Ausgabe 
21.12.1897 Erstes Blatt
 
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1807

Dienstag den 21. December

und für den Ureis Gieren.

ÄS

chratisöeitage: Hießener KamittenMLLer.

Wolff« telegraphische» Correspoudmz-Bvr«».

Depesche« M Stereo ^Herold."

Insekt Bon «»zeigrN zv btr -iach-nNagZ für be* fatflenben Lag irfchrinenbrn SRumtner bis Bonn. 10 U&r.

Hüt anxoemt-Bertau? beS In- und Huflanbtfl nehm« > La,eigen für bat .Gießener «a,ttgtr* mtget*.

Petersburg, 19. December. Kaiser Nikolaus, die

Katsertnoeu Alexandra uod Maria Feodorowna sowie dir ~wl,, >- - v taom

übrigen Mitglieder deS kaiserlichen Hause» wohnten gestern Compagnie-Ches ernannt- v. Tolla», Portrpssayurm, vom in der Kirche de» WinterpalaiS einem Gottesdienste au« | i. Großh. Heff.Jnf.'(LeidGarde«)Regt.Nr. 115, zum Tecon läßlich des NameuSfeste» de» Kaiser» bei und nahmen später an der Ktrchenparade einiger Truppentheile Theil. Auch Prinz Franz Josef von Battenberg und Ge- mahliu waren zu der Parade erschienen.

Deutsche» Reich.

Vertin, 18. December. Wie derDtsch. TageSztg." von zuverlässiger Sette mitgetheilt wird, trägt Graf Herbert Bi»«arck lebhafte Bedenken, im Dresdener Wahlkreise die Candidatur anzuuehmeu.

Fraukfurt a. 18. December. DerFranks. Zrg." wird aus Samberg telegraphirt: Bor der Station Camberg stieß der Persouenzug Nr. 336, welcher von Limburg kam, mit dem Güierzug Nr. 75 zusammen. Beide Lokomotiven, Pack-, Post-, Personen« und Güterwagen wurden zertrümmert. Ein Zugführer, ein Postschaffner und ein Heizer find erheblich verletzt. Der Verkehr wird durch Umsteigen bewerkstelligt.

BierttftMjtffl* Avoantmratspretek 2 Marl 20 Pfg. Btt Vringcrlohn. Durch bit Post bezöge» 2 Mart 50 Pfg.

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-chntstr-SeVr.^ Fernsprecher bl.

Der HSogeNsr Anzeiger ertcheiut täglich, et LnSnahme b«B Montags.

DU Gfiefrmet A«»ttie«StS1Ur »erben bau Ln-äger wbchrnllich dreimal beigelegt.

lieutenant besördert.

»H. Stadttheater. Die Stimmung, zu der gesten» mc AuMhrung vonCharlehs Taute" ^imirte, ließ die WeihnachtSnähe in den Hintergrund treten, denn sie bot einen Vorgeschmack von FaschtngSnarrethei. Die Clownspaffe dieser vou Brandon Thoma» auS England importirten ^moderuen Posse- unterhielten da» dazu sich etngefundene SouutagS- publikam ganz vortrefflich. Die Posse erlebte hier vor wenigen Jahren schon ein paar gute Aufführungen, «au- konnte sie deshalb als alte Bekannte begrüßen. Die Hauptrolle de» Lord Babberleh, der improvifirteuTaute , Jattt Herr Albrecht inne, der sie in letzter Stunde an Stelle eine» dafür verschriebenen, aber verhinderten Gastes, de» Herrn Portz vom Kölner Stadttheater, übernehmen mußte. Wir können deshalb nicht allzu streng drüber richten, doch ei gesagt, daß er fie in übertrieben drastischer Weise durchführte. DaS Publikum aber kam nicht a^S dem Lachen heran» und er sowohl, als auch die übrigen Mitwirkeuden wurden mit

Str. 29» Erstes Blatt

lieutenant vom 1. Großh. Hess. Jnf..(Leib«Garde^Regt. Nr. 115, commandirt zur Dienstleistung bei dem 1. Großh. Heff. Drog.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23, in diese» Regiment versetzt: Großmann, Hauptmann vom Jus.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr- 116, zum

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

zu bleteo.^ Kammermusik. Der Bereit! zur Förderuu, eines Saalbaues in Gießen trat am 19. d. Mls. in der große« «ula der Unioeefttät mit einem Ramme«mufit'6once«t sum ersten Wale an die Oessenilichkeie. Mit dem Arrange­ment derartiger Goocette hat Herr Uaiberfilätsmufikdirecior Trautmann, der feine Knast in uneigennützigster Weife der guten Sache zu. Verfügung stellte, nut einen längst ge- hegten Wnnlch der Verehre, guter Mufik erfüllt nnd fich lomlt nm das Mufifleden Gießen, ein neues hohes Verdienst e,Worten. Das gestrige erste Eanceriprogramm enthielt t.» Trio (opus 70 Nr. 1) von Beethoven, eine Bwlinlonate von Händel und ein Trio (opus 42) non Gäbe. Dazwischen waren gemischte a capella.Gqöte ton $etti, und Friderict, sämmtlich Tonsetze"» aus dem 16. und 17. Jahr hundert, eingelegt. AuSsührende waren die Trautm^un (Clavter), Herber (Violine) aus Frank urt und 0-8" (C llo) aus Zürich, sowie der hiesige akademische Gesangverein. Be­züglich der Wiedergabe der einzelnen Programmnummern können wir den anSführeud.n Künstlern ungethettte» Lob »ollen. Zu bedauern war nur, daß in dem Trio von Beethoven die Streicher zu tief saßen- die Folge dcvon war, daß der an und für sich hart und spröde klingende Bechstein- flügel zu sehr dominirte und namentlich die Violine u.x wenig zur Geltung kommen ließ. In allen Kammermussk« pivcen war daS Zusammenspiel tadellos, und in der Vtolin- souate vou Händel, sowie in dem Trio von Gäbe zeigte der Vortrag auch in Bezug auf Feinheit der Maucirung hohe Vollendung, Thatsacheu, die das Publikum durch lebh^te Betfallsäußerungen gern anerkannte. Der akademische Ge saugveretn zeigte sich in dem Vortrag der verschiedenen, tu.er« i effanteu Chöre auf einer außerordentlichen Höhe der Leistungs­fähigkeit. Größte Präcifion der Einsätze, deutliche Textaus, spräche und bereitwilligstes Eingehen auf die von Herrn Mufikdirector Trautmauu angedeuteten Nüancen find die Hauptvorzüge, die wir den gestrigen Darbietungen kurz nach- rühmen wollen. Der Besuch deS Concertes warnicht so gut, wie man in Anbetracht der guten Sache, de^ diese Ver- anstaltuugen dienen wollen, hätte "warten sollen. Da b vorstehende WeihnachtSsest mag hier Manches entschuldigen. Jedenfalls steht so viel fest, daß der Verein zur Förderung eine» Saalbaue» mit diesem »sten Soneert einen großen Erfolg zu verzeichnen, hat und wir wünschen von Herzen, daß fich die weiteren musikalischen Veranstaltungen eine» stetig zu-

nehmenden Besuches zu erfreuen haben.

Austarsd.

Budapest, 18. December. Die Blättermelduvg, Baron Banffh beabsichtige behufs Erleichterung der parlamentarischen Lösung der Au-gleichSfrage fich und da» Cabiuet zu opfern, I ist unbegründet. Die Regierung ist entschloffen, den status quo I event. durch Notverordnung zn verlängern.

Budapest, 18. December. Im Szatmarer Eomitat entstand eine Arbeiter-Revolte. Bet den Kämpfen der [ Excedenten mit der Gendarmerie wurde ein Arbeiter erschoffen. I

Hermannstadt, 18. December. Der Sretrausschuß hat I beschloffen, sämmtltche sächfischen Abgeordneten auf« zufordern, sofort aus der liberalen Partei au»zutreten, weil I die liberale Partei dem Gesetze betreffend die Magyari- | sirung der deutschen Ortsnamen zugestimmt habe.

Triest, 18. December. Der au» Bombay eingetroffrue I LlohddampferAmphidrite" hatte einen verdächtigen Todesfall an Bord, weshalb der Dampfer nnter Quarantäne gestellt | wurde.

Kem. 18. December. In Eitta di Castello bei Perugia I verursachte heute früh 8«/a Uhr ein heftige» 12 Tecunden andauernde» Erdbeben in den Wänden und Decken vieler | fiä«fCr erhebliche Riffe und Spalten und brachte zahlreiche Schornsteine in der Stadt und auf dem Laude znm Einsturz. Die Thurmglocken schlugen an und die Bevölkerung war tu aroße Bestürzung versetzt. Auch die Seismographen der Observatorien in Rom, Siena, Arezzo, Belletri und Casa« micctola auf Ischia haben Erdstöße verzeichnet.

baaa, 18. December. Der Marineminister Janseni gab | seiueEntlassung infolge Ablehnung seine» Flottenbauplanes durch die Kammer. t . ...

»ariS, 18. December. Bor dem Schwurgericht beaaua heute Nachmittag unter großem Andrange des Publikums die Verhandlung iu der P auam a- An gelegen - h ei t. Arthur Boyer, Maret, Plauteau, Gaillard, Laisaut, Rigaut und Saint Martin befinden fich aus der Anklagebank. Naquet ist flüchtig.

«ariS, 18. December. Panama-Proceß. Als erster -^euae wurde Artou vernommen. Derselbe theilte mit, wie fl9üf einer im Jahre 1887 unternommenen Reise in Central« Amerika LeffepS kennen gelernt habe. Charles LeffepS habe fein Bedauern über das Scheitern des Gesetzes über die Emission von Loosen im Jahre 1886 ausgesprochen. Artou gab obatm Aufklärungen Über feine «eit°hunren ,u Rei»ach, Barbs und Naquet und erklärte. Baron Reinach habe 1'/, « StancS hergegeben, um die Mitglieder beS Parlaments zu und fo die Vorlage Über die Emiffion von Loos, anweifungen znr Annahme zu bringen. Artou Vroiestirie aeaen die Befchnlbignng, Bestechungen oorgenommen zu Haben, nut für die ihm geleistete Hilfe Vergütungen gezahlt,' . dab kein Geld für fich b-hait-n, er habe 2 Millionen Francs beriheilt und insbesondere Naquet '00000 Francs gegeben. Die weitere Verhandlung wurde auf Montag

°"'°Lonbon. 18. December. AnS Peking wirb »emBureau Dal,fei" gemeldet, baß China ble dauernde Besetzung oi.TfrbanS durch Deutschland anerkennen will. Inder Nünna des Tfungli'Vamen (Auswärtigen Amtes) habe bei Präsident Prinz Kung den ^°E^Bttsahren?e'i aeleaentlich besürwortet »nb betont, ein MtbeS Beifa^ten f Bwenbig, um bas übrige Reich bot Serst«--elnng ,u be wahren. Li-Hung-Tfchang hatte fich gegen die «nflcht bei Prinzen Kong ausgesprochen.

fflthtn 118. December. Der Friedensvertrag st -eller^ in der Kammer iu dritter Lesung angenommen worden.

in Marokko haben fich geeinigt, die Abgaben zu weigern.

Berlin, 19. December. Wie demLocal«Auzetger" aus 5b,iedrichSruh telegraphirt wird, istProseffor Schweninger gestern dort eingetroffen. Da» Befinden des Fürsten Bismarck ist im Allgemeinen befriedigend, doch klagt er neuerdings über vermehrte Schmerzen in den Füßen.

Berlin, 19. December. DemBerl. Tagebl. wird au» Loudon telegraphirt: Da» Blatt ^Sunday Special will aus angeblich ausgezeichneter Quelle erfahren haben, daß es dem StaatSsecretär v. Bülow bet feiner letzten Au« Wesenheit in Italien gelungen sei, mit der italienischen Re« gierung einen Vertrag abzuschlteßen, wonach Italien Deutsch«

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auf ein nähere» Eingehen sowohl der Wiedergabe der eiuzelueu Rollen, als auch de» Zusammenspiels.

- Stadttheater. Der Kgl. Württembergische Hosschau« spieler Herr Emil Richard au» Stuttgart ist von der Dtreciton Kruse & Helm für ein abermalige» Gastspiel ge« Wonnen worden, welches am Dienstag, den 21. d. Mt»., stattfiadet. Zur Aufführung gelangt .Hanne^Nüt^- , nach Reuters bekanntem Gedicht bearbeitet von Gmil Mchard. Herr Hof schauspieler Richard spielt den totimitb ®nut, nach uuS vorliegenden Berichten eine der vorzüglichsten Leistungen de» berühmten GasteS. Hoffentlich lohnt ein be­setzte» Haus die Directiou für ihre Bemühungen, Gute»

London, 19. December. Hier hat die Nachricht von der I Besetzung Port Arthur» durch ein russische»! Geschwader große Erregung hervorgerufeu. Der Som« I Mandant de» tu dea chtuefischeu Gewäfferu kreuzenden eng- I lsschen Geschwader» erhielt geheime Instructionen und hat I nach Empfang dieser mit seinen Schiffen ein unbekanntes I Fahrziel etngeschlageu.

Berlin, 20. December. Der frühere und der jetzige .AnterstaatSsecretär im Auswärtigen Amte Freiherr v. Rothenhan und Freiherr v. Richthofen waren gestern zur Frühstücks« I täfel bei dem Katferpaare geladen. I

Berlin, 20. December. Der älteste Freund Fritz Reuters, | der Königliche Oeconomtrrath Fritz Peter«, ist, wie der l Welt am Montag" privatim mitgetheilt worden ist, auf | fetnem Gute Siedenboüenthiu bei Treptow in Mecklenburg I 9 6 Berlin, 20. December. Wie aus G r a u d e u z gemeldet I i wird, wird der Kaiser nach neueren Bestimmungen morgen Nachmittag auf der Eisenbahnstrecke zwischen Mische und Graudenz | auf offener Strecke auSsteigen und fich nach Fort Szremozyn I begeben. Von dort fährt der Kaiser zur Besichtigung des un Bau begriffenen Fort Neuhof, welches, wie eS Heißt, nach den Entwürfen de» Kaisers angelegt wird. Nach dieser Be« sichtigung fährt der Kaiser zum Rathhaus, wo die Begrüßung durch die städtischen Körperschaften stattfiudet.

Madrid, 20. December. Marschall Blancos Adjutant, I d Oberst Ruiz, soll von Aufständischen, die er überreden | wollte, fich zu übergeben und die Autonomie anzuuehmeu, I getödtet worden sein._____________________

Locales und provinzielle».

Gießen, den 20. December 1897.

Empfang. SeineKöuigl.Hoheit der Großherzog empfingen am 18. December u. A. den Förster Thomas, I btn Holzhauer Klein II von Walldorf, den ^'jJ^rficr Weber von Ortenberg, den Drcan und 1. Harrer Münch bau Schaiieu, die Oberlehrer Fuhr unb °US G''ße°, I ben KreiSrath Braun von Lauterbach, den Profeffor vr. Sauer von Gießen, den Baurath Groß von Frttdberg.

I* Anrzeichnnng. Seine Köuigl. Hoheit der Groß« Herzog haben Allergnädigst geruht, am 18. December dem I Rath bet der Provinzialdirection Rheinheffen, RegieruugSrath I vr. Carl Wolf, den Sharacter al» ^Geheimer RegierungS' I 1 $* Das Ehrenzeichen fftr Mitglieder freiwilliger Fener« wehren wurde verliehen durch Allerhöchste Eutschließung «Seiner Königlichen Hoheit des GroßherzogS vom 27. November den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Friedberg, Friedrich Sn, Philipp pp und Johanne»

I MUitardienstnachrichten. Bon den zur Dienstleistung

I bei dem KriegSministerium commandinen Osffzieren find in I da» KriegSministerium versetzt: Stumpf, Hauptmaun uud Compagnie. Chef vom Infanterieregiment Kaiser Wilhelm

I (9 ®rofeü Hess.) Nr. 116, v. Grolman, Rittmeister de? 1. Großh. Heff. Drag.-Regt- (Garde-Drag« I Regi,.) Nr. 28, dieser al»Hauptmann, v. Besser, Secoud«