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Der machte ein ganz verdutzte» Gesicht. „Da mu§ ich erst den Rod) fragen/' meinte er. Al» er mit verneinendem Bescheid zurückkam, verlangte wein Mann beruhigt die Speisekarte und bestellte flott darauf los.
--Al» wir in bester Stimmung nach Hause kamen, trat uns Minna freudestrahlend entgegen. „Ich hab' die Sache schon auSprobirt," erklärte fie uns, „der Gaskocher t» famo». Raffee hab' ich wir schon darauf gekocht, jetzt hab ich mir Lheewaffer aufgesetzt .... eene Minute noch, denn kann aufgebrüht werden."
„Sie können doch aber nicht Raffee und Thee trinken," meinte ich ärgerlich.
„Warum denn nich, Madame," antwortete sie trocken, „vertragen kann ich'» und wenn man so'ne großartige Erfindung wie „Roche mit Gas" ausprobirt, dann darf einem nichts zu theuer sein. Und wie ich da» andere gedeichselt habe . . . ."
Sie zeigte nach dem Gasmeffer. Da war ein dicker Rreidestrich an der einen Seite und daneben war zu lesen: „zuh", auf der anderen Seite stand „offenu".
„'ne Verwechslung 16 jetzt 'ne Menschenunmöglichkeit," triurnphirte Minna, „und hier is auch das Merkzeichen dran." Ich sah, daß ein Rreidestrich sich auch Über den Rocher hio-og.
„Man muß nur praktisch sein," erzählte fie weiter. „Ich werde Ihnen ein Abendessen Herstellen, daß Sie auSrufen werden: Minna, das ist famos, koche nur mit GaS!"
Und thatsächlich hat sich unser Gaskocher vorzüglich bewahrt, — die Rceidefttiche müffen aber alle Woche erneuert werden.
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Sachen nmzugehrn, dann laß die Finger davon. Minna, verstehen Sie denn den Gashahn zu regieren?"
„Ra ob," behauptete die, „so" rum ist offen, „so" nun ist
„Das Gegenthetl ist der Fall," unterbrach ich fie erregt, „Sie haben die Sache nvch nicht begriffen, „so" rum ist zu und „so" rum offen."
,34 werde auf die Suppe heut verzichten", fagte mein Mann, „ich habe Hunger und will nur den Braten haben. Stil Ihr aber alle Beide nicht versteht, mit diesen Gasapparaten umzugehen, werde ich das Braten des Bratens dirigiren. WaS hast Du heute eingekauft?"
„Siu sehr schönes Stück Saffeler," antwortete ich und zeigte ihm daS saftige Stück, daS schon ungebrateu außer- ordentlich appetitlich auSsah.
„Na, da kann es mir ja nicht fehlen. Jetzt rein in die Pfanne, Sauce und so et cetera, das kannst Du beobachten, ich werde den Gaskocher iuS Loth bringen, Ihr habt ja die Anweisungen deS Werkmeisters noch nicht capirt."
6r drehte behutsam den Hahn auf, entzündete ein Streichholz und wirklich, der Rocher zeigte eine mittelgroße, normale Flamme. „Wenn es schnell gehen soll, dann wüßtest Du noch ein wenig aufdrehen," sagte ich, erfreut darüber, daß jetzt endlich die Sache in Ordnung war. „Damit können wir noch einige Zeit warten," antwortete mein Mann, laß uur den Braten erst ordentlich warm werden."
Rach einer Viertelstunde erinnerte ich ihn nochmals daran. „Ach ja, jetzt tst'S wohl Zeit," damit macht er sich am Apparat zu schaffen. „Hier habe ich schon aufgedreht soweit eS möglich war," erklärte ich, „wenn Du noch wai lhun willst, so mußt Du den Haupthahn mehr öffnen." „Schönchen," antwortete wein Mann phlegmatisch, nahm den
Schlüffe! und drehte an dem Haupthahn herum. „Der geht schwer," stöhnte er, „aber jetzt . . . ." und er drückte mit aller Rraft auf den Schlüssel. Es gab einen fast hörbaren Ruck und — der Gaskocher erlosch plötzlich und mit ihm die Flamme, die schon auf dem Eorridor angezündet worden war.
„Sapperlot", räfonnhte mein Mann, „da scheine ich wirklich wieder die falsche Richtung eingeschlagen zu haben. Aber der Schaden ist schnell reparirt," und er schraubte den Schlüssel mit solcher Hast nach der entgegengesetzten Seite, daß alle Nähte seine- Rockes krachten.
„So, Minna, zünden Sie die Flamme auf dem Eorridor wieder an, ich werde hier . .", er griff hastig nach der Schwedenschachtel, ritzte an und---
Wieder ertönte ein Revolverschutz, die Lichtflamme erfüllte mit grellem Licht die ganze Rüche, blaue Flammen schaffen über der Pfanne zusammen, deren Inneres tn phosphorhellem Glanze strahlte. Auf mich machte die Ratastrophe den Eindruck, al- ob ein Kugelblitz mein Stück Casseler getroffen habe.
„Da hört denn doch verschiedenes auf," wetterte mein Mann, „steht doch nicht da wie LothS Salzsäule und Sie, Minna, brauchen auch nicht Ihr allerdümmfteS Gesicht anfzu» stecken. Morgen holen Sie mir den GaSrnann, der soll Sie nochmals instruiren, wann die Hähne auf „zu" oder „offen" stehen. Wir aber," wandte er sich an mich, „werden heute in- Hotel speisen gehen, — für Eafseler, tn welches ein Kugelblitz etngeschlagen hat, muß ich mich bedanken."
Mein Mann hatte also denselben Eindruck erhalten wie ich, — darüber war ich so erfreut, daß ich ihn ob seines Mißgeschickes nicht das leiseste Bischen auölachte. —
„Kochen Sie mit GaS?" fragte er mißtrauisch ben Oberkellner, als wir Platz genommen hatten.
BekauntMichrmg.
Das 3. Ziel Gemeindesteuer 1897/98, das 2. Quartal Schulgeld der höheren und erweiterten Mädchenschule, der Vorschule des Gymnasiums, sowie des Realgymnasiums und der Realschule sind binnen acht Tagen bei Meidunq des Beitreibungs- Verfahrens an den üblichen Zahltagen zur hiesigen Stadtkaffe zu entrichten.
Gießen, den 19. August 1897.
7794 Der Stadtrechner: Doepfer.
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Montag deu 23. August, Abends Präcis 8*/a Uhr, auf Oswalds Garten.
Gießen, 17. August 1897. Der Branddirector.
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Ärbartton: R. kchetzd «. — Druck and Verlag der Brühlsschen Ur»1verfi»LiK-vnL« ond
Erste» Dienstmüdchenr Grüß Dich Gott, Anna Warum machst Du denn heute ein so böses Gesicht?
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