Issue 
21/08/1897 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

liege 15

' aus

lifoliimtit, !«d ic.

'»Wctidie»

äU«W> N--Ik« **«> Ad, zt,<tz

482

«Nus

Soutnritt, 8«ba6) VmdMt,. aikylaNcv :n.

öge ->g

yon«ch. .

Lrtikel

iMommidts MM

i und tt. tU,

int, Umgiftnfrfit kkalk SLWMUU! und Lager lMournDi

'efen *$$ l decsrirt, HM«. Regulir- iml ningrsystk« c eaqjtttt JmM'W«1

X, Mckm! :«** 'L'Ä liesischev Thee

ÄiB

9' Site MiE

SA-

^"*a6c 4$^

-^'"'preisen

Nr. 195 Erstes Blatt

Samstag deu 2l. August

1897

Der chtetzever A«»eiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS.

Dir Gießener Aasikiendtätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.

Gießener Anzeiger

Keneral-Wnzeiger.

LiertNjährigee AvonucmeutsprelL r 2 Mark 20 Psg. eit Bringerlohn.

Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

-chutstraße Ar.7.

Fernsprecher W&

AZnts- und Anzeineblatt für den KkU Gieszen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de, ft ßf-ÄÜ,«»« Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm«

folgenden Tag erschinden Nummer bis Borm. 10 Uhr. HMtlStMlllgt. AaMllleNvlätter. Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgeh.

Amtliche» Theil.

Gießen, den 18. August 1897.

8 e t r.: Die Ausstellung der Voranschläge für die Land­gemeinden deS Kreise- Gießen.

Dat Grotzherzogliche KreiSamt Gießen

O» Vie Ars-H. BfttgermeHtetrte* M ÄtetitS.

Mit der Ausstellung der Gemetndevoronschläge für 1898/99 ist jetzt zu beginnen. Tie wollen besorgt sein, daß die E'nsendung derselben zum vorgeschrtebeuen Termine 15. November bestimmt erfolgt.

Wir beziehen uns auf unser gedruckte- Ausschreiben vom 21. August 1895 und empfehlen Ihnen, dasselbe bei Aufstellung der Voranschläge zur Hand zu nehmen. Ins­besondere verweisen wir bezüglich der Ausstellung der Beilage 2 auf pos. 5 desselben.

Die achttägige OffenlegungSsrist ist überall genau ein­zuhalten. Die hierüber auf den Vo, cuischlägen aufzunehmenden Bescheinigungen können deßhalb auch nicht vor dem neunten Tage vollzogen werden.

I. B.: Dr. Wagner.

Unser Verhältnitz zu Oesterreich.

Auf das Wohl feines theuren Verbündeten hat Kaiser Wilhelm bei der Galatafel getrunken, welche zu Ehren des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph am Mittwoch im Schlöffe zu WilhelmShöhe stattfand. Wenige Worte nur ent­hält dieser Trinkspruch, aber er ist deshalb doch nicht weniger bedeutungsvoll, als wenn Kaiser Wilhelm eine lange Rede gehalten hätte. In Frankreich sehnen fich die Regierenden und das ganze Volk nach dem Augenblick, in welchem der Zar einmal von einer Alliance Rußlands mit Frankreich sprechen, in welchem er öffentlich zum Ausdruck bringen wird, daß beide Staaten in dem Verhältnisse von Verbündeten zu einander stehen. Bisher hat Nicolaus II. bekanntlich den lieben Freunden an der Seine diesen Willen aber noch nicht gethan, sondern immer nur von demihm so nahe stehenden" Frankreich gesprochen oder ähnliche Umschreibungen gebraucht, um das WortAlliance" zu vermeiden. Kaiser Wilhelm konnte auf dem Festmahl offen vor aller Welt von dem Kaiser von Oesterreich als von seinemVerbündeten" reden, da zwischen beiden Staaten thatsächlich ein Bund e S vertrag be­steht, dem als Dritter das Königreich Italien avgegliedert ist. Ein Schutz- und Trutzbündniß zwischen zwei Reichen, welche früher um die Hegemonie in Deutschland rangen, in vorigem Jahrhundert heftige Kriege mit einander geführt haben und noch bis vor etwa einem Vierteljahrhundert eifer­süchtig auf die gegenseitige Macht waren! Wahrlich, es ist ein Meisterstück der StaatSkunst, welche dieses Derhältniß geschaffen und so fest geschmiedet hat, daß das Werk auf ewig errichtet zu sein scheint!

Wie unerschütterlich die guten Beziehungen zwischen unS und dem Kaiserstaate an der Donau thatsächlich sind, weiß heute jeder Deutsche, daß sie selbst nicht durch Verstimmungen und Differenzen gelockert werden können, haben wir erst noch vor einiger Zeit erfahren, als die sogen.Enthüllungen" der Hamburger Nachrichten" solche Erregung verursachten und in Oesterreich-Ungarn ein Mißtrauen gegen die BundeStreue Deutschlands hervorzurufen im Stande waren. Denn immerhin mußte eS einiges Befremden erregen, daß Deutschland neben dem Dreibundsvertrage ein Bündniß mit Rußland eingegangen war, ohne daß die Vertragsstaaten Kenntntß von demselben hatten. Aber die thatsächlich an der Donau hervorgerufene Verstimmung ging bald vorüber, dem Verhältnitz der beiden Staaten geschah nicht der geringste Abbruch, und unentwegt stehen die Dreibundmächte auch heute noch zusammen in dem edlen Bestreben, Europa den Frieden zu erhalten.

Viel zu den guten Beziehungen zwischen uns und Oester­reich hat die herzliche Freundschaft beigetragen, welche die beiderseitigen Monarchen verbindet. Schon Kaiser Wilhelm I. war in Oesterreich ein gern gesehener Gast, und sein jähr­licher Ausenthalt in Gastein gab immer Gelegenheit zu münd­lichem Meinungsaustausch mit dem Kaiser Franz Joseph. Wilhelm II. ist den Traditionen seines GrohvaterS, wie in so mancher anderen Hinsicht, so auch darin gefolgt, datz er die persönliche Freundschaft Franz Josephs suchte und pflegte. Fast alljährlich sieht die schöne Donaustadt unfein Kaiser in ihren Mauern, bei welcher Gelegenheit die beiderseitigen Minister immer in bester Harmonie verkehren. Man wird sich noch erinnern, welch' herzlicher Empfang dem öster­reichischen Minister deS Aeuhern Grafen GoluchowSki in Berlin gelegentlich der Verleihung des Schwarzen Adler-

ordenS an denselben zu Theil wurde und mit welcher Regel- mätzigkeit Reichskanzler Fürst Hohenlohe, wenn er in Alt- Auffee weilt, mit dem Leiter der auswärtigen Politik Ocster- reichS Ungarn zusawmentrifft, und auch dem Kaiser Franz Jostph seine Aufwartung macht. In diesem Jahre dürfte auch der lang gehegte Wunsch der Ungarn in Erfüllung gehen, Kaiser Wilhelm in ihrem Lande zu sehen, und ins­besondere derjenigen der ungarischen Hauptstadt, den deutschen Herrscher in ihren Mauern begrüßen zu können.

Wenn eiwaS die freundschastlichen Beziehungen beider Länder zu trüben im Stande wäre, so müpte die Behand­lung der Deutschen sein, welche gegenwärtig in unserem Nachbarstaate beliebt wird. ES ist unS unerfindlich, daß Kaiser Franz Joseph, ein durch und durch deutscher Monarch, die Politik seiner Regierung billigen kann, welche darauf ge­richtet ist, daS Deutschthum in feinem Lande zu unterdrücken. In allen Nationalitätenkämpfen innerhalb der vielsprachigen Monarchie sind die Deutschen bisher eine feste Stütze der Regierung gewesen und haben sich als treu und zuverlässig bewährt. Man darf wohl annehmen, daß der jetzige Zustand der Dinge nur ein Uebergangsstadinm ist und die österreichische Regierung sich bald darauf besinnt, daß die Deutschen der Zahl und dem Culturstande nach, die anderen Nationalitäten im Lande weit übertreffen. Selbstverständlich können solche Interna" auf die Beziehungen der beiden Reiche keinen Einfluß auSüben. Hoffen wir aber, daß auch in dieser Hin­sicht bald wieder die Schatten schwinden, damit daß Ber- hältniß zwischen den beiden Völkern wieder ein so herzliches wird, wie bereits zwischen den Monarchen besteht, (xx)

Deutsches Reich.

M. Frankfurt a. M., 20. August. Der Eongreß der deutschen Rechtspartei der vierte nach dem im Jahr 1893 abgehaltenen ersten wurde in Frankfurt a. M. am 19. d. MtS. in den Allemania-Sälen durch Herrn Passavant-Frankfurt a. M. eröffnet. Zum Vorsitzenden der öffentlichen Versammlung wurde Graf Bernstorsf- Beseritz (Mecklenburg) gewählt, zu Beisitzern Graf von der Decken-Ringelheim und Rechtsanwalt Jul. Martin Cassel. Graf Decken-Ringelheim (Hannover) hielt einen einleitenden Vortrag. Im Anschluß an denselben nahm die Versammlung folgende Resolution an:Die zum vierten Eongreß der deutschen Rechtspartei Versammelten sprechen dem Heraus­geber derHefftschen Blätter", Herrn W. Hopf, ihren auf­richtigen Dank und ihre wärmste Anerkennung auS für die Gründlichkeit und Umsicht, mit welcher er den auf dem ersten Eongreß übernommenen Auftrag, eine quellenmäßige Dar­stellung der Krisis des Jahres 1866 zu liefern, ausgeführt hat. In diesem verdienstvollen Werk ist daß dem Deutschen Reiche anhaftende Unrecht so überzeugend und so erschütternd für jeden rechtlich Denkenden nachgewiesen worden, daß wir unß davon um so mehr einen nachhaltigen Erfolg versprechen dürfen, alß auch von oben herab wiederholt darauf hiuge- wiesen worden ist, daß des deutschen Volkes Ruhm in einer Politik des Rechtes bestehen müsse. Wir fordern daher alle Gesinnungsgenoffen auf, sich die möglichste Verbreitung der Deutschen Krisis von 1866" eifrigst angelegen fein zu lassen." folgte der Vortrag des Herrn Geh. Legation-- rath v. Oertzen-Leppin (Mecklenburg): Ein Rückblick auf Deutschlands Entwickelung seit der Zerstörung deS deutschen Bundes.

ImMilitärwochenblatt" fährt Frhr. v. Puttkamer in der Erörterung der Militär-Radfahrerfragen fort und stellt als Ziel für daS Militärfahrrad auf, das Gepäck und daS Rad fo zu erleichtern, daß eS mit dem Tournister kurze Strecken, um die fich ja doch nur handeln wird, getragen werden kann Daß Gepäck, die Kleidung, Bewaff­nung rc. deS deutschen Mußketiers beträgt Alles in Allem etwa 25 Kilogramm. DieS würde für den radfahrenden Infanteristen um 3,25 biß 3,50 Kilogramm zu erleichtern fein. Die Erleichterung ist folgendermaßen zu erzielen: Statt deS Gewehres der Karabiner- das Seitengewehr fällt fort, dafür ein nicht über 200 Gramm schweres, fünf biß srchß Zoll langes aufzupflanzendeß Messer- Munition statt der 120 Patronen 75 biß 85 (Wegfall einer Patronentasche)- statt deß Waffenrockß die Litewka oder jenen ohne Futter, statt der Feldmütze eine leichte seidene Mütze- die Schnür­schuhe bleiben- statt der langschästigen Stiesel leichte ein- söhlige, vielleicht knöchelfreie Radfahrerschuhe; die im Knie bauschige Hose wird unten gamaschenartig geknöpft oder ge­bunden. Daß Bestreben, möglichst auch im Aussehen der Infanterie zu gleichen, sowie die unbedingte Bewährtheit unfereß Helmß lassen mich jedoch für daß Beibehalten des­selben auch bei einer Radfahrertruppe eintreten. Neben der

Erleichterung des Gepäcks um sieben Pfund aber müffc auch die Maschine noch erleichtert werden, zunächst durch leichtere- Material. ES gäbe bereits eine Menge Legirungen de- AluminiumS, die beginnen, auf dem Gebiet der Räderher­stellung dem Stahl zu concurriren. ES find dies z. B. folgende Arten:Alkolit"-,Siwadi"- undKronand"- Metall- hierzu ist in diesem Jahre noch dasVeftadium" gekommen, eine Legirung, die etwa ein Drittel de- fpecififcheu Gewichts deß Stahls besitzt. Für die Fabrikation einzelner Radtheile dürfte fich solche eignen. Gelungene Versuche, be­sonders mit Kettenrädern, find auch bereits gemacht. Die Herstellung dieser Legirungen liegt in den Händen englischer Capitalisten. Weiterhin würde die leichtere Eonstruction in Betracht kommen.

Wolff- telegraphisches Corresvondmz-Buremr.

Berlin, 19. August. Der Kaiser spendete für die durch Wasserschäden Heimgesuchten in den Königreiche« Sachsen und Württemberg je 15,000 Mk.

Berlin, 19. Augnst. DerReich-anzeiger" meldet: Der Kaiser hörte in WilhelmShöhe gestern Nachmittag die Borträge deS Botschafter- v. Bülow und deS Staatß- fecretärß Freiherrn v. Thielmann und empfing heute Vor­mittag den Chef deS EivilcabinetS, v. LucanuS, und de« UnterstaatSfecretär de- Marineamt-, Contreadmiral Tirpitz, zum Vortrag.

Berlin, 19. August. Der Herr Minister der geistlichen, Unterricht-- und Medicinal Angelegenheiten hat durch Erlaß vom 17. Juni d. I. mitgethetlt, daß die Farbwerke vor­mals Meister, Lucius u. Brüning in Höchst a. M. fich be­reit erklärt haben, die vereinbarte Preisermäßigung für diejenigen Fläschchen de- Diphtherie-Heilmittels, welche für Armenzwecke bestimmt find, nicht nur den amt­lichen Vermittelung-stellen, sondern auch ihren directen Ab­nehmern zu gewähren, wenn diese die amtlich beglaubigten Beläge einsenden, und sogar öffentlichen Instituten auf Grund der erbrachten beglaubigten Atteste da- Diphtherie­mittel von vornherein zu dem ermäßigten Preise von 27^2 Pfg. für 100 Einheiten zu berechnen.

Stockholm, 19. August. In der heutigen Sitzung de- 6. internationalen Stenographen - Congrefse- erörterte Redakteur Kronßbein (Wiesbaden) die Frage eine- deutschen Einheitssystems der Stenographie, indem er die Betheiligung der Gabelßberger'schen Schule an den gegen­wärtig schwebenden EintgungSverhandlungen befürwortete, da ohne die Theilnahme der Gabelßberger'schen Schule ein Ein­heitssystem unmöglich sei. Weitere Vorträge hielten Baeckler und Richter (Berlin), sowie Braunß (Halmstadt).

Petersburg, 19. August. Kaiser Wilhelm über- wieß dem Alexander-Ho-pital 2000, den beiden Reichs- Vereinen je 1000, dem VereinPalme" 500, dem Stadt­hauptmann für die Armen von Petersburg 3000, der eng­lischen Schule, worin Kinder hilfßbedürftiger deutscher Reichsaugehöriger erzogen werden, 500 Rubel.

Konstantinopel, 19. August. Der verhaftete Armenier, der in der Ottomanbank eine Bombe anzuzünden versuchte, heißt Karabet. Er behauptet, vor zwei Tagen auS Ruß­land gekommen zu sein. Gegen diese Behauptung spreche« jedoch bei ihm Vorgefundene Photographien feiner Person, welche älteren Datums find und von einem hiesigen Photo­graphen stammen. Der Uedelthäter verweigert weitere Aus­künfte. Die Dynamitbombe, die in der Pforte platzte, war durch da- Fenster geworfen worden. Die Gerüchte, daß an diesen Anschlägen auch Jungtürken theilgenommen haben, entbehren der Begründung. Dieselben wurden sämmtlich von Armeniern verübt.

Depeschen de- BureauHerold."

Berlin, 19. August. Kaiser Wilhelm hat den Herzog und die Herzogin von Connaught eingeladen, den deutschen Herbstmanövern beizuwohnen. Dieselben werde« mehrere Wochen in Deutschland verweilen.

Berlin, 19. August. Wie verlautet, soll der Kaiser, deffen Souderzug mehrere Stunden vor dem Getter Eisenbahn­unglück die Unglücksstelle pasfirte, fich sofort, nachdem er die Meldung von dem Unfall erhielt, in einer Drahtung an den Eisenbahvminister einen ausführlichen Bericht über denUnglückß- fall eingefordert haben.

Berlin, 19. August. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Minister- v. Thielen in seinem Dieustgebände zu einer Sitzung zusammen.

Berlin, 19. August. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt osficiöß: DerBerl. Localanz." macht Über einen angeblich