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Depeschen des Bureau „Herold."
Berlin, 21. März. Die ganze Stadt prangt t» Fest sch muck! Fast kein Hau- ist zu sehen, daS nicht mit Fahnen und Guirlanden geschmückt ist. In allen Schaufenstern find Kaiserbüsteu aufgestellt, umgeben mit Blumen und Lorbeer. Ungeheure Menschenmengen säumen die Hauptstraßen seit der frühen Morgenstunde ein. ES ist ein Drängen und Schieben nicht zum Borwärtskommeu. Der Hauptstrom bewegt fich natürlich auf der Straße Unter den Linden bi- zum königlichen Schloß. Ungemein flortrt der Handel mit Kornblumen. Alles, jung und alt, groß und klein, trägt die Lieblingsblume de- Kaisers Wilhelm I. im Knopfloch. Einen recht hübschen Anblick bieten die Pferdebahnwagen und Omntbuffe, die gleichfalls decorirt find, erstere mit Guirlanden, letztere mit Fahnen. Nachdem gestern-Abend der König von Sachsen und der König von Württemberg hier eivgetroffen waren, erfolgte heute früh 8* 1/* Uhr die Ankunft
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Nr. 69
Dienstag bett 23. März
Erstes Blatt.
1897
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Deutfct^er Reichstas.
196. Sitzung. SamStag den 20. Marz 1897.
Am Mtnistertische: Chef des Martneamts, StaatLsecretär Holtmann.
Die Berathung des Marineetats, Extraordinarium, wird fortgesetzt.
Abg. Barth (srs. Vg.): Ich begreife nicht, weshalb man sich so, wie Herr v. Vollmar, über den Begriff Wellpalttik aufregen kann. Weltpolitik hat Deutschland ja schon längst getrieben. ES fragt sich nur. welche Art Wellpottttk Deutschland treiben soll, und da meinen wir, daß wir gerade bei der ganzen jetzigen politischen Lage in Europa keinesfalls eine abenteuerliche Politik treiben sollen. Leider scheint ja nun in einflußreichen Kreisen sehr viel Neigung zu einer schneidigen Weltpolittk zu bestehen, und dieser Neigung müssen wir allerdings entgegentreten. Eine weitere große Rolle haben in diesen Tagen die ZukunftSpläne für die Marine gespielt. Aber je mehr wir uns aus den Standpunkt der realen Thalsachert stellen, das Maß des Nothwendtgen feststellen, desto geringer wird die Gefahr uferloser Zukunstspläne sein. Wenn nicht der Versuch gemacht wäre, unS Zukunflspläne zu erläutern, so wäre auch wohl das Centrum geneigt gewesen, über das Maß der Bewilligungen in der Commission htnauszugehen. Um was dreht sich denn eigentlich der ganze Streit? Auf die Abstriche bei den Torpedoschiffen scheint ja die Marine- Verwaltung kein großes Gewicht zu legen. Was die Abstriche bei den zweiten und dritten Raten betrifft, so ist ja doch auch bet Privatleuten eine zu große Verlangsamung einer Arbeit gleichbedeutend mit Verschwendung. Weshalb man diese Abstriche gemacht hat, kann ich daher nicht recht begreifen. Und nun die Kreuzer! Es handelt sich doch nur darum, ob wir in diesem Jahre bewilligen oder im nächsten. Und darum Räuber und Mörder?! Und darum die Drohung mit dem Confltct, mit dem Mtntsterkladderadatsch, mit Regierungskrisis! Das kann doch dem Ansehen Deutschlands wahrlich nicht dienen. Herr o. Marschall hat nun die Nothwendig- keit neuer Kreuzer mit den Anforderungen des auswärtigen Dienstes begründet und der Nothwendtgkett neuer Exportquellen. Ader diese Aufgaoe der Kreuzer hat doch absolut nichts zu thun mit den Tabellen für die Vergleiche zwischen den verschiedenen Marinen. Mehr als 20 pCt. unserer Ausmhr geht nach England. Die Möglichkeit, durch Kanonen und Kriegsschiffe unsere Handelstnteressen zu schützen, wird von Jahr zu Jahr kleiner. Ein Confltct zwischen uns und einem amerikanischen Staat kann durch Kriegsschiffe gar nicht entschieden werden. Es giebt ja noch Länder, auf die wir mit Kanonen wirken könnten, aber die Handelstnteressen, die da in Frage kommen könnten, sind doch verschwindend gering. Man muß sich da also vor Uebcrlreibungen hüten. Bet China wird ja möglicherweise das Auftreten von Kriegsschiffen eventuell zweckdienlich sein können, aber auch dort nicht zum Zweck des Schutzes von Handelsschiffen. Ich sage nicht, unsere Finanzlage sei nicht derart, daß wir, wenn es nothwendig wäre, nicht noch große Lasten auf uns nehmen könnten. Aber eben nur, wenn es no thwendig ist. Und ich habe mich nicht überzeugt, daß jetzt schon beide Kreuzer nothwendig seien. Ich gebe sreUtch zu, daß das eine Frage ist, über die man auch im Kreise der engsten Freunde verschieden denken kann. Ich persönlich werde beide Kreuzer ablehnen.
Staatssecretär Holl mann will noch aus einige Reden von gestern antworten. 10 pCt. des Werthes der Flotte müsse mindestens jährlich an Ersatz geschaffen werden. Dazu komme aber noch die Ausrüstung. Herr v. Vollmar habe freilich gestern von unerhörten Forderungen gesprochen. Aber von diesem Erstaunen müsse er da doch eine große Summe ausschalten. Denn von den 60 Millionen seien nicht weniger als 50 pCl. Folge-Raten; 10 Millionen seien allerdings neue Raten. Aber sei denn das so überraschend? In 1895/96 habe da der Reichstag 8—9 Millionen bewilligt und sich damit auf 33 Millionen verpflichtet, ebenso in 1896/97. Sei da die jetzige Forderung so hoch? Nur 7—8 Millionen erste Raten, durch die sich der Reichstag auf 31 Millionen verpflichten solle. Da sei doch eher er selber berechtigt, erstaunt zu sein. Weiter sage Vollmar: Wie könne man sich auf das Ptogramm von 1873 jetzt berufen, wo doch der Gesechtswerih der Schiffe der zwei- und dreifache sei. Das sei doch eine unverschämte Forderung (Heiterkeit). Ja, das wäre richtig, wenn nicht auch seit 1873 die anderen Staaten ihre Schiffe und Schiffswerth stark erhöht hätten! England verwende in diesem Jahre allein 140 Millionen Mark lediglich für Schiffsbauten. In diesem Jahre allein habe England 380 000 Tons auf Stapel liegen, die sich auf 108 Schiffe oertheilen. Seien Sie überzeugt, daß das, was Ihnen die Marineverwaltung hier vorschlägt, nicht über das hinauSgeht, was sie Ihnen Vorschlägen mußte. Herr v. Vollmar sprach auch vom Admiralstab. Aber es wäre doch Unrecht von mir, wenn ich auf besten Ansichten nicht Gewicht legen sollte, denn im Großen und Ganzen ist doch meine Arbeit an den grünen Tisch gefesselt. Ich weiß da wirklich nicht, was da für ein Werth noch auf die Ansichten des Herrn v. Vollmar gelegt werden soll, wenn er deshalb solche Angriffe gegen die Marine richtet. Und was soll es heißen, wenn die Flotte wirklich mal einen Tag auf Parade verwendet? Die Flotte hat thatsächltch nicht einmal so viel Ruhetage im Jahre, wie Sonntage. Solche Angriffe können da doch nur den Zweck haben, die Marine herabzusetzen, als ob wir uns nur amüfirten! Unsere Aufgaben sind sehr ernster Natur! Richter will „bm Feind nicht reizen", der es Übernahme, wenn wir irgendwo mit einem Kreuzer erscheinen. Aber die Handelswelt kann bezeugen, daß schon sehr oft das Erscheinen auch nur eines Kreuzers unS großen Nutzen gebracht hat. Zum Schluß dankt Redner Herrn v. Leipziger für die klare Darlegung der Verhältnisse.
Abg. o. Stumm (Rp.) erinnert an die Zeit, wo durch Hannibal Fischer die deutsche Flotte unter den Hammer kam. Heute will ein großer Theil des Hauses die Flotte verkümmern lasten. (Lachen.) Mit der sog-n. „Denkschrift" hat man hier im Hause seltsam hcrum- gespielt. Gerade die Gegner uferloser Pläne sollten ihrem Schöpfer danken, wenn die Regierung heute auf das Programm von 1873 zurückkommt. Ich begreife nicht, wie Richter, der doch jetzt den leider nicht mehr im Amte befindlichen Fürsten Bismarck (Bravo!) so oft für fich beansprucht, so gegen den 1873er von BiSmarck herruhren- drn Plan Front macht. Wer Fühlung mit den leitenden Kreisen hat, wird wissen, daß wir bet einem eventuellen Kriege mit zwei
Fronten kaum einen Mann des LandheereS zum Küstenschutz frei haben würden. Daher die Nothwendtgkett einer stärkeren Marine. Gerade der Nordostseecanal macht das nothwendig, denn dieser müsse auf beiden Setten geschützt werden, damit die Flotte nicht etwa im Canal eingeschlossen werde. (Lachen.) Ein unglücklicher Seekrieg muß unseren Handel dauernd vernichten. Wir müssen unbedingt über See für unsere Interessen nöthigenfallS auch mit Gewalt eintreten können. Wenn Richter sagt, die Deutschen gingen nur im Interesse ihres Geldbeutels nach dem Auslande und bedürften deshalb keines Schutzes, so erwidere ich: wenn Niemand, der etwas des Geldbeutels halber thue, Schutz verdiene, dann gelte das schließlich von Jedermann, auch von den Zeitungsschreibern. In Kreta haben wir allerdings ein Interesse. Jetzt hätten wir glücklicher Weise ein Schiff hinschicken können. Wenn wir aber ein ander Mal das nicht mehr können, weil unsere Schiffe veraltet sind, welche Blamage für uns und welche Rolle würden wir im europäischen Concert spielen! Auch im Interesse unserer Versorgung mit Getreide im Kriegsfälle bedürfen wir der Sicherung unserer Häfen gegen Blokade. Unsere Finanzlage gestattet sehr wohl diese Ausgabe.
Abg. Ba chem (Ctr.): Die Darlegungen des Vorredners könnten seine Freunde in ihrem Entschlüsse höchstens bestärken. (Beifall.) Müller-Fulda habe Herrn o. Eynern viel sachlicher erwidert, als dieser selbst vorher im preußischen Abgeordnetenhause gegen den Reichstag und seine Marine Commission gesprochen habe. Alle, welche die gegenwärtigen EiatSforderungen unverkürzt bewilligten, thäten damit den ersten Schritt auf dem in der Denkschrift des Herrn Hollmann vorgezeichneten Wege. ES sei Zeit, den hochfliegenden Martnepiänen Halt zu gebieten. Mit der Steigerung der indtrecten Steuern seien wir am Ende; die oberen Zehntausend könnten vielleicht noch herangezogen werden, aber nicht mehr die große Menge. Und wie klagt nicht die Landwirthschaft. Ziehen Sie (nach rechts) doch davon die Consequenz! (Lebhafter Beifall links und im Centrum.) Und wenn wir Alles auf Anleihen nehmen — ist das nicht ein Frevel an unseren Söhnen und Enkeln! Werden diese nicht auch noch für sich zu sorgen haben? Und wollen Sie durchaus, dann appellire ich an die Cartellparteim und sage ihnen: dann greifen Sie doch zu dm directen Steuern! Immer wenn es sich um solche neue Ausgaben handelt, wird die Finanzlage als glänzend geschildert und hinterher kommt man mit neuen Steuern! Und da sprechen Sie von einer Finanzdemagogie des Cmtrums. Gibt eS etwa, wenn uns jetzt di- Finanzlage als so außerordentlich günstig geschildert wird, auch eine Finanzdemagogie deS Schatz- secretärs? (Heiterkeit.) Nichts liegt uns ferner, als Handelsgeschäfte mit der Politik zu treiben. Womit sollten wir denn Handel treiben? Etwa mit den Missionaren? Wir haben es immer dankbar anerkannt, daß auf diesem Gebiete das Auswärtige Amt stets klüger war, als andere Restarts, namentlich Restorts in Preußen. Aber wegen der Missionare werden wir dock nicht hier Schiffe bewilligen. Wie oft haben nicht französische Mistionare erklärt, wie unbequem es ihnen sei, daß die französische Regierung bei ihrer Förderung der Missionen politische Geschäfte im Hintergründe habe. Und dann muß ich die Frage wiederholen: Weshalb läßt man dmn nicht die Jesuiten nach Deutschland hinein? Seien Sie versichert,
daß wir diese Forderung aufrecht erhalten, daß wir aber keinen Pfennig dafür bezahlen! (Lebhafter Beifall im Ceutrum.) Man soll uns nicht nachsagen, daß wir Handelsgeschäfte treiben, gerade als ob wir die Handelsjuden des Reichstages wären. (Stürmische Heiterkeit.) Unser Antheil an der Aufgabe, den Weltfrieden zu erhalten helfen, muß sich nach unseren Kräften richten. Diese gehören erst dem Vaterland?, erst dann der Welt! Unsere Friedensmission dürfe nicht auf eine einschlägige Hegemonie gerichtet sein. Unsere erste Aufgabe sei die sociale Frage, der Frieden unter den Ständen. Und weil wir fürchten, daß wir zu weit gehen könnten in btr Auslegung bes Begriffs unserer Weltmistton, beshalb gerade halten wir so fest an unseren Beschlüssen in ber Commission. Wir finb hierzu fest entschlossen. (Lebhafter Beifall links unb im Centrum.)
Schatzfecretär Graf Posadowsky bestreitet, daß er in feinen jetzigen unb früheren Darlegungen ber Finanzlage tnconsequent gewesen sei.
Abg. v. Kar borff weist auf den gestrigen Vorgang im Abgeordnetenhause hin, die Erklärung bes dortigen Präsidenten v. Köller, unb stellt bann fest, baß Bachem vorhin bas Abgeorbnetenhaus als von dem allgemeinen directen Wahlrecht „ausgemustert" erklärt habe. Es sei das für das wünschmswerthe Einvernehmen zwischen den Parlamenten nicht förderlich.
Präsident Schmidt: Herr Bachem habe nur von denjenigen Abgeordneten gesprochen, die zum Reichstag candidirt hätten, aber nicht gewählt worden seien. Der militärische Ausdruck „ausgemustert" sei jedenfalls nicht beschimpfend, wenn auch nicht freundlich. Aber dem Gedanken an sich müste jedenfalls Ausdruck gegeben werden dürfen, das erfordere die Redefreiheit, die er zu wahren habe (Beifall), wenn er auch gewünscht hätte, daß der Ausdruck vorsichtiger gewählt worden wäre.
Abg. v. Kardorff: Ob durch solche Ausdrücke daS Verhältniß zwischen preußischem Landtag und Reichstag gefördert wird, bleibt mir doch zweifelhaft. Jedenfalls ist es auch unrichtig, daß der preußische Landtag fich um die Dinge im Reichstage gar nicht zu kümmern habe, wie Herr Bachem behauptete. Der Landtag hat Acht zu geben, wie die preußischen Stimmen im Bundesrathe abgegeben werden.
Abgestimmt wird zunächst über den Panzer König Wilhelm. Derselbe wird bewilligt mit 245 gegen 91 Stimmen. Dagegen stimmen Socialisten, beide Volksparteien, Polen, die wenigen anwesenden Elsässer, ferner Johannsen, die Antisemiten Hirsche! und Köhler und die bayerschen Bauernbündler.
Bet Titel 15, erste Rate für den Kreuzer 0, bittet
Staatssecretär Hollmann nochmals um Bewilligung des Kreuzers unb bemerkt, am Schluffe bes laufenben Etatsjahres werde von den bisher bewilligten Bausummen auch nicht der geringste Rest übrig sein. Auch wenn Sie jetzt Alles bewilligen, wird am Ende des Jahres Alles verbaut sein. (Lebhafte Heiterkeit.)
Die Abstimmung ergibt Ablehnung des Kreuzers mit 204 gegen 143 Stimmen. Dafür nur die Conservativen, Reichspartet, National- liberale, die Antisemiten mit Ausnahme von Hirsche! und Köhler, und von der freisinnigen Vereinigung Schneider, Thomsen, Rickert, ' Benoit, Frese, Görtz, Langerfeldt, Lorenzen, sowie Rösicke.
In einfacher Abstimmung wird sodann auch der zweite Kreuzer P abgelehnt, ebenso der Aviso Falke.
Ebenso abgelehnt werden die ersten Raten für ein Torpedo- Divifionsboot unb eine Torpedo-Divifion.
In ben vier zweiten Raten, wo die Commiffion je eine Million gestrichen hat, bittet
Marinechef Hollmann bringenb um unverkürzte Bewilligung
Ohne weitere Debatte tritt bas Haus bem Befchluß ber Commiffion bei. nx . ,
Nach Erledigung ber einmaligen Ausgaben vertagt fich da- Haus.
Mittwoch 1 Uhr: Fortdauernde Ausgaben des Marine-Etats und sonstige Etatsreste.
Schluß 5 Uhr.
Deutsche» Reich.
Berlin, 20. März. Der Kaiser hielt heute Nach- mittag 2V2 Uhr mit den Fahnen- unb Standartenträger» am Nationaldenkmal eine Probe ab und gedachte um 4 Uhr der Generalprobe in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnißkirche beizuwohnen.
Berlin, 20. Marz. Der Gro ßherzog und die Großherzogin von Baden trafen heute Vormittag in Berlin ein. — Der Kronprinz von Schweden traf um 69/4 Uhr in Berlin ein.
Berlin, 20. März. Die sämmtlichen Hochschulen und Akademien Berlins sandten am heutigen Vormittage Deputationen nach dem Mausoleum in Charlottenburz, um dort Blumenspenden an der Grust Kaiser Wilhelms L niederznlegen.
Berlin,20.März. Im Abgeorduetenhanse wurde heute der Etat der directen und indirecten Steuern erledigt. Nächste Sitzung Mittwoch. (Kleine Vorlagen.) — Im Herrenhause wurden Petitionen erledigt. Nächste Sitzung unbestimmt.
Arr-lair-.
Wien, 20. März. Der „Neuen freien Presse" zufolge soll, wenn die Blokade Kreta- keinen Erfolg hat, nach zwei Wochen die Blokade über den Piräus sowie die Häfen von Volo und Korinth verhängt werden. Die Mächte verhandeln gegenwärtig Über den Plan, die Truppen des Oberste« VassoS anzugreifen, um fie von der Insel zu entfernen.
London, 20. März. „Daily News" melden au» Larissa, die ganze Stadt gleicht einem Lager. Alle Kasernen find überfüllt, sodaß die Unterbringung der Soldaten in öffentlichen Gebäuden erfolgen mußte.
Athen, 20. März. Die griechische Regierung prostirte entschieden gegen das Vorgehen der Türken, de» Golf von Ambracia entgegen dem Berliner Vertrage za befestigen.
Athen, 20. März. Die Abberufung der griechischen Schiffe aus Kreta ist durch RegierungSbeschluß erfolgt. Der Marine-Minister brachte durch öffentliche Bekanntmachung den Capitänen der Kriegsfahrzeuge genau die Theile Kretas zur Kenntniß, auf welche fich die Blokade erstreckt. Infolge deffen ist die Kriegsflotte von Kanea nach Cerigo gedampft.
Kandia, 20. März. Die Plünderung dauert fort. Auch die Weiber fangen an, die Magazine aufzubrechen.
Konstantinopel, 20. März. Hier wird die angebliche Aeußerung de- österreichischen Militärattaches GieSl colportirt, wonach derselbe mindesten- 80000 reguläre europäische Soldaten zur Niederwerfung der Jusurreetion aus Kreta für erforderlich hält.
Newyork, 20. März. Der Missisippi fist stark angeschwollen. 50 Neger ertranken.


