Ausgabe 
22.5.1897 Erstes Blatt
 
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2 Millionen, sodaß sich eine Gesammtsumme von 36 Millionen ergibt.

Rom, 20. Mai. Die Todesnachricht des Abgtord- neten Fratti bestätigt sich. Er fiel an der Spitze seiner Gartbaldt'Tompagnie, als er, während die Griechen bereits in panikartiger Flucht begriffen waren, auf die oordringenden Türken einen Bajonnet-Angriff commandtrte. Bon Riceiotti Garibaldi ist ein höchst seltsames Telegramm angelaugt, worin er behauptet, er habe die Türken drei Kilometer weit zurück­geworfen und viele Gefangene und große Beute gemacht/

Paris, 20. Mai.Autarke" schreibt, Europa hätte den Krieg zwischen der Türket und Griechenland vermeiden können, wenn eS Kreta an Griechenland abgetreten hätte. Nachdem nun die Mächte den Sultan auf Kreta unterstützt haben, ernten fie schweren Undank Seitens der Türket.

Toulon, 20. Mat. Die bekannte Anarchtfttn Luise Michel ist heute Vormittag hier eingetroffen und wurde von 300 Personen am Bahnhose empfangen. Als die Begrüßenden Hoch die Anarchie!" riefen, erwiderte die Ordonnanz eines OffiziersNieder mit der Anarchistin!" Die Menge stürzte fich nun auf die Ordonnanz, welche schwer verwundet wurde. Drei Anarchisten wurden infolge dieses Zwischenfalles verhaftet.

Athen, 20. Mai. Daß BlattAsty" bemerkt: Die öffentliche Meinung versteht, daß von der geschickten Leitung der Verhandlungen die Zukunft des Hellenismus abhängt. Deshalb ist das Volk ruhig und ergeben. Die Stimmen der Anarchie erschallen nur aus einigen Zeitungen. Akropolis" beschwört leidenschaftlich die Regierung, alle nur irgend möglichen Maßnahmen zu treffen, um den Kampf fort' zusetzen, welcher die heiligste Ehrenpflicht sei.

Athen, 20. Mai. Der Waffenstillstand ist heute definitiv abgeschlossen. Griechische und türkische Offiziere find bereit« mit der Feststellung der Demarkationslinie beschäftigt. Der Kroapriuz hat sein Hauptquartier in Emirdey inmitten der Brigade TmolenSkt aufgeschlagen. Oberst VassoS landete gestern in VoloS.

Athen, 20. Mai. Hier herrscht eine ernste und sehr ruhige Stimmung. Die Regierung warnt vor bös­willigen Meldungen und ermahnt die Bevölkerung zur Kalt­blütigkeit. _______________

Berlin, 21. Mai. Gegen die Veretnsgesetz'Novelle hatten die Socialdemokraten für gestern Abend 14 Volks­versammlungen etngerufen, die zumeist wegen Ueber« füllung polizeilich abgesperrt wurden. Es sprachen aus­schließlich Reichstagsabgeordnete der socialdemokrattschen Fractton, welche io ihren Referaten den neuen Gesetzentwurf auf das heftigste angrtffen. Die Versammlungen nahmen sämmtlich gegen die Novelle gerichtete Resolutionen an.

Berlin, 20.Mai. Die Commission des Abgeord­netenhauses zur Vorberathung der VereinSgesetz- Novelle hat gestern ihre Arbeiten beendet. Die abge­änderte Novelle wurde mit 18 gegen 10 Stimmen angenommen. Danach ist nunmehr, unter Ablehnung der Bestimmung über die Auflösung von Versammlungen und die Schließung von politischen Vereinen, das CoalitionSverbot ausgehoben und das Verbot für Minderjährige eingeführt worden, mit der Einschränkung, daß Uebertretungen zur Auflösung nicht Ver­anlassung geben dürfen, sondern nur durch Geldbußen geahndet werden. Die conservativen Abgeordneten haben gegen die Vorlage in dieser Fassung gestimmt.

Cocefcs nnd provinzielles-

Gießen, den 21. Mat.

Zustizrath Dr. Reatz ist zum Mitglied des Vor­standes des deutschen Juristentages ernannt.

* * Offenhalten der Ladengeschäfte. An den nächsten zwei Sonntagen, 23. und 30. Mat, kann die Verkaufs­zeit in den Ladengeschäften bis Abends 7 Uhr aus­gedehnt werden.

* * Concert-Beretn. Die Hauptprobe zum Rcquiem findet am Dienstag Nachmittag schon um 5 Uhr statt, worauf wir unsere Leser hiermit besonders aufmerksam machen.

* Vogelsberger Hohen Club. Die diesjährige Haupt- Versammlung wird am Mittwoch den 9. Juni in Nid da stattfinden.

* * Befiywechfel. Da« HauS des Bäckermeisters H. Klemm­rath, Neuenweg 60, ging durch Verkauf an den ehemaligen Gehilfen desselben, Herrn Aug. Deibel, zuletzt Bäcker­meister in Wieseck, für 45,000 Mk. über. Der ehemalige Bäckermeister, jetzige Wirth Horn erwarb von Bäckermeister Guhr dessen Grundstück Stetnstraße 33, um die darin be­findliche Bäckerei weiter zu betreiben.

* e Daß neue Adreßbuch der Stadt Gießen für das Jahr 1897/98 wird dieser Tage zur Ausgabe gelangen. Durch die vielfachen Versetzungen sowie Zuzüge bei den ver­schiedenen Behörden hat das Buch eine große Veränderung aufzuweisen. So ist es erfreulich, daß die Veränderungen, die das Eingehen der Oberhesstschcn Bahnen mit sich brachte, noch berücksichtigt werden konnten. Auch ein neuer Stadt- plan, in dem die projectirten Straßen zum Theil eingezeichnet sind, wird dem vorliegenden Jahrgange ebenfalls wieder bet- gelegt werden. ES mag noch erwähnt sein, daß die Heraus- gäbe des Buches nicht wesentlich früher erfolgen konnte, als ein ganze« Jahr nach dem Erscheinen des vorigen Jahr­ganges, und haben alle Aenderungen von Zu-, Wegzügen und Wohnungswechsel nach Zusammenstellung de« Adreßbuchs bis in die letzten Tage in einem besonderen Nachtrage noch Berücksichtigung gefunden.

W. Die Generalversammlung deS Gleiberg-Verein« fand am Mittwoch auf der Burg Gleiberg statt. In Abwesenheit deS ersten Vorsitzenden, Herrn Geheimrath und Provinzialdirector Fretherrn von Gagern, leitete Herr Dr. Klewitz die Versammlung- er gedachte mit warmen Worten deS am 4. Februar d. I. verstorbenen Professors Dr. Buchner, welcher so große Verdienste um die Wieder­

herstellung der Burg fich erworben. Der Verein werde da« Andenken an diesen Mann stets bewahren. In den Vorstand wurde an Stelle deS verstorbenen Prof. Dr. Buchner Kreis- Ingenieur Stahl gewählt und die sonstigen Mitglieder des Vorstandes, nämlich Freiherr v. Gagern, Dr. Klewitz, Kreisbürgermeister Kleine-Krofdorf und Quästor Orbig, wiedergewählt. AuS dem Kassenbericht ging hervor, daß der Verein im Rechnungsjahr 1896/97 vier neue Antheil- scheine begeben und daß in den Sammelbüchsen deS Gleiberg im Ganzen nur 23 Mk. enthalten waren- zuzüglich der 600 Mk. betragenden Pacht für die Burgwirthschaft betrug die Gesammt-Einnahme des Vereins 1561.02 Mk. Dem gegenüberstehen an Au«qaben: Zinsen für von der KreiS- sparkasse Wetzlar entliehenen 11 000 Mk. mit 440 Mk, für Baukosten 367.21 Mk., aufgelöstes Capital 476.36 Mk., sodaß im Ganzen zuzüglich St.utrn, Verwaltungskosten, In­serate rc. 1278.34 Mk. verr'-gabt find. Der Voranschlag pro 1897/98, der in Einnahme und Ausgabe mit rund 1200 Mk. abschließt, fand die Genehmigung der Versamm­lung. AuS dem Geschäftsbericht des vetflofftnen Jahre« ging hervor, daß der Verein über 155 beitragspflichtige Mitglieder verfügt, zu welchen noch sechs außerordentliche Mitglieder hinzukommen. An Geldgeschenken sind dem Ver­ein von der Sänger-Vereinigung als Reinerlös eines am 22. Juli 1896 veranstalteten ConcerteS Mk. 81.59 und ferner von Ungenannt Mk 2 zugeflossen. Der Bericht con- statirt, daß eS leider noch nicht möglich war, die schon längst geplante Neupläitung der Fußböden des Erdgeschosses im Naffauerbau, auf dem Gang und in der Küche mit vom Herrn Commerzienrath Gail unentgeltlich zur Verfügung gestelltem Material vorzunehmen, daß diese Arbeit aber für das neue Geschäftsjahr auSgeführt werden wird. Die Asphal- tirung deS Thurmdaches und sonstige Reparaturarbeiten am Burgfried sind beendet.

Für Eltern. Gestern Abend gegen 7 Uhr kam ein 2>/,jähriges Kind am SelterSweg, indem e« quer über die Straße lief, unter den Omnibus. Glücklicher Weise kam das Kind, ohne erhebliche Verletzungen zu erhalten, davon. Den Kutscher trifft keine Schuld. Ebenso erging eS vor einigen Tagen einem Reiter in der Wetzsteinstraße, der in­dem ihm ein Kind direct von dem Trottoir in daS Pferd lief, zu Falle kam, ohne Schaden zu erleiden. ES dürfte den Eltern bezüglich der Beaussichtigung solcher kleiner Kinder mehr Fürsorge anzuewpfehlen sein.

* * Müllkasten.In dieser Woche wurden eine Anzahl Bürger, welche für die städtische Abfuhr unvorschriftSmäfiige Müll- und Kehrichtkästen hingestellt hatten, zur Anzeige g'ebracht. Gefüllte Kehrichtkäsien, die der Vorschrift nicht entsprachen und deren Eigenthümer nicht zu ermitteln waren, wurden nicht entleert," so geschehen in Frankfurt a. M. Diese Maßregeln könnten in Gießen ebenfalls nichts schaden. Nicht nur in Bratpfannen, Töpfen und Töpfchen stellt man hier den Kehricht zum Abholen hin, sondern in Pappschachteln und anderen zu dem Zwecke ganz ungeeigneten Gefäßen. Ebenso wäre die Vorschrift, daß die Kästen mit ihrem, manchmal gerade nicht appetitlichen und duftfreien Inhalt einen Deckel haben müsien, sehr am Platze.

* * Die deutschen Burschenschafter begehen, wie wir schon früher mitgetheilt haben, am dritten Pfingftsetertage in Eisenach das Fest der Grundsteinlegung deS Denk­mals für Kaiser Wilhelm I, der den Traum der deutschen Burschenschaft nach einem einigen deutschen Reich verwirklicht und erfüllt hat. Auf dem Wartenberg angesichts der altehrwürdigen Wartburg wird fich jenes Denkmal erheben, das späteren Geschlechtern eine Erinnerung bilden soll an den deutschen Herrscher, dem wir deS Reiches Herrlichkeit ver­danken. Umgeben von den Gestalten eines BiSmaick, Moltke und Roon, wird das Denkmal hinüber grüßen nach jenen Stätten, wo kurz nach den Befreiungskriegen zum ersten Male vor aller Welt von deutschen Burschenschaftern dem Gedanken von dem neuen deutschen Reich: greifbarer Ausdruck verliehen wurde. Die Namen der in ruhmvollen Feldzügen gesallenew Burschenschafter sollen an Marmortafeln verewigt werden. Auch deS Großherzogs Karl August von Sachsen- Weimar, der in den Sturm- und Drangjahren seine hohe Hand schützend über die Burschenschaft hielt, wird in würdiger und pietätvoller Weise gedacht werden.

* Der diesjährige allgemeine hessische Katholikentag wird Sonntag, 27. Juni in Bensheim abgehalten werden. Als Versammlungsort ist die städtische Anlage vor der Turnhalle bestimmt; bei ungünstiger Witterung sollen in der Turnhalle und im Hutmacher'schen Saale Versammlungen stattfinden. An der Spitze des LocalauSschuffeS stehen die Herren Decan Dr. Geier und Bürgermeister van GrieS.

* * 3n Fabrikpreisen. In geschäftlichen Anpreisungen liest man oft, daß der Verkauf gewisser Waaren zu Fabrik­preisen stattfiude. In einem Rechtsstreite auf Grund des Gesetzes gegen den unlautern Wettbewerb ist nun der Begriffzu Fabrikpreisen" folgendermaßen festgestellt worden: Wenn Kaufleute anzeigen, daß sic zu Fobrikpretser> verkaufen, so dürfen sie nur zu den Preisen die Waaren verkaufen, die fie laut Factura selbst bezahlen. Sie dürfen für fich dann nur diejenige Provision in Anspruch nehmen, die ihnen die Fabrik, sei durch Baarzahlung oder wegen kurzen Zah- lungSzielS, bet der Bezahlung procrntual vom Fabrik-Engros­preise abläßt. Keineswegs aber find in solchem Falle unter Fabrikpreisen" diejenigen Preise zu verstehen, zu denen die Fabrik an Private zu verkaufen pflegt.

* * 3n Amerika verstorbene Hessen Mount Pleasant, Iowa, Theodor Schreiner, 86 Jahre alt, auS Worms. Town of Rhtne, Pymouth, O., Anton Diefenthaler, 69 Jahre alt, au« Spiesheim. New Kot k, Carl Otto Salzmann, 83 Jahre alt, auS Laubach. Lyons, N. K., Friedrich Nußdickel, 79 Jahre alt, auS Wöllstein. Elltot, Pa., Joh. Phil. Schleuning, 73 Jahre alt, auS Langwasser. New Kork, John Ringleben, 75 Jahre alt, au« Hessen-Darmstadt. Peoria, Jll , Frau Wwe. Doro­thea Gräser, 80 Jahre alt, aus Worms. New-Kork,

l Georg Fuchs, 53 Jahre alt, auS Bingen. Erie, Pa., Earl Weller, 61 Jahre alt, aus Villiugen.

* * Wetterbericht. DaS barometrische Maximum liegt nördlich von Schottland und an der norwegischen Küste. Von dort nimmt der Luftdruck gegen Süden und Südosten all­mählich ab und find die Luftdruck-Unterschiede besonders über Central- und Süd-Europa sehr gering. Dabei besteht aber die für die Jahreszeit characteristische große Unregelmäßig­keit fort, welche fortgesetzt Gewitterbildung begünstigen. Die Temperaturen zeigen über Deutschland wenig Aenderung. Vorau« sichtliche Witterung: Bei wechselnder Be­wölkung warme«, stellenweise zu Gewittern geneigtes Wetter.

- b. Alten-vuseck, 20. Mai. Der Krteg erverein dahier feiert am 11. und 12. Juli d. I. sein 25jährige« Stiftungsfest, verbunden mit Einweihung einer neuen Fahne und gleichzeitig da« Bezirks fest für den Bezirk Gießen (Hasfiaverband). Der Verein wird sich allem Ver­nehmen nach auf fragliches Fest mit der Gießener Omnibus- Gesellschaft in Verbindung setzen, um den geebrirn Fefnheil- nehmern Gelegenheit zur bequemen Her- und Rückkunft von Gießen und Wieseck zu geben.

* e* Münzenberg, 19. Mai. Bon herrlichstem Wetter begünstigt, feierte heute der Solmser Zwetgverein der Gustav-Adolf-Stiftung sein JahreSfest in unserem Städtchen. Ein günstigerer Ort hätte für die diesjährige Feier nicht gewählt werden können. Die Münzenberger Kirche gehört nach ihrer kürzlich erfolgten Rrstaurnung gewiß zu den schönsten der Provinz und wird sicherlich auch künfttg wie schon bisher manchen Kunstverständigen zum Besuch der­selben verlocken. Bor acht Tagen wurde, wie in diesem Blatt bereits gemeldet, die stilvoll, fich der ganzen Einrichtung der Kirche unpassend- Orgel eingewkiht. So war schon daS Gotteshaus an fich geeignet, dem Feste seine Wcihe zu geben. Mehr noch allerdings geschah die« durch die sehr gehaltvolle Predigt des Feftpredtgers, Herrn Pfarrer Werner au« Kappel bei Marburg. Bekanntlich ist der Gustav Adolf- Verem ein Sammel-, Pflege- und HtlsSvereiu an den zer­streut wohnenden evangelischen Christen. Als solchen kenn­zeichnete ihn der Festpredtger auf Grund der Offenbarung 3, 2a. Zu dem NachmittagSgotteSdienste hatte fich durch Zuzug vieler auswärtiger Feftgäste eine stattliche Festgemetnde zusammen­gesunden, so daß die Kirche von Andächtigen dicht gedrängt angefüllt war. Der Predigt, gehalten von Herrn Pfarrer Wahl in Langen, der früher in der Pfarrer Münzenberg als Geistlicher thätig war, lag der Gedanke zu Grunde, daß der Gustav-Adolf-Berein ein Verein sei, der evangelische Ge­meinden unter einander, diese mit den zerstreuten GlaubenS- brüdern und beide zusammen mit Gott verbinde. Der Prediger entnahm diesen Gedanken dem Gleichniß vom karmherzigen Samariter (Luc. 10, 3337). In diesem Gottesdienst kam auch der übliche Rechenschaftsbericht zur Verlesung, der einen kurzen Ueberblick über den derweiltgen Stand der Gustav- Adolfsache gab. Nach beendigtem NachmittagsgotteSdienste versammelten fich die Festgäste in großer Anzahl auf der Burgruine, woselbst Amprachen mit Gesängen d-« Münzen­berger gemischten Chore« wechselten.- Wenn wir un« im Anschluß an daS recht schön verlaufene Fest eine Bemerkung erlauben dürfen, so ist e« die, dem Borstand deS Solmser ZweigvereinS zur Erwägung anheim zu geben, ob es nicht besser wäre, das Fest auf den Nachmittag zu beschkänken. Ein Festgottesdienst mit Predigt und eine nachfolgende freie Versammlung mit einigen kurzen Ansprachen, die sich ledig­lich mit der Gustav-Adolfsache zu befaffcn Härten, würden voll­kommen genügen,zumal daSFest herkömmlich an einemWochentog gefeiert wird. Auch diesmal hat e« fich wieder gezeigt, daß die große Festversammlung erst am Nachmittag erschien. Im Uebrigen wünschen wir allen Thetlnehmern einen reichen Festsegen.

4- Nidda, 19. Mai. Der heutige Bteh- und Kram- markt war Dank der trockenen Witterung sehr gut besucht- ersterer begann schon in der Frühe und brachte einen lebhaften Handel. Der Schwetnemarkt war am besten befahren und wurden vorzugsweise Ferkel angeboten bezw. zu kaufen gesucht, während Rindvieh weniger aufgetrieben war alS dies sonst der Fall ist.

Ans Rheinhessen, 19. Mat. Mit den Vorarbeiten sür die Pfeiler der Rh ein brücke bet Worm« ist der Anfang gemacht worden. Der Schiff- und Floßverkehr wird auf das linke Rhetnufer beschränkt, die Durchfahrt durch d e Schiffbrücke wird vorerst den bestehenden Bestimmungen gemäß weiter gehandhabt.

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Ehringshausen bei Wetzlar, 20. Mai. Bei dem heute Nachmittag gegen 1 Uhr stattgefundenen Gewitter ging am hiesigen Bahnhof ein Wolkenbruch nieder. Die Wasser- massen fielen so mächtig, daß der Bahnzug, der um 12 Uhr 56 Min. von Wetzlar abgeht, vor der Station anhalten mußte. Die Felder wurden fast 1 Meter hoch überschwemm!. Die Bewohner der am Bahnhof gelegenen Häuser konnten wegen de« Wasser«, da« meterhoch vor den Gebäudcu ftan*, nicht auf die Straße. Der Schaden dürfte, obwohl nur em beschränkter Theil der Gemarkung von dem Wolkenbruch be­rührt wurde, beträchtlich sein. Da« vom Bahnhof durch die Dill getrennte eigentliche Dorf blieb verschont.

* Aus Westpreoßen, 18. Mai. Premierlieutenaut Eichner au« Bromberg stürzte bei einem Wettritt mit einem Radfahrer in Folge deS Scheuwerdens feint« Pftrdt« und starb bald darauf in Schwetz.

Kurort Wörishoftn, 20. Mai. Der Kurvtrein WöriShoftn ersucht un« um Aufnahme folgender Bericht­erstattung über da« Befinden de« greifen Herrn Prälaten Kneipp: Die bis zum 10. d. M. bestandene entschiedene und nach des Patienten eigenem AuSspruchc zu den schönsten Hoffnungen berechtigende Besserung hat in ver­flossener Woche nicht angehalten, vielmehr trat eine W n-