Ausgabe 
24.1.1897 Erstes Blatt
 
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oj ganzen Gruppen von Zeitungen Wünsche und Vorschläge eingehen, ist'« dann wirklich ganz unfaßbar, daß eine gewissen­hafte vom Werth der Presie überzeugte VerkehrSverwaltung von Neuem den einen oder den anderen Vorschlag ein­gehend geprüft hat, selbst auf die Gefahr hin, in der Nähe deS Ziels noch einmal umfassende Berechnungen anstellen zu müssen?

Berlin, 22. Januar. Die Commission deS Ab- geordnetenhauseS zur Vorbereitung der Städte- ordnung für die Provinz Hessen-Nassau setzte gestern Abend die Verhandlungen fort. § 34 bestimmt, daß die Wahl deS Bürgermeisters und der Beigeordneten durch die Stadtverordneten. Versammlung gemeinsam mit dem Magistrat erfolgen soll. Der Abg. Cahensly (Ctr.) beantragt, dem Magistrat die Thetlnahmr an der Wahl nicht zu ge­währen. Abg. v. Tepper LaSki will den besoldeten Magistrats- Mitgliedern kein activeS Wahlrecht zugestehen, sodaß also die unbesoldeten Mitglieder zusammen mit den Stadtverordneten den Bürgermeister und die Beigeordneten zu wählen Härten. Beide Anträge wurden adgelehnt. Zu § 36 wurde für den Fall, daß der gewählte Bürgermeister nicht bestätigt wird, vom Abg. Kircher (Crr.) beantragt, daß durch die Besoldung eines CommtffarS nicht höhere Kosten erwachsen dürfen, als in dem Etat der Stadt für die Besoldung des Bürgermeisters ausgeworfen sind. Nach längerer Debatte wird auch dieser Antrag abgelehnt. § 47 untersagt daS Abhalten von Stadt­verordnetenversammlungen in WtrthShäusern. Auf Antrag deS Abg. v. Pappenheim (cons.) wurde dies für Ausnahme- fälle zugelasien. Im Uebrtgen wurden die Bestimmungen deS Entwurfs biS § 52 incl. unverändert angenommen.

Berlin, 22. Januar. DiePost" erführt, daß die Minister deS Innern und der Finanzen angeordnet haben, die Zahl der Aspiranten des Verwaltung« -Examens auf ein Drittel der bisherigen Zahl zu beschränken.

Rom, 22. Januar. Anläßlich der in einem Blatte laut gewordenen Klage, daß die Regierung nicht die Initiative ergriffen habe, um Verstärkungen gegen dieDerwische nach Afrika zu senden, führt dieDptnione" auS: Wenn Ver­stärkungen nöthig, sei eS Sache des Truppenbefehlshabers in Afrika, diese zu fordern, und Sache der Regierung, sie hin- zusenden. Der Oberbefehlshaber in Afrika habe bis jetzt keine Verstärkungen verlangt. Die Regierung habe daher solche weder abschicken können, noch dürfen. Wenn Verstärk­ungen beansprucht werden, werden solche sogleich abgeschickt.

Brindifi, 22. Januar. General Baldisfera ist heute Morgen hier gelandet und reist Abends nach Rom weiter.

Braß, 22. Januar. Hier find Nachrichten eingegangen, wonach das ExpeditionScorpS derRoyal-Niger Company" bei seiner Ankunft in Kabba gefunden habe, daß die ganze Armee der Fullahs südlich vom Niger, von Schrecken erfaßt, fich zerstreut habe.

Depeschen deS BureauHerold."

Berlin, 22. Januar. Der Kaiser hat genehmigt, daß zur Centennarfeier Kaiser Wilhelm« I. die königliche Aka­demie der Künste und der Verein für Geschichte Berlins im März in der kleinen Akademie der Künste eine auf sechs Wacken berechnete Ausstellung von künstlerischen, literarischen an? sonstigen Erinnerungen an die Person und Regierungs- zeit Kaiser Wilhelms I. veranstaltet. Die genannten Körper­schaften fordern zur Beschickung der Ausstellung auf.

Berlin, 22. Januar. Der Entwurf einer neuen Grund- buchordnung für das Deutsche Reich ist heute dem Reichstage zugegangen.

Berlin, 22. Januar. Wie diePost" erfährt, will Graf Arnim feine Behauptungen betreffs der Börsen- Verhältnisse vor dem Forum deS Reichstages bei Be- rathuug des Antrages Paasche, betreffend Aufhebung der Tranfitläger, beweisen.

Berlin, 22. Januar. DaS Herrenhaus hat heute daö LehrerdesoldungSgesetz an eine Commisfion von 15 Mitgliedern verwiesen. Morgen Interpellation Klinckowström und Antrag Frankenberg.

Berlin, 22. Januar. Das Abgeordnetenhaus hat heute die Richterbesoldungsvorlage erledigt und daS Schuldentilgungsgesetz in der Fassung der zweiten Lesung endgiltig angenommen. Ferner wurden kleine Vorlagen in dritter Lesung erledigt. Morgen kleine Vorlagen.

Berlin, 22. Januar. Wie derLocalanzeiger" auS Petersburg meldet, wird der Zar wahrscheinlich bald nach dem Süden abreisen. Während seiner Abwesenheit soll nach den neuesten Bestimmungen kein Kronrath, sondern ein Ministerrath eingesetzt werden, an desien Spitze Graf Pahlen und PopjrdonoSzew stehen werden. Der Mtnisterrath war eigentlich schon unter Alexander II. gegründet, doch wurde er niemals einberufen.

Berlin, 22. Januar. Die Meldung des PariserTemps", daß eine deutsche Expedition die Hauptstadt des Sul­tanats Dagomba, Hendl, Ende November zerstöre habe, dürfte, wie man denBerl. Reuest. Nachr." mittheilt, bald ihre Bestätigung finden. ES handelt sich um die Expedition deS Dr. Gruner, welcher beauftragt war, von Misahöhe auS die von Lieutenant v. Carnap in Angriff genommene Station Lausanne-Mangie auSzubauen, weichem aber seitens des GulranS der Durchzug durch sein Gebiet verweigert wurde. Auf Dr. GrunerS Benachrichtigung hiervon schickte ihm der Landeshauptmann 80 Mann der Schutztruppe, um nöthigen- fall« Gewalt anzuwenden, da in keinem Falle geduldet werden könne, daß die Bewegungsfreiheit im Schutzgebiete von dem guten Willen eines eingeborenen Häuptlings abhängig sei.

Frankfurt a. M., 22. Januar. DerFranks. Ztg." wird aus Budapest gemeldet: Die Leichen der in Anina erschoffenen zehn Arbeiter wurden heute unter dem Aufgebot von Militär beerdigt. Heute ist wieder einer von den Ver­wundeten gestorben. Von den Verletzten liegen noch drei hoffnungslos darnieder. Bis jetzt wurden zwölf Verhaftungen vorgenommen. Der morgigen Lohnauszahlung fleht man mit Besorgniß entgegen.

Köln, 22. Januar. DieKölnische 8*g.* meldet ans Petersburg: Gerüchtweise verlautet, daß Rußland mit der Absicht umgehe, bei seiner Artillerie neue fran­zösische Schvellfeuergeschütze einzuführen. Aller­dings würde diese Neubefchaffang nur etwa 85 Millionen Rubel kosten.

Hamburg, 22.Januar. Die aogekündigten Versamm­lungen der Ausständigen wurden abgefttzt. Die AuS- standSleitung wird ihren Entschluß morgen zur Abstimmung unterbreiten.

Bern, 22. Januar. DaS Bundesgericht hat die Bank von St. Gallen zur Herausgabe der annähernd zwei Millionen Francs, welche der verschollene Johann Orth (Erzherzog Johann) bei ihr deponirt hatte, an deffen Erben verurtheilt.

Wien, 22. Januar. Die Akademie der Wiffenschafren beschloß, eine Anzahl Aerzte behufs Erforschung der Beulen Pest nach Bombay zu entsenden.

Pleß, 22. Januar. WlodarSki, der dritte Mörder des Bankiers Kohn, ist in Sezakowe in Galizien festgenomwen worden.

Budapest, 22. Januar. Wie aus Reschitza gemeldet wird, sind aus Anina Arbeiter-Delegtrte etnge- troffen, um mit den dortigen Bergleuten behufs gemeinsamen Vorgehens in Fühlung zu treten. Nicht nur der Bergbau, sondern fast alle Betriebe sind in Stillstand gerathen. ES arbeiten gegenwärtig nur die Hochöfen und die Gießereien. Die Rädelsführer der Revolte wurden verhaftet.

Rom, 22. Januar. Durch den obersten SanitätSrath ist die Einfuhr von Maaren aus Indien verboten worden. Die Frachten der Schiffe, welche in einem indischen Hafen nur anlegten, werden bei Ankunft in Italien an Bord deStnficlrt.

London, 22. Januar. Neuesten Nachrichten auS Teheran zufolge sind durch daS Erdbeben auf der Insel Kisch en von 5000 Einwohnern 2500 umS Leben gekommen.

Konstantinopel, 22. Januar. Gerüchtweise verlautet, Maurad Pascha habe sich in die russische Botschaft geflüchtet. _______________

Berlin, 23. Januar. Der Magistrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung einstimmig, eine Petition an den Minister deS Innern um Aufhebung der Verordnung bezüglich der äußeren Heilighaltung der Sonntage zu richten.

Berlin, 23. Januar. Wie derLocalanz." aus Plön meldet, treffen die kaiserlichen Prinzen am DienStag in Berlin ein und verbleiben daselbst bis zum 31. Januar.

Berlin, 23. Januar. Nach amtlicher Mittheilung be­läuft sich der Betrag der zur BoaranSzahlung angemeldeten 4%igen ConsolS auf nur 210650 Mark.

Berlin, 23. Januar. Die Conferenz im kaiserlichen ReichsgesundheitSamt in Angelegenheit der Pestgefahr wird heute Vormittag 9% Uhr unter dem Vorsitz deS Direktors Köhler stattsiaden. An der Conferenz werden neben den ordentlichen Mitgliedern des ReichsgesundheitS- amteS noch die außerordentlichen Mitglieder desselben sowie die vortragenden Räthe der Medicinal-Abtheilung des Cultus- ministeriumS theilnehmen.

Berlin, 23. Januar. Die Meldung, eS hätten ver­trauliche Sitzungen der Budget-Commission stattgefunden, witd denBerl. Reuest. Nachr." als unrichtig bezeichnet.

Stettin, 23. Januar. Eine gestrige Versammlung der pommerschen Landwirthe beschloß die Gründung einer Getreide - Verkaufs - Centrale mit dem Sitz in Stettin.

Budapest, 23. Januar. Die Minen- und das Dynamitmagazin in Anima werden militärisch be­wacht. Der Ausstand dauert fort. JnSgesammt feiern 5000 Bergleute.

Rom, 23. Januar. Die Polizei in Civitavechia be­schlagnahmte die Strikekasse der Hafenarbeiter.

Paris, 23. Januar. DaS englisch? FrachtschiffMabel", welches für ein hiesiges Geschäftshaus indische Teppiche an Bord hatte, wurde auf Anordnung deS Ministeriums in Bougival mehrere Tage zurückgehalten und beauf­sichtigt.

CocaUs unt protHnsieltef,

Gießen, den 23. Januar 1897.

* Theater Verein. Am Donnerstag Abend ging die lang erwartete zweite Vorstellung deS Theater-DereinS vor sich. Die schmerzvoll durchlebte Pause war durch widrige Verhältnisse aller Art hervorgerufen, wobei die Schwierig­keiten in der Herstellung einer neuen Zimmerdecoration und in der Wahl eines, alle Abonnenten gleichmäßig befriedigenden Stücke« nur eine kleine Bedeutung halten. Die Farbe der Decoration wurde in ansprechender Schmucklosigkeit grau in grau, die des Stückes rosa in rosa gewählt- und das sind recht hübsche Farben, von denen ich um deS Himmel« Wille» nichts Schlimmes sagen möchie. Das Slück spielte mit den Verwandlungspausen reichlich drei Stunden- ohne sie wären knappe zwei geworden. Die Ausfüllung erfolgte seitens der Zuschauer meist durch verschiedenartige intereffante Hypo­thesen darüber, in welchem Acte man sich wohl befände. Das Bauernfeld'sche LustspielBürgerlich und romantisch" ist trotz seiner sechzig Jahre noch frisch und lebensfähig. Freilich, statt des jetzt beliebten Pikanten finden wir da nut harmlose Fröhlichkeit und statt des scharf Zugespitzten nur liebenswürdige Breite. Aber der vorgestrige Abend zeigte, daß dem Geschmacke deS Publikums solche gesunde Kost zusagt, und daß wir noch recht wohl begreifen, roaß unseren Vor­fahren die Bauernfkld'schen Comödien so lieb gemacht hat. Die Frankfurter Künstler brachten in köstlichster Weise daS Zeitcolorit, dasMilieu" zur Geltung. (Nur ganz nebenbei fei bemerkt, daß den Damen die Trachten der Zeit allerliebst standen- freilich liegt so Etwas nicht allein an den Trachten). Was war daS für eine gutmüthige Behaglichkeit im Hause

des Rath Zabern- was waren er selbst (Herr Szika), was die Räthin (Frau Freund) für Pracht-Figuren! Wie reizend hob sich da« bürgerliche Brautpaar (Frl. Gieseke und Herr Bolz) von dem romantischen (Frl. Doch und Herrn Bauer) ab- w'e allerliebst wurde die Zankscene während deS väter­lichen NachmittagS-Schlafcs gespielt, wie schalkhaft das Wort- geplänkel L la Benedict und Beatrice nuancirt! Herr Roll als Piäfideut, Herr Stritt als Lohnlakai waren sehr an ihrem P atze. Schade daß die hübsch angelegte Rolle diese« Letzteren eine Episode bleibt. Da« Publikum quitürie mit freudigem Behagen und lautem Danke den Mufterleistungen der Künstler.

Gustav Ambergs Experimental-Borträge und Demonstrationen fanden gestern Abend vor einem ebenso zahlreichen Auditorium statt, wie am Donnerstag Abend. Das Haupttntereffe wandte fich begreiflicher Weise den hier zu» ersten Male vorgeführten Experimenten mit Röntgenstrahlen zu und wurde deren Wirkungsweise trefflich erklärt und ver­anschaulicht durch Aufnahme einiger Bilder (menschliche Hand und mehrere in einem Postklftchen verwahrte Gegenstände), die, in vielfacher Vergrößerung auf einem beleuchteten Schir» gezeigt, klar und deutlich das zeigten, was dem menschlichen Auge bisher ohne operativen Eingriff verborgen blieb. Hohe« Jntereffe erweckte ferner der Ruhmkorff'sche Funken Jnductor, die verschiedenartige Anwendung der Geißier'schen Röhren, der Darstellung von PhoSphoreScenz und FluoreScrnz- ferner die elektrische Kraft, betrachtet als Wellenbewegung, Wellen und Strahlen deS Schalles, des Licht« und der Wärme, die elektrischen Entladungen durch Licht, die elektrische Fern­wirkung durch Influenz, die Entstehung elektrischer Ströme in benachbarten Lettern, der Nachweis der Knotenpunkte in wellenartig bewegten Strömen - baß elektrische Licht ohne Leitung, tranflformtrte Wechselströme und schließlich die Ver­breitung elektrischer Schwingungen durch den Raum. Herr Amberg gab am Schluffe seine« Vorträge« der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Electricität in ihren verschiedenen Forme»- und Anwendungen uns Gebiete vollständig erschließt, die die Menschheit bisher nur zu ahnen wagte. Rauschender Beifall wurde Herrn Amberg während seine« Vortrages und am Schluffe zu Theil. Wir glauben im Sinne Aller zu handeln, wenn wir den beiden Vereinen, Kaufmännischer Verein und OrtSgewerbeverein, die Anerkennung dafür au-- drücken, daß fie Herrn Amberg zu den in jeder Beziehung lehrreichen Vorträgen gewannen und dadurch einem größeren Kreise Einblick ermöglichten in Erscheinungen und Wirkungen, die in der Gegenwart intereffant find, in der Zukunft aber bedeutungsvoll werden.

Beteranen Vereiu. Nachdem wir in unserer vorletzten Nummer einen eingehenden Bericht über die geplante Auf­führung am Montag den 25. dS. Seitens des hiesige» Veteraneu-VereinS zum Besten feiner Unterstützungskaffe ge­bracht, haben wir heute noch nachzutragen, daß unsere Regi- mentScapelle unter persönlicher Leitung des Großh. Musik- Direktors Herrn Krauße den Concert-Theil über­nommen hat. Hiermit ist wohl allen Anforderungen nach­gekommen, und dürfen wir im Hinblick auf die in Aussicht stehenden Kunstgenüffe allen unseren werthen Lesern und Leserinnen den Besuch der Aufführung angelegentlichst empfehlen. Der Besuch wird voraussichtlich ein sehr starker, so daß empfehlenSwerth ist, sich alsbald mit Eintritts­karten zu versehen, die an den bekannt gegebenen Stellen, bereits zu haben sind.

** Panorama. Eine herrliche Reise durch Italien stellt daß Panorama auf allgemeinen Wunsch am Sonntag und biß Montag Abend zum Schluffe noch aus und zwar den Gardasee, Verona, Venedig während der Anwesenheit des deutschen Kaisers. Versäume Niemand den Besuch während der beiden letzten Tage.

* Gebrauchsmuster-Eintragung. Schreibpult mit end­losem, über die Schreibfläche geführtem Rollenpapier: Ludwig Sier in Gießen, 9. 1. 97.

** Verleihung von Diplomen an der Großherzogliche» Technischen Hochschule zu Darmstadt. Im Herbst 1896 haben fich folgende Studirende Diplome der Technischen Hochschule zu Darmstadt erworben und zwar baß Diplom als Architekt: Die Herren Wilhelm Beft aus Darmstadt unb Ferbinand Peisker aus Mainz- das Diplom als Bau-Ingenieur Richard Böhlig auS Wolfshain unb Heinr. Maurer aus Herbstein- baS D'plom als Maschinen- Ingenieur Franz Mühl auS KunerSborf- baß Diplom als Electro-Jngenieur Wilhelm Bötz aus Gelnhausen, Paul Engels aus Hückeswagen, Friebrich Mierisch aus Hainichen unb Julius Oppert auS Hamburg- baß Diplom als Chemiker Carl Schorlemmer aus Darmstabt.

* * Die Bahnsteigsperre. Am 1. April werden, wie dieFrkf. Zig." erfährt, 1600 Bahnsteigschaffner im Gebiet der preußischen StaarSbahn neu angestellt werden. Bisher versahen geprüfte Fahrschaffner diesen Dienst. Die außerordentliche Vermehrung des Personals hat vor Alle» darin ihren Grund, daß am 1. April nicht nur die He'sische LudwigSbahn verstaatlicht wird, sondern daß auch die Bahn­steigsperre nun irn gejammten Bereiche der StaatSeisenbahne» eingeführt werden soll.

§ Aus dem Ohmthal, 22. Januar. Der diesjährige Winter zeigt dem Landwinh, wie ungemein ungünstig schlechtes Dörrfutter die Milchp roduct ion be­einflußt. DaS schlecht gemachte Heu unb baS noch viel schlechter heimgebrachte Grummet haben die normale Milch- ergiebigkeit der Kühe um 2550 Procent heruntergehen lassen. Kraftfuttermittel verhalfen allerdings wieder z» besserem Ertrage, vermögen aber doch nicht den vollständigen Mangel an erstklasfigem Dörrfutter zu ersetzen. Auch das Futterstroh ist nicht reichlich vorhanden und baß vorhanbene ebenfalls nicht von bester Qualität- wuchs doch nicht selten bie Frucht nach ihrer Einerntung in ben Scheuern. Durch bad schlechte Milchergebniß entgeht namentlich bem kleinen . Landwirth ein Theil seiner gewohnten Einnahme, deren Ausfall er mehr als sonst empfindet. Die Viehpreise stehe»