Ausgabe 
22.9.1897 Erstes Blatt
 
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Bunde- zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland ihm, dem Grafen, die Jnfigoten des Großkreuze» zum Rotheu Adlerorden erster Klaffe zu überreichen.

Budapest, 20. September. Nachmittags 2 Uhr erschienen beide Kaiser bei derUntergruodbahn, in deren Gedenkbuch Kaiser Wilhelm seinen Namen einschrieb. Bet der Station Thiergarten verließen beide Kaiser die Bahn und fuhren nach der historischen Hauptgruppe der MilenniumS-AuSstellung.

Fiume, 20. September. Bei KapoSvar fand ein Zusammenstoß zwischen einem Militärzug uod eine« Eil- zuge statt. Die Maschine sowie mehrere Wagen wurden zer- rrümmert. Der Zugführer, drei Bremser und sechs Soldaten getödtet, 30 Soldaten schwer verletzt.

Pari», 20. September. General Bourbaki liegt im Sterben.

Paris, 20. September. Der König von Siam hat dem Präsidenten Faure aus England folgendes Telegramm in französischer Sprache gesandt: Ich beeile mich, Ihnen meine glückliche Ankunft hierselbst anzuzeigen uod bitte Sie, dem französischen Volke meinen besten Dank für den herzlichen Empfang auszusprechen, den mir die französische Regierung bereitet hat.

Stockholm, 20. September.Astoubladet" meldet aus Hammerfest über den Inhalt der Brteftaubeu- Dep esche, welche dieAlken" mitführre: 13. Juli 12 Uhr Mittags Brette 82° 2 Minuten Länge 16" 5 Minuten östlich: Gute Fahrt nach Osten- Alles wohl. Das ist meine dritte Taubenpost. Andree.

Athen, 20. September. Der Ministerpräsident hat dem Könige seine Entlassung bereit» ein gereicht. Derselbe äußerte sich dahin, daß die Großmächte Griechenland mit äußerster Strenge behandelten.

Berlin, 21. September. Der verband deutscher KriegSveterauen plant am diesjährigen Geburtstage Kaiser Friedrichs eine allgemeine Lavd eSfeter. Im ganzen Reiche rüsten sich die deutschen KriegSveteraneu bereits hierzu.

Berlin, 21. September. Die Metallarbeiter nah­men gestern Abend in zwei öffentlichen Versammlungen Stellung zum Formerausstand. Die Arbeiter sind bereit, eine Einigung zu versuchen, wenn ihnen hierzu von Seiten der Arbeitgeber Anlaß gegeben würde. Bis gestern Abend be­fanden sich 324 Former im Ausstand. Die Versammelten erklärten sich mit den Formern für solidarisch und verpflich­teten sich, 10% ihre» Wochenlohne» zum Strikefond» zu zahlen.

Berlin, 21. September. Wie die Blätter melden, soll die Ursache des Escheder Eisenbahn-Unglücks jetzt ermittelt worden sein. Ein mit Langholz beladener Waggon des Güterzuges, welcher die Strecke einige Zeit vorher durch­fuhr, habe die Schiene verbogen und die Schwelle verschoben. DaS Zugpersonal habe versäumt, die an der Stelle wohl gemerkte heftige Erschütterung sofort zu melden. In Folge deffen sollen mehrere Personen de» Zugpersonals jenes Güter- zuges verhaftet worden sein.

Pari», 21. September. Die Temperatur in Süd- frankreich ist auf 2 Grad gesunken. In Havre und Um­gegend herrscht Schneefall. Die Kartoffelernte ist ge- fährdet.

Coceles «nO

Gießen, den 21. September.

Petition der KreiSamtSgehülfeu. Wir erhalten fol- gende Zuschrift: Es liegt mir die Nr. 217 Ihres geschätzten Blattes vor, worin ein Thetl einesEingesandt" der Finanz- aspiranten, welche» demDarmstädter Tägl. Anzeiger" ent­nommen, enthalten ist. Damit da» lesende Publikum sich ein klares Bild von der Sachlage machen kann, bitte ich Sie, nachfolgenden Zeilen tu Ihrem Blatte ebenfalls einen Raum zu gönnen. Die noch nicht angestellten älteren KreiSamtS- gehülfen hatten im Jahre 1893 die Großh. Regierung um Befferung ihrer GehaltS- und AnstellungSverhältniffe, sowie um Einführung eines besonderen FachexamenS und Vermeh­rung der decretmäßig zu besetzenden Gehülfenstellen gebeten. Die zweite Kammer der Laodftände hat hierauf den Aus- fchußantrag: die Großh. Regierung zu ersuchen, eine Vor- läge des Inhalts an die Kammer gelangen zu lasten, daß jedem KreiSamt ein KreiSsecretär von ähnlicher Vorbildung wie die eines GerichtSschreiberS beigegeben und außerdem Gehalte für eine Anzahl von angestellteu Gehülfen für die größeren Kreisämter vorgesehen werden, angenommen. Die Großh. Regierung glaubte diesem Ersuchen dadurch zu ent­sprechen, daß sie, in dem Staatsbudget für 1897/1900, 18 KreiSamtSbureauS-Vorsteherstellev, welchen die Leitung und Ueberwachung de» gesammten Bureaudieoste» zu übertragen ist, mit der Erläuterung vorsieht, tu diese Stellen die jetzt schon angestellten ersten KreiSamtSgehülfen, soweit sie zur Bersehung dieses Dienste- befähigt find, etnrücken zu lasten, dann aber diese Stellen den Ftnauzasptranteu erster Categorie vorzubehalten Außerdem sollen sechs Stellen für zweite angestkllte Gehülfen (wovon jetzt schon drei bestehens ge­schaffen werden. Die Großh. Regierung mag wohl durch die fortgesetzten Petitionen der Finauzaspiranten und deren persönliche Vorstellungen zu dieser Bestimmung veranlaßt worden knn; aber die nicht angestellteu KreiSamtSgehülfen, welche 12 bis 25 Jahre hindurch ihre ganze Kraft dem Staatsdienste bei einem KreiSamte gewidmet, welche durch aufopfernden Fleiß sich die Zufriedenheit ihrer vorgesetzten erworben und alle Kenntniffe für die neu zu schaffenden »ureauvorsteherstelleu angeeignet haben, finden fich durch die Regierungsvorlage (und mit Recht) benachtheiligr. Hierauf gründet fich ihre erneute Eingabe an die Herren Abgeord- ncten der Ständekawmer dahingehend, daß man zunächst ihnen, als UebergaugSbestimmungen, das Recht zum Ein- rücken in gedachte Stellen einräumt, daun aber von den weiter anzustellenden Beamten ein Fachexamen fordert, zu deffen Ablegung die nicht angestellteu Gehülfen auch heute

I gerne bereit find. Ein Fiuanzexameu können dieselben des­halb als Fachexameu nicht ansehen, weil dasselbe zum min­desten zu dretviertel für die Beschäftigung eines KreiSamtS- bureauvorsteherS ungeeignet, bezw. unverwendbar ist. Wer die umfangreiche Beschäftigungsart eines ersten KreiSamtS­gehülfeu nur einigermaßen kennt, der fragt fich, ob ein Fiuanzaspirant überhaupt in der Lage ist, nur annähernd hier etozugreifeu. Und einsichtsvolle Finauzaspiranten sagen sich selbst, daß die Befähigung hierzu nur durch längere practische Thätigkeit bei eine« KreiSamt erworben werden kann. (Weßhalb also Fiuanz- und nicht Fachexamev?) Ob aber eine Anzahl der Finauzaspiranten, namentlich die, welche im zweiten oder brüten Gang mit Mühe ihr Examen be­standen haben, zu einem so selbstständigen Beruf wie der der erstes KreiSamtSgehülfen auch mit der Zeit reif werden, das bezweifelt Einsender. Die nicht angestellten KreiSamtS­gehülfen vertrauen nun auf die kommende Beschlußfaffuug der Zweiten Kammer der Lavdstände und auf das Wohl- wollen der hohen Regierung um so mehr, als auch diese eS für eine Härte empfinden wird, wenn man die älteren Ge­hülfen, nachdem fie jahrelang ihre Kräfte dem Staatsdienste gewidmet haben, jetzt einfach bei Sette schieben wollte. Seither war ein Examen für die KreiSamtSgehülfeu nicht vorgeschriebeu. ES lag deßhalb auch zur Ableguug irgend eines solchen auch kein Grund vor. Die» mag als Schluß zur Aufklärung dienen. D. Namen» der nicht angestellten KreiSamtSgehülfeu E.

Die Kriegerkaweradschaft Gießen feierte am Sonntag inSteinS Saalbau" einen großen Familievabend, au dem die Spenden der Frauen, Jungfrauen und Jünglinge überreicht wurden. Das reichhaltige Programm der schön arrangirten Feier ging in lebhaftem Tempo von Statten. Besonder» gedacht sei der geschmackvoll von Herrn Louis Becker auSgeführten Dekoration. Der Saal war bi» auf den letzten Platz gefüllt- gegen 600 Personen mögen an­wesend gewesen sein. Der erste Vorsitzende, Herr Traber, b?qrüßte die Festversammlung und gedachte sodann unsere» Kaisers und unserer Fürsten, die un» ein Vorbild seien in treuester Pflichterfüllung und edelster Menschenliebe, unter deren Fürsorge Wohlfahrt und Gedeihen herrsche, und die uns geführt hätten in schweren Zeiten und jederzeit gut führen würden. Da» von dem Redner auf Kaiser und Großherzog aus- gebrachte Hurrah fand begeisterten Widerhallin derDersammlung. Darauf toastete Herr Bruchhäuser auf den Ehrenvor­fitzenden, Herrn Geheimerath Proviuzialdirector Freiherrn v. Gagern und die Ehrenmitglieder, die Herren Pfarrer Dr. Naumann, Comwerzienrath Heichelheim und Commerzien- rath Heyligenstaedt, worauf der Herr Ehrenvorsitzende das Wort ergriff und seiner Freude Ausdruck verlieh, Mitglied der Kriegerkaweradschaft sein zu können- er habe von der Gründung an für den Verein Sympathie gehabt und freue fich umsomehr, als ihm daS Mitgliedwerden durch Antragung des Ehrenpräsidiums so erleichtert worden sei. Sein Hoch galt der Kriegerkaweradschaft. Der Gesangverein Liederkranz trug sodann, geleitet von seinem bewährten Dirigenten, Herrn Bauer, zwei zarte Lieder in meisterhafter Durch« führung vor, worauf in ergreifenden Worten Frau CaSper die Fahne als Frauenspende, Fräulein Gümblein eine prachtvolle Fahnenschleife und Herr Wolf jun. einen schweren silbernen Fahnennagel, auSgeführt nach dem Entwürfe des Herrn Noll jun., überreichte. Der erste Vorsitzende dankte für die Spenden im Namen de» Verein» und betonte hier­bei, e» solle der Dank dadurch bewiesen werden, daß da» Banner der Kriegerkaweradschaft ein Sammelpunkt sei für monarchisch-patriotische Bestrebungen und für kameradschaft­liche Gefinvung. Nachdem im Anschluß daran der Gesang­verein Liederkranz zwei weitere Lieder vorgetragen hatte, die ebenfalls lebhaften Beifall fanden, erfolgte durch Herrn Casper ein Hoch auf die Frauen, die in so bereitwilliger Weise heute eine so reiche Spende Überreicht hätten, worauf Herr Pfarrer Dr. Naumann in markigen, zündenden Worten auf Jungdeutschland, auf die Töchter und Söhne der Krieger toastete, die fich hier in diesem Augenblicke um daS Banner ihrer Väter schaarten und die eS tu Zukunft hochzuhalten witberufen seien. Die Erziehung der Jugend zum patriotischen Denken und Handeln sei die Hauptaufgabe der älteren Generation und diese Aufgabe werde in derKrtegeikameradschaft in trefflicher Weise gelöst. Im Namen der Jugend dankte hierauf Herr Traber jun. für das auf dieselbe auSgebrachte Hurrah. Dem Gefühle der Dankbarkeit für daS, was in großer Zeit durch unsere Väter erstellten, durch unsere Mütter erlitten sei, stehe Ka­der Verantwortung für die Erhaltung de» Geschaffenen zur Seite, und Jungdeutschland werde jederzeit bereit sein, dafür einzustehen. Sein Hoch galt dem deutschen Kaiserreich. Zum Schluß erfolgte noch ein kräftiges Hurrah auf die Sänger und ihren bewährten Dirigenten, Herrn Bauer. Die animirte Stimmung hielt die Theilnehmer noch lange Zeit zusammen, während sich die Jugend des Tanzes erfreute.

* Hessischer Handwerkertag. ImFrankfurter Hof" zu Mainz hatten fich am SonntagNachmiitag etwa 200HandwerkS- meister aus den drei Provinzen zusawwengefundev, um wich­tige Fragen betreffs der Handwerkerorgantsation zu besprechen. Eine officielle Einladung an die Regierung war nicht er­gangen und der privatim eingeladene RegternugSbaumeister Noack von der Centralstelle sür die Gewerbe hatte fich mit anderweitigen Dienstgeschäften entschuldigt. Den vorfitz führte Obermeister Lantz-Darmstadt. Nachdem der Bericht über da» erste Geschäftsjahr des im Februar 1896 gegrün­deten Verbandes hessischer Innungen erstattet war, referirte Herr Redakteur Fischer-WormS überDaS neue Hand­werkergesetz und Stellungnahme zu demselben". Redner be­leuchtete' die ZwangSbesttmmungen dcS Gesetzes, wie die Ueberwachung der Lehrlinge, die GesellenauSschÜffe rc., die Führung des Meistertitels und die Errichtung der Hand- werkerkommern. Auf letztere müffe ein dauernder Einfluß geltend gemacht werden, damit für das Handwerk günstigere Arbeitsbedingungen geschaffen würden. Als Mittel hierzu empfehlt fich die Erweiterung und Reorganisation de» be­

stehenden JnnuogSverbandeS durch Heranziehung de» Gast» wtrtheverbaudeS und der handwerksmäßigen Fabrikbetriebe. Ob sich später die stärkeren Gewerbe tu diesen allgemeinen Handwerkervereinen zu Innungen ordnen würden, müffe man der Zett überlaffen. Herr Re in em er-Darmstadt al» Ver­treter deS Mato-Rhein-GastwirtheverbaudeS erklärte, daß dieser verband den Bestrebungen der Handwerker sympathisch gegenüberstehe und gab der Hoffnung auf einen Anschluß Raum. I« Laufe der fich anschließenden Debatten, an welchen fich die Herren Obermeister Falk-Mainz, Janson- Mainz, Jckst ad t-Mainz, P irr -Gießen, La uz-Darmstadt, Mülfeld-Darmstadt und KrauS «Mainz betheiligten, wurde geäußert, daß fich die Centralstelle für die Gewerbe in Verbindung mit den Gewerbevereinen alle erdenkliche Mühe durch Au»sendung von Wanderlehrern und Bildung von Localvereinen selbst auf kleinen Plätzen gebe, um da» Heft bet Errichtung der Handwerkerkammeru in der Hand zu behalten, von dieser Seite wurde nur eine solche Kammer für daS ganze Großherzogthu« mit dem Sitze in Darmstadt vorgeschlagen, welche man möglichst der Central­stelle unterordnen wolle. Die Versammlung beschloß bei der Regierung zu beantragen, daß für eine Provinz eine Hand­werkerkammer mit dem Sitze in den betreffenden Provtnzial- hauptstädten Darmstadt, Mainz und Gießen errichtet werde und eine energische Agitation gegen die von der Central­stelle au»gehende Strömung in» Leben zu rufen. Die Frage, ob die Handwerker au» den Gewerbevereinen auStreten und fich nur dem neu zu constituireudeu Landesverbände hessischer Handwerker und Gewerbetreibender anschließen sollen, wurde verneinend beantwortet, da man den Gewerbevereinen viel Dank schuldig und eine Vernachlässigung der Gewerbevereine gegenüber dem Handwerk absolut nicht vorhanden sei. I« Gegentheil wurde gewünscht, daß die Handwerker die Ver­sammlungen der Gewerbevereine recht fleißig besuchen, damit fie dort einen gewissen Einfluß gewinnen und so der Sache des Handwerks dienen könnten. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Berathung eines Statutenentwurf» für den in einen Landesverband hesfischer Handwerker uod Gewerbetreibender umgewandelten verband hesfischer In­nungen, welcher mit kleinen redaktionellen Abänderungen angenommen wurde. Es wurde dann folgende Resolution einstimmig angenommen:Der Landesverband hesfischer Handwerker und Gewerbetreibender weist die Unterstellung des deutschen GewerbegerichtStageS, daß der gewerbliche Rechtsschutz durch die Einrichtung von JnnungSschiebSgerichteu durchbrochen würde und daß man die JnnungSschiedSgerichte nur als rückständige Form des gewerblichen Rechtes aaseheu könnte, die so bald als möglich zu den Institutionen der Gewerbegerichte auSgebant werden müffe, als eine Beleidi­gung des gesummten Handwerkerstandes entschieden zurück."

* Ludwig- und Alice-Ctiflung. Der Vorstand der hefft- scheu Ludwig»- und Alice-Stiftnng bat im Anschluß an die am 1. Juli in Vilbel stattgehabte Hauptversammlung der Stiftung Herrn Reallehrer Kaßlick in Darmstadt für die nächsten drei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Stellver­treter ist Herr Oberlehrer Backe».

* * Mit bei Heizung bet Etsenbahnzüge soll bereit» am 20. September begonnen werden, da vielfach Beschwerden über mangelnde Heizung besonder» der Nachtzüge vor dem October eingegangen find.

* * AuS dem Staatsbudget. Wie in anderen Staaten, so sollen auch in Heffen für die Me dtci nalbe amten FortbildungScurse in der Hygiene und gerichtlichen Medtcin an der LandeSuniverfität abgehalten werden und find im Staatsbudget für diesen Zweck pro Jahr 2000 Mk. vorgesehen- ebenso sollen, nach demDarmft. Tgl. Anz.", für beamtete Beterinär-Aerzte bacteriologifche Curse tn Darmstadt abgehalten werden, in welchen denselben Gelegen­heit geboten wird, fich die neueren Untersuchungsmethoden für die Erkennung und Feststellung von JnfectionSkcankheiten, insbesondere des Milzbrandes und Rauschbrandes, anzueignen und darin fortzubilden, wofür pro Jahr 1000 Mk. vor­gesehen find. Weiter ist int Staatsbudget die Einrichtung einer Molkeretschule tn Aussicht genommen. Für dte erste Einrichtung der Schule find 3000 Mk. und sür per­sönliche und sachliche Ausgaben 5000 Mk. jährliche Ausgabe vorgesehen.

GeweinderechnerBerband. Bor Kurzem wurde von den Gemeiuderechnerv tn den Landgemeinden des Groß- herzogthums ein Landesverband gegründet, der in erster Reihe die Einführung einer gesetzlichen Alters- und Rrlicienver- sorgung für seine Mitglieder erstrebt, wie solche tn Württem­berg und Baden besteht und tn Preußen vorberetret wird. Zn diesem Zwecke ist, wie dteDarmst. Ztg." meldet, vom Verband eine dahin gehende Eingabe bei Großh. Ministerium deS Innern eiugereicht worden. Der Verband, der bei seiner Gründung 76 Mitglieder zählte und in SreiSverbände zer­fällt, hat neuerdings durch den Beitritt von 28 Gemeinde- rechuern aus dem Kreise Alzey einen neonenSwertheu Zu­wachs erhalten. In dem BerbandSauSschuß ist jede Provinz durch zwei Mitglieder vertreten- er besteht jetzt aus den Herren Ehrhardt in Viernheim, LooS in Lampertheim, Reu- ntng in Nidda, Wolsfchmitt tn Schotten, Windschmitt tn Kastel und Müller in Gan-Odernhetm.

Verbesserung bet Hutweide». Nachdem der Land- wtrthschaftltche Verein für die Provinz Oberheffen im vergangenen Jahre mit der verbeffernng der Hutweiden tn fieben Gemeinden de» BogelSbergeS (Hercheuhaiu, Crain­feld, Ulrichstein, Feldkrücken, BreungeSham und Lanzenhaiu) begonnen hat und die hiermit erzielten Trgebniffe allgemein sehr günstig ausgefallen find, soll auch in diesem Jahre mit den Meliorationen in einer Anzahl anderer Gemeinden fort­gefahren werden. Die Grohb. Regierung, welche die melio­rierten Flächen durch Herrn LaudeSculturraih Dr. KlaaS vor Kurzem einer Befichtigung hat unterziehen laffen, hat infolge des sehr günstigen Ergebntffe» dieser Befichtigung auch diese» Jahr zunächst wieder einen Betrag von 2500 Mk. zur Fort­setzung der Meliorationen zur Verfügung gestellt. Vom Der-