Ausgabe 
22.4.1897 Zweites Blatt
 
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frotffert a. «, 17. April. ®i« Aufsehe« ertegenbe (Srftnbung ist der hiesigen Lampenfabrik von Ludwig W e sp geglückt, indem fie eine Lampe coustrntrte, welche da­fett 1862 bekannte und von Wöhler entdeckte AeetyleugaS selbst fabricirt und brennt. Kürzlich fand i» Kreise einiger Gelehrten eine Probe mit solchen Acechleulampen statt and wurde eonstatirt, daß da- Licht dieser fiunreiche», durch Acetylen (Sumpfgas) erleuchteten Lampe« 12««l st^er °l- gewöhvlicheS Gaslicht und 31/«mal kräftiger al- GaSglühltcht brennt. Die Erfindung WefpS ist bereit- für mehrere kleinere Orte, wo es keine GaSfabrik gibt, angeschafft worden und «acht allgemein Sensation. Die Fabrik von Wesp mußte infolge der Erfindung ihr Personal um daS Zehnfache vermehren.

verli«. 17. April. Heute Bormittag 9'/, Uhr wurde in der RüderSdorferftraße 41 die unverehelichte E. Kaiser von ihrem Bräutigam Wilhelm Seeger, der tu demselben Hause wohnt, wegen verschmähter Liebe erschoßen. DaS Mädchen war sofort tobt. Seeger schoß sich bann iu beu Muub unb würbe schwer verletzt nach bem Krankeohau- am FrtebrichShaiu gebracht.

«Uten Appettl.Sterilifirte Wurst" wirb demnächst in den Handel gebracht werden. Mau würde völlig fehl- gehen, wenn man sich beim Ankauf durch die recht unglücklich gewählte Bezeichnung zu dem Glauben verleiten ließe, be- sonder- vorzügliche Waare vor sich zu haben. ES handelt sich vielmehr um Wurst auS dem Fleische finniger und tuberkulöser Thiere, bei denen die Krankheit noch nicht allzugroße Fortschritte gemacht hat. Die Erlaubuiß zur Wurstbereituug au- solchem Fleisch, die bisher auf Grund de- NahrungSmittelgesetzeS streng verboten war, ist für den Bezirk des Berliner Schlachthofes von dem Königl. Polizei- Präsidium in Berlin dem Stadtverordneten und Viehcommis- siovär Talke ertheilt worden, der für die in Bettacht kommenden Abfälle mit der Schlachthofverwaltung einen Pacht­vertrag abgeschloffeu hat. So lautet eine Meldung des Berliner Local-Anz.". Hoffentlich erlangt der Herr

Stadtverordnete und Biehcommisfionär nicht auch noch da- «echt, mit seiner Wurst im Reiche Handel zu treiben. Da- wäre eine Segnuxg, gegen die man ernstlich Berwahrang eiolege» müßte.

tzin gefährlicher Sprung war es, den vor einigen Tagen zwei aneinandergekettete Zuchthäusler (Italiener) auf dem Trau-port von Paderborn nach Hameln auS dem Eiseubahuzoge machten. Während der Zug in voller Fahrt de, großen Tunnel zwischen Altenbeken und Driburg pasfirte, thateu beide Verbrecher den Sprung in'- Dunkle und er glückte ihnen. Der Transporteur entdeckte bald die Flucht und brachte den Zug durch die Rothbremse zum Stehen. Auf telegraphische Depeschen wurden sofort die AuSgänge des Tunnels besetzt und letzterer selbst mit Fackelbeleuchtung durchsucht. Man fand denn auch die Flüchtlinge, als fie im Begriffe waren, ihre Feffelu zu sprengen, und nahm fie auf'S Neue in sicheren Gewahrsam.

» Ei« seltene» KamUie-feß hat am Charfreitag die Familie deS schweizerischen Maler- Gehri in München- buchsee begangen: die gleichzeitige Confirmation der vor 15 Jahren zur Welt gekommenen Bierltnge, 2 Mädchen und 2 Knaben, alle vier gesund und munter. Ist eine Bter- liugSgeburt an und für sich schon eine große Seltenheit, so kann eS geradezu als Unikum gelten, Bierltnge so gedeihen zu sehen, wie eS bet den Kindern Gehrt der Fall ist.

Kretenfische» Stubeuteulieb. Sind wir nicht zur Herr­lichkeit geboren, brauchen wir die Mächte noch dazu? Malz und Hopfen sind au uuS verloren, denn wir geben nun und nimmer Ruh. Weiß doch Mann und Frau, valleralla! bei uns ganz genau, valleralla! wo die großen Mächte drückt der Schuh I Ganz Europa wundert sich nicht wenig, welch ein neues Reich entstanden ist. Wer die meisten Türken haut, ist König, Bischof, wer die schönste Türkin küßt. Wer da hat kein Geld, valleralla, heißt bei uns ein Held, valleralla! wer da brennt und sengt, wird Polizist. Gebt unS nun den Sultan zum Gebieter, oder gebt unS die Autonomie- setzt Euch selber noch dazu als Hüter, Ruhe giebt'S auf Kreta nun und nie! Und der Herr Finanz, valleralla! bankrottirt mit Glanz valleralla! Unter Türk- und Griechendynastie.

Ctterata* uub Kttnft

- WtaMmne* *** auf dar

Gebieten der practtsch« Technik, der Electrotechuik, der Gewerbe, Industrie, Ehemie, der Lanb- unb HauSwitthschast rc. (». H«rt- lebenS Verlag in Wim). PränumerationSprei« ganzjährig mr 13 Hefte franco 7,00 Mk. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in «rieft marken. Practische, bereits ausgeführte und gut «uszusührende Arbeiten und Rathschlige verlangt der im ArbeUSleb« Stehende. Diese Zeitschrift erfüllt in höchstem Maße dieft Bedingung. Mit- arbeiter, die sämmtltch in der Ausübung ihres Berufs reiche gründ­liche Erfahrungen sammeln, veröffentlichen fie hier. Nmernngen, in der Werkstatt selbst erprobt, geben dem Leser eine Fülle von An­regungen, detailltrte Abbildungen unterstützen die Darlegmrg der practtschen Anwendung aller Neuerung«. Alle Fortschritte im gewerblichen Leben werden mttgetheilt.

- F. L. Rhode'S Praktische- X« ea«HW«

«orrespouderu n*6 de- GeschLft-.GtU- in deutscher, franzv- fischer, englischer, italienischer und spanischer Sprache. Bearbeitet von Karl Wilhelm Degner, Kgl. t'al. Vice-Eonsula. D. Zehnte vermehrte unb verbesserte Auflage; ca. 60 Bogen in 20 Lieferungen i 50 Pfg. Der hauptsächliche Nutzen unb Vorzug diese« Werkes vor sonstigen Hanbbüchern der Handel« Corr-sponden» besteht darin, daß e« eine reichhaltige, meist au« Oltgtnalbrtesen und Geschäfts- aussätzen entnommene Phraseologie in alphabetische,' Ordnung rmt nebenanstehender Uebersetzung in« Französische, Englische, Italienische und Spanische enthält. Dasselbe soll zugleich al« Lehr- und Nac^ schlagebuch dienen, au« dem sowohl der geübte Eorreiponbent na» In schwierigen Fällen Rath erholen kann, indem fich ihm eine Menge von Ausdrücken uab Wendungen darbieten, worunter er den seinen Zwecken angemessenen herauSzufindm vermag, wie auch der angehenve Sausmann, der eben erst in da« geschäftliche Leben eintritt, wenn er mit der fremden Sprache nur theoretisch vertraut Ist. dmgrötzten und unmittelbarsten Nutzen au« der Anwendung diese« Buche« ziehen wird. Der außerordentlich billige unb beq -eme Bezug in 20 Liefe­rungen i 50 Pfg. ermöglicht auch dem minder Bemittelten die An­schaffung diese« nützlichen Werke«. Nach Dollmdmrg de« Werke« tritt eine Preiserhöhung ein.

U-riverptäts - Nach richte«.

Göttingen. Zwei von den hiefigen Eorp« haben beschloffen, dem Vorgänge der Heidelberger folgend, den Eollegdesuch osffciell zu machen unb die Actiottätszetl von 4 auf 3, bei tad.lloftr Führung sogar nur 2 Semester herabzusetzen.

Höhere und erweiterte Mädchenschule der Stadt Gießen.

Das neue Schuljahr beginnt Montag den 526. April. An diesem Tage Bekanntgabe der Stundenpläne. Anmeldungen werden an demselben Tage von 101 Uhr im Schulgebäude entgegengenommen. Dabei find vorzulegen: Geburtsschein, Impfschein, resp. Bescheinigung der zweiten Impfung.

Der Unterricht beginnt wieder Dienstag den 527. ds. Mts.

Gießen, 20. April 1897. Großh. Direktion.

3913 Dr. Stoeriko.

wt *||z £ J £ in meiner Karrdarveit-Schute beginnt

strafte 52 entgegengenommen. 3836

Anna Singer, geprüfte Lehren«.

Kindergarten.

Wiederbeginn: Donnerstag, den 522 April. Neue Zög­linge werden zu jeder Zeit angenommen.

Hochachtungsvoll 3900

Wittwe Rothe, Kindergärtnerin.

Verdingung.

Die zum Umbau der Arankfurterstrafte erforderlichen, in der Hauptsache nachstehend verzeichneten Arbeiten und Lieferungen sollen Dienstag den 27. April d. I., Vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden.

a. Maurerbeit.

Herausnehmen und Versetzen von Bord- und Bandsteinen, 2872 lfd. Mtr.,

Verlegen von Steinzeugröhren......... 444

Versetzen von Straßensinkkasten........ 11 Stück,

Herstellung von Revisionsschächten....... 1

b. Steiuzeuglieferuug.

Lieferung von Steinzeugröhren von 20 und 25 cm Lichtweite 417 lfd. Mtr.,

Desgl. von Formstücken...........40 Stück,

Dergl. von Straßensinkkasten.........10

c. Pflasterarbeit.

Aufbruch von Pflaster, Sortiren und Transport der Steine . 670 qm, Umpflasterung von Gossen und Herstellung neuen Goffenpflasters

aus vorhandenen Steinen..........1100 qm,

Herstellung von Kiesbanketen........... 2450 qm,

Herstellung eines Reitwege«...........610 qm,

d. Chauffirarbeit.

Anpassung des alten Profils der Fahrbahn an das neue und Chaufsirungen..............1125 qm,

Lieferung neuer Materialien. Stücksteine......... . . 133, cbm,

Decksteine........... 132,50

Kies............. 78,75

e. Asphalteurarbeit.

Usphaltbelag auf Betonunterlage für Bürgersteige .... 1500 qm,

Desgl. für Einfahrten............. 240 qm,

f. Tchiofferarbeit.

Lieferung von Boumringen nach Zeichnung und Angabe . . 1420 kg.

Die Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen zur Einsicht der Interessenten bei uns offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum oben genannten Termin oerschloffen einzureichen.

Iubilaums-Stipendien-Stistung

zuEhren der 23jährigen Regierung des höchftseligen

Grotzherzogs Ludwig III.

Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kapitalzinsen drei junge Leute, und zwar aus jeder der drei Provinzen Einer, eme gleichmäßige Subvention zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungsanstalt erhalten sollen, find für das Jahr 1897 drei Stipendien zu vergeben.

Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werden; es tomicn jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berückfichtigt werden, welche Bet' träge zu dieser Stiftung geleistet haben.

Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen, und fich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, find eingeladen, ihre Gesuche, mit den nöthigen Zeugniffen belegt, durch ihre betr. Bürger* meisteret an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei DarmstM, aus Rheinheffen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberheffen an die Bürger­meistern Gießen bis längflens zum 1. k. M. gelangen zu lasten.

Darmstadt, Mainz, Gießen, den 9. April ld97.

3810 Das Kuratorium:

Morneweg, Dr. Gassner, Gnauth,

Gr. Oberbürgermeister. Gr. Oberbürgermeister. Gr. Oberbürgermeister.

Zuchtvieh-Märkte in Darmstadt.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Großherzogl. Ministerium des Innern die Abhaltung von Viehmärkten in Darmstadt vorläufig bis zum 1. August d. I. unter der Voraussetzung wieder ge- tattet hat, daß innerhalb dieser Zeit nicht Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche die Sistirung der Märkte nothwendig erscheinen lasten.

Im Anschluß hieran geben wir bekannt, daß die Zuchtviehmärkte in Darmstadt in 1897 an nachfolgenden Tagen abgehalten werden:

4., 18. Mai,

1., 15., 529. Juni,

13., 27. Juli;

erner, die demnächstige weitere Eclaubniß Großh. Ministeriums des Innern vorausgesetzt, am

1O 24. August,

7., 21. September,

5., 26 Qetober,

9., 23. November,

7., 21. December.

Darmstadt, den 15. April 1897.

Großherzogliche Bürgermeisterei Darmstadt.

_______Morneweg._________________3912

Wegzugshalber werden am Freitag den 23. ds., Vormittags IO Uhr, in der Lahustrafle Nr. 5:

3 Pferde, 3 Wagen, 3 Eggen, 1 Krupper, sowie sonstige Oeco- nomiegeräthschaften

gegen Barzahlung versteigert. Karl Ed. HCSS.

Reichhaltiger Journallesezirkel

von Mk. 1. ab.

Journale nach eigener Auswahl.

Nur gut erhaltene Hefte. Prospecte gratis. 324

Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 15. April 1897.

3858 Da« Stadtbauamt: Schmandt.

Ferbersche Univ.-Buch-, Kunst-, Musikalien-

Giessen. Handlung (C. Koch). Kirchenplatz II.

Ssmstsg Örn 24. April, Nachmittags 2'/, Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Erben der WU-el» KSHler Ehe- letrtte in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 35 Nr. 2«/,« - 281 qm Hottaithe auf di- Grünberger Chauffee, Flur 35 Nr. 2*Vioo 182 qm Grabgatten daselbst,

Flur 35 Nr. Id«/« 137 qm Bauplatz daselbst,

Flur 35 Nr. 266</<e 63 qm Grabgarten auf die ProsessorSfiÜcke,

Flur 35 Nr. 267«»/,« - 494 qm Grab­gatten daselbst, freiwillig meistbietend unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werhen« den Bedingungen nochmals versteigert werden.

Gießen, den 17. April 1897. Großh. OrtSgericht Gießen.

I. A: Bogt.3848

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Die zum Nachlaß der Frau Aatzl« selb gehörigen Maaren, al« : Bänder, Spitzen, Schleier, Stickereien, Besatzartikel, werden 2825

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