Ausgabe 
22.4.1897 Erstes Blatt
 
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-rr. 93

Erstes Blatt

Donnerstag den 22. Aprü

Liints- und Anzeigeblirtt für den Tkveis Gieren.

Hratisöeikage: Gießener Kamitienökätter.

«»lffr tLiegrap-Nche» Lorrefp»ndenr-B«rriui.

en.

marsch.

commerS statt.

Alle Annvncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme« Anzeigen fir denGießener Anzeiger" entgegen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Lar, erlklicinenden Nummer bis Borm. 10 Ubr.

Wien, 20. der Ankunft

Coccdei und protrtttsieüts

Bietzen, den 21. April 1897.

Bo« der Univerfilät. Se. Kgl. Hohett der Groß. Herzog haben Allergnädigst geruht, den außerordentlichen

1 Athen. 20. April. Die Ankunft Rtcotti Garibaldi» mit 500 Mann Freiwilligen wird figualtfirt.

Lariffg, 20. April. Die Hauptmacht der Türken ist um Elassona vereinigt. Die hauptsächlichsten Uebergänge von Osten nach Westen find der Paß von Analipfis oder Negers.

Koustauttnopel. 20. April. Der Geueral-Jnspecteur der Infanterie ist nach der Grenze abgegaugeu.

Koustauttnopel,20. April. Drei griechische Dampfer wurden infolge der Kriegserklärung in den Dardanellen von der türkischen Behörde angehalteu.

Koustautiuopel, 20. April. 13 griechische Kriegsschiffe hoben daS Feuer bet Prevesa wieder ausgenommen. Die FortS erwiderten das Feuer. Zwei griechische Schiffe wurden getroffen und zogen sich zurück.

Koustauttnopel,20. April. Die Ottomauische Bank hat der Regierung angeboren, in Elaffona eine Filiale zu errichten und die Unterhaltungskosten zu bestreiten.

Koustauttnopel, 20. April. Die Botschafter ver- sammelten sich gestern beim österreichischen Botschafter, um über die Lage zu berathen.

Koustauttnopel, 20. April. Gestern hat die türkische Armee einen bedeutenden Steg gegen die befestigten Pofitionen bei Tyrnavos davongetrageu. Die Stadt selbst wurde mit großer Bravour genommen. Die Griechen flohen nach tapferem Widerstande aus dem befestigten Lager und ließen zahlreiche Gewehre und Munition zurück. Belitzka, welches von griechischen Freischärlern überfallen und genommen worden war, ist wieder in die Hände der Türken gefallen. Die Türken find im Bormarsch auf Lartffa begriffen und e» | wird heute jedenfalls zur entscheidenden Schlacht kommen.

Berlin, 21. April. Der deutsche Gesandte und der I deutsche Consul in Lissabon hatten au den letzten Tagen I längere Besprechungen mit dem portugiefischen Ministerium. I ES handelt sich dabei um den deutsch-portugiesischen Handels- Vertrag, dessen endgültiger Abschluß nach denBerl. N.

I Nachr." nahe bevorsteht.

verliu, 21. April. Fürst Ferdinand von Bulgarien wurde nach der Audienz beim Kaiser zur gestrigen kaiser- I Uchen FrüstückStafel zugezogen. Abends fand zu Ehren des Fürsten beim Gehetmrath Krupp, Essen, ein größere» I Diner statt.

verliu, 21. April. DaSKl. Journal" läßt fich au» Sofia telegraphiren: Der Berliner Besuch deS Fürsten Ferdinand habe den Zweck, bet Kaiser Wilhelm über die rumänischen Rüstungen, die fich direct gegen Bulgarien richten, Beschwerde zu führen. Die rumänischen Rüstungen verfolgten die Tendenz, Bulgarien zu verhindern, fich au einer eventl. Action gegen Macedonien betheiligen zu können, weil Rumänien in einer solchen Betheiligung eine Gefahr für sich selbst erblicken würde. Fürst Ferdinand soll energisch darauf Hinweisen, daß er unter solchen Umständen ebenfalls mili- tärische Maßnahmen ergreifen müsse. Eine Mobtltfirung der

| bulgarischen Armee stehe unmittelbar bevor.

verliu, 21. April. DerLoc.-Anz." meldet aus Paris: Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist gestern nach Berlin a b g e r e t st.

Karlsruhe, 21. April. Der Kaiser trifft am SamStag Bormittag */,10 Uhr von Dresden kommend hier ein, wird einige Stunden beim Großherzog verweilen und dann zur Auerhahnjagd nach Jagdschloß Kaltenbrunn reisen. Der Aufenthalt auf dem Jagdschloß richtet sich nach btm Ausfall der Jagd.

WB. Athen, 21. April. Eine Auttsdepesche meldet, die Griechen marschirten in die Damafft-Ebene ein über Bughazi, sie eroberten den Revenpaß und verbrannten ein türkisches Dorf. In Damafft vernichteten die Griechen zwei türkische Batterien. In Nezero eroberten fie da» Kasernenfort Makazt.

WB. Koustauttnopel, 21. April. DaS zweite Ge­schwader, bestehend aus sieben Schiffen und fünf Torpedo­booten, lief nach den Dardanellen auS. Der griechische Gesandte ist nach Athen abgereist. ES verlautet, Edhem Pascha marschiere auf Larissa los, er hoffe, Lartffa heute zu erobern. Die Londoner Morgenblätter melden, daß in Mythilene, Ehios und SamoS ein griechen- freundlicher Aufstand bevorftehe.

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icke itireifig. ch, IS. April 1897. Irgmneisier-Amt.

I verliu, 20. April. Der Director de» RetchSpostamts, I Fritsch, ist nach Washington zur Theilnahme am Weltpost- I Congreß abgeretst.

verliu, 20. April. Wie diePost" meldet, werden die I °u» den Listen gestrichenen drei KrtegSfahrzeugeFreya", ILuise" undNautilus" demnächst öffentlich ver- I kauft werden.

Königsberg, 20. April. Der Stadtrath Graf, Candidat der freisinnigen BolkSpartei bei der bevorstehenden Reichstags- I ersatzwahl, ist gestorben.

Elbing, 20. April. DieElb. Ztg." meldet aus I Osterode in Ostpreußen: Am Sonntag schlugen auf dem Drewenz-See zwei VergnügungSboot e mit Soldaten um, I wobei sieben Soldaten ertranken.

BreSlau, 20. April. Wie demBrest. Gen.-Anz." aus I Prtmkenau gemeldet wird, gedenkt der Kaiser Anfang I Mat zur Btrkhahujagd dort eiuzutreffen.

Wien, 20. April. Heute hat die Beeidigung vr. Luegers als Bürgermeister stattgefunden. Nach der- selben begab sich Lueger in die Hofburg, um dem Kaiser seinen. Dank für seine Bestätigung abzustatten. Auf der Fahrt zur Hofburg wurden Lueger von einer zahlreichen Menschen« menge stürmische Ovationen dargebracht.

Rom, 20. April. Auf der Consulta bezeichnet mau die Lage als unsicher und sagt, daß die Mächte in den Streit nicht etngretfen werden, so lange dies die gebotene Mensch, lichkeit oder die europäischen Interessen nicht erfordern. Um | fich jedoch für die Eventualität zu rüsten, hat die Regierung verfügt, daß zwei Kriegsschiffe unverzüglich nach Saloniki und zwei andere nach der Sudabey abgehen.

Paris, 20. April. Präsident Faure ist gestern Abend 9*/, Uhr von Paris abgereist, um vier Departements zu besuchen.

Paris, [20. April. Rußland und Frankreich sollen, so wird in hiefigeu diplomatischen Kreisen versichert, entschloffen sein, nach der ersten entscheidenden Waffenthat energisch zu interveniren.

Belgrad, 20. April. Der Commandant der B a s ch t b o - I 8"kS in Altserbien organifirt seine Schaaren, die auf I 14 000 Mann geschätzt werden, um mit denselben an die griechische Grenze zu marschiren.

Athen, 20. April. Die Kanonade im Golfe von I Aeta ist wegen heftigen Sturmes eingestellt worden, wird I jedoch fortgesetzt, sobald sich der Sturm gelegt hat. DaS I Ostgeschwader geht heute Nacht nach einem noch geheim I gehaltenen Bestimmungsort ab.

Athen, 20. April. Ein Erlaß deS Minister» de» I Innern fordert sämmtliche Bürger auf, die Waffen zu! ergreifen. I

| und gingen nach der Grenze ab. Die Bürger übernahmen den Fretwtlligen-Wachtdienst in den Städten.

Depeschen de» Bureau ,$erolb/

verliu, 20. April. Der Kaiser, welcher heute Abend die Reise nach Wien anzutreten gedenkt, wird, wie bereit» bekannt, auf der Rückreise von dort in Dresden abstetgeu und am 23. auf Schloß Strehlen bei Dresden der GeburtS- tagS.Feier des König» von Sachsen beiwohnen. An dem­selben Tage wird auch die Kaiserin in Strehlen eintreffen, um an der Geburtstagsfeier theilzunehmen. Hierauf macht die Kaiserin einen Besuch bet ihrer Mutter, der Herzogin Adelhaid zu Schleswig-Holstein und kehrt sodann wieder nach Berlin zurück. Der Kaiser begibt fich von Dresden direct nach Karlsruhe zur Auerhahn-Jagd.

Berlin, 20. April. Dem Bernehmen nach sind der General der Infanterie Bogel von Falkenstetn zum Chef des Ingenieur- und Pionier-Corps und zum General- Jnfpecteur der Festungen, der General der Infanterie Erb- großherzog von Baden zum commandtrenden General des 8. Armeecorps, der Generallieutenant Freiherr v. Bül o w zum Commandeur der 29. Dtvifion und der Generalmajor v. Kessel zum Commandeur der ersten Garde-Jnfanterie« Brigade definitiv ernannt worden.

Berlin, 20. April. Nach Telegrammen, welche auf der hiefigeu türkischen Botschaft eingetroffen sind, endete der Kampf bet Meluna mit einem vollständigen Siege der osmanischen Truppen. DaS befestigte Lager von TyrnaroS befindet fich nach heißem Kampfe in den Händen der Türken.

Berlin, 20. April. Eine hochherzige Spende [hat die Kaiserin dem HoSpital der jüdischen Gemeinde in Berlin -«gewendet. Dem Vorstand ging auS dem Cabtnet I der Kaiserin ein huldvolles Schreiben zu, durch welches die hohe Frau dem HoSpital ein Geschenk von 10000 Mark überweist.

Deutsches Reich.

19- April. Der General-Superintendent der Rheinprovinz, vr. Baur, ist gestern Abend um 11 Uhr *** ®r 71 Jahre alt. vr. Baur ist zu Lindenfels im Odenwald geboren, hat drei Jahre die Gießener Hochschule besucht und bekleidete, bevor er dte zu- letzt innegehabte Stellung im Rheinlande antrat, in Berlin das Amt eines Hof- und DompredtgerS. Er erfreute fich großer Beliebtheit bet Hofe und war ganz besonders tn der Famtlte des Kaisers Friedrich geschätzt und beliebt. Der verstorbene war vor Kurzem um feine Penfionirung ein- gekommen, doch noch ehe ihm diese bewilligt, wurde er durch den Tod aus diesem Leben zur ewigen Ruhe abberufen.

April. DieWiener Abendpost" widmet des Deutschen Kaisers einen Be- grüßungSartikel, worin sie ausführt, daß Wien, dem Zuge «eines Herzens folgend, den Kaiser in ehrfurchtsvoller Hul­digung und freudiger Sympathie willkommen heißt, und sagt: Der Besuch deS Deutschen Kaisers am Wiener Hof ist mehr als ein Act herkömmlicher Courtoifie. Er besiegelt aufs Neue daS finnige freundschaftliche Berhältniß, welches zwischen den erhabenen Repräsentanten der beiden Centralmächte Mitteleuropas besteht. Er bezeugt aber auch in entfaie- ^nen Mißverständnissen, zugänglicher Art die un­erschütterliche Festigkeit des Friedensbunde», welcher mehr 2C H*aft und seinen Beruf, ein Hort der euro­päischen Ordnung und ein Bollwerk wider ihre Störer zu sein, offenbart. Der Gedanke, welcher den Schöpfern dieses Bundes vorschwebte al» ein hohes, weltbeglückende» Ziel, wirkt fort, verkörpert in den beiden Friedensfürsten, die am morgigen Tage einander begegnen. Zwei mächtige Patrone der Ruhe Europas bieten einander brüderlichen Gruß, fühlen sich ein» im Bewußtsein dieser geschichtlichen Wendung, und d'e Völker, denen dte Vorsehung fie zu Lenkern gesetzt, blicken zu ihnen auf voll liebenden Vertrauens und fester, be­geisterter Zuversicht. Sie wissen, daß über ihnen und ihren Geschicken zwei edle Häupter wachen."

Wien, 20. April. Der Deutsche Kaiser wird morgen da» Frühstück bei dem deutschen Botschafter und der Gräfin 8u Eulenburg etnnehmen und morgen Abend ebenfalls in der deutschen Botschaft verweilen. Der deutsche Botschafter und die zum Ehrendienst bei dem Deutschen Kaiser Befohlenen fahren dem Kaiser morgen früh bis Lundenburg entgegen.

Petersburg, 20. April. Amtlich wird gemeldet: Der Kaiser übernahm daS Protectorat über den in Moskau zusammentretendeo Aerztecongreß. Ein kaiserlicher UkaS verfügt die Aufhebung der 1863 eingeführten be- I sonderen Steuer auf Immobilien in den West- | gouvernements Rußlands, die fich im Besitze von Personen polnischer Herkunft befinden.

Koustauttnopel, 20. April. Der Sultan sandte Dank und Gruß an Edhem Pascha und an die OperatiooSarmee. | Wie türkische Blätter melden, ist daS 1. Geschwader auS I ben Dardanellen nach Lemnos abgegangen. Biele Kon- | stantinopeler Einwohner melden fich als Kriegsfreiwillige.

Athen, 20. April. Reuterweldung. Die GenSdarmen I Polizeimannschaften wurden dem Kriegsherr zugetheilt '

Der Kietze«er Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener MomikienStätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt.

Saarbrücken, 20. April. Auf der GrubeGöttelborn- sagender Wetter drei Bergleute getödtet, zwei leicht und einer schwer verletzt.

?prt1, Der 12. deutsche Geographen- & überraschend zahlreich besucht. Bisher haben fich 600 Thetlnehmer gemeldet. Am Nachmittag fand eine @ $««0 be« 1895 in Bremen gewählten ComiteS für Süd- polarforschung statt. Geheimrath Neumayer, Director der » Sil®0?! in H°®burg, berichtet morgen über die bisherige Thättgkrit de» ComitvS.

München, 20. April. Heute Vormittag gegen 11 Uhr k°°End, -in Extrazug mit den auf einer Studienreise durch Deutschland begriffenen italienischen Studenten und Professoren ein. Zum Empfange waten auf dem Bahnhofe erschienen der Rector der Uni- verfität, die Decane, zahlreiche andere Professoren, der Legation-secretar der italienischen Gesandtschaft, der ita- Uenische Vicecousul, Deputationen der Studentenschaft und des akademischen Gesangvereins, sowie die Mitglieder der h efigen italienischen Colonie. Der Empfang war ein über- an» herzlicher. Die Mufik spielte den italienischen Königs- Heute Abend findet rin esficteller Begrüßung»-

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