Ausgabe 
23.7.1897 Erstes Blatt
 
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Drange seines Gewissens zu folgen. Er steht im 57. Lebens« jahre.

Bergen, 21. Juli. Der Kaiser empfing gestern auf derHohenzollern" einige Besuche und begab fich dann vor Bergen aufs Land und besichtigte mehrere Ausflugsorte.

Vrüfiel, 21. Juli. Infolge bedenklicher Meldungen aus dem Strtkegebtet Henn eg au entsandte die Regie« ruog neue Verstärkungen dorthin. Der Generalrath der Arbeiterpartei setzt seine Hetzereien fort und fordert die Berg­leute mittelst Mauerauschlägeu zur Fortsetzung des AuSstandeS auf. Abgeordnete der Arbeiterpartei reisten nach Deutsch« land, Frankreich und England ab, um dort Geld für die Ausständischen zu sammeln.

Berlin, 22. Juli. Nach einem Telegramm auS Brüssel verlautet aus der Umgebung drS Königs, welcher gestern von feiner Auslandsreise zurückkehrte, Kaiser Wilhelm werde in diesem Jahre schwerlich Zett finden, den Kieler Besuch deS König- zu erwidern. Dagegen gibt der König die Versicherung, daß das deutsche Kaiserpaar im nächsten Früh, fahre nach Brüssel kommen werde.

London, 22. Juli. Das deutsche Kriegsministerium sandte, wie die Blätter berichten, vor wenigen Tagen zwei­tausend Brieftauben nach Dover, um sie von dort nach Deutschland zurückfliegen zu laffeu. Das soll vor einigen Tagen geschehen sein. Der Vorgang macht hier viel böse» Blut, um so mehr, als im Unterhaus amtlich erklärt wurde, Deutschland würde ein ähnliches verfahren einer anderen Macht an der deutschen Küste nicht dulden.

WB. Christiauia, 22.Juli. Au» Stavanger vom 21. Juli, Mittag», wird telegraphirt: Bei Soevde in Riffyeke wurde heute eine Brieftaube gefangen mit einem Silber- ring am Fuße und dem Vermerk auf dem Flügel: Nord« pol 142 W 4762.

Cscates rrnd provhtsiettes*

Gießen, den 22. Juli 1897.

* Au» dem Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruhr, am 21.Juli l.I. den Ministerialrath bet dem Ministerium der Finanzen Ferdinand Muhl auf sein Nachsucheo, unter Anerkennung seiner langjährigen ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. August l. I. an in den Ruhestand zu versetzen und dem­selben den Character als Geheimerath zu verleihen, sowie den vortragenden Rath in der Abtheilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Cameralverwaltung, Geheimen Oberforstrath Wilhelm Milbrand, mit Wirkung vom 1. August l. I. an zum Ministerialrath in dem Ministerium der Finanzen und zum Vorsitzenden der Abtheilung dieses Ministeriums für Forst- und Cameralverwaltung zu ernennen.

* An der Universität werden, wie bereits in vor. Nr. berichtet, vom 4. bis 16. October Ferienkurse für Aerzte und Studierende abgehalten, und zwar von Prosector Henneberg: Topographisch.anatomischer Dernon« ürationScurS , Geh. Medicinalrath Bostr oern: Pathologisch- anatomischer DernonftrationScurs - Geh.Medicinalrath Riegel: Medtcintsche Klinik- Privatdozent Sticker: Allgemeine Seuchenlehre- Assistenzarzt Dr. Koch: Kursus der Laryn­goskopie- Geh. Medicinalrath Löhlein: Gynäkologische Untersuchungen und Besprechung ausgew. Kapp.- Privatdozent Walther: GeburtShülflicher OperationScurS und Colloqu um - Profesior Poppert: Chirurgisch-klinischer Kurs mit practi- schen Uebungen- Profeffor VosstuS: Ophthalmologische Klinik- Profesior Sommer: Psychiatrische Klinik incl. Nervenkrankheiten- Assistenzarzt Dr. Dltznnemann: All­gemeine Psychopathologie mit Kraukeuvorstellungen- Profesior Steinbrügge: Otiatrische Poliklinik.Bestimmung über den Kurs aus dem Gebiete der Hygiene bleibt dem nächstens zurückkehrendeu Geh. Medicinalrath Gaffkh Vorbehalten.

* *F. Gießener Regatta. JDie Vorbereitungen für die am kommenden Sonntag stattfindende Regatta find ihrer Vollendung nahe, so daß bis zum Tage vor dem Feste Alles zum würdigen Empfang der auswärtigen Ruderer hergerichtet sein wird. Aller Voraussicht nach werden sämmtliche ge­meldete Mannschaften auch am Start erscheinen, so daß die Rennen äußerst spannende zu werden versprechen und die ausgesetzten Ehrenpreise erst nach jähem, heißen Ringen den glücklichen Gewinnern überreicht werden können. Preis« fttftungen find dem Regatta-AuSschuß zu Theil geworden von dem Profefforen Collegium der Universität Gießen, einem ungenannten Gönner deS Rudersport-, dem Regatta-Comits, von Gießener Damen und von den pafftven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft. Sämmtliche Preise find angekauft und werden von heute ab in den Schaufenstern der Firma Ernst Balser au-gestellt fein.

* Bon den Gießener Schützen, die fich am Pretsschießen in Marburg betheiligteu, erhielten Preise: 1) 300 Meter- Scheibe: Herr Ktlbinger 4. Preis- 2) 175 Meter-Scheibe: Herr Ktlbinger 6. Preis- 3) Auf dem Wtldstand: Herr Brück benj., Herr Ktlbinger den 3. Preis.

* Ständchen. Gestern Abend brachte der Gesangverein L t e d e r k r a n z seinem früheren activen Mitgliede und späteren Dirigenten und Ehrenmitgliede, Herrn Louis Kaufmann, Registrator in Penfion, unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Herrn Mufiklehrers Franz Bauer, ein wohl« gelungenes Ständchen. Die Veranlasiung hierzu war dem Ltederkranz dadurch geboten, daß Herr Kaufmann heute Gießen verläßt, um seinen Wohnfitz in Bamberg, seinem GeburtS- orte, zu nehmen. Tief gerührt von dieser Ovation, dankte Hrrr Kaufmann für fich und im Namen seiner Frau und hatte da- Bedürfntß, mit seinen Freunden am letzten Abend seines Hiersein- noch einige Stunden zusammen zu sein. Demzufolge wurde der Abschied imHesfischen Hos" gefeiert und gestaltete sich diese Feier unter Reden und Gesang-« vorträgen zu einer sehr schönen. Herr Kaufmann war dem Ltederkranz ein tüchtiger Dirigent und wahrer Freund, wie er überhaupt auch unter der Einwohnerschaft in voller Achtung

steht. Von allen Seiten wird ihm stets ein gute- Andenken bewahrt bleiben.

* Arzt und Schule. Auf dem diesjährigen deutschen Aerztetag wird u. A. auch die Schularztfrage zur Be­handlung kommen. Zu Referenten find ein Schularzt, Dr. Thiersch tu Leipzig, und ein practischer Schulmann, Dr. Dettweiler , Ghmnafialdirector in Bensheim, bestellt. Sie haben fich über folgende Leitsätze geeinigt: 1. Die Mit­wirkung der Aerzte zur Lösung schulhhgieuischer Fragen ist nothwendig. 2. Deo beamteten Aerzten ist überall die Be­gutachtung von Schulbaupläneu, sowie die hygienische Ausficht über Schulgebäude zu übertragen. 3. Nach den bisherigen Erfahrungen ist die Einrichtung officieller Schulärzte in An­lehnung au die Functionen des beamteten Arztes für Volks­schulen großer Städte zu empfehlen. Die Thätigkeit solcher Aerzte hat fich, unbeschadet der Befugnisie der beamteten Aerzte, zu erstrecken auf die Hygiene der Schulgebäude und der Schulkinder. 4. Die Regelung der Hygiene des Unter« richtS einschließlich der Frage der Ueberbürduug erfolgt durch die obere Schulbehörde, der ein Arzt als ständiges Mitglied aogehört. 5. Die bisherigen Forschungen über Ermüdung an Schulkindern haben noch nicht zu einem abgeschloffeoen Urtheil hinsichtlich ihrer praktischen Verwendbarkeit sür die Schule geführt. Zur weiteren Förderung dieser Frage em­pfehlen sich fortgesetzte, gemeinsam von Aerzten und Schul« männern auszuführende Versuche, denen überall die thatsäch« lichen Verhältniffe des Unterricht- zu Grunde zu legen find. 6. ES ist dringend wünschenSwerth, daß Lehrer aller Schul« gattungen, iusbesoodere die Leiter, sich die Gruudsätze der Schulhygiene aueiguen, um deren praktische Durchführung zu sichern.

** Wetterbericht, lieber der Nordsee und über Nord­deutschland lagert heute eine unregelmäßig begrenzte Depres­sion, welche namentlich gegen Süden verschiedeutliche Theil« minima aufweist. Ueberhaupt ist die Luftdruckvertheilung in ganz Europa sehr ungleichmäßig. Dieser Wetterlage ent­sprechend ist die Witterung bei veränderlicher Bewölkung an­dauernd zu Gewittern geneigt. In Süddeutschland find darnach auch gestern und heute Vormittag elektrische Entladungen aufgetreten, welche stellenweise von Regen begleitet waren. Voraussichtliche Witterung: Bei veränderlicher Bewölkung bleibende Gewitterneigung, zumal im Süden stellenweise Niederschläge.

* Verurtheiluog zu einer Geldstrafe von einer Mark durch da» Reichsgericht. Der Händler Ludwig Vogel 4r zu Mainzlar bei Lollar wurde am 20. April 1897 von der Strafkammer beim Wetzlarer Amtsgericht von der Anklage wegen Uebertretuvg der Viehseuchen gesetzt vom 23. Mai 1880 und vom 1. Mai 1894, sowie von der An­klage wegen Urkundenfälschung freigesprochen. Der Regierungspräsident zu Coblenz erließ im September 1896 eine Regierungsverordnung, betreffend die Maul- und Klauen­seuche, wonach jeder, der Schweine in den Kreis einführen will, zuerst eine thierärztliche Bescheinigung beibringen muß, daß die Thiere untersucht und gesund befunden worden sind. Der Angeklagte hat nun, wie die Anklage ausführt, vier Schweine an einen Landwirth verkauft. Das Gericht unterzog zunächst die Regierungsverordnung der König!. Regierung zu Coblenz einer Kritik auf ihre Existenzberechtigung, und kam nach eingehender Prüfung zu dem Schluffe, daß die Regierungsverordnung überhaupt gar nicht zu Recht bestehe, da es unzulässig fei, die Einfuhr innerhalb des Inlands von einem Kreise zum andere« zu verbieten oder zu beschränken- Eiusuhr-Verbote und -Beschränkungen haben nur Berechtigung dem Auslande gegenüber im Verkehr mit dem Jnlande. Eine wirksame Bekämpfung der Seuche im Jnlande kann nur durch Ausfuhr-Beschränkung gegenüber dem Jnlande durchgesührt werden, da sonst der ganze Handel und Wandel lahm gelegt würde. Die Verordnung der Regierung besteht daher nicht zu Recht und mithin ist der Angeklagte freizusprechen. Was nun die Anklage wegen Urkundenfälschung anlangt, so wurde allerdings festgestellt, daß der Angeklagte, um den erlassenen Einfuhrbestimmungen zu entsprechen, allerdings ein Attest vorwieS, aber ein gefälschte-. Da indeß festgestellt wurde, daß ihm dabei daS Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gemangelt hatte, wurde er auch in diesem Punkte der Anklage frei- gesprochen. Gegen dieses Urtheil legte die königl. Staats- anwaltschast Revision ein, die von der Reichsanwaltschaft für begründet erachtet und vertreten wurde. Die Verordnung der königl. Regierung zu Coblenz characterifirt fich nicht als Strafverfügung, sondern als eine Verfügung zur Ausfüllung und Ausführung des Blankettgefetzes (§ 66). Die Frage, ob die darin ausgesprochene Einfuhrbeschränkung auch als Trans­portbeschränkung auszufasien fei, ist zu bejahen, denn der An- geklagte hat die vier Schweine von außerhalb in den Kreis hinein tranSPortirt. ES wurde daher beantragt, den Ange­klagten zu einer Geldstrafe von 1 Mk. zu verurtheilen. Das Reichsgericht hob entsprechend dem Anträge deS Reichsan- waltS das Urtheil auf und verurtheilte den Angeklagten, in der Sache selbst erkennend, zu einer Geldstrafe von 1 Mk.

K. Wieseck, 22. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz bei der Wellersburg in einen Kornhaufen, welcher gänzlich verbrannte- im Orte selbst in ein Haus, ohne zu zünden.

Aus dem evang. Decauat Büdingen, 19. Juli. Die dies- jährige DecanatSsynode ist auf Mittwoch den 25. August (LudwigStag) nach Büdingen einberufen worden. In dem der Synode vorausgehenden Gottesdienst wird Herr Pfarrer Strack von Usenborn die Eröffnungspredigt halten Auf der Tagesordnung der Synode stehen neben einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen zwei Gegenstände, welche von allgemeinerem Jnteresie find. Der eine dieser Gegenstände handeltUeber die Beerdigung von Selbstmördern", (Referent Herr Pfarrer BernbeckStaden), der andereUeber die Herstellung und Au-schmückung der Kirchen". (Referent Herr Pfarrer Büchner Selters). Die Verhandlungen selbst werden in der Stadtkirche stattfiuden.

AlSfeld. 21. Juli. Einer Wiener Zeitungsnotiz zufolg har der Prinz-Regent Luitpold von Boyern Herrn Carl Berck, einem Sohn unserer Stadt, Inhaber der Firma C. Berck in Wien, in Anerkennung seiner langjährigen Der» dienfte um den deutschen HilsSverein in Wien, den bayerischen MichaeliS-Ordeu verliehen.

E. Mainz, 22 Juli. Am 4. August, vormittags 11 Uhr. werden die New-Uorker Independent-Schützen zu einem Kellerfest bei der Firma Henkell L Co. hier ein« treffen. Bon den Firmen, welche nach der offtciellen Statistik der Vereinigten Staaten von Amerika fich an der 65076 Kisten betragenden Einfuhr In Amerika betheiligteu, stand die Firma Henkell & Co. an der Spitze mit 7462 Kisten, es stammt somit jede neunte Flasche der eingeführten deutschen Weine aus der Kellerei dieser Firma.

An» Rheinheffen, 21. Juli. Wegen Mangels geeigneter Arbeitskräfte für die Landwirthschast werden von den größeren GutSwirthschaften viele Arbeiter und Arbeiterinnen auS Polen bezogen, mit deren Leistungen man durchgängig zufrieden ist.

Vermischte»

* 3® Seebad ertrunken. Beim Baden ertrunken find am Dienstag Vormittag im Ostseebad Bo lt en Hagen Herr Alwin Panten auS Berlin und sein 12jähriger Sohn Alfred. Der Rentier Alwin Panten weilte mit seiner auS Frau und sechs Kindern bestehenden Familie seit 8 Tagen im Bade Boltenhagen. Am Dienstag früh gegen 11 Uhr badete Herr Panten mit seinen beiden ältesten Söhnen, dem fünfzehn­jährigen Max und dem zwölfjährigen Alfred, bei hohem See­gänge in der See, als Max, der ältere, plötzlich um Hülfe rief. Als der Vater den Hülferuf hörte, bemerkte er, bafc sein Sohn Alfred von einer Welle weggeriffen und in die hohe See geschleudert war. Um diesen zu retten, schwamm der Vater nach der Stelle, wo Alfred in Gefahr war, hin, wurde aber von einer anderen Welle mhfammt seinem Sohne in die See gerissen. Eine Viertelstunde später wurden die Leichen der Beiden ans Land gespült.

Gewinne der diesjährigen Münchener AuSstelluug»- Lotterie. Wer die prunkende Reihe berühmter Künstlernamen liest, welche die Liste der angekauften Werke zieren, und dann im GlaSpalaft selbst die der Verloosung unterstellten herr­lichen Bilder, Plastiken, Basen und Werke der Kleinkunst auf« sucht, wird wohl ohne Zögern gestehen, daß eine so glück­liche und vortheilhaste Wahl noch nicht getroffen wurde. DU Lotterie 200,000 Loose zu 1 Mk., mit nicht weniger al» zwanzigtausend Treffern ausgestattet ist mit Recht rasch beliebt geworden,- da» Gegentheil wäre ein Wunder zu nennen. Sind doch in den Hauptgewinnen Werke enthalten,, deren Werth weit überm Einkaufspreise steht- LenbachS herr­liches neues Porträt des Fürsten Bismarck, eines der schönsten, geistig bedeutendsten, die wir gesehen haben, nebst einer wunderbar gestimmten Winteranftcht:Im Dock von Amster- dam" von H. W. Jansen und einem prächtigenAdam" in Bronze von H. Hahn, daS alles trägt der glückliche Gewinner des ersten Haupttreffer» davon! Für eine Mark! Wer kauft da nicht? Den ferneren Hauptgewinnsten, künstlerisch vollwerthigen Werken von Meisterhand, schließt fich eine Unzahl von Pastellen, Aquarellen, farbigen und schwarzen Handzeichnungen, Bronzen, Vasen und kunstgewerb­lichen Meisterstücken an- letztere au- den Schätzen der über« reichen Kleinkunftabtheilung- wir finden da Schränke, Teppiche, Schmucksachen u. a. m., die jedes für fich einen neiden-« werthen Besitz bilden. München zeigt mit dieser Lotterie, daß eine reiche und vornehme Kunstlotterie schaffen wollte^ das ComitL hat bei den Ankäufen dem Geschmacke de» Pub­likums nach jeder Richtung Rechnung getragen und die Künstler haben beim Verkauf ihrer Werke für die Lotterie wesentliche Reduction der Preise eintreten laffeu mit Rücksicht auf beit Zweck, sodaß die Gewinne den angesetzten Werth vollkommen rechtfertigen, zum großen Theil aber übersteigen. Der Erfolg wird beweisen, daß die Unternehmer richtig wählten.

Ctteratur nnb Arrnst.

DaS zweite Quartal der in Stuttgart erscheinenden Rtmtt Musik Zeitung (Verlag Karl Grüntnger) brachte eine Reihe musik- cheoretisarer Betrachtungen von dem Opern-Componister Cyrill Kistler über die moderne Harmonik, eine längere Abhandlung de» Dr. Haase über werthvolle Klaotercomposittonen der neueren Zeit, ausführliche Auszüge au8 eben erschienenen musikgeschichtlichen Schriften, so einen Aussatz über die Beziehungen deS Philosophen Fr. Nietzsche zu Richard Wagner, kritische Berichte über neue Must- kalten, über Musikfeste, über Novitäten aus dem Concertsaal, über neue Opern und Virtuosen, Texte für Liedercomponisten, mufik« pädagogische Artikel, Bildnisse und Biographien der Damen Marzella Pregi, Mathilde Skerle, Rose Ettinger und der Herren Professor Wien und Max Pauer, ferner ein Tableau der Mitglieder der Stettiner Oper, mehrere Beiträge zur Biographie deS Meisters Joh. Brahms, eine treffliche Humoreske von Peter Rosegger, eine spannende Künstlergeschichte von Herbert Fohrbach, Notizen auS dem Musikleben der Gegenwart, schließlich gewählte Klavierstücke von C. Kistler, Bruno Wandelt, (§uft. Lazarus, Karl Kämmerer, Ernst Hartenstein; Lieder von Hugo Wolf, G. Erlanger, V. Rothe, Rud. Frhr. Prochuzk« und ein Duo für Geige und Klavier von Cyrill Kistler. (Der vierteljährliche Abonnementsprets beträgt nur 1 Mark. Die Verlagsbuchhandlung von Karl Grüntnger in Stuttgart versendet auf Verlangen an Jedermann Gratts-Probe- nummern, der sie deS Abonnements wegen einsehen will)

Von der in Stuttgart tm Verlage von Karl Grüntnger erscheinenden Musikalische« Jergendpost liegt uns das zweite Quartal vor; dasselbe emhält wieder eine Reihe dem jugendlichen Fassungsvermögen angepaßter belehrender und unterhaltender Artikel, Erzählungen, Humoresken und Märchen, sowie Gedichte mit hübschen Illustrationen, kurzweilige Anekdoten, Spiele, Räthsel re. Ferner 24 Setten Musikbeilagen, bestehend au6 melodiösen Klavierstücken, Liedern mit Klavierbegleitung und Duos für Klavier und Violine. Wir haben unsere Leser schon öfter auf diese vortreffliche, mit Ge­schick redigirte Jugendzeitschrift aufmerksam gemacht und empfehlen den Eltern musikalisch beanlagter Kinder, sowie Lehrern und Lehre­rinnen heute von Neuem, sich eine Probenummer kommen zu Iaffen, welche der Verleger Karl Grüntnger in Stuttgart gratis und franco übersendet.