Ausgabe 
23.1.1897 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

189?

Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren

chratisbeitage; Hießener Aamikienölätter

Amtlichen Thell

dei am

7»

volle

ÄLltz

Sr.

SamSta« deu 23 Januar

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bex folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

Alle Annoncm-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» j Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgege«.

die Bergst aße vom FuhrwerkSoerkehr entlastet worden, so dem FuhrwerkSverkehr. daß eine geringere Straßenbrette angenommen werden kann. I (v-nn* 9r "

ES wird/da demnächst auch die nach StetnS Garten hin | sächlich ^Mangel ^au Rettwegen, gelegene Seite der Bergstraße bebaut werden soll, beschlossen, .....*....."

die Baufluchtlinie so festzustellen, daß neben einer Fahrbahn- breite von 10 Meter beiderseits 2 Meter breite Fußsteige verbleiben, somit nur ein 1 Meter breite Streifen deS Stetn'schen Geländes in die Straßenflucht fällt.

Zur Verlängerung des EutwäfferungScanals von der neuen Kaserne zwecks Berieselung des zwischen Kaserne und der Licherstraße befindlichen ObstbaumstückeS werden

600 Mk. bewilligt.

Der zwischen dem Trottoir der Nordseite de« Linden- Platzes und dem letzteren befindliche Streifen, welcher bisher nur bekiest war, soll mit Mosatkpflaster belegt werden. Die auf 220 Mark veranschlagten Kosten werden bewilligt.

Ueber die Verwendung der nach einem früheren Be- schlufie alljährlich in den Voranschlag eingestellten 13,000 Mk. zur Anlage erhöhter Trottoirs war folgende Vorlage gemacht worden: 1) Trottoirerhöbung in der MäuSburg- 2) in der Löberstraße entlang der Häuserreihe, 3) in der Licherstraße entlang der Häuserreihe. Weiter hatte die Baudeputation vorgeschlagen den Umbau deS Fußsteiges tu der Südanlage,

Er höret draußen leise Schritte gehen Er sehet einen Schimmer sich gestalten, Und sehet seine Mutter vor ihm stehen. Sie winkt ihm, regungslos sich zu verhalten, Und hebt die Augen schmerzenretch empor, Sie scheinet über ihm die Wacht zu hatten."

Veränderung des StraßenprofilS und Anlage eine« Reit« wegS daselbst; sür den Fußsteig war eine Brette von 3,2 Meter, für den Reitweg eine solche von 1,5 Meter vorgesehen. Weiter lag vor eine Eingabe der Bewohner der Licherstraße, worin diese um Verbetterung deS Baukets und Beseitigung des Grabens bitten. Herr Löber erinnert daran, daß daS Gäßchen bei Mannberger am Neuenweg noch nicht be­rücksichtigt sei, waS Herr Oberbürgermeister Gnauth damit motivirt, daß die Befitzverhältnisie dortselbft noch nicht ge« klärt seien. Herr Scheel schlägt Pflasterung der Süd- anlage vor, wogegen Herr Oberbürgermeister Gnauth be-

bltiägt 18,000 Mk.

Für das städtische jVermessungSbureau soll em Pantograph nebst Tisch angeschafft werden- die auf 400 Mk. veranschlagten Kosten werden bewilligt.

Wegen zur Anzeige gekommener Unzuträglichkeiteu, sowie Beschädigungen an dem Hause der Aliceschule hat die Bau

Beendigung der Arbeiten die Strecke wieder in den früheren Zustand gesetzt und an Wegübergängen den Anordnungen de» Stadtbauamtes entsprochen wird, auch die Unternehmer für jeden etwa Dritten entstehenden Schaden haften.

Das Gesuch deS Herrn Wilh. Bernhardt um Er« laubniß zur Errichtung einer Halle an der Frankfurter

Vierteljähriger Avonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

Redactton, Expedition und Druckerei:

Schutftraße Ar.7.

Fernsprecher 51.

orps, iden,

vorgesehepe bezwecke außerdem den Schutz der Baume vor wfciei ___ Herr Dr. Gaffky schlägt die

Gefährdung deS Verkehrs nicht hoch an, eS bestehe that-

.... r._. Herr Heichelheim

bezeichnet ebenfalls den Reitweg als den Verkehr gefährdend, desgle'chen Herr Schwall. Herr Dr. Schäfer schlägt die Gefahr nicht hoch an, die Zahl der Reiter sei auch nicht so groß, schnellem Reiten könne durch ein Polizeireglemeut vorgebeugt werden. Herr Haubach stellt den Antrag, die Licherstraße mit in den Voranschlag einzustellen und die Wilhelmstraße in einen erträglichen Zustand zu setzen. Herr Kirch beantragt Herstellung des Bürgersteigs auf der Südanlage, unter Ablehnung des Reitwegs. Beide Anträge werden zum Beschluß erhoben und bezüglich der MäuSburg und der Löberstraße nach den Deputationsanträgen befchloflen. Der Ausbau der Ebelstr atze soll in das kommende Budget eingestellt werden, nachdem dieselbe so wett bebaut, daß der Ausbau gerechtfertigt erscheint. Der Voranschlag

2 Mk. 50 Pfg. die Person. Man berechnet den Fremde» gewöhnlich 20 Ore für den Kilometer. In wenigen Miaute« sausten ein Dutzend Karren dahin.

Der Weg durch den Fjord ist schön angelegt, aber sehr eng. Auf der einen Sette find wir von hohen Abhänge« umgeben, über welche sich die scharfen, zack'gen Alpengipfel mit ihren Bchneegletschern erheben, von denen Bergstürze unter donnerähnltchem Gedröhne in denselben hiaunterfahren. Die äußere Hälfte ist beinahe unbebaut und erst von der auf der Westseite einsam liegenden Salbrekirche und de» Pfarrhof beginnt der Anbau in den ausgehenden Thalwegeu. In diesen herrscht eine üppige und kräsrige Vegetation, aber der Fjord macht doch einen ungeheuer wilden und beinahe grauenvollen Eindruck. Die furchtbaren GebirgSmafse« wirkten beängstigend und grauenerregend, da sie unS so nahe waren, daß ich manchmal meinen Kopf abwende« mußte, damit derselbe nicht mit den mächtigen vorbeugende« FelSblöcken in Berührung komme. Wenn sich einer plötzlich loSbröckele dann wäre wohl alles aus.

Der Kutscher bat unS unterwegs, einige Zeiten mu unseren Unter,'chrtflen in ein Buch zu f*rtibcn; ®e Durchblattern fand ich Namen aus allen Thetlen der Urve. Ein jeder sprach wohl seine Befriedigung über die Lnstungen de« Kutscher- Knute Olsen und deffen Heft aus. Auch whc versäumten nicht, unser Attest beizufügen. Einige hatten fich sogar poetisch auSgedrückt.

(Schluß folgt.)

Mr«. 19 Zweites Blatt

Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS.

Die Gießener Aamttienvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigrlegt.

Im schönen Bergen blieben wir wieder zwei Tage, die wir hauptsächlich durch Ausflüge in die Umgegend ausfüllten. Ich beschränke mich bloS, den schwarzen Teich" zu erwähnen, besten Name wohl von dem düsteren Gepräge der felfigen Berge, die ihn umschließen, herstamwt, da- auch dem Spiegel drstclben eine beinahe schwarze Färbung gibt. Still und unbeweglich liegt die dunkle Fluth vor uns aus« gespannt, kein Geräusch hört man, TodeSsttlle herrscht überall, nur dann und wann unterbrochen von dem heiseren Schrei einer Möve, die selbst wie unbeweglich über unS hinfliegt, um fich auf einen der düsteren Blöcke uiederzulasten.

Nun auf nach dem Hardangersjord Einer Gegend, die schon so oft beschrieben unv bie daS Hauptziel vieler Reisenden nach dem Norden geworden ist. Wir fuhren die ganze Nacht hindurch und am frühen Morgen trafen wir in d-m Städtch-n Odde ein. Beim Herannahen deS Dampfers hatten sich im Nu ein Dutzend oder mehr von den zweiräderigen SkidS mit den netten nordischen Ponie« am Hafrn aufgepflanzt. Wir wurden denn auch sofort nach Derlasten des Schiffe- von den JehuS in Beschlag genommen. Nach wenigen Minuten waren wir handelseinig. Die Tour, die hin und zurück 30 Kilometer maß, kostete für je zwei Personen die geringe Summe von 5 Kronen, also circa

Hießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Feuilleton.

Eine Spsperfshrt nsch Norwegen

*di«debnffie «°u Jvfeph Kahn, Ranst.dl (Obnhchm).

(11. Fortsetzung.)

Am 11. Juli, 8 Uhr Abends, verließen wir die nordische Stadt vielleicht auf Nimmerwiedersehen. Denn hier bt« «man die Rückfahrt. Doch sollte dieselbe sich von der Hin­fahrt dadurch unterscheiden, daß wir einen Abstecher nach dem Lardangersjord und dem Gletscher Buarbran planten.

V Um Vi2 Uhr kamen wir nach Molde. Von hier und den Höhen nördlich von dem breiten, nach der S'adt be« nannten Moldesjord, dehnt fich wieder ein großartiges Pano- rama aus. In der Ferne erheben fich in eteem wetten Halbkreise ganze Reihen und Knoten oder Bündel von alpen- und kuppelsörmigen Bergen, steile, himmelrogende Zinnen und Kämme vom zerristenften Aussehen. Einige davon steigen wirklich oder scheinbar unmittelbar von den Fjordufern oder den Thalboden bis in die Regionen deS ewigen Schnees. Immer neue Überraschungen, - bis daS Auge doch endlich müde davon wird und fich auch einmal zur Abwechselung um lstünen Wiesen und Garten sehnt.

Wir bekamen ziemlich starken W nd, aber wir find j tzt seetüchtig und schon längst an daS Schaukeln gewöhnt, und liegt man in seiner Sabine, so kommen Erinnerungen auS der Kindheit aus unS zu, als die Matter der Motor war »nd dem kleinen Schreihals ein Heiopapeio nach dem andern vorsang:

V. 5anuat d. I, ! 8 Ufr Inhalte statt.

Prützimm aujmtrtjai,

Der Vorstand.

tart und Kartoniert« werd« '«fertigt in der ferei (Pietsch AScheyda ifratt« 7.

Anin.

daß nach $ 4,s oie in die Hauptprobe,

8 auf diese Bestimmung auptvroben werden süi ib gestattet.

r Vorstand.

Verein.

ierseß *x

Gießen, den 21. Januar 1897.

Betr. : Die Einsendung der für d,e Lundes Waisenanstalt zu erhebenden Collectea und Büchsengelder. 0 -----»D - -

Dat Grotzherzogliche Kreisamt Gießen ^s°Gru°d"de^Z 5*bc« OrlSstalvts beanffanbet, ba e« st»

Ml M« Bärger»W Rreife«. um Gcläubi hanbell, welche» vorläufig noch außerhalb beb

Unter Hlnwel« auf unser Au«,»reiben vom 10. geb. Bebauungsplan! liegt. - Glelchsall» b--nst°nbet wl'd das

xuat 1877 (Amtsblatt Nr. 3) empfehlen wir Ihnen, am Gesuch ber Firma BrÜber Schmlbt um Erluubmtz jur man°mlt"der neuerlich ang-wenb-t-n Methobe

31. b». MtS. bi- unter Ihrem und eine- G-memb-rath«. E.richtung -Ims!Wohn- und de« Pflasterns in Betonschicht barans Rückficht nehmen müfie,

mitglitbe« Berfchluß stehenden Waisenbüchsen zu öffnen uub unb zwar auf ®tunb beS § bei 8 25 be8 Dttl baß solches Pflaster nicht Über kurz ober lang wieder auf.

deren Inhalt bis längstens zum 31. Marz ds. IS. durch geringe Ausmessung de H i ) Stra^enbreite über- geriffen werde, solches stehe aber der Südanlage bevor, wenn eine Kosten nicht verursachende Gelegenheit an unS ab- baustatuts (die daS Derhaltntß zur S^tzenbre te 0 U c gegangen werde. - Herr Wallen-

____ 1 Herr Petri fich für Annahme des auf Beanstandung lauten- Zustande (et. H^rr H o m b e r g r ist f Z f ®

Sitzung der Stadtvevordneten den Deputationsantrags ausgesprochen. solcher ®lro^ 6 au6aaben Herr Haubach

9 am 21. Januar 1897. Dem Anträge der Baudeputation, sür den von Herrn wegen anderen der Mlhelmstratze

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Rob. HaaS geplanten Neubau eines Hau eS au S I . « befürwortet außerdem tue Eingabe der Bewohner

Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von Seiten der alten am SelterSweg gelegenen die Fluchtttnie de« Holter ^fmerkfam, M Helfrich schließt fich den AuSführ- StMverordneten die Herren Adami, Brück, EmmeltuS, Flett, hoff'fchen Hauses betzubehalten, stimmte XeXÄan - ^eu ^abent^^t empfiehlt Anlage von

Dr. Goffky, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Haubach, Das in Folge deffen an Gesuchsteller abzutretende Gelände A^batttrottoir »wischen den Bäumen an der Häuserseite der

Heichelheim, Helsrich, Heyligenstaevt, Homberger, Jughardt, ca. 2 O Meter, soll zum üblichen Preis von 32 Mk. p ^daÄaae. - Herr Kirch ist gegen Anlage eines Reitweg«

Keller, Kirch, Löber, LooS, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, O'Meier berechnet werden. RnNucktlinie der I daselbst da der Verkehr gehindert werde, der Reitweg habe,

Schwall, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Nach etn.m früheren P ane über °', er nicht auf alle Anlagen ausgedehnt werde, keinen

Herr Oberbürgermeister Gnauth theilt zum ersten Bergstraße war ein Einrücken hinter die Mauer an Stein« MS^r «__________.f. h«tnnt. bafc

Geaevstand, Feier des hundertjährigen Geburtstages de« :r. - - -

Prof. Credner, mit, daß er sür den Beschluß der Stadt- Trottoir eine Fahrbahnbreite von 11 Meter verblieb. verordnetm-Bersammlung, einer der neu anzulegenden Straßen Folge Führung der Gartenstraße durch Stein« Garten ist den Namen Eredner« zu geben, bereits gelegentlich ber 1 ~ c---------"

Bekanntgabe deffelben bei dem Festact sowohl den Dank der Familienangehörigen wie den der Univerfiiät entgegen- genommen. Von einem außerdem an die Bürgermeisterei gerichteten Schreiben Sr. Magn.ficenz de« Herrn Rector« gab Herr Oberbürgermeister Kenntniß. Bei dem Umstande, daß Credner am SelterSberg gewohnt, die Familie auch sonstige Beziehungen dort gehabt, würde hiersür wohl eine der zwischen Frankfurter Straße und den Bahnhöfen an­zulegenden Straßen in Aussicht zu nehmen sein.

Die kürzlich stattgehabte Verwerthung von Eich en- stammholz auf dem Submisfionswege hat ein günstiges E^gebniß gehabt. Es wurden erlöst 18 372 Mk., 4300 Mk. oder 30pCt. mehr als der TarispreiS beträgt.

Der Vermiethung eines Kellers unter dem Realschul. gebäude an Gärtner Carl Becker gegen eine jährliche Pacht von 40 Mk. wurde zugestimmt.

Die Firma A. und C. Rübs am en hat die Anlieferung de« zum Ausbau der Hammstraße nöthigen AuffüllungS- gründe« übernommen, welcher mittelst Feldbahn über einen Thrtl der Rodheimerstraße und die Lahnbrücke befördert werden soll. Zur Anlage des SchienengeletseS wird die Genehmigung ertheilt unter der Bedingung, daß nach

-s Concertverein.

Andenken

an

i Schubert

im 31. Januar 1797.

tes Concert

31. Januar 1897, tbende 5 Uhr, Saale des Gesellschafts­vereins 831

unter Leitung Universitäts-Maeikdireoton n Gustav Trautmann.

Mitwirkende: SsBs Vereins-Orchester. r ° g r a ® ®: itze von oer

..... (DerLind»1.

Die Holfnan?). "

ßacb). 8o-awu°li'-

rischer m i^mentirt.

Li6zt ,nBr Vicbtmitg^* lkartenr^ 3 50) sind« , -perrßitz Herrn Er»» lienhandlusC bfolger), Jj

,,r ' -hP8

M v°7Mk. 1.-