Ausgabe 
20.3.1897 Erstes Blatt
 
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neutralen Staaten werden landen dürfen, soweit ihre Ladungen u'ckt für die griechischen Truppen oder für da- Innere der Jniel bestimmt find. Die Geschwaderchefs forderten Griechen- land auf, seine Schiffe zurückzuziehen. Im Falle der Weige­rung würden die Schiffe vom 21. März früh au mit Ge- walt entfernt.

«ew-York, 18. März. Die vier Ueberlebendeu des verunglückten SchiffesSaint Nazatre" waren, als sie gerettet wurden, so schwach, daß sie unfähig waren, die vier todten Jnsaffeu über Bord zu werfen. Sie theileu mit, daß das Schiff ein Leck hatte, am Tage nachdem eS New-York verließ. DaS Leck wurde nicht für ernst gehalten, bis zum folgenden Tage, als es größer wurde. Ein furchtbarer Sturm tu der nächsten Nacht machte eS unmöglich, andere Maßregeln zu treffen, als daS Schiff zu verlassen. Die Mannschaft verhielt sich höchst anerkeunenswerth. Unter den Vermißten, die, wie befürchtet wird, alle uotergegangen find, ist der Kapitän, 3 Passagiere, 68 Offizere uud Mannschaften.

Depeschen deS BureauHerold."

Berlin, 18. März. In parlamentarischen Kreisen wurde heute ein Plan erörtert, der dahin geht, die zwei Millionen Mark, die für die Gedeukhalle der Gefallenen und schwer verwundeten Krieger gefordert worden find, falls die Budget- Commission diese zu dem genannten Zwecke zu bewilligen sich nicht entschließen sollte, zur Prägung einer Gedenk- münze zur Verfügung zu stellen, welche allen am 22. März 1897 lebenden Veteranen auS dem Kriege 1870/71 zur Er« toaeruvg an den 100jährigen Geburtstag Kaiser Wilhelms I. verliehen werden soll. Wie derPost" zufolge verlautet, dürfte der Abgeordnete v. Kardorff einen solchen Antrag in der Budget-Eommiifion deS Reichstags stellen, sobald eS sich zeigen sollte, daß die Bewilligung für die Wandelhalle keine Mehrheit findet.

Berlin, 18. März. Die Commissiou zur Borberathung der Anträge auf Erlaß eines MargartnegesetzeS er­ledigte gestern Abend die zweite Lesung.

Berlin, 18. März. Die CentrumSfraction des Reichstages beschloß in einer gestern abgehaltenen Sitzung einstimmig, beide Kreuzer auch im Plenum in zweiter und dritter Lesung abzulehnen.

Berlin, 18. März. Der Friedhof der März­gefallenen war in den Morgenstunden heute nur wenig besucht. Erst gegen 9 Uhr wurde die Zahl der Besucher größer und von da an wuchs dieselbe beträchtlich. Von den Kranz-Inschriften verfielen mehrere der Eensur der Polizei, welche die Schleifen mit der Scheere abschnitt. Zum ersten Male waren auch die englischen Soctalisten mit einem Kranze vertreten. Außer dieser Spende, die der Londoner Club ab« gesandt hatte, erregte ein Kranz mit rother Schleife Auf­merksamkeit, welche in Goldbuchstaben die Inschrift trug: Von den Genossen in Johannesburg (Transvaal).

Köln, 18. März. DieKöln. Ztg." meldet aus Athen, die Stimmung gegen Rußland verschärfe sich an­dauernd, wobei der Unglücksfall auf dem russischen Panzer­schiff als eine neue Strafe des Himmels für die Beschießung der Aufständischen angesehen wird, da die russischen Geschosse drei Nonnen tödteten. Die Blätter erklären, Rußland ver­folge selbstsüchtige Zwecke in Kreta.

Königsberg, 18. März. Die Nachricht vom Tode des Reichstagsabgeordneten Schultze (Soc.) bestätigt fich nicht. Wie derOstpr. Gen.-Anz." aus zuverlässiger Quelle er­fährt, ist der Zustand deS Patienten besser und schließt eine Wiederherstellung nicht aus.

Rom, 18. März. Auf der Consulta traf aus Athen die Nachricht ein, die griechische Regierung sei zur Nachgiebigkeit bereit unter der Voraussetzung, daß die Mächte ihr in formeller Hinsicht irgendwie entgegenkommen. Die Blokade beginnt heute. Die Abfahrt eines TheileS der ita­lienischen Truppen nach Kreta steht unmittelbar bevor.

Petersburg, 17. März. Eine mit Gold und Edelsteinen gefüllte, dem Emir von Buchara gehörige Kiste wurde zwischen den Stationen MaSlowka und Olodez gestohlen. Der Dieb ist noch nicht entdeckt.

Paris, 18. März.GauloiS" berichtet, Präsident Faure studire eifrig die russische Sprache.

Loudon, 18. März.Standard" meldet, daß die Drei-Katser-Begegnung Mitte Mat in Petersburg stattfindet.

Athen, 18. März. In Larissa herrscht ein ungemein rege» Leben. Immer neue Truppen treffen dort ein. Die thessalischen Bahnstrecken werden von Patrouillen streng be­wacht, um einen etwaigen Handstreich der Türket zu ver­hindern. Man hält einen Zusammenstoß der Griechen mit den Türken für unvermeidlich. Aufständische Schaaren dringen bereits in Macedonien ein.

Wie», 19. März. Gestern Nachmittag couferirte der Minister Goluchowskt längere Zett mit dem russischen Botschafter.

Rom, 19. März. Die Nachricht von der Zurückberufung deS Obersten Bassos durch den König Georg wird hier für unbegründet erklärt.

Loudon, 19. März. Au- Armenien, Macedonien und Kleinafien kommen wieder beunruhigende Meldungen, weßhalb weitere Vorstellungen bet der Pforte erfolgt find.

Kanea, 19. März. In der Proklamation der Admirale wird bekannt gemacht, daß die Mächte Kreta vollkommene Autonomie unter Suzeränetät der Türket garan- tiren, während die Mächte die Ausführung überwachen. Die Insurgenten werden aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Auf den Vorschlag der englischen und österreichischen Consuln wurde dem ersten Theil der Clausel hinzugefügt, daß die Türket kein Recht der Einmischung in die inneren Angelegen­heiten Kreta- haben soll. Diese Proclamatton wird morgen in den Küstenstädten öffentlich angeschlagen und tn da- Lager BassoS gebracht werden, welcher ersucht wird, dieselbe unter die Insurgenten zu verbreiten. Die Truppen der Machte,

die nächste Woche erwartet werden, sollen so vertheilt werden, daß 300 Mann von jeder Großmacht nach Kanea gelegt werden, nur England und Frankreich werden je 200 Mann nach diesem Plötze dirigiren. 300 Deutsche kommen nach Suda, 300 Oesterreicher nach Kiffamo, 400 Engländer nach Kandia und je 200 Franzosen nach Setia nnd Sptnalonga, 300 Italiener nach Herakleion.

Cocales rrnd Provinzielles

Gießen, den 19. März 1897.

* Kuustvereiu. In der Gemälde-Ausstellung im ThurmhauS am Brand find wieder neue Bilder an Stelle der Mannfeld-Werke ausgestellt worden. Die nahezu siebzig Gemälde zeigen auch diesmal wieder sehr viel Gutes und nur wenig Mittelmäßiges und dürfen fast sammtliche Bilder daS Interesse der Kunstfreunde beanspruchen.

* Postalisches. Am 22. März erfährt, wie bereit- im amtlichen Theile dS. Bl. veröffentlicht, der Schalter- und Bestelldienst eine gleiche Beschränkung wie an Sonntagen.

An den Feierlichkeiten znm 22. März betheiligen sich auch unsere fünf militärischen Vereine. Die Leitung ist dem Poftsecretär i. P., Herrn Mayer, Vorfitzenden des Kriegervereins, übertragen. Die Vereine versammeln fich am Sonntag Morgen in dem Gießener FestsaalCafe Leib" um 9 Uhr zum gemeinschaftlichen Kirchgang. Am Montag Vormittag um 9 Uhr kommen die Vereine auf der Ltebighöhe zusammen und nehmen an der Parade deS Regiments, welche um 11 Uhr stattfindet, in nachstehender Aufstellung theil: Auf dem rechten Flügel stehen die Kriegsveteranen deS 116. Regiments, dann kommen die übrigen Kriegsveteranen, und hinter diesen der Artillerieverein. Die Mitte bildet der Krieger- Verein, an welchen fich der Marineverein anschließt. Der neue Verein ,,Kriegerkameradschaft Gießen" steht auf dem linken Flügel. Alle Kriegsveteranen, wenn sie auch keinem Verein angehören, werden zugelassen. Erwünscht ist dunkler Anzug mit dunklem Hut. Um den ärmeren Kameraden Kosten zu ersparen, fallen die Handschuhe weg. Nach dem Vorbeimarsch rücken die Vereine, mit Ausnahme der Krieger- kameradschast, geschlossen tn die Stadt nach dem Gießener Feftsaal. Den Abend feiert jeder Verein für sich.

* * Anläßlich der Leuteuarfeier beabsichtigt der hiesige Schützenverein am Montag eine Ehrenschetbe aus­zuschießen, zu welchem Zwecke die Schützen fich am Vormittag bereits bet einem Frühschoppen versammeln.

* Keine Lustbarkeitssteuer zur Centenarfeier. Durch CabinetSordre vom 15. März d. I. ist für daS Gebiet Preußens bestimmt worden, daß bei Genehmigung von Lust­barkeiten, die aus Anlaß der hundertsten Wiederkehr des Geburtstage- Sr. Maj. des hochseligen Kaisers Wilhelm deS Großen ftattfinden, von der Erhebung der in Tartfnummer 39 des StempelsteuergesetzeS vom 31. Juli 1895 vorgeschriebenen Stempel st euer abgesehen werde.

Abschiedsfeier. Anläßlich der Versetzung des Herrn EisenbahndtrectorS Querner als Vorstand einer Maschineninfpectton in Darmstadt, ist seitens der Beamten und Arbeiter seines Dienstbezirk:s auf nächsten Dienstag, den 23. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Saale des Hotels Einhorn, eine g ößere AbschiedSfeier geplant. Zur Theilnahme an dieser Feier find auch Freunde deS Scheiden­den herzlich willkommen.

* * Siu heftiger Sturmwind, der bereits am Nachmittag einen mit starkem Niederschlag begleiteten Vorgänger hatte, trat gestern Abend gegen 8 Uhr auf. Schwache Donner- schläge und Blitz verkündeten dabet ein entferntes Gewitter. Der Sturm, der glücklicher Weise nicht lange anhielt, richtete mehrfachen Schaden an. Schornsteine, Bäume, Spaliere und sonstige Anlagen leichterer Bauart wurden umgeweht, Dachziegel und Kandel vielfach abgerissen.

* * Bauthätigkeit. Bet der jetzt eingetretcnen milden Witterung regt es sich im Baugewerbe bereits ge­waltig. In der Gartenstraße, Stephanstraße, Bruchstraße, Steinstraße rc., überall sieht man dre Maurer rührig an der Arbeit, die Fundamentmauern für neue Hausbauten zu schaffen. Dem Anschein nach scheinen wir einem arbeitsreichen Jahre in der Baubranche entgegen zu gehen.

* * Die Leiche deS am 28. Februar bei Marburg er­trunkenen Studenten Arthur Tyrer aus London ist noch nicht gefunden. Bekanntlich wurde auf daS Auf­finden eine Belohnung von 100 Mk. gesetzt.

* Siu festlicher Empfang soll den Mannschaften des 1. Bataillons Infanterie - Regiments Nr. 168 bei feinem Einzuge in die neue Garnison Butzbach bereitet werden. Es wurde vom Butzbacher Gemeinderath vorläufig Folgendes festgestellt: Am Weifelerthor soll eine Ehrenpforte errichtet werden, ein Festesten imHessischen Hof" wird Abends für die Offiziere des Bataillons arrangirt und sollen hierzu der KreiSrath, Herr Geh. Regierungsrath Dr. Braden und der ReichStagSabgeordnete Herr Graf Oriola eingeladen werden. Die Mannschaften sollen tn den bedeutenderen Wirtschaften in Compagnien oder Halbcompagnien unter­gebracht werden und wurde für jeden Unteroffizier und Sol­daten Braten mit Salat, sowie Bier vorgesehen. Da» Bataillon wird auf dem Marktplätze aufmarschiren und soll dort vom Bürgermeister begrüßt werden.

* *H. Stadttheater. Den besten der von H. v. Moser geschriebenen Stücke zugehörig istDer V eilch enf ress er", besten Aufführung gestern Abend in Scene ging. ES ist ein liebenswürdig luftige», in fein gesellschaftlichem Tone fich haltendes Stück, in dem der Husarenoffizier Victor v. Berndt, der Schwerenöther comme ü faut tft; dieses, sowie eine Fülle von munteren humorvollen Einfällen und die immer stegesgewiß wirkenden militärischen Schlager verleihen dem­selben noch lange erfolgreiche Dauer. Um die Wiedergabe machten fich sämmtliche Mitwirkenden durch flottes Spiel verdient. Für die Glanzrolle des Stückes war als Gast Herr Oscar Bohnve vom Kölner Stadttheater gewonnen, der geschätzte Künstler, der al-Uriel Acofta",Conrad 1

Bolz" undWilhelm Tell" hier noch in bestem ehrenden Andenken steht, verlieh feinemVictor v. Berndt" einen durchau- ritterlichen Character, völlig frei von der, von so vielen Schauspielern als nöthig erachteten Renommage-Dar- ftellung und dazu gehörigem affectirteu Jargon. Herr Bohnäe bezauberte durch die noble Haltung, durch seine vollendet künstlerische Leistung aufs Neue unser theaterliebendes Pub­likum. Wir rufen dem hier wie allerwäns beliebten Künstler einAuf Wiedersehen" zu. In Frau Helm war für die Rolle der Frau v. Berndt eine salonmäßige Vertreterin ge­funden. Herr Kunert entledigte fich seine-Oberst v. Rem- bach mit gutem Erfolg. Unserer Naiven, Frl. Diener, war al» ValeSka Gelegenheit gegeben, ihre künstlerischen Fähig­keiten zu zeigen und ließ nichts zu wünschen übrig. Eine ebenso schöne wie geistriche Wittwe v. Wildenhagen war Frl. Egger. Einen hübschen Beweis seines künstlerischen Könnens gab auch Herr Leuschner, als Referendar v. Feldt. Die übrigen Rollen waren postend vertreten. Der Besuch hatte unter dem fürchteilichen Unwetter zu leiden, daS sich kurz vor Beginn des Theaters entlud und wohl manchen schon aus dem Wege befindlichen Theaterbesucher zurückhielt und zur Umkehr zwang.

* Stadltheater. Für nächsten Sonntag bereitet die Direktion deS hiesigen Stadttheaters eine Feftvorstellung zur Feier der Wiederkehr deS hundeitjährigen Geburtstage» Sr. Maj. Kaiser Wilhelm des Großen vor. Zur Aufführung gelangt da- historische Lustspiel von Carl GutzkowZopf und Schwert"- voraus geht ein Fest-Prolog, verfaßt von Hugo Maubach. Auf diese Veranstaltung sei schon heute empfehlend hingewiesen. Nachmittags findet eine Kinder­vorstellung statt, für welche daS reizende ZaubermärchenDie Puppenfee" auSgewählt worden ist.

*# Theater Bereiu. Außerordentliche Generalversammlung am Mittwoch den 24. März im Einhorn-Saal. Der Vor­stand deö Theater-Vereins hat an zwei kurz hinter­einander folgenden Sitzungen beschlossen, eine Verbindung mit der Directlon Kruf e-H elm anzustreben. Nachdem in der ersten Berathung die Directoren persönlich ihre Wünsche und Ziele klargelegt hotten, wurden diese feiten» des Vorstandes sehr ernst erörtert und hieraus sofort au» seiner Mitte hervorgegangene Vorschläge, die die Verbindung herbeiführen sollten, geprüft. ES unterlag für den Vorstand kein Zweifel, daß im Verein eine große Strömung für die Direction Kruse-Helm vorhanden und, da ein Vorstand doch nur der ausführende Factor eines Verein» ist, so lag el auf der Hand, daß dieser Strömung Rechnung getragen wurde. Der Vorstand war weiter mit Majorität der An- ficht, daß nicht nur sofort eine Generalversammlung einju- berufen wäre und in dieser, nicht wie üblich, ein Vorschlag zur Berathung kommen sollte, der abgelehnt oder angenommen werden kann, sondern man entschloß fich, in dieser General­versammlung vier vorliegende Anträge, die alle, aber auf verschiedenen Wegen, zum Ziele führen, der Versammlung zu unterbreiten. Nun ist tft aber auch Pflicht jede» Mitglieds, ganz gleich, auf welchem Standpunkt tft steht, in die B.r- sammlung zu kommen und durch seine Stimme ictne Wünsche, seinen Willen kund zu geben. Eine starke Betheiligung und eine interessante Sitzung ist jedenfalls zu erwarten- die vielen Polemiken der letzten Zeit in den Spalten unserer Zeitung haben dargethan, daß unserem Theaterleben groß-.- Interesse entgegengebracht wird.

Jahrhundertfeier. Den Truppentheilen ist in Betr-ff der Jahrhundertfeier folgender Allerhöchste Erlaß an­gegangen:Ich will, daß die Feier des 100 jährigen Ge- burtßtageß Sr. Maj. des hochseligen Kaisers Wilhelm de» Großen auch für die Armee eine dreitägige fein soll und bestimme daher im Anschluß an Meine an da» StaatSmmi- sterium ergangene Ordre vom 1. Januar d. I. hierdurch folgendes: 1) Am 21. März d. I. ist in allen Garnison- kirchen und Militär-Gemeinden feierlicher Gottesdienst ab­zuhalten, an welchem die Truppentheile möglichst vollzählig mit den Vorgesetzten im Parade-Snzuge theilzuuehmen haben. Während des Gottesdienstes find, soweit angängig, die Fahnen und Standarten, in Gemäßheit Meiner Ordre vom 27. Ja nuar 1895 mit frischem Lorbeer geschmückt, am Altar auf­zustellen. 2) Am 22. März d. I., Vormittag» 11 Uhr, ist in allen Garnisonen Parade und im Anschluß daran Parole« Ausgabe abzuhalten. Bei letzterer find in Garnisonen, in denen Feld- ober Fußartillerie steht, 101 Schuß abzugeben. Bei den Offizier-CorpS finden Festessen statt, die Mannschaften werden festlich gespeist, für den Abend sind, soweit die Mittel gestatten, Festvorstellungen und ähnliche Veranstalt­ungen tn Außsicht zu nehmen. 3) Der 23. März d. I. ist in Beziehung auf den Dienst alß Festtag anzuseheo, jedoch find die Truppen zu Appellß zu versammeln, um ihnen hierbei durch geeignete Offiziere ein kurze» Lebensbild de» hochseligen Kaiser» geben zu lassen und namentlich Seiner unoergäng' Heben Verdienste um die Armee zu gedenken. 4) Der Anzug auf den Straßen soll an allen drei Tagen Waffenrock, Helm, bezw. Achselstücke sein. Daß Generaicommando hat hiernach daß Weitere den örtlichen rc. Verhältnissen entsprechend zu veranlassen.

* Im Oberpostdirectiousbezirke Darmstadt wurden im Februar d. I. an Wechsel stempelsteuer 13470 Mk. vereinnahmt, zusammen mit den Vormonaten des laufenden Rechnungsjahres 132192.40 Mk. oder 3907.90 Mk. mehr al» im entsprechenden Zeiträume von 1895/96.

Wetterbericht. Da» Depressionscentrum schreitet langsam in östlicher Richtung vor, während gleichzeitig der Einfluß de» niederen Drucke» sich weiter ostwärts über Nord- Europa außbreitet, da außerdem im Süden und namentlich im Südwesten de» Erdtheil» da» Barometer gestiegen ist, so haben fich die Druckunterschiede gegen Norden zu verstärkt und treten vielfach, zumeist au dem Küstengebiet der Nordsee und am Canal frische Winde auf. Voraussichtliche Witterung: Unbeständige» aber milde» Wetter mit Nieder­schlägen.