Ausgabe 
18.11.1897 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

****** 1'0(80 *

X

aer. x x****5 iroaaren Wen, Stuten * 108«

itita,

Neustadt 11, wolle, Qualitäten, zu bett 10488 traheu^

la irbraeob ist:

I

tu

werth.

ite2OPfg.)

Imar.

1b

bar»" k-te

w 10332

86.6 106.6 8L* Sb« 1881 96*

Hl

1B

jgTJ '168*

10

B.

illtu Klchll, ub 'Melder, 10436

-pen M'

ri4®8W

leib. O9L

? 8t *45'1906 10°!

;rLiS"

52.

oter

.WZröks

189?.

Sir. 271

Erstes Blatt

Donnerstag dm IS. November

1897

Gi eßener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Zimts» und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

Rebaction, Expedition und Druckerei:

Kchutsiratze Ar.r.

Fernsprecher 51.

vierteljähriger Avounementsprewr 2 Mark 20 Pfg. «it vringerlohn.

Durch die Post bezog«« 2 Mark 50 Pfg.

Die Gießener

A^mtttensttätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

Hratisöeikage: Hießener Kamilienbtätter.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslände- nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger«' entgeh».

'Steuer

Wolff« teiegr»phtsche- Eorrespondmz-Vur«m.

Berlin, 16. November. In der heutigen Sitzung der Baucommisston deS Abgeordnetenhauses wurde beschlossen, die Ueberst edelung in das neue Gebäude zunächst aus zwei Monate nach Wiedereröffnung der Sitzung auSzusetzen.

verltu, 16. November. DieNordd. Allgew. Ztg." meldet: An hiesiger AmtSftelle ist die Bestätigung aus Rio oe Janeiro eiogegangen, daß der RetchSangehörtge Lehrer Roth in Palhoca in Brasilien von Eingeborenen schwer mißhandelt wurde. Der kaiserliche Consul in DesterroS führte sofort Beschwerde bet dem Gouverneur deS Staate- Santa Catharina und verlangte eine Untersuchung und Be- strafung der Schuldigen. Dom Gouverneur wurde Beide- zugefichert.

Berlin, 16. November. Den Abendblättern zufolge richtete der Verein Berliner Journalisten an den StaatS- secretär v. PodbtelSkt die Bitte, Drucksachen und Waarenproben von der Befö rderung mit Schnell­zügen nicht auSzuschl eßen. Die Retchspostverwaltung ant­wortete, daß eine Aenderung in der Beförderung-weise von Drucksachen und Waaren nicht in Aussicht genommen sei.

Eisenach, 16. November. Die Gewerkschaft Winter-Hall erreichte gestern Abend in 4S4 Meter Tiefe ein Kalilager. Die Muthung deS Feldes wurde Setten- de- Königlichen Revierbeamten angenommen.

Bremen, 16. November. BöSmannS Bureau meldet: Die von mehreren Zeitungen gebrachte Nachricht, wonach von den mit dem Norddeutschen LloyddampferCrefeld" nach Galveston beförderten Paffagieren etwa 100 Personen von den Einwanderungsbehörden als Contract-Arbeiter zurück- gewiesen seien, bestätigt sich nicht. Nach telegraphisch ein- gezogenen Erkundigungen find sämwtliche Paffagiere dort gelandet und nach dem Bestimmungsort wettergereist.

Leipzig, 16. November. Im Vogtlande find, wie dem Leipziger Tageblatt" aus Plauen gemeldet wird, heute früh wiederum Erdstöße verspürt worden. Dieselben waren so heftig, daß die Fußböden erschüttert wurden und die Fenster klirrten. In den Orten Brambach, Schönberg, Klingenthal, Untersachseuberg, Adorf, LängenfelS, Falkenstetu und Reichenbach wurden Erberschütterungen bemerkt.

Mannheim, 16. November. Die am Petroleum- Monopol bethetltgten Firmen Süddeutschlands berufen lautNeuer Badischer Lande-zettung" auf morgen 5 Uhr nach hier eine Versammlung ein, um Stellung zu den gegen den freien Handel gerichteten Bestrebungen der Deutsch- amerikanischen und der Mannheim Bremer Petroleum-Gesell­schaften zu nehmen. Die Großhandlungsfirmen Süddeutsch- land- lehnen deshalb die von den genannten Gesellschaften zugemutheten Contracte ab und suchen Anschluß an die von der Standard Oll Company unabhängige Pure-Oil Company in Hamburg, die in Mannheim und anderen Plätzen Tanks errichten wird.

Wie«, 16. November. (Wiener Corr.-B.) Aus Kanea wird gemeldet: Der htefige griechische Bischof Nikisoro erhielt durch den rusfischen Consul die Mitihetlung, daß der Kaiser von Rußland daS abgebrannte christliche Stadtviertel von Kanea auf seine Kosten wieder auf bauen und die Kirche vergrößern laffen werde, sowie eine bedeutende Summe für die Armen von Kandia, Rethymo und Kanea zur Ver­fügung gestellt habe.

Cadiz, 16. November. Der Proceß gegen die Mörder des deutschen Bankiers Haeßner wurde heute zu Ende geführt. Der Hauptangeschuldtgte PerezGallego wurde für schuldig befunden und zum Tode verurtheilt, während der Mit- angeklagte Galindo freigesprochen wurde.

Bombay, 15. November. Die Pest in Poona hält an. Während der letzten 48 Stunden find 134 Erkrankungen und 94 Todesfälle vorgekommen. Auch aus den benachbarten Districten werden Pestfälle gemeldet. In den Hospitälern der Stadt Poona liegen etwa 60 an der Pest erkrankte Personen. Die Stadt ist völlig verlaffen.

Bombay, 16. November. Alle Eisendahnpaffagiere zweiter und dritter Klaffe, die ans Gebieten eintreffen, wo die Pest herrscht, werden einer mindesten- sech-tägigen Quarantäne unterworfen. Bier weitere pesterkraokte Europäer find gestern in da- HoSpital in Poona ausgenommen worden.

Depesche« bei Bure««Herold.*

Berlin, 16. November. Heute Bormittag 10 Uhr fand la Potsdam die Vereidigung der Rekruten der PotS- «er Garnison in Gegenwart des KaiserpaareS, anderer ssllrstlichkeiten, der Generalität und fremdherrlicher Osfiziere

statt. Nach der Vereidigung hielt der Kaiser eine An- spräche an die Rikruten, worin er diese daraus hiuwteS, daß fie wrtstliche Soldaten sein sollten und daß sie den Vorzug hätten, der Garde anzugehören. Sie sollten dem Rocke Ehre machen und die heiligste Pflicht erfüllen, das Vaterland zu vertheidigen, es aber auch nach innen zn schirmen und auf Ordnung und gute Sitte zu halten. Alsdann brachte Gene­ralmajor v. Reffet das Hoch auf den Kaiser aus. Nachdem der Kaiser in der Garnisonikirche die neuen Baupläne der Kirche befichtigt hatte, nahm er im Kreise deS Offi-iercorp- deS 1. Garderegiments z. F. da- Frühstück ein.

Berlin, 16. November. Bet dem gestrigen Diner beim Staatssekretär Grafen PosadowSky hatte der Kaiser nament­lich mit den Parlamentariern, u. a. auch mtt dem Abgeord­neten v. Plötz, Unterredungen. Nach Aushebung der Tafel zog fich der Kaiser in daS Herrenzimmer zurück. Hier wurden die verschiedensten Thematas berührt. Der Kaiser sprach von unseren kommerziellen Beziehungen zum AuSlande und schilderte seine Jagderlebniffe.

Berlin, 16. November. Zu derselben Zeit, zu der gestern der Kaiser dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe einen Besuch abstattete, hatten sich auch der commandirende Admiral v. Knorr, der Staatssekretär deS RetchSmartneamrS Contreadmiral Tirpitz und der Chef des MarinecabinetS Contreadmiral v. SendenBibran im Reichskanzlerpalais ein­gefunden.

Berlin, 16. November. Von den vom Wirthschaftlichen Ausschuß gestern gebildeten sechs Commissionen haben heute bereits die Commissionen für Landwirthschast, für Textil­industrie, für chemische Industrie und Metallindustrie getagt, um Über die Grundzüge zu einer PtoductionSstatiftik zu berathen.

Berlin, 16. November. Heute Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr hat fich auf dem hiesigen Ringbahvhofe am Potsdamer Bahnhof ein schwerer Unfall ereignet, indem ein von Charlottenburg kommender Zug auf den Pufferblock auffuhr. ES ist anzunehmen, daß die Ursache in dem Ver­sagen der sonst sicher functionirenben Bakuumbremse lag. Der erste Wagen 3. Klaffe wurde zum Theil zertrümmert und beim Anprall auf die Lokomotive hinaufgeschoben. Der Lokomotivführer ist tobt, der Heizer schwer verwundet. Die Feuerwehr wurde alarmirt, um die Verunglückten au- ihrer Lage zu befreien. Fünfzehn Personen haben mehr oder minder schwere Verletzungen davongetragen. Auch der zweite Wagen ist auS den Schienen geworfen und zeigt deutlich die Spuren des furchtbaren Stoße-.

Wien, 16. November. An der Univerfität kam eS heute Mittag zu einem Rencontre zwischen deutschen Burschenschaftern und slawischen Studenten, in dessen Verlauf zwei deutsche Burschenschafter von den Slawen die vibliothrktreppe hinabgeworfen wurden und Verletzungen davontrugen.

Budapest, 16. November. Die parlamentarische Durch« führung de- Au-gleichs-ProvisoriumS in Oesterreich soll an ein Ultimatum geknüpft sein. Badeni soll verpfltchtet sein, da- Provisorium bis zum 20 ds. MtS. durchzusühren, widrigenfalls die ungarische Regierung im Reichstage Vor­lagen, betreffend daS Seidst-Bestimmung-recht Ungarns, ein­bringen würde.

Brüssel, 16. November. Die nicht militärischen Gesell­schaften von Belgien werden fich am 12. December hier ver­sammeln, um eine Propaganda für Einführung der persönlichen Dienstpflicht zu Stande zu bringen.

Grenoble, 16. November. Jn Livet et Gavet herrscht große Aufregung unter der Bevölkerung infolge der Frei­sprechung der italienischen und französischen Arbeiter, die an den Wirren im Monat Oktober thetlgenommen haben. Die italienischen Arbeiter versammelten fich nun gestern, um eine Straßen-Demonstration zu organifiren. Sie wurden aber von den französischen Arbeitern angegriffen und eS kam zwischen beiden Parteien zu einem argen Zusammenstoß, wo­bei mehrere Personen schwer verletzt wurden. Die Polizei mußte mit blanker Waffe einschreiten, um die Ruhe wieder herzustellen. Auch wurden mehrere Verhaftungen vor­genommen.

Konstantinopel, 16. November. Die Pforte sandte neuerlich eine Note an die Großmächte, in welcher dieselbe auch gegen die provisorische Ernennung deS Obersten Schäffer zum Gouverneur von Kreta energisch protestirt und darin hervorhebt, daß derselbe wegen seiner agitatorischen Thätig- teil bei dem armenischen Ausstand f. 3 aus der Türkei aus- gewiesen sei und daß auch dessen Verhalten in Egypten ihn bei den Muhamedaneru unmöglich gemocht habe.

Berlin, 17. November. Bischof Anzer, der apostolische Bicar von Süb-Schantung, ist zu heute Mittag vom Kaiser zum Dejeuner im Neuen Palais geladen worden. Gestern statteten außer dem bayerischen Gesandten Grafen Lerchen­feld und dem Prinzen Arenberg der commandirende Admiral v. Knorr dem Bischof einen mehr al» einstündigen Besuch ab.

Berlin, 17. November. Eine zweite Berfammlung der Anarchisten zur Erinnerung an die in Chicago vor zehn Jahren Hingerichteten Anarchisten fand gestern Abend hier statt. Frau AgveS Reinhold, sowie E. Landauer feierten in ihren Reben die amerikanischen Genossen. Auf der Straße, sowie tu einem Raume neben dem Versammlungslokale waren zahlreiche Polizetbeamte tu Civtl und Uniform statiouirt. Die Versammlung nahm einen ruhigen Verlauf.

Berlin, 17. November. Aus Monte Carlo wird demBerl. Tagebl." gemeldet: Im Spielsaale beging ein Italiener Selbstmord mittelst einer Dynamitpatrone. Ferner fand zwischen zwei beim Spiel aneinander gerathenen Engländern rin Pistolenduell statt. Einer der Duellanten, ein Gut-befitzer, wurde von seinem Gegner, einem Marine- Offizier, schwer verwundet.

Stargard i. P., 17. November. Gestern Nachmittag fand auf dem Militär-Scheibenstand ein Duell zwischen dem Hauptmann von Haine vom Colberger Grenadier- Regiment und dem Brigade-Adjutanten Hauptmann von Ostrowski aus Hannover statt. Ostrowski wurde durch einen Schuß in den Kopf schwer verletzt.

_ CoceUs »nH preohQklkfo

Gießen, 17. November 1897.

* Tanzmusik am zweiten Pfiugstfeiertag. Nach einem AuSschretben Großh. Ministeriums des Innern an die Großh. Kreisämter ist in Landgemeinden mit überwiegend evange­lischer Bevölkerung am Pfingstmontag, sofern au diesem Tag die Confirmatton mit der Feier deS heiligen Abend­mahles stattfindet und herkömmlich an diesem Tag öffentliche Tanzbelustigungen bisher nicht stattgefunden haben, die Erlaubniß zur Abhaltung von Tanzbelustigungen auch in Zukunft nicht zu ertheilen.

* * Ausstellung. Eine Collection hergestellter Arbetten von Schülerinnen der Aliceschule in Brandmalerei auf Holz uud Leder, Malereien auf Leder usw., sowie Schnitzarbetten ist im Erker der Firma Julius Bach (Plockftraße) aus­gestellt, worauf wir aufmerksam machen.

* Rattenbriefe. Nach einer Bekanntmachung imAmts­blatt des Reichs-Postamts" ist die Verwendung der au» Kartenbriefen ausgeschnittenen Francoftempel zur Franctrnng von Postsendungen nicht zulässig. In Betreff deS Um­tausche- in den Händen des Publtkurns unbrauchbar ge­wordener Kartenbrlrfe ist eben so zu verfahren, wie bet den Postkarten.

* Winter-Prophezeiung. Außer Falb prophezeite der Gothaer Wetterkundtge einen strengen Winter. Mit ihm prophezeien Forstleute dasselbe, denn fie sagen:Fällt'» Buchenlaub früh und schnell, wird der Winter streng und hell!" Danach hätten wir einen harten und Hellen, daS ist schneereichen Winter zu erwarten.

* Sin neuer Schwindel wird gegenwärtig mit italteni- scheu Zwei-Ltrestückeu vom Jahre 1860 getrieben. Die Münzen haben in Gestalt, Form, Prägung und Größe mit den deutschen Zweimarkstücken täuschende Aehnlichkeit und werden auch als solche gerade in letzter Zeit häufig in Zah- lung gegeben. Bei der Einwechselung werden jedoch nut 1 Mk. 62 Pfg. au-bezahlt- also Vorficht.

* * An Wechselstempelsteuer wurden im October d. I. im Ober-PostdirectionSbezirk Darmstadt 15,519.30 Mk. ver­einnahmt, zusammen mit den Vormonaten deS laufenden EtatSjahreS 98,481 Mk. ober 6465 Mk. 50 Pfg. mehr al» im entsprechenben Zeiträume von 1896/97.

** Sin angenehmes Weihnachtsgeschenk wird die preußische Bahnverwaltung dem reisensen Publikum machen. Dieselbe hat nämlich bestimmt, daß alle Rückfahrkarten mit sonst kürzerer Geltungsdauer, welche vom 18. December ab zur Ausgabe gelangen, bis zum 6. Januar 1898 für die Rück- fahrt gütig bleiben, und zwar muß dieselbe an diesem Tage spätesten» um 12 Uhr Nachts angetreten werden. Diese er­hebliche Berlängerung der Geltungsdauer ist theilS mit Rück- ficht auf die Einbeziehung det NeujahrStage», theilS deshalb erfolgt, damit den Schülern, die in Ferien reifen, die Be- uutzung der billigeren Rückfahrtkarten für die ganze Ferieu- zeit ermöglicht wird.

* Wie reclamirt man die Zeitungen 7 Die» ist eine Frage, deren Beantwortung für die Postabonnenten be­sonder- wichtig ist. Wenn die Zeitung nicht regelmäßig ein-