Anstatt von Weisenau, sowie die Besitzer deS Localdampfbootes, die Sch ffer Reinheimer und Laubenheimer von GinSheim, eilten mit Nachen zu Hilfe. Ersterem gelang eS, Kirstein zu retten und letztere brachten Brand an Bord ihres Dampfers. Matt- mann aber, welcher noch mit den Wellen kämpfte, versank vor ihren Augen und ist ertrunken. Die beiden Geretteten wurden nach Weisenau bezw. nach Mainz gebracht- sie find schwer erkrankt, Mattmann ist noch nicht geläudet. Der Verunglückte war der zweite Sohn einer mit sechs Kindern gesegneten, in der Himmelgasse 15 wohnenden Wittwe, deren Mann vor noch nicht langer Zeit nach unsäglichen Leiden gestorben ist. Mathias war die einzige Stütze seiner Mutter.
A Mainz, 22. April. Der zwischen dem Leipziger Buchdruckerverband und dem dortigen Gewerkschaftskartell wegen Ausschluß der vom Buchdruckerverband gewählten Dele> gtrten an den Beratungen des Kartells vor einiger Zeit ausgebrocheue Streit beschäftigte gestern daS hiesige Gewerkschaftskartell, das in Folge des Conflictes vor die Alternative gestellt war, sich für ober gegen den Buchdruckerverband zu erklären. Bei der gestrigen Berathung waren von 24 Gewerkschaften 21 durch Delegiere vertreten und wurde von sämmtlichen Rednern das Vorgehen des Leipziger Kartells verurtheilt und die Buchdruckervrganisativn als gleich' werthig mit denen der übrigen Gewerkschaften anerkannt. Eine einstimmig angenommene Resolution spricht sich gegen das Verhalten deS Leipziger Kartells aus und erkennt an, daß der Verband der deutschen Buchdrucker auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehe und daß cs für die Arbeiterorganisation nur von Vortheil fei, wenn sie es dahin bringe, bei der Vereinbarung von Lohn- und Arbeitsverhältnissen als gleichberechtigt anerkannt zu werden. — Auf dem Gebier der Rheinischen Brauerei in Weisenau, auf welchem gegenwärtig im Interesse der Wasserversorgung von Mainz Bohrversuche gemacht werden, ereignete sich heute Vormittag ein schreckliches Unglück. DaS Pneumatic- rohr der Bohrmaschine platzte nämlich und erstickten infolge des colossalen Luftdruckes drei in dem Schacht beschäftigte Arbeiter der Unternehmerfirma Bopp & Reuter in Mannheim. Ein Verschulden soll Niemand an dem Unfall haben. Die verunglückten Arbeiter find die Taglöhner Jakob Lieser aus Finkenbach, Gottlieb Buse auS Säkkingen und der Zimmermann Heinrich AlleSbach ans Meckesheim. Alle drei find verheirathet.
Verarschte».
• Frankfurt a. M., 21. April. Der hiesige Zoologische Garten hat dieser Tage ein höchst sonderbar gestaltetes Un- gethüm erworben, einen Ameisenbären, der em würdiges Seltenstück zu dem kürzlich angekauften australischen Ameisenigel abgibt. Die Verhältnisse von Kopf, Rumpf und Schweif find so eigenthümlich, daß eine Beschreibung kein klares Bild geben kann. DaS Thier stammt auS Paraguay, wo eS die Termitennester aufsucht und durch einen Schlag seiner finger- langen Krallen öffnet. Wenn bann die Ameisen durcheinander zu laufen beginnen, hängt es seine fast Va Meter lange klebrige Zunge in den Haufen und schlürft die Jnsecten hinunter. Die Indianer thnn ihm nichts zu leide, da eS ganz friedlich ist, obwohl eß, verwundet (nach Brehm) einen starken Mann zu umklammern und niederzuwerfen vermag. Nur der europäische Jäger verfolgt es und in bewohnten Gegenden ist eS schon zur Seltenheit geworden. — Besonders reich waren die letzten Sendungen an Seethieren, aber auch die Vogelsammlung hat einen schönen Zuwachs an zwei Glanzfasanen erhalten. Das Männchen hat noch schönere Metallfarben als der Pfau und ist unstreitig nächst diesem der schönste Bogel der Erde.
+* Haua«, 21. April. Anschließend Ihrer Notiz in Nr. 92 d. Bl. betr. den tragischen Vorfall zu Bieber können wir Ihnen mittheileu, daß der 86 Jahre alte Gerberei- I arbeitet Adam Kümmel aus Groß-Welzheim auf freien Fuß gesetzt wurde, weil sicherem Vernehmen nach in Folge der Obduction nun constatirt ist, der Tod de» Milchhändlers
Bnrckhardt sei durch einen Herzschlag eingetrete», welche» bie hochgradige Aufregung und der Schreck deS alten ManneS über den Angriff seines Schwiegersohnes verursacht habe.
* verli», 20. April. In dem Juwelierladen von Wilke in der Neuen Grünstraße ist ein Einbruch verübt worden. Gestohlen wurden GolSwaaren im Werthe von 12—15,000 Mk.
* Wie Liebig'» „Fleischextract" entstaub. Freiherr v. Völderndorff plaudert tn sehr anmuthiger Weise im April- Heft der „Deutschen Revue" nach persövlichen Erinnerungen über baß Haus deS berühmten AgriculturchemikerS JustuS v. Liebig in München. So erzählt er: „OefterS pflegte Herr v. Liebig Beispiele zu erzählen, wie bahnbrechende Entdeckungen langem, hartnäckigen Suchen widerstanden und bann Plötzlich unerwartet dem Forscher in den Schooß fielen. Etwa» derart ist die Geschichte seine» Fleischextracte», durch den der Name des Chemiker» vielleicht populärer wurde, als durch alle», was er sonst geleistet. Es war allerdings schon seit Anfang dieses Jahrhunderts vielfach versucht worden, Fleisch auf ein Minimum einzudampfen und so ein leicht verdauliche» Nahrungsmittel zu schaffen. Allein eß blieb die ganze Sache den Apothekern übertaffen und fand keineswegß allgemeinen Eingang. Da, Mitte der fünfziger Jahre, erkrankte, wie oben bemerkt, die älteste Tochter Liebig'» am Typhus, und in ihrer ReconvaleScenz wollte eß mit der Ernährung nicht recht gehen. Der besorgte Vater war, wie ich mich bet . meinen Besuchen selbst überzeugen konnte, längere Zeit emsig beschäftigt, auf die verschiedenste Art Fleisch zu bearbeiten, sodaß es alles Fette und Schwerverdauliche abgeben müsse und nur das absolut zur Ernährung Taugliche übrig bleibe. Eine» Tages, als ich wieder zu ihm kam, sagte er: „Jetzt glaube ich, habe ich eS," und er ließ mich eine braune Brühe versuchen, die ungefähr so schmeckte, wie jetzt der Fleischextract, wenn er in Wasser aufgelöst wird. So blieb die Sache einige Jahre- eß wurde, soviel ich mich erinnere, in der Hofapotheke, auf besonderen Wunsch für Kinder, Kranke und Schwächliche solcher Extract bereitet, aber nur aus Gefälligkeit. Eine» Abends beim Thee stellte mir Herr v. Liebig einen exotischen, schwarz gebräunten Herrn vor, ich glaube er hieß Gilbert ober dergleichen. Derselbe erzählte von dem Leben und Treiben seiner Heimath Uruguay, über den ungeheuren Viehreichthum, und wie man die Thiere nur der Häute wegen züchte. Mir imponirte besonders eine Geschichte, in der er unß erzählte, wie einfach dort Feldbau und Viehzucht mit einander verbunden werden. Der Besitzer einer ungeheuren Bodenfläche bepflanzt diese mit Mais, dann werden nach und nach Tausende von Rindern durch diese Maisfelder getrieben, woselbst sie alles abfreffen, und wenn sie am Ende der MaiScultur herauskommen und inzwischen zu stattlichen Stieren und Kühen herangewachsen sind, werden sie geschlachtet und ihre Häute nach Europa geschafft. „Nun, und da» Fleisch?" frug ich. „Ja, das kann man nicht alle- essen, daS bleibt eben liegen für die Raubvögel und wilden Thiere." Jetzt rief Herr v. Liebig, dessen Augen immer glänzender geworden waren, plötzlich: „Heureka!" Wir sahen erstaunt auf ihn, aber er sprach nicht weiter. Es war einige Jahre später, ich besuchte meinen Gönner in seinem Arbeitszimmer. Da nahm er ein Porzellantöpfchen vom Fenstersims. „Erinnern Sie sich noch jenes Abends, wo der Südamerikaner zum Thee bei mir war? Ja? Nun sehen Sie, in solchen Töpfchen befindet sich jetzt daß Fleisch, welches ehedem nutzlos zu Grunde ging." Eß war die erste Sendung der in Fratz- BemoS errichteten Fabrik, von der ich einen der jetzt so wohlbekannten Porzellantöpfe tn der Hand hielt."
♦ Stuttgart, 20. April. Am Ostersonntag starb. 69 Jahre alt, der württembergische General v. Haldenwang, der sich besonders in den Kämpfen vor Pari» auszeichnete. — Generalmajor und Generaladjutant v. Bilfinger wurde zum Generallieutenant ernannt.
♦ Karlsruhe, 17. April. Die Submissionsofferten für die Kasernenbauten in Lahr find wieder einmal recht überraschend. Auf sämmtliche Bauarbeiten ohne Planirung und ohne Eisenlieserung war das Höchstgebot 1,660,774 Mk., daß niedrigste Angebot 1,193,073.84 Mk. Die Angebote differiren also um nahezu eine halbe Million Mark. Die Stadt, die die Bauten zu erstellen hat, behält stch zur Prüfung der Einzelberechnungen eine Zuschlagsfrist von vier Wochen vor. Man kann daß nur billigen- denn die gewaltige Differenz in den Angeboten läßt den Schluß zu, daß recht schlecht gerechnet worden ist oder daß die niedrigen Offerten nur auf Kosten der Arbeitslöhne möglich sind.
* Zum Schutz bet Vogelnester gegen Katzen ist empfehlenS- werth, um die zu Brutstätten der Vögel auserwählten Bäume in der Höhe von 1 — 1 */« Meter einen Kranz scharfdorniger Zweige zu legen. Dieses Mittel wäre wohl besonders dem Giftlegen deshalb vorzuziehen, weil durch letzteres auch Singvögel, Hühner, Hunde und sonstige HauSthiere leicht gefährdet werden können. _____________________________________________
Citaratu* uufc AsrrM
Das erste Quartal 1897 der im Verlaae von Karl Grüninger (Stuttgart) erscheinenden »Retten Mustk-Zeitrrvg* enthält Biographien und Bildnisse der Mitglieder der Kölner Oper und de» Amsterdamer Vocalquartetts. ferner von Hugo Wolf, dem berühmten Liedercompontsten, Dionys Pruckner, Hugo Becker, Johanna Klinkerfuß, Lydia Müller und August Skerle; dann kritische Aufsätze nach Mittherlunaen von H. v. Bülow, W. I. v. Wastelewski, Theodor Billroth, Eduard Hanslick, H. v. d. Pfordten und A. Rubinstein, Humoresken und Novellen von Maria Janitscheck, Armin Friedmann und Günther Bartel, Besprechungen der neuesten Tonwerke, mustkpädagogische Essays über „Tonkunst und Medicin" sowie über „Singen und Sänger" von Nellie Melba, Mitglied der Großen Oper in Varis, Beurtheiluvgen neuer Erscheinungen der Musik- literaiur, Originaltexte für Liedercompontsten, Berichte über Musikzustände in England und in Südbrastlien, ernste und heitere Notizen über das Musikleben der Gegenwart, Ausstellungs - Nachrichten, Räthsel rc. Schließlich 24 Seiten Notenbeilagen, bestehend auS gewählten Klavierstücken von Cyrill Kistler, C. Kammerer, Ernst Heuser, Hugo Reinhold nebst Liedern von Hugo Wolf, C. Wallbach, Jörgen Malling, Ernst Hartenstein und G. Bartel, sowie einem Duo für Klavier und Geige von Karl Kämmerer. Die „Neue Musik- Zeitung" kostet vierteljährlich nur 1 Mk. Probenummern versendet bie Verlagsbuchhandlung von E. Grüninger, Stuttgart, kostenfrei.


