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4- Sichettdorf. 17. März. Der Thäter zu dem am verfloffenen Sonntag Abend in der Repp'schen Specerei- Handlung dahier verübten Einbruchsdiebstahl wurde gestern in der Person eines kaum 17jährigm Arbeiters durch die Niddaer Gendarmerie ermittelt und verhaftet. Letztere förderte auch die entwendete Geldsumme, welche der jugend« liche Uebelthäter in einem Schuppen versteckt hatte, zu Tage, so daß der Bestohlene wieder zu seiner Baarschaft gelangt.
+ vorSdorf, 17. März. Unsere 61 Mitglieder zählende Darlehenskasse e. G. m. u. H. erfreut sich eines steten Aufschwungs. Nach dem Rechenschaftsbericht für 1896 betrug der Umsatz im Vorjahre 16270 Mk. 35 Pfg.
X Darmstadt, 17. März. Im CycluS des Alice- vereinS für Krankenpflege nahm heute der practische Arzt, Herr Dr. Sior daS Wort, um das überaus wichtige Thema: „Die Bacterien und die Mittel zu ihrer Abwehr" zu behandeln. Die Bacterien sind ihrer Form nach kuglich bezw. oval (die verschiedenen Coccen, wozu die Erreger der E terung, Lungenentzündung u. s. w. gehören) oder stäbchenförmig: die Bacillen, welche Fäden bilden können, zu welchen Bacillen die Erreger von Milzbrand, TyphuS, Diphtherie, Tuberculose zählen,- außerdem gtbts EntftehungSformen. Gewiffe Bacterien zeigen unter dem Mikroskop eine Einzel- bcwegung,- andere Pflanzen sich durch Sporen fort. Im Wefentlichen bestehen die Bacterien chemisch auß Eiweißstoffen, Fett, Salzen und Wasser- als lebende Wesen haben sie einen Stoffwechsel und brauchen etweiß., sowie stickstoffhaltige Nahrung. — Man findet die Bacterien mehrerer Arten, vergesellschaftet und ihre Trennung von einander ist durch die Retncultur von Prof. Robert Koch gelungen, wobei auf sog. -Nährgelatine eine dem Mutterthtere artengleiche ganze Lolouie erzeugt wird. Die Stoffwechselprodncte der Bacterien, die sogen. Toxine, sind oft für den menschlichen Körper sehr g'ftige Stoffe,- auch gewöhnliche Fäulnißbacterien bilden solche, wie schwere Erkrankungen nach dem Genuffe verdorbener Nahrungsmittel beweisen. In unserem Blutftrom entwickeln die weißen Blutkörperchen zerstörende Eigenschaften gegen- über den Toxinen,- die Ueberzahl der einen ober anderen wird in dem Kampfe den Sieg davontragen. Andrerseits sind Bacterien für unfl wieder durchaus nützlich und nöthig, so bet der Verdauung- im Haushalte der Natur zerlegen fie stickstoffhaltige Körper in einfache chemische Substanzen (Leichenverwesung). Auch bei den Batterien besteht ein „Kampf ums Dasein." Ihre Bekämpfung, soweit fie den Menschen schädlich werden, geschieht am wirksamsten durch Abtödtung und zwar durch die verschiedenen Mittel der DeSinfectivn. Sehr wichtige DesinfectionSmittel find Queck-
filber-Sublimat, Kalkmilch, Earbvlsäure u. s. w., dann aber erliegen auch Bacterien längerem Einflüsse directen Sonnenlichts, ferner, namentlich feuchte Hitze tu Gestalt von kochendem Wasser, Wasserdampf u. s. w., wie dies in DeSinfectionS- Öfen heutzutage geschieht. Colossale Mengen von Bacterien enthält oft die marktgängige Milch; die Aerzte fordern vielfach eine bessere Haltung des Milchviehes, größte Reinlich- kett bei Aufbewahrung, Transport u. bgl m. (Die Milch einer gefunden Kuh verläßt die Milchdrüsen keimfrei). Die Uebertragbarkeit von Tuberkulose durch menschlichen AuSwurf fordert zu entsprechenden DeSinfectionS Maßregeln heraus. Die Jmmunisirung bez. der Bacterienübertragung beruht darauf, daß ein Thier mit einer abgeschwächten Cultur von Batterien geimpft wird und dieses übersteht und damit gegen daS ungeschwächte Bacteriengist unempfindlich wird und diese Unempfindlichkeit von ihm auf den Menschen übertragen werden kann/ besondere Erfolge haben in dieser Beziehung u. A. das Pasteur'iche Serum gegen Hunde Tollwuth und daS Behring'sche Serum gegen Diphtherie erzielt- für TyphuS und Tuberkulose kennt man noch kein Heilserum, während ein solches gegen Pest gefunden scheint. Bei alledem ist zu beachten, daß die Menschen gegen JnfectionSkrankheiten sich sehr verschieben verhalten und daß eS deren gibt, die mütter- licherseitS eine gewisse „Giftfesttgkeit" erben und im Leben bethätigen. — Die interessanten Mitteilungen ergänzten anschauliche Tafeln.
Heppeuhetm a. d. vergstr., 16. März. In unserer Gegend ist man vielfach damit beschäftigt, die Hopfen- Pflanzungen auSzustocken. Die Ursache zu dem Vorgehen der Landwirthe liegt in dem allzu großen Rückgang deS Preises für den Hopfen. Während man in früheren Jahren für den Gentner Hopfen 50 bis 1OO und noch mehr Mark bezahlte, erlöste man in den letzten Jahren für daS gleiche Gewicht nur 25, höchstens 27 Mark, ein Preis, der nicht einmal hinreicht, die Auslagen für die Cultur zu bestreiten. Die Landleute wollen nun mit Futterpflanzen und einem kräftigen Viehstand weiterkommen. Auch will man dem Gemüsebau mehr Sorgfalt zuwenden.
fiteratur un» Ktmft
— frrstschwoUer Chronik. Kriegs- und FriedenSbilder aus dem Jahre 1870/71. Von Karl Klein, ebedem Pfarrer in Frösch- weiler. Jlluftrirt von Ernst Zimmer. (C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung in München). Von dec im Erscheinen begriffenen Prachtausgabe dieses BucheS liegen wieder eine Anzahl Lieferungen (8 bis 12) vor und die Verlagshandlung versichert auf dem Umschlag der 12. Lieferung, daß sie bestimmt hoffe, auch die Schlußlieferungen noch vor Ende des Monats März versenden zu können. Die Lieferungen 8 bis 12 enthalten wieder eine ganze Anzahl Voll- und Doppeloollbilder, von denen wir heroorbeben: „Im Weinkeller des PfarrerS" und „Die Plünderung im Pfarrhof" — beide Silber
spielen am Abend der Schlacht von Wörth —, „Der Zug der Büßer- schar". „Der Kronprinz in Fröschweiler am Abend des 6. August", „In ReisehennerS Stube", „Episode aus dem Rückzug der Franzosen nach der Schlacht von Wörth", „In Fröschweiler während der Nacht vom 6. zum 7. August", „DaSTurkohäuschen", „Die Wörther Hohl am Morgen des 7. August", „Vor General v. d. Tann". „Die Gunstetter", „Das Barackenlazareth im Schloßparten zu Fröschweiler", „Der Wodltjörri verkündet der G«me<nde den Befehl, die Tobten zu begraben". Die Titel dieser Vollbilder, zu denen eine große Menge Textzeichnungen binzukommen, lassen uns den Fortschritt der Darstellung selbst erkennen. Ueberall tritt uns wie auS den ergreifenden Schilderungen des Verfassers, so auch aus den lebensvollen Bildern des Künstlers vollendete Naturwahrheit entgegen. Genau so muß es zugegangen fein, wie rs hier in Wort unb Bild geschildert ist, das ist der Eindruck des Lesers wie des Beschauers. Wir sehen mit Spannung den beiden Schlußlieferungen entgegen, welche den Wiederaufbau der Kirche und den Besuch Kaiser Wilhelms I. in Fröschweiler im Jahre 1876 zu schildern haben, und möchten heute das schöne Werk als ganz besonders geeignet auch zum Eonfirmationsgeschenk empfohlen haben.
Universität- - Nachrichten.
— AuS Berlin wird berichtet: Der preußische Eultusmintster hat durch Erlaß vom 8. März 1897 bestimmt, daß fortan von Ausländern bei der Mldung zur Diplomvorprüfung eine Gebühr von 80 Mk, bei der Meldung zur Hauptprüfung eine solche von 120 Mk. erhoben wird.
— Der Privatdocent Dr. Heinrich Boennecken in Bonn ist zum außerorden'lichen Professor der Zahnheilkunde an der deutschen Universität in Prag ernannt worden.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschasl
Freitag Abend 6« Uhr, SamStag Vormittag 8” Uhr, «ttdt«atfeiet zrr Ehre« Gr. -ochsettge« Majestät Kaiser WUHelmS I., Nachmittag 3" Uhr, SabbathauSgang 7“ Uhr.
Nachmittag 2" Uhr Gchrifterklär««- in der Synagoge-
Wochengottesdienft Morgens 7 Uhr, Abends 6 Uhr.
Äottesdieuü in der Shuagour.
SamStag den 20. März.
Vorabend 6 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr. SabbathauSgang 7“ Ubr.
Sonntag de« 21. März, 9</s Uhr Bormittags r freier der Wiederkehr de» WO. Geburtstages Gr. Majestät Kaiser Wilhelms I.
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Jubiläums
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meisteret am Montag, den 22. März l. Js. geschloffen.
Gießen, den 18. März 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff.
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□ Zur A
+ Kentenarftier! +
Feier des 100. Geburtstages Kaiser Wilhelms I.
Unter Bezugnahme auf den Aufruf vom 16. l. Mts. wird hierdurch nochmals darauf hingewiefen, daß die Ausgabe der auf Anmeldung ausgestellten Karten zur Festversammlung und der Programme nebst Liedertext Freitag und Samstag dieser Woche Vormittags von 10 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr auf Zimmer Nr. 15 der Bürgermeisterei erfolgt.
Die Liste der Anmeldungen mußte bereits Mittwoch Abend geschloffen werden; auch war man genöthigt, die Anmeldungen ganzer Familien thetlweise einzuschränken.
Gießen, den 18. März 1897.
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BeSomNrmachung.
Das Wasser im Stadtbach wird wegen Aufführung an demselben von Freitag, den 19. d. Mts., Vormittags Abends 6 Uhr abgestellt.
Gießen, den 18. März 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Wolff.
' GerauutWachuug.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntniß, daß der Betrieb des Schlachthauses am Montag, 22. d. Mts., den ganzen Tag geschloffen ist, dagegen ist angeordnet worden, daß Schlachtungen am SamStag, 20. d. Mts., von Abends 6 Uhr ab bis 9y8 Uhr vor genommen werden können.
Gießen, den 18. März 1897.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Bekanntmachung.
Aus Anlaß der Centenarfeier sind die Geschäftszimmer der Bürger-
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Interessenten zur Kenntniß, daß unser langjähriger bewährter Vertreter, Herr Heinrich Roth XI. in Langsdorf, seines Berufsgeschäftes wegen von der Verwaltung unserer Agentur zurückgetreten ist unb wir dieselbe Herrn Heinrich Weller III. übertragen haben.
Darmstadt, im März 1897.
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