Die hier angegebenen Procentzahlen find — wie
Die weit
schon beide
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• Mit der Mitgift entflohen. Im Bezirke Mariahilf in Wien wird die Flucht eines jungen Mädchens auS dem Elteruhause vielfach besprochen. DaS entwichene Mäd. chen, Frl. Maria G., ist die Tochter eine- reichen und geachteten Bürger« und eine bekannte Schönheit. Die Handlungsweise der jungen Dame ist umsomehr ein Räthsel, als fie demnächst aus Neigung einem Neubauer Fabrikantensohn ihre Hand zur Ehe reichen sollte. Marie G. hat aus ihre heimliche Reise ihre Mitgift im Betrage von 50,000 Mk. mitgenommen. DaS Mädchen verlieh Tonntag Morgen- die elterliche Wohnung, indem rS angab, er wolle die Mefie in der Aegtdiusktrche in Guwpendorf hören und dann eine in bet Marrosengafie wohnende Freundin besuchen. Der Vormittag verstrich, ohne dah die junge Dame heimgekehrt war, und als fie auch nicht zum Esse» erschien, erkundigte man sich bei der Freundin nach dem Verbleib, um zu erfahren, daß die Vermißte gar nicht zum Besuch gekommen sei. Um halb vier Uhr Nachmittag« erschien in der Wohnung der Familie G. ein Dienstmann mit einem Briefe. Darin bat Frl. G. die Eltern, nicht nach ihr forschen zu wollen, da man ihren Aufenthalt ohnehin nicht entdecken würde und eS ihr zu verzeihen, daß sie auf die Flucht, deren Beweggründe fie nicht angeben könne, ihre Mitgift mitgenommen. Herr G. stellte infolge der Angabe seiner Tochter in der That fest, daß sie aus der eisernen Kasie den Betrag von 50,000 Mk. entnommen habe. Das Mädchen wußte natürlich den Aufbewahrungsort der Kaffenschlüssel. Von dem Aufenthaltsort der Entflohenen hat man bisher nicht die geringste Spur.
Berndt beantwortet auch die Frage, welches die blutigste Schlacht im 19. Jahrhundert war.
Die absolut blutigste Schlacht, d. h. jene, wo die größte Anzahl Todter und Verwundeter auf der Wahlstatt blieben, war die Völkerschlacht bet Leipzig mit einem Verluste von zusammen ca. 90000 Mann. Dieser zunächst steht Aspern mit 66 000, dann folgt Borodino mit 62000 Mann.
Zum Vergleich seien die größten Schlachten der neuesten Zett, Köntggrätz mit 32000, Gravelotte mit 27000 Mann dagegen gehalten.
Die relativ blutigste große Schlacht, d. h. jene, in welcher eS die höchste Procentzahl an Tobten und Verwundeten gab, war Aspern mit einem Durchschnittsverluste von 38pCt. der Sesammt-Streiterzahl. Dann kommen Vorodiuo wtt25pEt., Sylau und Waterloo mir 24, Leipzig und Inkerman» mit 21 pCt.
in den 198 größeren Affairen waren die Oesterreicher llOmal, die Franzosen 88mal Sieger. Sonst hat Oester- reich, wie die Statistik lehrt, sich am schlechtesten mit Italien und den Türken vertragen. Beide haben Oesterreich je 22 Schlachten geliefert und jedem dieser Feinde hat Oesterreich 16mal den Sieg abgewonnen. Mit dem türkischen Nachbarn ist Oesterreich überdies noch 528mal, mit den Italienern sogar 750mal in kleineren Affairen in Kampf ge- rathen und in den meisten gebührte ihm der Lorbeer. Minder gut meinte eS Victoria mit Oesterreich, wenn eS fich preußischen Kriegern gegenübersah. Von den 27 Schlachten und Treffen dieser Art haben österreichische Feldherr» neun gewonnen. In den 647 kleineren Affairen mit dem preußischen Nachbarn vertheilten fich Sieg und Niederlage angenehmer. Daß Oesterreich daS bourbonische Spanien in 141 Kämpfen 97mal besiegt hat, hat die Weltgeschichte beinahe schon vergessen. Dagegen unterlagen die bayerischen Freunde und Nachbarn in den 50 Kämpfen, die fie gegen Oesterreich wagten, 41mal, und auch den Schweden, mit denen Oesterreich heute nur friedliche Berührungspunkte hat, ist es in den 369 Kämpfen gegen Oesterreichs Adler 285mal übel ergangen. Rußland kann auf eine beinahe ununterbrochene Waffenbrüderschaft mit Oesterreich zu'ückblicken, nur ia einem Feldzugsjahre (1812), als der große Korse Oester- reich zur militärischen Gefolgschaft zwang, kreuzte eS mit den Moskowitern die Waffen und blieb in zwei Schlachten und 45 (unter 61) Gefechten siegreich. Mit der Schweizer Eidgenoffenschaft lebt Oesterreich seit 1497 im tiefen Frieden. Mit Tunis hat Oesterreich zweimal, mit Egypten einmal (1840), stets siegreich, zu thun gehabt, dagegen hat Dänemark Oesterreich 41 mal kriegerisch beschäftigt und 29mal ist es von Oesterreich bezwungen worden.
Und daß nicht immer der Stärkere den Schwächeren bezwingt, daß die Ueberlegenheit an Zahl nicht immer daentscheidende Moment für den Erfolg ist, da- lehren uns wreder die sprechenden Ziffern der Statistik. Hauptmann Berndt zählt 73 große Schlachten seit den Tagen von Moll- «itz und Roßbach auf. In 40 dieser wichtigen Affairen war der Stärkere, in 33 der Schwächere der Sieger. Bei Roß- ohaa43000 Franzosen und Reichstruppen vor 22000 Preußen das Hasenpanier,- bei Dresden feffelte Napoleon mit 96000 noch einmal den Sieg an seine Fahnen, obwohl ihm 200000 Verbündete gegenüberstanden, bei Aspern dagegen bezwang der schwächere Erzherzog Karl mit 75000 Oesterreichern 90000 Franzosen. Der greise Radetzky warf bei Santa Lucia mit 19000 Mann 41000 Piemontesen, in Der zweiten Custozza-Schlacht war da« Verhältniß 74000 zu 89 000 und dennoch gehörte Oesterreich der Sieg. Bei Novara errang Radetzky seinen höchsten Triumph gegen einen um 20000 Mann stärkeren Feind- aber auch 1866 gelang e« der österreichischen Tapferkeit an dem blutigen Tage von Trautenau, mit 26900 Soldaten 32000 mit dem Zündnadel- gewehr bewaffneten Preußen Trotz zu bieten. DaS größte Mißverhältniß brachte wohl die Schlacht au der Ltsaine (Belfort) im Jahre 1870; dort bezwang General Werder mit 45000 Mann 140000 Franzosen! Daß alle größeren Seestege der Neuzeit von der schwächeren Flotte errungen wurden, ist eine ganz merkwürdige Pikanterie der Geschichte. Bei Trafalgar focht Nelson mit 27 gegen 33, bei Navarin siegten die Engländer mit 26 über 82 türkisch-egyptische Schiffe, bei Lissa schlug Tegetthoff mit 27 Schiffen 34 stärkere italienische Kriegsschiffe in die Flucht!
Unsere Lieblinge essen es gern.
. , nahrhaftes und liebliches Gericht läßt fich leicht durch einfaches Kochen der Milch mit Mondamin bereiten. Eine solche Nahrung ist leicht verdaulich und reizt durch den eigenen Wobl» geschmack des Mondamin Kinder und Kranke zu öfterem Genuß. Es ist so ergiebig, daß nur wenig Mondamin zu nehmen ist und ÜEllt fich daher nicht theurer als gewöhnliches Mehl. Bei Nahrung für Kinder und Kranke ist dieser Vortheil besonders gut angebracht. Mondamin ist überall zu haben in Packeien ä 60, 30 u. 15 Pf.
Engros bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M. 313«
Universität- • Nachrichten.
— Stuttgart, 20. October. Wie der „Schwöb. Merkur" meldet, wurde in Tübingen für den verstorbenen Oberbürgermeister Goes Gemeinderath Professor Dr. v. Schönberg, der bekannte Nationalöconom, vom dortigen Gemeinderath zum Verweser deS Stadtschultheißenamts gewählt.
Schiff-nachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 19. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer Kaiser Wilhelm bcr Große, Kapitän H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 10 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Hingegen betrug der durchschnittliche blutige Verlust bei Köntggrätz 7V,pEt., Wörth 13V,pCt., MarS la Tour 16pCt., Gravelotte 8pEt., Sedan 12pCt., Plewna (III) 14pTt. großen Schlachten der letzten Kriege waren demnach weniger blutig als jene.
mehrfach betont — Durchschnittszahlen und zwar für Gegner zusammen. Nur in äußerst seltenen Fällen find aber bte procentuellen Verluste auf beiden Seiten die gleichen, sondern in der Regel verliert der Eine mehr, der Andere ventger. ES ist nun von Interesse, zu wissen, daß die hSchst.n Verluste einer Armee in den großen Schlachten der jüngeren Zett ein Viertel ihrer Stärke nirgends überschritten haben. (Deutsche bei MarS la Tour 22pCt., Franzosen bei Wörth 16pCt., bei Sedan 19pCt., Oesterreicher bei König- zrätz UpEt., Russen bei Plewna (III) 17pCt.).
fabrtk gegründet. Herr Land fried au« Dillenburg hat ein Anwesen hier gekauft, welches für diesen Betrieb her- gerichtet werden wird. Dadurch wird einem längst bestehenden Bedürfuiß abgeholfen, denn Kinzenbach hat bisher eine Cigarrenfabrik nicht besessen, obgleich zur Zeit circa 45 Cigarrenarbeiter von hier die Fabriken zu Gießen, Heuchelheim und Atzbach besuchen.
* Wetzlar, 20. October. Die Leichenfeier für den in Darmstadt verunglückten Dragoner Anton Woldschmidt ist heute Nachmittag auf dem hiesigen Friedhöfe abgehalten worden. An der Feier betheiligten fich außer den Ange- hörigen, sowie den Freunden und Bekannten de- Heimgegangenen und seiner Familie eine Abordnung deS hiesigen BeztrkScommandoS mit dem Herrn Adjutanten an ihrer Spitze, sowie der hiesige Krieger- und Turnverein mit ihren Fahnen. Die Bestattung der Leiche, welche der Todtenfeier folgen sollte, wurde noch im letzten Augenblick durch eine gerichtSseitig behändigte Anordnung deS CommandoS der 25.Divtsion verschoben, indem vorerst noch eine Seciruug der Leiche vorgenommen werden soll. Der Sarg mußte deS- halb auS dem Grabe wieder herauSgehoben werden.
* Frankfurt a. M., 19. October. Man schreibt den „Franks. Nachr.": Der dem Trompetercorps deS Husaren- RegimentS „König Humbert von Italien" (1. Hess. Nr. 13) angehörige Urheber der über den Köntgl. Muflkdirtgenten Herrn StabStrompeter Hecht umherschwirrenden, von einigen Tagesblättern bedauerlicher Weise verbreiteten Gerüchte wurde gestern zu fiebenmonatlicher Festungsstrafe und Degradation verurtheilt. StabStrompeter Hecht ist allerdings wegen eines geringfügigen Verstoßes mit einer gelinden DiSciplinarstrafe belegt worden. Irgend welcher Makel klebt dem gewissenhaften Soldaten und in den meisten Kreisen beliebten und geachteten Herrn aber nicht au.
* Elberfeld, 20. October. Im Vorort Hül« erstickte» Frau und Kind eines MufikerS durch de» Qualm einer Petroleumlampe. Zwei andere Kinder hofft man zu I retten.
* 3fl Fürst BiSmarck musikalisch f Diese Frage wurde kürzlich in einem Salon der Berliner Aristokratie erörtert und ein alter Parlamentarier konnte genügende Auskunft geben. Danach hat Fürst Bismarck selbst erzählt, daß er vollkommen unmusikalisch sei. „Ich habe niemals Clavier- spielen gelernt", so meinte der Fürst einst bei einer Abendtafel. „Wohl hatte ich in meiner Jugend einen Unterricht I im Clavierspiel gehabt, da ich aber kein Interesse dafür zeigte, I hatte ich keinen Vortheil davon. Beim Lese» der Noten find I mir stets die Thränen in die Auge» getreten. Während ich I al« neugebackener Quartaner in einer knappen halben Stunde I das griechische Alphabet erlernte, wurde es mir stets sehr I schwer, die schwarzen Köpfe mit den Strichen und Vorzeichen I von einander zu unterscheiden, und ich legte daher die Noten- I blätter bald in die Ecke. Ich habe eben kein mufikalisches I Gehör und auch keine» Sinn dafür. Sehr gern höre ich I eine gute italienische Drehorgel spielen, und auch ein gute« I Handharmonikaspiel sagt mir zu. Im Opernhause und in der I Singakademie bin ich sehr selten gewesen. Kam e« doch ein- I mal vor, so geschah es nicht aus freiem Antriebe. Einmal I habe ich die Oper „Troubadour" gehört- e« war mir räthsel- I baft, daß ein so junger Mann wie der Manrico ein Don I Juan sei» kann. Ueberhaupt höre ich keine Tenoristen gern, I wohl aber eine gute Posse und einen gesunden, kräftigen, I derbe» Kalauer." Der Genannte garantirte, daß er diese Worte au« deS Fürsten eigenem Munde gehört habe. — Bei I einer anderen Gelegenheit erzählte der Fürst, daß er am 31. März 1830 durch den berühmten Professor Prediger Schleiermacher in der Berliner DreifaltigkeitSkirche eingesegnet worden sei. „Das Plätzchen in der Kirche, auf dem ich als Confirmande gesessen habe, kenne ich noch ganz genau. Auch denke ich oft an das Herzpochen, dar ich empfand, al« ich aufgerufen wurde, um vor den Altar za treten und den Segen zu empfangen. Der Religionsunterricht hat mich stet« tief I ergriffen und ganz eigentümlich gestimmt."
— Welche Bedeutung hat der Eacao i« volkSwirth« schaftlicher Beziehung? Die überaus wertvollen Eigenschaften welke der Eacao für bte Ernährung ber Menschen hat, Haden ibn ru einem bet wichtigsten Consumartikel ber Culturwelt gemacht. Er verbient diese seine Bebeutung aber auch vollkommen, denn er oer- dinbet einen höheren NSHrwerih (Eiweißgehalt) mit einer Schmackhaftigkeit, wie sie kaum ein anberefl Naturprobuct besitzt. Die feine aromatrsche Substanz ber Cacaodohne schätzte ber Botaniker Linns fo doch, baß er sie „Theobroma", b. h. Götterspeise benannte; ber große Gelehr e erkannte wohl, welche Bedeutung dem Eacao zu allen müsse. Infolge ber verbesserten Vetkehrsverhältnisse unb ber bis Zu ^nem hohen Grab vervollkommneten Hilfsmittel, besonders in ber deutschen Industrie, ist es heute gelungen, d-n Eacao in solcher Menge und so billig und gut auf den Markt zu brinaen daß er wenigstens ^r die Herstellung des Frühstücksgetränks, in absehbar^ Zft Kast-e und Thee au8 dem Felde schlagen dürfte, die bekanntlich keinerlei Nährstoffe enthalten und nicht, wie ber Eacao, anregend, onbern «ufregenb wirken. Die Proben für ben bebeutenben Unter' f$ieb kann Jeber selbst machen. Der Eacao Moser-Roth (Stuit-
??rchabsolute Reinheit, leichte Verbaulichkelt und Schmackhaftigkeit, kostet pro Pfunb Mk. 1.40 bis Mk. 2 70; ba nun von 1 Pfunb, 100 Tasten hergestellt werben können,' so kommt eine Taffe vorzüglichen Moser Roth-Cacao« auf 1-/, bis 2 t ii^ben.. Damit ist ein überaus billiges, gesunbes und nah,Heftes, man mochte sagen ibeales Dolksnähr- und Genußmittel gewonnen.
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Itt, aber btt btttbch mögende Spracht dir ch der Philosoph ebt° mosch oder der optt' nsatmeltstürzen, W arsteigi. Und doch ist echeode Selebrsa«kett, nun Wendungen, ihre bti btt LecMi,
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* A Kiuzeobach, 20. October. Der hiefige Krieger- und Mrlttä rverein hielt am verfloffenen Sonntag seine Vierteljahrsversammlung ab. Als Vortrag stand auf der lageSordnung: „Ei» Lebensbild von Kaiser Friedrich." — Mchsten Donnerstag findet hierselbft Fortsetzung einer KSterversteigerung statt. Auch diesmal wurden, wie bei früheren Versteigerungen, recht hohe Preise gezahlt. So fan z. B. ein Acker von 18,13 a 911 Mk., eine andere Ackerfläche von 20,35 a kam sogar 1016 Mk. Desgleichen °"r:den bet Güteiversteigerungen auch für die Wiesen enorme Ptetse erzielt, so kam z. B. eine Wiese von 7,48 a 740 Mk. - Mit dem 1. November wird hierselbft eine Cigarren-
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Ne öcrbunben. wtttageffen der Theil- , Der Neubau bild» aserer Stadt. Zz m sich die Wohnung der mr, welche sehr prac- ''gerichtet sind. Die ich Grlaudekofteu, be- orßchtig man auch i- russischeu Kaiser, erseheu, daß zwei Tage dn Hoszug eine Probe- »acheu wußte, um in eu, daß auch nicht bol
lsteru Abeud zwischen et nach Laudeubach Jrreuaustalt entfernt, über den Weg geroQt egen anfahren mußte, kelheit daherkonüveude toi, glücklicher Weise r aber die Steine nicht lanM-wen gewesen, Iemaoi oaunglüdt der vier iie rohen tg geworfen haben, bitnltu Tstasr uW
Citeratur nnd Xunft.
I — Jlluvrirte Litteratnrgeschichte. AuS dem Jahre 1896 I sei auch heute wieder — zum Weihnachtsfest — an ben auS- I gezeichneten BilderatlaS zur Litteraturgeschichte von Archiodirector | Könnecke in Marburg (ebenda bei Elwert-Bauer) erinnert, an I dem jeder Freund der deutschen Litteratur feine Helle Freude I baden muß. Portrait, Facsimile, genaue Wiedergabe der Titel- I blätter, alter Holzschnitte u. s w. stehen im Vordergründe, und I nebenher geht in kurzen, gedrungenen Worten der verbindende I und erläuternde Text. Zum eleganten Geschenk in stilvollem | Einband eignet sich in erster Linie das Könnecke'sche Werk, ein I Zeugniß staunenswerthen Fleißes, eine Musterleistung von Druck
und Verlag.. Der Preis (28 Mk. geb.) muß im Blick auf das I Gebotene billig genannt werben
I — In diesem Herbste legte baS bibliographische Institut I (Leipzig und Wien) eine neue illustrirte Geschichte der deutschen
Litteratur vor von Friedrich Vogt und Max Koch. 126 Ab- I biloungen im Text, 25 Tafeln in Farbendruck, Kupferstiche rc und
32 Facsimile-Beilagen Groß 8°. 760 Seiten (14 Mk). Die I neuere Zeit vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart (S. 323—760) I ^och bearbeitet, jetzt Professor in BreSlau, früher in
I Marburg. Wer Professor Kochs Vorlesungen in Marburg gehört I und Kenntniß genommen hat von seinen liiteraturgeschichtlichen I Arbeiten, der weiß zur Genüge, mit welcher umfassenden Fach» I kenntniß er gerade diesen Zeitraum beherrscht, welchen er in dem I eben erschienenen Buche zur Darstellung gebracht bat. Man darf I SS getrost seiner Führung überlassen; er hatte die Ehre, im vorigen I rou r Erbprinzefstn von Meiningen (Schwester deS Kaisers I Wilhelm) und deren Tochter Feodora orientirenbe Vorlesungen aus I dem Gebiete der deutschen Litteratur zu halten. Mit Sorgfalt und I iS0“* ?si auch Fr. Vogt seiner Aufgabe gerecht geworden. I i« ^uch darf um seiner zuoerläsfigen Führung und Orientirung I willen warm empfohlen werden. -q-
n Die Monatsschrift ,9UuUtit' (Verlag Joh. Sassenbach, I Berlin, Jnvalidenstr. 118) eröffnet ihren drillen Band mit einem überaus reichhaltigen Octoberheft. Das JnhallS^Verzeichniß weist ntcht weniger als 14 Autoren auf. — Paola Lombroso, die Tochter des berühmten Gelehrten, bekämpft in ihrem Artikel „Die Bevorzugung des Alters" die unbegründete Hintanhaltung der Jugend der ber Besetzung aller öffentlichen Aemter. „Die Altersstütze ber Monarchie" überschreibt E. B6ha ihren sich an bie Lombrofo'sche Arbeit anschließenben Aussatz. „Zum socialbemokratischen Parteitag" macht Benno Maaß u. A. recht scharfe Bemerkungen gegen bte augenblickliche Redaclion bes „Vorwärts". H. v. Gerlach behanbelt unter bem Titel „Die Nationalsocialen in Erfurt" beren unlängst abgebaltenen Vertretertag — Eden so reichhaltig wie ber politische ift ber literarische Theil bes Hefte«. Unvorsichtige Aphorismen nennt CH. Kalk sein flottes Essay „Nietzsche unb ber SocialismuS". Wilhelm von Scholz bietet uns ein sinnreiches Märchen „Flügel". Richarb Schaukal unb F. Haupt bringen beibe ein Gcbtcht, bas eine „Tob", bas anbere „Leben" überschrieben. „An eine Aus- gefto§ene" hat ber bekannte hollänbische Schriftsteller Multatuli einen tröftenben Brief betitelt. Johannes Schlaf gibt uns in seiner Stubie /Born intimen Drama" äußerst feine Beobachtungen über ben Dialog; ber Aufsatz ist zugleich eine Art Selbstanzeige für Schlafs neue§ Drama „Der Gast", mit dessen Veröffentlichung „Neuland" nn November-Heft beginnt. „Aus Wiens Theaterleben" berichtet W. tfreb unb von Berliner Bühnen plaubert Erich Schlaikjer. K. Miltenborg berichtet in seinem Artikel „Rußland unb ber zwölfte internationale mebicinische Congreß" ausführlich über bie Bebeutung unb bie Arbeiten ber Moskauer Tagung unb über ben Eindruck, welchen Lanb unb Leute auf ihn gemacht haben. Der Preis des hübsch ausgestatteten HefteS betrügt 50 Psg. Abonnement, 2.50 Mk. pro Semester, 1.30 Mk. pro Quartal, nehmen bie Post unb alle besseren Buchhandlungen entgegen.
rcr*chttche Anzeiger* oes Stad» Mietzen.
__uNeSdtkNft m der SyNKcreir;»
Samstag ben 23^October 1897.^' |
5 Uhr. Morgens 9 U6t|, R-chmilt-gS 3 U»r EchrifterklLru«g, SabbathauSgang 6 Uhr.
Gottesdienst der israelittscheu ReligionsaeseMchatt.
___ Sabbalhfeier am 23 October.
Vorabmb 5 Uhr, Samstag Vormittag 8»° Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgong 6°» Uhr.
Wochengottesbienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr.
Verkehr, Canö. nnd Volk-wrrrhschnft<
^^ober. Fruchtmarkt. Rother Weiren ^16,57, weißer Weizen A 00.00, Korn v* 11.19, Gerste JL 1019 Hafer X 6.66 '


