Kohlenbergwerk der Staat»bahngesellschaft, hat eine plosiou schlagender Wetter stattgefunden. Zwei Bergleute wurden getödtet, sech» schwer verletzt.
Sofia, 21. December. I« Ttruovoer Bergwerk-bezirk war gestern First.Einbruch, wobei mehrere Menschen getödtet wurden.
Pari», 21. December. Da» „Journal de» Debat» glaubt za wissen, daß Deutschland nab Rußland nicht gegeneinander in China wirken werden. Ueber Frankreich» nächste Absichten bewahren die RegieruugSblLtter vollständiges Schweigen.
London, 21. December. Der russische Botschafter erklärt, die Besetzung vou Port Arthur durch da» russische Geschwader sei nur für diesen Wtuter beabsichtigt. Niemand nimmt die» jedoch erust. Die japanische Botschaft ist ohne jede officielle Nachricht.
Berlin, 22. December. Nach eine« Londoner Schreiben der „Berl. Reuest. Nachr." war Prinz Heinrich, der be- kaaatlich am Sonntag der Königin einen Abschiedsbesuch machte, der Träger eine» sehr ausführlichen Handschreibens de» Kaiser».
WUhel«»hafen, 22. December. Der Lloyddampfer „Crefeld" ist gestern nach China in See gegangen, nach, dem er noch ein Artillerie-Detachement von 280 Mann an Bord genommen hatte.
Wien, 22. December. Die Einberufung de» böhmischen Landtag- steht für den 4. Januar bevor. Die Jungtschecheu erwarten an diesem Tage die Aufhebung des Standrechte» für Prag. Die Deutschen dürften entweder gar nicht den böhmischen Landtag betreten, oder nur zur Vorbringung ihrer nationalen Forderungen, nach deren Ablehnung sie den Landtag wieder verlaffen werden.
Eoiflautinopel, 22. December. Die türkische Regierung hegt große Besorgotß wegen der aufrührerischen Bewegung, welche unter den Arabern am persischen Meerbusen herrscht. Drr KüegSminister erhielt den Befehl, alle Garnisonen am persischen Meerbusen schleunigst zu verstärken. Mehrere Bataillone mit der nöthigen Munition und den erforderlichen Geldmitteln gehen demnächst dorthin ab.
eonstantinopel, 22. December. Der türkische Botschafter tu London telegraphitte nach dem Aldiz-KioSk, daß 10 armenische Anarchisten auf einem englischen Schiffe al» Matrosen nach Constantinopel abgereist seien. Der Sultan berief sofort den Polizeimiuister und es wurden die strengsten DorfichtSmaßregeln getroffen. Der Ministerrath beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit, welche in ofsictellen türkischen Kreisen große Aufregung verursacht. Wegen osfic ell revolutionärer Umtriebe wurde durch den Gouverneur von Pera ein Grieche verhaftet. Derselbe machte Gestäuduiffe, welche vermuthen laffeu, daß er den Zwecken deS armenischen Revo- lut'ou-comitoS dient. Ferner wurde in der Rue de Pologne in Pera ein hiesiger Grieche Namen» Sophokles, ebenfalls als wegen revolutionärer Umtriebe verdächtig, verhaftet.
Oietze», den 22. December.
**H. btabttheater. E» war ein besonderer Genuß für alle hiesigen Reuter-Verehrer und -Berehreriunen, gestern Abend „Hanne Nüte" hier aufgeführt zu sehen. DaS Stück ist nach Fritz Reuter für die Bühne frei bearbeitet und zeigt in ernsten und heiteren Bildern, wie Hanne Nüte, der Sohn von Schmied Snut, von seinen Eltern Abschied nimmt, um in die Fremde zu gehen und die Welt zu sehen, wie er seinem Schatz daheim trotz der Lockungen schöner Frauen treu bleibt, wie er unschuldig an dem begangenen Mordanfall an einer alten Jüdin ist und wie er schließlich wieder in» Baterhau» zurückkehrt, dort vou seinem „lütten Pudel" und vou ollen Anderen jubelnd empfangen. ES find Scenrn, welche Leben-Wahrheit athmen und Menschen ungeschminkt in ihrem Thun und Handeln vorführen, deshalb auch die gewaltige, packende Wirkung, die daS Stück erzielt. — Die Aufführung gab Herrn Hofschauspieler Emil Richard als Gast wiederum Gelegenheit, uns seine Kunst, die ihn mit Berechtigung zum ersten Reuter.Darsteller stempelt, vor- zusühren und bewundern zu laffen. Sein Schmied Snut war eine in Characterifirung und einheitlicher Durchführung großartige Leistung und veranlaßte da» leider schwach besetzte HauS zu lebhaftem Applaus. Unfer Ensemble ordnete fich dieser Hauptrolle und dem geschätzten Gaste unter und löste seine Aufgabe in befriedigender Weife. — Heute, Mittwoch, Abend findet da» letzte Gastspiel de» Herrn E. Richard statt, auf welche» ganz besonders (und da eS die letzte Vorstellung vor den Feiertagen ist) aufmerksam gemacht sei. Die nächste Vorstellung findet, wie uuS mitgetheilt wurde, am zweiten WcihnachtSfeiertag statt.
• • Kunst-Notiz. Herr Willy Kruse, der Sohu deS htefigen Restaurateurs Kruse, welcher al» Sologeiger am Hoftheater in Mannheim engagirt ist, wirkte unlängst in einem stattgefundenen Covcert des Hofopernsänger» Kreuttner mit. lieber seine Leistungen äußert fich da» „Mannh. Tgbl." in Nr. 347 wie folgt: „In Herrn W. Kruse lernten wir einen tüchtigen Violinisten mit bedeutender, gut entwickelter Technik kennen. Derselbe spielte die Faust. Fantasie von WteniawSky, eine Mazurka desselben Componisten und ein Nocturno vou Chopiu-Sarasate mit schönem Ton und virtuoser Beherrschung." In gleich lobender Weise schreibt auch der „Mannh. Gen.-Anz.", mit dem Zusatz, daß er ein Meister auf seinem Instrumente ist.
• • AiS Verein. Bei anhaltendem Frostwetter wird die Eisbahn noch vor den Feiertagen dem Betrieb übergeben. Nenanweldungen werden nunmehr nur noch an der Kaffe auf der Eisbahn entgegen genommen und zwar Nachmittag» von V/2 bi» 5 Uhr. Der Jahresbeitrag beträgt 2 Mk., Eintrittsgeld 1 Mk.
— Neuer Dampfkessel. Aufsehen erregte gestern der Transport eine» neuen Dampfkessels, den der Fuhr
unternehmer Karl Jughardt II. vom Güterbahnhof nach der Aetieu'Brauerei besorgte. Der «effel, von Petrh-Dereux in Düreu gebaut, hat ein Gewicht vou 380 Ceutner, 8 Anno« sphären lleberdruck und eine Heizfläche von ca. 85 Quadratmeter. Zu dem Gewicht de» Kessel» kam noch daSjeuige de» Transportwagen» von 100 Ceutner, so daß 18 Pferde be- nöthigt waren, den Seffel au Ort uud Stelle zu schaffen. Biele Neugierige gaben dem allerdings ungewöhnlichen Trau». Port da» Geleite.
• • Hundertjährige in Hessen. Unter der bet der Volk», zählung vom 2. December 1895 ermittelten ortSavweseu- den Bevölkerung de» Großherzogthum» waren lt. „Offtnb. Ztg." Personen iw Alter vou über 100 Jahren nicht ver- treten. Im Alter vou 95 bis 100 Jahren standen 8 Per- soneu uud zwar nur Frauen (3 in Starkenburg, 5 in Rhein- Hessen). Siu Alter von 90 bi» 95 Jahren hatten 136 Per- soneu, 57 Männer uud 79 Fraueu, so daß auch hier da» weibliche Geschlecht überwiegt. Diese» Ueberwiegen des weib- lichen Geschlecht» ist überhaupt in sämmtlichen Altersklassen vom 25. Lebensjahre au der Fall, während in den jugendlichen Altersklassen von der Geburt bi» zum 25. Lebensjahre das männliche Geschlecht zahlreicher vertreten ist.
• * 3n Amerika verstorbene Hessen. Lakefide, O., Frau Auua Elisabetha Ahreu», geb. Baubel, 67 Jahre alt, au» HeffewDarmstadt. — Burlington, Iowa, Frau Margaretha Fuuck, geb. Kriechbaueu, 84 Jahre alt, aus Oberhausen. — Waterloo, Jll., Wendel Hartmann, 67 Jahre alt, au» Heffeu-Darmstadr. — Shracuse, N.-y-, Frau Apollonia Neumann, geb. Herbig, 63 Jahre alt, au» GtwbSheim. — MaScoutah. Jll., Peter Dickhaut, 70 Jahre alt, an» Altheim. — Lancaster, Pens., Carl P. Krau», 74 Jahre alt, aus Zwingenberg. — MaScoutah, °>ll., Philipp Nickel, 60 Jahre alt, au» Seeheiw. — New Andreas Hitzel aus Bingen a. Rh. — Franklin, Pa., Georg Schneider, 60 Jahre alt, aus Ober Mossau.
• • Wetterbericht. Fast ganz Europa gehört wieder einem barometrischen Maximum au, deffeu intensiver Keru über Schottland lagert. Relativ niederer Druck besteht über der BtScaya-See uud dem Mittelmeerbeckeu, über deffeu Osthälfte ein flache» Depression» Centrum liegt. In Ceutral-Europa bestand am Morgen meist trübe» Frostwetter uud trägt die Witterung bei vorherrschend nordwestlichen Windeu rauhen Charakter. An den Hochstationen ist eine neuerliche, sehr beträchtliche Temperatur-Abnahme zu verzeichnen. — vor- aussichtliche Witterung: TheilS heitere», theil» nebelige» Frostwetter.
Erzhausen, 18. December. Dieser Tage brachte die Kuh eine» hiesigen LandwirthS drei Kälber zur Welt. Gewiß eine Seltenheit.
vermischte*.
• Kassel, 21. December. Der erste Getreidesilo im Regierungtbezirk Kaffel wird am kommenden Mtttwvch in Hoheneiche (Krei» Eschwege) eröffnet werden.
• Berlin, 20. December. DaS Deutsche Centralcomitv zur Errichtung vou Heilstätten für Lungenkranke hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab, auf der über die Eut- Wickelung der Bestrebungen in den einzelnen Theilen de» Reiche» berichtet wurde. Alle ärztlichen Berichterstatter betonten die Heilbarkeit der Lungenschwindsucht im heimischen Klima bei rechtzeitiger Einleitung der Be- Handlung. Wiederholt wurde von ihnen hervorgehoben, daß die in den deutschen Heilstätten erzielten Erfolge den gehegten Erwartungen entsprächen, und daß somit an der Sicherheit der Grundlagen, auf denen da» planmäßige Vorgehen zur Bekämpfung der Lungenschwindsucht in Deutschland begründet sei, kein Zweifel bestehe. Nach dem, der Versammlung vor- gelegteu Geschäftsbericht ist die Heilstättensache in allen Theilen de» Reiches in erfreulichem Fortschreiten begriffen. Die hauptsächlichsten Träger find die für den speciellen Zweck der Fürsorge für Lungenkranke innerhalb bestimmt abgegrenzter Bezirke in» Leben gerufenen Vereine, deren Zahl bereit» mehr al» 20 beträgt. Aber auch andere Corporattoueu widmen fich derselben Aufgabe. Eine wesentliche Stütze finden diese DereinSbestrebungeu, soweit fie unbemittelten Lungenkranken zu Hülfe kommen wollen, an den Invalidität»- und AlterSverficherungS-Anstalteu, weil durch die Unterbringung gefährdeter Versicherter in der Hauptsache die Unterhaltungskosten fichergestellt werden. Einzelne Versicherungsanstalten haben eigene Anstalten bereit» im Betrieb, andere werden in Kurzem die ihrigen eröffnen- wieder andere find durch Hergabe billiger Baucapitalien bei der Errichtung vou Heilstätten betheiligt. Auch vou kommunaler Seite werden solche errichtet. In einigen Fällen hat auch der Staat direkt die Heilstättenunternehmungeu unterstützt. Einzelne Arbeitgeber au» der Großindustrie find selbstständig vorgegaugen einer- seit» durch möglichst frühzeitige Einleitung de» Heilverfahren», andererseits durch Berücksichtigung bei der Zuweisung geeigneter Arbeiten. Eine Reihe vou Vereinen widmen sich außerdem der vielfach uothweudigeu Fürsorge für Familien wahrend der Zeit, in welcher der Ernährer in der Anstalt zu verweilen gezwungen ist. DaS Ceutralcowitö hat bisher 137,000 Mk. an Beihülfen für AnstaltSbauteu bewilligt. Al» publizistisches Organ dient die neubegründete Heistättencorre- spoudevz. Die in den Anstalten gemachten Erfahrungen werden nach einheitlichem Plane vom kaiferlichen Gesundheitsamt statistisch-wiffevschaftlich bearbeitet. Wenu ein Abschluß der eingeleiteten Sawmelforschung auch erst in einiger Zeit zu erwarten ist, so bestätigen doch die bisher ersichtlichen Ergeb- niffe die Voraussetzung, daß in zweckmäßig angelegten und gut geleiteten Heilstätten die Behandlung Lungenkranker durchaus auSficht-voll ist.
• Nürnberg, 17. December. Ein Beamter der „Providentia" aus Würzburg wollte gestern hier im Hotel „Maximilian" übernachte!'. Gegen 12 Uhr hatte er fich zur Ruhe begeben und war in Haldschlurnmer versunken, da bemerkte 1 et, daß Jemand im Zimmer war und sich da zu
schaffen machte. Er griff zu und erwischte den vtabrtagling, der fich jedoch loSmachre uud entfloh. Der Ueberf diene schlug Lärm, Alles lief zusammen. Ein Jeder ließ fich die Taschen und Zimmer durchsuchen, nur Zimmer Nr. 19 blieb verschlossen. Als mau deu Jusaffeu dringender citirie, erschien ein sehr schlaftrunken auSsehenber Herr, der „vou nicht» wußte". Ein spähender Blick entdeckte da auf einmal im Zimmer Nr. 19 ein Päckchen, da» bei näherer Beaugenscheinigung eine niedliche Sammlung von DiebSw rkzeug auf- wie». Die rasch geholte Polizei fand in der Matratze da» gestohlene Gut: Börse, Pretiosen x Der „Herr von Nr. 19" Übernachttte auf der Polizei weiter.
* No«, 21. December. In Palermo wurde ein unglaubliche» Verbrechen entdeckt Principeffa Cariui, die vou ihrem Ehemaone getrennt lebte, wurde vier Jahre laug im eigenen Palaste, io Gesellschaft ihrer blinden Tochter, vom Hausverwalter gefangen gehalten. Kürzlich gelang e» der Privzesfin, einen Brief an einen Advocaten durch- zuschmuggeln. Die Polizei fand die Aermste in einem letten Zimmer auf einem Strohlager halb verhungert. Der verbrecherische Verwalter wurde verhaftet.
* 31 Gchaffhaifei tst ein eigenartiger Streit anSge- brachen. Der Direetor der dortigen Irrenanstalt hatte fich über da» allzufrühe uud zu häufige Läuten der Kirchenglocken, da» für seine nervösen Patienten schädlich sei, beschwert. Daraufhin stellte die protestantische Kirche au- freien Stücken daS gar zu frühe Läuten ein, die katholische behauptete, daß die Art deS Läuten» zu ihrem CultuS gehöre uud läutete in der alten Weise weiter. Der Director wandte sich an den Siadtrath uud dieser verbot vorläufig da» Läuten vor 7 Uhr Morgen» bi» zum Erlaffe einer neuen Läuteordnuug. Die katholische Genoffenschast erhob gexen diese» Verbot Eiosprache beim RegieruugSrath und dieser hob die stadträthliche Verordnung allerdings auf, aber mit dem Hinweise, daß e» dem Stadtrath frei stehe, eine neue Läuteordnnng zu erlaffen, die natürlich im Sinne feine» früheren verbot» ausfallen dürfte.
• Die Juwelen der Kaiserin. Ein überaus werthvolle» Diamanden-Diadem, welche» eiust zu den franzöfischeu Kron» juw elen gehört hat, ist von einem New-Uorker Juwelier aus einer Auktion erstanden worden. Diese» Diadem ist mit 800 bläulich schimmernden, indischen Diamanten und 20 großen Türkisen geschmückt, die tat 16. Jahrhundert au» Perften tarnen. Diese» wunderbar schöne Schmuckstück ist einst von der Herzogin von Augoulöme, der Tochter Ludwig» UV., der Herzogin von Berry und zuletzt vou der schönen Kaiserin Eugeuie getragen worden. I« Jahre 1887 wurde da» Diadem von der franzöfischeu Regierung verkauft und fand so seinen Weg nach dem Uankeelande.
• Der Wein erfreut be» Menschen fceij. Au» Wie« wirb berichtet: In der Weingroßhaublung vou Vincenz Cicco würbe ein Weißwein, der unter dem Namen Capella- wäre um 29 kr. per Liter verkauft wurde, mit Beschlag belegt uud chemisch untersucht. Dabei stellte fich denn herau», daß der „Weiu" zwar nicht einen Tropfen Traubensaft, dafür aber allerlei andere angenehme Dinge enthielt. Die Analyse ergab nämlich neben 89 Procent Waffer und 6 Procent Alkohol da» Borhandeuseiu einer großen Menge Kaliumsulphat und außerdem noch besonder» Phosphorsäure und Schwefel- säure. Herr viceuz Cicco hatte fich deßhalb vor dem Bezirk», gericht Wieden zu verantworten. Der Angeklagte gab zu, etwa 80—100 Flaschen vou dem Wein verkauft zu haben, behauptete aber, er habe ihu von dem Agenten Josef Schmidt in Klosterneuburg gekauft und nicht gewußt, daß er verfälscht resp. überhaupt kein Wein fei. Der Richter schenkte der Verantwortung de» Angeklagten Glauben und verurtheilte ihu aur wegen Fahrläsfigkeit nach $ 12 be» neuen Leben»- mitielgesetze» zu 15 fl. Geldstrafe und Zahlung der Gericht»- kosten, außerdem aber noch zur Zahlung der Kosten zur chemischen Untersuchung mit 46 fl. 44 kr. au den Magistrat.
♦ Arg hinetagefallli ist ein Ramschbazar in Hamburg. Er verkaufte al» „Lockwaare" sogenannte vauerntische sür 8 Mk. da» Stück, die ihm ein Tischler für 8.50 Mk. an- fertigte. Die Tische fanden reißenden Absatz, so daß der Tischler gar nicht genug liefern konnte. Er machte ein ganz. gute» Geschäft dabei, während die Firma bei jedem Stücke 50 Pfg. zulegte. Auf einmal wurde eine sonderbare Entdeckung gemacht. Der Tischler selbst nämlich ließ die Bauern- tische wieder von der Firma für 8 Mk. aakousen und verkaufte fie dann derfelbeu Firma wieder für 8.50 Mk. So gingen dieselben Tische immer hin uud her.
* Die AdmiralUatttajute auf be« Flaggschiff „Deitfch- land". Mit eigenem Jutereffe betrachtet man die Räume, in denen Prinz Heiurich al» Commaudeur der 2. Division de» ostafiatischeu Kreuzergeschwader» sür die nächsten Monate, ja vielleicht für Jahre seine Wohnung aufschlogen wird. Die AdwiralitätSkajüte an Bord de» Schiffe» „Deutschland" ist, mit den entsprechenden Räumen neuerer Panzer verglichen, ungemein geräumig, d. h. natürlich wa» mau aus den schwtmweuden Plauken geräumig nennt. Auch der Admiral muß sich au Bord mit bescheideneu Gemächern begnügen, die Wände de» Batteriedeck» können seinetwegen nicht erhöht werden. Solche Wünsche finden indessen in der Brust be» Seemanns keinen Raum, denn dem jüngsten Cadetten und Schiffsjungen, wie dem Admiral uud altgedientea Deckoffizier gilt da» gleiche, erste Gesetz de» Dienste» an Bord: Seldst- verlenguuug. Ein Posten vou dem 80 Mann starken Detachement der Marine-Jufauterie steht mit gezogenem Seitengewehr vor der Thür zu den prtnzlicheu Gemächern, zu denen wie zur Kabioe be» Commaudanteu Niemand ohne be- saubere Befuguiß Zutritt hat. DaS Wohuzimmmer ist ein langgestreckter, uatürlich ziemlich niedriger Raum, ftenub- lich uud hell. Wa» Geschmack und Kuust vermögen, solch kleinen Raum, der einem lange, lauge Zeit hindurch al- Wohuuug dienen muß, anheimelnd und gemüthltch zu gestatten, da» ist hr:r in reichstem Maße geschehen. Die Täfelnng der Wände ist in Hellen Farben gehalten, weiß, hellgrün, golb, sodaß die durch die Luken einfallende Sonne ein ungemein


