Ausgabe 
19.11.1897 Erstes Blatt
 
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Brazte aullgeführten Spitzentav- au». In dem zweiten Tauz- arrangewent, einem Mazurka Ballet, waren e» die mannig­faltig wechselnden Figuren der hübsch in Throlercostümeu tanzenden Paare, welche das Jntereffe fesselten und die SchlußnommerLeichte Cavallerie" ließ au Eleganz und Schneidigkeit nicht» zu wünschen flbttg; die Husareountform staub Allen entzückend. Vie Darbietungen halten sich tu den Grenzen de« Wohlanständigen und vermeiden jede Uebertretbung. Das Publikum, dem hier Derartige» selteu und uoch seltener in solcher Güte hier geboten wird, bezeugte seinen Dank durch enthusiastischen Beifall. Mit dem Augenschmaus war tu angenehmer Abwechslung ein Jedermann zufriedenstellender Ohrenschmaus verbundea durch die Aufführung der beiden EinacterSie muß nach Nauheim" undDa» Schwert des DamokleS". Der Erstere hat wenig Gutes und ist es nur dem trefflichen Spiel der mit der Wiedergabe dieses getsteSödenLustspiels" Betrauten zu danken, daß e» keine Niederlage erlitt. Schade um die Mühe des EinstudtrenS. Herr Liebscher als Baron von Saldern, der Hauptfigur des Ganzen, führte feinen Part tu gewohnt guter Weise aus, und hielt dadurch das Ganze, wird jedoch froh sein, wenn seine Kunst nicht mehr zu solchen Nichtigkeiten gedungen wird. I« zweiten Stück, demSchwert des Damokles", das seine Güte und Wirkung schon so oft erprobt, und stets gern gesehen wird, paradtrte Herr Dir. Helm als Buchbiodermetster Kleister und ließ da« HauS von Lachsalven erzittern. Frl. v. Winterst ein war etu patenter Lehrling, die übrigen Rollen befriedigten tu der Wiedergabe. DaS Zusammenspiel war in beiden Stücken recht flott und vervollständigte daS Amüsement des Abends. Zu erwähnen wäre noch die Mufik, diese ließ als Ballet- mufik zu wünschen übrig, stellenweise klangS jahrmarktmäßig.

Stadtthearer. Au die Dtrectiou des Stadttheaters find schon wiederholt Anfragen ergangen, ob es nicht möglich sei, Classikervorstellungen im Jntereffe der Schüler hiesiger Lehranstalten an SamStageu zu geben. Die« war bisher nicht möglich, da der Letb'sche Saal au SamStageu anderweitig verwendet wird. Äm nächsten SamStag, den 20. er., jedoch veranstaltet, da an diesem Tage der Saal ausnahmsweise frei ist. die Directiou Kruse und Helm eine Aufführung von LessingsNathan der Weise", zu welcher Schüler und Schülerinnen der hiesigen Lehranstalten zu er­mäßigten Preisen Zutritt haben. Die BilletS find sowohl im Theaterbüreau, alS auch bei Herrn Cha Hier zu haben und zwar zum Preise von 1 Mk. für Sperrsitz und 60 Pfg. für Parquet. Die Hauptrollen find besetzt mit Herrn Liebscher (Nathan), Frl. Marloff (Recha), Herrn Böhm (Tempelherr).

* * Gura Coocert am Montag den 22. November, Abends 8 Uhr, im Clubsaal. Welchen Eindruck Gura in Wien ge­macht hat. geht am besten auS einer Kritik Rob. HtrschfeldS hervor, er schreibt: Die Ballade, das Wunderwerk der Dicht­kunst, welche- Lyrik, Epik und Dramatik so zauberhaft in­einander schlingt, verlangt Meister wie Loewe und Gura, die selbst daS weichste lyrische Empfinden, epische Kraft und die zwingende Gewalt des höchsten dramatischen Ausdruckes besitzen. Wenn Carl Loewe und Eugen Gura nicht den vollendeten künstlerischen ThatbeweiS gegeben hätten, so wäre eS unfaßbar, daß mit den einfachsten Mitteln des Einzel- gelang« und einer naiv zeichnenden Clavierbegleitung die er- habeudste erschütterndste Wirkung des Dramas erreicht werden könnte.

** Der uattoualltberale Beretu hat seine Winterthätigkeit begonnen. Bor 14 Tagen fand die erste Generalversammlung statt, in der der Vorstand gewählt und von de« Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Fuhr, der politische Jahresbericht erstattet wurde. Wie in den letzten Jahren, so werden auch in diesem Winter am zweiten DieoStag jeden MonatS Vortrags- und DtScusfionS-Abende veranstaltet werden. Am künftigen Samstag wird voraussichtlich Herr Generalsecrrtär Patzig in einer Versammlung sprechen. Ja der gestrigen Sitzung des Borstande- fand die Wahl des engeren Vorstandes statt. ES wurden wiedergewählt die Herren Rechtsanwalt Dr. Fuhr, 1. Vorsitzender, Professor Dr. Wimmenauer, 2. Vorsitzender, Rentner E. Pistor, 1. Schriftführer, Dr. Neßling, 2. Schrift- führer, Bankier L. Rackö, Rechner,- neugewählt Landgericht»- rath Dr. Linkenheld.

Turnerisches. Aeltere Mitglieder des Turnvereins, die sich an ungezwungenem VereinSturnen betheiligeu wollen, sowie dte Mitglieder der Männerriege machen wir auf dte Anzeige in heutiger Ausgabe nochmals besonder« aufmerksam.

* * Etfeubahuperfoualieu. Herr Regierung- - Baumeister Jordan ist vom 8. d. MtS. ab von hier zur Eisenbahn- Maschineu-Jnspection in Mainz abgeorduet. Dem Genannten ist, wie derM. Aaz." schreibt, die ständige Vertretung deS BorstaudeS der Mainzer Sisenbahn-Maschinen-Jnspectiou über­tragen wordeu.

Die Fleischverforguug der Garuifoueu. Der deutsche Fletscherverbaud hat auf seine Eingabe an daS Kriegs- Minister iu« über Abänderung des SubmissiouSverfahrenS der Fleischlieferungen für die Garnisonen folgenden Bescheid erhallen: Euer Wohlgeboren erwidert daS KriegSwintsterium auf die im Auftrage des Deutschen Fleischer-Verbandes hier- her gerichtete Eingabe vom 19. August daS Nachfolgende er- gebenst: Der Verband geht von falschen Voraussetzungen auS, welche zum Theil schon bei einer Durchsicht der jedem Fleischer zugänglichen Bedingungen über die Fleischlieferuvgen wider- legt worden waren. Im Einzelnen wird tu dieser Be- ziehung noch Folgendes bemerkt: DaS Verfahren, den Fleisch­bedarf der Truppen garnisonweise verdingen zu lassen, soll nicht nur in großen, sondern in allen Garnisonen durchgesührt werden. Die Annahme, e« könnte bei einer derartigen Maß­nahme dem Staate, bezw. der Militärverwaltung ein vor- theil kaum erwachsen, weil nur größere Geschäfte oder Capttalisteu eine solche Lieserung übernehmen könnten, trifft nicht zu. Nach den LieserungSbedinguugen werden nur Fachleute (Schlächter, Metzger, Fleischermeister) der Garnison oder deren Umgebung zur Bewerbung um dir Liefe­

rung zugelassen. Auch ist für größere Garnisonen die Gruppen­bildung kleiner Fachleute bei der Bewerbung um die Liefe­rung ausdrücklich nachgegeben und durch Festsetzung kurzer Fristen für die Bezahlung deS Gelieferten, sowie durch an­dere Erleichterungen Fürsorge getroffen, daß zur Ueberuahme einer Lieferung ein hohes Betriebscapital nicht erforderlich ist. Für eine Garnison mit etwa 2000 Meaagrtheilnehmern würde zur Durchführung der Lieferung neben einer Cautiou von etwa 30,000 Mk. ein Capital von höchstens derselben Höhe uöthig sein. Die gemeinsame Fleischverdingung har aber allerdings die Wirkung, daß da» Lieferungsgeschäft tu größern Garnisonen nicht mehr so, wie seither, verzettelt wird, und daß durch die freie Concurrenz auf Grund allgemein bekannter Bedingungen der nach den seitherigen Erfahrungen vielfach zu große Unternehmer-Gewinn auf daS gebührende Maß zurückgeführt wird. Auch wird durch Aufstellung einheitlicher Bestimmungen über die richtige Beschaffenheit des Fleisches die Güte der Lieferungen mehr als seither ge­währleistet. DaS neue Verfahren dient daher wesentlich dem Zwecke, das ganze LieferuvgSgeschSft auf eine zuverlässige Grundlage zu stellen. Die mit demselben in einer großen Anzahl von Garnisonen seither erzielten Erfolge haben den gehegten Erwartungen entsprochen. Wenn dies nicht überall in ganz gleichem Maße der Fall gewesen ist, so darf ange­nommen werden, daß wegen ungenügender Keuntniß der Lieferungsbedingungen die freie Concurrenz beeinträchtigt worden ist und daß sich die Anschauungen in dieser Beziehung bald klären werden."

Wetterbericht. Im Nordwesten der britischen Inseln ist heute die bereit» angedeutete Depreffion erschienen. DaS barometrische Maximum ist daher wieder in östlicher Richtung zurückgewichen, hat jedoch über dem Mittelmeergebiet etwa- an Raum gewonnen. Der Himmel ist in Süddeutschland vielfach bedeckt oder nebelig. In der Pfalz wurde gestern Abend Wetterleuchten beobachtet. Die Temperaturen zeigen keine wesentlichen Aenderungen. voraussichtliche Witterung: Ziemlich milde» Wetter mit wechselnder Be­wölkung- stellenweise leichte Niederschläge nicht ausgeschlossen.

§ AuS dem Kreise AlSfeld, 18. November. Als einer der schlimmsten Feinde unserer tz lt ch ste n Vögel gilt die Hauskatze, wenn dieselbe im Felde umherstreicht. Ein wie ungleich viel größerer Feind aber dte M o d e der D a m e n ist, sich mir Vogelbälgen zu schmücken, bezeugte evident der Vortrag de» Herrn Oberschulrath» Dr. Eisenhuth ge­legentlich der Hauptversammlung deS Thierschutzvereins für Hessen zu AlSfeld. Diese Verirrung der Mode, Vogelbälge ihrem Zwecke dienstbar zu machen, entstammt eigentlich der Sitte wilder Völker, mit denen unsere Damen gewiß sonst nicht» gemein haben wollen. Welcher Massenmord der Vögel hierbei betrieben wird, ist ganz erstaunlich. Um daS Gefieder der schönsten und kleinsten, Vögel der Kolibris und Paradies­vögel, bei der Tödtung unversehrt zu erhalten, werden die­selben mit Sand geschossen. Aber trotz dieser Vorsicht ist von zehn dieser erlegten Vögel nur einer brauchbar. Leicht ist hieraus zu ermessen, welche Unmenge dieser kleinsten Vögel getödtet wird, um der Nachfrage darnach zu dienen. In der Hauptsache find eS aber unsere allernützlichsteu Zugvögel, unter welchen der Massenmord so gewaltig aufraumt. So bezog in diesem Jahre ein einziges Pariser HauS 400,000 Vogelbälge auS Afrika, ein Londoner Haus au» Indien sogar zwei Millionen, ein anderes HauS 360,000. In Nord- Amerika schätzt man die Zahl der getödteten Vögel auf 60 Millionen. Ein Pariser HauS hat für die kommende Saison 20,000 Bogeldälge in Auftrag gegeben und zwar lauter Distelfinken. Gegen solche Vertilgung der Vögel nimmt fich der Antheil unserer Hauskatze doch verschwindend klein auS. Allerdings bleibt die Behauptung einer Dame gelegentlich einer Thierschutzversammlung zu Budapest sehr wahr, daß eS gar schwer sei, gegen dte Herzen unserer Damen in Beziehung der Mode zu kämpfen, hoffentlich aber gelingt eS dem im Erstehen begriffenen internationalen Vogelschutz, dem Massenmord unserer Vögel Einhalt zu thun. Wie stark derselbe vorweg in Italien betrieben wird, aber nicht zu Modezwecken, erhellt daraus, daß dort zwei Jäger durch Schießen und Fangen mit Netzen während des Vogelzüge» allein 320 Kilo Schwalben erjagten. In der Umgebung der Stadt Klausenburg und in dieser selbst schätzt man die Zahl der Vögel, die in Käfigen gehalten werden, auf 10,000 Stück. Die Folge davon zeigt sich in einem auffälligen Zurückgehen der Bogelwelt und großer Zunahme des der Lavdwirthschaft nachtheiligen Ungeziefer». Hervorragende National-Oeconomen schätzen den Verlust, welcher Frankreich durch die Vernichtung der Vögel erwächst, auf 60 Millionen FrcS. und den Oester- reichS-UngarnS sogar auf 80 Mill. Gulden. Angesicht» solcher Momente sollte man eS nicht für möglich halten, daß noch so viele giebt, die an der Nothwendigkeit der Thier- schutzvereine zweifeln.

+ Nidda. 18. November. Der gestrige Martini- markt dahier war sehr gut besucht, und der Umsatz sowohl auf dem Schweine- wie auf dem Krämermarkte recht erfreulich. Ferkel wurden bi» 35 Mark da» Paar und Läufer bi» 60 Mark bezahtt. In Rindvieh war dagegen ein höchst geringes Angebot und Nachfragen, theilS wegen der erst kürzlich in der Nähe ftattgesundeuen Märkte, theil» wohl auch wegen der hie und da noch herrschenden Seuche. Auf dem Kcammarkte zeigte fich Nachmittag» Gedränge. Die Geschäftsleute find durchweg mit de« Ergebnisse de» heurigen Markte» zufrieden gewesen.

Laubach, 16. November. Da auf nächsten Sonntag da» Todtensest fällt, find die für den Sonntag geplanten Feier­lichkeiten de» 2bjährigen Jubiläum» deS hiesigen regierenden Grafen auf Montag den 22. d. Mt»., Abend», festgesetzt. Nach de« Schlosse, woselbst Musik- und Gesaug»vorträge stattfinden werden, wird fich ein größerer Fackel, und Lampionzug bewegen. Die eigentliche Festver- ammlung, zu der man eine Abt Heilung der 116. Infanterie- RegimentSmufik engagirt hat, wird imSolmser Hof" fein;

für dieselbe hat Herr Pfarrer Nebel die Festrede übernommen: Die Schüler der oberen Klaffen de» Gyamaüm»» werden fich zu einer geselligen Bereinigung i« Cafinosaale zusammen- finden, woselbst der Laubacher Mufikoerein concertiren wird. Wünschen wir sür den Festabend beste» Festwetter.

B» der Bergstraße, 15. November. Ein Arzt au» einem Städtchen unserer Gegend kehrte dieser Tage gegen Abend mit seinem Fahrrade auS einem benachbarten Dorfe nach Hause. Unterwegs begegneten ihm drei Arbeiter, die ihre Stöcke dem ruhig dahinfah.enden Manne ins Rad steckten, so daß er zu Falle kam. Glücklicherweise zog er sich keine ernsten Verletzungen zu. Er machte fich daran, seine Maschine wieder in den Stand zu setzen, al» einer der rohen Gesellen zurückkehrte, um seinen Stock zu holen. Der Arzt ließ ihn ruhig herankommen, packte ihn mit kräftiger Hand und prügelte ihn mit dem Stocke weidlich durch. Der zweite, der zur Hülfe herbeieitte, bekam eine gleiche Lection. Da unterdessen Leute nahten, ergriffen die drei Burschen die Flucht. Nun bestieg der Angegriffene sein Rad und setzte seine Fahrt wieder fort. Kaum «ar er zu Hause, al» die Schelle gezogen wurde, und zwei Burschen die Hilfe de» Arzte» begehrten. Sie gaben an, unterweg» angefallen worden zu sein. Lächelnd gewährte er ihnen seinen Beistand, und konnte hierbei constatiren, daß die verabfolgte Lection eine sehr gründliche gewesen war.

A Mainz. 17. November. Die Verkehrsstörungen in dem Bezirk der vormaligen Hessischen Ludwig»bahu haben immer noch nicht nachgelassen und unaufhörlich find die Blätter voller Klagen über die großen Verspätungen der Personenzüge wie über die mangelhafte Beförderung der Güter. Seit durch bei außerordentlich niederen Wasserstand de» Rhein» die Schifffahrt so sehr behindert ist, haben die letzteren Klagen noch «ehr zugenowmen und von Neuem |i einem Sturm auf die Verwaltung Veranlassung gegeben. Gin hiesige» Localblatt schlägt al» Mittel zur Abhülse der Zustände boshaft vor, die ganze gegenwärtige Verwaltung zu suspendiren und die frühere Ludwigsbaha zur Hilfe herbet- zuruftn.______________________________________________

Die Granulöse.

Von Dr. med. F. Stauoac.

(Nachdruck verboten).

KO. In den Ostseeprovinzen herrscht wieder einmal die Granulöse epidemisch, eine Augenkrankheit, die uns, wie so viele höchst unangenehme Krankheiten, der Orient gebracht hat.

Diese Augenentzündung trat in den europäischen Heeren zuerst in den Armeen Napoleons I. auf, als dieselben 1798 in Egypten gelandet waren. Ebenso erging es der englischen Armee, die bei Akubir landete. Von daher datirt auch der Nameägyptische Augenkrankheit" (ophtalmia aegyptica). Auch der Name militärische Augenkrankheit wurde vtel ge­braucht. Der Gelehrte nannte sie Conjunctivitis granulöse oder kurz Granulöse. Es ist, wie der Name conjunctiva schon sagt, eine Entzündung der Bindehaut Dte beiden genannten Heere übertrugen die Krankheiten später auf alle europäischen Armeen, mit denen sie in Berührung kamen. Sie richtete große Verheerungen an, indem sie die Befallenen nicht nur augenblicklich dienstuntauglich machte, sondern auch bei vielen Soldaten zu bleibender Erblindung führte. Im Heere Napoleons sollen damals an die dreißiqtausend Mann von der Krankheit befallen worden sein. Dieser Umstand führte zu der Annahme, daß die Ansteckung nicht nur direct durch den sich bildenden eitrigen Ausfluß, sondern auch durch Luft übertragbar wäre. Die moderne Wissenschaft hat auch hier den Pilz entdeckt, der die Ansteckung bewirkt, und mög­lich ist es immerhin, daß derselbe in getrocknetem Zustande ich der Luft mittheüt und so ansteckend wird. Die gewöhn iche Ansteckung aber erfolgt durch den gemeinsamen Gebrauch von Geräthschaften, besonders von Handtüchern, Kopiktssen, Taschentüchern, Waschgefäßen u. s. w. Die Krankheit hat, wie alle Epidemien, ihre guten wie bösen Jahre. Sie er­greift manchmal nur die Augenlider, oft aber auch die ganze Bindehaut. Sie kennzeichnet sich dadurch, daß auf der inneren Oberfläche der Lider rothe Körnchen Granulationen) sich entwickeln, welche das Aussehen von Fischrogen oder Fischlaich haben. Sie sehen bald gelblich ;ald grau aus und sind sehr zahlreich, wenn sie klein, min­der zahlreich, wenn sie größer sind. Man findet diese Kör­ner vorherrschend in den Vertiefungen, wo sich die Bindehaut )cr beiden Augenlider über den Augapfel umschlägt. Gleich­zeitig mit diesen leicht erkennbaren Körnern bildet sich der gefährliche, ansteckende, schleimigeitrige Ausfluß, der sofort ansteckend wirkt, wenn von ihm auch nur eine Spur einem anderen gesunden Auge zugefüdrt wird. So kann ein an Granulöse leidender Mensch seine ganze Familie, das ganze Haus, ja selbst die ganze Stadt anstecken. In Kasernen, Krankenhäusern und Schulen ist sie daher eine sehr gelürch- ete Erscheinung. Gewöhnlich ist der Verlauf der Krankheit ein schleichender und dann weniger gefährlich in jeder Hin- rcht. Sie kann aber auch mit solcher Heftigkeit und»- artigkeit auftreten, daß sie binnen 2448 Stunden das Auge zerstört. Zu solchen schlimmen Formen tragen gewöhn- ich ungünstige Witterung, schlechte Bodenbeschaffenheit, chlechte Nahrung, große Unreinlichkeit, Anhäufung vieler Menschen, wie in Kriegslagern u d Hospitälern, bei.

Die milde Form, die langsam, schleichend auftritt, unter- cheidet sich wenig von einer einfachen Augenentzündung, Anfangs wenigstens; man achtet daher nicht besonders darauf und versäumt es, rechtzeitig den Arzt zu rufen.

Bei der müden Form fühlen die Augen eine gesteigert» Wärme und bald darauf auch Trockenheit. Es entsteht dann jene brennende Empfindung, als ob Sand in die Augen geflogen fei. Die Augen werden empündlich gegen Licht und ermüden leicht. Der Blick wird trübe und es tritt Thronen- luß ein. Morgens nach dem Aufstehen erscheint meist die weiße Oberfläche des Augapfels geröthet, oft mit emem feinen Gefäßnctz überzogen. Dann befindet sich auch der gefährliche Schleim zwischen den Lidern, auch ist die Empfind-

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